{"id":36933,"date":"2018-10-20T10:33:56","date_gmt":"2018-10-20T08:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=36933"},"modified":"2018-10-19T10:37:25","modified_gmt":"2018-10-19T08:37:25","slug":"das-weltklima-droht-zu-kippen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/10\/das-weltklima-droht-zu-kippen\/","title":{"rendered":"Das Weltklima droht zu kippen"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-36747\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima-259x173.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima-259x173.jpg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima-768x512.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima-520x347.jpg 520w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima-600x400.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Klima.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a>Sonderbericht des Weltklimarats ver\u00f6ffentlicht<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Weltklimarat hat Anfang Oktober einen Sonderbericht zur globalen Erw\u00e4rmung beschlossen. Darin wird deutlich gewarnt: Die Erderw\u00e4rmung beschleunigt sich, das Weltklima droht zu kippen. Was darin nicht steht: Die Herrschenden sind unf\u00e4hig, das zu verhindern. Das k\u00f6nnen wir nur selber tun!<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Von Christian Walter, Aachen<\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Weltklimarat ist eine Institution, der 195 Staaten angeh\u00f6ren. Er hat die Aufgabe, den aktuellen Stand der Klimaforschung f\u00fcr politische Entscheidungstr\u00e4ger*innen in Berichten zusammenzufassen, die seit 1990 alle f\u00fcnf bis acht Jahre erscheinen. Diesen Oktober hat er zus\u00e4tzlich einen Sonderbericht zur globale Erw\u00e4rmung herausgegeben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">2015 haben 196 Staaten in den \u201ePariser Klimavertr\u00e4gen\u201c beschlossen, die Erderw\u00e4rmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Um das erreichen zu k\u00f6nnen, muss der Aussto\u00df von Kohlenstoffdioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen zur\u00fcckgefahren und deren Konzentration in der Atmosph\u00e4re reduziert werden. Seitdem wurde jedoch nicht weniger CO2 emittiert \u2013 im Gegenteil, der Aussto\u00df hat zugenommen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Vor diesem Hintergrund hat der Sonderbericht zur Erderw\u00e4rmung wahrscheinliche Konsequenzen dargelegt, sollte das 1,5 Grad Celsius-Ziel verfehlt werden. Hier die wichtigsten Aussagen:<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Wie weit ist die Erderw\u00e4rmung fortgeschritten?<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Angegeben wird die Erderw\u00e4rmung immer im Verh\u00e4ltnis zur vorindustriellen Zeit, das hei\u00dft: Ma\u00dfstab ist die mittlere Erdoberfl\u00e4chentemperatur der Jahre 1850 bis 1900.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Aktuell sind wir bei bei etwa plus einem Grad Celsius. Das hei\u00dft also, dass es im Jahresdurchschnitt weltweit ein Grad Celsius w\u00e4rmer ist als noch vor 150 Jahren. Das hat nichts mit zyklischen Temperaturschwankungen der Erde zu tun, sondern ist menschengemacht. Bedrohlich ist auch, dass eine deutliche Beschleunigung stattfindet: Die zehn w\u00e4rmsten Jahre seit 1880 wurden seit 1998 gemessen, sechs davon seit 2010.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Geht die Erderw\u00e4rmung mit der aktuellen Beschleunigung weiter, wird die 1,5 Grad Celsius-Marke zwischen 2030 und 2052 \u00fcberschritten.<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Welche Folgen bringt die Erderw\u00e4rmung?