{"id":35821,"date":"2018-02-12T10:33:17","date_gmt":"2018-02-12T09:33:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35821"},"modified":"2018-01-31T10:36:16","modified_gmt":"2018-01-31T09:36:16","slug":"durch-weniger-mehr-erreichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2018\/02\/durch-weniger-mehr-erreichen\/","title":{"rendered":"Durch weniger mehr erreichen?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-35822\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug-173x173.png\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug-173x173.png 173w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug-768x768.png 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug-347x347.png 347w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug-600x600.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/VERDI-Farbe_ohne-Schriftzug.png 1031w\" sizes=\"(max-width: 173px) 100vw, 173px\" \/><\/a>Zur ver.di-Strukturreform<\/strong><\/p>\n<p>2017 hat der ver.di-Bundesvorstand ein Papier in Umlauf gebracht, das eine grundlegende Struktur\u00e4nderung bei ver.di vorsieht. Unter dem Motto \u201ePerspektive: ver.di w\u00e4chst!\u201c sollen aus den heute 13 Fachbereichen vier werden.<\/p>\n<p><em>von Mar\u00e9n Wiese, ver.di-Personalr\u00e4tin bei der Stadt Rostock*<\/em><\/p>\n<p>Mit dem Argument, dass sich die Arbeitswelt in den letzten fast zwanzig Jahren deutlich gewandelt hat, wird nun im Hauruckverfahren in einem Zeitraum von zwei Jahren versucht, eine Strukturver\u00e4nderung \u00fcbers Knie zu brechen. Bereits der n\u00e4chste Bundeskongress soll einen Beschluss fassen.<\/p>\n<h4>Neue Aufteilung der Fachbereiche<\/h4>\n<p>Der neue Fachbereich A soll Besch\u00e4ftigte aus den Bereichen Digitalisierung, Medien, Kommunikation, Bildung, Forschung, Wissenschaft und Kultur umfassen. Der Fachbereich soll die gro\u00dfen Teile der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge und angrenzender Wirtschaftsbereiche, wie zum Beispiel private Arbeitsvermittlung, Feuerwehr, Luftverkehr und Tourismus, zusammenfassen.<\/p>\n<p>Der Fachbereich C soll Besch\u00e4ftigte aus dem E-Commerce genauso wie die klassischen Bereiche von Handel und Logistik bis hin zu Postdienstleistungen organisieren. Zuletzt wird es dann den Fachbereich D geben, der den bisherigen Fachbereich 3 umfasst.<\/p>\n<p>Ziel soll es laut dem Papier sein, mit dieser Aufteilung die kollektive Tarifarbeit zu st\u00e4rken. Dabei werden f\u00fcnf Kernaufgaben festgelegt: betriebliche und branchenpolitische Schwerpunktsetzung; Erschlie\u00dfung, Aktivierung und Bindung gewerkschaftlicher Strukturen im Betrieb; mitgliederorientierte tarifliche und betriebliche Auseinandersetzung; Nachwuchsf\u00f6rderung. Erwartet wird von der neuen Struktur, dass ver.di dadurch in der Fl\u00e4che sinnvoll pr\u00e4sent sein wird. Mitglieder in den Betrieben und Dienststellen sollen immer vor Ort einen Ansprechpartner finden. Personal- und Betriebsr\u00e4te und andere Mitarbeitervertretungen sollen so besser betreut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Kritik<\/h4>\n<p>Der Vorschlag des Bundesvorstandes st\u00f6\u00dft auf allen Ebenen innerhalb der Gewerkschaft auf mehr oder weniger heftige Kritik. So wird moniert, dass hier eine Top-Down-Entscheidung getroffen werden soll. Die Gr\u00fcndung von ver.di liegt nun \u00fcber 15 Jahre zur\u00fcck. Aber es gibt keine Analyse der Ausgangssituation. Der zeitliche Ablauf der Umstrukturierung wird als \u00fcberhastet gesehen. Au\u00dferdem wird gefordert, dass ein Umbau von ver.di zun\u00e4chst an der Basis ausf\u00fchrlich diskutiert werden sollte und erst danach ein durchdachtes Konzept umgesetzt werden sollte.<\/p>\n<p>Schlechte Erfahrungen wurden ja schon mit der Gr\u00fcndung von ver.di selbst gemacht, wo jahrelange Schwierigkeiten durch die Fusion von Einzelgewerkschaften f\u00fcr viel Unmut und Unzufriedenheit gesorgt hatten. ver.di hat heute 800.000 Mitglieder weniger als zum Zeitpunkt der Gr\u00fcndung.<\/p>\n<p>In der Umstrukturierung sehen KritikerInnen aber auch eine Gefahr f\u00fcr die ehrenamtlichen Strukturen auf Landes- und Bezirksebenen, die jetzt eine wichtige Rolle in der betrieblichen und \u00fcberbetrieblichen Einbindung von Mitgliedern spielen. Gleichzeitig wird f\u00fcr die Hauptamtlichen eine Arbeitsverdichtung bef\u00fcrchtet, die eine vern\u00fcnftige Betreuung der ehrenamtlichen Strukturen erschwert.<\/p>\n<h4>F\u00fcr eine k\u00e4mpferische ver.di<\/h4>\n<p>Die Kritik ist berechtigt. Der Bundesvorstand versucht die Mitgliedschaft in ein Struktur-Korsett zu pressen. Eine ausf\u00fchrliche Analyse der Situation wird vermieden, weil damit auch Kritik an der Politik des Bundesvorstandes notwendig w\u00e4re. Arbeitsk\u00e4mpfen, wie im Sozial- und Erziehungsbereich oder der Post wurden nicht gen\u00fcgend durch die Gesamtorganisation unterst\u00fctzt. Auch viele Tarifabschl\u00fcsse waren f\u00fcr viele Mitglieder nicht akzeptabel.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen aber auch sehen, dass dort, wo KollegInnen die Initiative ergriffen haben und in die Offensive gegangen sind, eventuell sogar erste Erfolge erstreiten konnten, auch verst\u00e4rkt Eintritte in die Gewerkschaft stattfinden. Das bedeutet, dass wir innerhalb von ver.di weiter k\u00e4mpferische Strukturen aufbauen und st\u00e4rken m\u00fcssen.<\/p>\n<p><em>*=Funktionsangabe dient nur zur Kenntlichmachung der Person<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur ver.di-Strukturreform<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35822,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[1158,1159,799],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35821"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35821"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35821\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35823,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35821\/revisions\/35823"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35821"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35821"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35821"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}