{"id":36315,"date":"2018-06-14T16:32:17","date_gmt":"2018-06-14T14:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=36315"},"modified":"2018-06-14T16:32:17","modified_gmt":"2018-06-14T14:32:17","slug":"warnstreiks-im-bayerischen-nahverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/06\/warnstreiks-im-bayerischen-nahverkehr\/","title":{"rendered":"Warnstreiks im bayerischen Nahverkehr"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-36316\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-768x474.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/IMG_20180614_064529-e1528986708727.jpg 1147w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Streiks in Augsburg, Regensburg und M\u00fcnchen f\u00fcr 7 Prozent mehr auf 12 Monate und Entlastung<\/strong><\/p>\n<p><em>von Stefan Reifberger, M\u00fcnchen<\/em><\/p>\n<p>Die Besch\u00e4ftigten im bayerischen Nahverkehr haben genug vom steigenden Stress in der Arbeit und dem zynischen Hinhalten der ArbeitgeberInnen. Nachdem am zweiten Verhandlungstag der Tarifverhandlungen nur der finanzielle Tarifabschluss des \u00f6ffentlichen Dienstes angeboten wurde, traten gestern KollegInnen in Augsburg und Regensburg in den Streik. Heute folgten ihnen die M\u00fcnchner Besch\u00e4ftigten im TV-Nahverkehr und in der MVG.<\/p>\n<p>Bereits im September 2017 wurde in M\u00fcnchen gestreikt. Die Logik der MVG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung ging damals in etwa so: Mehr Verkehrsaufkommen in M\u00fcnchen braucht mehr Belastung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. Entgelterh\u00f6hungen sollten nur gegen die Erh\u00f6hung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden stattfinden. Der faule Deal, der die Streichung von ungef\u00e4hr vierzig Stellen bedeuten h\u00e4tte k\u00f6nnen, wurde letztendlich durch einen Warnstreik abgewendet.<\/p>\n<p>Wie im restlichen \u00f6ffentlichen Dienst sind die L\u00f6hne auch im \u00d6PNV r\u00fcckg\u00e4ngig. Umso dreister wirkt das Gegenangebot von 7,5 Prozent auf 30 Monate. Stattdessen fordert ver.di 7 Prozent Entgelterh\u00f6hung auf 12 Monate aber mindestens 220 Euro. Es geht aber nicht nur um die Bezahlung, sondern um wirksame Ma\u00dfnahmen gegen die steigende Belastung. M\u00fcnchen wird bis 2035 um weitere 300.000 EinwohnerInnen wachsen. Dementsprechend steigt das Verkehrsaufkommen. Zu Sto\u00dfzeiten m\u00fcssen Fahrg\u00e4ste ein oder zwei U-Bahnen abwarten, bevor sie in der U6 Platz finden. Dadurch steigt auch die Belastung f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. Das \u201eEinspringen aus dem Frei\u201c geh\u00f6rt zum Alltag. ver.di fordert in diesem Zusammenhang Bonuszahlungen. Dar\u00fcber hinaus sollen Vor- und Abschlussarbeiten eingerechnet und Nachtarbeiten sowie geteilte Dienste besser entlohnt werden. Der Urlaubsanspruch soll ausgeweitet und die Freizeit bei Verzicht auf Entgelterh\u00f6hung mehr werden. Aber gerade in einer Stadt mit so hohen Lebenserhaltungskosten, wie M\u00fcnchen bleibt wenig Freiraum zum Einsparen beim Finanziellen. Deswegen w\u00e4re eigentlich eine generelle Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohnausgleich plus der geforderten Erh\u00f6hung notwendig.<\/p>\n<p>Beim heutigen Streik sind zum ersten Mal seit ihrer Er\u00f6ffnung 1971 alle U-Bahnen in M\u00fcnchen bei einem Streik stillgestanden. 200 KollegInnen kamen um 6:30 Uhr zur Kundgebung vor dem MVG-Betriebsgel\u00e4nde. Von den 1800 U-Bahn-, Bus- und TrambahnfahrerInnen sind noch 800 im alten TV-N. Die Restlichen sind zwar in einem eigenen MVG-Haustarifvertrag und von den Verhandlungen nicht direkt betroffen, aber trotzdem weitgehend in einen Solidarit\u00e4tsstreik getreten. Etwas weniger als die H\u00e4lfte aller BusfahrerInnen ist bei privaten Kooperationspartnern der MVG angestellt. Diese Spaltung der Belegschaft schw\u00e4cht Arbeitsk\u00e4mpfe. L\u00e4ngerfristig muss es hier auch um die Vergesellschaftung dieser Teile des M\u00fcnchner Nahverkehrs gehen.<\/p>\n<p>Viele KollegInnen meinten auf der Kundgebung, sie sind unzufrieden mit dem letzten Abschluss. Die Ausweitung der Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche konnte zwar verhindert werden, aber Bezahlung und Entlastung blieben hinter den Erwartungen. Umso wichtiger ist ein weitergehender Abschluss bei diesen Verhandlungen. Sollte es morgen Freitag bei der n\u00e4chsten Verhandlungsrunde zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis kommen, stehen ganzt\u00e4gige Streiks im Raum. Auch bei den Verhandlungen zum Tv\u00d6D gab es unter den Besch\u00e4ftigten eine Stimmung f\u00fcr weitere Streiks. Trotzdem wurde das Ergebnis mit 3,19 Prozent Lohnerh\u00f6hung im Jahr 2018 gegen\u00fcber den geforderten 6 Prozent auf 12 Monate angenommen. Aber die Besch\u00e4ftigten im Nahverkehr haben Kampfkraft. Ein besseres Ergebnis ist m\u00f6glich. Davon h\u00e4tte auch die allgemeine Bev\u00f6lkerung etwas &#8211; ArbeiterInnen, Jugendliche und RentnerInnen, die auf einen gut funktionierenden \u00d6PNV mit guten Arbeitsbedingungen angewiesen sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Streiks in Augsburg, Regensburg und M\u00fcnchen f\u00fcr 7 Prozent mehr auf 12 Monate und Entlastung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36316,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[262,1254,799],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36315"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36315"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36315\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36317,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36315\/revisions\/36317"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36316"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36315"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36315"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36315"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}