{"id":35861,"date":"2018-02-08T17:40:41","date_gmt":"2018-02-08T16:40:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35861"},"modified":"2018-02-08T17:40:41","modified_gmt":"2018-02-08T16:40:41","slug":"wir-muessen-jetzt-unbedingt-weitermachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/02\/wir-muessen-jetzt-unbedingt-weitermachen\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir m\u00fcssen jetzt unbedingt weitermachen\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-35862\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Dorit-280x103.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"103\" \/>Zweites Aktiventreffen der ver.di-Krankenhauskampagne\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Es war eine Versammlung der geballten Fachkompetenz, als sich am Samstag, den 3. Februar 2018 in Kassel ca. 130 Aktive aus Krankenh\u00e4usern trafen, um zum zweiten Mal auf einer eint\u00e4gigen Konferenz \u00fcber den Stand der Bewegung f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus zu beraten.<\/p>\n<p><em>von Dorit Hollasky, Dresden<\/em><\/p>\n<p>Die Vorsitzende des Fachbereichs Sylvia B\u00fchler begann das Treffen mit einer Auswertung des gerade verabschiedeten Koalitionspapiers. Es sei ein gro\u00dfer Erfolg unserer Bewegung f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus, dass es zuk\u00fcnftig Personaluntergrenzen f\u00fcr alle bettenf\u00fchrenden Stationen geben soll (nicht mehr nur f\u00fcr die sogenannten \u201epflegesensitiven Bereiche\u201c), dass die Tarifsteigerungen refinanziert werden sollen und dass die Pflegepersonalkosten zuk\u00fcnftig aus den Fallpauschalen herausgerechnet und gesondert verg\u00fctet werden sollen. Damit sei erstmalig ein Pflock in das System der DRG&#8217;s geschlagen worden, was man als den ersten Schritt zu deren Abschaffung sehen k\u00f6nne.<br \/>\nDamit diesen Worten auch Taten folgen, sollen zun\u00e4chst im n\u00e4chsten halben Jahr die begonnenen Aktivit\u00e4ten auf der betrieblichen, tariflichen und politischen Schiene weiterlaufen.<\/p>\n<h4>Skepsis gegen\u00fcber Groko-Versprechen<\/h4>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Fragerunde wurde von den Anwesenden deutliche Skepsis in Bezug auf das Koalitionspapier ge\u00e4u\u00dfert. So wurde ein konkreter Zeitplan vermisst. Es fehle eine Angabe, wieviel Geld zur Verf\u00fcgung gestellt werden soll und wie die Pl\u00e4ne finanziert werden sollen. Es wurde angemahnt, nicht nur die Pflegeberufe, sondern auch die anderen Berufsgruppen einzubeziehen und Konsequenzen festzulegen, was bei Nichteinhaltung der Personaluntergrenzen passiere. Die Verwendung des Begriffs Personaluntergrenzen sei ein R\u00fcckschritt im Vergleich zu der von ver.di geforderten Personalbemessung.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen endlich was bewegen, weitermachen, jetzt keinen Stillstand haben\u201c sagte ein Azubi aus D\u00fcsseldorf und traf damit den Nerv der Anwesenden. Auch der Betriebsgruppenvorsitzende aus Augsburg berichtete \u00fcber die Stimmung an seinem Klinikum und endete mit der Forderung \u201eWir m\u00fcssen jetzt unbedingt weitermachen, mit der ganzen Konsequenz\u201c. Der Streik f\u00fchre dazu, dass Leute bei ver.di eintreten und sich die Bewegung verbreite.<br \/>\nEine Kollegin aus Berlin warnte davor, dass es schwierig w\u00fcrde, die \u201eLeute im Boot zu halten\u201c, wenn sie trotz Kampfwillen nicht zum Streik aufgerufen w\u00fcrden. Pflegekr\u00e4fte w\u00fcrden h\u00e4ufig den Beruf verlassen oder aus Frust nicht mehr an gewerkschaftlichen Aktionen teilnehmen.<\/p>\n<p>Es folgten eindrucksvolle Berichte von Aktiven aus den Krankenh\u00e4usern, wo schon erfolgreiche Aktionen durchgef\u00fchrt wurden. Beispielsweise aus Homburg, wo die Station \u201eDie wilde 7\u201c durch Ultimaten auf ihrer Station die Neueinstellung von zwei Pflegekr\u00e4ften und drei Hilfskr\u00e4ften erreicht hat. Oder von einem Kollegen aus Gie\u00dfen Marburg, wo im Rahmen von Tarifgespr\u00e4chen bereits 10 Millionen Euro f\u00fcr Neueinstellungen in allen klinischen Bereichen zugesagt wurden, das entspricht ca. 104 neuen Stellen.<\/p>\n<h4>Workshops<\/h4>\n<p>Nach der Mittagspause gab es parallele Workshops, in denen Erfahrungen ausgetauscht wurden und aus denen die Teilnehmenden Anregungen f\u00fcr die weitere Arbeit vor Ort mitnehmen konnten.<\/p>\n<p>Insgesamt wirkte die Stimmung der Beteiligten entschlossener und motivierter, die K\u00e4mpfe jetzt fortzusetzen, allerdings mit einigen Fragen in Bezug auf die geplante Strategie. Es w\u00e4re sehr w\u00fcnschenswert, diese Treffen regelm\u00e4\u00dfig durchzuf\u00fchren, f\u00fcr alle Interessierten zu \u00f6ffnen, um die Vernetzung untereinander st\u00e4rker voran zu treiben und auf diesen Konferenzen auch verbindliche Vereinbarungen in Bezug auf das weitere Vorgehen zu treffen.<\/p>\n<p>Um die Bewegung zum Erfolg zu f\u00fchren, w\u00e4re es au\u00dferdem wichtig, bundesweite gemeinsame Aktionen durchzuf\u00fchren, zum Beispiel eine zentrale Demonstration zum Tag der Pflege, gern auch gemeinsam mit den anderen Besch\u00e4ftigten im \u00d6ffentlichen Dienst, denn auch dort steht das Thema Personalmangel an erster Stelle.<\/p>\n<h4>Vernetzung und Austausch<\/h4>\n<p>Eine tolle M\u00f6glichkeit, diese Vorschl\u00e4ge zu diskutieren und zu planen, gibt es zu Ostern in Berlin. Dort finden im Rahmen der Sozialismustage am Samstag zwei spannende Veranstaltungen statt: \u201eAufstand der Pflege: Der Kampf f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus von Augsburg bis Berlin\u201c und ein \u201eVernetzungstreffen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte aus dem Gesundheitswesen und Aktive aus der Krankenhaussolidarit\u00e4t\u201c.<br \/>\nDas Programm kann unter\u00a0www.sozialismustage.de\u00a0angesehen werden, auch die Anmeldung kann hier erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweites Aktiventreffen der ver.di-Krankenhauskampagne\u00a0<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35862,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,14,17],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35861"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35861"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35861\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35865,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35861\/revisions\/35865"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35862"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}