<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wird die Erde hei\u00dfer, dann steigt der Meeresspiegel an. Das hat damit zu tun, dass Gletscher und die Eismassen in den kalten Polregionen weiter schmelzen, aber auch damit, dass warmes Wasser sich ausdehnt. Menschen in K\u00fcstenregionen und vor allem Bewohner*innen von flachen Inselstaaten m\u00fcssen sich auf \u00dcberschwemmungen einstellen und oftmals ihre Heimat verlassen. Der Klimawandel wird die wichtigste Fluchtursache.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Weltweit muss mit einer (weiteren) Zunahme an extremen Wetterereignissen gerechnet werden. Vor allem Hitze- und D\u00fcrrewellen, aber auch starker Dauerregen und \u00dcberschwemmungen, harte K\u00e4ltephasen und extreme St\u00fcrme werden \u00f6fter auftreten. Nicht alle Teile der Welt werden gleicherma\u00dfen von allen Extremwettersituationen getroffen, aber weltweit wird das Wetter rauer. Das bedeutet auch, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln und vor allem sauberem Wasser knapper wird, mit vorstellbaren Folgen f\u00fcr die Gesundheit von Menschen. Vor diesem Hintergrund werden Konflikte und Kriege um den Zugang zu Wasserreserven wahrscheinlich. Die klimatischen \u00c4nderungen bedeuten auch, dass die Biodiversit\u00e4t abnimmt, das hei\u00dft, dass Tier- und Pflanzenarten aussterben.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die gr\u00f6\u00dfte Sorge ist, dass sogenannte \u201eKipppunkte\u201c \u00fcberschritten werden. Dann w\u00fcrde sich der Klimawandel verselbst\u00e4ndigen, ohne weiteres Zutun des Menschen geschehen und der Mensch w\u00fcrde jede Kontrolle verlieren. Dabei geht es vor allem um das Auftauen der riesigen Permafrostb\u00f6den im hohen Norden, wodurch riesige Methan-Reserven freigesetzt w\u00fcrden. Methan ist f\u00fcr den Treibhauseffekt 25 mal so wirksam wie CO2. Ebenfalls droht durch das weitere Abtauen der Schnee- und Eismassen vor allem in den Polregionen und durch die nicht mehr intakte Ozonschicht in der Atmosph\u00e4re eine schnellere Erhitzung unseres Planeten: Die Ozonschicht f\u00e4ngt weniger energiereiche Sonnenstrahlung ab. Wasser und Land nehmen deutlich mehr Energie auf als Schnee oder Eis, die sie gro\u00dfteils wieder reflektieren. Durch die Erw\u00e4rmung der Meere droht der Golfstrom zu versiegen, der als \u201eMotor\u201c f\u00fcr das Wetter und damit ein einigerma\u00dfen ausgewogenes Klima gilt.<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Was kann dagegen getan werden?<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Wissenschaftler*innen des Weltklimarats haben verschiedene Modelle durchgerechnet, die auf einem Anstieg der Erderw\u00e4rmung um 1,5 und um 2,0 Grad Celsius basieren. Die Berechnungen ergeben, dass, wenn man den Klimawandel einigerma\u00dfen unter Kontrolle halten will, die Erderw\u00e4rmung unter 1,5 Grad Celsius bleiben muss. Vorher wurde zwei Grad Celsius oft als harte Grenze angesehen und in fr\u00fcheren Klimaabkommen auch festgeschrieben. Doch bereits jetzt nehmen Extremwetterereignisse deutlich zu. Vor diesem Hintergrund, und auch, weil bessere Daten zur Verf\u00fcgung stehen, wird deutlich vor einer Erderw\u00e4rmung um zwei Grad Celsius gewarnt \u2013 stattdessen m\u00fcssten gro\u00dfe Anstrengungen unternommen werden, um sie auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Dazu schl\u00e4gt der Weltklimarat vor: Bis 2030 nehmen die globalen menschengemachten CO2-Emissionen um 45 Prozent gegen\u00fcber dem Niveau von 2010 ab, bis 2050 erreichen die Emissionen netto null. Das bedeutet nicht, dass kein CO2 mehr freigesetzt wird: Durch Pflanzen und auch Filteranlagen kann CO2 aus der Luft aufgenommen werden, sodass unter dem Strich die CO2-Konzentration gleich bleibt oder sogar abnimmt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Neben CO2 gibt es weitere Treibhausgase, also Gase, die wesentlich zur Erderw\u00e4rmung beitragen. Sie werden hier nicht aufgeschl\u00fcsselt, aber auch bei ihnen m\u00fcsste gegengesteuert werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gleichzeitig w\u00e4re eine grundlegende gesellschaftliche Umstrukturierung n\u00f6tig: Wohnortnahes Arbeiten, gut ged\u00e4mmte H\u00e4user, Ger\u00e4te mit geringem Energieverbrauch, Mobilit\u00e4t ohne Verbrennungsmotoren. Energie m\u00fcsste regenerativ (Sonne, Wind, Wasser\u2026) statt fossil (Kohle, Gas, \u00d6l&#8230;) gewonnen werden. Und auch die Ern\u00e4hrung m\u00fcsste sich \u00e4ndern: Weg von tierischen Produkten. Die Massentierhaltung tr\u00e4gt entscheidend zum Aussto\u00df von Treibhausgasen bei.