{"id":36530,"date":"2018-08-30T15:33:31","date_gmt":"2018-08-30T13:33:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=36530"},"modified":"2018-08-30T15:33:31","modified_gmt":"2018-08-30T13:33:31","slug":"sarrazins-hetze-gegen-den-islam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/08\/sarrazins-hetze-gegen-den-islam\/","title":{"rendered":"Sarrazins Hetze gegen den Islam"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"LEFT\"><strong><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/anti-sarrazin-e1535635951599.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-36531\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/anti-sarrazin-e1535635951599-280x173.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/anti-sarrazin-e1535635951599-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/anti-sarrazin-e1535635951599-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/anti-sarrazin-e1535635951599.png 328w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Das Kapitel &#8222;Islamfeindlichkeit als neuer Rassismus&#8220; aus dem Buch &#8222;Anti-Sarrazin&#8220;<\/span><\/span><\/strong><\/p>\n<p><em>Vorbemerkung: Heute stellt das SPD-Mitglied und Rechtspopulist Thilo Sarrazin sein neues Buch vor. &#8222;Feindliche \u00dcbernahme&#8220; lautet der Titel und es ist eine Hetzschrift gegen Muslime und Muslimas und gegen den Islam. Wir ver\u00f6ffentlichen hier das Kapitel zum Thema Islamfeindlichkeit aus dem &#8222;Anti-Sarrazin&#8220; von SAV-Bundessprecher Sascha\u00a0Stani<span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u010d<\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">i<\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">\u0107, der 2011 als Antwort auf Sarrazins erstes Buch &#8222;Deutschland schafft sich ab&#8220; geschrieben worden war.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"western\">W\u00e4hrend Sarrazins Aussagen zum \u201eJuden-Gen\u201d auch von PolitikerInnen und JournalistInnen aus dem Establishment viel Widerspruch erfahren haben, erh\u00e4lt er f\u00fcr seine Thesen zur angeblichen Integrationsunwilligkeit von Muslimen aus denselben Kreisen Unterst\u00fctzung. Damit treibt er nur eine Debatte voran, die ohnehin seit Jahren l\u00e4uft und die das Bild des Islam und von Muslimen in der \u00d6ffentlichkeit mittlerweile nachhaltig pr\u00e4gt \u2013 und damit die Lebenssituation f\u00fcr Muslime (und Menschen aus islamisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern) zum Negativen ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Muslime und Menschen aus islamischen L\u00e4ndern stehen heute unter vielf\u00e4ltigem Generalverdacht. Angeblich sind sie potenzielle Bombenleger, Frauenunterdr\u00fccker und Sozialschmarotzer, und die Kopftuch tragende Frau steht unter Zwang, Aufsicht und Kontrolle von Ehemann, Vater oder Bruder oder ist selber Fundamentalistin.<\/p>\n<p class=\"western\">Sarrazin behauptet, eine \u201eZuwanderungs- und Integrationsproblematik\u201d gebe es zu 95 Prozent mit MigrantInnen muslimischen Glaubens, zwei Seiten sp\u00e4ter spricht er dann von siebzig bis achtzig Prozent<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote1sym\" name=\"sdendnote1anc\">i<\/a><\/sup>. Mit Zahlen und Fakten nimmt er es ohnehin nicht so genau, aber die Botschaft seiner Aussage ist eindeutig: Die Muslime sind ein Problem, ja der wesentliche Faktor f\u00fcr die Probleme im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt, bei Gewaltkriminalit\u00e4t und bez\u00fcglich der von Sarrazin an die Wand gemalten Bedrohung von dem, was er als deutsche oder abendl\u00e4ndische Kultur bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Er schreibt: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eDas westliche Abendland sieht sich durch die muslimische Immigration und den wachsenden Einfluss islamistischer Glaubensrichtungen mit autorit\u00e4ren, vormodernen, auch antidemokratischen Tendenzen konfrontiert, die nicht nur das eigene Selbstverst\u00e4ndnis herausfordern, sondern auch eine direkte Bedrohung unseres Lebensstils sind.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote2sym\" name=\"sdendnote2anc\">ii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Merkmale von Islamfeindlichkeit<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">In diesem Zitat stecken zwei wesentliche Merkmale islamfeindlicher Argumentationen. Zum einen wird der Islam von einem vermeintlich fortschrittlichen Blickwinkel kritisiert, indem er als \u201eautorit\u00e4r\u201d, \u201evormodern\u201d und \u201eantidemokratisch\u201d bezeichnet wird. Im Hinblick auf die Stellung der Frau gibt es eine starke und aggressive Islamfeindlichkeit aus einer b\u00fcrgerlich-feministischen Richtung, f\u00fcr die Alice Schwarzer stellvertretend steht. Tats\u00e4chlich findet sich Kritik am Islam beziehungsweise der Lebensweise von Muslimen, die zum Teil das Ausma\u00df von Islamfeindlichkeit annimmt, in verschiedensten Teilen der nichtmuslimischen Bev\u00f6lkerung &#8211; deutsch wie nichtdeutsch. Und inklusive der politischen Linken: als Reaktion auf eine Vorank\u00fcndigung dieses Buches erhielten wir eine Email, in der die Herausgabe eines \u201eAnti-Sarrazin\u201d scharf kritisiert wurde &#8211; mit dem Hinweis darauf, dass in den \u201elinken Kreisen\u201d des Absenders viele von Sarrazins Thesen auf Unterst\u00fctzung treffen. So genannte \u201eantideutsche\u201d Gruppen haben sich in den letzten Jahren zu militanten IslamhasserInnen entwickelt, IslamkritikerInnen wie Necla Kelek haben Thilo Sarrazins Buch auf \u00f6ffentlichen Veranstaltungen propagiert. Kelek nennt Sarrazins Buch einen <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eBefreiungsschlag\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> und unterst\u00fctzt ihn in der <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eUnm\u00f6glichkeit, zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden\u201c<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Sie schreibt: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eIch definiere den Islam nicht nur als Glauben, sondern als eine politische Ideologie und ein gesellschaftliches System: ein System, das die Trennung von Religion und Staat, also die S\u00e4kularit\u00e4t und die Aufkl\u00e4rung, verleugnet, das die vertikale Trennung von M\u00e4nnern und Frauen praktiziert, das hei\u00dft Frauen diskriminiert. Durch den Versuch, das System der Scharia, die religi\u00f6se Normsetzung, neben oder \u00fcber das s\u00e4kulare Recht zu stellen und zu leben, ergibt sich ein anderes Welt- und Menschenbild, ergeben sich andere Werte und Normen, die zu einer generellen Integrationsunwilligkeit gro\u00dfer Teile der muslimischen Gesellschaft gef\u00fchrt haben.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote3sym\" name=\"sdendnote3anc\">iii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Mina Ahadi, Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, bezeichnet den Islam als \u201emit dem Faschismus vergleichbar\u201c.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote4sym\" name=\"sdendnote4anc\">iv<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Zum anderen benennt Sarrazin durch die Begrifflichkeit \u201eunser Lebensstil\u201d eine \u201eWir\u201d-Gruppe, die nicht definiert wird. Es ist aber offensichtlich, wen Sarrazin mit \u201eWir\u201d meint, n\u00e4mlich alle, die nicht Muslime sind und sich der deutschen Kultur, was auch immer das ist, zugeh\u00f6rig f\u00fchlen. Damit wird ein Keil in die in Deutschland lebende Bev\u00f6lkerung getrieben, um die eigentlichen Trennlinien in der Gesellschaft zu verbergen. Man muss sich nur einmal fragen, ob der Lebensstil des deutsch-christlichen Daimler-Arbeiters oder der atheistischen Krankenpflegerin tats\u00e4chlich mehr mit dem Lebensstil des ebenso deutsch-christlichen oder atheistischen Million\u00e4rs gemeinsam hat oder nicht doch mit dem muslimischen Kollegen oder Nachbarn (siehe Kapitel 4).<\/p>\n<p class=\"western\">Islamfeindlichkeit zeichnet sich unter anderem durch zwei Dinge aus: erstens durch die weitgehende Gleichsetzung der Religion Islam mit politischen Str\u00f6mungen, dem so genannten politischen Islam oder islamischen Fundamentalismus, die die Religion f\u00fcr politische Zwecke instrumentalisieren. Zweitens durch ein hohes Ma\u00df an Pauschalisierungen und der Weigerung, die Vielf\u00e4ltigkeit und Komplexit\u00e4t der Lebensrealit\u00e4t von Muslimas und Muslimen anzuerkennen. Wenn man bedenkt, dass nur f\u00fcnf Prozent der Muslime in der Bundesrepublik Mitglied einer islamischen Organisation sind, wird deutlich, dass die Religion f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit gar keine zentrale Rolle in ihrem Leben einnimmt.