{"id":11005,"date":"2004-09-27T08:59:53","date_gmt":"2004-09-27T08:59:53","guid":{"rendered":".\/?p=11005"},"modified":"2004-09-27T08:59:53","modified_gmt":"2004-09-27T08:59:53","slug":"11005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2004\/09\/11005\/","title":{"rendered":"Wahlerfolge f&uuml;r Kandidaturen gegen Sozialraub in Aachen und K&ouml;ln"},"content":{"rendered":"<p>Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen eroberten die Wahlb&uuml;ndnisse <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">&#8222;gemeinsam gegen sozialraub&#8220;<\/span> in K&ouml;ln und <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">&#8222;Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag&#8220;<\/span> in Aachen jeweils einen Stadtratssitz!<!--more--><br \/>\n &nbsp;<br \/>\nNach einem langem, aktiven Wahlkampf der Wahlb&uuml;ndnisse  gegen Hartz IV, Privatisierung, Stellenabbau und Neonazis sind zwei Stadtratssitze ein sehr guter Erfolg! Die SAV hatte die Initiative zur Gr&uuml;ndung beider Wahlb&uuml;ndnisse ergriffen, um gemeinsam mit Besch&auml;ftigten, Erwerbslosen, Jugendlichen und anderen linken Gruppen den Menschen in Aachen und K&ouml;ln eine Alternative zu den etablierten, prokapitalistischen Parteien anzubieten. Die SAV mobilisierte zur Unterst&uuml;tzung des Wahlkampfs Mitglieder aus vielen verschiedenen St&auml;dten Deutschlands. <br \/>  Die gew&auml;hlten Stadtr&auml;te, Marc Treude in Aachen und Claus Ludwig in K&ouml;ln, sind Mitglieder der SAV. Die Wahlerfolge in K&ouml;ln und Aachen kn&uuml;pfen an den Wahlerfolg der SAV\/Liste gegen Sozialkahlschlag in Rostock vom 13.7. an. Dort konnten wir durch einen Antrag im Stadtrat bereits erreichen, dass die Privatisierung der Rostocker S&uuml;dstadtklinik um ein Jahr verschoben wird. &Auml;hnliche Antr&auml;ge gegen Privatisierung, Hartz IV und andere K&uuml;rzungen werden zur Zeit in Aachen und K&ouml;ln vorbereitet. Ob aber weitere Erfolge in Aachen, K&ouml;ln und Rostock erzielt werden k&ouml;nnen, h&auml;ngt entscheidend vom Widerstand ab, der sich in Betrieben und auf der Stra&szlig;e gegen Sozialk&uuml;rzungen bildet. Die SAV setzt sich daf&uuml;r ein, dass die Stadtratspositionen genutzt werden, um den Widerstand zu st&auml;rken. <\/p>\n<p>  Im Folgenden f&uuml;gen wir Artikel &uuml;ber die Wahlerfolge in Aachen und K&ouml;ln ein, die in der Oktoberausgabe der Solidarit&auml;t- Sozialistische Zeitung (Zeitung der SAV) erscheinen werden. <br \/>  <br style=\"font-weight: bold;\"> <big><span style=\"font-weight: bold;\">Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen: Neue Art von Opposition in K&ouml;ln und Aachen <\/span><\/big><br style=\"font-weight: bold;\"> <big><br \/>  <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">K&Ouml;LN:<\/span><\/big><br style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\"> <br \/>  <img align=\"left\" style=\"font-family: americantypewriter cna; width: 116px; height: 154px;\" alt=\"claus\" src=\"\/media\/2004\/claus-ludwig.jpg\">In der viertgr&ouml;&szlig;ten Stadt in Deutschland errang das B&uuml;ndnis &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; bei den Kommunalwahlen einen Sitz im Stadtrat. Gew&auml;hlt wurde Claus Ludwig, der auch Mitglied der SAV ist. Damit gibt es jetzt einen konsequenten linken Gegenpol im Stadtrat. <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\">von Georg K&uuml;mmel, K&ouml;ln <\/span><br style=\"font-style: italic;\"> <br \/>  &#x84;Gemeinsam gegen sozialraub&#x93; ist die einzige Stimme im K&ouml;lner Rat, die jede Form von Sozialabbau ablehnt, die &#x96; anders als die PDS &#x96; prinzipiell gegen jede Form der Zusammenarbeit mit den etablierten Parteien ist. F&uuml;r &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; gibt es Koalitionspartner nur au&szlig;erhalb des Rates: die Erwerbslosen und (Noch-) Besch&auml;ftigten, die Jugendlichen und RentnerInnen, die alle von Hartz IV, Schlie&szlig;ung von Jugendzentren oder Geb&uuml;hrenerh&ouml;hungen betroffen sind. Zusammen mit ihnen wird &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; den Sitz im Rat nutzen, um den Protest auf der Stra&szlig;e zu organisieren. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Ungleicher Wahlkampf <\/span><\/p>\n<p>  2.253 Stimmen und der Einzug in den Rat sind ein gro&szlig;er Erfolg, auch wenn alle MitstreiterInnen angesichts der gro&szlig;en Zustimmung an den Infost&auml;nden ein h&ouml;heres Ergebnis erwartet hatten. Aber der Wahlkampf war ein sehr ungleicher Kampf. F&uuml;r den Wahlkampf in der Eine-Million-Einwohnerstadt hatten wir nur einen Mini-Etat von 6.000 Euro zur Verf&uuml;gung, Infost&auml;nde mussten wir zeitweise in Ermangelung eines Wahlkampfautos per Handwagen durch die Stadt transportieren. <br \/>  Wir waren zu Recht stolz auf unsere 1.300 Wahlkampfplakate, aber die anderen Parteien hatten zusammen weit &uuml;ber 50.000 Schilder aufgeh&auml;ngt. Gleichzeitig war der Medienboykott total. Acht Monate wurden wir totgeschwiegen, zwei Wochen vor der Wahl dann in einem Artikel als Spalter der Montagsdemo verleumdet und eine Woche vor der Wahl wurde in einer gemeinsamen Erkl&auml;rung von SPD, CDU, FDP und Gr&uuml;nen vor der Wahl von rechten und linken Extremisten gewarnt und wir somit auf eine Stufe mit Nazi-Parteien gestellt. Ohne Nennung von konkreten Namen wurde vor &#x84;linksradikalen Demagogen&#x93; gewarnt &#x96; auf unseren Wahlplakaten stand &#x84;Die linke Alternative in K&ouml;ln&#x93;. S&auml;mtliche Gegendarstellungen, Leserbriefe, Pressemitteilungen landeten im M&uuml;lleimer der Redaktionen. <br \/>  Unsere Kundgebung gegen Freispr&uuml;che im K&ouml;lner M&uuml;llskandal, unsere Protestaktionen vor und im Arbeitsamt blieben in Lokalpresse und Lokalfernsehen unerw&auml;hnt. <br \/>  Meldungen wie &#x84;Hund bei&szlig;t Frau&#x93; fand man in den Redaktionen ebenfalls wichtiger als die Information, dass &#x84;gemeinsam gegen sozialraub&#x93; an Infost&auml;nden &uuml;ber 1.700 Unterschriften f&uuml;r die Forderung nach einem k&ouml;lnweiten Streik- und Protesttag gesammelt hatte. Einzig die kleine taz-K&ouml;ln berichtete &uuml;ber uns, allerdings auch nicht immer objektiv. Allen Widerst&auml;nden zum trotz sind wir, nur neun Monate nach unserer Gr&uuml;ndung, als neue Kraft in den Stadtrat eingezogen. <\/p>\n<p>  <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">Kampagne gegen Nazi-Aufmarsch <\/span><\/p>\n<p>  Dass wir bei dieser Wahl die gro&szlig;e Zustimmung an den Infost&auml;nden nicht in noch mehr Stimmen umsetzen konnten, lag auch daran, dass viele potenzielle W&auml;hlerInnen von dem allgemeinen &#x84;Das bringt ja doch nichts&#x93;-Gef&uuml;hl ergriffen waren. <br \/>  Wir werden auch mit Hilfe des Sitzes im Stadtrat beweisen: Sich wehren bringt was. Noch am Wahlabend haben wir zusammen mit anderen AntifaschistInnen gegen den Einzug von &#x84;Pro K&ouml;ln&#x93; protestiert. Als Deutsche Liga haben &#x84;Pro-K&ouml;ln&#x93;-Mitglieder (Rouhs und andere) Anfang der 90er Jahre ein Kopfgeld auf eine von Abschiebung bedrohte Roma-Frau ausgesetzt. Der Dreifach-M&ouml;rder von Overath hat 1994 f&uuml;r die Deutsche Liga kandidiert. <br \/>  Wir mobilisieren weiter gegen den geplanten Nazi-Aufmarsch am 16. Oktober in K&ouml;ln-Kalk und wir werden mit an vorderster Front im Kampf gegen Sozialabbau und kommunale K&uuml;rzungen stehen. <br \/>  Vielleicht das wichtigste Ergebnis dieses Wahlkampfes: Es wurden neue Mitstrei-terInnen gewonnen, f&uuml;r das Wahlb&uuml;ndnis und f&uuml;r die SAV. <br \/>  (Alle Angaben laut vorl&auml;ufigem amtlichen Endergebnis) <\/p>\n<p>  <big style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">AACHEN:<\/big><\/p>\n<p>  <img align=\"left\" style=\"width: 124px; height: 176px;\" alt=\"treude\" src=\"\/media\/2004\/marc-treude.jpg\">Der Kr&ouml;nungssaal des Aachener Rathaus war am sp&auml;ten Abend des Wahlsonntags bereits fast leer, als sich ein kleiner Demozug von 30 &#x96; 40 Leuten lautstark an diesem &#x84;heiligen&#x93; Ort des Establishments Einlass verschaffte. Pl&ouml;tzlich, wie aus einer Kehle, wurde skandiert: &#x84;Brecht die