{"id":38245,"date":"2019-07-31T16:47:55","date_gmt":"2019-07-31T14:47:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=38245"},"modified":"2019-07-31T16:47:55","modified_gmt":"2019-07-31T14:47:55","slug":"spaltung-in-cwi-und-sav","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2019\/07\/spaltung-in-cwi-und-sav\/","title":{"rendered":"Spaltung in CWI und SAV"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/SAV_logo.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-17827\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/SAV_logo.png\" alt=\"\" width=\"162\" height=\"100\" \/><\/a>Zwei Stellungnahmen<\/strong><\/p>\n<p><em>Das Komitee f\u00fcr eine Arbeiter*inneninternationale (CWI) hat sich gespalten. Auf einer Bundeskonferenz der SAV am 7.9. wird diese Spaltung auch in Deutschland vollzogen werden. Wir ver\u00f6ffentlichen hier zwei Stellungnahmen von SAV-Mitgliedern. Die erste Stellungnahme stammt von der Mehrheit des SAV-Bundesvorstands und ist eine Antwort auf die zweite Stellungnahme, die von einer Minderheit des Bundesvorstands und weiteren Mitgliedern verfasst wurde. <\/em><\/p>\n<h3>Eine notwendige Spaltung<\/h3>\n<h4>Warum sich die Wege von Mitgliedern der SAV trennen \u2013 Erkl\u00e4rung der Mehrheit des SAV Bundesvorstands<\/h4>\n<p>Das Komitee f\u00fcr eine Arbeiter*inneninternationale (CWI), die internationale sozialistische Organisation der die SAV angeh\u00f6rt, hat sich gespalten. Auf einer internationalen Konferenz wurde das CWI am 25.7. unter unserer Beteiligung rekonstituiert, woraufhin sich international eine Gruppe in einer neuen Organisation mit dem Namen \u201eWorld Socialist Alternative (WSA)\u201c zusammengeschlossen hat. Grund sind tiefgreifende politische Differenzen, die wir in dieser Stellungnahme umrei\u00dfen werden.<\/p>\n<p>In der SAV haben sich in den letzten Monaten zwei Fraktionen gebildet, die die jeweiligen Positionen der zwei international bestehenden Gruppen, die sich im CWI entwickelt haben, unterst\u00fctzen. Die Mehrheit der Bundesvorstands und der Bundesleitung unterst\u00fctzt das Internationale Sekretariat und die internationale Fraktion. Auch in der SAV wird es zu einer organisatorischen Trennung kommen, die auf einer Bundeskonferenz am 7. September vollzogen werden wird.<\/p>\n<p>SAV-Mitglieder um Lucy Redler und Claus Ludwig haben nun eine Stellungnahme ver\u00f6ffentlicht, in der sie ihre Sicht der Spaltung darstellen. Wir haben mit diesen Genoss*innen \u00fcber viele Jahre zusammen gearbeitet und haben gro\u00dfen Respekt vor ihrem Beitrag zum Aufbau der SAV. Wir m\u00fcssen aber leider darauf reagieren und feststellen, dass ihre Darstellung in wichtigen Punkten nicht der Wahrheit entspricht bzw. wichtige Aspekte der tats\u00e4chlichen Ereignisse einfach unerw\u00e4hnt l\u00e4sst.<\/p>\n<h4>Der Kampf um eine marxistische Organisationen<\/h4>\n<p>Uns ist bewusst, dass es f\u00fcr Au\u00dfenstehende schwer ist, eine solche Entwicklung nachzuvollziehen. Die Zersplitterung der Linken wird verst\u00e4ndlicherweise als etwas Negatives betrachtet. Einheit wird mit St\u00e4rke gleichgesetzt. Die ideologischen Auseinandersetzungen unter Sozialist*innen werden oft als Kampf um die \u201ereine Lehre\u201c wahr genommen. Viele k\u00f6nnen die Existenz dutzender Gruppen, die sich auf den Trotzkismus berufen und auf den ersten Blick sehr viele Gemeinsamkeiten haben, nicht nachvollziehen.<\/p>\n<p>Die Geschichte der Arbeiter*innenbewegung ist aber auch die Geschichte gescheiterter Revolutionen, Perioden der Reaktion und von Parteien, die mit viel Hoffnung und unter gro\u00dfen Opfern aufgebaut wurden und dann politisch gegen\u00fcber dem Kapitalismus kapituliert haben oder von kleinen Gruppen, die den Bezug zur Arbeiter*innenklasse verloren haben. Das sind grundlegend politische Fragen. Die Aufgabe eine wirklich sozialistische Massenkraft aufzubauen, die die \u00dcberwindung der Klassenherrschaft des B\u00fcrgertums anstrebt und sich nicht den kapitalistischen Sachzw\u00e4ngen anpasst, steht immer noch vor uns. Wir sind davon \u00fcberzeugt, dass dazu ein bestimmtes Verst\u00e4ndnis von marxistischem Programm und Methode eine notwendige Voraussetzung ist, wie wir sie in SAV und CWI \u00fcber Jahrzehnte entwickelt haben. Das war und ist der Grund, weshalb wir eine unabh\u00e4ngige Existenz aufrechterhalten haben, weshalb es unterschiedliche Organisationen gibt, die sich auf den Trotzkismus berufen und weshalb wir uns nicht in der Partei DIE LINKE aufgel\u00f6st haben. Spaltungen k\u00f6nnen im Kampf um den Aufbau einer marxistischen Organisation notwendige, wenn auch schmerzhafte, Kl\u00e4rungsprozesse darstellen.<\/p>\n<h4>Die Tradition von SAV und CWI<\/h4>\n<p>F\u00fcr SAV und CWI war und ist entscheidend, dass nur die Arbeiter*innenklasse die Tr\u00e4gerin einer sozialistischen Ver\u00e4nderung der Gesellschaft sein kann. Ihre Stellung im Produktionsprozess gibt ihr die M\u00f6glichkeit kollektiv zu handeln und die kapitalistische Gesellschaft lahm zu legen, aber auch eine neue sozialistische Gesellschaft auf Basis von Gemeineigentum an Produktionsmitteln zu gestalten. Daraus ergibt sich die dringende Notwendigkeit, sozialistische Ideen in der Arbeiter*innenklasse zu verbreiten und eine Organisation aufzubauen, die in der Klasse und ihren Organisationen t\u00e4tig ist und sich dort verankert. Dazu geh\u00f6rt nicht zuletzt eine kontinuierliche und systematische Arbeit in den Gewerkschaften mit dem Ziel, diese auf k\u00e4mpferische Grundlage aufzubauen und eine klassenk\u00e4mpferische Opposition in diesen zu bilden. Ein weiterer entscheidender Punkt, der CWI und SAV ausmacht, ist dass wir dem Druck widerstanden haben, das sozialistische Programm zu verw\u00e4ssern, um besseren Anklang in breiteren Schichten und anderen linken oder gewerkschaftlichen Organisationen zu finden.