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote5sym\" name=\"sdendnote5anc\">v<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Sineb El Masrar hat letzteres aus der Perspektive einer Muslima so ausgedr\u00fcckt: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eIn der Regel wird nicht <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i><b>mit<\/b><\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i> uns geredet, sondern gerne <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i><b>\u00fcber<\/b><\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i> uns. Wenn uns dann jemand nicht wieder <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i><b>in<\/b><\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i> Frage, sondern <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i><b>eine<\/b><\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"><i> Frage stellt, dann sind das Fragen meist dieser Art: <\/i><\/span><i>Kannst du islamisch sprechen? W\u00fcrdest du deine Tochter auch beschneiden? Darfst du hier im Schwimmbad \u00fcberhaupt schwimmen? Bist du schon jemandem versprochen? Wurde dein Mann von deiner Familie ausgesucht? Haben deine Eltern kein Problem damit, dass du hier im Ausland arbeitest? Oder ganz kreativ: Gehst du auch mit Kopftuch unter die Dusche? (&#8230;) <\/i><\/p>\n<p class=\"western\"><i>Eine andere Frage lautet, warum ausgerechnet Muslimas, deren Eltern aus den entlegensten und r\u00fcckst\u00e4ndigsten Ecken Marokkos, Pakistans oder der T\u00fcrkei gekommen sind, sich Jahre sp\u00e4ter im freien Deutschland f\u00fcr das Tragen eines Kopftuchs oder \u2013 der absolute Horror! \u2013 einer \u2018Burka\u2019 entscheiden.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><i>Was ist da nur in unserer Erziehung schiefgegangen? Wer hat uns das Gehirn gewaschen? Aber was ist, wenn nicht wir diejenigen sind, denen das Gehirn gewaschen worden ist? Denn wie kommt jemand auf solch brillante Fragen? Die, die solche Fragen formulieren, haben ja meist gar keinen oder nur fl\u00fcchtigen und einseitigen Kontakt mit uns. Das vorherrschende Bild von uns wird von Meinungsmachern aus Politik und Medien mit schnellen Pinselstrichen auf eine Leinwand gemalt, mit Farben, die alles andere als bunt sind. (&#8230;) Diese Bilder sind mittlerweile in den K\u00f6pfen so fest verankert, dass es manchem gar nicht mehr gelingt sich davon zu trennen.\u201c<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote6sym\" name=\"sdendnote6anc\">vi<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Solche Bilder werden durch Medien gemalt, die Berichte \u00fcber MigrantInnen mit Bildern Kopftuch tragender Frauen illustrieren, oder die, wie das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, ihre Titelseiten zum Thema Islam in der Regel mit Bildern und Schlagzeilen versehen, welche Gewaltbereitschaft, Frauenunterdr\u00fcckung und kulturelle Differenzen assoziieren. Ebenso dadurch, dass bei Berichterstattungen \u00fcber Kriminalit\u00e4t meistens auf den migrantischen Hintergrund des T\u00e4ters hingewiesen wird, wenn es denn einen solchen gibt. Als im Dezember 2010 bei einer Auseinandersetzung zweier Jugendgangs in Berlin-Wittenau ein Beteiligter get\u00f6tet wurde, fiel auf, dass darauf verzichtet wurde, bei Opfer und T\u00e4ter auf die Nationalit\u00e4t hinzuweisen. Das Opfer war T\u00fcrke, der T\u00e4ter Deutscher.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote7sym\" name=\"sdendnote7anc\">vii<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">El Masrar hat in Bezug auf Sarrazin auch mit einer anderen Beobachtung Recht \u2013 denn dieser hat mit T\u00fcrken nach eigener Aussage nur indirekten Kontakt, schreibt also \u00fcber die Einstellungen, Denk- und Lebensweise einer Gruppe von Menschen, mit denen er nicht einmal selber spricht. Auf die Frage <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eHatten Sie jemals etwas mit T\u00fcrken zu tun?\u201d<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, antwortete er in einem Interview mit der t\u00fcrkischen Tageszeitung H\u00fcrriyet: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eIch hatte indirekt etwas mit der Ausbildung von T\u00fcrken zu tun. Meine Frau ist Lehrerin und \u00fcbte ihren Beruf in K\u00f6ln aus. Ein Gro\u00dfteil ihrer Sch\u00fcler waren T\u00fcrken.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote8sym\" name=\"sdendnote8anc\">viii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Abgesehen davon, dass es viel \u00fcber die so genannten Volksvertreter in einer kapitalistischen Demokratie aussagt, wenn diese nur indirekten Kontakt zu einer wichtigen Bev\u00f6lkerungsgruppe haben, gibt Sarrazin tats\u00e4chlich zu, KEINEN Kontakt zu T\u00fcrken gehabt zu haben. Seine Aussage ist vergleichbar mit der ber\u00fchmten Werbung der Ehefrau eines Zahnarztes f\u00fcr Zahnpflegeprodukte &#8230;.<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Die sind anders als wir\u201d<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> ist die Botschaft, die allenthalben vermittelt werden soll. Dass verschiedenste Studien darauf hinweisen, dass die Unterschiede zwischen Muslimen und Nichtmuslimen in Deutschland erstens geringer und zweitens komplexer sind, wird dabei \u00fcbergangen.<\/span><\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Muslime als Bedrohung<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Vor allem wird suggeriert, dass von Muslimen eine Bedrohung ausgeht. Wenn der Berliner Innensenator K\u00f6rting im Rahmen der Warnungen vor terroristischen Anschl\u00e4gen im Herbst 2010 sagt, man solle Nachbarn, die sich auff\u00e4llig verhalten und in arabischer oder einer anderen Sprache sprechen, die man nicht versteht, melden, so ist das ein offensichtlicher Fall von Generalverdacht gegen\u00fcber der arabischen Bev\u00f6lkerung.<\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote9sym\" name=\"sdendnote9anc\">ix<\/a><\/span><\/sup><span lang=\"de-DE\"> K\u00f6rtings Aussage wurde durch seine am n\u00e4chsten Tag folgende Relativierung, er h\u00e4tte vor Waffen und verd\u00e4chtigen Paketen warnen wollen, nicht besser. Dass er Muslime unter Verdacht stellt, machte er auch in seiner Klarstellung deutlich: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eDas gilt im \u00dcbrigen auch f\u00fcr die Moslems in der Hauptstadt. Wer in einer Moschee ein verd\u00e4chtiges Gespr\u00e4ch mitbekommt, der soll sich sofort bei den Sicherheitsbeh\u00f6rden melden.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote10sym\" name=\"sdendnote10anc\">x<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Wenn der CSU-Generalsekret\u00e4r Dobrindt in einer Rede \u00fcber die GegnerInnen der Atomkraft und von Stuttgart 21 mit den Worten herzieht, diese m\u00fcssten sich nicht wundern, wenn morgen ein Minarett in ihrem Vorgarten steht, dann ist das zwar von einer so unfassbaren Dummheit, dass man dazu geneigt ist, verzweifelt den Kopf zu sch\u00fctteln ob der Tatsache, dass solche Menschen in einer Regierungspartei hohe Posten bekleiden k\u00f6nnen (was nun wirklich Sorgen \u00fcber einen intellektuellen Verfall der Deutschen berechtigt erscheinen l\u00e4sst). Aber auch das sind wohlkalkulierte Schreckensbilder, die den Islam als eine \u00fcberall (sogar im Vorgarten von Atomkraftgegnern!) lauernde Bedrohung darstellen sollen.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote11sym\" name=\"sdendnote11anc\">xi<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Achim B\u00fchl hat in seiner Studie <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Islamfeindlichkeit in Deutschland<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> ausgef\u00fchrt, dass Islamfeindlichkeit kein neues Ph\u00e4nomen ist, sondern eine Kontinuit\u00e4tslinie im Christentum seit den Kreuzz\u00fcgen im elften Jahrhundert existiert. Dieser interessante Umstand hilft zweifelsohne dabei, den Charakter und die genaue Auspr\u00e4gung der heutigen Islamfeindlichkeit besser zu verstehen. Trotzdem ist es gerechtfertigt, die Islamfeindlichkeit als einen neuen Rassismus zu bezeichnen, der insbesondere nach dem Wegfall des Ost-West-Gegensatzes zwischen der kapitalistischen Welt und den nichtkapitalistischen b\u00fcrokratischen <\/span><span lang=\"de-DE\">Staaten der Sowjetunion und Osteuropas<\/span><span lang=\"de-DE\"> zugenommen und nach den Terroranschl\u00e4gen auf das World Trade Center am 11. September 2001 eine neue Qualit\u00e4t erreicht hat.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">In der aktuellen Debatte gibt es verschiedene Aspekte, die dominieren, auch wenn sie letztlich nur Teilbereiche der allgemeinen Islamfeindlichkeit sind. Dabei handelt es sich unter anderem um das Tragen des Kopftuchs, den Bau von Moscheen beziehungsweise Minaretten, die so genannten \u201eEhrenmorde\u201d und den islamistischen Terrorismus. Auf diese Fragen gehen wir in diesem Kapitel ein. Andere von Sarrazin den Muslimen angeh\u00e4ngten Dinge \u2013 Kriminalit\u00e4t, Bildungsferne, Sozialschmarotzertum etc. \u2013 wurden in Kapitel 4 behandelt.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Der Umgang mit islamischer Geschichte<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\">Ein zus\u00e4tzlicher Aspekt ist der Umgang mit islamischer Geschichte beziehungsweise der Verzicht auf einen Umgang damit. Sarrazin versucht sich in seinem Buch auch als Historiker und reitet auf sechs Seiten vom alten \u00c4gypten in die Moderne. Islamische Geschichte kommt nur in einem Halbsatz vor. Er schreibt, das ostr\u00f6mische Reich sei Opfer der Islamisierung des Orients geworden. Kein Wort \u00fcber die \u00f6konomischen, sozialen und wissenschaftlichen Errungenschaften, die mit der Ausdehnung des Islams einher gingen.