{"id":13675,"date":"2010-05-06T00:00:00","date_gmt":"2010-05-06T00:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13675"},"modified":"2010-05-06T00:00:00","modified_gmt":"2010-05-06T00:00:00","slug":"13675","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/05\/13675\/","title":{"rendered":"Europa: Krise des Euro und Klassenk&#228;mpfe"},"content":{"rendered":"<p>  Resolution des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  <i>Im April trafen sich VertreterInnen des Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale (internationale sozialistische Organisation, der   die SAV angeschlossen ist; englische Abk&#252;rzung CWI) aus England und   Wales, Nord- und S&#252;dirland, Schottland, Schweden, Island, Polen, der   Tschechischen Republik, Russland, Portugal, Italien, Griechenland,   Zypern, &#214;sterreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Israel und   Pakistan zu einem Treffen des Europ&#228;ischen B&#252;ros des CWI. Nach   intensiven Diskussionen wurde das folgende Dokument verabschiedet:<\/i><\/p>\n<p>  Seit dem Treffen des IEK (Internationales Exekutivkomitee) im Dezember   2009 haben sich die generellen Analysen des CWI in Bezug auf die   Weltsituation und die Entwicklungen der Weltwirtschaft best&#228;tigt. Wir   haben weiteres Material ver&#246;ffentlicht in dem wir uns mit der   allgemeinen Lage der Weltwirtschaft befasst haben und es ist in dieser   kurzen Stellungnahme nicht notwendig, das detailliert zu wiederholen.   Die Entwicklungen in der Weltwirtschaft und die politische Situation   sind der Hintergrund vor dem sich die Krise abspielt, der sich die   herrschende Klasse in Europa gegen&#252;bersieht. Dies ist die schlimmste   Krise der Eurozone seit der Einf&#252;hrung des Euro. Die Weltwirtschaft   erf&#228;hrt eine sehr beschr&#228;nkte &#8222;Erholung&#8220; die extrem schwach und fragil   ist. Die Pakete zur Wirtschaftsankurbelung, die ein enormes Ausma&#223; haben   und vor allem in den USA, China und den europ&#228;ischen L&#228;ndern geschn&#252;rt   wurden, haben dazu beigetragen, einen vollst&#228;ndigen Zusammenbruch der   Weltwirtschaft in eine &#8222;Depression&#8220; abzuwenden. Aber diese Ma&#223;nahmen   waren beschr&#228;nkt und haben die tieferliegende Krise nicht beendet.<\/p>\n<p>  Die &#8222;Erholung&#8220; hat nicht zu einem substantiellem Wachstum in der   &#8222;Realwirtschaft&#8220; gef&#252;hrt und es besteht im Gegenteil die Gefahr dass sie   zu einem &#8222;double dip&#8220;, einem zweiten Eintauchen in die Rezession, f&#252;hrt.   Die Zahlen die in letzter Zeit von &#214;konomInnen ver&#246;ffentlicht wurden   beziehen sich auf eine Zunahme des &#8222;Wachstums&#8220; in den USA und Europa.   Aber sie zeigen kein wirkliches Wachstum der Kapazit&#228;ten und die   Produktion hat nicht einmal das Vorkrisen-Niveau erreicht. Die   Welthandelsorganisation geht davon aus, dass der Welthandel dieses Jahr   um 9,5 Prozent zunehmen wird. Aber selbst wenn das erreicht wird, wird   diese Steigerung nicht den R&#252;ckgang des Welthandels von 12,2 Prozent im   Jahr 2009 wettmachen. Die &#8222;Erholung&#8220; die auf die Konjunkturpakete folgte   hat ihre Basis in Methoden wie der Abwrackpr&#228;mie f&#252;r Autos oder zum   Beispiel in Gro&#223;britannien der Senkung der Umsatzsteuer. Das sind   einmalige und vor&#252;bergehende Ma&#223;nahmen und stellen keine R&#252;ckkehr zu   wirklichem Wirtschaftswachstum und einer echten Erholung dar. Die   Investitionen stagnieren nach wie vor bzw. gehen sogar zur&#252;ck. Im   Februar lag die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone offiziell bei zehn   Prozent. Der Gro&#223;teil des Wachstums zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunk hat seine   Wurzeln in der Auff&#252;llung der Lager und bildet damit weitere Blasen, die   dadurch entstehen, dass durch die Staaten immer mehr Geld ins System und   speziell in den Finanzsektor gepumpt wird. China und Deutschland ist es   zwar gelungen, ihre Exporte wieder zu steigern, aber die zentrale Frage,   der sich der Kapitalismus weltweit gegen&#252;ber sieht ist der   &#8218;Nachfrage-Mangel&#8216; und das Fehlen neuer M&#228;rkte. Im Fall von Deutschland   hat das Exportwachstum zu Lasten seiner Rivalen stattgefunden w&#228;hrend   ein Wachstum des Inlandsmarktes fehlt. Der IWF hat nun seine Prognose   f&#252;r das Wirtschaftswachstum von Deutschland f&#252;r 2010 von 1,5 auf 1,2   Prozent reduziert und f&#252;hrt als seine g&#246;&#223;ten Sorgen den schwachen   Finanzsektor und den Welthandel an.<\/p>\n<p>  Die wenigen &#8218;Lichtblicke&#8216;, die es f&#252;r den Kapitalismus noch gibt, wie   China, Brasilien und in geringerem Ausma&#223; auch Indien, k&#246;nnen immer noch   versp&#228;tet von der Krise ergriffen und in eine Rezession gezogen werden.   In China, das gerade eine Immobilienblase erlebt, k&#246;nnte es zu einem   wirtschaftlichen R&#252;ckgang kommen, die gerade zu jener sozialen Explosion   f&#252;hren k&#246;nnte, die das Regime verzweifelt zu verhindern versucht. Sogar   wenn es der Weltwirtschaft gelingt, zu einer Periode von absolutem   Wachstum zur&#252;ck zu kehren, was zu einem gewissen Zeitpunkt geschehen   wird, wird dieses Wachstum nicht ausreichen um den sozialen Horror und   die Verluste, die durch die Krise entstanden sind und die Masse der   Weltbev&#246;lkerung betreffen oder auch die politischen Konsequenzen die   daraus folgen, wieder aufzuwiegen.<\/p>\n<p>  Was wir zur Zeit sehen ist also keine &#8222;Erholung&#8220; im eigentlichen Sinn   des Wortes sondern viele eher eine &#8222;arbeitslose Erholung&#8220; bei der die   Massenarbeitslosigkeit trotz beschr&#228;nktem &#8222;Wachstum&#8220; bestehen bleibt und   international die herrschende Klasse weiterhin versucht, den   Lebensstandard, die L&#246;hne und Arbeitsbedingungen der Arbeiterklasse   abzusenken. Wir haben schon in fr&#252;heren Dokumenten und Artikeln des CWI   aufgezeigt, dass der Kapitalismus in den letzten 30 Jahren eine   &#8222;depressive&#8220; Periode durchlaufen ist. Das wurde teilweise verdeckt durch   einen kreditfinanzierten Konsumboom und eine Serie von spekulativen   Blasen. Das ist nun in sich zusammen gebrochen.