<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Wie soll das erreicht werden?<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Hier kommt der Bericht an seine Grenzen, man liest wenig neues im Vergleich zu fr\u00fcheren Berichten: Durch internationale Zusammenarbeit, als auch durch schnelle Schritte im nationalen Rahmen sollen Verbesserungen erreicht werden. Auch sollen Initiativen gef\u00f6rdert werden, die sich f\u00fcr die Umwelt engagieren.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Kapitalismus kann das nicht leisten.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es ist kein Wunder, dass die Wissenschaftler*innen hier an ihre Grenzen kommen. Denn die kapitalistische Welt funktioniert nicht nach rationalen Grunds\u00e4tzen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Insgesamt liest sich der Bericht dramatischer als vorherige, wirklich neue Erkenntnisse stehen darin aber nicht. Politiker*innen und auch Wirtschaftsbosse wissen Bescheid. Auch nicht erst jetzt: Als die kanadische F\u00fchrung 2011 aus dem Vorl\u00e4ufer der Pariser Klimavertr\u00e4ge, dem \u201eKyoto-Abkommen\u201c, ausstieg, war ihr die Bedeutung des Klimas durchaus bewusst. Auch die US-amerikanische F\u00fchrung ist sich, aller Beklopptheit von Donald Trump zum Trotz, durchaus bewusst, dass das Weltklima die Grundlage f\u00fcr alles ist. Trotzdem erkl\u00e4rte Trump letztes Jahr, dass die USA aus den Pariser Vertr\u00e4gen aussteigen. Deutschland hat zwar alle Vertr\u00e4ge unterschrieben, h\u00e4lt sich aber nicht daran: Bereits am 28. M\u00e4rz 2018 war das deutsche Jahresbudget von 217 Millionen Tonnen CO2 verbraucht.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Kapitalismus geht es immer um den maximalen Profit. Sowohl Unternehmen, als auch Staaten k\u00e4mpfen miteinander um ihren Rang. Wer Produkte g\u00fcnstig anbieten oder g\u00fcnstige Produktionsbedingungen bieten kann, hat einen Wettbewerbsvorteil gegen\u00fcber der Konkurrenz. Sparen kann man an L\u00f6hnen, indem man die Produktion so effektiv wie m\u00f6glich gestaltet \u2013 und indem man die Bed\u00fcrfnisse der Umwelt missachtet. Die Entsorgung von Chemieabf\u00e4llen beispielsweise ist teuer \u2013 ein Land, das da kulanter ist als andere, hat Wettbewerbsvorteile. In Deutschland wird ein Gro\u00dfteil der Industrie mit billigem Strom aus Braunkohle versorgt. Die Herrschenden sind sich der Gefahren bewusst. Aber sie wissen auch, dass erneuerbare Energien kurzfristig teurer sind \u2013 und dass deutsche Konzerne auf dem Weltmarkt Nachteile h\u00e4tten.<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Klimaschutz im Kapitalismus: Verschlechterung f\u00fcr die Massen<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wenn man zur gro\u00dfen Mehrheit der lohnabh\u00e4ngigen Bev\u00f6lkerung geh\u00f6rt, lesen sich die Vorschl\u00e4ge im Klimabericht wie ein Horrorkatalog:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Durch H\u00e4userd\u00e4mmungen steigen die Mieten \u2013 und weil oft miese, billige D\u00e4mmstoffe verwendet werden, die maximalen Profit bringen, steigt die Brandgefahr.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">\u201eWohnortnahes Arbeiten\u201c denken viele Unternehmen heute schon weiter: Mit \u201eHome Office\u201c wird der Arbeitsplatz eingespart, die Wohnung wird zum Arbeitsplatz. F\u00fcr viele bedeutet das: Deutlich mehr Stress.