{"id":13607,"date":"2010-03-26T13:00:00","date_gmt":"2010-03-26T13:00:00","guid":{"rendered":".\/?p=13607"},"modified":"2010-03-26T13:00:00","modified_gmt":"2010-03-26T13:00:00","slug":"13607","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2010\/03\/13607\/","title":{"rendered":"Wem nutzt es?"},"content":{"rendered":"<p>  Eine kurze Erwiderung auf das Papier &#8222;Stay out unprogressive ideologies!   Stay out antisemitism!&#8220; des Beauftragtenrates (BR) der Linksjugend   [&quot;solid] Sachsen<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Im Januar diesen Jahres ver&#246;ffentlichte der Beauftragtenrat der   Linksjugend [&quot;solid] Sachsen ein Papier mit dem Titel &#8222;Stay out   unprogressive ideologies! Stay out antisemitism!&#8220;. Diese Ausrufe, nicht   un&#228;hnlich einer versuchten Teufelsaustreibung, galten der SAV. Das   Papier unterstellt der SAV Antisemitismus und versucht sie ideologisch   in die N&#228;he des Antikapitalismus der Nazis zu r&#252;cken. Eigentlich hatten   wir nicht vor, auf diese platte Provokation zu reagieren. In der letzten   Zeit kamen allerdings einige Leute auf uns zu und meinten, wir sollten   das nicht so stehen lassen.<\/p>\n<p>  Wir wollen daher auf dieses Papier in aller K&#252;rze Folgendes erwidern:<\/p>\n<p>  1. In diesem Papier geht es nicht um eine Auseinandersetzung mit den   Positionen der SAV, sondern einzig und allein um die Verleumdung der   SAV. Dazu nutzen die Autoren die bew&#228;hrte Methode des aus dem   Zusammenhang herausgerissenen Zitierens. Fetzen aus unserem   Grundsatzprogramm &#252;ber Wertgesetz und Warenproduktion dienen den Autoren   als Beweis, dass die SAV nur einen besseren Kapitalismus erreichen will.   Dass wir an dieser Stelle &#252;ber eine Arbeiterdemokratie als   &#220;bergangsgesellschaft zwischen Kapitalismus und Sozialismus sprechen ist   dem Beauftragtenrat anscheinend entgangen.<\/p>\n<p>  Ein anderes Beispiel: es wird uns vorgeworfen, wir w&#252;rden nur den   &#8222;arbeitenden Menschen&#8220; eine Mitbestimmung der Gesellschaft zugestehen.   Allerdings kann man in unserem Grundsatzprogramm klar nachlesen: &#8222;In   einer Arbeiterdemokratie m&#252;ssen auf allen Ebenen in der Gesellschaft   demokratisch gew&#228;hlte Gremien oder R&#228;te aufgebaut werden (&#8230;) Durch die   demokratische Mitwirkung jedes Mitglieds der Gesellschaft kann die   sch&#246;pferische Energie des menschlichen Individuums erstmals voll zum Zug   kommen.&#8220; Von einer solchen Demokratie k&#246;nnen wir in der b&#252;rgerlichen   Gesellschaft nur tr&#228;umen. Ein letztes Beispiel: aus einem   herausgerissenen Zitat, dass die &#8222;Pal&#228;stinenserInnen allein mit   milit&#228;rischen Mitteln gegen Israel nicht siegreich sein k&#246;nnen&#8220;, wird   vom Beauftragtenrat der Linksjugend [&quot;solid] Sachsen mal flott die   Schlussfolgerung gezogen, dass die SAV Israel das Existenzrecht   abspricht. Das stimmt zwar nicht und l&#228;sst sich in gen&#252;gend Texten   nachlesen, aber das interessiert den Beauftragtenrat nicht. Im Verlauf   des zitierten Texten (siehe Link unten) &#252;ber Israel\/Pal&#228;stina machen wir   n&#228;mlich sehr klar, dass es um einen gemeinsamen Kampf der   pal&#228;stinensischen und israelischen Massen geht. Aber f&#252;r den Nahen Osten   interessiert sich der verleumderische Text sowieso nicht. Es geht einzig   darum, die SAV in die vorgefertigte Schublade hereinzudr&#252;cken.<\/p>\n<p>  2. Die Behauptung, dass die Programmatik der SAV antisemitische Z&#252;ge   zeigt, ist an den Haaren herbeigezogen. Dies l&#228;uft in der bekannten   Vorgehensweise der Antideutschen, mit denen sich ein k&#252;rzlich   erschienener Text von uns befasst (siehe Link unten). Ja, wir sprechen   tats&#228;chlich vom Kapitalismus und von Kapitalisten. Wir nennen sie sogar   beim Namen. Denn jede Gesellschaft ist eine menschliche. Nur beschr&#228;nken   wir uns halt nicht auf die Schelte einzelner Kapitalisten, sondern legen   die Systematik frei. Aber wir sind nicht so naiv zu glauben, dass die   Kapitalisten aus lauter Einsicht in die Systematik des Kapitalismus auf   ihre privilegierte Stellung von selbst verzichten werden. Daraus   Antisemitismus abzuleiten, kann nur b&#246;swillig genannt werden. Denn das   Papier suggeriert zwar die N&#228;he unserer Kapitalismuskritik zu der der   Nazis, kann sie nur dummerweise nirgendwo belegen. Da m&#252;ssen dann schon   ein paar Kurzschl&#252;sse her. Wir sind vielmehr stolz in der Tradition   sozialistischer Revolution&#228;re zu stehen, die den Antisemitismus auf das   Sch&#228;rfste bek&#228;mpft haben. In erster Linie den der Faschisten und der   Rechten, aber auch den Antisemitismus unter Stalin (siehe Trotzkis   Schrift &#8222;Thermidor und Antisemitismus&#8220;).