<\/p>\n<p>  Jede Krise des Kapitalismus beinhaltet auch Perioden von Wachstum und   einer teilweisen Erholung, die aber dann wieder die Grundlage f&#252;r eine   neue Krise, Rezession oder Stagnation legen. Wir haben die Entwicklung   einer Kette von Krisen gesehen. Diese dauert noch an. Der Beginn der   Krise vor drei Jahren hat einen tiefen ideologischen R&#252;ckschlag f&#252;r den   Kapitalismus bedeutet. Das hat die herrschende Klasse dazu gezwungen,   mit Notfallma&#223;nahmen zu reagieren, die einen &#8222;staatskapitalistischen&#8220;   Charakter hatten. Der Staat war gezwungen in den &#8222;freien Markt&#8220; zu   intervenieren, um ihn zu retten. Das ist eine v&#246;llig andere   Herangehensweise als in der Nachkriegsordnung und der Entwicklung der   &#8222;gemischten Wirtschaft&#8220; nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals musste die   Bourgeoisie f&#252;r eine ganze Periode lang akzeptieren dass der Staat einen   signifikanten Anteil an der Wirtschaft hielt, wenn auch einen   Minderheitsanteil, und in die Wirtschaft intervenierte. Das ganze in   Verbindung mit radikalen und wichtigen sozialen Reformen. Im Gegensatz   dazu sind die staatlichen Interventionen und Verstaatlichungen heute von   einem kurzfristigen Charakter. Sie sind unmittelbare Versuche einen   drohenden Zusammenbruch zu verhindern und gefolgt von rasch darauf   folgenden Vorst&#246;&#223;en f&#252;r Privatisierungen kombiniert mit brutalen   Gegen-Reformen und Angriffen auf den Lebensstandard der Arbeiterklasse.<\/p>\n<h4>  Die Krise der Euro-Zone<\/h4>\n<p>  Die wichtigste Entwicklung der Krise im Jahr 2010 in Europa war bisher   das Drama, das in Folge der Schuldenkrise in Griechenland ausgebrochen   ist. Internationale Folge ist eine tiefe Krise der Euro-Zone und der   EU-Staaten. Die Krise hat die nationalen Widerspr&#252;che zwischen   Deutschland und Griechenland bzw. auch Frankreich und anderen m&#228;chtigen   Staaten der EU deutlich zum Vorschein gebracht.<\/p>\n<p>  Das hat die relative Schw&#228;che des Euro ans Tageslicht gebracht und sein   k&#252;nftiges &#220;berleben in Frage gestellt. Die daraus folgenden   Unsicherheiten stellen einen ernsthaften R&#252;ckschlag f&#252;r die herrschenden   Klassen in Europa dar. Deutschland hat sich in Verteidigung der eigenen   nationalen Interessen schlicht geweigert, Griechenland zu retten. Die   harte Linie Merkels spiegelt die Angst des deutschen Imperialismus   wieder, dass mit einer Rettung von Griechenland ein Pr&#228;zedenzfall   geschaffen f&#252;r die Rettung von anderen L&#228;ndern w&#252;rde, die von der Krise   gesch&#252;ttelt sind, zum BeispielSpanien, Portugal und andere. Eine neue   deutsche Beharrlichkeit zum Ausdruck bringend drohte Merkel L&#228;nder, die   von der Krise erfasst werden, aus der Euro-Zone werfen zu lassen. Das   spiegelt die Tiefe der Krise wieder, in der sich die herrschenden   Klassen in Europa befinden. Andererseits &#8211; wenn Griechenland einfach die   Nichterf&#252;llung der Vorgaben erlaubt worden w&#228;re, h&#228;tte das nicht nur   eine tiefe politische Krise ausl&#246;sen k&#246;nnen, sondern einen weiteren   Sturm in der Finanzwelt.<\/p>\n<p>  Die Reaktion der anderen europ&#228;ischen M&#228;chte, insbesondere von   Frankreich, und die Konflikte zwischen ihnen haben die griechische Krise   zu einer europ&#228;ischen gemacht und massiven Druck auf Deutschland   ausge&#252;bt, seine Position zu ver&#228;ndern. Die Entscheidung den IWF in die   Rettungspl&#228;ne von Griechenland mit einzubeziehen war ein Schlag f&#252;r das   Prestige der Bourgeoisien der Euro-Zone und der EZB. Denn eines der   urspr&#252;nglichen Konzepte hinter der Etablierung des Euro und der EZB war   es eine Gegengewicht zum US-Imperialismus und dem IWF zu schaffen. Die   j&#252;ngsten Entwicklungen sind weit entfernt von den ruhigen Tagen des   triumphierenden europ&#228;ischen Kapitalismus, als der Euro ins Leben   gerufen wurde. Dies ging einher mit hohen Erwartungen in   wirtschaftliches Wachstum, einen starken Euro und eine gleichm&#228;&#223;ige   Entwicklung zu einer immer st&#228;rkeren europ&#228;ischen Integration. Manche   haben damals argumentiert, dieser Prozess w&#252;rde zu einer &#220;berwindung der   nationalen Widerspr&#252;che in Europa und der b&#252;rgerlichen Nationalstaaten   in der EU f&#252;hren.<\/p>\n<p>  Wir haben damals gegen diese Luftschl&#246;sser argumentiert und diese sind   nun, wie das CWI erwartet hat, durch das scharfe Anwachsen der   nationalen Spannungen im Zuge der Krise eingest&#252;rzt. Damit sind die   Hindernisse f&#252;r eine wirkliche europ&#228;ische Integration und das Scheitern   der &#220;berwindung der Grenzen der Nationalstaaten und der nationalen   Interessen der herrschenden Klasse jedes Landes offensichtlich geworden.   Die europ&#228;ische Integration ist in dieser Periode nun wahrscheinlich an   ihre Grenzen gesto&#223;en, stagniert und wird sich sogar zur&#252;ck entwickeln.<\/p>\n<p>  Die Krise des Euro bedeutet aber nicht, dass dieser einfach von der   herrschenden Klasse abgeschafft wird. Es ist wahrscheinlicher, dass in   der kommenden Krise einige L&#228;nder das enge Korsett, das der Euro den   nationalen Regierungen auferlegt, verlassen. Das Ausma&#223;, in dem das   deutsche Festhalten an der Verteidigung der eigenen Interessen die   nationalen Widerspr&#252;che verst&#228;rkt hat, wurde deutlich, als Vergleiche   mit der Rolle des deutschen Imperialismus in Griechenland w&#228;hrend des   Zweiten Weltkrieges laut wurden. Das wurde von Sarkozy aufgegriffen der,   wie Le Monde berichtet, zu einem Freund gesagt hat, dass &#8222;er sich nicht   ge&#228;ndert hat&#8220; (der deutsche Imperialismus). Dieser Konflikt zwischen   franz&#246;sischen und deutschen Interessen stellte eine Abkehr von der   vergangenen Periode dar, als Frankreich und Deutschland tendenziell und   vor allem in der EU als Verb&#252;ndete auftraten. Der franz&#246;sische   Imperialismus ist nun in einer heiklen Situation. Frankreich will   eigentlich verhindern, sich mit dem britischen oder dem US-Imperialismus   zu verb&#252;nden. Der deutsche Kapitalismus konnte die Wechselkurse zu   seinem Vorteil nutzen. Der deutsche Imperialismus konnte letztlich seine   Macht nutzen, um ein unwilliges Frankreich letztlich zu zwingen seine   Position zu akzeptieren. Deutschland ist trotz seines Wachstums bei den   Exporten, der Motor f&#252;r das europ&#228;ische Wachstum. Aber es versucht im   Angesicht der Krise den Rest von Europa auf Di&#228;t zu setzen und fordert   dass vor allem die schw&#228;cheren europ&#228;ischen &#214;konomien drastische   K&#252;rzungspakete umsetzen.