{"id":37901,"date":"2019-05-01T06:57:36","date_gmt":"2019-05-01T04:57:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=37901"},"modified":"2019-04-30T15:23:37","modified_gmt":"2019-04-30T13:23:37","slug":"fuer-kaempferische-gewerkschaften-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2019\/05\/fuer-kaempferische-gewerkschaften-2\/","title":{"rendered":"F\u00fcr k\u00e4mpferische Gewerkschaften!"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-37668 alignleft\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW-173x173.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW-173x173.jpg 173w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW-768x768.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW-347x347.jpg 347w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW-600x600.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Streik-Gewerkschaft-GEW.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/>Strategiekonferenz 2020 zur Vernetzung von Gewerkschaftslinken und Aktiven<\/strong><\/p>\n<p><em>Interview mit Angelika Teweleit, Sprecherin vom \u201cNetzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di\u201d<\/em><\/p>\n<p>Das &#8222;Netzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di&#8220; hat gemeinsam mit anderen innergewerkschaftlichen Zusammenschl\u00fcssen zu einer Strategiekonferenz f\u00fcr eine k\u00e4mpferische Gewerkschaftspolitik 2020 aufgerufen. Was soll auf dieser Konferenz passieren?<\/p>\n<p>Wir wollen einen Neuanfang f\u00fcr die Organisierung einer breiten Gewerkschaftslinken machen. Statt Co-Management und Sozialpartnerschaft wollen wir eine k\u00e4mpferische Ausrichtung der Gewerkschaften. Es ist gut, dass fast alle linken Gewerkschafts-Initiativen, die jede f\u00fcr sich einen eigenen Ansatz verfolgen, zu einer gemeinsamen Konferenz aufzurufen. Es soll explizit aber auch darum gehen, neue Aktive aus den Betrieben, die sich eine k\u00e4mpferische Ausrichtung ihrer Gewerkschaft w\u00fcnschen, zu sammeln und mit ihnen \u00fcber Strategien zu diskutieren. Wir hoffen, dass wir Kolleg*innen wie von Amazon, Aktive aus den Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst sowie aus den Krankenh\u00e4usern, Kolleg*innen, die in Tochterunternehmen f\u00fcr Tarifvertr\u00e4ge k\u00e4mpfen, und viele mehr erreichen und mobilisieren k\u00f6nnen. Unser Ziel ist, die k\u00e4mpferischen Ans\u00e4tze aus Betrieben und Gewerkschaften zusammen zu bringen, um dann gemeinsam daf\u00fcr zu sorgen, dass die Politik der Gewerkschaften ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<p><strong>Wo siehst du die Defizite in der jetzigen Politik der Gewerkschaften?<\/strong><\/p>\n<p>Bei der IG Metall zum Beispiel gibt es ein sehr starkes Element des Co-Managements. Dieses findet sich insbesondere in der Politik von Konzernbetriebsr\u00e4ten wieder. Verschlechterungen bei Arbeitsbedingungen wird zugestimmt, weil der Arbeitgeber dann angeblich den Stellenabbau sozial vertr\u00e4glich gestaltet. Die Bosse nutzen das, um Kosten zu senken und gleichzeitig den Betriebsfrieden zu wahren. Bei der letzten Tarifrunde hat die IG-Metall-F\u00fchrung seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder zum Mittel von fl\u00e4chendeckenden ganzt\u00e4gigen Streiks gegriffen. Aber in der Mobilisierung w\u00e4re viel mehr drin gewesen.<\/p>\n<p>Bei ver.di gibt es teilweise gr\u00f6\u00dfere Spielr\u00e4ume f\u00fcr Aktive und Betriebsgruppen. So konnte die Betriebsgruppe an der Charit\u00e9 sich gegen Widerst\u00e4nde im Apparat durchsetzen und schlie\u00dflich mit dem Streik f\u00fcr mehr Personal 2015 ein Beispiel setzen, welches von anderen Betriebsgruppen aufgegriffen wurde. Offiziell hat ver.di dann sogar eine Kampagne f\u00fcr mehr Personal ausgerufen, aber eine wirkliche bundesweite Strategie f\u00fcr die Ausweitung von Streiks, begleitet von einer breiten Solidarit\u00e4tskampagne durch ver.di und den DGB gibt es nicht. In den gr\u00f6\u00dferen Tarifrunden wie bei den L\u00e4nderbesch\u00e4ftigten oder bei Bund und Kommunen erleben wir jedes Mal, dass die Kampfkraft nicht wirklich genutzt wird.<\/p>\n<p><strong>Welche gewerkschaftliche Politik w\u00e4re aus deiner Sicht n\u00f6tig?