<\/p>\n<p class=\"western\">Achim B\u00fchl weist darauf hin, <i>\u201edass die &#8218;europ\u00e4ische Kultur&#8216; zutiefst durch den islamischen Einflussbereich gepr\u00e4gt und ohne ihn nicht denkbar ist, dass der Islam bereits seit Jahrhunderten integraler Bestandteil &#8218;Europas&#8216; ist\u201c<\/i>, und betont die Rolle des maurischen (islamischen) Spaniens ab dem 11. Jahrhundert bei der Rettung des Erbes und der Weiterentwicklung der griechischen Philosophie, Mathematik und Medizin. Letzteres wurde auch in der popul\u00e4ren Literatur durch Noah Gordons \u201eDer Medicus\u201d einem breiteren Publikum bekannt. Doch generell wird in deutschen Schulen und Universit\u00e4ten kaum \u00fcber gro\u00dfe muslimische Mediziner wie Abu Bakr Muhammad ibn Zakariya ar-Razi oder Mohammed al Gafequi, den \u201eMarco Polo Marokkos\u201d Ibn Battuta oder den Mathematiker Al-Chwarizmi gelehrt. Von den Errungenschaften arabisch-muslimischer Wissenschaft und Kultur zeugen viele Worte, die arabischer Herkunft sind, wie Algebra, Alkohol, Konditorei, Chemie, Gitarre und viele mehr.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote12sym\" name=\"sdendnote12anc\">xii<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Claus Ludwig geht auf die Rolle des Islam bei der \u00f6konomischen Weiterentwicklung der Gesellschaft ein:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Der Koran formulierte die Interessen der aufsteigenden H\u00e4ndlerklasse. Allah war der einzige Gott f\u00fcr alle St\u00e4mme und V\u00f6lker, weil der Handel einen allgegenw\u00e4rtigen Gott brauchte, der nicht willk\u00fcrlich handelt, sondern allgemein verbindliche Regeln festlegt. Die Scharia war in dieser Phase der sozialen Entwicklung keine Ansammlung grausamer Bestrafungen, sondern ein in sich geschlossenes Rechtssystem mit, soweit dies in einer Klassengesellschaft m\u00f6glich ist, rechtlichen Garantien f\u00fcr Alle. Gro\u00dfe Teile der St\u00e4mme und V\u00f6lker in Nordafrika und dem Nahen Osten schlossen sich der muslimischen Gemeinschaft freiwillig an. Islamische Regierung und Rechtssystem erschienen als Garantie f\u00fcr Handel, \u00f6konomischen Aufschwung und sozialen Aufstieg.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote13sym\" name=\"sdendnote13anc\">xiii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Unerw\u00e4hnt bleibt in der Debatte \u00fcber den Islam zumeist auch, dass in der Bl\u00fctezeit der islamischen Gesellschaften in diesen eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ausgepr\u00e4gte offene Kultur der Debatte und des Meinungsstreits herrschte und religi\u00f6se Minderheiten, wie Christen und Juden, weitaus bessere Lebensbedingungen hatten als die religi\u00f6sen Minderheiten im christlichen Mittelalter. Allein der Unterschied des Umgangs der christlichen Kreuzritter nach ihrer Eroberung Jerusalems mit den muslimischen und j\u00fcdischen BewohnerInnen mit dem Umgang der muslimischen Streitkr\u00e4fte Saladins nach der R\u00fcckeroberung Jerusalems im Jahr 1187 sollte jedem, der \u00fcber die vermeintlichen Vorz\u00fcge der abendl\u00e4ndisch-christlichen Kultur spricht, zu denken geben: die Kreuzritter richteten ein schreckliches Blutbad an, w\u00e4hrend Saladins Truppen niemanden abschlachteten und sich die Christen mittels L\u00f6segeld freikaufen konnten.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote14sym\" name=\"sdendnote14anc\">xiv<\/a><\/sup><\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Die Rolle der Frau<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Sineb El Masrar schreibt in Muslim Girls: <\/span><\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Ja, es gibt sie. Die Muslim Girls, die von ihren Eltern schlechter als ein Hund behandelt werden. Die mit niemandem sprechen, mit niemandem Kontakt halten d\u00fcrfen und am besten immerfort schweigen sollen. Es gibt Ehem\u00e4nner, die ihre Braut aus dem Heimatland einfliegen lassen und wie eine unterw\u00fcrfige Haussklavin halten, weil ihre M\u00fctter ihnen das von Kindesbeinen an eingetrichtert haben und sie ihre Macht sp\u00e4ter gleich mit an dem unschuldigen Ding ausleben k\u00f6nnen. <\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><i>Es gibt Frauen, die die Schl\u00e4ge ihrer V\u00e4ter, Br\u00fcder und Ehem\u00e4nner nicht mehr aushalten und Hilfe in einem Frauenhaus suchen. M\u00e4dchen, die eben noch mit ihrer Puppe Kaffeekr\u00e4nzchen gespielt haben und im n\u00e4chsten Moment im Flieger nach Mali oder Somalia neben ihrer Mutter sitzen, um einer Genitalverst\u00fcmmelung unterzogen zu werden.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\"><i>Und ja, es gibt kleine M\u00e4dchen, die von ihren Eltern gezwungen werden, gegen ihren Willen ein Kopftuch zu tragen. Es gibt auch M\u00e4dchen, die zur Ehe mit einem v\u00f6llig Fremden mitten in Deutschland gen\u00f6tigt oder im Namen der \u2018Ehre\u2019 erschossen werden.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote15sym\" name=\"sdendnote15anc\">xv<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Diejenigen so genannten IslamkritikerInnen, die aus diesen von El Masrar beschriebenen Realit\u00e4ten ihre pauschale Islamfeindlichkeit und ihren antimuslimischen Rassismus ableiten, werfen ihren KritikerInnen oft vor, die Augen vor diesen Dingen zu verschlie\u00dfen. Das ist aber nur der Versuch, einer wirklichen Debatte aus dem Weg zu gehen. Denn die Vorschl\u00e4ge dieser selbst ernannten FrauenrechtlerInnen helfen den real betroffenen muslimischen Frauen nicht. Denn die Realit\u00e4t ist komplexer. Zu ihr geh\u00f6rt auch eine wachsende Zahl von Muslimas, die ohne \u00e4u\u00dfere Zw\u00e4nge das Kopftuch anlegen &#8211; und die Tatsache, dass aus den Worten des Koran weder Kopftuchzwang noch so genannte Ehrenmorde herauszulesen sind.<\/p>\n<p class=\"western\">El Masrar schreibt dementsprechend:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Aber: Hatten wir etwa zwei verschiedene Koranversionen? Ich kann mich nicht erinnern, dass man Menschen gegen den eigenen Willen heiraten soll oder eine Frau im Namen irgendeiner Schafherdenehre auf offener Stra\u00dfe erschie\u00dfen darf. Werden die Heuchler nicht immerw\u00e4hrend im heiligen Buch der Muslime ermahnt?<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><i>K\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich nur selbstbewusste, moderne und gl\u00fcckliche Menschen sein, wenn wir uns von unserer Religion abwenden und zum Christentum konvertieren oder an gar keinen Gott glauben? Sind tats\u00e4chlich alle Muslime hinterw\u00e4ldlerische, p\u00e4dophile, frauenverachtende und gewaltbereite Irre, die sich in die Luft sprengen, um ins Paradies zu kommen?<\/i><\/p>\n<p class=\"western\"><i>Liegen die Gr\u00fcnde f\u00fcr Gewalt gegen Frauen wom\u00f6glich gar nicht in der Religion, sondern in der Psychologie der T\u00e4ter? Denn wie sonst kann man erkl\u00e4ren, dass derartige Gewalttaten in jeder Kultur, in jeder Religionsgemeinschaft, in jeder sozialen Schicht, in jeder Nation, in jedem Viertel und in jeder Gemeinde existent sind?\u201d<\/i><sup><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote16sym\" name=\"sdendnote16anc\">xvi<\/a><\/i><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Tats\u00e4chlich ist die Gewalt gegen und die Unterdr\u00fcckung von Frauen ein Ausdruck gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse, so wie auch die jeweilige Religion nicht frei von den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen existiert, sondern ihre konkrete Ausformung und Rolle ein ebensolcher Ausdruck gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse ist.<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Die heutige Rolle des Islams ist Produkt des \u00f6konomischen Zur\u00fcckbleibens der arabischen und muslimischen L\u00e4nder gegen\u00fcber dem europ\u00e4ischen und sp\u00e4ter amerikanischen Kapitalismus; sie ist untrennbar verbunden mit dem Aufkommen des Imperialismus und der Aufteilung der Welt durch die f\u00fchrenden imperialistischen L\u00e4nder.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote17sym\" name=\"sdendnote17anc\">xvii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Es ist Ausdruck der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse, dass der Islam heute in wirtschaftlich weniger entwickelten Gesellschaften eine gr\u00f6\u00dfere und reaktion\u00e4rere Rolle spielt. Das galt f\u00fcr das Christentum in fr\u00fcheren Zeiten auch. Nicht der Katholizismus oder der Protestantismus haben die Gesellschaft ver\u00e4ndert, sondern beide sind aus gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungen entstanden bzw. mussten sich solchen anpassen, um nicht v\u00f6llig in der Bedeutungslosigkeit zu versinken. In r\u00fcckst\u00e4ndigeren Gesellschaften, also solchen, in denen es keine starke Arbeiter- oder Frauenbewegung gibt, in denen die Wissenschaften keine gro\u00dfe Rolle spielen und das allgemeine Bildungsniveau relativ niedrig ist, spielen die christlichen Religionen auch heute noch eine gr\u00f6\u00dfere Rolle und haben eine reaktion\u00e4rere Auspr\u00e4gung als in Westeuropa. In Nigeria kommt es vor, dass Anh\u00e4ngerInnen des Katholizismus verungl\u00fcckte Kinder nicht in ein Krankenhaus bringen, sondern sie in der Hoffnung auf ein Wunder Gottes in einer Kirche auf den Altar legen \u2013 und die Priester schicken die Eltern nicht ins Krankenhaus. Und an den Orten, an denen der kirchliche Einfluss auch in entwickelten Industriestaaten gro\u00df ist \u2013 in Kl\u00f6stern, Kirchengemeinden, Internaten \u2013 herrschen meistens \u201eantidemokratische, autorit\u00e4re und vormoderne Tendenzen\u201d vor. Oder ist die katholische Kirche etwa demokratisch aufgebaut, der Papst antiautorit\u00e4r und das Verh\u00e4ltnis der katholischen Kirche zu Verh\u00fctung, Abtreibung und Homosexualit\u00e4t modern?