<\/p>\n<p>Diese beiden Grundpfeiler der Identit\u00e4t von SAV und CWI wurden in der politischen Praxis von einem Teil der F\u00fchrungen der Schwesterorganisationen, vor allem in Irland, USA und Griechenland, in Frage gestellt.<\/p>\n<p>Wenn Lucy Redler, Claus Ludwig und andere in ihrer Stellungnahme behaupten, dieser Vorwurf sei haltlos, dann ist das leider eine sehr unehrliche und eigenwillige Darstellung der politischen Entwicklung, die es in einer Reihe von CWI-Sektionen gegeben hat. Aus unserer Sicht versuchen sie dadurch auch davon abzulenken, dass sie zu diesen Fragen untereinander sehr unterschiedliche Meinungen haben.<\/p>\n<h4>Die politischen Differenzen sind entscheidend<\/h4>\n<p>Wir haben in einer achtmonatigen, demokratischen der Debatte ausreichend dargelegt, wie in einer Reihe von Sektionen ein sozialistisches \u00dcbergangsprogramm keine Anwendung mehr fand, wenn die dortigen Organisationen in Massenbewegungen oder Wahlk\u00e4mpfen agiert haben, wie sie sich von systematischer Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit abgewendet haben bzw. Ideen entwickelt haben, die die Gewerkschaften aufgrund ihres derzeitigen b\u00fcrokratisierten Zustands als zentrale Orte f\u00fcr die T\u00e4tigkeit von Marxist*innen abschreiben, wie sie einseitig und viel zu weitgehend auf die zur Zeit gro\u00dfen Frauen- und Umweltproteste orientieren (wobei nicht in Frage steht, dass diese Bewegungen von gro\u00dfer Bedeutung sind und Sozialist*innen dort energisch und mit einem sozialistischen Programm eingreifen sollen). Wir haben uns dabei nicht an den von diesen Genoss*innen wiederholt vorgetragenen Glaubensbekenntnissen orientiert, sondern an ihrer realen politischen Arbeit. Wir mussten auch feststellen, dass sich die Differenzen im Verlauf der Debatte vertieft haben.<\/p>\n<p>Die tiefere Ursache dieser Entwicklung liegt in der objektiven Lage begr\u00fcndet, vor allem der Tatsache, dass die Arbeiter*innenklasse auch nach der Krise von 2007\/08 keine neuen linken Massenparteien entwickelt hat und sich sozialistisches Bewusstsein erst in kleinen Teilen der Klasse und der Jugend wieder entwickelt. Die neuen linken Parteien werden den Anforderungen der Zeit nicht gerecht, passen sich an oder haben, wie SYRIZA, offenen Verrat begangen. Gleichzeitig gibt es gro\u00dfe Proteste f\u00fcr Frauenrechte und gegen den Klimawandel, die von gro\u00dfer Bedeutung sind, die aber in der Regel einen klassen\u00fcbergreifenden Charakter haben und in denen sozialistische Ideen schwach sind. Diese Situation \u00fcbt einen gro\u00dfen Druck auf Sozialist*innen aus, sich dem dominierenden Bewusstsein anzupassen.<\/p>\n<p>Besondere Bl\u00fcten hat diese politische Entwicklung in Griechenland genommen, wo Arbeiter*innen im Bergbau de facto aufgefordert wurden, ihre Arbeitspl\u00e4tze aufzugeben, um sich nicht an umweltzerst\u00f6render und gesundheitssch\u00e4dlicher Produktion zu beteiligen, anstatt ein Programm vorzutragen, was darlegt, dass es zwischen Verteidigung von Arbeitspl\u00e4tzen und Rettung der Umwelt keinen Widerspruch geben muss und wo die F\u00fchrung der Organisation die These vertritt, man k\u00f6nne keine Forderungen an den Gewerkschaftsverband stellen. Diese Positionen werden trotz unserer Kritik von den griechischen Genoss*innen und deren internationalen Unterst\u00fctzer*innen verteidigt.<\/p>\n<p>In Hongkong wurden auf den Massenprotesten der letzten Monate anfangs Flugbl\u00e4tter verteilt, die sich faktisch auf die Verteidigung demokratischer Rechte beschr\u00e4nkten und keine sozialistische Perspektive f\u00fcr die Bewegung aufzeigten. Bevor sie von unserer Seite f\u00fcr ihre Positionen kritisiert wurden, forderten sie zuerst nur die R\u00fccknahme des Auslieferungsgesetzes und als die Bewegung dann den Sturz der Regierung forderte, wurde diese Forderung aufgegriffen, aber ohne zu sagen, wie eine neue Regierung aussehen soll.<\/p>\n<p>In den USA war der Kampf f\u00fcr die Bildung einer Arbeiter*innenpartei immer ein zentraler Bestandteil unseres Programms, weil Demokraten wie Republikaner kapitalistische Parteien sind. Hier sehen wir eine Ann\u00e4herung an linke Kr\u00e4fte in der b\u00fcrgerlich-kapitalistischen Demokratischen Partei. Bernie Sanders wird nicht einmal mehr ausreichend daf\u00fcr kritisiert, dass er versucht Pr\u00e4sidentschaftskandidat der Demokraten zu werden und erkl\u00e4rt, er wolle die Demokratische Partei st\u00e4rken.<\/p>\n<p>In Irland, wo der Wahlkampf 2016 faktisch mit einem linksreformistisch-keynesianischen Programm gef\u00fchrt wurde, wo die weitestgehende Forderung die Besteuerung der Reichen war, und in der Bewegung f\u00fcr das Recht auf Abtreibung im Jahr 2018 kein sozialistisches \u00dcbergangsprogramm propagiert wurden. Hier wurde dann der Europawahlkampf 2019 mit einer Ausrichtung gef\u00fchrt, die nicht die gesamte Arbeiter*innenklasse ansprach (sondern mit dem Hauptslogan \u201eFor a socialist feminist voice for Europe\u201c einseitig das Thema Feminsmus in den Mittelpunkt ger\u00fcckt wurde), was ein Faktor daf\u00fcr war, dass die irische Socialist Party ein heftige Wahlniederlage erlebt hat und deutlich mehr \u2013 von 29.953 auf 4967 &#8211; Stimmen als alle anderen linken Kr\u00e4fte verloren hat. Eine kritische Aufarbeitung dieses Desasters gibt es nicht, weder von der irischen F\u00fchrung noch ihren internationalen Unterst\u00fctzer*innen.<\/p>\n<p>All diese konkreten inhaltlichen Punkte, die den politischen Trend derjenigen, die mit den CWI-Prinzipien brechen, illustrieren, finden in der Stellungnahme von den deutschen Unterst\u00fctzer*innen der WSA und anderen keine Erw\u00e4hnung.