{"id":36229,"date":"2018-05-25T09:40:52","date_gmt":"2018-05-25T07:40:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=36229"},"modified":"2018-05-25T09:40:52","modified_gmt":"2018-05-25T07:40:52","slug":"kitabrennt-der-senat-hat-gepennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/05\/kitabrennt-der-senat-hat-gepennt\/","title":{"rendered":"#KitaBrennt \u2013 der Senat hat gepennt!"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-36230\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o-280x148.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o-280x148.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o-768x405.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o-560x295.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o-600x316.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/32581653_248817292524100_5007221694293606400_o.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Flugblatt der SAV Berlin zur Kitakrise in Berlin<\/strong><\/p>\n<p>#BerlinBrennt hei\u00dft die Aktion der Feuerwehrleute, die auf mangelndes Personal aufmerksam machen. In ihrem Rapsong hei\u00dft es \u201eDer Senat hat gepennt\u201c. Das l\u00e4sst sich genauso auf die Kinderbetreuung \u00fcbertragen: Betreuungspl\u00e4tze f\u00fcr Kinder fehlen ganz oder die Betreuungszeiten der Einrichtungen sind zu kurz und damit nicht kompatibel mit den Arbeitszeiten der Eltern. Fachpersonal fehlt und Aushilfspersonal wird schlecht angelernt, R\u00e4ume fehlen oder befinden sich in einem schlechten Zustand!<\/p>\n<p>Deshalb gehen wir heute am 26. Mai gemeinsam auf die Stra\u00dfe, um zu protestieren, denn bisherige L\u00f6sungsans\u00e4tze des Senats f\u00fchren in die falsche Richtung. Die GEW, der Landeselternausschuss Kindertagesst\u00e4tten und verschiedene B\u00fcndnisse und Vertreter*innen rufen zur Teilnahme an der Demonstration auf. Wir fordern eine grunds\u00e4tzliche Verbesserung und Aufwertung der Kinderbetreuung statt Schnell\u00f6sungen und Flickschusterei.<\/p>\n<h4>Personalmangel<\/h4>\n<p>Seit dem 1. Januar haben Eltern von Kindern ab einem Jahr das Recht auf sieben Stunden Kita Betreuung, der Anspruch hat sich damit erh\u00f6ht. Allerdings gibt es keine Pl\u00e4tze, um diesen Anspruch auch geltend zu machen. In Berlin fehlen rund 3.000 Kitapl\u00e4tze \u2013 f\u00fcr 2.000 davon g\u00e4be es zumindest genug R\u00e4ume aber es fehlt Personal.<\/p>\n<p>30.000 neue Kitapl\u00e4tze sollen in den n\u00e4chsten Jahren geschaffen werden, doch selbst wenn alle 2.500 Erzieher*innen die im n\u00e4chsten Jahr voraussichtlich ihre Ausbildung beenden ausschlie\u00dflich in Kitas angestellt w\u00fcrden, w\u00fcrde dies absolut nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.<\/p>\n<p>Denn bis 2020 ben\u00f6tigt die Stadt 7.000 zus\u00e4tzliche Erzieher*innen und damit w\u00e4re nur der aktuelle und unzureichende Betreuungsschl\u00fcssel abgedeckt, bei dem sich eine Betreuungsperson um 4,5 Krippenkinder unter drei Jahren oder 9 Kinder die \u00e4lter als drei Jahre sind, k\u00fcmmern soll.<\/p>\n<h4>Betreuungsschl\u00fcssel verbessern statt aufweichen!<\/h4>\n<p>Wie versucht der Senat dem Notstand nachzukommen? Im April k\u00fcndigte Jugendsenatorin Sandra Scheeres an, befristete \u00dcberlegungen seien m\u00f6glich. Der Betreuungsschl\u00fcssel soll also noch weiter runtergesetzt werden. In der Durchf\u00fchrung vernachl\u00e4ssigt wird er schon lange.<\/p>\n<p>Doch es kann nicht ausreichend sein, wenn eine Betreuungsperson so viele Kinder zu versorgen hat. Der Kita-Tr\u00e4ger Fr\u00f6bel zeigte sich im April\u00a0\u201ewegen struktureller Nichteinhaltung des gesetzlich vorgesehenen Personalschl\u00fcssels\u201c selbst an, da die Zust\u00e4nde in den Kitas so nicht weiter tragbar waren. Hier den Betreuungsschl\u00fcssel noch weiter zu verschieben w\u00fcrde katastrophale Folgen haben.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrden sich die Arbeitsbedingungen f\u00fcr Erzieher*innen weiter verschlechtern, die bereits jetzt unter enormen L\u00e4rm und mit hohem Stress belastet sind. Auch das f\u00fchrt dazu, dass Viele den Beruf nicht mehr ergreifen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Vorschlag lautet Kita-Leitungen durch Verwaltungskr\u00e4fte zu ersetzen. Dass die Leitung einer Kita jedoch nicht reine Verwaltungsarbeit ist und hierdurch ein essentieller Teil der Abdeckung von p\u00e4dagogischen Standards und auch der Sicherstellung und Durchsetzung dieser wegf\u00e4llt, wird vernachl\u00e4ssigt. Der Abbau von Fachpersonal kann nicht die L\u00f6sung sein und f\u00fchrt absolut in die falsche Richtung.