{"id":38108,"date":"2019-06-20T11:36:07","date_gmt":"2019-06-20T09:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=38108"},"modified":"2019-06-20T11:37:18","modified_gmt":"2019-06-20T09:37:18","slug":"solidaritaet-mit-dem-kolleginnen-bei-real","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2019\/06\/solidaritaet-mit-dem-kolleginnen-bei-real\/","title":{"rendered":"Solidarit\u00e4t mit den Kolleg*innen bei real"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26052\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2-900x556.jpg 900w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/Foto2.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die Zukunft von 34.000 Besch\u00e4ftigten ist kein Spekulationsobjekt! Besch\u00e4ftigungssicherung durch Verstaatlichung!<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahren wird verk\u00fcndet, dass die Tochter des Handelriesen Metro, real, mit rund 280 Filialen in Deutschland, rote Zahlen schreibt. W\u00e4hrend die 34.000 Kolleg*innen keine Verantwortung f\u00fcr die Entscheidungen des Managements und die Umst\u00e4nde eines auf Profit getrimmten Marktes tragen, m\u00fcssen sie doch die Auswirkungen ertragen. Wie es wirklich aussieht, kann niemand beurteilen, da die Gesch\u00e4ftsb\u00fccher verschlossen bleiben. Das Schicksal von zehntausenden Besch\u00e4ftigten ist aber keine Privatsache, weshalb die B\u00fccher unmittelbar ge\u00f6ffnet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>Von Ren\u00e9 Arnsburg, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Bereits 2018 verabschiedete sich die real GmbH aus dem mit ver.di verhandelten Fl\u00e4chentarif des Einzelhandels. Sie schloss einen neuen Tarifvertrag mit der unternehmernahen Gewerkschaft DHV, was Gehaltseinbu\u00dfen bis zu einem Viertel bei neu eingestellten Kolleg*innen bedeutet. Schon vor einem Jahr h\u00e4tte auf diese Tarifflucht mit einem unbefristeten Streik, organisiert durch ver.di, reagiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Jetzt wird klar, dass die Zerschlagung des Filialnetzes und der Verkauf der Betriebe das erkl\u00e4rte Ziel der Metro AG ist. Die Lohnsenkung im Jahr 2018 sollte das \u201eAngebot\u201c nur noch attraktiver machen. Doch nicht nur die g\u00fcnstige Arbeitskraft steckt dahinter. Die real-M\u00e4rkte stehen auf Grundst\u00fccke, deren Wert sich sch\u00e4tzungsweise auf 1,3 Milliarden Euro bel\u00e4uft. Da wundert es nicht, dass nicht nur verschiedene Handelsketten begierig die H\u00e4nde nach den M\u00e4rkten ausstrecken, sondern auch Immobilienspekulanten wie redos und x+bricks ganz vorn dabei waren. F\u00fcr Edeka, Lidl und Co. Ist klar, dass die niedrigen L\u00f6hne bei real, die sie beim Kauf mit \u00fcbernehmen w\u00fcrden, einen direkten Druck auf die bisherige Belegschaft aus\u00fcben werden. Dieses schmutzige Spiel wird von der DHV mitgemacht und schw\u00e4cht die Verhandlungsposition von in ver.di organisierten Kolleg*innen. Ganz egal, wer den Zuschlag f\u00fcr den Kauf von real-M\u00e4rkten bekommen wird \u2013 bei den Verhandlungen hinter verschlossenen T\u00fcren spielen die Interessen der Besch\u00e4ftigten keine Rolle, sondern nur der maximale Gewinn f\u00fcr Metro, redos und Co.<\/p>\n<h4>Gegen jede Verschlechterung! Fl\u00e4chentarif wieder herstellen!