{"id":35429,"date":"2017-10-19T14:00:03","date_gmt":"2017-10-19T12:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35429"},"modified":"2017-10-19T14:30:56","modified_gmt":"2017-10-19T12:30:56","slug":"dortmund-hannibal-mieterinnen-demonstrieren-gegen-mangelnde-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/10\/dortmund-hannibal-mieterinnen-demonstrieren-gegen-mangelnde-hilfe\/","title":{"rendered":"Dortmund: Hannibal-MieterInnen demonstrieren gegen mangelnde Hilfe"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-35434\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-768x476.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-600x372.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/22563758_1937035406555946_832312161_o-e1508416239933.jpg 1376w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Mieterinitiative erfolgreich gegr\u00fcndet<\/strong><\/p>\n<p>Am Samstag, dem 14.10.2017 fand in Dortmund eine Demonstration von MieterInnen und AktivistInnen der SAV statt. Wie bereits berichtet, wurde der Wohnkomplex Hannibal II aufgrund von Brandschutzm\u00e4ngeln von der Stadt Dortmund ger\u00e4umt. An der Demonstration, welche von der neugegr\u00fcndeten Mieterinitiative \u201eInitiative Hannibal II\u201c organisiert wurde, nahmen bis zu 80 Personen teil.<\/p>\n<p><em>von Paul Westerhoff, Dortmund<\/em><\/p>\n<p>Die \u201eInitiative Hannibal II\u201c wurde erst am vorangegangenen Dienstag von MieterInnen auf Einladung der SAV gegr\u00fcndet, welche bereits am Montag auf einer Infoveranstaltung der Stadt Dortmund in der DASA in Dorstfeld intervenierte und die MieterInnen zu einem Vernetzungstreffen einluden. Bei den MieterInnen herrschte gro\u00dfe Unzufriedenheit \u00fcber ihre aktuelle Situation. Viele von ihnen kommen zur Zeit bei Verwandten unter oder wurden von der Stadt in ehemalige Gefl\u00fcchtetenunterk\u00fcnfte einquartiert, in denen es keine Privatsph\u00e4re gibt und menschenunw\u00fcrdige Wohnbedingungen herrschen. Es ist dort verdreckt und heruntergekommen, au\u00dferdem befindet sich keine der Notunterk\u00fcnfte in Dorstfeld, sodass die MieterInnen weite Wege auf sich nehmen m\u00fcssen, um Tag f\u00fcr Tag zur Arbeit, Uni oder Schule zu kommen. Die Stadt leistet hier keine wirkliche Hilfe. F\u00fcr Fahrtkosten, die so entstehen, m\u00fcssen die MieterInnen selbst in Vorkasse treten, um sich die Kosten dann mit massivem b\u00fcrokratischem Aufwand von der Stadt zur\u00fcckerstatten zu lassen.<\/p>\n<p>All diese Probleme wurden bereits auf den st\u00e4dtischen Infoveranstaltungen angesprochen, an denen zwar Vertreter der Stadt, wie SPD-Oberb\u00fcrgermeister Sierau, teilnahmen, jedoch kein Vertreter des Immobilienspekulanten Intown, in dessen Besitz sich der Wohnkomplex befindet. Auf diesen Veranstaltungen wurden seitens der Stadt keine L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme der MieterInnen angeboten.<\/p>\n<p>Auf dem Gr\u00fcndungstreffen der \u201eInitiative Hannibal II\u201c, an dem 15 MieterInnen teilnahmen, wurde die Wut der Menschen \u00fcber die oben genannten Probleme nochmals deutlich. Die MieterInnen zeigten sich sehr k\u00e4mpferisch und entschlossen etwas dagegen zu unternehmen. Es wurde beschlossen die Demonstration zu organisieren und drei zentrale Forderungen aufgestellt:<\/p>\n<p>1. Sofortige finanzielle Entsch\u00e4digung f\u00fcr alle!<\/p>\n<p>2. Sofort Ersatzwohnungen der Stadt f\u00fcr alle, falls das nicht m\u00f6glich ist: Hotelzimmer auf Kosten der Stadt.<\/p>\n<p>3. \u00dcberf\u00fchrung des Hannibal II in \u00f6ffentliches Eigentum, damit die Stadt sofort mit der Sanierung beginnen kann.<\/p>\n<p>Mit drei Tagen Vorlaufzeit wurde sofort mit der Mobilisierung zur Demo begonnen. Die MieterInnen waren sehr engagiert bei der Verteilung von Flugbl\u00e4ttern, die f\u00fcr die internationale Mieterschaft des Hannibals auf Deutsch, T\u00fcrkisch, Hochchinesisch, Franz\u00f6sisch und Polnisch gedruckt wurden. AktivistInnen der SAV \u00fcbernahmen die organisatorischen Aufgaben, wie Anmeldung und Herausgabe von Pressemitteilungen zur Demonstration. In der Dortmunder Lokalpresse wurde daraufhin auch im Vorfeld schon \u00fcber die Demonstration berichtet.