{"id":36877,"date":"2018-10-14T07:00:10","date_gmt":"2018-10-14T05:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=36877"},"modified":"2018-10-10T13:09:28","modified_gmt":"2018-10-10T11:09:28","slug":"1968-prager-fruehling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/10\/1968-prager-fruehling\/","title":{"rendered":"1968: Prager Fr\u00fchling"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-36879 alignleft\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Prager-Fr\u00fchling-257x173.jpg\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Prager-Fr\u00fchling-257x173.jpg 257w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Prager-Fr\u00fchling-768x516.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Prager-Fr\u00fchling-516x347.jpg 516w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Prager-Fr\u00fchling-600x403.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 257px) 100vw, 257px\" \/>Bewegung von unten &#8211; Reformen von oben<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcnfzig Jahre nach 1968 hat die damalige Zeit f\u00fcr viele Menschen nichts an ihrer Faszination verloren: Eine Zeit weltweiter Massenproteste und revolution\u00e4rer Bewegungen, welche die Herrschenden in Angst und Schrecken versetzten. 1968 kam sowohl im Westen als auch im sogenannten Ostblock etwas in Gang, was das Potenzial hatte, die herrschenden Systeme \u00fcber Bord zu werfen.<\/p>\n<p><em>Von Christine Lehnert, Rostock und Angelika Teweleit, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Das Jahr 1968 steht im Kontext der Bewegungen in den 50iger und 60iger Jahren. In den USA entwickelte sich damals vor dem Hintergrund von Armut, Perspektivlosigkeit und Polizeigewalt gegen Afro-AmerikanerInnen eine breite Rebellion gegen Rassismus. W\u00e4hrend im 2. Weltkrieg tausende schwarze Soldaten in den Tod geschickt wurden und dies mit dem \u201eKampf gegen den Rassismus der Nazis\u201c begr\u00fcndet wurde, stand im eigenen Land staatlich gef\u00f6rderter Rassismus auf der Tagesordnung. Dieser Widerspruch f\u00fchrte zu immer mehr Widerstand. Ein Ausdruck davon war die Black Panther Bewegung, die der damalige Chef des FBI, J. Edgar Hoover, auf dem H\u00f6hepunkt ihres Einflusses als \u201edie gr\u00f6\u00dfte Bedrohung f\u00fcr die innere Sicherheit der USA\u201c bezeichnete. Martin Luther King beschrieb den Charakter der Aufst\u00e4nde zu Recht als \u201eKlassenrevolte der Unterprivilegierten gegen die Privilegierten\u201c. 1967 erkl\u00e4rte er: \u201eWir sind in eine \u00c4ra eingetreten, die eine \u00c4ra der Revolution sein muss [&#8230;] was nutzen einem Mann gemischte Speiselokale, wenn er sich keinen Hamburger leisten kann?\u201c<\/p>\n<h4>Anti-Kriegsproteste<\/h4>\n<p>Diese Proteste kamen zusammen mit der Bewegung gegen den Vietnamkrieg. Dies war eine Klammer der weltweiten Proteste. Die Menschen emp\u00f6rten sich angesichts der Verbrechen des US-Milit\u00e4rs in Vietnam. Auch in Deutschland kam es zu Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg sowie zu einem Aufbegehren vor allem der Jugend gegen die Zust\u00e4nde im Land. Die Wirtschaft brach 1967 erstmals seit den sogenannten Wirtschaftswunderjahren nach dem 2. Weltkrieg ein. Die Folge waren eine Million Arbeitslose. Dazu kam die fehlende Aufarbeitung der deutschen Geschichte. In den Amtsstuben, Unis und Gerichten sa\u00dfen Alt-Nazis, es gab keinen gleichberechtigen Zugang zur Bildung f\u00fcr Arbeiterkinder, der Platz der Frau war am Herd und im Rang klar unter dem Mann. Zudem besch\u00e4ftigte das Thema Wiederaufr\u00fcstung die Gem\u00fcter. Dies f\u00fchrte besonders unter jungen Menschen zu einem Aufbegehren. \u201eUnter den Talaren der Muff von tausend Jahren\u201c war ein vielzitierter Spruch und dies galt es zu \u00e4ndern.