{"id":13636,"date":"2010-04-06T15:00:00","date_gmt":"2010-04-06T15:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13636"},"modified":"2010-04-06T15:00:00","modified_gmt":"2010-04-06T15:00:00","slug":"13636","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/04\/13636\/","title":{"rendered":"Krise, Marx und Widerstand: Sozialismustage 2010 erfolgreich"},"content":{"rendered":"<p>  300 TeilnehmerInnen diskutieren Aktualit&#228;t des Marxismus<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Zum zehnten Mal hatte die SAV am Osterwochenende zu den Sozialismustagen   nach Berlin eingeladen. Auf 25 verschiedenen Veranstaltungen   diskutierten 300 TeilnehmerInnen &#252;ber die verschiedensten Fragen der   kapitalistischen Krise und des sozialen Widerstands.<\/p>\n<p>  Eine Teilnehmerin aus Aachen meinte, dass dies die besten von allen   Sozialismustagen waren, weil die Themen- und Referentenauswahl so   spannend war. Nicht wenige &#8216;beschwerten&#8217; sich, dass Veranstaltungen   parallel stattfanden, so dass man nicht an allen teilnehmen konnte. Zum   guten Gelingen trugen auch die in diesem Jahr wieder angebotene   alternative Stadtrundfahrt durch das Berlin von Marx, Luxemburg und   Liebknecht (zu der es nun auch eine Brosch&#252;re gibt) und das erfolgreiche   Konzert mit den Stainless BonesTotally Stressed und Holger Burner am   Samstag Abend bei, an dem noch einmal einhundert zus&#228;tzliche   BesucherInnen teilnahmen.<\/p>\n<p>  Den Auftakt machten am Abend des Karfreitag internationale Redner aus   Spanien, Polen und der irische sozialistische   Europaparlamentsabgeordnete Joe Higgins, sowie der IG Metaller und   Aktive aus der Alternative-Betriebsgruppe bei Daimler in Berlin Matthias   Bender, der Landessprecher der Partei DIE LINKE in Bayer, Franc Zega,   und die SAV-Bundessprecherin Lucy Redler.<\/p>\n<p>  Die Kernaussagen dieser Veranstaltung waren deutlich: wir zahlen nicht   f&#252;r Eure Krise! Solidarit&#228;t mit der griechischen Arbeiterklasse im Kampf   gegen die K&#252;rzungspolitik und Internationalisierung des Widerstands   gegen das Abw&#228;lzen der Krisenkosten auf die arbeitende Bev&#246;lkerung.<\/p>\n<p>  Matthias Bender ging auf die Politik der Gewerkschaftsf&#252;hrung ein und   stellte am Beispiel des Berliner Daimler-Werks dar, wie diese Gegenwehr   bremst und deshalb der Aufbau kritisch-oppositioneller   Gewerkschaftergruppen n&#246;tig wird. Er bedankte sich bei der SAV f&#252;r die   Unterst&#252;tzung beim Aufbau der Alternative-Gruppe in Berlin und bei der   Herausgabe der gleichnamigen Betriebszeitung.<\/p>\n<p>  Lucy Redler rief zur Mobilisierung f&#252;r den Bildungsstreik und die   Sozialproteste im Juni auf und erkl&#228;rte die Notwendigkeit der Krise mit   einem sozialistischen Programm zu begegnen. Den Entwurf des   Grundsatzprogramms der Partei DIE LINKE kommentierend, betonte sie, dass   viele Aussagen des Entwurfs gegen die Kritik von der Parteirechten   verteidigt werden m&#252;ssen, der Text in seiner Gesamtheit jedoch kein   konsequentes und klares sozialistisches Programm darstellt und deshalb   auch von marxistischer Seite kritisiert und ver&#228;ndert geh&#246;rt. Vor allem   aber sagte sie unter gro&#223;em Applaus, dass der Programmentwurf, der   insgesamt einen Schritt nach Links im Vergleich zu den bisher geltenden   programmatischen Eckpunkten darstellt, nicht der realen Entwicklung der   Partei und ihrer Politik entspricht. Die Debatte um das Programm m&#252;sse   deshalb mit dem Kampf um einen Kurswechsel der Partei verbunden werden.