{"id":35876,"date":"2018-02-18T13:32:00","date_gmt":"2018-02-18T12:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35876"},"modified":"2018-02-15T18:04:18","modified_gmt":"2018-02-15T17:04:18","slug":"chinesische-zentralbank-warnt-vor-finanzkrise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/02\/chinesische-zentralbank-warnt-vor-finanzkrise\/","title":{"rendered":"Chinesische Zentralbank warnt vor Finanzkrise"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_25268\" aria-describedby=\"caption-attachment-25268\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-25268\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/china-e1373303921288.jpg 959w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25268\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/georgebabbitt\/ CC BY-NC-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bank of China-Chef warnt vor Platzen der Finanzblase<\/strong><\/p>\n<p>Das Wirtschaftswachstum Chinas weist mehrere Merkmale des sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charles_Ponzi\">Ponzi-Schemas<\/a> auf. Die globalen Ambitionen des Regimes der \u201eKommunistischen Partei Chinas\u201c (KPC) k\u00f6nnen durchaus als aufgebl\u00e4ht bezeichnet werden. So zum Beispiel im Fall des Vorhabens von Staatspr\u00e4sident Xi Jinping, der die \u201eBelt and Road Initiative\u201c (BRI; dt u.a.: Initiative \u201eNeue Seidenstra\u00dfe\u201c, Anm. d. \u00dc.) ersonnen hat, um mehr als 60 L\u00e4nder mit insgesamt 4,5 Milliarden EinwohnerInnen unter die \u00f6konomische Hegemonie Chinas zu bekommen.<\/p>\n<p><em>Erkl\u00e4rung von www.chinaworker.info, dem Internetportal f\u00fcr China und S\u00fcdostasien des Komitees f\u00fcr eine Arbeiterinternationale (CWI, dessen Sektion in Deutschland die SAV ist)<\/em><\/p>\n<p>Beim Parteitag der KPC, der im Oktober stattgefunden hat, wurde die BRI genauso in die Grunds\u00e4tze der Partei mit aufgenommen wie die \u201eXi Jinping Gedanken\u201c. Es war das erste Mal \u00fcberhaupt, dass einem einzelnen au\u00dfenpolitischen Projekt ein derartiger Rang beigemessen worden ist. Es handelt sich um einen reichlich verwegenen Akt, mit dem eine Tendenz verdeckt werden soll, die in Richtung Risikogesch\u00e4fte und Bombastik weist. Das Ziel, das damit verfolgt wird, ist, das Vertrauen der Kapitalisten in die Wirtschaft Chinas wiederherzustellen und vor allem die eigene Masse der Bev\u00f6lkerung in die Irre zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Allein im November haben zwei L\u00e4nder (Pakistan und Nepal) die Vereinbarungen zur BRI-Infrastruktur mit der Begr\u00fcndung aufgek\u00fcndigt, dass die Bedingungen, die Peking stellt, zu streng seien. Unter anderem war vorgesehen, dass China alleiniger Besitzer des Projekts sein und die Kontrolle dar\u00fcber aus\u00fcben solle. Was Pakistan angeht, machte das nun zusammengek\u00fcrzte Diamer-Bhasha-Staudamm-Projekt, das 14 Milliarden US-Dollar kosten soll, rund ein Drittel des Gesamtpakets namens BRI aus. Und das in einem Land, das bislang als Flaggschiff f\u00fcr Xis Pl\u00e4ne gehandelt wurde. Damit werden unsere Warnungen best\u00e4tigt, die wir angesichts des \u00fcbertrieben ehrgeizigen und unrealisierbaren Charakters des kapitalistisch-imperialistischen \u201eBelt and Road\u201c-Vorhabens bereits ge\u00e4u\u00dfert haben.<\/p>\n<p>In seiner dreieinhalbst\u00fcndigen Parteitagsrede beschrieb Xi China wahlweise als \u201egro\u00dfe Macht\u201c oder als \u201estarke Macht\u201c. 26 Mal benutzte er diese Begriffe. Das Wort \u201eArmee\u201c kam 86 Mal vor und wurde von ihm somit doppelt so h\u00e4ufig bem\u00fcht wie von Hu Jintao beim letzten Kongress im Jahr 2012. Der Begriff \u201eArbeiterklasse\u201c kam in der Rede von Xi nur ein einziges Mal vor.<\/p>\n<h4>Der \u201eMinsky-Effekt\u201c<\/h4>\n<p>Die steigenden Risiken einer Finanzkrise in China, des sogenannten \u201eMinsky-Effekts\u201c, bei dem die Verm\u00f6genswerte wie schon 1997 in der S\u00fcdostasien-Krise und 2007 in den USA zusammenbrechen, war das \u00fcberraschende Thema des altgedienten Chefs der chinesischen Zentralbank, Zhou Xiaochuan, der ebenfalls auf dem Parteitag eine Rede gehalten hat.