<\/p>\n<h4>\u201eDas Spiel ist aus\u201c<\/h4>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Bewegung im Jahr 1968 gab es in Frankreich, als auf dem H\u00f6hepunkt der Bewegung zehn Millionen in einem Generalstreik das Land lahm legten. Die Fabriken waren besetzt, rote Fahnen wurden gehisst und die Betriebe standen unter Kontrolle der ArbeiterInnen. Die StudentInnen gingen in die Betriebe und hielten Vorlesungen f\u00fcr die KollegInnen. Pr\u00e4sident Charles de Gaulle floh und meinte \u201eDas Spiel ist aus.\u201c Doch anstatt die Streikkomitees zu vernetzen und die politische Macht zu \u00fcbernehmen, vertr\u00f6stete die an Moskau orientierte Kommunistische Partei die Massen auf die Wahlen. Dieser Verrat an der revolution\u00e4ren Bewegung diente nur dazu, die Macht der Stalinisten in den Ostblockstaaten zu sichern.<\/p>\n<h4>Im Osten nichts Neues?<\/h4>\n<p>Die Bewegung des Prager Fr\u00fchlings kn\u00fcpfte auch an vorherige Protestbewegungen gegen die b\u00fcrokratische Herrschaft im so genannten Ostblock an. In der DDR fand mit dem Arbeiteraufstand 1953 ein Versuch statt, sich gegen die allm\u00e4chtige Parteiriege und deren Jahrespl\u00e4ne und Ziele zu wehren. Es war nicht der Ruf nach Kapitalismus, sondern das Bed\u00fcrfnis nach demokratischen Rechten und einem besseren Lebensstandard, das die Menschen umtrieb. 1956 kam es in Ungarn zu Unruhen und einem Aufstand gegen die repressive Politik der stalinistischen B\u00fcrokratie sowie die Besatzung durch die russischen Truppen. Sie erfassten das ganze Land und f\u00fchrten zun\u00e4chst zu Zugest\u00e4ndnissen und einer Regierungsumbildung. Die UdSSR, der \u201egro\u00dfe Bruder\u201c, schickte daraufhin Truppen und in blutigen K\u00e4mpfen wurde der Aufstand bis zum 15. November niedergeschlagen.<\/p>\n<h4>Ausgangssituation in der \u010cSSR<\/h4>\n<p>Doch trotz der Niederlage war Ungarn 1956 auch eine Inspiration f\u00fcr die Menschen in anderen L\u00e4ndern des Ostens und mit dem Prager Fr\u00fchling fand 1968 eine weitere starke Bewegung gegen den Stalinismus statt. Es war ein revolution\u00e4rer Prozess, der begann, weil Anspruch und Wirklichkeit im propagierten \u201eArbeiter- und Bauernstaat\u201c weit auseinander klafften, die Menschen jedoch ihre Idee von Sozialismus nicht begruben. Die Lebensumst\u00e4nde in der CSSR (\u201eTschechoslowakische Sozialistische Republik\u201c) waren alles andere als rosig. Die Konzentration der Wirtschaft auf Schwerindustrie und die Vernachl\u00e4ssigung des Konsumsektors f\u00fchrte zu Mangel an allen Ecken und Enden. Die Planwirtschaften der stalinistischen L\u00e4nder waren gr\u00f6\u00dftenteils den Industrialisierungsbestrebungen der B\u00fcrokratenriege der UdSSR untergeordnet und auch dies f\u00fchrte in der CSSR dazu, dass die Pl\u00e4ne nicht am Bed\u00fcrfnis der Bev\u00f6lkerung ausgerichtet waren. Dazu kamen Fehlplanungen, Zick-Zack-Kurse und Bereicherung seitens der B\u00fcrokratie, die das Land weiter ruinierten. Die Menschen bekamen in den 1960ern bestimmte Lebensmittel nur noch \u00fcber pers\u00f6nliche Beziehungen zu Funktionstr\u00e4gerInnen oder standen vor leeren Regalen. Dass der damalige Partei- und Staatspr\u00e4sident \u00f6ffentlich versprechen musste, dass es wieder Fleisch