<\/p>\n<p>  Von Seiten der herrschenden Klasse in Deutschland ist eine w&#252;tende   Kampagne gegen &#8222;die Griechen&#8220; losgetreten worden. Das zeigt dass, wie   wir gesagt haben, im Verlauf der Krise die nationalistischen Stimmungen   sich entwickeln und durch die herrschenden Klassen von Europa gef&#246;rdert   werden k&#246;nnen. Es ist wichtig, dass wir dagegen halten und den Kampf f&#252;r   Arbeitereinheit f&#252;hren. Die europ&#228;ischen Sektionen sollten Kampagnen   beginnen um die Idee der Notwendigkeit des gemeinsamen Kampfes aller   europ&#228;ischen ArbeiterInnen gegen K&#252;rzungen und Angriffe zu st&#228;rken. Auch   wenn die Forderung nach einem europaweiten 24-st&#252;ndigen Generalstreik   noch zu fr&#252;h sein mag, sollten wir die Idee von europaweiten Protesten   gegen K&#252;rzungen und Angriffe auf den Lebensstandard der Arbeiterklasse   energisch aufnehmen.<\/p>\n<p>  Die Krise hat auch verheerende Folgen f&#252;r Osteuropa. Die hohen   Erwartungen in Folge der kapitalistischen Restauration haben sich f&#252;r   die Massen nicht materialisiert. Der katastrophale Zusammenbruch der   &#214;konomien in L&#228;ndern wie Litauen, Lettland und Estland ist vergleichbar   mit der Gro&#223;en Depression in den 1930er Jahren. Ungarn steht nur wenig   besser da. Obwohl Polen die Ausnahme zu sein scheint, wird die gesamte   Verschuldung der &#246;ffentlichen Hand n&#228;chstes Jahr die Marke von 55   Prozent des BIP &#252;berschreiten und bald 60 Prozent erreichen. Das   bedeutet K&#252;rzungen und Angriffe auf die Arbeiterklasse. Dazu kommt noch   die Katastrophe, die gerade in Russland beginnt. Die Arbeitslosigkeit   ist heute wahrscheinlich h&#246;her als 1994, als die Produktion nach dem   Zusammenbruch der UdSSR v&#246;llig kollabierte. Es treten nun Spaltungen im   Regime auf und eine soziale Explosion ist nun in relativ kurzer Zeit   eine m&#246;gliche Perspektive.<\/p>\n<p>  Das Auftreten nationaler Widerspr&#252;che innerhalb von Europa im Verlauf   der Krise zeigt sich auch im Wiederaufbrechen der nationalen Frage und   der nationalen Spannungen innerhalb von einigen L&#228;ndern wie Spanien und   Belgien. In Nordirland zeigt sich die Unm&#246;glichkeit, die nationale Frage   im Rahmen des Kapitalismus zu l&#246;sen in einer Zunahme von   religi&#246;s-sektiererischen Konflikten in den Gemeinden, w&#228;hrend der   &#8222;Friedensprozess&#8220; an der Spitze fortgesetzt wird. Da die Krise Spanien   extrem hart trifft hat sich sehr rasch eine Welle von Klassenk&#228;mpfen der   Arbeiterklasse entwickelt. Gleichzeitig gab es aber auch ein Anwachsen   von regionalen und im speziellen von nationalen Stimmungen vor allem im   Baskenland, in Katalonien und anderen Regionen. 40 Prozent der   Staatsausgaben wird von den verschiedenen Regionen und Provinzen   verwaltet. Das kann auch zu einem zentralen Punkt f&#252;r Konflikte mit der   Bundesregierung werden. Das CWI verteidigt die nationalen Rechte der   verschiedenen Bev&#246;lkerungsgruppen in Spanien, aber wir k&#228;mpfen   gleichzeitig f&#252;r eine sozialistische F&#246;deration und f&#252;r eine geeinte   Arbeiterklasse im ganzen spanischen Staat.<\/p>\n<h4>  Griechenland, die &#8216;PIGS&#8217; und &#8216;STUPIID&#8217;<\/h4>\n<p>  Die Gefahr der Zahlungsunf&#228;higkeit Griechenlands bringt Elemente in den   1980ern in Lateinamerika bestehenden Situation nach Europa &#8211; inklusive   der Forderung, die die Sektion des CWI in Griechenland nach   Nicht-Bezahlung der Schulden aufstellt. Von besonderer Bedeutung und   Relevanz ist die Krise in Griechenland deshalb, weil sie eine   Vorwegnahme der noch viel gr&#246;&#223;eren Krise ist, die in Portugal und vor   allem in Spanien vor dem Ausbruch steht. Mit einer Arbeitslosigkeit von   fast 20 Prozent und einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 40 Prozent   in Spanien steht eine soziale Revolte bevor, deren Ausma&#223; mindestens den   Ereignissen von Griechenland entsprechen wird. Die Auswirkungen und die   Tiefe der Krise waren international und in Europa nicht einheitlich. Im   Allgemeinen konnte bis jetzt eine Depression vermieden werden. Aber   Spanien, Portugal, Irland und Griechenland wurden von der Tiefe der   Krise ersch&#252;ttert. Dort gibt es manche Elemente einer Depression   vergleichbar mit den 1930er Jahren. In Irland schrumpft die Wirtschaft   weiter. Diese L&#228;nder &#8211; bisher zusammengefasst unter dem absch&#228;tzigen   Abk&#252;rzung PIGS (englisch: Schweine, Anm.) werden nun zu &#8222;STUPIID&#8220; &#8211;   Spanien, T&#252;rkei, UK (Britannien), Portugal, Irland, Island und Dubai   (stupid = englisches Wort f&#252;r dumm, Anm.)!<\/p>\n<h4>  Soziale und politische Konsequenzen<\/h4>\n<p>  F&#252;r das CWI und seine Sektionen sind die politischen und sozialen   Konsequenzen und deren Auswirkungen auf den Klassenkampf entscheidende   Folgen der Krise. Die Fragen von Perspektiven und Aufgaben waren niemals   derartig eng miteinander verflochten. Die vollst&#228;ndige Wirkung der Krise   auf den Klassenkampf im allgemeinen liegen noch vor uns. Und dennoch   sind bereits wichtige Massenbewegungen in einigen europ&#228;ischen L&#228;ndern   ausgebrochen &#8211; im besonderen in Griechenland, Spanien und Portugal. Auch   in anderen L&#228;ndern w&#228;ren die K&#228;mpfe der Arbeiterklasse viel weiter   gegangen &#8211; aber die feige Rolle der Gewerkschaftsf&#252;hrung hat das   verhindert. Die Politik der Gewerkschaftsf&#252;hrung spiegelt die Interessen   und den Druck der UnternehmerInnen wieder, statt f&#252;r die Verteidigung   der Arbeiterklasse zu k&#228;mpfen. Hinzu kommt noch die zentrale Frage des   gegenw&#228;rtig beschr&#228;nkten politischen Bewusstseins der Arbeiterklasse,   das in der vergangenen Periode zur&#252;ckgeworfen wurde, sowie das Fehlen   einer m&#228;chtigen, k&#228;mpferischen politischen sozialistischen Alternative.   