Hände weg vom BAT!

Am Uniklinikum Tübingen wurde der Internationale Frauentag zum Protesttag gegen Stellen- und Sozialabbau.
 
Der baden-württembergische Landtag hat die Tarifbindung der Uniklinika aus dem Hochschulmedizingesetz gestrichen. Da ließ sich der Klinikumsvorstand des Universitätsklinikums Tübingen nicht lange bitten. Sofort beschloss er, von der Möglichkeit, aus den Tarifverträgen des Öffentlichen Dienstes auszusteigen, Gebrauch zu machen. Am 16. März soll der Austritt aus dem Bundesangestelltentarif (BAT) und Manteltarifvertrag für ArbeiterInnen besiegelt werden. Dann soll ein Haustarifvertrag schlechtere Arbeitsbedingungen durchsetzen.
Das Beispiel anderer Kliniken (zum Beispiel in Kiel) macht deutlich, wohin die Reise geht: Massive Lohn- und Gehaltsreduzierungen, Einschränkungen beim Urlaub, Kürzung des Weihnachtsgeldes, Verlängerung der Arbeitswoche auf 40 Stunden. Am 8. März, dem Internationalen Frauentag, organisierte ver.di eine Protestversammlung der betroffenen Frauen. Mit der Parole „Hände weg vom BAT! Drinbleiben und Reformieren statt Aussteigen und Abbauen!“ machten die Beschäftigten ihre Forderungen klar. Denn eines ist sicher: Mit den andauernden Lohnverlusten werden gerade Frauen immer mehr zu Zuverdienerinnen gemacht, die finanziell von ihrem Mann abhängen.
Auch in der Innenstadt protestierten 100 Frauen gegen Sozialabbau. Mit der Parole „Agenda 2010 treibt Frauen zurück an den Herd“ prangerten sie zum Beispiel die neuen Regelungen beim Arbeitslosengeld an. Diese sorgen dafür, dass das Einkommen des Partners herangezogen wird, so dass Frauen wieder abhängiger von ihrem Mann oder Freund werden.

Am Uniklinikum Tübingen ruft ver.di auf zu einer Protestaktion zur Aufsichtsratssitzung am Dienstag, den 16.3.2004 um 13:30 Uhr. Die Aufsichtsratssitzung beginnt um 14:00 Uhr im Konferenzzentrum über dem Casino Schnarrenberg.