geben w\u00fcrde, zeigt das Ausma\u00df der Krise. Spannungen zwischen dem tschechischen und slowakischen Teil der \u010cSSR kamen versch\u00e4rfend hinzu. Seit der Befreiung durch die Sowjetunion und die Gr\u00fcndung der \u010cSSR nach dem 2. Weltkrieg wurde die nationale Frage der SlowakInnen nicht gel\u00f6st. Die historische Unterdr\u00fcckung der wirtschaftlich schw\u00e4cheren Slowakei, wie sie auch mit der Gr\u00fcndung der Tschechoslowakei nach dem 1. Weltkrieg bestand, wurde nicht wirklich aufgehoben. Es gab zwei \u201ekommunistische\u201c Parteien, n\u00e4mlich die tschechoslowakische KPC und die slowakische KSS. Die slowakische KPS durfte keinen Beschluss fassen oder ver\u00f6ffentlichen, bevor er nicht in Prag genehmigt wurde.<\/p>\n<h4>Repression statt Freiheit<\/h4>\n<p>Im gesamten Leben der Menschen war die Diktatur der B\u00fcrokratenriege zu sp\u00fcren. Mangel, fehlende Rechte und dann auch noch S\u00e4uberungen und Verfolgung von Andersdenkenden. Besonders die 50iger Jahre waren gepr\u00e4gt von Repression und Schauprozessen. Abweichler wurden aus der KP ausgeschlossen und vor Gericht gezerrt. Bibliotheken wurden auf feindliche Literatur durchk\u00e4mmt und Romane mit Cowboys ebenso wie trotzkistische Literatur verboten.<\/p>\n<p>Die Repressionen und S\u00e4uberungen waren keine einmalige Aktion, auch nach dem Tod von Stalin wurden sie fortgesetzt \u2013 nur waren diesmal andere die Opfer. Angesichts der Zensur, fehlender Pressefreiheit und Beschneidung der Literatur war es nicht \u00fcberraschend, dass 1964 auf dem 4. Kongress der tschechoslowakischen SchriftstellerInnen \u201eoffene Kritik an der Kulturpolitik der KPC\u201c aufkam. Und genau dieser Schriftstellerkongress war es auch, der im Jahre 1967 den Auftakt f\u00fcr die Ereignisse um den Prager Fr\u00fchling gab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36880\" aria-describedby=\"caption-attachment-36880\" style=\"width: 232px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-36880\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alexander-Dubcek_A-232x173.jpg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alexander-Dubcek_A-232x173.jpg 232w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alexander-Dubcek_A-466x347.jpg 466w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alexander-Dubcek_A.jpg 563w\" sizes=\"(max-width: 232px) 100vw, 232px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36880\" class=\"wp-caption-text\">Alexander Dubcek<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Prager Fr\u00fchling<\/h4>\n<p>\u201eIn zwanzig Jahren wurde kein menschliches Problem gel\u00f6st\u201c \u00e4u\u00dferte der in der \u010cSSR sehr bekannte Schriftsteller Vacul\u00edk am 2. Juni 1967. \u201eDieser Paukenschlag hallte im ganzen Land wider. Am 30. Oktober fielen Licht und Heizung im StudentInnenwohnheim von Strahov in Prag aus. Die Studierenden demonstrierten in der Innenstadt mit Kerzen in der Hand und riefen: \u201eWir wollen Licht.\u201c Nicht nur das elektrische Licht, versteht sich: Licht in die Verh\u00e4ltnisse! Die Polizei verfolgte sie pr\u00fcgelnd bis in ihre Zimmer.