<\/p>\n<p class=\"western\">Der r\u00fcckst\u00e4ndige Inhalt einer Religion, ob Islam oder Katholizismus, wirkt sich gesellschaftlich also entsprechend der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit der \u00f6konomischen und sozialen Verh\u00e4ltnisse aus. Aufgrund der Diskriminierung von MigrantInnen und Muslimen und aufgrund der Tatsache, dass MigrantInnen auch durch ihre Herkunftsl\u00e4nder gepr\u00e4gt sind, werden Traditionen und Denkweisen, die Ausdruck der R\u00fcckst\u00e4ndigkeit der Herkunftsl\u00e4nder sind, nach Deutschland importiert \u2013 dies liegt jedoch nicht zuletzt in der Verantwortung jahrzehntelanger imperialistischer Dominanz, f\u00fcr die das kapitalistische Deutschland mitverantwortlich ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Benachteiligung der Frau ist Produkt einer jahrtausendealten gesellschaftlichen Macht- und Arbeitsteilung. Sie hat verschiedenste ideologische Rechtfertigungen erfahren \u2013 religi\u00f6se unterschiedlicher Couleur, pseudowissenschaftliche, politische. Viele derjenigen IslamkritikerInnen, die sich als Verteidiger der Frauenrechte aufspielen, st\u00fctzen selber an anderer Stelle die Diskriminierung der Frau &#8211; seien es CDU-Politiker, die die Rolle der Mutter als St\u00fctze der Familie predigen und somit den Platz der Frau an Heim und Herd direkt oder indirekt propagieren, oder solche Verteidiger des Kapitalismus, die die strukturelle Lohndiskriminierung von Frauen nicht thematisieren.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Gewalt gegen Frauen und so genannte \u201eEhrenmorde\u201d<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\">Betrachtet man die Frage von Gewalt gegen Frauen, so wird schnell deutlich, dass es sich dabei um kein Problem des Islam handelt. Gewalt gegen Frauen ist weltweit allgegenw\u00e4rtig. Selbst die so genannten \u201eEhrenmorde\u201d sind kein islamisches Ph\u00e4nomen, sondern eine Erscheinung feudal-patriarchalischer Gesellschaften. Laut einem Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000 kommt es j\u00e4hrlich zu circa 5.000 so genannten \u201eEhrenmorden\u201d. Dies geschieht aber nicht nur in islamischen L\u00e4ndern, sondern auch in Brasilien, Indien und Italien. Der gemeinsame Nenner ist hier nicht die Religion, sondern das vorherrschende Frauenbild, das nat\u00fcrlich auch durch Religionen bzw. deren Interpretation vermittelt wird.<\/p>\n<p class=\"western\">In der Bundesrepublik Deutschland fanden im Jahr 2009 \u00fcber 7.000 Vergewaltigungen und sexuelle N\u00f6tigungen statt; 15 Prozent aller Frauen werden in ihrem Leben Opfer von sexueller Gewalt. \u00dcber f\u00fcnfzig Prozent der get\u00f6teten Frauen werden von einem Verwandten umgebracht. Generell ist f\u00fcr Frauen in Deutschland die eigene Wohnung der gef\u00e4hrlichste Ort.<\/p>\n<p class=\"western\">Was bei Muslimen als \u201eEhrenmord\u201d bezeichnet wird, ist bei nichtmuslimischen Deutschen eine \u201eFamilientrag\u00f6die\u201d. Auch wenn diese F\u00e4lle nicht gleichzusetzen sind, sind sie doch vergleichbar, denn es gibt in der Sichtweise des T\u00e4ters durchaus Parallelen. Denn auch der von der Frau betrogene oder verlassene nichtmuslimische Ehemann f\u00fchlt sich erniedrigt, in seiner Ehre verletzt und sieht seine Macht oder zumindest seine Vorstellung der Rolle als Mann in Frage gestellt. Die Reaktion, die Frau zu schlagen oder gar zu t\u00f6ten \u2013 ob sie nun aus der traditionellen islamischen Lebensweise oder aus einer traditionellen b\u00fcrgerlichen Ehe ausbrechen will \u2013 ist dieselbe.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Gesagte soll Gewalt gegen Frauen in muslimischen Familien nicht relativieren, sondern im Gegenteil darauf hinweisen, dass Gewalt gegen Frauen in allen Religionsgemeinschaften und Nationalit\u00e4ten ein akutes Problem ist und bek\u00e4mpft werden muss. Gleichzeitig muss Sarrazins Behauptung zur\u00fcck gewiesen werden, dass der M\u00f6rder von Hatun S\u00fcr\u00fcc\u00fc, die im Februar 2005 Opfer eines so genannten \u201eEhrenmordes\u201d wurde, \u201eRepr\u00e4sentant einer breiten Meinungsrichtung unter Muslimen\u201c sei. Diese Aussage wird durch nichts belegt und sie kann sich nicht einmal auf islamische Rechtsvorstellungen st\u00fctzen, denn selbst die Scharia sieht in so genannten \u201eEhrenmorden\u201d ein Verbrechen. Denn auch nach der zweifellos r\u00fcckschrittlichen islamischen Rechtsauffassung d\u00fcrfen nur Gerichte Recht sprechen und nicht V\u00e4ter, Br\u00fcder oder Onkel.<\/p>\n<p class=\"western\">Eine Studie der Bertelsmann Stiftung von Dezember 2010 weist au\u00dferdem daraufhin, dass unter MigrantInnen sogar eine gr\u00f6\u00dfere Ablehnung des traditionellen Mutterbilds besteht als unter Deutschen (unter Muslimen und Deutschen ist das Ergebnis gleich). Interessanterweise sehen 41 Prozent der M\u00e4nner mit Migrationshintergrund Hausarbeit als gemeinsame Aufgabe von Mann und Frau an, w\u00e4hrend das nur 35 Prozent der Nichtmigranten so sehen.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote18sym\" name=\"sdendnote18anc\">xviii<\/a><\/sup><\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Die Kopftuchfrage<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\">Auch die Kopftuchfrage ist weitaus komplexer, als die Bef\u00fcrworterInnen eines Kopftuchverbots sie darstellen. Nachdem in verschiedenen Bundesl\u00e4ndern ein Kopftuchverbot f\u00fcr Lehrerinnen eingef\u00fchrt wurde, wird nun verst\u00e4rkt ein solches Verbot auch f\u00fcr Sch\u00fclerinnen gefordert. Das wird dann als Ma\u00dfnahme gegen Frauendiskriminierung pr\u00e4sentiert. Hinzu kommen Forderungen nach einem generellen Verbot der Ganzk\u00f6rperverschleierung in Form der Burka, welche auch das Gesicht verh\u00fcllt. Tats\u00e4chlich jedoch steckt hinter diesen Forderungen antimuslimischer Rassismus und sie f\u00fchren zu keiner Verbesserung der Lebenssituation von Migrantinnen.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">F\u00fcr Thilo Sarrazin dr\u00fcckt das Tragen des Kopftuchs niemals nur Religiosit\u00e4t aus, sondern er sieht es als <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eZeichen daf\u00fcr, dass der Islam eine gesellschaftspolitische Dimension jenseits der Religion hat\u201d<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> und als Bekenntnis zu <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eeiner traditionellen Interpretation des Islam.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote19sym\" name=\"sdendnote19anc\">xix<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Pauschal setzt er es auch mit einer Anerkennung der Unterordnung der Frau unter den Mann gleich. Alice Schwarzer geht weiter: Sie vergleicht das Kopftuch mit dem Judenstern und r\u00fcckt jede Kopftuch tragende Frau in die fundamentalistische Ecke.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote20sym\" name=\"sdendnote20anc\">xx<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Die Argumente der Verbotsbef\u00fcrworter zeichnen sich durch Pauschalisierungen aus. Die Logik ist: Entweder werden Frauen zum Tragen des Kopftuchs gezwungen oder sie sind fundamentalistische Muslima. Damit ist die Forderung nach einem Kopftuchverbot Teil der Diskriminierung und Ausgrenzung der muslimischen Bev\u00f6lkerung. Sarrazin sagt in seinem Buch unverbl\u00fcmt, er wolle nicht, dass die Frauen in Deutschland ein Kopftuch tragen.<\/p>\n<p class=\"western\">Historisch betrachtet sind weder Schleier noch Kopftuch religi\u00f6se Symbole. Der Schleier ist nicht einmal eine spezifisch islamische Tradition, sondern wurde zu tragen begonnen lange bevor Mohammed den Islam begr\u00fcndete. Angefangen bei sumerischen Tempelpriesterinnen vor 5.000 Jahren \u00fcber das vorislamische Persien bis zu j\u00fcdischen und christlichen Traditionen trugen Frauen aus verschiedenen Gr\u00fcnden verschiedene Arten der Verschleierung.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Ruksana Mansur von der &#8218;Sozialistischen Bewegung Pakistans&#8216; schreibt dazu: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eEs ist eine historische Tatsache, dass der Schleier ein Brauch und keine religi\u00f6se Verpflichtung ist. Er ist eine jahrhundertealte Stammes- und Feudaltradition, die nun zu einem Teil einer Religion geworden ist.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote21sym\" name=\"sdendnote21anc\">xxi<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Tats\u00e4chlich gab es weder zu Mohammeds Zeiten eine obligatorische Verschleierung muslimischer Frauen noch wird diese im Koran gefordert. Es gibt im Koran nur drei Verse, die die Kleidung der Frau betreffen. Sie sprechen nicht explizit von einem Kopftuch- oder Verschleierungsgebot f\u00fcr alle Muslima und werden von unterschiedlichen Kr\u00e4ften innerhalb des Islam unterschiedlich interpretiert.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote22sym\" name=\"sdendnote22anc\">xxii<\/a><\/sup><b> <\/b> Interessanterweise finden sich auch in der Bibel Stellen, die als eine Verpflichtung zur Verschleierung von Frauen interpretiert werden k\u00f6nnen. In der Lutherbibel (Genesis 24,65 ) muss Rebekka sich verschleiern, als sie ihrem zuk\u00fcnftigen Gatten Isaak begegnet.