<\/p>\n<h4>Identit\u00e4tspolitik<\/h4>\n<p>Ein wichtiger Aspekt der Debatte ist auch die zunehmende Bedeutung von Identit\u00e4tspolitik in der Linken. Identit\u00e4tspolitik versteht unterschiedliche Unterdr\u00fcckungs- und Ausbeutungsformen als nebeneinander existierende Ph\u00e4nomene mit unterschiedlichen Ursachen. Marxist*innen hingegen sehen die Klassengesellschaft \u2013 also heute den Kapitalismus \u2013 als tiefere Ursache aller Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung und die Ersetzung des Kapitalismus durch Sozialismus als notwendige Voraussetzung jede Form von Unterdr\u00fcckung und Ausbeutung zu \u00fcberwinden. Identit\u00e4tspolitik betont die Arbeiter*innenklasse trennende Fragen, f\u00f6rdert Separatismus und erschwert die Entwicklung einheitlicher Klassenbewegungen, die Unterdr\u00fcckung und den Kapitalismus erfolgreich herausfordern k\u00f6nnen. Aus unserer Sicht haben Genoss*innen in Irland, den USA etc. begonnen dem Druck, der von der Identit\u00e4tspolitik ausgeht, nachzugeben. Eine eindeutige Haltung, die sich an der Arbeiter*innenklasse orientiert, hei\u00dft mitnichten, dass wir hier und heute nicht mit gr\u00f6\u00dfter Kraft gegen jegliche Unterdr\u00fcckung k\u00e4mpfen, sondern dass wir einen Weg aufzeigen, wie diese durch den gemeinsamen Kampf aller Unterdr\u00fcckten gegen den Kapitalismus beendet werden kann. Wir beteiligen uns energisch an den internationalen Frauenprotesten, tragen in diese aber einen Klassenstandpunkt und sozialistische Ideen und fordern die in ihnen oftmals dominierenden kleinb\u00fcrgerlichen Ideen heraus.<\/p>\n<h4>Gegen Beliebigkeit<\/h4>\n<p>All diese Fehlentwicklungen wurden von uns angesprochen und zur Diskussion gestellt. Es gab aber leider auf der anderen Seite der Debatte keine wirkliche Bereitschaft, ihre politische Entwicklung selbstkritisch zu reflektieren und zu korrigieren. Deshalb mussten wir feststellen, dass sich ein politischer Trend im CWI entwickelt hatte, der grundlegende Prinzipien der Organisation verl\u00e4sst und in eine opportunistische, als politisch angepasstere, Richtung geht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Lucy Redler, Claus Ludwig und die anderen Genoss*innen ist das kein Problem. Sie sind der Meinung, dass all diese \u2013 aus unserer Sicht falschen \u2013 Positionen in einer marxistischen Organisation auch den Kurs vorgeben k\u00f6nnen. In ihrer \u00f6ffentlichen Erkl\u00e4rung geben sie drei Gr\u00fcnde an, die aus ihrer Sicht eine Spaltung rechtfertigen: \u201ewenn sich ein Teil der Organisation materielle Privilegien verschaffen wollte oder wenn ein Teil sich an einer Regierungskoalition mit pro-kapitalistischen Parteien beteiligen w\u00fcrde (\u2026) oder diese guthei\u00dfen w\u00fcrde. Oder wenn ein Teil die Perspektive einer eigenst\u00e4ndigen revolution\u00e4ren Organisation aufgegeben und eine Aufl\u00f6sung in breite linke Formationen bevorzugen w\u00fcrde.\u201c Wenn nur bei so schwerwiegenden Gr\u00fcnden eine getrennte Existenz von trotzkistischen Organisationen gerechtfertigt ist, dann war die Existenz von CWI und SAV in den letzten 45 Jahren nicht gerechtfertigt und m\u00fcssten diese Genoss*innen zu einer Vereinigung aller Kr\u00e4fte aufrufen, die sich auf den Marxismus berufen. Jede*r, der bzw. die die SAV und das CWI kennt, wird erkennen, dass allein diese Aussage ausdr\u00fcckt, dass sich diese Genoss*innen vom Selbstverst\u00e4ndnis und den Grunds\u00e4tzen unserer Organisation verabschiedet haben.<\/p>\n<h4>Die Frage der Demokratie<\/h4>\n<p>Es gibt einen weiteren Aspekt der Debatte, der von Bedeutung ist. Die Frage der demokratischen Strukturen und Prozesse in einer revolution\u00e4ren Organisation. Die Unterst\u00fctzer*innen der WSA werfen uns undemokratische Methoden vor und stellen unsere Glaubw\u00fcrdigkeit in Frage. Wir h\u00e4tten es vorgezogen diesen Aspekt der Fraktionsauseinandersetzung im CWI nicht \u00f6ffentlich zu debattieren, sehen uns aber nun zu einer Replik gezwungen, weil die andere Seite versucht uns \u00f6ffentlich an dieser Frage zu diskreditieren. Das macht sie unserer Meinung nach, weil sie versucht von den politischen Differenzen abzulenken.<\/p>\n<p>Es ist zutiefst heuchlerisch, dass diese Genoss*innen uns einen Mangel an Demokratie vorwerfen. Ausl\u00f6ser des Spaltungsprozesses war ein Vorfall in einer Sektion des CWI, wo sich einige f\u00fchrende Mitglieder \u00fcber alle demokratischen Strukturen der dortigen Organisation (einschlie\u00dflich der Mehrheit der gew\u00e4hlten F\u00fchrungsgremien) hinweggesetzt haben und \u00fcber zwei Monate viele Mitglieder ausspioniert haben, um eine vermutete politische Opposition in der Organisation zu bek\u00e4mpfen, und dabei alle demokratischen Prinzipien und die Pers\u00f6nlichkeitsrechte von Mitgliedern verletzt haben. Das Internationale Sekretariat und seine Unterst\u00fctzer*innen waren nicht bereit, ein solches Vorgehen zu akzeptieren und bestanden auf einer offenen Debatte und kritisierten dieses Verhalten aufs Sch\u00e4rfste. In jeder anderen Organisation h\u00e4tte ein solches Verhalten Konsequenzen gehabt. Nicht aber in diesem Fall. Hier beschloss die F\u00fchrung der Sektion, das Vorgehen sei \u201edemokratisch und prinzipienfest\u201c gewesen und setzte damit eine Pr\u00e4zedenz f\u00fcr die Zukunft. Das ist aus unserer Sicht kein Zufall, denn diese Sektion ist weitgehend von Staatsgeld abh\u00e4ngig und verf\u00fcgt \u00fcber einen \u00fcberdimensionierten Hauptamtlichenapparat, der auch die F\u00fchrungsgremien dominiert, womit eine wirklich demokratische Struktur untergraben wird. Dieselben Leute, die daf\u00fcr verantwortlich waren, sitzen heute in der F\u00fchrung der von ihnen ins Leben gerufenen neuen Organisation \u201eWorld Socialist Alternative (WSA)\u201c.