\u201c<\/p>\n<p>Und nun bedingten sich die Proteste auf der Stra\u00dfe und die Entwicklungen in der Staatsf\u00fchrung gegenseitig. Die Bewegung f\u00fchrte zu gro\u00dfer Unruhe in der KP. Das stalinistische Regime unter Anton\u00edn Novotn\u00fd geriet zunehmend ins Wanken. Ein Machtkampf zwischen einer konservativen Str\u00f6mung, die auf Repression setzte, und einem gem\u00e4\u00dfigten reformorientierten Fl\u00fcgel entfaltete sich. Der gem\u00e4\u00dfigte Fl\u00fcgel suchte nach Wegen, die Unzufriedenheit der Massen zu kanalisieren und wirtschaftliche Probleme durch Reformen zu l\u00f6sen. Im Januar wurde Novotn\u00fd zum R\u00fccktritt gezwungen. Der Sprecher des Reformfl\u00fcgels, Alexander Dubcek wurde sein Nachfoger. Mit seiner (im Vergleich zu den starrsinnigen Altstalinisten) enthusiastischen Art begeisterte er viele und wurde zu einer Vertrauensfigur f\u00fcr die Massen. Dies wiederum ermutigte die Protestierenden, die neue und weitreichendere Forderungen stellten. Die Stimmung dabei war eindeutig, so bef\u00fcrworteten im Juli 1968 laut einer Umfrage 86 Prozent einen sozialistischen Weg und nur f\u00fcnf Prozent einen kapitalistischen.<\/p>\n<p>\u201eEs herrschte eine neue Stimmung in der Partei und vor allem in ihrer Jugendabteilung. Letztgenannte hatte begonnen, ihren Horizont zu erweitern. Isaac Deutschers Schriften wurden ins Tschechische \u00fcbersetzt und auf den Seiten der offiziellen kommunistischen Zeitschriften ver\u00f6ffentlicht. Einstmals verachtete Zeitungen waren jetzt besonders begehrt, weil die Journalisten ihre schmutzigen Hemden ausgezogen hatten und die Wahrheit ver\u00f6ffentlichten. (\u2026) All das f\u00fchrte schlie\u00dflich dazu, dass die Welt der B\u00fcrokratie auf den Kopf gestellt wurde.\u201c<\/p>\n<h4>\u201eDer Weg der Tschechoslowakei zum Sozialismus\u201c<\/h4>\n<p>Die KPC gab sich im April ein \u00fcber sechzigseitiges Aktionsprogramm, welches als das wichtigste politische Dokument des Prager Fr\u00fchlings angesehen wurde. Darin hie\u00df es, dass \u201edie bisherigen Methoden der Leitung und Organisation der Volkswirtschaft \u00fcberlebt\u201c seien. Das Reformprogramm forderte weiterhin Meinungs- und Pressefreiheit. Ein weiterer Meilenstein war die Einf\u00fchrung von Reisefreiheit: \u201eDie gesetzm\u00e4\u00dfige Freiz\u00fcgigkeit der B\u00fcrger muss garantiert werden, besonders Reisen ins Ausland, wobei vor allem gelten soll, dass der B\u00fcrger Rechtsanspruch aus langfristigen oder dauernden Aufenthalt im Ausland hat und dass niemand grundlos als Emigrant betrachtet wird.\u201c Weiterhin ging es um die Trennung von Partei und Staat sowie eine Selbstst\u00e4ndigkeit der Gewerkschaften. In Puncto der nationalen Frage zwischen Tschechien und Slowakei sollte es eine \u201eendg\u00fcltige f\u00f6derative Regelung\u201c geben.<\/p>\n<p>Auch auf wirtschaftlicher Ebene sollte ein neuer \u201edritter Weg\u201c eingeschlagen werden: \u201eDas Programm der Demokratisierung der Wirtschaft umfasst vor allem die Herstellung der Selbstst\u00e4ndigkeit der Unternehmen und von Unternehmensgruppierungen sowie ihre relative Unabh\u00e4ngigkeit von den Staatsorganen, die v\u00f6llige und reale G\u00fcltigkeit der Rechte des Verbrauchers, seinen Konsum und Lebensstil zu bestimmen, es umfasst das Recht auf freie Wahl der Arbeitst\u00e4tigkeit [&#8230;].\u201c Ma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich zeichnete sich der \u00d6konom Ota \u0160ik, der die Idee einer sozialistischen Marktwirtschaft vertrat. Die Betriebe sollten gesellschaftliches Eigentum bleiben und durch demokratisch gew\u00e4hlte Werkt\u00e4tige geleitet werden. \u0160iks Programm ging nicht mehr von einem gesamtgesellschaftlichen Plan aus, da er diesen und nicht die B\u00fcrokratie f\u00fcr das wirtschaftliche Scheitern verantwortlich machte. So sollte nun also das Unternehmertum eines jeden Betriebes mit Anreizen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten eingef\u00fchrt werden und so die Effektivit\u00e4t erh\u00f6ht werden. Teil des Konzepts beinhaltete auch die Bildung von Arbeiterr\u00e4ten in den Betrieben. Ihre Funktion sollte letztlich darauf beschr\u00e4nkt bleiben, auf betrieblicher Ebene mehr Effizienz zu schaffen. Keinesfalls wollten die Reformer die politische Macht in die H\u00e4nde der Arbeiterr\u00e4te legen.