<\/p>\n<p>  3. Allerdings enth&#252;llt das Papier dann doch einige tats&#228;chliche Gr&#228;ben   zwischen den Positionen der SAV und denen des Beauftragtenrates der   Linksjugend [&quot;solid] Sachsen. Denn die SAV ist der Meinung, dass wir in   einer Klassengesellschaft leben und dass wir eine Revolution brauchen,   um dieses zu &#228;ndern. Beides erf&#252;llt den Beauftragtenrat offenbar mit   tiefem Abscheu. Ihr gro&#223;artiger Einwand gegen die Arbeiterklasse als   revolution&#228;res Subjekt ist der, dass doch &#8222;alle Menschen vom Sachzwang   des Kapitalismus betroffen sind&#8220;. Das ist so wahr wie nichts sagend.   Denn der Sachzwang f&#252;r eine Kassiererin bei ALDI und der f&#252;r die   Gebr&#252;der Albrecht, denen ALDI geh&#246;rt, ist dann wohl doch ein sehr   verschiedener. Schlie&#223;lich verteilt der Beauftragtenrat dann noch Noten   in Emanzipation, die f&#252;r die breiten Massen ganz schlecht ausfallen. Die   SAV ist weit davon entfernt, die Massen zu idealisieren. Wir haben in   der Geschichte gute und schlechte Seiten der Massen gesehen. Aber um   diesen dialektischen Rhythmus der Geschichte scheren sich die AutorInnen   nicht weiter. Die Pogrome von Rostock-Lichtenhagen (bei denen unsere   GenossInnen &#252;brigens die ImmigrantInnen verteidigten) sind ihnen Beweis   auf alle Zeit. Aber so l&#228;uft die Geschichte eben nicht ab. Dieselben   Massen, die im Ersten Weltkrieg in den Sch&#252;tzengr&#228;ben verrohten, erhoben   sich ein paar Jahre sp&#228;ter in der Revolution 1918\/19. Und so offenbart   sich dann auch am Ende, dass das viele Gerede um<\/p>\n<p>  Emanzipation im Text des Beauftragtenrates nicht viel wert ist. Es   bleibt abstrakt. Es klingt wichtig. Aber es steckt nichts dahinter. So   wird dann schlie&#223;lich der gro&#223;e Philosoph Immanuel Kant bem&#252;ht, um das   Misstrauen gegen die Revolution auf Papier zu bringen. Es ist nicht so   &#252;berraschend, dass der Idealist Kant der Meinung war, dass erst die   Denkungsart revolutioniert werden muss. Der Ansatz von Marx und Engels   war das aber nicht. Sie waren in erster Linie immer Revolution&#228;re. Wir   sind mit ihnen der Meinung, dass wir im gemeinsamen Kampf erst auf   revolution&#228;re Weise Verh&#228;ltnisse herbeif&#252;hren m&#252;ssen, in denen der   Mensch dem Menschen ein Helfer ist. Im Kampf um diese neuen Verh&#228;ltnisse   wird sich auch die Denkensart &#228;ndern, vielleicht sogar die des   Beauftragtenrates der Linksjugend [&quot;solid] Sachsen.<\/p>\n<p>  Das Papier &#8222;Stay out unprogressive ideologies! Stay out antisemitism!&#8220;   ist eine recht billig gemachte Schrift gegen die Marxisten in der Partei   &#8222;Die Linke&#8220; und in Linksjugend [&quot;solid]. Es wird am Anfang auch offen   gesagt, dass dies nicht nur uns, der SAV, sondern vielen anderen Linken   gilt. Dabei heiligt der Zweck offenbar die Mittel.<\/p>\n<p>  Eine politische Auseinandersetzung findet nicht im luftleeren Raum   statt. Und so ist auch dieses Papier ein kleiner Mosaikstein in dem   Versuch, die Partei und die Jugendorganisation weiter nach rechts zu   schieben. Wir k&#228;mpfen und stehen f&#252;r etwas Anderes: f&#252;r eine Partei und   eine Jugendorganisation, die versucht, aktiv ArbeiterInnen, Angestellte,   Arbeitslose und Jugendliche zu organisieren, und einen Kampf f&#252;r eine   sozialistische Gesellschaft mit dem Kampf um Ver&#228;nderungen hier und   jetzt verbindet.<\/p>\n<\/p>\n<p>  <i>Steve K&#252;hne, Mitglied von Die Linke, LJ [&quot;solid] und der SAV Dresden <\/i><\/p>\n<p>  <i>Ingmar Meinecke, Mitglied von Die Linke und der SAV Leipzig<\/i><\/p>\n<\/p>\n<p>  <a href=\" .\/?p=13508\">Link zum Artikel &#252;ber   die Antideutschen<\/a><\/p>\n<p>  Links zum Thema Israel\/Pal&#228;stina:<\/p>\n<p>  <a href=\"\/?p=12980\">.\/?p=12980<\/a><\/p>\n<p>  <a href=\"\/?p=12979\">.\/?p=12979<\/a><\/p>\n<p>  <a href=\"http:\/\/www.linksjugend-sachsen.de\/uploads\/media\/BR_SAV-Brief.pdf\">Link   zum Papier des Beauftragtenrates der Linksjugend [&quot;solid] Sachsen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      Eine kurze Erwiderung auf das Papier &#8222;Stay out unprogressive ideologies!<br \/>\n      Stay out antisemitism!&#8220; des Beauftragtenrates (BR) der Linksjugend<br \/>\n      [&quot;solid] Sachsen\n    <\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[26],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13607"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13607"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13607\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13607"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13607"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13607"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}