<\/p>\n<p>Kleine Notiz am Rande: Auch die Faschisten der Partei \u201eDie Rechte\u201c, welche den Stadtteil Dorstfeld immer wieder als ihren Kiez beanspruchen, bem\u00e4ngelten wenige Stunden nach Erscheinen der ersten Presseberichte auf ihrer Internetplattform, dass \u201eLinksextremisten\u201c die Mieterproteste \u201ekapern\u201c wollen. Die Faschisten, die sich gerade im Stadtteil Dorstfeld immer wieder als Interessenvertretung der einfachen Bev\u00f6lkerung aufspielen, unternahmen f\u00fcr die Hannibal-MieterInnen jedoch gar nichts und bewiesen so wieder einmal, dass sie keinesfalls auf Seite der lohnabh\u00e4ngigen Bev\u00f6lkerung stehen, sondern ganz im Gegenteil.<\/p>\n<h4>Erfolgreiche Demonstration<\/h4>\n<p>Am Samstag fanden sich dann schlie\u00dflich circa 80 MieterInnen und Unterst\u00fctzerInnen zur Demonstration zusammen. Die Demo wurde er\u00f6ffnet durch eine Startkundgebung mit offenem Mikrofon an den Katharinentreppen gegen\u00fcber des Hauptbahnhofs. Dort schilderten mehrere MieterInnen ihre aktuelle Situation gegen\u00fcber der Stadt\u00f6ffentlichkeit. Es ergriffen verschiedenste MieterInnen das Wort, darunter Rentner, die teilweise schon \u00fcber 33 Jahre im Hannibal wohnten, sowie StudentInnen und Familien. Der Demozug f\u00fchrte dann durch die gut besuchte Innenstadt zum Rathaus am Friedensplatz. Mit mitgef\u00fchrten Transparenten und Schildern, sowie durch Sprechch\u00f6re machten die MieterInnen ihre Forderungen deutlich. Auf der Abschlusskundgebung gab es dann wieder ein offenes Mikrofon, bei dem weitere MieterInnen, angespornt durch die k\u00e4mpferische Demonstration, das Wort ergriffen, unter anderem Sch\u00fclerInnen, die \u00fcber ihre zus\u00e4tzliche Belastung im Schulalltag und mangelndes Verst\u00e4ndnis durch Mitsch\u00fclerInnen und LehrerInnen berichteten. Ein weiterer Mieter ging auch auf den allgemeinen schlechten Ruf ein, den der Hannibal in Dortmund, auch bei st\u00e4dtischen Beamten genie\u00dft, welche den Hannibal und seine BewohnerInnen als \u201easozial\u201c abstempeln w\u00fcrden. Dem widersprach der Mieter vehement und sprach nochmal die bunte, internationale Zusammensetzung der Mieterschaft an, welche f\u00fcr die MieterInnen schon wie eine \u201eFamilie\u201c sei. Er betonte, dass sich die BewohnerInnen nie durch negative mediale Stimmungsmache oder Rassismus haben spalten lassen. Auf der Abschlusskundegebung war dann auch Ludger Wilde vom Bauamt der Stadt Dortmund anwesend und h\u00f6rte sich die Berichte der MieterInnen an. Die MieterInnen hatten nichts dagegen, dass auch Herr Wilde am offenen Mikrofon reden darf, so wurde ihm die M\u00f6glichkeit gegeben, Stellung zu den Fragen und Problemen der MieterInnen zu nehmen. Auch hier lieferte er, wie schon auf den vorangegangenen Infoveranstaltungen keine zufriedenstellenden Antworten und versuchte die MieterInnen damit zu vertr\u00f6sten, dass die Stadt Gespr\u00e4che mit Intown f\u00fchre, um die Situation zu verbessern. Er ging dabei jedoch gar nicht auf die drei oben genannten Forderungen ein. Wie zu erwarten war, verst\u00e4rkte das die Wut der MieterInnen jedoch nur, und es wurden weitere w\u00fctende Redebeitr\u00e4ge und Zwischenrufe direkt an Herrn Wilde gerichtet.<\/p>\n<p>Alles in allem war die Demonstration ein wichtiger erster Schritt, den Widerstand gegen die Willk\u00fcr von Immobilienspekulanten wie Intown und Vernachl\u00e4ssigung durch die Stadt Dortmund aufzubauen. Die MieterInnen sind fest entschlossen, den Kampf weiterzuf\u00fchren. Das n\u00e4chste Treffen der \u201eInitiative Hannibal II\u201c ist bereits angesetzt und auch bei den n\u00e4chsten st\u00e4dtischen Infoveranstaltungen werden wir uns weiterhin geschlossen und k\u00e4mpferisch geben und den Druck auf die Stadt Dortmund erh\u00f6hen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mieterinitiative erfolgreich gegr\u00fcndet<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35434,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[81,82,104],"tags":[262,1038,658,1036,1037],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35429"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35429"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35435,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35429\/revisions\/35435"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35434"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}