Die offizielle F&#252;hrung der ArbeiterInnenbewegung hat dabei versagt, eine   echte sozialistische Alternative anzubieten und das hat die Entwicklung   des politischen Bewusstseins von ArbeiterInnen und Jugendlichen   behindert. Diese Schw&#228;chen f&#252;hren dazu, dass die Krise einen komplexen   und langwierigen Charakter haben wird. Aber trotz all dem haben bereits   in einigen L&#228;ndern massive soziale Explosionen stattgefunden und werden   sich in ganz Europa entwickeln. Die Bewegungen, die es bisher gegeben   hat sind nur eine Vorahnung auf das, was noch kommen wird. Streiks und   politische K&#228;mpfe werden sich entwickeln die es den Sektionen des CWI in   Europa erm&#246;glichen werden, in raschen Spr&#252;ngen die Mitgliedschaft und   den Einfluss auszubauen &#8211; wenn wir mit den richtigen Slogans, der   richtigen Taktik und einer allgemeinen Erkl&#228;rung sozialistischer   Propaganda intervenieren. Das wird kein geradliniger Prozess sein &#8211;   weder automatisch, noch unkompliziert. Der Rhythmus des Kampfes und die   Entwicklung des politischen Bewusstseins werden von Land zu Land   unterschiedlich verlaufen.<\/p>\n<p>  Zu der wirtschaftlichen und politischen Krise kommt noch die Umweltkrise   und die globale Erw&#228;rmung hinzu. Die Stellungnahme, die vom letzten   Treffen des Internationalen Exekutivkomitee verabschiedet wurde ist nach   wie vor g&#252;ltig. Die Konsequenzen der globalen Erw&#228;rmung m&#252;ssen in   unseren wirtschaftlichen und politischen Perspektiven ber&#252;cksichtigt   werden. Die globale Erw&#228;rmung wird auch innerhalb der Arbeiterklasse   zunehmend ein Thema weil vor allem ArbeiterInnen und arme Menschen die   Folge zu sp&#252;ren bekommen. Das gilt auch f&#252;r Europa. Die Bewegungen in   Spanien, die rund um die Frage der Wasserversorgung in Andalusien   stattgefunden haben, zeigen das. Ein Teil der Bourgeoisie hat die neuen   &#8220;&#214;ko-Industrien&#8221; als vermeintliche L&#246;sung f&#252;r die Krise skizziert. Aber   es ist sehr unwahrscheinlich, dass sie einen raschen, kurzfristigen Weg   zur wirtschaftlichen Erholung er&#246;ffnen oder neue M&#228;rkte schaffen werden,   wo die Bourgeoisie ihre Produkte verkaufen kann.<\/p>\n<h4>  Klassenk&#228;mpfe, Streiks und die Gewerkschaften<\/h4>\n<p>  Obwohl das politische Bewusstsein bei gro&#223;en Teilen der Arbeiterklasse   und der Jugendlichen zur&#252;ckgeworfen ist, w&#228;re es falsch, die tiefe   Verbitterung und Wut zu untersch&#228;tzen, die es schon jetzt gibt. Das   spiegelt sich aber im wesentlichen nicht in den offiziellen   Gewerkschaften bzw. ihren Strukturen wieder.<\/p>\n<p>  In vielen L&#228;ndern haben bereits wichtige Streiks und Klassenk&#228;mpfe als   Antwort auf die Krise und die Angriffe auf die Arbeiterklasse   stattgefunden. Meistens haben sie einen defensiven Charakter gehabt,   waren Verteidigungsk&#228;mpfe. In der ersten H&#228;lfte des Jahres 2009 gab es   in Irland eine Reihe von wichtigen Streiks und Arbeiterprotesten. Der   Streik im &#214;ffentlichen Dienst und drei riesige Generalstreiks in   Griechenland haben sehr deutlich illustriert, dass die Arbeiterklasse   k&#228;mpfen muss und auch dazu bereit ist, wenn sie sich derartigen   dramatischen Angriffen gegen&#252;ber sieht. Der Streik im &#214;ffentlichen   Dienst in Portugal und die Drohung eines Generalstreiks zeigen die   Verzweiflung, die viele ArbeiterInnen angesichts der Situation erfasst.   Die Massendemonstrationen in Spanien und die von &#252;berw&#228;ltigenden Teilen   der ArbeiterInnen vorgebrachte Forderungen nach einem Generalstreik   haben nicht nur die herrschende Klasse in Spanien, sondern in ganz   Europa in Angst und Schrecken versetzt. Und obwohl die T&#252;rkei   geografisch nicht vollst&#228;ndig ein Teil von Europa ist, so wird sie doch   sozial und politisch immer mehr ein Teil der Diskussion in Europa. Der   gewaltige Streik der bei Tekel stattgefunden hat zeigt eine wichtige   Ver&#228;nderung der Situation an.<\/p>\n<p>  Spanien, das eine viel gr&#246;&#223;ere Wirtschaft hat und eine viel m&#228;chtigere   Arbeiterklasse hat als Griechenland, kann in der n&#228;chsten Periode in den   Mittelpunkt der Krise in Europa gesto&#223;en werden. Die Angst vor einer   solchen Explosion hat die Regierung dazu gezwungen, einige ihrer   Vorschl&#228;ge, wie die Anhebung des Renteneintrittsalters, die die Massen   emp&#246;rt haben, zur&#252;ck zu ziehen. Am H&#246;hepunkt der Krise in Griechenland   gab es auch Elemente einer vorrevolution&#228;ren Situation. Die wichtigsten   Hindernisse aber waren das Versagen der offiziellen F&#252;hrung der   ArbeiterInnen eine Alternative anzubieten, das niedrige politische   Bewusstsein und die fehlenden Organisationen sowie die Schw&#228;che von   Basisstrukturen. Aber die Massen sind wesentlich radikaler und linker   als ihre F&#252;hrung. Solche Entwicklungen k&#246;nnen in einer Reihe von   europ&#228;ischen L&#228;ndern losbrechen und k&#246;nnen auch weiter gehen als in   Griechenland zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt. Das gilt ganz besonders f&#252;r   S&#252;deuropa. Die Ereignisse in Griechenland haben Elemente einer   vorrevolution&#228;ren Situation ans Tageslicht gebracht die sich in dieser   neuen &#196;ra in einer Reihe von europ&#228;ischen L&#228;ndern in den kommenden   Monaten und Jahren entwickeln kann. Diese Periode wird gerade wegen des   Fehlens von Massenorganisationen der Arbeiterklasse komplexer sein und   sich l&#228;nger hinziehen.