{"id":37930,"date":"2019-05-19T06:38:32","date_gmt":"2019-05-19T04:38:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=37930"},"modified":"2019-04-30T16:44:49","modified_gmt":"2019-04-30T14:44:49","slug":"mieten-senken-ist-machbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2019\/05\/mieten-senken-ist-machbar\/","title":{"rendered":"Mieten senken ist machbar"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-37829 alignleft\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/mietendemo3-e1554742087884-278x173.jpg\" alt=\"\" width=\"278\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/mietendemo3-e1554742087884-278x173.jpg 278w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/mietendemo3-e1554742087884-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/mietendemo3-e1554742087884.jpg 494w\" sizes=\"(max-width: 278px) 100vw, 278px\" \/>Immobilienkonzerne enteignen plus Wohnungsbau durch die Kommunen<\/strong><\/p>\n<p>Viele w\u00e4ren schon froh, wenn die Mieten nicht weiter steigen w\u00fcrden. Doch die Wahrheit ist auch: hohe Mieten m\u00fcssen dringend wieder gesenkt werden. Wie kann das erreicht werden?<\/p>\n<p><em>Von Georg K\u00fcmmel, K\u00f6ln<\/em><\/p>\n<p>Der Bau neuer Wohnungen w\u00fcrde den Anstieg der Mietpreise stoppen, behaupten CDU, SPD, FDP und Immobilienkonzerne. Und schieben hinterher: &#8218;Enteignung schafft keine neuen Wohnungen&#8216;. Beginnen wir mit dem zweiten Argument: Niemand hat behauptet, dass allein durch Enteignungen von Immobilienkonzernen zus\u00e4tzliche Wohnungen geschaffen werden. Aber nach einer Enteignung k\u00f6nnten die Mieten drastisch gesenkt werden. Das Problem der meisten Menschen ist nicht, dass sie keine Wohnung haben, sondern, dass die Miete f\u00fcr ihre Wohnung sie finanziell erdr\u00fcckt. Der Beginn des steilen Anstiegs der Wohnungs- und Mietpreise f\u00e4llt nachweislich zusammen mit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007\/2008. Auf der Suche nach profitablen Anlagem\u00f6glichkeiten kauften Investoren immer mehr Wohnungen auf.<\/p>\n<h4>Keine Mietsenkung durch Privat<\/h4>\n<p>Es stimmt, dass es in vielen St\u00e4dten zu wenig Wohnungen gibt. Es stimmt aber nicht, dass durch den Neubau von Wohnungen durch private Konzerne der Anstieg der Mietpreise gestoppt w\u00fcrde, sie irgendwann sogar sinken w\u00fcrden. Die Mieten in diesen Neubauwohnungen werden unter den gegenw\u00e4rtigen Bedingungen auf dem Immobilien- und Kapitalm\u00e4rkten immer weit \u00fcber den durchschnittlichen Mieten liegen und f\u00fcr die meisten Mieter*innen unbezahlbar sein. Warum dann bei Wohnungen im Bestand die Mieten sinken sollten, bleibt ein Geheimnis.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen mit einem weiteren Mythos aufr\u00e4umen: Investoren bauen keine Wohnungen. Wie soll ein Investor, w\u00e4hrend er auf seiner Luxusjacht an einem Drink nippt und seine B\u00f6rsenkurse checkt, Wohnungen bauen? Kapitalbesitzer lassen Wohnungen bauen und eignen sie sich dann an. Schon deshalb geh\u00f6ren diese Wohnungsbest\u00e4nde in \u00f6ffentliche Hand, Entsch\u00e4digung nur f\u00fcr Kleinaktion\u00e4re.