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ger\u00e4te mit geringem Energieverbrauch sind zwar eine tolle Sache, kosten in der Anschaffung aber oft viel Geld.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Mobilit\u00e4t: Die Ticketpreise f\u00fcr Bus und Bahn steigen st\u00e4ndig. Und wie der individuelle Autoverkehr umstrukturiert werden soll, zeigt sich aktuell bei den Dieselfahrzeugen, die in manchen St\u00e4dten nicht mehr fahren d\u00fcrfen: Zu Lasten der Menschen, die sowieso wenig Geld haben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"JUSTIFY\">Diese Liste k\u00f6nnte deutlich l\u00e4nger ausfallen, sollte aber ausreichen, um klar zu machen: Im Kapitalismus wird a) viel zu wenig f\u00fcr das Klima getan, und b) was getan wird, wird zu Lasten der Menschen mit wenig Geld umgesetzt. Einige Medien titelten nach dem Erscheinen des Berichtes \u201eWir m\u00fcssen unseren Konsum drastisch reduzieren\u201c, \u201eDie fetten Jahre sind vorbei\u201c und \u00e4hnlich. Doch erstens hat die lohnabh\u00e4ngige Masse der Bev\u00f6lkerung gar nicht die Mittel, um die n\u00f6tigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen. Zweitens verbrauchen Haushalte weniger Energie als die Wirtschaft. Und drittens ist es ihre Wirtschaftsweise \u2013 der Kapitalismus \u2013 die unseren Planeten zerst\u00f6rt.<\/p>\n<h4 align=\"JUSTIFY\">Ein sozialistisches Programm zur Rettung des Klimas<\/h4>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die SAV k\u00e4mpft f\u00fcr die \u00dcberwindung des Kapitalismus und f\u00fcr den Aufbau einer sozialistischen Demokratie. Darin w\u00fcrde die Wirtschaft nicht f\u00fcr den Profit einer Minderheit arbeiten, sondern im Interesse von Mensch und Natur. Es g\u00e4be nicht mehr verschiedene Unternehmen, die in Konkurrenz zueinander arbeiten, Reibungsverluste w\u00fcrden verschwinden. Die ganze Produktivit\u00e4t k\u00f6nnte eingesetzt werden, um als Gesellschaft voranzukommen \u2013 beispielsweise, um die n\u00f6tigen radikalen Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Klimaschutz zu ergreifen. Damit w\u00e4ren schnelle Fortschritte m\u00f6glich, f\u00fcr die die enorme Produktivit\u00e4t der gesamten Gesellschaft genutzt werden k\u00f6nnte, und nicht Menschen mit wenig Geld aufkommen m\u00fcssten. Wesentliche Bestandteile daf\u00fcr sind:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Energieverbrauch reduzieren:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Konkurrenz und Marktwirtschaft schaffen eine massive \u00dcberproduktion, die Wirtschaftskrisen und die Vernichtung von G\u00fctern nach sich zieht. Stattdessen sollte die Wirtschaft gesamtgesellschaftlich geplant werden und sich an den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Natur orientieren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Unn\u00f6tige Branchen, wie die Kriegsindustrie oder kommerzielle Werbung, k\u00f6nnten ersatzlos eingestampft werden. Insgesamt w\u00fcrde viel weniger Arbeitskraft ben\u00f6tigt, um die (derzeitigen) Bed\u00fcrfnisse zu erf\u00fcllen \u2013 mit entsprechenden Aus- und Fortbildungsangeboten k\u00f6nnte die frei werdende Arbeitskraft in Forschung und Entwicklung, in den Ausbau sozialer Angebote oder auch in die Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit f\u00fcr alle bei gleichbleibendem Einkommen und Wohlstand gesteckt werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">G\u00fcter sollten nicht mehr produziert werden, um sie zu verkaufen, sondern, um genutzt zu werden. Daf\u00fcr m\u00fcssten sie so designt und konstruiert werden, dass sie lange halten \u2013 Sollbruchstellen, die das Ger\u00e4t kurz nach Ablauf der Garantie nutzlos machen, w\u00fcrden der Geschichte angeh\u00f6ren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bestehende H\u00e4user m\u00fcssen energetisch saniert werden \u2013 nicht mit billigen, oftmals brennbaren D\u00e4mmstoffen (die oft zudem eine schlechte D\u00e4mmwirkung haben und extrem energieintensiv und umweltsch\u00e4dlich in der Herstellung sind), sondern mit hochwertigen und m\u00f6glichst \u00f6kologischen D\u00e4mmstoffen. Neubauten sollten so gestaltet werden, dass sie als Passivhaus m\u00f6glichst wenig Energie verbrauchen oder bestenfalls als Plusenergiehaus sogar Strom produzieren.