<\/p>\n<p>  Nach einer Reihe von Klassenk&#228;mpfen im letzten Jahr in Gro&#223;britannien,   bei Lindsey, Linamar, Vestas und bei den PostlerInnen, gab es 2010   bereits eine Serie von landesweiten Streiks von ArbeiterInnen bei   British Airways, bei Bundesbediensteten und ev. auch bei den   EisenbahnerInnen. Diese weisen auf eine neue Lage hin. Auch in   Frankreich wurde f&#252;r den 23. M&#228;rz zu einem landesweiten Streik   aufgerufen. In Belgien haben einige von unten initiierte Streiks   stattgefunden.<\/p>\n<p>  All diese Bewegungen und noch andere haben trotz der Rolle der   Gewerkschaftsf&#252;hrung stattgefunden, die Angst vor der Krise hat und eher   versucht, sich als Schiedsrichter aufzuspielen als die Arbeiterklasse   und ihre Interessen zu verteidigen. In Frankreich, Deutschland, Italien,   Irland, Spanien und Schweden haben sie &#8211; statt die Regierung zu   bek&#228;mpfen &#8211; versucht, wieder einen &#8220;sozialen Dialog&#8221; und &#8220;soziale   Vertr&#228;ge&#8221;zu etablieren anstatt zu landesweiten Aktionen aufzurufen. Sie   haben sich f&#252;r Lohnk&#252;rzungen eingesetzt um Arbeitslosigkeit hinaus zu   schieben und haben als &#8220;Schiedsrichter&#8221; zwischen den Unternehmen und der   Regierung einerseits und der Arbeiterklasse andererseits agiert. Und   selbst wenn die Gewerkschaftsf&#252;hrung zu Protestaktionen aufgerufen hat,   dann im wesentlichen mit dem Ziel, Dampf abzulassen und nicht mit dem   Ziel einen wirklich Kampf zu f&#252;hren. Aber die Bereitschaft vieler   ArbeiterInnen zu k&#228;mpfen hat sich zum Beispiel bei einer Abstimmung bei   der CPSU (Gewerkschaft &#214;ffentlicher Dienst) in Irland gezeigt, als 83   Prozent f&#252;r Kampfma&#223;nahmen stimmten. Auch bei den Besch&#228;ftigten von   British Airway waren die Abstimmungsergebnisse &#228;hnlich hoch.<\/p>\n<h4>  Der Generalstreik<\/h4>\n<p>  In Italien war die CGIL trotz einer wachsenden Welle von Opposition zu   Berlusconi die unter anderem zu Massendemonstrationen in Rom und Mailand   gef&#252;hrt hat, nur bereit, einen Generalstreik in der L&#228;nge von vier   Stunden auszurufen. Wie wir schon fr&#252;her bemerkt haben ist die Frage des   Generalstreiks nun in ganz Europa tats&#228;chlich ein Thema. Wir m&#252;ssen   sicher stellen, dass diese Frage Teil unserer Propaganda ist und, wo es   passt, einer unserer zentralen Slogans werden sollte. In L&#228;ndern wie   Griechenland, wo es schon eine Serie von Generalstreiks gegeben hat, die   aber nicht mit einem klaren Programm f&#252;r Aktionen und politische   Alternativen verbunden waren, m&#252;ssen wir weiter gehen und f&#252;r einen   24-st&#252;ndigen oder 48-st&#252;ndigen Generalstreik aufrufen. Und wenn das die   Regierung nicht zum R&#252;ckzug zwingt, dann m&#252;ssen noch bestimmtere und   l&#228;nger dauernde Aktionen &#8211; wie ein unbefristeter Generalstreik &#8211; in die   Bewegung getragen werden.<\/p>\n<p>  Die Frage eines Generalstreiks ist heute eine wichtige Frage f&#252;r die   Arbeiterklasse und das CWI in den meisten L&#228;ndern in Europa. Die Frage   eines Generalstreiks ist nun &#8211; in der einen oder anderen Form &#8211; objektiv   in den meisten europ&#228;ischen L&#228;ndern ein Thema. Sie ist Teil unseres   Programms. Zu unterschiedlichen Zeiten, abh&#228;ngig von der konkreten   Situation, m&#252;ssen wir den Generalstreik als einen unserer wichtigsten   Slogans und Propagandapunkte nach vorne stellen. Aber die Sache ist   heute, wegen des Charakters der Gewerkschaftsf&#252;hrung und des   beschr&#228;nkten politischen Bewusstseins der Arbeiterklasse komplexer. Die   Generalstreiks, oder auch branchenweiten oder regionalen Generalstreiks   die in der vergangenen Periode stattgefunden haben, haben vor allem die   Rolle von Protestaktionen gehabt und sind eher zu vergleichen mit den   Protest-Generalstreiks die in einigen europ&#228;ischen L&#228;ndern vor dem   Ersten Weltkrieg stattgefunden haben. Ein unbefristeter Generalstreik   wird letztlich die Machtfrage stellen. Aber zum gegenw&#228;rtigen Zeitpunkt   hinkt das politische Bewusstsein der Arbeiterklasse hinter den   anstehenden Aufgaben her. Die Forderung nach weitergehenden Aktionen,   zum Beispiel von l&#228;ngerer Dauer als 24 oder 48 Stunden, zusammen mit dem   Aufbau von gew&#228;hlten Aktionskomitees und die Frage einer   KKE\/SYRIZA-Regierung mit einem sozialistischen Programm wurden von den   GenossInnen in Griechenland aufgestellt. Das m&#252;ssen wir auch in den   anderen L&#228;ndern entwickeln, wo es angemessen ist.<\/p>\n<p>  Die spezifischen, konkreten Vorschl&#228;ge, die wir in Arbeitsk&#228;mpfe machen   &#8211; wie sie konkret organisiert werden k&#246;nnen, welche Aktionen gesetzt   werden k&#246;nnen &#8211; ist in dieser Periode besonders wichtig, weil die neue   Generation von ArbeiterInnen keine oder kaum Erfahrung in K&#228;mpfen hat.   Die richtigen Vorschl&#228;ge zum richtigen Zeitpunkt f&#252;r Aktionen und   Initiativen k&#246;nnen unsere Autorit&#228;t und unsere Verankerung enorm   steigern und uns von manchen ultra-linken oder sektiererischen Gruppen   unterscheiden.<\/p>\n<p>  Es ist besonders wichtig die Balance zu finden zwischen unserer   Intervention in die offiziellen Gewerkschaftsstrukturen einerseits und   andererseits in passenden Situationen die Bildung von inoffiziellen   demokratisch gew&#228;hlten Aktionskomitees au&#223;erhalb der offiziellen   Strukturen vorzuschlagen. Der R&#252;ckgang in der Anzahl von   Gewerkschaftsmitgliedern in ganz Europa und insbesondere unter jungen   ArbeiterInnen sowie die Rolle der Gewerkschaftsb&#252;rokratie machen das   besonders wichtig. Auch die Tatsache, dass immer mehr junge   ArbeiterInnen nur prek&#228;re Jobs und Zeitvertr&#228;ge haben ist ein Thema,   dass wir ansprechen m&#252;ssen.<\/p>\n<p>  Die wichtigen Arbeitsk&#228;mpfe, die bereits stattgefunden haben stellen nur   die erste Welle der Reaktion auf die Folgen der Krise dar. Es hat auch   verschiedenen Phasen in der Entwicklung des politischen Bewusstseins und   der Sichtweise von ArbeiterInnen gegeben. Urspr&#252;nglich ist es bei vielen   zu einer gewissen Radikalisierung gekommen. Aber nach dem Ausbrechen des   &#196;rgers, einer Stimmung gegen die Banker, die Reichen hat es in manchen   L&#228;ndern &#8211; inklusive einer Zeit lang in Griechenland und Irland &#8211; auch   l&#228;hmende Effekte in Folge der H&#228;rte und Tiefe der Folgen der Krise   gegeben. &#8220;Was k&#246;nnen wir tun, als zu akzeptieren, den G&#252;rtel etwas enger   zu schnallen?