<\/p>\n<p>Als das Internationale Sekretariat solche Methoden kritisierte und die inhaltliche Kritik an der Politik der entsprechenden Sektion zur Debatte stellte, begann eine auf Unwahrheiten aufgebaute Kampagne von einem Teil der Sektionsf\u00fchrungen gegen das IS. Wie mittlerweile bekannt geworden ist, gab es hinter den Kulissen schon \u00fcber Jahre eine Anti-IS-Koordination unter diesen Leuten. Diese behaupteten nun, dass das IS die entsprechende Sektion aus dem CWI schmei\u00dfen wolle und organisierten eine Kampagne im Namen von Einheit und Demokratie.<\/p>\n<p>Es ist tragisch, dass viele Genoss*innen darauf hereingefallen sind, dr\u00fcckt aber letztlich nur aus, dass viele von ihnen dieselbe politische Entwicklungsrichtung eingeschlagen haben, die mehr und mehr in einen Widerspruch zu den Traditionen und Grunds\u00e4tzen des CWI geriet.<\/p>\n<p>Es wurde von Beginn an klar, dass es diesen Kr\u00e4ften darum ging, eine Opposition gegen das IS aufzubauen, um die Mehrheitsverh\u00e4ltnisse im CWI und damit die politische Ausrichtung der Organisation zu ver\u00e4ndern. Darauf reagierten ein Teil der IEK-Mitglieder um die Mehrheit des IS mit der Gr\u00fcndung einer Fraktion \u2013 \u00fcbrigens bevor sie in einer Abstimmung in einer knappen Minderheit waren. Grund war die Notwendigkeit eine offene und organisierte Debatte zu den strittigen Fragen zu garantieren und die Verteidigung der Prinzipien des CWI in einem transparenten und demokratischen Prozess zu organisieren. Es war also keine Reaktion darauf, in die Minderheit geraten zu sein, sondern auf die Entwicklung fundamentaler politischer Differenzen. In ihrer Stellungnahme schreiben die Unterst\u00fctzer*innen der WSA in Deutschland, sie w\u00fcrden politische Vorschl\u00e4ge nicht danach beurteilen, wer diese macht, sondern nach dessen Inhalt. Als bei der Sitzung des Internationalen Vorstands (IEK) im November 2018 das IS und seine Unterst\u00fctzer*innen eine Resolution vorschlugen, die einen Konsens formulierte und problemlos gemeinsam h\u00e4tte verabschiedet werden k\u00f6nnen, erkl\u00e4rte die Gegenseite, es komme nicht nur darauf an, was der Inhalt eines Vorschlags ist, sondern auch wer ihn einbringt. Mit dieser Begr\u00fcndung wurde eine Kampfabstimmung durchgesetzt, um einen Riss in der internationalen Organisation herzustellen. Im Verlauf der achtmonatigen Debatte hat sich aus unserer Sicht best\u00e4tigt, dass es diesen Kr\u00e4ften zu keinem Zeitpunkt darum ging, die Einheit der Organisation zu bewahren, auch wenn sie das immer wieder behaupteten.<\/p>\n<p>Es ist nicht wahr, dass das Internationale Sekretariat die politische Haltung einer Minderheit der Mitglieder des CWI repr\u00e4sentiert. Die von der WSA verbreitete Zahl, \u00fcber zwei Drittel der Mitglieder w\u00fcrden ihre Positionen unterst\u00fctzen, ist eine Phantasiezahl. Es ist wahr, dass dies in den Gremien und hinsichtlich der Anzahl der Sektionen der Fall ist, nicht aber in Bezug auf die Mitgliedschaft. Im CWI gibt es internationale Gremien (IEK, Weltkongress), die nicht wirklich die zahlenm\u00e4\u00dfige Mitgliedschaft repr\u00e4sentieren. Gro\u00dfe Sektionen sind unterproportional vertreten, weil verhindert werden sollte, dass sie die internationale Organisation dominieren k\u00f6nnen. Es gab so leider keinen Weg f\u00fcr die Mehrheit der Mitglieder ihre Haltung in den internationalen Gremien zur Geltung zu bringen.<\/p>\n<p>Da die Mehrheit des IEK aber einen opportunistischen Kurs eingeschlagen hat, somit den politischen Charakter der Gesamtorganisation gef\u00e4hrdet und es keine Bereitschaft zu Selbstkritik und Korrektur von Fehlentwicklungen gibt, ist eine Trennung der Wege n\u00f6tig geworden. Gleichzeitig war klar geworden, dass die Debatte an ihr Ende gekommen war und sich zwei feste Bl\u00f6cke gegen\u00fcber stehen. Vor diesem Hintergrund haben Vertreter*innen aus England und Wales, Schottland, Nord- und S\u00fcdirland, Frankreich, Deutschland, \u00d6sterreich, Finnland, S\u00fcdafrika, Malaysia, Indien, Sri Lanka und Chile das CWI auf einer Konferenz Ende Juli rekonstituiert auf Basis der politischen Positionen, die in der Debatte vom Internationalen Sekretariat und seinen Unterst\u00fctzer*innen formuliert wurden und die die Prinzipien und Traditionen des CWI darstellen. Weitere Unterst\u00fctzer*innen gibt es in Japan, Nigeria, Pakistan und Israel, aus den USA waren Beobachter*innen bei der Konferenz.<\/p>\n<p>Die nun in den sozialen Medien erhobenen Vorw\u00fcrfe, wir h\u00e4tten undemokratische Methoden angewendet, weisen wir zur\u00fcck. Vor allem weisen wir die L\u00fcge zur\u00fcck, uns hunderttausende Euro durch unser Vorgehen unter den Nagel gerissen zu haben. Jede*r, der beim letzten Weltkongress bzw. der letzten Sitzung des internationalen Vorstands des CWI die Finanzberichte geh\u00f6rt und gelesen hat, wei\u00df, dass dies eine Phantasiezahl ist, die verbreitet wird, um uns zu diskreditieren. Tatsache ist, dass die Sektionen des CWI, die nun die neue Organisation WSA bilden, vor einigen Monaten (in einem Fall sogar schon vor einem Jahr) aufgeh\u00f6rt hatten ihre internationalen Finanzbeitr\u00e4ge und ausstehende Gelder an die internationale Organisation zu zahlen und damit den ersten praktischen Schritt zur Spaltung ergriffen hatten.<\/p>\n<h4>Ausschl\u00fcsse?