{"id":35396,"date":"2017-10-11T14:43:14","date_gmt":"2017-10-11T12:43:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35396"},"modified":"2017-10-10T14:50:03","modified_gmt":"2017-10-10T12:50:03","slug":"sexismus-bekaempfen-in-und-mit-der-arbeiterbewegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/10\/sexismus-bekaempfen-in-und-mit-der-arbeiterbewegung\/","title":{"rendered":"Sexismus bek\u00e4mpfen \u2013 in und mit der Arbeiterbewegung"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_23246\" aria-describedby=\"caption-attachment-23246\" style=\"width: 259px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/3521838145_6e235d5eaf_b.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-23246\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/3521838145_6e235d5eaf_b-259x173.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/3521838145_6e235d5eaf_b-259x173.jpg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/3521838145_6e235d5eaf_b-520x347.jpg 520w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2010\/03\/3521838145_6e235d5eaf_b.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23246\" class=\"wp-caption-text\">Foto: flickr.com\/photos\/Kecko CC BY 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p lang=\"de-DE\"><strong>\u00dcber den Umgang mit sexistischen Vorf\u00e4llen<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Arbeiterbewegung spielen Frauen eine herausragende Rolle \u2013 aktuell wie in der Geschichte. Die bisher gr\u00f6\u00dfte revolution\u00e4re Umw\u00e4lzung der Gesellschaft begann am 8. M\u00e4rz 1917 (nach dem damaligen julianischen Kalender in Russland am 23.Februar) mit den Streiks der Textilarbeiterinnen in einer Reihe von Fabriken in Sankt Petersburg. Arbeiter schlossen sich an und das \u00f6ffnete die Schleusen f\u00fcr den Sturz des Zaren und die russische Revolution.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><em>Von Angelika Teweleit<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch aktuell werden wir Zeugen davon, wie Frauen, gemeinsam mit M\u00e4nnern, gegen die zunehmenden Angriffe von rechts und gegen die Verschlechterung der Lebensbedingungen massenhaft auf die Stra\u00dfe gehen. So markierten die so genannten Womens Marches am Tage der Amtseinf\u00fchrung von Donald Trump die wahrscheinlich gr\u00f6\u00dften Demonstrationen in der Geschichte der USA. Am internationalen Frauenkampftag am 8. M\u00e4rz 2017 demonstrierten in vielen L\u00e4ndern Frauen und M\u00e4nner f\u00fcr Gleichberechtigung, gleiche L\u00f6hne, gegen Sexismus in der Gesellschaft und f\u00fcr ein Ende h\u00e4uslicher Gewalt. In Spanien waren \u00fcber einen halbe Million auf der Stra\u00dfe. In der T\u00fcrkei nutzten zehntausende den internationalen Frauentag f\u00fcr einen starken Protest gegen den autorit\u00e4ren Pr\u00e4sidenten Erdogan und trotz brutaler Repression gibt es starke Proteste insbesondere von Frauen. In Polen gingen schon 2016 hunderttausende gegen die Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts auf die Stra\u00dfe und in Irland wird ein kontinuierlicher Kampf f\u00fcr das Abtreibungsrecht gef\u00fchrt. Hierbei spielt die Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV) und die von ihr ins Leben gerufene Kampagne ROSA (for Reproductive Rights, against Repression, Sexism and Austerity) eine zentrale und organisierende Rolle spielt. In S\u00fcdamerika gab es Massendemonstrationen gegen h\u00e4usliche Gewalt und Morde an Frauen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In Deutschland waren es mehrheitlich Frauen, die 2015 mit den Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst f\u00fcr eine Aufwertung der Berufe oder auch an der Berliner Charit\u00e9 f\u00fcr mehr Personal mit dazu beitrugen, dass die Zeitungen von der \u201cStreikrepublik Deutschland\u201d sprachen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Doppelte Unterdr\u00fcckung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Frauen sind auch im Jahr 2017 doppelt unterdr\u00fcckt. Da das jahrhundertealte Rollenbild sich noch immer durch die Gesellschaft zieht, sind auch die meisten Frauen diejenigen, die sich im Vergleich zu M\u00e4nnern haupts\u00e4chlich um die Kindererziehung, den Haushalt und die Pflege der \u00e4lteren Familienmitglieder k\u00fcmmern. Nach einer aktuellen Studie der Hans-B\u00f6ckler-Stiftung verwenden Frauen im Alter von 18 bis 64 Jahren 2,4-mal so viel Zeit f\u00fcr unbezahlte F\u00fcrsorgearbeit (Kindererziehung und Pflege \u00e4lterer oder kranker Familienmitglieder) und auch 1,6-mal so viel Zeit f\u00fcr die Hausarbeit. Noch gr\u00f6\u00dfer ist der Unterschied, wenn Kleinkinder im Haushalt leben.  Quelle: https:\/\/www.boeckler.de\/cps\/rde\/xchg\/hbs\/hs.xsl\/106575_108373.htm<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Doch neben der traditionellen Rollenverteilung sind es auch andere Faktoren. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt 21% weniger als M\u00e4nner. Anstatt dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in einer Vollzeitstelle wegen wachsender Produktivit\u00e4t in der Gesellschaft massiv verringert wird, steigt sie in der Tendenz wieder an. Das f\u00fchrt dazu, dass in vielen Familien-Haushalten entschieden wird, dass eine Person die Arbeitszeit zugunsten der Erziehungsarbeit kleiner Kinder oder auch der Pflege von \u00c4lteren reduziert. Es ist klar, dass das dann eher die Person mit dem geringeren Einkommen trifft \u2013 in den meisten F\u00e4llen die Frau.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">All diese Faktoren erkl\u00e4ren, warum viele Frauen die Nase voll haben und f\u00fcr bessere Bezahlung sowie bessere Arbeitsbedingungen k\u00e4mpfen wollen. Dabei ist es \u2013 auch aufgrund der Doppelbelastung \u2013 h\u00e4ufig so, dass Frauen zwar in den Arbeitsk\u00e4mpfen eine aktive und mutige Rolle spielen, aber in der \u201cAlltagsarbeit\u201d von Betriebsr\u00e4ten und Gewerkschaften tendenziell weniger vertreten sind. AktivistInnen in den Arbeiterorganisationen sollten sich nicht damit abfinden, sondern einen bewussten Kampf darum f\u00fchren, dass Frauen Bedingungen vorfinden, in denen sie eine aktive Rolle spielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">You cannot have capitalism without sexism<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Dazu ist auch n\u00f6tig, sich \u00fcber die besonderen Belastungen von Frauen bewusst zu werden. Sexismus ist eine allt\u00e4gliche Erscheinung, die fast alle Lebensbereiche in der heutigen Gesellschaft durchdringt. Allerdings ist das Bewusstsein dar\u00fcber nur bei einer Minderheit vorhanden \u2013 sowohl bei M\u00e4nnern als auch bei Frauen. Dass sogar Frauen manchmal die Lohnungleichheit immer noch ganz \u201cnormal\u201d finden, f\u00e4llt nicht nur in Alltagsgespr\u00e4chen auf, sondern wurde auch einer Studie eines Professors f\u00fcr Empirische Sozialforschung fest gestellt. https:\/\/www.lizzynet.de\/wws\/gewohnt-unfair.php<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Sexistisches und erniedrigendes Verhalten von M\u00e4nnern gegen\u00fcber Frauen wird offiziell verp\u00f6nt, doch im Alltag sieht es meistens anders aus. Auch die