&#8221; Manche hatten trotz allem noch die Hoffnung, dass die   Krise und ihre Konsequenzen nur kurz und vor&#252;bergehend sein w&#252;rden. Das   war gefolgt von Erwartungen, dass die Konjunkturpakete die Probleme   l&#246;sen w&#252;rden und dann &#8220;das Leben wieder zur Normalit&#228;t zur&#252;ckkehren&#8221;   w&#252;rde.<\/p>\n<p>  In Irland hat die feige Rolle der Gewerkschaftsf&#252;hrung die Probleme des   politischen Bewusstseins und des Selbstvertrauens der Arbeiterklasse   noch verst&#228;rkt. Nach mehr als zwanzig Jahren von Wirtschaftswachstum   sieht sich die Arbeiterklasse nun einem wirtschaftlichen Tsunami   gegen&#252;ber. Bisher wurde eine Bewegung von unten dadurch verhindert, dass   es ein bitteres, z&#246;gerndes Akzeptieren der &#8220;Unausweichlichkeit&#8221; und   &#8220;Alternativlosigkeit&#8221; von K&#252;rzungen angesichts des wirtschaftlichen   Zusammenbruchs, gegeben hat , was in Kombination mit dem Fehlen einer   Massenalternative wirkt. Nat&#252;rlich versuchen wir dem entgegen zu wirken,   aber unsere Stimme ist noch zu schwach, um die Sichtweise der Massen zu   ver&#228;ndern. Aber dass kann sich rasch &#228;ndern und den Weg freimachen f&#252;r   eine massive soziale Explosion.<\/p>\n<p>  Es ist wichtig dass wir solche Stimmungen verstehen, und sie in unserer   Propaganda, in unseren Analysen und Perspektiven aufgreifen und   ansprechen. Gleichzeitig m&#252;ssen wir aber auch verstehen, dass solche   Stimmungen von widerwillger Akzeptanz vor&#252;bergehend sind und sich sehr   rasch und sehr radikal ver&#228;ndern k&#246;nnen. Manchmal kann so eine   Ver&#228;nderung der Stimmung als Folge eines relativ kleinen Angriffes   kommen, der einer Serie von h&#228;rteren Angriffen folgt.<\/p>\n<h4>  Das Fehlen einer starken sozialistischen Alternative und die   Konsequenzen daraus<\/h4>\n<p>  Das Fehlen einer klar umrissenen und m&#228;chtigen sozialistischen   Alternative und eines solchen Bewusstseins ist in der gegenw&#228;rtigen   Situation das wesentliche Hindernis zur Mobilisierung der Massen f&#252;r   eine sozialistische Ver&#228;nderung. Die Bourgeosie kann sich gl&#252;cklich   sch&#228;tzen, dass sie zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mit einflussreichen   und in der Arbeiterklasse verankerten links-reformistischen oder   zentristischen Kr&#228;ften, wie es sie in der Vergangenheit gegeben hat,   zusammenst&#246;&#223;t. Das Fehlen einer sozialistischen Massenalternative findet   auch in der wachsenden Wahlenthaltung in vielen europ&#228;ischen L&#228;ndern   ihren Niederschlag.<\/p>\n<p>  Kaum eine Regierung in Europa kann heute als stabil bezeichnet werden.   Die Instabilit&#228;t der Situation zeigt sich sogar innerhalb der Regierung   von Merkel wo es offene Konflikte zwischen MinisterInnen von CDU, CSU   und FDP gibt. In Italien sind &#8211; trotz der j&#252;ngsten Regionalwahlen &#8211; das   Wiederaufleben der Opposition gegen Berlusconi und seine sinkenden   Umfragewerte Anzeichen daf&#252;r. Das gilt auch, obwohl der erwartete   Zusammenbruch der Mitte-Rechts-Kr&#228;fte bei den Regionalwahlen nicht   stattgefunden hat. Die herrschende Klasse in Italien ist offensichtlich   wegen Berlusconi besorgt. In den meisten L&#228;ndern h&#228;tte eine starke linke   Kraft, wenn sie existieren w&#252;rde, die herrschenden Regierungen und   Parteien aus dem Amt gejagt. Aber vor diesem Hintergrund ist die   typische Reaktion in vielen L&#228;ndern in Europa die Unterst&#252;tzung des   jeweiligen &#8222;kleineren &#220;bels&#8220;. Wie haben schon im Dokument, das auf dem   letzten IEK verabschiedet wurde darauf hingewiesen, dass sichdas eine   Zeit lang in Griechenland abgespielt und zur Wiederwahl der PASOK   gef&#252;hrt hat. Auch die j&#252;ngsten Wahlen in Frankreich haben das deutlich   gemacht, wo die Sozialistische Partei ein relatives Stimmenwachstum   verzeichnen konnte. In Irland zeigt sich das in der St&#228;rkung der Irish   Labour Party in den Umfragen. Sogar in Gro&#223;britannien k&#246;nnte nach 13   Jahren Labour an der Macht die Angst vor einer neuen Tory-Regierung dazu   f&#252;hren, dass Brown ein besseres Ergebnis einf&#228;hrt, als noch vor einigen   Monaten zu erwarten war. Das k&#246;nnte sogar zu einer Labour   Minderheitsregierung mit einer inoffiziellen &#8222;Koalition&#8220; bzw.   Unterst&#252;tzung durch die Liberalen f&#252;hren. Eine Minderheitsregierung der   Tories ist zwar auch eine M&#246;glichkeit, aber die soziale Situation ist   derart explosiv, dass eine solche Regierung eine sehr kurze Lebenszeit   haben k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Ein prozentuales Wachstum bei Wahlen f&#252;r fr&#252;here sozialdemokratische   Parteien in einigen L&#228;ndern finden aber auf einer g&#228;nzlich anderen   Grundlage statt, als in der Vergangenheit. Sie haben weit schw&#228;chere   soziale Verankerung und es gibt kaum Erwartungen in sie. Auch wenn diese   Parteien auf der Wahlebene gest&#228;rkt werden, hat sich das nicht in einer   Zunahme der aktiven Mitgliedschaft aus den Reihen der Arbeiterklasse   wieder gespiegelt. Eine der auff&#228;lligsten Charakteristika dieser Periode   ist die Unbest&#228;ndigkeit. Es kann extrem rasche Ver&#228;nderungen in der   Stimmung geben, wo die wachsende Wahlunterst&#252;tzung pl&#246;tzlich verdampft   und sich in bittere GegnerInnenschaft umwandelt.