<\/h4>\n<p>Ebenso hat es, wie behauptet wird, keine Ausschl\u00fcsse gegeben. Die Socialist Party von England und Wales, gegen die sich der Vorwurf zuallererst richtet schreibt dazu:<\/p>\n<p>\u201eDie Resolution, die mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit auf der Konferenz der Socialist Party verabschiedet wurde, ruft alle Mitglieder, unabh\u00e4ngig von ihrer inhaltlichen Position dazu auf &#8218;weiterhin dabei zu helfen, die Socialist Party als Teil einer gesunden internationalen trotzkistischen Organisation aufzubauen um sich auf die zuk\u00fcnftigen gro\u00dfen Klassenk\u00e4mpfe vorzubereiten.&#8216; (\u2026) Dann erkl\u00e4rt sie, dass &#8218;falls eine kleine Minderheit sich stattdessen entscheidet, eine alternative Organisation basierend auf opportunistischer Politik aufzubauen, sie dies au\u00dferhalb der Socialist Party tun muss, wo sie die Gelegenheit dazu haben, ihre Ideen im realen Klassenkampf zu testen.<\/p>\n<p>Schon bevor die Socialist Party Konferenz eine Entscheidung getroffen hatte, hatte eine kleine Zahl von Mitgliedern schon Pl\u00e4ne gemacht eine neue, sich nach rechts entwickelnde Organisation zu bilden, deren Gr\u00fcndungsveranstaltung eine Stunde nach Ende unserer Konferenz stattfand.&#8217;\u201c<\/p>\n<p>Wir sahen uns leider gezwungen, diese internen Vorg\u00e4nge, die zur Spaltung des CWI gef\u00fchrt haben, hier ausf\u00fchrlich darzustellen, um der Hetzkampagne in den sozialen Medien und den Falschdarstellungen in der Stellungnahme von Lucy Redler, Claus Ludwig und anderen entgegenzutreten. Wir sind entt\u00e4uscht dar\u00fcber, dass diese Genoss*innen zu solchen Methoden greifen. Damit schaden sie nicht nur uns, sondern im Endeffekt dem Trotzkismus und der Arbeiter*innenbewegung insgesamt.<\/p>\n<h4>SAV<\/h4>\n<p>Welche Seite in der SAV die Mehrheit haben wird, stellt sich auf einer Bundeskonferenz am 7. September heraus. Unabh\u00e4ngig davon werden wir den Aufbau einer revolution\u00e4r-sozialistischen Organisation fortsetzen, die die politischen und programmatischen Traditionen und Prinzipien von CWI und SAV verteidigt. Wir werden alle unsere Kraft darin stecken, den Widerstand der Arbeiter*innenklasse und der Jugend zu f\u00f6rdern und zu st\u00e4rken und diesen mit marxistischen Ideen zu bewaffnen. Wir werden in den Gewerkschaften f\u00fcr eine k\u00e4mpferische Politik und demokratische Strukturen k\u00e4mpfen und das neue Projekt \u201eVernetzung K\u00e4mpferische Gewerkschaften (VKG)\u201c mit aufbauen, wir werden in der LINKEN weiter f\u00fcr sozialistische Positionen k\u00e4mpfen und die AKL darin unterst\u00fctzen, eine linke Opposition in der Partei zu vernetzen, im Jugendverband linksjugend[&#8217;solid] werden wir den Bundesarbeitskreis Revolution\u00e4re Linke mit anderen Aktivist*innen aufbauen. Wir werden weiterhin die Krankenhausbesch\u00e4ftigten in vielen Orten bei ihrem Kampf um mehr Personal unterst\u00fctzen, Widerstand gegen Rechts organisieren, Mieter*innenk\u00e4mpfe voran treiben und mit allen Unterdr\u00fcckten und Ausgebeuteten darum k\u00e4mpfen gemeinsam mit der Arbeiter*innenklasse die Gesellschaft sozialistisch umzugestalten.<\/p>\n<p>Dabei werden wir, wie in der Vergangenheit die Kooperation mit allen linken und k\u00e4mpferischen Kr\u00e4ften anstreben, die die Verh\u00e4ltnisse \u00e4ndern und betriebliche, gewerkschaftliche und soziale K\u00e4mpfe f\u00f6rdern wollen. Dazu geh\u00f6ren auch diejenigen Genoss*innen, mit denen wir viele Jahre in der SAV zusammen gearbeitet haben und die nun einen anderen Weg eingeschlagen haben.<\/p>\n<p>Wir fordern alle SAV-Mitglieder und Interessierte auf, diesen Weg mit uns zu gehen. Gruppen und Aktivist*innen unserer Organisation werden in Rostock, Berlin, Dresden, Kassel, Bayreuth, Dortmund, Aachen, Lemgo, Mainz, Stuttgart und weiteren Orten aktiv sein und im Herbst \u00f6ffentliche Veranstaltungen durchf\u00fchren, auf denen wir uns der Diskussion stellen werden. Eine ausf\u00fchrlichere Darstellung der politischen Differenzen wird von uns im September ver\u00f6ffentlicht werden.<\/p>\n<p><em>SAV-Bundesvorstands-Mehrheit<\/em><\/p>\n<p>Aleksandra Setsumei, Aachen<\/p>\n<p>Alexandra Arnsburg, Berlin<\/p>\n<p>Angelika Teweleit, Bundesleitung<\/p>\n<p>Daniel Kehl, Dortmund<\/p>\n<p>Dorit Hollasky, Dresden<\/p>\n<p>Frank Redelberger, Lemgo<\/p>\n<p>Jens Jaschik, Dortmund<\/p>\n<p>Max Klinkner, Mainz<\/p>\n<p>Michael Koschitzki, Bundesleitung<\/p>\n<p>Ren\u00e9 Arnsburg, Bundesleitung<\/p>\n<p>Ren\u00e9 Henze, Rostock<\/p>\n<p>Ronald Luther, Berlin<\/p>\n<p>Sascha Stani\u010di\u0107, Bundesleitung<\/p>\n<p>Sebastian F\u00f6rster, Kassel<\/p>\n<p>S\u00f6nke Schr\u00f6der, Dortmund<\/p>\n<p>Steve Hollasky, Dresden<\/p>\n<p>Svenja Jeschak, Dortmund<\/p>\n<p>Tom Hoffmann, Berlin<\/p>\n<p>Torsten Sting, Rostock<\/p>\n<p>Wolfram Klein, Stuttgart<\/p>\n<p>Links zu weiteren Artikeln:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.socialistworld.net\/index.php\/192-cwi\/10249-refounding-the-committee-for-a-workers-international-on-the-basis-of-a-trotskyist-programme-and-method\">http:\/\/www.socialistworld.net\/index.php\/192-cwi\/10249-refounding-the-committee-for-a-workers-international-on-the-basis-of-a-trotskyist-programme-and-method<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialistparty.org.uk\/articles\/29390\/31-07-2019\/cwi-refounded-with-determination-and-confidence\">https:\/\/www.socialistparty.org.uk\/articles\/29390\/31-07-2019\/cwi-refounded-with-determination-and-confidence<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.socialistparty.org.uk\/articles\/29389\/21-07-2019\/socialist-party-conference-reaffirms-the-cwis-historic-approach\">https:\/\/www.socialistparty.org.uk\/articles\/29389\/21-07-2019\/socialist-party-conference-reaffirms-the-cwis-historic-approach<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Eine unn\u00f6tige Spaltung im CWI und der SAV<\/h3>\n<h4>Kampf f\u00fcr sozialistische Demokratie geht nur mit demokratischen Methoden<\/h4>\n<p>Liebe Kolleg*innen, Genoss*innen, Mitstreiter*innen der SAV,<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen leider mitteilen, dass eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe von Genoss*innen bei einer internationalen Fraktionskonferenz, die zwischen dem 22. und dem 25. Juli in London stattfand, beschlossen hat, sich vom &#8222;Komitee f\u00fcr eine Arbeiter*inneninternationale&#8220; (engl. CWI) abzuspalten.