<\/p>\n<h4>Die Bewegung radikalisiert sich \u2013 \u201eManifest der 2000 Worte\u201c<\/h4>\n<p>Die weitreichenden Reformvorschl\u00e4ge der KPC sahen viele Menschen als Erfolg und kn\u00fcpften gro\u00dfe Hoffnungen daran sowie an den neuen Parteivorsitzenden Dubcek. Auch wenn es schon vorher Aktivit\u00e4ten gegeben hatte, so f\u00fchrte die Einf\u00fchrung der Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit, aber auch die Diskussionen \u00fcber ArbeiterInnenselbstverwaltung zu einem ungeheuren Aufschwung der politischen Partizipation der Bev\u00f6lkerung. Interessensgruppen und B\u00fcrgerrechtsbewegungen entstanden und die freie Presse wurde ein bedeutender gesellschaftlicher Faktor. In Betrieben wurden bereits im Fr\u00fchjahr 1968 ArbeiterInnenkomitees zur Verteidigung der Pressefreiheit gebildet, die auch mit Studierenden zusammenarbeiteten. Bis zum Einmarsch stieg ihre Zahl auf 77 an. Neue Schichten traten in die KP ein. Demokratische Prozesse wurden in Gang gesetzt: lebendige Versammlungen mit ehrlichen Diskussionen und offener Kritik fanden in den KP-Gliederungen statt. \u00dcberall auf \u00f6rtlicher Ebene gab es nun \u00f6ffentliche und lautstarke Konferenzen, in denen bis in den August hinein die alte B\u00fcrokratie abgesetzt wurde und die Umsetzung der Reformen gefordert wurde. Die in den Betrieben gebildeten R\u00e4te wollten mehr als nur eine beratende Funktion haben.<\/p>\n<p>Im Juni dann ver\u00f6ffentlichte der Schriftsteller Vacul\u00edk das \u201eManifest der 2000 Worte\u201c. Es war ein emotionaler und lebhafter Appell an die Menschen des Landes, nicht m\u00fcde zu werden. So hei\u00dft es: \u201eIn die n\u00e4chsten Tage m\u00fcssen wir jedoch mit eigener Initiative und mit eigenen Entschl\u00fcssen gehen.\u201c.<\/p>\n<p>Das Manifest \u00fcbte klare Kritik an der B\u00fcrokratie: \u201eDie Kommunistische Partei, die nach dem Krieg das gro\u00dfe Vertrauen der Menschen genoss, tauschte dieses Vertrauen allm\u00e4hlich gegen \u00c4mter ein, bis sie alle bekam und nichts anderes mehr hatte (&#8230;) Fordern wir den Abgang der Leute, die ihre Macht missbraucht, das \u00f6ffentliche Eigentum gesch\u00e4digt, ehrlos oder grausam gehandelt haben. Man muss Methoden ausfindig machen, um sie zum Abgang zu veranlassen. Zum Beispiel: \u00d6ffentliche Kritik, Resolutionen, Demonstrationen, demonstrative Arbeitsbrigaden. Spendensammlung f\u00fcr ihren Abgang in den Ruhestand, Streik, Boykott ihrer T\u00fcren.\u201c W\u00e4hrend dieser Aufruf gro\u00dfe Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung bekam, distanzierte sich die KP-F\u00fchrung davon und war alarmiert. Die radikale Kritik an der Parteib\u00fcrokratie gefiel auch den ReformerInnen nicht, die nicht an einer grunds\u00e4tzlichen \u00c4nderung der Machtstrukturen interessiert waren. Nach der Abschaffung der Pressezensur, der Rehabilitation der Opfer der Schauprozesse und anderer demokratischer Prozesse, wurde nun deutlich, dass es hier um die Frage politische Revolution oder Machterhalt durch Reformen ging. Die Massen wollten eine wirkliche Demokratisierung des Landes mit Selbstbestimmung und wirklicher politischer Einflussnahme. \u201eVon neuem haben wir die M\u00f6glichkeit, unsere gemeinsame Sache in die H\u00e4nde zu nehmen, die den Arbeitstitel Sozialismus tr\u00e4gt.