{"id":11981,"date":"2007-02-27T15:03:21","date_gmt":"2007-02-27T15:03:21","guid":{"rendered":".\/?p=11981"},"modified":"2007-02-27T15:03:21","modified_gmt":"2007-02-27T15:03:21","slug":"11981","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2007\/02\/11981\/","title":{"rendered":"Wirtschaft: Perspektiven f&#252;r die Weltwirtschaft und f&#252;r China"},"content":{"rendered":"<p>  <i>Bericht vom <a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/?swid=2\">9.   Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a>   , Januar 2007, Teil 1<\/i><br \/>Die ersten beiden Tage des insgesamt acht   Tage dauernden Kongresses besch&#228;ftigten sich mit &#8222;Weltbeziehungen&#8220;. Ein   wichtiger Bestandteil dieser Diskussion waren der kapitalistische   Konjunkturaufschwung, die Aussichten f&#252;r die Weltwirtschaft und die   Frage einer internationalen Rezession.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\n &nbsp; <\/p>\n<p>  Zudem gab es eine Debatte &#252;ber die Bedeutung Chinas f&#252;r die globale   &#214;konomie, die Entwicklungen in diesem mit 1,3 Milliarden Menschen   bev&#246;lkerungsreichsten Land auf dem Planeten und die Frage vom   Klassencharakters des chinesischen Staates.<\/p>\n<p>  <i>von Aron Amm, Berlin<\/i><\/p>\n<p>  Eine Woche nach dem Weltkongress des CWI fand ein weiteres   internationales Treffen in g&#228;nzlich antagonistischer Zusammensetzung   statt: &#8222;Noch nie hat es Davoser Top&#246;konomen und andere hier so stark und   akut besch&#228;ftigt, ob nicht die Globalisierung am Ende doch gef&#228;hrlich   viele Verlierer produziert. Und ob es dauerhaft tragbar ist, wenn   wom&#246;glich nur die Bessergestellten von den weltweiten   Wirtschaftsfortschritten etwas Z&#228;hlbares abbekommen und die Kluft immer   gr&#246;&#223;er wird&#8220; (Financial Times Deutschland vom 26. Januar). Laut dem   chinesischen Wirtschaftspolitiker Zhu Min ist die Einkommenskluft &#8222;in   den USA mittlerweile wieder so gro&#223; wie 1913, als die reichsten ein   Prozent der Amerikaner 45 Prozent der Einkommen hatten. In den sechziger   Jahren sei die Quote auf 28 Prozent gefallen. [&#8230;] So &#228;hnlich sagt das   LarrySummers. Oder Laura Tyson. Oder Nouriel Roubini. Selbst der   Chef&#246;konom der Investmentbank Morgan Stanley, Stephen Roach, h&#228;lt   irgendwie sorgenvoll fest, dass der Anteil des Faktors Arbeit an den   Nationaleinkommen auf historische Tiefs gefallen ist.&#8220; An dieser Stelle   weist die FTD auf folgenden Umstand hin: &#8222;Zur Erinnerung &#8211; Die Zitate   kommen vom Davoser Weltwirtschaftsforum.&#8220;<\/p>\n<p>  Eine Woche zuvor hatte das internationale Treffen von SozialistInnen von   allen Kontinenten herausgestellt, dass die dramatisch ver&#228;nderte   Lohnquote (also der Anteil der L&#246;hne am Volkseinkommen) und die   gewaltigen K&#252;rzungen bei den Sozialausgaben keine &#8222;traurigen   Begleiterscheinungen des Booms&#8220; sind. Vielmehr handelt es sich dabei um   die logische Erkl&#228;rung f&#252;r die Rekordprofite und den Umfang des   gegenw&#228;rtigen Konjunkturaufschwungs.<\/p>\n<h4>  Gefahr einer Weltwirtschaftskrise<\/h4>\n<p>  Peter Taaffe vom Internationalen Sekretariat (IS), der das   Er&#246;ffnungsreferat hielt, unterstrich, dass die Kapitalistenklassen   weltweit augenblicklich uneins dar&#252;ber sind, ob es zu einem baldigen,   abrupten Ende des Aufschwungs kommen wird oder ob ein in historischen   Ma&#223;st&#228;ben betrachtet &#252;berdurchschnittlich lang anhaltender   Aufschwungszyklus zu erwarten ist.