<\/p>\n<p>Auch ein Teil der Mitgliedschaft der Sozialistischen Alternative (SAV) hat sich dieser Abspaltung angeschlossen. Damit ist die Spaltung auch in Deutschland eine politische Realit\u00e4t. Eine Sonderkonferenz der SAV Anfang September kann nun nur noch die mit der Spaltung verbundenen praktischen Fragen kl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Eine Mehrheit des CWI und seiner Sektionen international und &#8211; wie wir glauben &#8211; auch eine Mehrheit der SAV in Deutschland, waren und sind gegen diese Spaltung. Wir halten sie f\u00fcr politisch nicht gerechtfertigt und daher f\u00fcr extrem sch\u00e4dlich.<\/p>\n<p>Entz\u00fcndet hatte sich der Streit Ende letzten Jahres an Fragen der Politik und Praxis der irischen Sektion des CWI. Auf einem Treffen des internationalen Vorstandes des CWI, bestehend aus gew\u00e4hlten Mitgliedern aus allen Sektionen (genannt IEK), war die engere Leitung (genannt IS) zum ersten Mal in der 45j\u00e4hrigen Geschichte des CWI in eine Minderheitsposition geraten.<\/p>\n<p>Eine Reihe der Mitglieder der IS-Mehrheit standen seit Jahrzehnten an der Spitze der Organisation, einige seit dessen Gr\u00fcndung. Aus dem f\u00fcr sie offenbar \u00fcberraschenden Umstand, bei einer wichtigen Meinungsverschiedenheit international in die Minderheit geraten zu sein, zogen sie den Schluss, dass es \u00fcber die Fragen in Irland hinausgehende, fundamentale Differenzen geben m\u00fcsse. Es kam zu einer aus unserer Sicht v\u00f6llig unn\u00f6tigen Eskalation der Debatte um politische Fragen.<\/p>\n<p>Diejenigen, die sich jetzt abgespalten haben, folgten damit der Ansicht der IS-Mehrheit, wonach alle, die nicht ihrer Meinung sind, eine \u201erechts-opportunistische\u201c Entwicklungsrichtung eingeschlagen h\u00e4tten, sich dem Druck kleinb\u00fcrgerlicher Ideen, insbesondere der \u201cIdentit\u00e4tspolitik\u201d , gebeugt h\u00e4tten und die notwendige Orientierung auf die Arbeiter*innenklasse und die Gewerkschaften aufgegeben h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht sind diese Vorw\u00fcrfe haltlos. Wir k\u00f6nnen nur empfehlen, sich selber ein Bild zu machen. Wer mag und der jeweiligen Sprache m\u00e4chtig ist, schaue sich dazu die politischen Ver\u00f6ffentlichungen von Sektionen des CWI an, die gegen den Spaltungskurs der IS-Mehrheit aufgetreten sind, darunter: USA, Brasilien, Schweden, Irland, Belgien, \u00d6sterreich, Griechenland, Israel\/Pal\u00e4stina, Russland, China, Hongkong, Australien. Auch in Deutschland hat die Bundeskonferenz der SAV noch im Januar einstimmige Beschl\u00fcsse zur politischen Lage, Perspektiven und zu unserer Mitarbeit in LINKE und Gewerkschaften gefasst.<\/p>\n<p>Fundamentale Differenzen, die eine Spaltung rechtfertigen w\u00fcrden, w\u00e4ren etwa, wenn sich ein Teil der Organisation materiellen Privilegien verschaffen wollte oder wenn ein Teil sich an einer Regierungskoalition mit pro-kapitalistischen Parteien beteiligen w\u00fcrde und dadurch Mitverantwortung f\u00fcr K\u00fcrzungen oder Abschiebungen \u00fcbernehmen oder diese guthei\u00dfen w\u00fcrde. Oder wenn ein Teil die Perspektive einer eigenst\u00e4ndigen revolution\u00e4ren Organisation aufgegeben und eine Aufl\u00f6sung in breite linke Formationen bevorzugen w\u00fcrde. Nichts dergleichen stand auch nur ansatzweise im Raum.<\/p>\n<p>Was es gab, waren wichtige Diskussionen und teilweise auch Meinungsverschiedenheiten um Fragen wie: Wie positionieren wir uns politisch und praktisch in den Frauenbewegungen? Wie teilen wir unsere begrenzten Kr\u00e4fte auf die verschiedenen Bereiche der Arbeit auf? Wie formulieren wir unsere Forderungen an die Gewerkschaften? Was sind notwendige Kompromisse, wenn wir in breiten B\u00fcndnissen mitarbeiten? Welche, politisch eigentlich unzureichenden, Forderungen k\u00f6nnen wir unterst\u00fctzen, welche nicht? Wie gehen wir mit dem Druck um, den parlamentarische Massenarbeit f\u00fcr eine vergleichsweise kleine Organisation schafft?<\/p>\n<p>Diese und \u00e4hnliche Fragen stellen sich st\u00e4ndig und werden sich auch in Zukunft zusammen mit wiederum neuen Fragen stellen. Wir glauben, dass die L\u00f6sung dieser Fragen nur \u00fcber den Weg einer solidarischen, offenen Diskussion erreicht werden kann. Das war auch die Tradition und Methode des CWI und seiner F\u00fchrung in der Vergangenheit.<\/p>\n<p>Leider war dies in der aktuellen Debatte vollkommen anders. Seitens der IS-Mehrheit wurde versucht, Fehler in den Sektionen zu finden, die gegen sie gestimmt hatten, statt allgemein dabei zu helfen, Fehler auf allen Seiten zu \u00fcberwinden. Konkrete Vorschl\u00e4ge zur L\u00f6sung konkreter Problemstellungen wurden nicht gemacht.<\/p>\n<p>In der Debatte beschr\u00e4nkte man sich auf die Wiederholung allgemeiner Wahrheiten. Neben der Beantwortung konkreter Fragen w\u00e4re es n\u00f6tig gewesen, rechtzeitig eine internationales Programm und gegebenenfalls internationale Initiativen und Kampagnen zu entwickeln, neben der Frauenfrage nicht zuletzt zur Klima- und Umweltfrage.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der die Welt in jeder Beziehung nochmal deutlich internationaler geworden ist, ist mehr internationale F\u00fchrung n\u00f6tig. Das Gegenteil war zuletzt der Fall.