\u201c<\/p>\n<h4>Drohungen vom \u201egro\u00dfen Bruder\u201c<\/h4>\n<p>All das blieb nicht unbeobachtet von der UdSSR und den anderen stalinistischen Staaten. Schon im M\u00e4rz bildete sich eine Allianz der \u201ef\u00fcnf Bruderstaaten\u201c UdSSR, DDR, Polen, Ungarn und Bulgarien, welche die \u201ekonterrevolution\u00e4ren\u201c Entwicklungen in der CSSR kritisierten. Im Mai mussten sich die tschechoslowakischen Reformkr\u00e4fte in Moskau f\u00fcr die politischen Ereignisse rechtfertigen und als Warnung wurden sowjetische Einheiten zu Man\u00f6vern in die CSSR geschickt. Die Truppen verlie\u00dfen die CSSR auch nach dem Ende des Man\u00f6vers nicht wieder. Die Ahnung aus dem \u201eManifest der 2000 Worte\u201c wurde wahr: \u201eGro\u00dfe Beunruhigung geht in letzter Zeit von der M\u00f6glichkeit aus, dass ausl\u00e4ndische Kr\u00e4fte in unsere Entwicklung eingreifen k\u00f6nnten. Angesichts jeglicher \u00dcbermacht k\u00f6nnen wir einzig und allein anst\u00e4ndig auf unserem Standpunkt beharren und mit niemandem Streit vom Zaun brechen. Unserer Regierung k\u00f6nnen wir zu verstehen geben, dass wir notfalls mit der Waffe hinter ihr stehen werden, solange sie das tun wird, wof\u00fcr wir ihr unser Mandat geben werden [\u2026].\u201c<\/p>\n<p>Im Juli sandten die stalinistischen M\u00e4chte einen warnenden Brief an die CSSR (Warschauer Brief), der die Prozesse im Land als \u201evom Imperialismus unterst\u00fctzte Offensive der Reaktion gegen Ihre Partei und gegen die Grundlagen der Gesellschaftsordnung der CSSR\u201c bezeichnet. Sie schrieben: \u201eNach unserer \u00dcberzeugung ist eine Situation entstanden, in welcher die Bedrohung der Grundlagen des Sozialismus in der Tschechoslowakei die gemeinsamen Lebensinteressen der \u00fcbrigen sozialistischen L\u00e4nder gef\u00e4hrdet. Die V\u00f6lker unserer L\u00e4nder w\u00fcrden uns ein gleichg\u00fcltiges und sorgloses Verhalten zu einer solchen Gefahr niemals verzeihen [\u2026]. Deshalb meinen wir, dass die entschiedene Zur\u00fcckweisung der Angriffe der antikommunistischen Kr\u00e4fte und die entschlossene Verteidigung der sozialistischen Ordnung in der Tschechoslowakei nicht nur Ihre, sondern auch unsere Aufgabe ist.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_36878\" aria-describedby=\"caption-attachment-36878\" style=\"width: 276px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-36878\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4-276x173.jpg\" alt=\"\" width=\"276\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4-276x173.jpg 276w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4-768x481.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4-554x347.jpg 554w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4-600x376.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/Alekseev_alexander_4.jpg 862w\" sizes=\"(max-width: 276px) 100vw, 276px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-36878\" class=\"wp-caption-text\">Sowjetische Panzer in Prag von ALDOR46 [CC BY-SA 3.0 (https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], vom Wikimedia Commons<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Einmarsch der Truppen der \u201eF\u00fcnf\u201c<\/h4>\n<p>Nach weiteren Treffen der \u201eF\u00fcnf\u201c und Versuchen, Dubcek zur R\u00fccknahme der Reformen zu zwingen, kam es am 21.8.1968 zum Einmarsch der Truppen des \u201eWarschauer Paktes\u201c in die CSSR. Dubcek und andere f\u00fchrende Vertreter wurden direkt nach Moskau entf\u00fchrt, wo sie zur Unterzeichnung einer Erkl\u00e4rung gezwungen wurden.