Macht der Banken und Konzerne&#x93; und &#x84;Hartz IV stoppen wir&#x93;. Die Szene wurde live im Fernsehen &uuml;bertragen! Es war eine Genugtuung, die entgeisterten Gesichter der anwesenden Herren in ihren feinen Anz&uuml;gen zu sehen. An der Spitze der Demo stand Marc Treude neu gew&auml;lter Stadtrat f&uuml;r das Wahlb&uuml;ndnis &#x84;Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag&#x93; und SAV-Mitglied. <br \/>  <span style=\"font-style: italic;\">von Gaetan Kayitare, Aachen <\/span><\/p>\n<p>  Angesichts der bescheidenen personellen und finanziellen Ressourcen war der Wahlkampf sehr intensiv. Wir hatten nicht nur mit einem massiven Presseboykott zu k&auml;mpfen, sondern auch damit, dass neben den etablierten Parteien auch noch vier weitere Kandidaturen konkurrierten. Insgesamt wurden von &#x84;Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag&#x93; 70.000 Flugbl&auml;tter verteilt und &uuml;ber 2.000 Plakate geklebt oder aufgeh&auml;ngt sowie Wahlveranstaltungen in 18 von 29 Wahlkreisen durchgef&uuml;hrt. T&auml;glich fanden zwei bis drei Infost&auml;nde statt. <\/p>\n<p>  <span style=\"font-weight: bold; color: rgb(204, 0, 0);\">Proteste gegen Hartz &#038; Fischer <\/span><\/p>\n<p>  Wir haben die Montagsdemos  massiv unterst&uuml;tzt, eine erfolgreiche Protestaktion vor dem Arbeitsamt mit &uuml;ber 200 TeilnehmerInnen organisiert und die Agentur f&uuml;r Arbeit in &#x84;Agentur f&uuml;r Armut&#x93; umbenannt. Das beste Auftreten hatte das Wahlb&uuml;ndnis beim Besuch vom gr&uuml;nen Au&szlig;enminister Joschka Fischer in Aachen: durchgehend ausgepfiffen musste er nach 30 Minuten abziehen. <br \/>  Mit Tausenden wurde diskutiert. Die allgemeine Resonanz, besonders auf die Anti-Hartz- Kampagne, war gut. Zu den Sitzungen des Wahlb&uuml;ndnisses kamen immer wieder neue Leute. Einige Dutzend sind dem Wahlb&uuml;ndnis beigetreten. Die SAV gewann bis zum Wahltag vier neue Mitglieder. Weitere haben ihren Eintritt angek&uuml;ndigt. <br \/>  Das alles war aber nur m&ouml;glich durch die SAV-Unterst&uuml;tzung aus anderen St&auml;dten. Alle AktivistInnen des Wahlb&uuml;ndnisses anerkannten, welche Rolle die SAV spielte. <\/p>\n<p>  <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">Der Kampf geht nach dem Wahlkampf weiter <\/span><\/p>\n<p>  Die Wahlparty am 26. September begann in Erwartung mindestens eines sicheren Sitzes. Als die erste Hochrechnungen reinkamen, war die Entt&auml;uschung in den Gesichtern abzulesen. Um so gr&ouml;&szlig;er der Jubel Stunden sp&auml;ter. Alle sahen es so, wie es das neue Ratsmitglied Marc Treude ausdr&uuml;ckte: &#x84;Jetzt werden Protest und Widerstand in den Rat getragen!&#x93; Und man fackelte auch nicht lange, sondern formierte einen Demozug ins Rathaus. <br \/>  Noch in der gleichen Nacht wurden Pl&auml;ne geschmiedet, wie die neu eroberte Position genutzt werden kann. Antr&auml;ge f&uuml;r die erste Ratssitzung am 13. Oktober &uuml;berlegt: F&uuml;r die Aufhebung des Beschlusses, die GeWoGe \/ Soziale Wohnungen zu verkaufen, und f&uuml;r Ablehnung von Hartz IV. <br \/>  Wir haben zwar nur 785 Stimmen. Wir haben uns aber durch den Wahlkampf eine starke Basis geschaffen, die zuk&uuml;nftige Erfolge garantieren wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen eroberten die Wahlb&uuml;ndnisse <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">&#8222;gemeinsam gegen sozialraub&#8220;<\/span> in K&ouml;ln und <span style=\"color: rgb(204, 0, 0); font-weight: bold;\">&#8222;Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag&#8220;<\/span> in Aachen jeweils einen Stadtratssitz!<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[104],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11005"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11005"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11005\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11005"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11005"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11005"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}