traditionelle Rollenverteilung wird in der Realit\u00e4t kaum hinterfragt. In den meisten Kitas findet man viele Kinder, die glauben, dass pink M\u00e4dchenfarbe ist und blau Jungsfarbe, dass Jungs nicht mit Puppen spielen und M\u00e4dchen sich am liebsten als Prinzessin verkleiden. Diese Rollenverteilung ist keine nat\u00fcrliche, wie es noch immer viele meinen, sondern Ergebnis dessen, was von Erwachsenen vorgemacht wird. Diese tradierten Rollenvorstellungen existieren auch nach wie vor in vielen K\u00f6pfen der Erwachsenen. Die Frage, ob mit dem Jungen \u201cwas nicht stimmt\u201d, weil er mit Puppen spielt, kommt sicher noch viel zu h\u00e4ufig vor. Genauso die Vorstellung, dass M\u00e4dchen von Natur aus lieber \u201cp\u00fcppeln\u201d.  Diese alten, eigentlich v\u00f6llig \u00fcberholten Vorstellungen werden in der Kindespielzeug- und Kinderfilmindustrie mannigfaltig wiederholt.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">In der Erwachsenenwelt sieht es nicht besser aus. <\/span><span lang=\"de-DE\">Hier geht es vor allem darum, mit der Vermarktung des weiblichen K\u00f6rpers und der Schaffung eines Sch\u00f6nheitsbildes Profite zu machen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Die BILD ist <\/span><span lang=\"de-DE\">daher <\/span><span lang=\"de-DE\">voll mit Fotos von nackten Frauenk\u00f6rpern<\/span><span lang=\"de-DE\">.<\/span> <span lang=\"de-DE\">Entsprechen<\/span><span lang=\"de-DE\">d<\/span><span lang=\"de-DE\"> \u201cnormal\u201d <\/span><span lang=\"de-DE\">wird diese Darstellung von Frauenk\u00f6rpern empfunden<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><span lang=\"de-DE\">Genauso \u201enormal\u201c ist es, \u00fcber angeblich harmlose Witze von Mario Barth zu lachen, von denen ein Gro\u00dfteil auf Klischees und Erniedrigungen von Frauen basieren, wie zum Beispiel: \u201e<\/span>Warum gibt es so wenige Frauen beim Comedy? Weil sie 14 Jahre brauchen, um ein B\u00fchnenkleid auszuw\u00e4hlen<span lang=\"de-DE\">.\u201c <\/span><span lang=\"de-DE\">Wenn Frauen <\/span><span lang=\"de-DE\">diese stereotypen Bilder <\/span><span lang=\"de-DE\">kritisieren<\/span><span lang=\"de-DE\">, w<\/span><span lang=\"de-DE\">erden sie<\/span><span lang=\"de-DE\"> h\u00e4ufig als verklemmt <\/span><span lang=\"de-DE\">oder humorlos <\/span><span lang=\"de-DE\">hingestellt. <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hier hat es \u2013 im Vergleich zu den 70\/80iger Jahren einen so genannten Rollback gegeben \u2013 also , die Tendenz dazu hat wieder zugenommen. Damals hatten soziale Bewegungen und st\u00e4rkeren Klassenk\u00e4mpfe die Wirkung, alte Rollenbilder in Frage zu stellen und eher zur\u00fcckzudr\u00e4ngen. Die letzte Phase der Politik des Neoliberalismus und weniger starker K\u00e4mpfe hat in vielerlei Hinsicht auch eine R\u00fcckkehr von sexistischen Vorurteilen beg\u00fcnstigt, wobei das teilweise in neuen Gew\u00e4ndern versteckt wird.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Gewalt gegen Frauen<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Solche Bilder wie sie massenhaft in der Werbung, in Videoclips, in Filmen oder Boulevardbl\u00e4ttern zu finden sind, haben einen Effekt.  Es wird als v\u00f6llig normal suggeriert, Frauenk\u00f6rper st\u00e4ndig einer Bewertung zu unterziehen. Das tr\u00e4gt dazu bei, dass Frauen letztlich doch \u2013 zumindest teilweise &#8211; als Objekt gesehen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Waren es in den 70iger Jahren vor allem willige Sexobjekte eines James Bond, so findet man bei einigen Rappern heute eine krasse Form brutaler Macho-Kultur. So hei\u00dft es bei \u201cTrailerpark\u201d zum Beispiel \u201cWann im Leben chillst du mal mit echten Stars? 