<\/p>\n<p>Die Ursache f\u00fcr die Krise im CWI, die leider in die Abspaltung eines Teils m\u00fcndete, sind objektiver und subjektiver Natur. F\u00fcr eine revolution\u00e4re Organisation, deren Ziel Sozialismus ist und die die Arbeiter*innenklasse als die entscheidende Kraft betrachtet um dieses Ziel zu erreichen, waren die letzten drei\u00dfig Jahre au\u00dferordentlich schwierig. Sozialismus wird von vielen mit Stalinismus verwechselt oder erscheint als utopisch. Die Arbeiter*innenklasse ist zwar zahlenm\u00e4\u00dfig weltweit so stark wie noch nie zuvor, aber ihre Organisationen, die Gewerkschaften und linke Parteien, sind politisch schwach, wenig k\u00e4mpferisch oder nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Das setzt eine kleine revolution\u00e4re Organisation unter enormen Druck, was unvermeidlich auch zu Fehlern f\u00fchren kann. Wichtig ist dann, wie die F\u00fchrung mit diesen Fehlern umgeht. Die IS-Mehrheit hat zwar teilweise richtigerweise auf Fehler anderer hingewiesen, wollte aber ihrer eigenen Fehler und ihren Teil der Verantwortung nicht sehen. Sie war auch zu keinem Zeitpunkt bereit, eventuell aus einer Minderheit f\u00fcr ihre Positionen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrte in der Konsequenz dazu, dass sie sich jeder demokratischen Kontrolle entzog. Sie erkannte die gew\u00e4hlten Gremien des CWI, internationaler Vorstand (IEK) und Weltkongress nicht l\u00e4nger an und weigerte sich, das zuvor einstimmig beschlossene Treffen des IEK im Sommer einzuberufen. Ebenso weigerte sie sich, das einstimmig auf Januar 2020 angesetzte Treffen des Weltkongresses, das h\u00f6chste Gremium der Internationale, einzuberufen, jeweils aus Angst dort in der Minderheit zu sein.<\/p>\n<p>Dieses undemokratische Verhalten gipfelte darin, dass die IS-Mehrheit ihre Position an der Spitze der Organisation nutzte, um den Namen CWI, die Gelder sowie den Zugang und die Kontrolle \u00fcber den Inhalt der Website, die Mailing-Listen und der anderen Social Media Accounts an sich zu rei\u00dfen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu der absurden Situation, dass eine Minderheit (die IS-Mehrheit ist international in der Minderheit) die Mehrheit faktisch ausschlie\u00dft. Denn auch ohne formellen Ausschluss gibt es f\u00fcr diese Mehrheit keine M\u00f6glichkeiten mehr, auf die politische Willensbildung und Zusammensetzung der Gremien Einfluss zu nehmen.<\/p>\n<p>Der richtige Weg w\u00e4re gewesen, f\u00fcr die eigenen Positionen in den demokratischen Strukturen des CWI zu k\u00e4mpfen und sich dem Votum der gew\u00e4hlten Gremien zu stellen.<\/p>\n<p>Wie soll man in der Arbeiter*innenbewegung glaubw\u00fcrdig f\u00fcr die vom CWI immer vertretene Forderung nach jederzeitiger W\u00e4hl- und Abw\u00e4hlbarkeit von Personen in Leitungsfunktionen in der Arbeiter*innenbewegung eintreten, wenn man dieses Prinzip in dem Augenblick nicht mehr akzeptiert, in dem es einen selber betrifft?<\/p>\n<p>Wie soll man glaubw\u00fcrdig f\u00fcr das gro\u00dfe Ziel einer sozialistischen Demokratie eintreten, wenn man das Prinzip demokratischer Kontrolle in der eigenen Organisation ignoriert, die eine entscheidende Rolle im Kampf f\u00fcr eine demokratische, sozialistische Gesellschaft spielen will?<\/p>\n<p>Wir finden es falsch, dass ein Teil der Mitglieder sich jetzt abgespalten hat. Wir halten es f\u00fcr doppelt sch\u00e4dlich, da sie es zudem in dieser undemokratischen Art und Weise tun. Die Abspaltung und ihre sogenannte \u201eNeugr\u00fcndung des CWI\u201c erfolgen im Stil einer b\u00fcrokratischen Top-Down-Methode . Mit dem gesamten Vorgehen wird die Idee des Trotzkismus leider ein weiteres Mal diskreditiert. Es wird aber auch keine tragf\u00e4hige Grundlage f\u00fcr den Aufbau einer lebendigen, demokratischen Organisation sein.<\/p>\n<p>Die verheerende Rolle, welche die IS-Mehrheit und andere f\u00fchrende Genoss*innen, die ihnen folgen, jetzt spielen, die Fehler die sie zuletzt gemacht haben, \u00e4ndern allerdings nichts an der enorm wichtigen Rolle, die sie in der Vergangenheit beim Aufbau des CWI eingenommen haben. Wir haben keine Veranlassung, das pl\u00f6tzlich anders zu sehen.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der Sektionen unserer Internationalen steht weiter zu den politischen und organisatorischen Prinzipien des CWI und wird im Einklang mit ihnen weiter in der Arbeiterbewegung, den Gewerkschaften und den sozialen Bewegungen f\u00fcr eine sozialistische Revolution k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Debatte hat gezeigt, dass die Mitgliedschaft des CWI in der Lage war, auch gegen ihre eigene F\u00fchrung aufzustehen, als diese anfing, demokratische Prinzipien \u00fcber Bord zu werfen. Unsere Organisation baut auf selbstst\u00e4ndig, kritisch denkenden Mitgliedern auf, die einen politischen Vorschlag nicht danach beurteilen, wer ihn macht, sondern nach dessen Inhalt. Auf dieser Grundlage wollen wir mit den (in Zukunft leider ehemaligen) Genoss*innen in den Gewerkschaften, in der LINKEN, der linksjugend.solid und Bewegungen weiter zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Wir sind zuversichtlich, bei der Sonderkonferenz Anfang September eine Mehrheit der Mitglieder hinter uns zu versammeln zu k\u00f6nnen, um in Deutschland unsere Arbeit unter dem Namen der SAV fortzusetzen.<\/p>\n<p>Diese Abspaltung bedeutet zweifellos einen R\u00fcckschlag f\u00fcr die Idee, eine internationale revolution\u00e4re Organisation aufzubauen, die das Ziel hat, den Kapitalismus zu \u00fcberwinden. Aber die Aufgabe stellt sich weiter und sie stellt sich mit jedem Tag dringender.