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Verkehrswesen sollte kollektiv gestaltet werden. Arbeit und Freizeit sollten so organisiert werden, dass niemand daf\u00fcr auf einen PKW angewiesen ist. Stattdessen muss das \u00f6ffentliche Verkehrswesen ausgebaut werden und kostenlos nutzbar sein \u2013 und durch Strom aus regenerativen Quellen angetrieben werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wo m\u00f6glich und sinnvoll, sollten G\u00fcter lokal hergestellt werden. Es ist nur mit der kapitalistischen \u201eLogik\u201c zu erkl\u00e4ren, dass manche Kleidungsst\u00fccke, Nahrungsmittel etc. mehrfach um den Globus geschickt werden, bevor sie in einem Gesch\u00e4ft liegen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Energie regenerativ gewinnen<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Durch den drastisch reduzierten Energiebedarf k\u00f6nnten Kohle- Gas- \u00d6l- und Kernkraftwerke fast \u00fcberall ohne Gefahren f\u00fcr die Versorgungssicherheit abgeschaltet werden. Wo es n\u00f6tig ist, sollten Gaskraftwerke als am wenigsten sch\u00e4dliche fossil betriebene Kraftwerke f\u00fcr den \u00dcbergang genutzt werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Ausbau erneuerbarer Anlagen m\u00fcsste fortschreiten. Nicht nach kapitalistischer Logik \u2013 durch riesige, zentralisierte Anlagen, f\u00fcr die beispielsweise \u201eStromautobahnen\u201c von der Nordsee nach Bayern gebaut werden m\u00fcssen &#8211; sondern so dezentral, wie es technisch sinnvoll ist.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es br\u00e4uchte schnelle Verbesserungen, sowohl was die erneuerbaren Energiegewinnungsmethoden, als auch was die Speichertechniken angeht. Dazu m\u00fcsste in die Entwicklung investiert werden. Im Gegensatz zum Kapitalismus w\u00fcrden Entwicklung und Forschung jedoch nicht in konkurrierenden Unternehmen und strenger Abschirmung geschehen: Forschungsergebnisse w\u00fcrden offen gelegt, man w\u00fcrde von den Fortschritten der anderen profitieren. Schon allein dadurch w\u00fcrde es eine drastische Beschleunigung in der Verbesserung und bei Neuentwicklungen geben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ma\u00dfnahmen, um das Klima zu stabilisieren<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Selbst, wenn das 1,5 Grad Celsius-Ziel erreicht wird, wird das Weltklima \u00fcber Jahrhunderte bis Jahrtausende unter dem negativen Einfluss der menschengemachten Erderw\u00e4rmung stehen. Es braucht deutliche Ma\u00dfnahmen, um gegen den steigenden Meeresspiegel, die Ausbreitung von W\u00fcsten, Erosion von Land und viele weitere Probleme vorzugehen. In erster Linie hei\u00dft das: Meere schonen, die vor allem unter dem industriellen Fischfang und extrem klimasch\u00e4dlichen Kreuzfahrten leiden, und gro\u00dffl\u00e4chig B\u00e4ume pflanzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wenn sie gr\u00fcndlich ausgeforscht sind und nicht motiviert von Konzernen, die Profite machen wollen, k\u00f6nnen auch technische Ma\u00dfnahmen zur Luftfilterung in Betracht gezogen werden.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Au\u00dferdem muss das Problem Plastikm\u00fcll angegangen werden, das f\u00fcr viele Pflanzen- und Tierarten ein existenzbedrohendes Ausma\u00df angenommen hat \u2013 dabei spielen insbesondere Pflanzen und viele Kleinstlebewesen eine wichtige Rolle f\u00fcr das Weltklima.