<\/p>\n<p>  P&#252;nktlich zu den Sozialismustagen erschien die erste Ausgabe der   Jugendbeilage zur SAV-Zeitung &#8216;Solidarit&#228;t&#8217; mit dem Namen &#8216;.megafon&#8217;,   die unter den vielen jungen TeilnehmerInnen des Wochenendes gut ankam &#8211;   was sich nicht zuletzt darin ausdr&#252;ckte, dass Nico, der Lay-Outer der   &#8216;.megafon&#8217; bei seinem Redebeitrag auf der Abschlussveranstaltung am   Sonntag frenetischen Applaus erhielt.<\/p>\n<p>  Ebenso war das Buch der SAV &#8216;Iran: Freiheit durch Sozialismus&#8217; frisch   aus der Druckerei gekommen. Das Thema Iran wurde am Samstag Abend auf   einer spannenden Plenumsveranstaltung mit den iranischen AktivistInnen   Bijan Kiarsi aus K&#246;ln und Pedram Shayar aus Berlin und dem   SAV-Bundessprecher Sascha Stanicic debattiert. Mehrere Iraner nahmen aus   dem Publikum an der Diskussion teil, in der es vor allem um die   Perspektiven f&#252;r die revolution&#228;re Massenbewegung im Iran und die   Aufgaben von SozialistInnen in dieser Bewegung ging. Ein junger   iranischer Aktivist, der aus dem Land vor kurzem fliehen musste, rief   dazu auf, dass die Linke mit einer eigenen Plattform sichtbarer Teil der   Bewegung sein muss und sich auf die Arbeiterklasse als entscheidende   Kraft der Gesellschaft orientieren muss. Behrouz, ein iranischer   Teilnehmer aus Aachen, meinte, die SAV sei die einzige Organisation in   Deutschland, die dieses Thema in einer ernsthaften Art und Weise   aufgreift und diskutiert und bedankte sich wiederholt f&#252;r die   Veranstaltung.<\/p>\n<p>  Auf weiteren Veranstaltungen diskutierten zum Beispiel Elmar Altvater   und Winfried Wolf mit dem SAV-Genossen Wolfram Klein &#252;ber die Aktualit&#228;t   der &#246;konomischen Analysen von Karl Marx zum Verst&#228;ndnis der   gegenw&#228;rtigen kapitalistischen Weltkrise. W&#228;hrend sich alle Redner einig   waren, dass diese Krise nur unter Anwendung der marxistischen   Wirtschaftstheorie verstanden werden kann, wurden doch auch Unterschiede   in der Frage, wie SozialistInnen auf die Krise reagieren sollten,   deutlich. W&#228;hrend Elmar Altvater ein Programm zur Regulierung der   kapitalistischen &#214;konomie und insbesondere der Finanzm&#228;rkte vorschlug,   erkl&#228;rte Wolfram Klein, dass solche Forderungen nur dann Sinn machen,   wenn sie nicht mit der Illusion verbunden sind, ihre Umsetzung k&#246;nne   eine neue Aufschwungperiode des Kapitalismus einleiten, sondern wenn sie   als &#220;bergangsforderungen zur Mobilisierung f&#252;r den Kampf zur Abschaffung   des Kapitalismus eingesetzt werden.<\/p>\n<p>  Auf einer weiteren gut besuchten Debatte zum Thema &#8220;War die DDR   sozialistisch?&#8221; sprach neben den beiden linksoppositionellen und   antistalinistischen Aktivisten aus der revolution&#228;ren Bewegung gegen das   SED-Regime in der DDR, Ren&#233; Henze und Bernd Gehrke, auch der letzte   SED\/PDS-DDR-Ministerpr&#228;sident und heutige Mitglied im &#196;ltestenrat der   Partei DIE LINKE Hans Modrow. Dessen Versuche die DDR als   sozialistischen Staat zu verteidigen waren jedoch wenig &#252;berzeugend und   hinterlie&#223;en bei den meisten TeilnehmerInnen den Eindruck, dass die   Aufarbeitung des Stalinismus in der Partei DIE LINKE tats&#228;chlich noch   eine offene Baustelle ist, auch wenn Modrow nur f&#252;r sich sprach und der   Programmentwurf sich deutlicher von den undemokratischen Verh&#228;ltnissen   in der DDR distanziert, als Modrow das tat. Bernd Gehrke warnte zurecht   vor einer neo-stalinistischen Renaissance in der Debatte um die DDR und   rief zu einem verst&#228;rkten Engagement antistalinistischer Linker in der   &#246;ffentliche Debatte auf.