<\/p>\n<p>Wir werden weiter die CWI-Mehrheit aufbauen. Das provisorische Komitee der CWI IEK-Mehrheit schreibt in einer ersten Stellungnahme:<\/p>\n<p>\u201cDie CWI-Mehrheit ist vereint, intakt und verf\u00fcgt \u00fcber betr\u00e4chtliche Kampfkraft in \u00fcber 30 L\u00e4ndern rund um den Globus! Wir sind entschlossen, zu diskutieren und zu debattieren, um alle Lehren aus der Krise zu ziehen, die wir durchgemacht haben, um eine junge, demokratische und m\u00e4chtige Weltpartei aufzubauen, die sich dem Kampf f\u00fcr eine sozialistische Revolution widmet. In diesem Moment greifen wir in die explosiven Ereignisse in Puerto Rico, Hongkong, Sudan und anderswo ein. In K\u00fcrze werden wir eine internationale Website und andere Publikationen ver\u00f6ffentlichen. Wir rufen alle CWI-Mitglieder, Arbeiter*innen und Jugendliche aller L\u00e4nder auf, mit uns zu diskutieren und sich uns anzuschlie\u00dfen!\u201d<\/p>\n<p>Diesen Appell k\u00f6nnen wir auch bez\u00fcglich Deutschland nur unterstreichen. Wir bieten allen Interessierten an, das Gespr\u00e4ch mit uns zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>In der SAV haben sich in den vergangenen Wochen rund 100 Mitglieder gegen eine Spaltung positioniert, die wir hier nicht alle auff\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier eine Auflistung namentlicher Unterst\u00fctzer dieser Stellungnahme in alphabetischer Reihenfolge:<\/p>\n<p>Simon Aulepp, Kassel<br \/>\nAngela Bankert, K\u00f6ln<br \/>\nHeino Berg, G\u00f6ttingen<br \/>\nConny Dahmen, K\u00f6ln<br \/>\nAnne Engelhardt, Kassel<br \/>\nLinda Fischer, Hamburg<br \/>\nChristoph Glanninger, Berlin<br \/>\nChristian Kubitza, K\u00f6ln<br \/>\nGeorg K\u00fcmmel, K\u00f6ln<br \/>\nClaus Ludwig, K\u00f6ln<br \/>\nIanka Pigors, Hamburg<br \/>\nSebastian Rave, Bremen<br \/>\nLucy Redler, Berlin<br \/>\nDavid Schultz aka Holger Burner, Hamburg<br \/>\nJohannes von Simons, Berlin<br \/>\nJeanine Th\u00fcmmig, Berlin<br \/>\nMarc Treude, Aachen<br \/>\nDoreen Ullrich, Aachen<br \/>\nHannah Windisch, Kassel<br \/>\nJennifer W\u00f6rl, Aachen<\/p>\n<p>Damit sich jede\/r selber ein Bild machen kann, einige Links:<\/p>\n<p>+ Stellungnahme der IEK-Mehrheit gegen die Abspaltung und zum weiteren Aufbau:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.slp.at\/artikel\/ein-b\u00fcrokratischer-putsch-wird-die-mehrheit-des-cwi-nicht-vom-aufbau-einer-starken?fbclid=IwAR3MyTeg0sGC_Q-n38d9Gsqv8Nc8TrCKt0QyHDto9FvPAdJXatjdfzGEBWg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.slp.at\/\u2026\/ein-b%C3%BCrokratischer-putsch-wird-di\u2026<\/a><\/p>\n<p>+ Stellungnahme derer, die sich abgespalten haben (bisher nur in Englisch):\u00a0<a href=\"https:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.socialistworld.net%2Findex.php%2F192-cwi%2F10249-refounding-the-committee-for-a-workers-international-on-the-basis-of-a-trotskyist-programme-and-method%3Ffbclid%3DIwAR2izggOSTmt0YBdDgvmAudZZFOUVavapZsd61j77ToVQ0_0ALx-RH_zuS0&amp;h=AT3_B3HFv_h4F892QR8NLk6w0yIjhxeOCNDdmauL5i2g4BqRphNzfpK_O72rAElCzn-fEXCc3a0P26TOkdZSEgnom7WVSt5Mdr4x3OtO5qGA90_RBuheL1Ill7K7Kwz1wZ0Vl44iXUNDWImJqdn-slmr9lJz7M7GqwTPtKpovaRzXEnbGT2IzBfh7K_GzxXYTbpYp6QU8-mA6aUeQL-2efsezR2SZYLhSJTy5fFbJNuCyTclpaxeQM0VKcDYgl9iftB4M_rXhJ3XFx0AkkHot-w8iGVAWlgtNSHB5QmfqrqoqPmJUImbffW9HVE-SOlzO8NtMhKGiHaTa0R4nhIwbRxWK813DxphfMFx5zQbZg5KesZ6eMN14fjD-2vzC-BqEXQRsYDC9c5m2D7Fr1iSOKsrQEdL_dYYN86YMkhZbcMunTq-uoKvgPao_rwktkggMZ40rPe3vBTnt2putx0wkjHdndF0I70EQSW783qMF2V5lgFRtR61BF7ARGmYx28IF2PalCDwAN8kJC8329jx5W_48S0cJLih9dd_-4uvSebwRP1aV6sOvwol0FyJcYfAfa_lW37rqLhvBhIuREo7-wHQUMmJnKkKLcTQDVndX0VZiRoc5N4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.socialistworld.net\/\u2026\/10249-refounding-the-commit\u2026<\/a><\/p>\n<p>Links zu den im Text genannten Sektionen:<br \/>\nUSA\u00a0<a href=\"https:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.socialistalternative.org%2F%3Ffbclid%3DIwAR0-xntpHjpTi7tzCTQHkPo57KuP7Uni17Rjwuo4jt1fzPpKXdIm72psaco&amp;h=AT3gyOjxPShXlQbNh7V9BAfc2HpVsCSDJCeCMzJlYp32DtvadDONAMkycMIijYiXm4jfaq-pYsbco5lYHj61iVbtSC2Eu_B9Pnh0rzf6ROFgTJDzBttL_WLQ8EbavrHBRtSQgn2cEta_cVTsnjaFyVW4PQaVek-Y5AInXkx5j4Ag8lbmIBIZ-Lwixwa90z0OSga5chkOLRpfXmOmfCNalTiOdb852ql3HxjdIWcl3I08AEdHse1z18u_1AqcUvsYW9fYaJcXKo-J_7ioXv77hhKErMIO4g2ze-Cod7xiEZwm3zC87NCNm_9YIdcHod1e7fl_AgeMDjJfgupCo9RWJVBwPG70MKrbifyHF7d7Ue1u729uDjJmyirgMrhC8aBqB_hOQzDxytUJZaHiLj3aSU-YQsrlIr8zX1wqO37ZRS6Izmmn3a53TLMtLtV08arH497NyHKtZDIWBzq8vqm65KYN3fGYDUiMYVKN_XeWvffJ84N7eYgldVtmuybDJN7G1ZtqT5IRjObzSY_wOITmbGrEK05i2ybpPSGRCKK8PPnMDavktG1qf7UyQSLo5G80OBWhrnKSVEyB_4Tawu1pvT9UaDO5Y40C6YbF_gb-5ztmY-EKevs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.socialistalternative.org\/<\/a><br \/>\nBrasilien\u00a0<a href=\"https:\/\/l.facebook.com\/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.lsr-cit.org%2F%3Ffbclid%3DIwAR1OA9wkGL_N_ULtO-Egxt2m377FsjJghWRz5A5dBOR9slY_14ZT1MuL0SU&amp;h=AT2UuSH0tPImzDJugFj-xGA-hQlaXZA3S7XDIQhZ73be4i2Z5nR-GXEHDQvZvAR9bKVyHrdLGJbNZPKMQMLKCMKnf7P5Xtq7ow1bcOpSe_jg25h77ag71fL1fqnGyE7mqWWfHqdUhAzVI5RbFGxVj0Yd94z1W1zkxvj4tZWb8PujSnt0n00sgecd0oJz5RW8mPejqCJCOMo5vOjNHZShOHiiHWnvtSCXbHxFQjSjwL_DMucpIVuk1mQvypTHfTs_61nQRKq7X95SsopHZl8nmBzV8bSDN_KqJmEGFVLvdgHU8Y_hXHxddDOwX0qq8_Z4NMlkfWhhnb7Z55-o3WhSlTNQbIklbAB9gGafnmURzE3U8KPbi_8wsKcur4UfjbIZLQ9ESNduL1mdvzqYGCX-KW6Fso8ht5IX3b1g7Tsw2q5fGc-Y-0wsThacnxSVgf0J9hFibjdxj5ckSbzN99vxSVk6GUjyTrptOWaXdavW0ZCAX5nUQHlo--ZcA9ZYooVyBQ0lffprf95F2D2LZbUyPH1iZjjsdYtRzeErWYkVjQq9S_lJfFwSW05Yl6EztUtRDcKeraBCepkqdrJSmr5vgWF6GuqmUoeHvaJZx_aZt9dpzfuapWs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.lsr-cit.org\/<\/a><br \/>\nSchweden\u00a0<a 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