<\/h4>\n<p>Es darf zu keiner Verschlechterung der Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Kolleg*innen kommen und jede Stelle muss erhalten bleiben! Das ist nicht abzusehen und ver.di sollte jetzt alles in die Vorbereitung stecken, um Kolleg*innen in den Ausstand zu holen &#8211; wenn es sein muss, unbefristet. Nicht nur, um Verschlechterungen abzuwehren, sondern auch, um den Fl\u00e4chentarif des Einzelhandels f\u00fcr real wieder herzustellen. Die gerade laufende Tarifrunde im Einzelhandel und die Kampfbereitschaft der Kolleg*innen in anderen Bereichen ist eine gute Voraussetzung, um alle K\u00e4mpfe miteinander zu verbinden und zu synchronisieren und die maximale Solidarit\u00e4t herzustellen. Mit einer bundesweit angelegten \u00d6ffentlichkeitskampagne durch die Gewerkschaft lie\u00dfe sich f\u00fcr Konsument*innen mit Flugbl\u00e4ttern usw. leicht erkl\u00e4ren, warum sie den Kampf unterst\u00fctzen sollten. Wenn eine weitere Handelskette von der Bildfl\u00e4che verschwindet, setzt sich der Trend zur Monopolbildung im Kapitalismus weiter fort. Die Folgen kennen wir: h\u00f6here Preise, w\u00e4hrend die L\u00f6hne stagnieren oder sogar sinken.<\/p>\n<p>Solange die M\u00e4rkte von profitorientierten Unternehmen betrieben werden, wird es immer wieder Angriffe auf die L\u00f6hne, die Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit geben. Das Ziel sollte die restlose Verstaatlichung der Handelskette sein, um alle Arbeitspl\u00e4tze und eine Tarifbindung zu garantieren. Der Betrieb der M\u00e4rkte k\u00f6nnte am Gemeinwohl und nicht am Profit orientiert organisiert werden, was Millionen von Verbraucher*innen zu Gute kommen w\u00fcrde. Viele Kolleg*innen berichten von der schreienden Ineffizienz der M\u00e4rkte, die vom Management verursacht wird. Wenn der Betrieb der Filialen von den Belegschaften selbst kontrolliert und verwaltet wird, kann das nur zum Vorteil aller auf beiden Seiten des Kassenbandes sein. Die eigene Organisation des Verkaufs w\u00fcrde es unmittelbar erlauben, den Verkauf unter \u00f6kologischen Gesichtspunkten neu zu organisieren: weniger Verpackungsm\u00fcll, mehr regionale und nachhaltige Produkte, bessere Qualit\u00e4t zu geringeren Preisen. Das Geld daf\u00fcr k\u00f6nnte durch eine Million\u00e4rssteuer und die Gewinne der Metro AG aufgebracht werden. Dies l\u00e4sst sich aber nicht mit, sondern nur gegen den Willen der jetzigen Bundesregierung durchsetzen. Die Kolleg*innen k\u00f6nnen nur auf ihre eigene St\u00e4rke vertrauen, indem sie sich organisieren. Wir stehen an ihrer Seite.<\/p>\n<p>Wir schlagen den Kolleg*innen Folgendes vor:<\/p>\n<ul>\n<li>sofortige Einberufung von Betriebsversammlungen, auf denen das weitere Vorgehen besprochen und entschieden wird<\/li>\n<li>Wahl von jederzeit abw\u00e4hlbaren und rechenschaftspflichtigen Vertreter*innen f\u00fcr Komitees in den Filialen, die Aktionen und Streiks vor Ort leiten k\u00f6nnen<\/li>\n<li>Vernetzung der Komitees auf stadtweiter, regionaler und bundesweiter Ebene, um sich abzusprechen<\/li>\n<li>Koordination und Synchonisierung der Streiks im Einzel- und Gro\u00dfhandel durch ver.di<\/li>\n<li>Wiedereingliederung von real in den Fl\u00e4chentarif des Einzelhandels<\/li>\n<li>keine Verschlechterung der L\u00f6hne und Arbeitsbedingungen<\/li>\n<li>Kampf um jeden Arbeitsplatz<\/li>\n<li>Niederlegung der Arbeit, sobald \u00fcber Verschlechterungen verhandelt wird<\/li>\n<li>Organisierung einer bundesweiten Solidarit\u00e4tskampagne durch ver.di<\/li>\n<li>Offenlegung der Gesch\u00e4ftsb\u00fccher<\/li>\n<li>Besch\u00e4ftigungssicherung durch restlose Verstaatlichung aller real-M\u00e4rkte<\/li>\n<li>demokratische Kontrolle und Verwaltung der M\u00e4rkte durch die Belegschaft<\/li>\n<li>zur Verf\u00fcgungstellung von staatlichen Mitteln zum sozialen und \u00f6kologischen Weiterbetrieb der M\u00e4rkte<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zukunft von 34.000 Besch\u00e4ftigten ist kein Spekulationsobjekt! 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