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote23sym\" name=\"sdendnote23anc\">xxiii<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Vielmehr \u00fcbernahmen Muslime mit der Ausbreitung der Religion regionale Traditionen. Das Kopftuch war in vielen Gesellschaften ein traditionelles Kleidungsst\u00fcck. Auch in Deutschland haben bis in die 1950er Jahre viele Frauen, vor allem B\u00e4uerinnen, ein Kopftuch getragen. Meine jugoslawische Gro\u00dfmutter, weder gl\u00e4ubige Katholikin noch Muslima, sondern antifaschistische Partisanin, habe ich selten ohne Kopftuch gesehen. Bei k\u00f6rperlicher Arbeit auf Feldern und bei hei\u00dfem Wetter hatte das Kopftuch einen praktischen Sinn.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Motivation, das Kopftuch anzulegen, ist heute vielf\u00e4ltig. W\u00e4hrend es zweifellos Frauen gibt, die durch V\u00e4ter oder Ehem\u00e4nner dazu gezwungen werden, ist davon auszugehen, dass in Deutschland die Mehrzahl von ihnen diese Entscheidung freiwillig getroffen hat \u2013 wobei Freiwilligkeit nicht absolut zu verstehen ist, da sie im Rahmen von gesellschaftlichen Normen, Traditionen und mehr oder weniger direkt ge\u00e4u\u00dferten Erwartungshaltungen im sozialen Umfeld stattfindet. Aber die Entscheidungen von deutschen oder christlichen Frauen, sich die Beine zu rasieren oder Di\u00e4ten durchzuf\u00fchren, um im Bikini eine \u201egute Figur\u201c zu machen, basieren oftmals auf einer \u00e4hnlich relativen Freiwilligkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">F\u00fcr viele Muslima ist das Kopftuch nicht nur ein Zeichen ihrer Religiosit\u00e4t, sondern ein Symbol kultureller Identit\u00e4t, nicht selten auch f\u00fcr eine Abgrenzung von einer Gesellschaft, die sie als rassistisch und sexistisch wahrnehmen. Es ist f\u00fcr viele ein Mittel, Selbstbewusstsein als Migrantinnen zum Ausdruck zu bringen. Das Bild der Kopftuch tragenden Frau als unterdr\u00fcckte und unselbstst\u00e4ndige Muslima k\u00f6nnte falscher nicht sein. Gerade unter den gebildeteren Muslima ist das Kopftuch weiter verbreitet. 71 Prozent der muslimischen Kopftuchtr\u00e4gerinnen ist es wichtig, in ihrem Leben etwas zu erreichen.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote24sym\" name=\"sdendnote24anc\">xxiv<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich ist das Kopftuch auch ein Symbol f\u00fcr eine m\u00e4nnerdominierte Religionsgemeinschaft, und die Ablehnung des Kopftuchs durch viele Frauen aus muslimischen L\u00e4ndern ist gerechtfertigt, gerade aufgrund der Erfahrungen in frauenfeindlichen Diktaturen wie in Saudi-Arabien und im Iran, wo Schleier bzw. Kopftuch gesetzlich vorgeschrieben sind und Frauen keinerlei Wahl haben. Aber gegen das Kopftuch zu sein, bedeutet nicht automatisch, f\u00fcr ein Verbot einzutreten, so wie gegen das Kopftuchverbot zu sein auch nicht bedeutet, das Kopftuch in dieser Symbolik zu unterst\u00fctzen. Niemand fordert das Verbot der Lederhose, weil sie als Symbol f\u00fcr reaktion\u00e4re Deutscht\u00fcmelei oder bayrischen Separatismus interpretiert werden kann.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Ruksana Mansur weist darauf hin, dass <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201edie politische und religi\u00f6se Rechte das Thema in ihrem eigenen Interesse ausnutzen. Die einen fordern Frauen auf, den Schleier abzulegen, w\u00e4hrend die anderen die Frauen dazu zwingen wollen, ihn zu tragen.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote25sym\" name=\"sdendnote25anc\">xxv<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Als SozialistIn sollte man gegen das Kopftuch- und Burkaverbot sein, egal wo. Und f\u00fcr das Recht eines jeden Menschen, selber zu bestimmen, was er oder sie f\u00fcr eine Kleidung tr\u00e4gt. Das bedeutet auch, dass SozialistInnen aktiv gegen den Zwang, das Kopftuch zu tragen, eintreten und Frauen dabei helfen sollten, sich gegen entsprechende Zw\u00e4nge zu organisieren und zu wehren.<\/p>\n<p class=\"western\">Kopftuchstreit, \u201eEhrenmord\u201d-Debatte und die Situation von Muslimas im allgemeinen werden von den selbst ernannten IslamkritikerInnen in einer Art und Weise gef\u00fchrt, die ein pauschales Bild h\u00f6chster Unterdr\u00fcckung von muslimischen Frauen zeichnet.<\/p>\n<p class=\"western\">Achim B\u00fchl zitiert in seinem Buch einen muslimischen Sketch, der das auf den Punkt bringt:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Erste Szene: Eine Frau mit Kopftuch sitzt im Auto hinten, ein Mann f\u00e4hrt. Ein Vertreter der so genannten Mehrheitsgesellschaft: \u2018Selber fahren d\u00fcrfen die wohl nicht.\u2019 Zweite Szene: Eine Frau mit Kopftuch f\u00e4hrt, ein Mann sitzt daneben. Ein Vertreter der Mehrheitsgesellschaft: &#8218;Jetzt lassen die sich auch noch fahren\u2019. Dritte Szene: Eine Frau mit Kopftuch sitzt vorne neben ihrem Mann, der f\u00e4hrt, eine Frau ohne Kopftuch sitzt hinten. Ein Vertreter der Mehrheitsgesellschaft: &#8220;Jetzt kommen die auch noch mit mehreren Frauen.\u2019\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote26sym\" name=\"sdendnote26anc\">xxvi<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Dieser Sketch macht deutlich, dass die Lebensrealit\u00e4t muslimischer Frauen komplex ist und eine konkrete Auseinandersetzung mit Diskriminierung, Benachteiligung und Unterdr\u00fcckung n\u00f6tig ist \u2013 statt pauschaler Verurteilungen, die zu Forderungen nach Kopftuchverbot oder \u00e4hnlichem f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"western\">Hilfe f\u00fcr diskriminierte Frauen muss anders aussehen. Ein Kopftuch- oder Burkaverbot w\u00fcrde diejenigen Frauen, die zum Tragen desselben gezwungen werden, ohnehin nur weiter von der Gesellschaft isolieren. Die Frauen, die es freiwillig tragen, w\u00e4ren durch ein Verbot nur von ihrer Freiheit befreit, also unterdr\u00fcckt und diskriminiert. Frauen, die tats\u00e4chlich h\u00e4uslicher Gewalt, Zwang und Unterdr\u00fcckung ausgesetzt sind, brauchen vor allem gut bezahlte Arbeitspl\u00e4tze, um wirtschaftlich selbstst\u00e4ndig zu sein, und ausreichende Angebote an Beratungsstellen und Frauenh\u00e4usern, in denen die Betreuung auch in t\u00fcrkischer, arabischer und anderen Sprachen stattfindet.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Moscheen und Minarette<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\">Ein weiteres Thema, das in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der Islamfeindlichkeit in Europa zunehmend hei\u00df debattiert wird, ist der Bau von Moscheen und Minaretten.<\/p>\n<p class=\"western\">In der Schweiz hat die rechtspopulistische Schweizerische Volkspartei (SVP) erfolgreich einen Volksentscheid zum Verbot des Baus von Minaretten angestrengt \u2013 in einem Land, in dem es ganze vier Minarette gibt! In verschiedenen deutschen St\u00e4dten haben rechtspopulistische Kr\u00e4fte versucht, AnwohnerInnen gegen den Bau von Moscheen aufzuhetzen, so geschehen in Berlin-Heinersdorf oder K\u00f6ln-Ehrenfeld.<\/p>\n<p class=\"western\">Jedes Bauprojekt kann in einer Nachbarschaft zu Konflikten f\u00fchren, denn es ver\u00e4ndert die Lebenssituation der AnwohnerInnen m\u00f6glicherweise zum Negativen. Angefangen bei L\u00e4rm- und anderen Bel\u00e4stigungen in der Bauphase \u00fcber m\u00f6glicherweise erh\u00f6htes Verkehrsaufkommen bis zur Ver\u00e4nderung der Sozial- und Mietstruktur sind viele Konfliktpotenziale denkbar. Nicht jede Kritik an einem Moscheebau muss daher antimuslimisch motiviert sein. Es kommt aber auch vor, dass solche raumbezogenen Konflikte vorgeschoben werden, um die antimuslimisch und rassistisch motivierte Ablehnung eines Moscheebaus zu kaschieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Auseinandersetzung um den Bau von Moscheen ist ein <i>\u201csymbolischer Anerkennungskonflikt\u201d<\/i><sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote27sym\" name=\"sdendnote27anc\">xxvii<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">\u00dcber Jahrzehnte hatten Muslime ihre Moscheen in Hinterh\u00f6fen gebaut und auf repr\u00e4sentative Bauten verzichtet. Dies sicher auch, weil die meisten mit der Perspektive lebten, Deutschland wieder zu verlassen. Der Bau repr\u00e4sentativer Moscheen ist ein Signal von Teilen der muslimischen Bev\u00f6lkerung, dass sie gedenken, in Deutschland zu bleiben. Der Umgang damit steht also f\u00fcr die Akzeptanz dieses Vorhabens und ist direkter Ausdruck der so genannten Integrationsbereitschaft etablierter deutsch-christlicher Kr\u00e4fte. Aus politischen oder religi\u00f6sen Gr\u00fcnden gegen den Bau einer Moschee zu sein bedeutet, die Religionsfreiheit zu missachten und Muslime auszugrenzen.