<\/p>\n<h4>Mythos: sozialer Wohnungsbau<\/h4>\n<p>Auch das Konzept des sogenannten sozialen Wohnungsbaus funktioniert nicht. F\u00fcr g\u00fcnstige, weil \u00f6ffentlich subventionierte, Kredite verpflichten sich private Eigent\u00fcmer die Wohnungen f\u00fcr ca. 15 bis 20 Jahre nur an Menschen mit entsprechender Berechtigung zu vergeben. Die Miete darf einen bestimmten Betrag nicht \u00fcberschreiten. Erstens ist dieser Betrag schon l\u00e4ngst keine Sozialmiete mehr, in St\u00e4dten wie K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf sind Kaltmieten bis zu 7,60 Euro pro Quadratmeter erlaubt. Zweitens kann nach Ablauf der Mietpreisbindung die Miete beliebig erh\u00f6ht werden. An der Stelle, an der dieses Haus steht, kann aber so auf Jahrzehnte niemals wieder preiswerter Wohnraum entstehen.<\/p>\n<p>Was ist die Alternative? Zuallererst muss man erkennen, der Wohnungsmarkt ist kein Markt im eigentliche Sinne. Der Grund und Boden in der Stadt, erste Voraussetzung f\u00fcr den Bau einer Wohnung, ist nicht vermehrbar. Die Wohnungspreise sind daher ihrer Natur nach solange Monopolpreise, sprich Mondpreise, wie Grund und Boden und Wohnungsbau in privater Hand bleiben. Die Alternative: Wohnungskonzerne enteignen, in Gemeineigentum bei demokratischer Kontrolle und Verwaltung \u00fcberf\u00fchren. Sind Grundst\u00fccke im Besitz von Konzernen, sowie in F\u00e4llen der Bodenspekulation m\u00fcssen diese Grundst\u00fccke enteignet werden. Au\u00dferdem d\u00fcrfen keine st\u00e4dtischen Grundst\u00fccke mehr an private Investoren abgegeben werden, der Wohnungsbau geh\u00f6rt in die Eigenregie der Kommunen.<\/p>\n<h4><strong>Kostenmiete statt Profite<\/strong><\/h4>\n<p>Wie hoch w\u00e4re dann die Miete? Ganz einfach, das was eine Wohnung an Bau, Instandhaltung und gegebenenfalls Sanierung kostet, umgerechnet auf die Lebensdauer des Wohngeb\u00e4udes, die in der Regel 80 bis 120 Jahre betr\u00e4gt. Auf dieser Berechnungsgrundlage landet man bei einer Kaltmiete von maximal f\u00fcnf Euro bei Neubauwohnungen und deutlich darunter bei den meisten Bestandswohnungen.<\/p>\n<p>Die Mietkosten einer Wohnung heute bestehen haupts\u00e4chlich aus Profit und haben mit den realen Kosten von Herstellung und Unterhalt nichts zu tun. Der Mietpreis setzt sich heute zusammen aus Profit f\u00fcr den Vorbesitzer des Grundst\u00fccks. Profitraten im Verh\u00e4ltnis zu einem fr\u00fcheren Kaufpreis von mehreren hundert und auch \u00fcber tausend Prozent sind m\u00f6glich. Hinzu kommt der Profit f\u00fcr die Banken. Trotz niedriger Zinsen addieren sich die Zinszahlungen \u00fcber die Jahre auf die Gr\u00f6\u00dfenordnung eines zweiten Kaufpreises. Nicht zu vergessen auch der Profit f\u00fcr die privaten Baufirmen. Nicht zuletzt Profit f\u00fcr die privaten Besitzer der Wohnungen. Jeder Euro, den Wohnungskonzerne an ihre Aktion\u00e4re auszahlen haben sie den Mieter*innen abgenommen.<\/p>\n<p>Die \u00f6sterreichische Stadt Salzburg baut kommunale Wohnungen ohne Bankenkredite. Es wird eine Miete zur Deckung der Baukosten und der Unterhaltung in H\u00f6he von 4,78 Euro pro Quadratmeter im Neubau berechnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immobilienkonzerne enteignen plus Wohnungsbau durch die Kommunen<\/p>\n","protected":false},"author":243,"featured_media":37829,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[272],"tags":[1719,1771,979,978,977],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37930"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/243"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37930"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37932,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37930\/revisions\/37932"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37829"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}