<\/p>\n<p>  Weitere Veranstaltungen des Wochenedes umfassten eine Veranstaltung zum   Kampf gegen den Faschismus mit dem 93-j&#228;hrigen antifaschistischen   Veteranen Theodor Bergmann; eine Veranstaltung zu den Ereignissen in der   T&#252;rkei mit Mitgliedern der SAV und des Komitees f&#252;r eine   Arbeiterinternationale, die k&#252;rzlich zur Unterst&#252;tzung des Tekel-Streiks   in Ankara waren; eine Debatte zur Entwicklung der Partei DIE LINKE mit   Franc Zega, Lucy Redler, dem th&#252;ringischen LINKE-Landtagsabgeordneten   Thomas Hartung und dem Parteivorstandsmitglied Thies Gleiss und   Veranstaltungen zu Themen wie &#8216;Liebe, Sexualit&#228;t und Kapitalismus&#8217;,   &#8220;Autoindustrie am Abgrund&#8217;, &#8216;Trotzkismus = moderner Marxismus?&#8217; und   viele andere.<\/p>\n<p>  Rekordverk&#228;ufe an den B&#252;cher- und Info-St&#228;nden dr&#252;cken das gewachsene   Interesse an marxistischen Ideen aus. Auch der Spendenappell brachte mit   1.300 Euro auf der Auftaktveranstaltung ein hervorragendes Ergebnis. Das   Geld wird zu gleichen Teilen f&#252;r die Unterst&#252;tzung der pakistanischen   Sektion des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale, Finanzierung   weiterer Solidarit&#228;tsarbeit mit dem Tekel-Kampf in der T&#252;rkei und f&#252;r   die Mobilisierung zu den Demonstrationen des B&#252;ndnisses &#8216;Wir zahlen   nicht f&#252;r Eure Krise&#8217; am 12. Juni eingesetzt werden.<\/p>\n<p>  Vier TeilnehmerInnen aus Aachen, Essen, Berlin und dem Wendtland   erkl&#228;rten im Verlauf des Wochenendes ihren Eintritt in die SAV, weitere   sagten, dass sie sich diesen Schritt in den n&#228;chsten Wochen ernsthaft   &#252;berlegen werden.<\/p>\n<p>  Die Sozialismustage waren also wieder einmal eine &#8216;Tankstelle f&#252;r   marxistische Ideen&#8217; und ein Ort der Debatte und Aktionsplanung f&#252;r den   weiteren Kampf zur &#220;berwindung der kapitalistischen Gesellschaft.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <b>Zum Fotoalbum auf das Bild klicken:<\/b><\/p>\n<p>  <a href=\"\n\n<table style=\" width=\"#DEFAULT\" px=\"#DEFAULT\"> <\/a>    <\/p>\n<table>\n<tr>\n<td align=\"center\" style=\"background-position: left; height: 194px; background-attachment: scroll; background-image: url(http:\/\/picasaweb.google.de\/s\/c\/transparent_album_background.gif); background-repeat: no-repeat\"> <a href=\"http:\/\/picasaweb.google.de\/stanicic.sascha\/Sozialismustage2010?feat=embedwebsite\"><img loading=\"lazy\" style=\"margin-right: 0; margin-left: 4px; margin-top: 1px; margin-bottom: 0\" width=\"160\" height=\"160\" src=\"http:\/\/lh5.ggpht.com\/_HUOVDHwnWtQ\/S7judXHsUBE\/AAAAAAAAGDo\/We0er5Sc0Co\/s160-c\/Sozialismustage2010.jpg\"> <\/a>   <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      300 TeilnehmerInnen diskutieren Aktualit&#228;t des Marxismus\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104,106],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13636"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13636"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13636\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13636"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13636"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13636"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}