9 von 10 haben an &#8217;nem Gangrape Spa\u00df\u201d. Hier wird also Vergewaltigung verherrlicht. Dass dies leider kein Nischenph\u00e4nomen ist, zeigt ein gro\u00dfer Anteil an auf Gewalt basierender massenhaft konsumierter Internetpornographie.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Dazu kommt \u2013 aufgrund der \u00f6konomischen Schlechterstellung, dass Frauen leichter in eine materielle Abh\u00e4ngigkeit von ihren Partnern geraten. Wenn Frauen als Objekte gesehen werden und dann auch noch weniger Chancen haben, allein ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder zu bestreiten, ist auch logisch, dass sie schneller in die Opferposition gelangen kann.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">H\u00e4usliche Gewalt ist kein Kavaliersdelikt und ist ein weit verbreitetes Ph\u00e4nomen im Kapitalismus. Jede 4. Frau in Deutschland ist in ihrem Leben davon betroffen. Gewalt gegen Frauen entspringt der tief verwurzelten Idee, dass Frauen M\u00e4nnern \u201egeh\u00f6ren\u201c, dass Frauen ihren Partnern loyal und h\u00f6rig sein m\u00fcssen und dass M\u00e4nner das Recht haben Gewalt und Zwang zu nutzen, um das durchzusetzen. Diese Einstellung hat sich \u00fcber einen langen Zeitraum entwickelt und begann schon lange vor dem Kapitalismus.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Marxistische Analyse der Frauenunterdr\u00fcckung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Friedrich Engels hat als einer der Ersten die Herkunft dieses Machtverh\u00e4ltnisses beschrieben. Im Buch Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates schreibt er: \u201eDer Umsturz des Mutterrechts war die weltgeschichtliche Niederlage des weiblichen Geschlechts. Der Mann ergriff das Steuer auch im Hause, die Frau wurde entw\u00fcrdigt, geknechtet, Sklavin seiner Lust und blo\u00dfes Werkzeug der Kinderzeugung. Diese erniedrigte Stellung der Frau, wie sie namentlich bei den Griechen der heroischen und noch mehr der klassischen Zeit offen hervortritt, ist allm\u00e4hlich besch\u00f6nigt und verheuchelt, auch stellenweise in mildere Form gekleidet worden; beseitigt ist sie keineswegs.\u201c Der Kapitalismus hebt diese Machtverh\u00e4ltnisse nicht auf, sondern er reproduziert diese auf vielf\u00e4ltige Weise.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Aufbruch durch soziale und revolution\u00e4re Bewegungen<\/h4>\n<p><span lang=\"de-DE\">In sozialen K\u00e4mpfen und revolution\u00e4ren Bewegungen werden <\/span><span lang=\"de-DE\">demgegen\u00fcber <\/span><span lang=\"de-DE\">die al<\/span><span lang=\"de-DE\">t<\/span><span lang=\"de-DE\">en Rollenbilder aufgebrochen<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><span lang=\"de-DE\">Welche Auswirkung der Kampf f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft auf die Situation der Frauen hat, zeigen die \u2013 <\/span><span lang=\"de-DE\">f\u00fcr die damalige Zeit in einem r\u00fcckst\u00e4ndigen Land &#8211; <\/span><span lang=\"de-DE\">weitreichenden Reformen, die in der jungen Sowjetunion nach 1917 beschlossen wurden. <\/span>Zum Beispiel wurde die Ehe zu einem einfachen Verwaltungsakt, beide Partner hatten das Recht, sich scheiden zu lassen. Alle Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch brauchten, konnten diesen legal und kostenlos vornehmen lassen. Homosexualit\u00e4t wurde legalisiert. Vergewaltigung in der Ehe wurde strafbar \u2013 in Deutschland war das erst 1997 der Fall! Das Prinzip \u201eGleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit\u201d wurde eingef\u00fchrt. Neue Arbeitsschutzgesetze verbesserten die Situation der Arbeiterinnen. Sie hatten jetzt Anspruch auf 16 Wochen bezahlten Mutterschutz; stillende M\u00fctter mussten nur noch vier Tage in der Woche arbeiten und hatten ein Recht auf regelm\u00e4\u00dfige Stillpausen.