<\/p>\n<p>Dubcek selbst hatte die Bev\u00f6lkerung im Vorfeld im Unklaren gelassen \u00fcber die konkrete Gefahr, indem er von Kompromissen mit den Staaten des Warschauer Paktes sprach. Der, einen Tag nach der Invasion, einberufene Sonderparteitag der KPC rief zu einem einst\u00fcndigen Proteststreik auf, dem vollst\u00e4ndig gefolgt wurde. Ein Aufruf zum Generalstreik und zur Verteidigung der Errungenschaften blieb jedoch aus. Die KP F\u00fchrung betonte auch nach dem Einmarsch immer wieder, dass die Menschen Ruhe bewahren sollen, statt den Kampf gegen die Besetzer zu organisieren. Die Massen in der \u010cSSR jedoch waren nicht bereit, sich kampflos besetzen zu lassen. Es entstand ein gemeinsamer Widerstand.<\/p>\n<h4>Widerstand gegen die Besetzung<\/h4>\n<p>Besonders in den gro\u00dfen Zentren Prag und Bratislava gab es Protestz\u00fcge mit hunderttausenden TeilnehmerInnen. Die Menschen versuchten in ihrer Verzweiflung mit Sitzstreiks die Panzer zu behindern, es wurden Barrikaden gebaut und die Stra\u00dfenschilder zur Behinderung der Aktionen der Besatzer entfernt. Die Menschen verteilten Flugbl\u00e4tter in russischer Sprache an die Soldaten, um sie aufzukl\u00e4ren, dass es sich hier nicht, wie von der UdSSR-Staatsspitze behauptet, um einen faschistischen Putsch in der CSSR handelt. Daraufhin mussten tats\u00e4chlich Einheiten ausgetauscht werden, da diese mit den Protestierenden sympathisierten.<\/p>\n<p>Auch international kam es zu Protesten gegen den Einmarsch, so protestierten zum Beispiel in London 5000, in der DDR 4000, in Jugoslawien 200.000 Menschen. Doch es gab keine organisierte Kraft, die den Widerstand entschieden anf\u00fchrte. Der Staatspr\u00e4sident Svoboda flog nach Moskau und forderte die Freilassung von Dubcek und Co. Dies geschah dann auch \u2013 nach der Unterzeichnung des Moskauer Protokolls. In diesem wurde das Ende des Reformkurses beschlossen, die Wiedereinf\u00fchrung der Pressezensur und S\u00e4uberungen der Partei von Radikal-ReformerInnen. Es war die politische Kapitulation. \u201eIm Grunde verpflichteten sich Dubcek und die anderen Politiker dazu, den bereits eine Woche dauernden Widerstand in der Tschechoslowakei zu b\u00e4ndigen. So sollte in gewisser Weise die Zensur eingef\u00fchrt werden. Schweigend akzeptierten sie auch die Besatzungstruppen im Land.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem ein Putschversuch der Moskau-Treuen im KP-Pr\u00e4sidium scheiterte und weiterhin die Reform-Kr\u00e4fte die Mehrheit stellten, war auch f\u00fcr den Letzten sichtbar, dass der Einmarsch keine gew\u00fcnschte Hilfe sondern Okkupation war. Umso wichtiger war nun gewesen, dass Dubcek das Moskauer Protokoll unterzeichnete. Hier dr\u00fcckte sich seine Angst vor Machtverlust als Teil der herrschenden B\u00fcrokratie und das fehlende Vertrauen in die Arbeiterklasse als eigenst\u00e4ndiger politischer Akteur aus. Als Getriebener der Revolution wurde er zu deren Verr\u00e4ter.Die R\u00fcckkehr von Dubcek und seinen KP-GenossInnen wurde zun\u00e4chst freudig von den Menschen gefeiert. \u201eEs war erst einmal eine Genugtuung, dass die Sowjets nachgeben mussten und dem tschechoslowakischen Volk die Gefangenen zur\u00fcckgaben. Aber Breschnew gab sie nur zur\u00fcck, damit sie die sowjetische Politik mit eigenh\u00e4ndig umsetzen.