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">International und solidarisch<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Diese Ma\u00dfnahmen sind undenkbar unter dem Vorzeichen des Kapitalismus, und ann\u00e4hernd wirkungslos, wenn sie nur in einem Land geschehen. Das Weltklima macht vor L\u00e4ndergrenzen nicht Halt, unsere Schutzma\u00dfnahmen d\u00fcrfen dies auch nicht. Unterst\u00fctzt werden m\u00fcssen insbesondere Menschen in den Regionen der Welt, die besonders stark unter dem Joch des Kapitalismus zu leiden haben, und die sich im allt\u00e4glichen Kampf ums \u00dcberleben heute nicht den \u201eLuxus\u201c leisten k\u00f6nnen, gro\u00dfe R\u00fccksicht auf Umwelt und Klima zu nehmen. Dort m\u00fcsste schnelle und Effektive Hilfe geleistet werden, um nach der \u00dcberwindung des Kapitalismus nicht nur die Armut, sondern auch die Folgen des Klimawandels zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"JUSTIFY\">Damit diese und viele weitere n\u00f6tige Ma\u00dfnahmen ergriffen werden k\u00f6nnen, muss der Kapitalismus \u00fcberwunden werden. Die SAV hat sich als sozialistische und revolution\u00e4re Organisation diese Aufgabe gestellt, wir k\u00e4mpfen mit Genoss*innen auf allen Kontinenten jeden Tag f\u00fcr dieses Ziel. Das hei\u00dft nicht, dass wir nicht im \u201eHier und Jetzt\u201c f\u00fcr jede noch so kleine Verbesserung oder auch f\u00fcr die Eind\u00e4mmung von Problemen k\u00e4mpfen. Wir warnen nur auch deutlich vor der Illusion, im Kapitalismus w\u00e4re eine wirkliche L\u00f6sung denkbar. Ob wir es schaffen, den Kapitalismus zu \u00fcberwinden und eine Gesellschaft zu schaffen, in der das Weltklima gerettet werden kann, ist zur entscheidenden \u00dcberlebensfrage f\u00fcr die Menschheit geworden. Wir m\u00f6chten alle Leser*innen dazu einladen, diesen Kampf mit uns gemeinsam zu f\u00fchren.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In der aktuellen Auseinandersetzung um Braunkohle stellen wir folgende Forderungen auf:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Braunkohlef\u00f6rderung stoppen \u2013 sofort!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Vollst\u00e4ndige Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Garantierte Ersatzarbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten zu gleichen Konditionen, Schaffung von Umschulungsangeboten!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">RWE enteignen, \u00dcberf\u00fchrung der gro\u00dfen Energie- und Industriekonzerne in \u00f6ffentliches Eigentum, demokratische Kontrolle und Verwaltung durch gew\u00e4hlte Vertreter*innen aus den Reihen der Besch\u00e4ftigten, von Verbraucher*innen- und Umweltschutzorganisationen!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Entsch\u00e4digung unter Verrechnung erhaltener Subventionen und Kosten der verursachten Umweltsch\u00e4den!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Durchschnittlicher Tariflohn und jederzeitige W\u00e4hl- und Abw\u00e4hlbarkeit f\u00fcr alle Personen in Leitungsfunktionen!<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"JUSTIFY\">Statt Konkurrenz und Produktion f\u00fcr den Profit: demokratische Kooperation und nachhaltige Planung entsprechend den Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Umwelt!<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sonderbericht des Weltklimarats ver\u00f6ffentlicht<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36747,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[117],"tags":[947,1441],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36933"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36933"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36933\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36934,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36933\/revisions\/36934"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36747"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36933"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36933"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36933"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}