<\/p>\n<h4>Qualit\u00e4t statt Tempo<\/h4>\n<p>Schnelll\u00f6sungen gibt es auch beim KITA-Bau. Modulbauten und Leichtbauweise sind die Antworten auf fehlende Einrichtungen. Schick und modern sollen sie aussehen, das verdeckt aber nur die Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen, die damit verbunden sind. Gleichzeitig m\u00fcssen andere Kitas schlie\u00dfen, weil sie sich die Mietpreiserh\u00f6hung nicht leisten k\u00f6nnen. Nach Angaben des Dachverbandes der Kinder- und Sch\u00fclerl\u00e4den bangen vor allem kleine Kitas um ihre Existenz.<\/p>\n<p>Wir fordern stattdessen eine Absicherung und Erh\u00f6hung aller Qualit\u00e4tsstandards sowie eine Verbesserung des Betreuungsschl\u00fcssels statt der Absenkung! Kindererziehung braucht Geld und Wertsch\u00e4tzung! Denn nur so kann sich langfristig die Situation in der Kinderbetreuung verbessern!<\/p>\n<p>Wir schlie\u00dfen uns der Forderung der GEW Berlin nach einem Betreuungsschl\u00fcssel von 1:2 f\u00fcr Kinder von 0 bis 1 Jahr, 1:3 f\u00fcr Kinder von 1 bis 3 Jahre und 1:8 f\u00fcr Kinder von 3 bis 5 Jahre an. Das sollte sich in Gruppengr\u00f6\u00dfen von 9 bis maximal 16 Kinder ausdr\u00fccken. Damit das Personal wieder Zeit hat, sich der p\u00e4dagogischen Arbeit zu widmen statt nur die Grundbed\u00fcrfnisse abzudecken.<\/p>\n<p>Statt auf Schnellbau zu setzen, fordern wir den MASSIVEN Ausbau von Investitionsprogrammen, die Nutzung und gegebenenfalls Enteignung von leerstehenden oder zweckentfremdeten Geb\u00e4uden, um mehr Raum zu schaffen. In Berlin wird derzeit an vielen hochwertigen Bauprojekten gearbeitet, doch Kitas sollen in Modulbauten abgeschoben werden. Hiergegen muss sich klar ausgesprochen und gek\u00e4mpft werden! Au\u00dferdem m\u00fcssen Mieterh\u00f6hungen gestoppt und in Instandhaltung investiert werden, damit nicht noch mehr Kitas schlie\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>Aufwertung jetzt!<\/h4>\n<p>Die Arbeit mit Kindern muss finanziell richtig anerkannt werden. Seit die Entlohnung von Grundschullehrer*innen verbessert wurde, ergreifen mehr Leute den Beruf \u2013 leider auch viele Erzieher*innen. Das muss sich \u00e4ndern! Wir brauchen eine allgemeine Aufwertung aller sozialen Berufe und bessere Entlohnung. Au\u00dferdem m\u00fcssen Quereinsteiger*innen und Aushilfspersonal ausreichend fachlich geschult sein. Eine Qualit\u00e4tsminderung in der Ausbildung der Betreuenden lehnen wir strikt ab!<\/p>\n<p>Die \u00f6ffentlichen Arbeitgeber haben sich trotz mehrt\u00e4giger Streiks der Sozial- und Erziehungsdienste gegen eine Aufwertung gestellt. Die Gewerkschaften haben sich leider auf einen Tarifkompromiss eingelassen. Es wurde versucht Unmut von Eltern auf Besch\u00e4ftigte zu sch\u00fcren, die streikten. Deshalb m\u00fcssen Eltern hier an der Seite von Erzieher*innen und Gewerkschaften stehen, um durch Streiks effizienter und konsequenter f\u00fcr eine Verbesserung von Gehalt und Arbeitsbedingungen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Deshalb unterst\u00fctzt die SAV die K\u00e4mpfe der Eltern und Erzieher*innen. Um f\u00fcr mehr Personal und somit einen besseren Betreuungsschl\u00fcssel in den Kitas, f\u00fcr qualitativ hochwertige R\u00e4ume und f\u00fcr bessere Bezahlung und Wertsch\u00e4tzung der Erzieher*innen, so wie eine ad\u00e4quate Ausbildung von Quereinsteiger*innen, gemeinsam aktiv zu werden. Geld daf\u00fcr ist genug da \u2013 besonders wenn endlich begonnen w\u00fcrde, Reichtum und Verm\u00f6gen ordentlich zu besteuern. Doch statt dessen, will die Bundesregierung bisher mehr Geld in R\u00fcstung geben.<\/p>\n<p>Kapitalismus sorgt daf\u00fcr, dass Menschen die unser Geld betreuen mehr wertgesch\u00e4tzt werden, als Menschen die unsere Kinder betreuen! Wir denken, dass die sozialen Probleme dieser Welt nur in einer demokratischen und sozialistischen Gesellschaft \u2013 die nicht Profite, sondern die Bed\u00fcrfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellt \u2013 gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Wenn Du \u00e4hnlich denkst oder dich einfach informieren m\u00f6chtest, dann komm zu einem unserer Treffen!<\/p>\n<p>[wpfilebase tag=file id=2152 \/]<\/p>\n<p>Aktuelle Treffen und Veranstaltungen erfragen<\/p>\n<p>unter 030 247 238 02, berlin@sav-online.de oder Messenger 0177 173 1917.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/savberlin\">facebook.com\/savberlin<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Flugblatt der SAV Berlin zur Kitakrise in Berlin<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":36230,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[75,110],"tags":[724,1266,1267,1264,1265,1263],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36229"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36229"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":36232,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/36229\/revisions\/36232"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/36230"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=36229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=36229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}