<\/p>\n<p>  Die TeilnehmerInnen des Kongresses waren sich darin einig, dass sich die   Dauer des Wirtschaftswachstums nicht prognostizieren l&#228;sst. Eine   Verl&#228;ngerung des 2001\/2002 begonnenen Konjunkturaufschwungs um ein, zwei   oder sogar drei Jahre kann nicht ausgeschlossen werden. Das w&#252;rde   allerdings eine besonders tiefe internationale Krise um so   wahrscheinlicher machen.<\/p>\n<p>  IS-Mitglied Lynn Walsh betonte im Schlusswort, dass sich die   Krisenanzeichen mehren, die auf ein baldigeres Ende des Aufschwungs   schlie&#223;en lassen k&#246;nnten. Bereits im vergangenen Jahr hat die   US-Wirtschaft, die Herzkammer der Weltwirtschaft, deutlich an Kraft   verloren. Neben der Abschw&#228;chung der Wachstumsraten im Verlauf des   Jahres 2006 platzte auch die Immobilienblase. Zwischen 1999 und 2006   waren die Eigenheimpreise um 130 Prozent hochgeschnellt und hatten dem   Konsum zus&#228;tzliche Nahrung gegeben. Der Einbruch bei den   Immobilienpreisen wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen R&#252;ckgang beim   Konsum zur Folge haben. Die R&#252;cklagen der privaten Haushalte befinden   sich in den Vereinigten Staaten auf dem tiefsten Stand seit 1933. Viele   Arbeiterfamilien haben in den letzten Jahren &#252;ber ihre Verh&#228;ltnisse   gelebt und sich verschuldet. Die Niederlage im Vietnam-Krieg vor drei&#223;ig   Jahren hatte seinerzeit eine schwere Dollar-Krise nach sich gezogen. Es   ist davon auszugehen, dass sich die in j&#252;ngster Zeit bereits eingesetzte   Abschw&#228;chung des Dollars weiter fortsetzen wird. Damit verschlechtern   sich die Exportaussichten f&#252;r europ&#228;ische und asiatische Staaten.<\/p>\n<p>  Der R&#252;ckgang des &#214;lpreises ist sicherlich nicht allein mit den in diesem   Winter bisher &#252;berdurchschnittlich warmen Temperaturen zu erkl&#228;ren,   sondern k&#246;nnte auch ein weiteres Indiz f&#252;r eine Abschw&#228;chung der   globalen Nachfrage sein. Dazu kommt die Absenkung einer Reihe wichtiger   Rohstoffpreise (seit Mai 2006 um 20 Prozent).<\/p>\n<h4>  Krisenpotenziale<\/h4>\n<p>  Es sind aber nicht nur die Anzeichen f&#252;r ein allm&#228;hlich nahendes Ende   des derzeitigen Konjunkturaufschwungs, welche einem weitsichtigeren Teil   der b&#252;rgerlichen &#214;konomen Sorgenfalten auf die Stirn treiben, sondern   auch die dar&#252;ber hinaus existierenden bedrohlichen Krisenpotenziale in   der Weltwirtschaft. T&#228;tigkeiten auf den internationalen Finanzm&#228;rkten,   vor allem spekulative Unternehmungen, haben erheblich an Gewicht   gewonnen &#8211; da ein &#8222;&#220;berschuss&#8220; an Kapital besteht, der aufgrund des   Niedergangs des Kapitalismus nicht produktiv angelegt werden kann. Die   Hedge Fonds haben ein Volumen von nunmehr astronomisch hohen eine   Billion US-Dollar. Fusionen und &#220;bernahmen grassieren allerorten.   Immobilienblasen haben nicht nur in den USA, sondern auch in   Gro&#223;britannien, Spanien und anderen L&#228;ndern den Konsum auf extrem   fragiler Basis angeheizt.<\/p>\n<p>  Der Wert von Krediten, Anleihen und Wertpapieren bel&#228;uft sich heute auf   die Summe von 140 Billionen US-Dollar (beinahe das Dreifache des   globalen j&#228;hrlichen Sozialprodukts). Schreibt man die gegenw&#228;rtigen   Entwicklungen fort, w&#228;ren es im Jahr 2010 200 Billionen Dollar. Ein   Finanzkrach ist jederzeit vorstellbar. Sollte ein solcher von gr&#246;&#223;erem   Umfang sein, oder eine Kettenreaktion ausl&#246;sen, lie&#223;e sich eine   international erfolgreiche Rettungsaktion nicht ohne weiteres   bewerkstelligen.