<\/p>\n<p>  Sehr deutlich hat sich das in Island gezeigt, wo zuerst eine Koalition   aus sozialdemokratischer Partei und der links-gr&#252;nen Allianz gew&#228;hlt   wurde. Aber innerhalb weniger Monate waren die Hoffnungen und   Illusionen, die in diese Regierung existiert hatten &#8211; die erste   sozialdemokratische Regierung in Island &#252;berhaupt &#8211; zerschlagen. Die   Vorschl&#228;ge der Regierung, die Auflagen der britischen Regierung zur   Schuldenr&#252;ckzahlung zu akzeptieren, stie&#223; auf grimmige Opposition. Sogar   der Pr&#228;sident musste auf diese Stimmung reagieren und weigerte sich die   vom Parlament beschlossene Vereinbarung zu unterzeichnen. Das hat den   Weg geebnet f&#252;r das Referendum bei dem 93 Prozent den Deal   zur&#252;ckgewiesen haben.<\/p>\n<h4>  Neue linke Parteien und B&#252;ndnisse<\/h4>\n<p>  Allgemein kann gesagt werden, dass die existierenden neuen linken   B&#252;ndnisse\/Parteien nicht in der Lage sind, das Vakuum zu f&#252;llen und dass   ihre Zukunft unsicher und unklar ist. Angesichts der historischen Krise   des Kapitalismus sind sie im allgemeinen weiter nach rechts gegangen und   der ideologische Zusammenbruch hat sich fortgesetzt. Das ist zweifellos   einer der wesentlichen Gr&#252;nde daf&#252;r, dass diese neuen Parteien\/B&#252;ndnisse   sich in der letzten Periode nicht weiter entwickelt haben. Sowohl in   Frankreich als auch in Griechenland sind die NPA und SYRIZA von hohen   Umfragewerten zur&#252;ckgefallen, als die Krise sich versch&#228;rft hat. Die   j&#252;ngsten Wahlergebnisse der NPA (2,5 Prozent) und der niederl&#228;ndischen   Sozialistischen Partei stehen in scharfen Gegensatz zum enormen Wahlsieg   in Irland, den Joe Higgins in den Europ&#228;ischen Wahlen einfuhr.<\/p>\n<p>  Obwohl Die Linke in Deutschland in ihrem j&#252;ngsten Programmentwurf einen   verbalen Linksruck vollzogen hat, stagniert sie in den Umfragen bei ca.   elf Prozent. Die letzten Umfragen deuten aber darauf hin, dass es ihr   gelingen k&#246;nnte, in Nordrhein-Westfalen, dem gr&#246;&#223;ten deutschen   Bundesland, erstmals in den Landtag einzuziehen. Das wird als Erfolg   gesehen werden. Bis jetzt haben die neuen linken Parteien\/B&#252;ndnisse es   nicht geschafft, eine gr&#246;&#223;ere Anzahl von ArbeiterInnen als Mitglieder   und AktivistInnen zu gewinnen. Das spiegelt einige ihrer Fehler wieder:   sie bieten keine klare, konsequente sozialistische Alternative zur Krise   und die F&#252;hrung ist nicht in der Lage die Wahlkampfarbeit mit der   Beteiligung an den stattfindenden K&#228;mpfen von ArbeiterInnen und   Jugendlichen zu kombinieren. Es spiegelt aber auch eine allgemeine   &#8222;Anti-Parteien&#8220; Stimmung wieder, die es bei vielen ArbeiterInnen und   Jugendlichen gibt, die noch nicht sehen, warum sie aktiv werden und   einer politischen Partei beitreten sollten.<\/p>\n<p>  Diese Situation wird sich &#228;ndern, wenn ArbeiterInnen &#8211; durch ihre   eigenen Erfahrungen im Kampf, weil sich die Krise fortsetzt und mit der   Hilfe von SozialistInnen, insbesondere des CWIs &#8211; zum Schluss kommen,   dass es keine Alternative zum Aufbau ihrer eigenen politischen   Vertretung gibt. Das wird kein leichter oder geradliniger Prozess sein.   Es wird eine Serie von K&#228;mpfen brauchen bevor eine solche machtvolle   linke Kraft mit einer substantiellen Beteiligung von ArbeiterInnen in   irgendeinem europ&#228;ischen Land aufgebaut wird. Es ist noch offen, ob die   bereits existierenden Formationen sich in diese Richtung entwickeln   werden oder ob neue Organisationen entstehen. Doch es ist nach wie vor   wichtig, dass wir weiterhin in den Organisationen, die es gibt,   mitarbeiten und versuchen, ihnen ein politisch sch&#228;rferes Profil zu   geben, wie wir es in SYRIZA in Griechenland tun. Das Entstehen von   verschiedenen linken Gruppen innerhalb von SYRIZA stellt einen wichtigen   Schritt vorw&#228;rts dar und k&#246;nnte die Entwicklung von SYRIZA und einer   linken sozialistischen Massenpartei der griechischen Arbeiterklasse   zuspitzen. Wir m&#252;ssen in diesem Prozess mit vielen Drehungen und   Wendungen rechnen und darauf vorbereitet sein, unsere Taktik rasch   darauf auszurichten.<\/p>\n<p>  Es w&#228;re ein Fehler unseren Einfluss auf solche Entwicklungen, wie wir   ihn bereits in SYRIZA und der P-SOL (Brasilien) erreichen konnten, zu   untersch&#228;tzen,. Auch die gemeinsame Plattform die die Sektion in England   und Wales innerhalb der TUSC (linkes Wahlb&#252;ndnis f&#252;r die Wahlen 2010)   gemeinsam mit der RMT (Transportarbeitergewerkschaft) aufbaut ist von   gro&#223;er Bedeutung. Diese Zusammenarbeit ist unter anderem das Ergebnis   der konkreten Intervention der Sektion in verschiedene Arbeitsk&#228;mpfe.<\/p>\n<p>  Die Formation von neuen Parteien ist nicht das Ziel an sich, sondern ein   Instrument um die Rechte, Arbeitsbedingungen und den Lebensstandard der   Arbeiterklasse zu sch&#252;tzen und zu verbessern. Die Entwicklung der PRC in   Italien hat gezeigt: wenn es keine starken marxistischen Kr&#228;fte in   solchen Formationen gibt, die helfen, ihr Programm und ihre Taktik zu   sch&#228;rfen, kann es geschehen, dass die reformistischen oder sogar   zentristischen Elemente in ihnen durch ein falsches Programm, falsche   Taktik und falsche Methoden deren Basis untergraben und sie zerst&#246;ren.   Das gilt selbst, wenn sie starke Parteien mit der Beteiligung von   wichtigen Teilen der Arbeiterklasse und der Jugend sind. Wenn das   geschieht, kann die folgende Entt&#228;uschung den Aufbau einer neuen Kraft   noch weiter erschweren. Das zeigt sich sehr deutlich in Italien wo bei   den letzten Regionalwahlen die Stimmen des &#8222;Linken B&#252;ndnisses&#8220; von PRC,   PDCI (italienische KommunistInnen) und anderen Linken durchschnittlich   bei gerade mal 3 Prozent lagen. Die Fehler der PRC in Kombination mit   der Wirkungslosigkeit der Demokratischen Partei hat dazu gef&#252;hrt, dass   Ph&#228;nomene wie die &#8222;Lila&#8220; Bewegung entstehen k&#246;nnen. Wenn keine starken   sozialistischen linken ArbeiterInnenparteien aufgebaut werden, k&#246;nnen   auch in anderen L&#228;ndern &#228;hnlich verwirrte und konzeptionslose   Entwicklungen stattfinden.