<\/p>\n<p class=\"western\">In den Argumentationen von Moscheebau-Gegnern vermischen sich die Gleichsetzung von Islam mit politischem Islam (und letzterer oftmals mit Gewalt und Terror) und ein kulturalistischer Rassismus, der den Islam als etwas Fremdes und nicht zu Deutschland Geh\u00f6rendes betrachtet. Der Schriftsteller Ralph Giordano dr\u00fcckt das aus, wenn er den Moscheebau in K\u00f6ln-Ehrenfeld als einen sichtbaren \u201eMachtanspruch\u201d bezeichnet, den er mit einer <i>\u201eLandnahme auf fremdem Territorium\u201d<\/i> gleichsetzt. Fremdes Territorium? Seit Anfang der 1960er Jahre wurden Muslime gezielt als Arbeitskr\u00e4fte nach Deutschland geholt und leben hier. F\u00fcnf Jahrzehnte! Mal ganz abgesehen davon, dass die erste Moschee schon 1924 in Berlin-Wilmersdorf errichtet wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Mit dem Bau von Moscheen sollte nicht anders umgegangen werden als mit anderen privaten Bauprojekten. Soziale, \u00f6kologische, verkehrstechnische und andere Folgen m\u00fcssen gepr\u00fcft und im Interesse der Allgemeinheit gel\u00f6st werden. Es muss sicher gestellt werden, dass auf der Baustelle Tarifl\u00f6hne gezahlt und entsprechende Arbeitsbedingungen eingehalten werden. Aber das Recht, ein Gotteshaus zu bauen, muss f\u00fcr Anh\u00e4ngerInnen aller Religionsgemeinschaften gleich gelten.<\/p>\n<p class=\"western\">Das bedeutet wiederum nicht, dass man sich zum F\u00fcrsprecher eines Moscheebaus machen muss, wenn man das Recht auf den Bau einer Moschee verteidigt. Einige Linke und AntirassistInnen, die zum Beispiel in K\u00f6ln-Ehrenfeld gegen die Anti-Moschee-Kampagne der rechtsextremen Vereinigung ProK\u00f6ln aktiv waren, haben das Kind mit dem Bade ausgesch\u00fcttet, als sie begannen, Parolen f\u00fcr den Moschee-Bau zu formulieren und diesen aktiv zu propagieren.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Ein Beispiel hierf\u00fcr ist eine Erkl\u00e4rung des LINKE-Ortsvereins Ehrenfeld. In dieser hei\u00dft es: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eWir betrachten den Bau der Moschee an der Venloer Stra\u00dfe als einen st\u00e4dtebaulichen und menschlichen Gewinn f\u00fcr unseren Stadtteil, als ein Zeichen f\u00fcr ein weltoffenes und tolerantes K\u00f6ln, ohne damit die Illusion zu verbinden, dass hiermit alle Probleme gel\u00f6st seien.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote28sym\" name=\"sdendnote28anc\">xxviii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich dr\u00fcckt der Bau neuer gro\u00dfer und repr\u00e4sentativer Moscheen nicht nur Religionsfreiheit aus, sondern auch den wachsenden Einfluss der islamischen Religion unter Muslimen in Deutschland. Im konkreten Fall der K\u00f6lner Moschee betrifft dies die konservative t\u00fcrkische Religionsgemeinschaft DITIB, die ein Ableger der staatlichen t\u00fcrkischen Religionsbeh\u00f6rde ist und keinen fortschrittlichen Charakter hat. Dieser Umstand ist sehr wohl kritisch zu betrachten, denn er hat letztlich Folgen f\u00fcr das Potenzial des gemeinsamen Kampfes von Deutschen und Nichtdeutschen gegen Sozialabbau, Mieterh\u00f6hungen und Arbeitsplatzvernichtung, f\u00fcr die Lage der Frau in der muslimischen Bev\u00f6lkerung und f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, die Arbeiterklasse entlang religi\u00f6ser und nationaler Linien zu spalten. Das gilt aber ebenso f\u00fcr das Wachstum anderer Religionen oder esoterischer Vorstellungen. Sie alle tragen dazu bei, die Trennlinien in der Bev\u00f6lkerung nicht zwischen den Klassen, sondern zwischen den Religions- oder Kulturgemeinschaften zu ziehen. Sie alle f\u00f6rdern eine Akzeptanz der bestehenden gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und die Suche nach Probleml\u00f6sungen im Individuum oder im Jenseits und bremsen so den Kampf f\u00fcr soziale Verbesserungen und Gleichheit im Diesseits. Und es w\u00e4re v\u00f6llig falsch, nur dem Islam eine politische Dimension zuzuschreiben oder nur ein Wachstum von islamischem Fundamentalismus festzustellen. Schon zu Beginn der 1990er Jahre hat der Soziologe Gilles Kepel ein Wachstum des religi\u00f6sen Extremismus&#8216; unter verschiedenen Religionsgemeinschaften beschrieben.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote29sym\" name=\"sdendnote29anc\">xxix<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Ein Blick auf Israel und die l\u00e4ndlichen Gebiete der USA reicht, um eine Zunahme von christlichem und j\u00fcdischem Fundamentalismus zu sehen. Auch dies ist zweifelsfrei Folge der immer dramatischer werdenden gesellschaftlichen Krise und Perspektivlosigkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Und auch die katholischen und evangelischen Kirchen in der Bundesrepublik machen Politik, direkt oder indirekt. In den Weihnachtsmessen 2010 wurde von den Kanzeln im ganzen Land gegen die Pr\u00e4implantationsdiagnostik (PID) gepredigt. Noch deutlicher wird der politische Einfluss christlicher Religionsgemeinschaften in den USA oder Brasilien, wo diese sogar wesentlichen Einfluss auf Pr\u00e4sidentschaftswahlen nehmen k\u00f6nnen. Trotzdem muss unterschieden werden zwischen den Religionen und den religi\u00f6sen Institutionen, die in der Regel Teile der herrschenden Klassen und Eliten repr\u00e4sentieren und Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen. Der Kampf gegen den reaktion\u00e4ren Einfluss religi\u00f6ser Institutionen, gleich welcher Glaubensrichtung, darf nicht als Kampf gegen die Gl\u00e4ubigen und ihren Glauben gef\u00fchrt werden. Denn dies w\u00fcrde das Trennende betonen und im Zweifelsfall die Gl\u00e4ubigen umso mehr in die Arme religi\u00f6ser Institutionen treiben.<\/p>\n<h4 class=\"western\"><b>Imperialismus und islamischer Fundamentalismus<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\">Genau das geschah nach dem 11. September hinsichtlich der Wirkung des so genannten \u201eKriegs gegen den Terror\u201c und der weltweit von den Herrschenden betriebenen Kampagne gegen den Islam. Sineb El Masrar behauptet, dass nach dem 11. September unter vielen Muslimen eine intensivere Besch\u00e4ftigung mit dem Islam eingesetzt habe, die zu der Erkenntnis f\u00fchrte, dass der Koran keine Gewalt und keinen Terror predigt und deren Wirkung eine St\u00e4rkung des Glaubens war. Die junge marokkanische Autorin f\u00fchrt keine Belege f\u00fcr diese These an, spricht aber wahrscheinlich aus eigener Erfahrung. Und es ist nachvollziehbar, dass Muslime angesichts einer islamfeindlichen Kampagne und der Ausweitung imperialistischer Aggression gegen ihre Heimatl\u00e4nder \u2013 und aufgrund des Fehlens einer starken linken politischen Alternative &#8211; mit einer Hinwendung zum Islam reagieren, als einem Mittel, sich eine gemeinsame Identit\u00e4t und kollektive Verteidigungsm\u00f6glichkeit gegen die Angriffe zu schaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Betrachtet man das Verh\u00e4ltnis der herrschenden Klassen in den westlichen kapitalistischen Staaten zu islamisch-fundamentalistischen Kr\u00e4ften \u00fcber die letzten Jahrzehnte, so stellt man schnell fest, dass es den Regierenden in den USA, Gro\u00dfbritannien und Deutschland nicht um Demokratie oder Frauenrechte geht, sondern um Einflusssph\u00e4ren, Macht, Zugang zu Rohstoffen und Profite.<\/p>\n<p class=\"western\">Das fundamentalistische Regime in Saudi-Arabien ist seit vielen Jahrzehnten ein Partner des Imperialismus. In Saudi-Arabien gilt das islamische Recht der Scharia, demokratische Rechte gibt es nicht, Frauen sind weitgehend entrechtet.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist jedoch noch keine Bombe \u00fcber Riad abgeworfen worden und es gibt auch keine Pl\u00e4ne des CIA f\u00fcr einen \u201eRegime Change\u201d \u2013 schlie\u00dflich ist das saudische K\u00f6nigshaus folgsam und es lassen sich mit ihm gute und sichere Gesch\u00e4fte machen.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Osama bin Laden und die Taliban <\/span><span lang=\"de-DE\">waren bzw.<\/span><span lang=\"de-DE\"> sind Monster, die die USA mit geschaffen haben. Als 1979 in Afghanistan eine linksgerichtete, an der Sowjetunion orientierte Regierung ins Amt kam und begann, die feudalen und kapitalistischen Strukturen des Landes abzuschaffen, organisierte und finanzierte die CIA zusammen mit dem pakistanischen Geheimdienst ISI den islamisch-fundamentalistischen Widerstand. Im Kampf gegen die Ausweitung des sowjetischen Einflussgebietes war ihnen jedes Mittel und jeder B\u00fcndnispartner recht. Als nach dem Zusammenbruch <\/span><span lang=\"de-DE\">der b\u00fcrokratischen Ein-Parteien-Regime in der Sowjetunion und anderen Staaten<\/span><span lang=\"de-DE\"> deutlich wurde, dass Teile der islamistischen Kr\u00e4fte sich gegen die fortgesetzte Ausbeutung und Dominanz ihrer L\u00e4nder durch den westlichen Imperialismus wendeten, ersetzte der Westen das Feindbild Sowjetunion und \u201eKommunismus\u201d durch die \u201eAchse des B\u00f6sen\u201d und r\u00fcckte den Islam als Quelle von Terror und Gewalt in den Mittelpunkt seiner Propaganda. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Das wiederum verst\u00e4rkte einen Prozess, der sp\u00e4testens seit der Iranischen Revolution von 1979 und der dortigen Machtergreifung der islamischen Theokratie eingesetzt hatte \u2013 dem Wachstum islamistischer Str\u00f6mungen als Ausdruck anti-imperialistischer Stimmungen unter den arabischen und anderen muslimischen Massen.<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Dieser Prozess war widerspr\u00fcchlich, denn er war auch Ausdruck des bewussten Versuchs, einen rechten, pro-kapitalistischen Gegenpol gegen linke, sozialistische, antiimperialistische Bewegungen zu schaffen. Dieser Versuch ging so weit, dass der Staat Israel den Aufbau der Hamas unterst\u00fctzte, um einen Gegenpol zur Pal\u00e4stinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zu schaffen und die pal\u00e4stinensische Bewegung zu spalten.