\u201c<\/p>\n<p>Die Begeisterung verflog schnell, als die Massen die Folgen sp\u00fcrten. Die vom \u201egro\u00dfen Bruder\u201c geforderte sogenannte Normalisierung f\u00fchrte dazu, dass die erk\u00e4mpften Reformen wieder zur\u00fcckgenommen wurden. Es begann eine neue Zeit der Repression und die Menschen, die kurz zuvor noch voller Enthusiasmus und Initiative waren, zogen sich nun frustriert zur\u00fcck. Die selbstst\u00e4ndige Arbeit der Gewerkschaften wurde behindert und wieder dem Diktat der Partei unterworfen. Die Arbeiterr\u00e4te wurden nach und nach aufgel\u00f6st, da sie die Arbeit in den Betrieben behindern w\u00fcrde. AktivistInnen wurden verhaftet und verfolgt. Als Zeichen des Protestes verbrannte sich im Januar 1969 der Student Jan Palach auf dem Wenzelsplatz in Prag. Seine Tat l\u00f6ste eine Welle von Protesten aus, die von der KP-Regierung unter Androhung von Gewalt erstickt wurde. Im April 1969 verlor auch Alexander Dub\u010dek sein Amt als Parteivorsitzender und wurde sp\u00e4ter aus der KPC ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Nach der Invasion kursierte der bittere Witz: \u201eGegen jedes der 2000 Worte haben Sie einen Panzer geschickt.\u201c Die politische Revolution war gescheitert. Frei nach Trotzki hat der Beamte den Arbeiterstaat aufgefressen. Was zum Sieg fehlte, war nicht die Einsatzbereitschaft der Massen, sondern eine revolution\u00e4re Partei mit klarem Programm und Initiative. Die Reformer hatten nie vor, das Zepter der Macht aus der Hand zu geben. Ihnen mangelte es an Vertrauen in die Kraft der Arbeiterklasse und sie wollten keine Ver\u00e4nderungen, die ihre eigenen Privilegien in Frage stellten. Die ArbeiterInnen und Jugendlichen sind in den Wochen und Monaten der Bewegung nach vorn gegangen, politisch erwacht und gewachsen, aber es hat die bewusste Organisierung um ein klares Programm f\u00fcr die Errichtung einer Arbeiterdemokratie gefehlt. Es fehlte die revolution\u00e4re Partei, welche die Kr\u00e4fte b\u00fcndelt und die passenden Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die weiteren Schritte unterbreitet.<\/p>\n<p>Doch trotz der Niederlage ist der Prager Fr\u00fchling ein Beispiel daf\u00fcr, wof\u00fcr es sich lohnt zu k\u00e4mpfen. Eine Gesellschaft, in der die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Der Prager Fr\u00fchling zeigt die Verbrechen des Stalinismus und wie wenig Sozialismus damit zu tun hat. Dem Fr\u00fchling folgten eisige Zeiten, aber neue K\u00e4mpfe stehen uns heute bevor. Im Mai 1968 hie\u00df es: \u201eIhre Albtr\u00e4ume sind unsere Tr\u00e4ume\u201c. Tun wir das unsrige, um die Nacht \u00fcber diesem System aufziehen zu lassen.<\/p>\n<p><em>Christine Lehnert ist SAV-Mitglied in Rostock. Angelika Teweleit ist Mitglied der SAV-Bundesleitung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bewegung von unten &#8211; Reformen von oben<\/p>\n","protected":false},"author":243,"featured_media":36879,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[265,88],"tags":[1223,1430,1362,1360,1428,1429],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36877"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/243"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36877"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36881,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36877\/revisions\/36881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36879"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}