<\/p>\n<p>  Obwohl der Aufbau von neuen breiten ArbeiterInnenparteien eine wichtige   Aufgabe f&#252;r die Arbeiterklasse und auch uns selbst darstellt so ist das   Fehlen solcher Formationen kein Hindernis daf&#252;r, unsere eigenen Parteien   und Sektionen signifikant zu St&#228;rken. Nat&#252;rlich w&#252;rde sich eine gr&#246;&#223;ere   Schicht von ArbeiterInnen solchen neuen breiten Parteien anschlie&#223;en,   aber eine wichtige Schicht von ArbeiterInnen und Jugendlichen kann auch   direkt f&#252;r unsere Sektionen gewonnen werden, wenn wir korrekt arbeiten.<\/p>\n<p>  Eine der Fragen, die in Die Linke, SYRIZA, PRC, PSOL und der NPA   aufgekommen, ist ist jene von Koalitionen bzw. Allianzen mit ehemaligen   Sozialdemokratischen Parteien. Das ist eine wichtige Frage f&#252;r die   Arbeiterklasse und unsere Sektionen. Wir m&#252;ssen uns an diesen Debatten   beteiligen. Wir m&#252;ssen eine klare und grunds&#228;tzliche Position dazu   vertreten, aber unsere Position genau und feinf&#252;hlig erkl&#228;ren, da wir   die Illusionen, die in solche Koalitionen existieren, ber&#252;cksichtigen   m&#252;ssen. In der Vergangenheit wurde diese Frage von linken AktivistInnen   klarer verstanden als heute; das ist ein weiteres Anzeichen daf&#252;r, wie   das Bewusstsein in den 1990er Jahren nach dem Zusammenbruch der   stalinistischen Staaten zur&#252;ckgeworfen worden ist.<\/p>\n<h4>  Die extreme Rechte und Rassismus<\/h4>\n<p>  Das Fehlen einer linken Alternative hat in einigen L&#228;ndern zum Anwachsen   der extremen Rechten gef&#252;hrt. Das ist eine zentrale Frage f&#252;r die   Arbeiterklasse und das CWI. Das neuerliche Wachstum der FP&#214; in   &#214;sterreich, die M&#246;glichkeit eines guten Abschneidens der BNP bei den   kommenden Wahlen in Gro&#223;britannien, die Wiederauferstehung von Le Pen   bei den Regionalwahlen in Frankreich (er erhielt in den Regionen wo er   antrat durchschnittlich 17 Prozent) sowie die Erfolge der extremen   Rechten in den Niederlanden und Ungarn und das Wachstum der Lega Nord   bei den italienischen Wahlen zeigen die Gefahr deutlich auf. Eines der   Charakteristika der extremen Rechten in manchen L&#228;ndern ist eine   populistische &#8222;anti-kapitalistische&#8220; oder gegen die Reichen gerichteten   Propaganda. Dass muss von der ArbeiterInnenbewegung gekontert werden.   Das Wachstum der extremen Rechten spiegelt das Vakuum wieder, das   existiert. Die Auswirkungen der Krise f&#252;hren in einer negativen   reaktion&#228;ren Art zum Anwachsen von rassistischen, anti-migrantischen,   anti-islamischen Stimmungen bei manchen Schichten. Die Kr&#228;fte der   extremen Rechten und der Rechten setzen auf populistische rechte   Rhetorik um Wahlen zu gewinnen. Wir m&#252;ssen an der Spitze der   anti-rassistischen Aktivit&#228;ten sein, insbesondere in unserer   Jugendarbeit. Wir m&#252;ssen unser Programm und unsere Forderungen in Bezug   auf diese Frage entwickeln um Rassismus entgegen zu treten und f&#252;r die   Einheit der ArbeiterInnenklassse in einer solchen Art einzutreten, dass   wir in einen Dialog mit allen Teilen und Schichten der   ArbeiterInnenkasse treten k&#246;nnen.<\/p>\n<h4>  Radikalisierte Jugend<\/h4>\n<p>  Wenn wir verschiedene Teile der Arbeiterklasse ansprechen m&#252;ssen wir   auch immer die Stimmung ber&#252;cksichtigen, die sich in wichtigen Teilen   der Jugend in manchen europ&#228;ischen L&#228;ndern entwickelt. Die Angriffe auf   das Bildungswesen und das dramatische Ansteigen der   Jugendarbeitslosigkeit (lt. OECD sind 21 Prozent der Jugendlichen, die   arbeiten wollen, in der Eurozone arbeitslos) bilden eine explosive   Mischung. Die Bildungs-Bewegungen in Deutschland, &#214;sterreich und Spanien   sind eine Vorschau auf die K&#228;mpfe, die sich in der Mehrheit der   europ&#228;ischen L&#228;nder oder sogar europaweit entwickeln k&#246;nnen. Die   Angriffe in Folge des Bologna-Vertrages haben verheerende Folgen f&#252;r das   Bildungswesen und k&#246;nnen Proteste provozieren, die die bisherigen noch   in den Schatten stellen. In diesen K&#228;mpfen m&#252;ssen wir aufzeigen wie   wichtig es ist, dass diese und andere Mobilisierungen von Jugendlichen   sich an die Arbeiterklasse richten und wir m&#252;ssen die Notwendigkeit des   gemeinsamen Kampfes von ArbeiterInnen, Studierenden und Jugendlichen im   Allgemeinen betonen. Die Jugend ist die &#8222;leichte Kavallerie&#8220;, die erste   Welle der Proteste und eine Vorschau auf die viel m&#228;chtigeren Bewegungen   der Arbeiterklasse die ihnen oftmals folgen. Dennoch sind sie sehr   wichtig f&#252;r uns. Ein wichtiger Teil der Jugend lehnt die existierenden   Parteien, und in manchen L&#228;ndern das Establishment und das System als   ganzes, ab. Manche sind in einem st&#228;ndigen Kampf mit der Polizei und dem   Staatsapparat. Manche sind mehr und mehr von der Gesellschaft entfremdet.<\/p>\n<p>  Eine Schicht orientiert sich an anarchistischen Gruppen und Ideen. Wir   m&#252;ssen sicherstellen, dass wir einen Weg zu den Besten dieser   Jugendlichen finden und dass wir die Wut und Bitterkeit, die sie gegen   das System versp&#252;ren, aufgreifen. Wir &#252;bernehmen nicht einfach   ultra-linke Ideen und Methoden, aber wir m&#252;ssen sicherstellen, dass   unsere politische Herangehensweise an Jugendliche nicht zu vorsichtig   ist. Das Ausma&#223;, in dem Jugendliche angewidert und abgesto&#223;en vom System   sind, zeigt sich zum Beispiel in Griechenland in der Entstehung einiger   terroristischer Gruppen. Diese negative Reaktion mit allen ihren   Konsequenzen kann sich auch in anderen L&#228;ndern, auch in Nordeuropa,   entwickeln.<\/p>\n<p>  Die neue, durchaus g&#252;nstige Situation in Europa bedeutet neue   M&#246;glichkeiten f&#252;r unsere Interventionen und das Wachstum an Einfluss und   Mitgliedschaft. Das &#246;ffnet die Perspektive, unsere Kr&#228;fte zu st&#228;rken so   dass bedeutendere marxistische Organisationen im Rahmen des CWI und um   das CWI herum aufgebaut werden k&#246;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Resolution des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102,46],"tags":[257],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13675"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13675"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13675\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}