<\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote30sym\" name=\"sdendnote30anc\">xxx<\/a><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Im Iran war die Machtergreifung der Mullahs unter Ayatollah Khomeini in Wirklichkeit keine Revolution, sondern eine pro-kapitalistische Konterrevolution gegen den Aufstand der iranischen ArbeiterInnen und verarmten Massen, der 1979 die Frage der Verstaatlichung der Wirtschaft und der Errichtung einer \u201eRepublik der Armen\u201d auf die Tagesordnung setzte und mit der Bildung der \u201eSchoras\u201d (Arbeiterr\u00e4te) die M\u00f6glichkeit einer sozialistischen Arbeiterrevolution real machte. Die Mullahs besiegelten zwar das Ende der Schah-Dynastie und des ungehinderten Zugriffs des US-Imperialismus auf das Land, retteten aber den Kapitalismus vor einer sozialen Revolution. Dies war ihnen nur m\u00f6glich, indem sie einigen sozialen Forderungen nachgaben (wie der Verstaatlichung der \u00d6lindustrie) und indem sie eine starke antiimperialistische Rhetorik anwandten.<sup><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote31sym\" name=\"sdendnote31anc\">xxxi<\/a><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Der islamische Fundamentalismus ist in den H\u00e4nden arabischer Eliten ein Versuch, einerseits eine soziale Basis in der eigenen Bev\u00f6lkerung zu erlangen, diese aber andererseits zu disziplinieren und so im besten Fall eine gewisse Bewegungsfreiheit gegen\u00fcber dem Imperialismus zu erlangen. Unter den verarmten Massen ist der Fundamentalismus Ausdruck der Hoffnung auf Befreiung von imperialistischer Dominanz und Ausbeutung, von Besetzung und Entw\u00fcrdigung in den pal\u00e4stinensischen Gebieten und von einer Gesellschaft mit mehr sozialer Gleichheit. Hinzu kommt, dass islamische Institutionen in vielen L\u00e4ndern einen gro\u00dfen Teil der Gesundheits- und Bildungsinfrastruktur \u00fcbernommen haben, nachdem sich der Staat durch neoliberale Ma\u00dfnahmen immer mehr daraus zur\u00fcck gezogen hat. Letzteres \u00e4ndert nichts am grundlegend reaktion\u00e4ren und arbeiterfeindlichen Charakter des rechten politischen Islam, macht aber deutlich, dass islamistische Kr\u00e4fte wie die Hisbollah im Libanon sehr wohl unter einen Druck geraten k\u00f6nnen, soziale und sogar \u201elinke\u201d Rhetorik anzuwenden. Dies konnte man in den letzten Jahren immer wieder beobachten, wenn die Hisbollah einerseits mitverantwortlich f\u00fcr neoliberale Wirtschaftspolitik als Teil der libanesischen Regierung war, andererseits aber im Widerstand gegen die milit\u00e4rischen Angriffe der israelischen Armee sogar einen Bezug zu Ch\u00e9 Guevara in ihrer Propaganda herstellte.<\/p>\n<p class=\"western\">Gleichzeitig kann es den Spielraum f\u00fcr die Entwicklung eines linksgerichteten politischen Islam geben, wie es ihn schon in der Vergangenheit gab oder in Lateinamerika \u2013 mit der Theologie der Befreiung im Rahmen des katholischen Glaubens \u2013 ein vergleichbares Ph\u00e4nomen existiert.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Aufstieg des rechten politischen Islam in den letzten Jahrzehnten ist ein Produkt der imperialistischen Dominanz und Ausbeutung der L\u00e4nder des Nahen Ostens und anderer muslimisch gepr\u00e4gter Regionen. Deshalb ist der islamistische Terror eine Reaktion auf die Politik der westlichen kapitalistischen M\u00e4chte, und diese tragen selber eine wesentliche Verantwortung daf\u00fcr. Der Krieg gegen den Terror verst\u00e4rkt deshalb auch nur den Terror beziehungsweise die Terrorgefahr. Das kann t\u00e4glich im Irak und in Afghanistan beobachtet werden. Der sofortige Abzug aller fremden Truppen aus dem Irak und Afghanistan, die Beendigung der Ausbeutung von Rohstoffvorkommen und Arbeitskr\u00e4ften, die Zahlung von Kompensationen f\u00fcr jahrzehntelange Ausbeutung, die Gew\u00e4hrung demokratischer und gewerkschaftlicher Rechte in den von ausl\u00e4ndischen Firmen dominierten Bereichen und \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen w\u00e4ren die einzig wirksamen Ma\u00dfnahmen, um den rechten politischen Islam und den Terrorismus zur\u00fcck zu dr\u00e4ngen. Solche Ma\u00dfnahmen jedoch werden die kapitalistischen M\u00e4chte, deren Interesse ausschlie\u00dflich in Macht und Profit liegt, niemals ergreifen. Dazu m\u00fcssen sie gest\u00fcrzt und durch sozialistische Arbeiterregierungen ersetzt werden &#8211; im kapitalistischen Westen und in den arabischen und muslimischen Staaten. Um dies zu erreichen, ist der (Neu-)Aufbau einer demokratischen, multiethnischen, konfessions\u00fcbergreifenden und sozialistischen Arbeiterbewegung zwingende Voraussetzung.<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Sozialismus und Religion<\/b><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Das Scheitern der sozialdemokratisch und stalinistisch gepr\u00e4gten Arbeiterbewegungen und der b\u00fcrgerlich-nationalen Befreiungsbewegungen in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts war eine weitere wesentliche Voraussetzung f\u00fcr den Aufstieg des rechten politischen Islam. Die Geschichte dieser Bewegungen ist gleichzeitig Beleg f\u00fcr die Tatsache, dass weder die kulturellen Traditionen unver\u00e4nderlich sind noch es andere, zum Beispiel genetische, Faktoren gibt, die auf den Charakter der muslimischen Bev\u00f6lkerungen einen unver\u00e4nderlichen Einfluss nehmen w\u00fcrden. Linke und s\u00e4kular-nationalistische Bewegungen haben im 20. Jahrhundert in vielen muslimischen L\u00e4ndern eine gro\u00dfe Massenbasis erlangt und den Einfluss islamischer Traditionen und Institutionen zur\u00fcck gedr\u00e4ngt. In L\u00e4ndern wie Sudan, Irak, Iran gab es kommunistische Parteien mit Millionenanhang. Auch b\u00fcrgerlich-nationalistische Kr\u00e4fte wie die PLO in den Pal\u00e4stinensergebieten, Nassers Kr\u00e4fte in \u00c4gypten oder die Baath-Parteien in verschiedenen L\u00e4ndern waren stark. Die Kommunisten h\u00e4tten in verschiedenen L\u00e4ndern die Macht ergreifen k\u00f6nnen, wenn sie nicht eine falsche Politik der Zusammenarbeit mit b\u00fcrgerlich-kapitalistischen Kr\u00e4ften betrieben und auf die Durchf\u00fchrung einer sozialistischen Revolution verzichtet h\u00e4tten. Diese Unentschlossenheit und Unf\u00e4higkeit, die dann in vielen L\u00e4ndern zur Errichtung arbeiterfeindlicher Diktaturen f\u00fchrte, untergrub die Autorit\u00e4t der Kommunistischen Parteien. Der Zusammenbruch der Sowjetunion und der anderen <\/span><span lang=\"de-DE\">b\u00fcrokratischen<\/span><span lang=\"de-DE\"> Staaten 1989-91 versetzte diesen Parteien dann in vielen L\u00e4ndern den politischen Todessto\u00df. Das hinterlie\u00df ein Vakuum, in das die Islamisten vordringen konnten. Dieser Zusammenhang weist aber vor allem darauf hin, dass der von den westlichen kapitalistischen Staaten betriebene Imperialismus den Massen der neo-kolonialen Welt, zu der die muslimischen L\u00e4nder geh\u00f6ren, keine Zukunftsperspektive bieten kann. Die t\u00e4glichen Erfahrungen der breiten Mehrheit der Bev\u00f6lkerung in diesen L\u00e4ndern sind Elend, Unterdr\u00fcckung, Ausbeutung und Krieg. Der Imperialismus produziert durch die Ausbeutung dieser L\u00e4nder selber die Terroristen, die er dann mit Ma\u00dfnahmen zu bek\u00e4mpfen vorgibt, die nur bewirken, mehr Muslime in die Arme der Terroristen zu treiben, weil diese scheinbar die einzigen Kr\u00e4fte sind, die einen konsequenten Kampf gegen den Imperialismus f\u00fchren. Der rechte politische Islam kann nicht durch einen Kampf gegen den Islam als Religion zur\u00fcck gedr\u00e4ngt werden, sondern dadurch, dass denjenigen ArbeiterInnen und Armen, die sich in den Glauben fl\u00fcchten, eine Perspektive f\u00fcr ein w\u00fcrdiges Leben im Diesseits aufgezeigt wird. SozialistInnen sollten deshalb nicht einen ideologischen bzw. philosophischen Kampf gegen die Religion in den Mittelpunkt ihrer T\u00e4tigkeit gegen\u00fcber gl\u00e4ubigen ArbeiterInnen und Jugendlichen stellen, sondern den gemeinsamen Kampf von ArbeiterInnen und Jugendlichen unterschiedlicher und ohne Konfession f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze, gute L\u00f6hne, soziale Sicherheit, w\u00fcrdigen Wohnraum, demokratische Rechte etc. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"de-DE\">Karl Marx schrieb: <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>\u201eDie Religion ist der Seufzer der bedr\u00e4ngten Kreatur, das Gem\u00fct einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zust\u00e4nde ist. Sie ist das Opium des Volks. Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Gl\u00fccks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Gl\u00fccks: Die Forderung, die Illusionen \u00fcber seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusion bedarf.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote32sym\" name=\"sdendnote32anc\">xxxii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">SozialistInnen betrachten die Religion als ein Produkt gesellschaftlicher Zust\u00e4nde. Sie kann nur \u00fcberwunden werden, wenn die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde, deren Produkt sie ist, \u00fcberwunden werden. Das beinhaltet, Religion als Privatsache zu betrachten und die Abkehr vom Glauben nicht als eine Bedingung f\u00fcr den gemeinsamen Kampf zur Verbesserung der irdischen Zust\u00e4nde aufzustellen. Das beinhaltet aber auch, nicht auf die philosophische Kritik an der Religion und ihren Auswirkungen zu verzichten &#8211; und vor allem nicht auf den Kampf gegen reaktion\u00e4re, pro-kapitalistische Religionsbewegungen, wie den rechten politischen Islam oder die katholische Kirche. Sie alle dr\u00fccken nur die Interessen privilegierter Eliten und Wirtschaftsm\u00e4chte aus.