<\/p>\n<p>Zahlreiche \u00e4hnlich gelagerte Warnungen sind schon von internationalen kapitalistischen Institutionen wie der Weltbank oder dem IWF gemacht worden. Es ist allerdings un\u00fcblich, dass so etwas von einem offiziellen Vertreter des chinesischen Regimes ge\u00e4u\u00dfert wird. Zhous Kommentare stehen im Widerspruch zum Mantra von der \u201estarken und stabilen Lage\u201c, das die Regierung von Xi gebetsm\u00fchlenartig wiederholt. Der Zentral-Bankier ging \u201eso weit, wie jemand in der Position von Herrn Zhou nur gehen kann. Vor so vielen Menschen h\u00e4tte er den Finger nicht tiefer in die Wunde legen d\u00fcrfen\u201c, so die Zusammenfassung vom Kolumnisten der \u201eFinancial Times\u201c, John Authors.<\/p>\n<p>Die Rede von Zhou, die zweifelsohne von Xi zuvor genehmigt worden ist, war ein Hinweis darauf, dass das jahrelang schon anhaltende harte Durchgreifen des Regimes gegen das Schatten-Bankensystem fortgesetzt und wom\u00f6glich noch versch\u00e4rft wird. Nach wiederholt gescheiterten Versuchen, das \u00fcberdimensionierte Finanzmarkt-System zu entschulden, wird es somit verst\u00e4rkt zu Konflikten zwischen Peking und den von Schulden abh\u00e4ngenden Regionalregierungen kommen. Der Bankensektor macht in China momentan 310 Prozent des BIP aus. Zu Beginn der \u00c4ra-Xi lag dieser Wert im Jahr 2012 noch bei 240 Prozent.<\/p>\n<p>Zwar weisen einige wenige Industriestaaten wie Gro\u00dfbritannien und Deutschland ein noch gravierenderes Verh\u00e4ltnis auf, dennoch liegt dieser Anteil drei Mal \u00fcber dem Wert, der f\u00fcr die Schwellenl\u00e4nder als Durchschnitt angesehen wird. Verantwortlich daf\u00fcr machte Zhou die \u201eForderungen\u201c der Regionalverwaltungen, die Druck auf die Zentralregierung aus\u00fcben wollen, um ein Festhalten an der unheimlich lockeren Geldpolitik zu bewirken \u2013 obwohl dadurch das finanzpolitische Risiko zunimmt.<\/p>\n<p>Chinas Immobilienmarkt ist aktuell der teuerste der Welt. Er ist so viel wert wie alle weltweiten Immobilienwerte zusammen genommen.<br \/>\nChinas Wirtschaftswachstum der vergangenen zehn Jahre, von dem das globale BIP mehr und mehr abh\u00e4ngig ist, ist angefacht worden von einer beispiellosen und dauerhaften Expansion des Kreditwesens. Und ein Drittel aller Kredite gehen dabei auf die unregulierte Schatten-Bankwirtschaft zur\u00fcck. Dieser wahre Tsunami an Krediten hat monstr\u00f6se Finanzblasen und f\u00fcr die Arbeiterklasse und die verarmten Massen eine erdr\u00fcckende Last mit sich gebracht, vor allem in Form explodierender Kosten f\u00fcr Wohnraum.<\/p>\n<p>Diese Faktoren machen die Versuche der Regierung zunichte, den Konsum zu steigern, um dar\u00fcber die Wirtschaft aus ihrer zu starken Abh\u00e4ngigkeit von mit Schulden finanzierten Investitionen zu befreien. Ein zunehmender Anteil der L\u00f6hne wird in den Immobilienmarkt eingesaugt.<\/p>\n<p>Aufgrund eines nie dagewesenen Ausma\u00dfes an Spekulation, die dazu gef\u00fchrt hat, dass sich in den letzten zehn Jahren die durchschnittlichen Wohnungspreise verachtfacht haben, ist der chinesische Immobilienmarkt momentan der teuerste weltweit. Sogar Xi hat diesen Umstand in seiner Parteitagsrede mit aufnehmen m\u00fcssen als er sagte: \u201eWohnungen sind zum wohnen da und nicht, um mit ihnen zu spekulieren\u201c.<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst in englischer Sprache am 17.11.2017 auf www.socialistalternative.org<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bank of China-Chef warnt vor Platzen der Finanzblase<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":25268,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[38],"tags":[345,1170],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35876"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35876"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35876\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35877,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35876\/revisions\/35877"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35876"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35876"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35876"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}