Monat: November 2008
Ende
Der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama stellte 1992 die These vom
„Ende der Geschichte“ auf. Der Kapitalismus habe endgültig gesiegt.
Sechzehn Jahre später schreibt die Frankfurter Allgemeine
Sonntagszeitung: „Wer sich in die Finanzkrise hineinliest, bekommt
Herzrasen. Selbst die Prognose, der Kapitalismus werde überleben,
scheint plötzlich optimistisch und allein legitimiert durch den Mangel
an Alternativen“ (FAS, 28. September).
Gerettet
Die Hypo Real Estate (HRE) wurde bekanntlich mit Milliarden aus der
Staatskasse vor dem Zusammenbruch gerettet. Weniger bekannt ist: Das
Tochterunternehmen, das den Beinahe-Zusammenbruch maßgeblich verursacht
hat, war die Depfa – ein Tochterunternehmen mit Sitz in Irland. Was noch
weniger wissen: Die Depfa wurde erst Ende 2007 von der HRE übernommen.
Der damalige Chef der Depfa, Gerhard Bruckermann, wurde mit der
sagenhaften Summe von 100 Millionen Euro verabschiedet. Jetzt kann Herr
Bruckermann dem Staat einen Teil des Geldes leihen, das benötigt wird,
um die Rettung der HRE zu finanzieren. Im Gegenzug kann er die Zinsen
kassieren. Leute wie Herr Bruckermann sind damit gerettet, deshalb heißt
das ganze ja auch „Rettungspaket“.
Ausverkauft
Überall werden in diesen Wochen Umsatzeinbrüche gemeldet. Doch ein
Produkt kann sich gegen den Trend behaupten. Sein Absatz konnte
gegenüber dem Jahr 2005 in diesem Jahr schon bis Oktober um 380 Prozent
gesteigert werden von 500 auf 2.400 Exemplare. Weder Investmentbanker
noch Industriekapitäne hatten diesen Trend vorhergesehen – es handelt
sich um „Das Kapital“ von Karl Marx. Im Oktober war „Das Kapital“ auf
dem deutschen Büchermarkt zeitweise ausverkauft.
Günstig
Günstig und zahlreich zu haben sind im Internethandel zur Zeit unter
anderem folgende Titel: „Börse für jedermann: Für Neueinsteiger und
Fortgeschrittene – Erfolgreich sparen mit Aktien, Anleihen und
Investmentfonds (Broschiert)“, gebraucht schon ab 4,80 Euro.
Briefwechsel zwischen Sabine Lösing und Lucy Redler/Sascha Stanicic
ein offener Brief vom LINKE-Parteivorstandsmitglied Sabine Lösing an
Lucy Redler und mich, sowie unsere Antwort auf Sabines Kritik.
Die Gewerkschaften in Zeiten der Krise
DGB-Spitze will Proteste einstellen, statt Tarifkämpfe mit dem Kampf
gegen Entlassungen zu verbinden
100.000 SchülerInnen bundesweit im Streik – ein voller Erfolg!
Etwa 100.000 SchülerInnen waren gestern bundesweit im Streik und zogen
durch die Straßen, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen. Überall in
Deutschland berichtete auch die Presse über die Forderungen: kleinere
Klassen von 20 SchülerInnen, dafür 100.000 LehrerInnen mehr bundesweit,
kostenlose Bildung für alle, Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems
und ein Ende der sozialen Auslese im Bildungssystem.
Schülerstreik in München – 4.000 trotz „Streikverbot“
Auch in München fand am 12. November 08 der bundesweite Schulstreik
„Bildungsblockaden einreißen“ statt. Der Schulstreik war auf ganzer
Linie ein Erfolg. Es nahmen um die 4000 SchülerInnen, StudentInnen,
Eltern und LehrerInnen teil.
Schülerstreik in Dresden: Demo gemeinsam mit Studierenden
Mangels AktivistInnen an Schulen fiel der Schulstreik in Dresden mit ca.
100 Beteiligten zwar bescheiden aus, aber gemessen an den geringen
Vorbereitungen kann von einem geradezu überwältigenden Erfolg gesprochen
werden.