<\/p>\n<p class=\"western\">Lenin sagte dazu:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201e<span lang=\"de-DE\"><i>Unserem ganzen Programm liegt eine wissenschaftliche, und zwar die materialistische Weltanschauung zugrunde. Die Erl\u00e4uterung unseres Programms schlie\u00dft daher notwendigerweise auch die Klarlegung der wahren historischen und \u00f6konomischen Quellen des religi\u00f6sen Nebels ein. Es w\u00e4re unsinnig zu glauben, man k\u00f6nne in einer Gesellschaft, die auf schrankenloser Unterdr\u00fcckung und Verrohung der Arbeitermassen aufgebaut ist, die religi\u00f6sen Vorurteile auf rein propagandistischem Wege zerstreuen. Es w\u00e4re b\u00fcrgerliche Beschr\u00e4nktheit, zu vergessen, dass der auf der Menschheit lastende Druck der Religion nur Produkt und Spiegelbild des \u00f6konomischen Drucks innerhalb der Gesellschaft ist.\u201d<\/i><\/span><sup><span lang=\"de-DE\"><i><a class=\"sdendnoteanc\" href=\"#sdendnote33sym\" name=\"sdendnote33anc\">xxxiii<\/a><\/i><\/span><\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Das bedeutet jedoch nicht, sich reaktion\u00e4ren Kr\u00e4ften des rechten politischen Islam anzupassen, weil sie sich antiimperialistisch pr\u00e4sentieren. Und es bedeutet auch nicht, die Verteidigung der religi\u00f6sen Rechte von Muslimen damit zu verwechseln, eine &#8218;pro-muslimische&#8216; Politik zu betreiben und dabei einen internationalistischen Klassenstandpunkt zu verlassen. Solche Fehler haben nicht wenige Linke gemacht, die aus einem falsch verstandenen Antiimperialismus heraus nicht nur keine Kritik an reaktion\u00e4ren islamistischen Organisationen wie der Hamas oder auch an dem iranischen Regime formulieren, sondern diese als B\u00fcndnispartner im Kampf gegen Krieg und Imperialismus betrachten. Eine solche Herangehensweise verkennt, dass es unter Muslimen und in allen Religionsgemeinschaften, auch wenn sie einer spezifischen Diskriminierung ausgesetzt sind, unterschiedliche soziale Schichten und Klassen gibt. W\u00e4hrend SozialistInnen als konsequente GegnerInnen jeder Form von antimuslimischer Diskriminerung agieren m\u00fcssen, d\u00fcrfen sie nicht davor zur\u00fcck schrecken, auch Konflikte mit Teilen der muslimischen Bev\u00f6lkerung einzugehen, wenn es um Fragen der Frauenrechte oder um soziale Fragen geht. Vor allem aber m\u00fcssen sie zu jeder Zeit versuchen, das Klassenbewusstsein zu st\u00e4rken und den gemeinsamen Kampf von deutschen und nichtdeutschen, muslimischen und nichtmuslimischen ArbeiterInnen, Jugendlichen und Erwerbslosen zu propagieren und praktisch voranzutreiben.<\/p>\n<div id=\"sdendnote1\">\n<h5 class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote1anc\" name=\"sdendnote1sym\">i<\/a>Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab, S. 262 und 264<\/h5>\n<\/div>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote2anc\" name=\"sdendnote2sym\">ii<\/a><span lang=\"de-DE\">Ebd. S. 266<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote3anc\" name=\"sdendnote3sym\">iii<\/a><span lang=\"de-DE\">FAZ, 30.8.2010<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote4anc\" name=\"sdendnote4sym\">iv<\/a>Interview in WELT Online vom 9.8.2007<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote5anc\" name=\"sdendnote5sym\">v<\/a>Ulrike Herrmann und Alke Wierth, \u201eDie Gene sind schuld\u201c in taz vom 30.08.2010<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote6anc\" name=\"sdendnote6sym\">vi<\/a><span lang=\"de-DE\">Sineb El Masrar, Muslim Girls, Seite 16\/17, Frankfurt am Main, 2010, Hervorhebungen im Original<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote7anc\" name=\"sdendnote7sym\">vii<\/a>Als Beispiel: www.bild.de\/BILD\/news\/2010\/12\/13\/berlin-krieg-der-jugendgangs-schneeball\/nach-messerstecherei-in-u-bahn.html<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote8anc\" name=\"sdendnote8sym\">viii<\/a><span lang=\"de-DE\">H\u00fcrriyet, 28.8.2010 in Sarrazin. Eine Deutsche Debatte, M\u00fcnchen, 2010<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote9anc\" name=\"sdendnote9sym\">ix<\/a><span lang=\"de-DE\">www.youtube.com\/watch?v=8-wBZeeBDqI<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote10anc\" name=\"sdendnote10sym\">x<\/a><span lang=\"de-DE\">taz 20.11.2010<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote11anc\" name=\"sdendnote11sym\">xi<\/a>www.youtube.com\/watch?v=ADK1WMxfH5U<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote12anc\" name=\"sdendnote12sym\">xii<\/a>Achim B\u00fchl, Islamfeindlichkeit in Deutschland Seite 98 ff, Hamburg, 2010<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote13anc\" name=\"sdendnote13sym\">xiii<\/a><span lang=\"de-DE\">Claus Ludwig, Marxismus und Islam, in Iran &#8211; Freiheit durch Sozialismus, S. 110, Berlin, 2010<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote14anc\" name=\"sdendnote14sym\">xiv<\/a>Manny Thain, A Brief History of Islam, in Socialism Today, No. 65, S 30<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote15anc\" name=\"sdendnote15sym\">xv<\/a><span lang=\"de-DE\">Sineb El Masrar, Muslim Girls, S. 19\/20<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote16anc\" name=\"sdendnote16sym\">xvi<\/a>Ebd.S. 20\/21<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote17anc\" name=\"sdendnote17sym\">xvii<\/a><span lang=\"de-DE\">Claus Ludwig, Marxismus und Islam, in Iran-Freiheit durch Sozialismus, S. 107<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote18anc\" name=\"sdendnote18sym\">xviii<\/a>Aachener Nachrichten, 23.12.2010<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote19anc\" name=\"sdendnote19sym\">xix<\/a><span lang=\"de-DE\">Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab, S. 314<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote20anc\" name=\"sdendnote20sym\">xx<\/a>Achim B\u00fchl, Islamfeindlichkeit in Deutschland, S. 164\/165.<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote21anc\" name=\"sdendnote21sym\">xxi<\/a><span lang=\"de-DE\">www.socialistparty.org.uk\/articles\/1969<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote22anc\" name=\"sdendnote22sym\">xxii<\/a>Claudie Knieps \u2013 Schreibt der Koran das Kopftuch vor? In: http:\/\/www.bpb.de\/themen\/0S0DT8.html<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote23anc\" name=\"sdendnote23sym\">xxiii<\/a>www.die-bibel.de\/online-bibeln\/luther-bibel-1984\/lesen-im-bibeltext\/\/bibel\/bibelstelle\/1.mose%2024\/cache\/2d3564e8cd12c9a150e917a777030188\/<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote24anc\" name=\"sdendnote24sym\">xxiv<\/a>Sineb El Masrar, Muslim Girls, S. 32<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote25anc\" name=\"sdendnote25sym\">xxv<\/a>www.socialistparty.org.uk\/articles\/1969<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote26anc\" name=\"sdendnote26sym\">xxvi<\/a><span lang=\"de-DE\">Achim B\u00fchl, Islamfeindlichkeit in Deutschland, S. 180<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote27anc\" name=\"sdendnote27sym\">xxvii<\/a>Ebd., S. 176)<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote28anc\" name=\"sdendnote28sym\">xxviii<\/a><span lang=\"de-DE\">www.die-linke-koeln.de\/ueber_uns\/unsere_ortsverbaende\/ehrenfeld<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote29anc\" name=\"sdendnote29sym\">xxix<\/a>Gilles Kepel &#8218;Die Rache Gottes&#8216;, zitiert in: Aron Amm, Befreiungsbewegungen und islamischer Fundamentalismus, Berlin, 2002<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote30anc\" name=\"sdendnote30sym\">xxx<\/a><span lang=\"de-DE\">www.upi.com\/Business_News\/Security-Industry\/2002\/06\/18\/Analysis-Hamas-history-tied-to-Israel\/UPI-82721024445587<\/span><\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote31anc\" name=\"sdendnote31sym\">xxxi<\/a>siehe Sascha Stanicic, Revolution und Konterrevolution 1978-1981 in Iran-Freiheit durch Sozialismus<\/p>\n<p class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote32anc\" name=\"sdendnote32sym\">xxxii<\/a><span lang=\"de-DE\">Karl Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW Band 1, S. 378ff., Berlin, 1974<\/span><\/p>\n<div id=\"sdendnote33\">\n<h5 class=\"sdendnote-western\"><a class=\"sdendnotesym\" href=\"#sdendnote33anc\" name=\"sdendnote33sym\">xxxiii<\/a><span lang=\"de-DE\">W.I. Lenin, Sozialismus und Religion, in Lenin Werke, Band 10, S. 70-75, Berlin, 1975<\/span><\/h5>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kapitel &#8222;Islamfeindlichkeit als neuer Rassismus&#8220; aus dem Buch &#8222;Anti-Sarrazin&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36531,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[1040,1250,879,285],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36530"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36530"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36532,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36530\/revisions\/36532"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}