<\/strong><\/p>\n<p>In den Bereichen, wo eine Kampfkraft vorhanden ist, muss sie voll ausgenutzt werden. Laufzeiten wie jetzt sogar bis drei Jahre oder l\u00e4nger zu vereinbaren, schw\u00e4cht die Gewerkschaften. Um Arbeitsk\u00e4mpfe zu gewinnen, m\u00fcssen die Streikenden selbst in die Entscheidungen eingebunden werden &#8211; \u00fcber Streikversammlungen, Diskussionen, gew\u00e4hlte Streikleitungen vor Ort und Streikdelegiertentreffen auf allen Ebenen. Auf diese Weise k\u00f6nnen alle Schritte f\u00fcr den Arbeitskampf demokratisch von den Kolleg*innen diskutiert und abgestimmt werden. Entscheidungen dar\u00fcber, ob ein Angebot angenommen und ein Arbeitskampf beendet werden soll, l\u00e4gen so auch in der Hand der Streikenden, und nicht einer Handvoll von Funktion\u00e4r*innen.<\/p>\n<p>Anstatt die Salamitaktik von Arbeitgebern und Verzicht zuzustimmen, muss es eine konsequente Kampfstrategie geben. Das bedeutet unter anderem, dass K\u00e4mpfe m\u00f6glichst zusammen gef\u00fchrt werden, damit Belegschaften nicht jede f\u00fcr sich streiten m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Ein solcher Kurswechsel in Richtung k\u00e4mpferischer Praxis m\u00fcsste aber auch mit einem politischen Kurswechsel einhergehen hin zu einer antikapitalistischen Ausrichtung, die sich der Markt- und Profitlogik und den daraus erwachsenden sogenannten Sachzw\u00e4ngen verweigert.<\/p>\n<p><strong>Ist es \u00fcberhaupt m\u00f6glich, sich mit solchen Vorstellungen in den Gewerkschaftsapparaten durchzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, das ist eine Frage, bei der viele Aktive eher skeptisch sind. Aber letztlich geht kein Weg daran vorbei. Je mehr wir werden, umso bessere Chancen haben wir, die Gewerkschaften von unten zu ver\u00e4ndern. Es gibt ja inzwischen einige k\u00e4mpferische Ans\u00e4tze. Wir m\u00fcssen beginnen, diese zu vernetzen und eine gemeinsame Strategie entwickeln. In den n\u00e4chsten Jahren wird es auch immer mehr n\u00f6tig sein, sich zur Wehr zu setzen. Die n\u00e4chste tiefgreifende wirtschaftliche Krise ist bereits im Anmarsch. Das wird massiven Arbeitsplatzabbau und Angriffe auf den Lebensstandard der Masse von Besch\u00e4ftigten bedeuten. Der Aufbau einer innergewerkschaftlichen Opposition wird unter diesen Vorzeichen umso dringender.<\/p>\n<p><strong>Um welche Themen wird es bei der Konferenz gehen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Themen werden die sein, um die es den Kolleg*innen in den Betrieben geht. Davon wird sicher eines der Kampf f\u00fcr mehr Personal in Krankenh\u00e4usern sein, ein weiteres die Frage des Kampfes um Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich, aber vor allem auch: wie k\u00f6nnen wir uns gegenseitig unterst\u00fctzen und an welchen konkreten Fragen k\u00f6nnen wir an einem Strang ziehen?<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Kolleg*innen sich in die Vorbereitung einbringen?<\/strong><\/p>\n<p>Am 18. Mai laden wir breit zu einem Vorbereitungstreffen ein. Hier soll es einen ersten Austausch dar\u00fcber geben, was wir gemeinsam erreichen wollen, welche Themen auf der Konferenz wichtig sind und erste Ideen, wie wir die Konferenz gemeinsam zu einem Erfolg machen k\u00f6nnen. Die Konferenz soll nat\u00fcrlich kein Selbstzweck sein. Sie soll ein Startschuss sein, um eine systematische Vernetzung von Kolleg*innen mit einer gemeinsamen Strategie f\u00fcr k\u00e4mpferische und demokratische Gewerkschaften in Gang zu setzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strategiekonferenz 2020 zur Vernetzung von Gewerkschaftslinken und Aktiven<\/p>\n","protected":false},"author":243,"featured_media":37668,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[1324,1760,1630,1246,1017,1649,1190,297,695,1761],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37901"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/243"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=37901"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37901\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37902,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/37901\/revisions\/37902"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/37668"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=37901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=37901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=37901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}