<\/p>\n<p>  Neben den m&#246;glichen finanzpolitischen Krisenherden bleibt das   Leistungsbilanzdefizit der USA &#8211; in der vergangenen Phase Grundlage f&#252;r   die L&#228;nge des internationalen Aufschwungs &#8211; die zentrale Achillesferse.   Die USA schulden dem Rest der Welt heute schon 2,7 Billionen Dollar.   Eine Gr&#246;&#223;enordnung, die nicht l&#228;ngerfristig zu halten ist.<\/p>\n<h4>  Kein &#8222;Rettungsanker&#8220; in Sicht<\/h4>\n<p>  Sollte eine Wirtschafts- und, oder Finanzkrise ausgehend von den USA   ihren Lauf nehmen, sollten die Wogen hochgehen, der Tanker   Weltwirtschaft ins Trudeln geraten und Schiffbruch drohen, dann g&#228;be es   keinen Rettungsanker, um dieses Szenario zu vereiteln. Die EU-Wirtschaft   d&#252;mpelt selber mit niedrigen Wachstumsraten vor sich hin. Frankreichs   Wirtschaft stagnierte im dritten Quartal 2006 sogar. Italien ist von   einem Staatsdefizit von 108 Prozent des Bruttosozialprodukts gebeutelt.   Aber auch Deutschlands wirtschaftliche Steigerung von gut 2,5 Prozent im   letzten Jahr ist eine Schwalbe, die noch lange keinen Fr&#252;hling macht   (mit der Exportabh&#228;ngigkeit und den Belastungen f&#252;r die KonsumentInnen   w&#228;re die deutsche Wirtschaft nicht in der Lage, bei einer US-Rezession   der Weltwirtschaft entscheidend zur Hilfe eilen zu k&#246;nnen).<\/p>\n<p>  Russland hat sich inzwischen zwar zur zehntgr&#246;&#223;ten Wirtschaftsnation   gemausert. Allerdings beruht das Wachstum einseitig auf der Nachfrage   nach &#214;l und Gas. Damit scheidet Russland als m&#246;glicher &#8222;Jungbrunnen&#8220;   ebenfalls aus.<\/p>\n<p>  Aber auch China, ganz zu schweigen von Indien, k&#246;nnten (trotz ihrer seit   Jahren um bis zu zehnprozentigen Wachstumsraten) im Fall einer   US-Rezession eine Weltwirtschaftskrise nicht aufhalten. China hat zwar   mittlerweile Frankreich und Gro&#223;britannien auf die Pl&#228;tze f&#252;nf und sechs   der f&#252;hrenden Industriel&#228;nder verwiesen und rapide an Einfluss auf den   Weltm&#228;rkten gewonnen. Dennoch betr&#228;gt der Anteil Chinas am   Weltsozialprodukt gerade vier Prozent. China hat selber &#220;berkapazit&#228;ten   aufgebaut (so im Immobiliensektor) und spekulative Blasen entstehen   lassen. Fr&#252;her oder sp&#228;ter wird das Ausma&#223; an faulen Krediten sp&#252;rbar   werden. W&#228;hrend die Binnennachfrage f&#252;r 70 Prozent der US-Wirtschaft   verantwortlich ist, sind es in China nur ein Drittel. Kein Wunder   angesichts der Superausbeutung der Arbeiterklasse.<\/p>\n<h4>  Klassencharakter des chinesischen Staates<\/h4>\n<p>  Das Dokument zu &#8222;Weltbeziehungen&#8220; einschlie&#223;lich der Abschnitte zu   Weltwirtschaft und China wurde von den Delegierten des Weltkongresses   einstimmig angenommen. Obgleich auch bez&#252;glich Analyse und Perspektiven   f&#252;r China &#220;bereinstimmung vorherrschte, gab es dennoch eine Diskussion   &#252;ber den Klassencharakter des chinesischen Staates.<\/p>\n<p>  Es bestand auf dem Weltkongress des CWI Konsens dar&#252;ber, dass der   chinesischen &#214;konomie auf nationaler Ebene l&#228;ngst nicht mehr eine   geplante Wirtschaft zu Grunde liegt. Die Einf&#252;hrung des Kapitalismus ist   in vollem Gang. Mit Methoden wie zu Zeiten des Manchester- Kapitalismus:   H&#228;ufig eine Sieben-Tage-Woche f&#252;r Fabrikarbeiter, vor allem f&#252;r   Textilarbeiterinnen (die in Shenzen oder Guangdong nicht selten in   Wohnheimen mit Mehrbettzimmern neben dem Werk hausen m&#252;ssen; mit   brutalen Mitteln daran gehindert werden, w&#228;hrend der Arbeit   einzuschlafen). Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht Bergarbeiter mangels   Sicherheitsvorkehrungen irgendwo im Land versch&#252;ttet werden. Segun Sango   von der nigerianischen Sektion konstatierte, dass es gro&#223;e Teile der   ArbeiterInnen in Nigeria, vor die Wahl gestellt, vorziehen w&#252;rden, von   den Imperialisten Nordamerikas oder Europas und nicht von China   ausgebeutet zu werden, da die Arbeitsbedingungen unter chinesischen   Vorzeichen f&#252;r sie noch brutaler erscheinen.<\/p>\n<p>  Es brodelt aber auch in China: 2005 gab es offiziell 87.000 Proteste   (Streiks sind eigentlich verboten). Spontane Erhebungen sind jederzeit   m&#246;glich.<\/p>\n<p>  In China stellen sich Aufgaben der sozialen und der politischen   Revolution: Zum einen der Kampf f&#252;r die R&#252;ck&#252;berf&#252;hrung der   privatisierten Wirtschaft in staatliche H&#228;nde und die Wiederherstellung   einer Planwirtschaft. Zum anderen der Kampf f&#252;r demokratische   Arbeiterkontrolle und -verwaltung in den Staatsbetrieben.<\/p>\n<p>  Die schwedischen GenossInnen vertraten auf dem Weltkongress die   Position, dass China als eindeutig kapitalistischer Staat betrachtet   werden muss. Sie argumentierten, dass auch die verschiedenen Staaten der   ehemaligen Sowjetunion Unterschiede und Eigenarten aufweisen, dass China   ebenfalls ein Staat ist, der genauso aus einem stalinistischen System   hervorging und heute besondere Merkmale aufweist. Per-Ake Westerlund   betonte, dass China extrem eng mit der kapitalistischen Weltwirtschaft   verflochten ist (ob die WTO-Mitgliedschaft seit 2001 oder die   gegenseitige Abh&#228;ngigkeit zwischen den USA und China). F&#252;r Laurence   Coates und andere schwedische GenossInnen sind staatskapitalistische   Ma&#223;nahmen (wie Friedrich Engels Eingriffe des kapitalistischen Staates   in die Wirtschaft bezeichnete) in der kommenden Zeit &#8211; konfrontiert mit   einer Weltwirtschaftskrise &#8211; gut m&#246;glich beziehungsweise sogar   wahrscheinlich. Aber auch in Thailand, so Laurence, habe man gerade erst   erlebt, wie ein kapitalistisches Regime zu Kapitalverkehrskontrollen   greift.<\/p>\n<p>  Auch Andros Payiatsos aus Griechenland warf die Frage auf, ob f&#252;r den   Klassencharakter eines Staates nicht ma&#223;geblich ist, welche Interessen   er verfolgt. Und dass die chinesische B&#252;rokratie sich doch daf&#252;r   entschieden hat, eine kapitalistische Marktwirtschaft aufzubauen.<\/p>\n<p>  Demgegen&#252;ber brachten das Internationale Sekretariat und Delegierte   mehrerer Sektionen in ihren Beitr&#228;gen die Meinung zum Ausdruck, dass   China sich zwar im &#220;bergang zum Kapitalismus befindet und dieser Prozess   sehr weit fortgeschritten ist, dass es sich aber nichts desto trotz um   einen Prozess handelt, der noch nicht vollst&#228;ndig abgeschlossen ist und   mit Widerspr&#252;chlichkeiten behaftet ist.<\/p>\n<p>  Auch wenn die Wirtschaft kapitalistisch dominiert ist (wobei Clare Doyle   vom IS mehrere Ausgaben der Financial Times zitierte, die den   Staatsanteil der Wirtschaft mal mit 30, mal mit 50, mal mit 70 Prozent   angaben) stellte Lynn Walsh heraus, dass in China einige Besonderheiten   zu registrieren sind. Staatsbanken haben noch bedeutenden Einfluss auf   private Unternehmen. Verm&#246;gende Aktienbesitzer haben in vielen F&#228;llen   keine dem Westen vergleichbare M&#246;glichkeiten, auf Aktiengesellschaften   einzuwirken. Grund und Boden geh&#246;ren noch dem Staat und m&#252;ssen gepachtet   werden. Dementsprechnd, so Lynn, haben sich kapitalistische Normen noch   nicht vollst&#228;ndig etabliert.