Deutsche Universität in Kairo: Rauswurf von Studenten zurück genommen

Internationale Solidaritätskampagne zwingt Hochschulverwaltung zur Einkehr


 

Mit der Ankündigung der Deutschen Universität in Kairo (GUC), zwei der von der Hochschule zuvor verwiesenen Studenten wieder aufzunehmen, haben ägyptische StudentInnen einen Erfolg erringen können (vgl. „Studentische AktivistInnen von Deutscher Universität in Kairo verwiesen“, 11/03/2012).

von David Johnson, „Socialist Party“ (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England und Wales)

Die studentischen Aktivisten Amr Abdel Wahhab und Hassan Osman Ziko waren am 28. Februar von der Verwaltung der GUC fristlos der Hochschule verwiesen worden, drei weitere Studenten wurden zeitweilig suspendiert.

Mit diesen willkürlichen Maßnahmen reagierte die Hochschulleitung auf eine monatelang von den Studierenden an der GUC geführte Kampagne für das Recht auf die Gründung einer eigenen demokratischen Studierendengewerkschaft.

Die Kampagne zur Wiederaufnahme der beiden dauerhaft vom Hochschulbetrieb verwiesenen Studenten stieß auf ein gewaltiges Echo von Studierenden – nicht nur an der GUC, sondern auch an anderen Universitäten und Hochschulen. Hunderte demonstrierten aus Solidarität auf dem eigenen Hochschulgelände wie auch an der GUC selbst, wo mehr als zwei Wochen lang ein Sit-in veranstaltet wurde. Internationale Proteste und Solidaritätsschreiben für die Studierenden – darunter auch die von CWI-Mitgliedern von überall auf der Welt – gingen bei der Uni-Leitung der GUC ein.

Der Sieg wird zur Steigerung des Selbstbewusstseins unter den Studierenden führen, gegen Hochschulleitungen aufzubegehren, die immer noch im Geist des alten Mubarak-Regimes handeln, für das Recht auf Gründung eigener und unabhängiger Studierendengewerkschaften und für ein wirklich offenes und freies Bildungssystem zu kämpfen.

Um alle Forderungen der Studierenden, der jungen Leute und der arbeitenden Armen Wirklichkeit werden zu lassen, die in der mächtigen, massenhaften und revolutionären Bewegung des vergangenen Jahres zum Ausdruck kamen, müssen die Studierenden sich den ArbeiterInnen anschließen, sich in demokratischen Studierenden- und Arbeitergewerkschaften organisieren sowie beim Aufbau einer sozialistischen Massenpartei mithelfen und für ein Programm einstehen, mit dem ArbeiterInnen, Studierende und junge Leute miteinander vereint werden.