<\/p>\n<p>  China hat Merkmale wie einzelne &#8222;hybride&#8220; Regime zwischen 1945 und 1990   &#8211; mit umgekehrten Vorzeichen. Damals gab es L&#228;nder wie Algerien oder   Libyen, die unter dem Einfluss des Stalinismus gro&#223;e Teile der   Wirtschaft verstaatlicht hatten, sich aber &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum,   zumindest einige Jahre oder sogar &#252;ber einen Jahrzehnt hinweg, im   &#220;bergang zwischen Kapitalismus und Stalinismus befanden. In diesem   Zusammenhang wurde auch bilanziert, dass das CWI in den 70er Jahren in   einigen F&#228;llen vorschnell die Schlussfolgerung gezogen hatte, solche   Staaten als deformierte Arbeiterstaaten zu bezeichnen, in denen der   qualitative Wechsel zu einer entwickelten nicht-kapitalistischen   Gesellschaftsform schon abgeschlossen gewesen sei.<\/p>\n<p>  Das IS f&#252;hrte an, dass die Herrschenden in China aufgrund der   politischen Ersch&#252;tterungen und des Einbruchs der Wirtschaft in gro&#223;en   Teilen der ehemaligen Sowjetunion als Folge einer &#252;berst&#252;rzten   Einf&#252;hrung des Kapitalismus die Schlussfolgerung gezogen h&#228;tten,   &#228;hnliche Entwicklungen in China zu vermeiden. Darum ist die Spitze der   KP (mit ihren 70 Millionen Mitgliedern) bem&#252;ht, den Prozess der   kapitalistischen Restauration von oben zu kontrollieren. So gibt es zum   Beispiel eine Personalunion von KP-Generalsekret&#228;r und   Staatspr&#228;sidenten. Um die t&#228;glichen Regierungsgesch&#228;fte k&#252;mmert sich der   Staatsrat, der von der KP-Spitze ernannt wird (der Nationale   Volkskongress muss dem zustimmen). Die Beh&#246;rde Nationale Kommission f&#252;r   Entwicklung und Reform spricht bei Gro&#223;projekten, oft unter   ausl&#228;ndischer Beteiligung, in der Regel das letzte Wort.<\/p>\n<p>  Keiner der Weltkongress-Delegierten hielt eine R&#252;ckkehr Chinas zu einem   stalinistischen Staat f&#252;r eine Option. Allerdings wurde es seitens des   IS und anderer GenossInnen f&#252;r m&#246;glich gehalten, dass die   staatskapitalistischen Ma&#223;nahmen in einer Weltwirtschaftskrise in China   weiter gehen k&#246;nnten als in anderen kapitalistischen Industriel&#228;ndern   und China eine gr&#246;&#223;ere Re-Zentralisierung kennzeichnen k&#246;nnte.<\/p>\n<p>  Die Frage von China soll innerhalb des CWI weiter vertieft werden. Vor   allem aber gilt es &#8211; darin waren sich die Kongress-TeilnehmerInnen einig   -, Perspektiven f&#252;r den Klassenkampf in diesem zentralen Land zu   diskutieren und alle Anstrengungen zu unternehmen, dass   revolution&#228;r-sozialistische Ideen in China und international verst&#228;rkt   Unterst&#252;tzung finden. Angesichts der dramatischen kommenden   Entwicklungen auf &#246;konomischer, politischer und sozialer Ebene weltweit   ist hierbei keine Zeit zu verlieren.<\/p>\n<p>  <i>Aron Amm ist Mitglied der SAV-Bundesleitung und des Internationalen   Vorstands des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale. <\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\n      <i>Bericht vom <a href=\"http:\/\/www.sozialismus.info\/?swid=2\">9.<br \/>\n      Weltkongress des Komitees f&#252;r eine Arbeiterinternationale (CWI)<\/a><br \/>\n      , Januar 2007, Teil 1<\/i><br \/>Die ersten beiden Tage des insgesamt acht<br \/>\n      Tage dauernden Kongresses besch&#228;ftigten sich mit &#8222;Weltbeziehungen&#8220;. 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