<\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Leider konnte sich die junge Sowjetunion<\/span><span lang=\"de-DE\"> \u2013 aus verschiedenen Gr\u00fcnden, die hier nicht ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen &#8211; <\/span><span lang=\"de-DE\">nicht zu einem demokratischen Arbeiterstaat entwickeln. <\/span><span lang=\"de-DE\">Je mehr der Stalinismus die Demokratie in der Gesellschaft beseitigte, desto mehr ging er dazu \u00fcber, soziale Errungenschaften der Revolution einzuschr\u00e4nken. In der Familienpolitik bedeutete das eine St\u00e4rkung der traditionellen Familienform und eine Betonung der Ehe als einziger akzeptierter Form des Zusammenlebens. Der russische Revolution\u00e4r Leo Trotzki beschrieb, dass die Revolution 1917 den Frauen sofort politische und gesetzliche Gleichberechtigung geben konnte, aber dass es f\u00fcr echte Gleichheit in den gesellschaftlichen Beziehungen eine viel tiefer gehende <\/span><span lang=\"de-DE\">Ver\u00e4nderung<\/span><span lang=\"de-DE\"> brauchte \u2013 echte wirtschaftliche Gleichheit, die Befreiung von der Hausarbeit und letztlich die Ver\u00e4nderung \u00fcber Jahrtausende verankerter gesellschaftlicher Einstellungen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Dennoch bleiben die Errungenschaften, die durch den ersten Arbeiterstaat erlangt wurden, Beispiel daf\u00fcr, was durch eine sozialistische Ver\u00e4nderung erreicht werden kann. <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Kampf beginnt hier und heute. Entsprechend hat die SAV ein Frauenprogramm erstellt, welches in der n\u00e4chsten Zeit \u00fcberarbeitet und aktualisiert werden soll. Hier werden frauenpolitische Kernforderungen mit dem Ziel der \u00dcberwindung des patriarchalen kapitalistischen Gesellschaftssystems verbunden.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Kampf gegen Sexismus in der Arbeiterbewegung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Programme und Forderungen allein reichen jedoch nicht aus. Es ist zudem unabdingbar, gegen jede Form von Sexismus in der Arbeiterbewegung und sozialistischen Organisationen konsequent vorzugehen. Da Sexismus in der Gesellschaft tief verwurzelt ist, reicht das Ph\u00e4nomen in alle Organisationen hinein, in Gewerkschaften, linke Parteien und sogar sozialistische Organisationen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Der Umgang mit Sexismus in allen Facetten darf nicht den Frauen individuell als Problem \u00fcberlassen werden. Die Arbeiterorganisationen m\u00fcssen dieses Ph\u00e4nomen bek\u00e4mpfen und eine kollektive Antwort darauf geben. Das ist leider viel zu wenig der Fall. Doch das CWI (Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale, die sozialistische Organisation, der die SAV angeschlossen ist) hat dazu beitragen k\u00f6nnen, einige positive Beispiele zu setzen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">CWI im Kampf gegen Frauenunterdr\u00fcckung<\/h4>\n<p><span lang=\"de-DE\">D<\/span><span lang=\"de-DE\">er Kampf f\u00fcr die Rechte von Frauen spielt in den t\u00e4gelichen Aktivit\u00e4ten der CWI-Sektionen eine gro\u00dfe Rolle. Von den USA bis Pakistan, von Schweden bis S\u00fcdafrika, von Brasilien bis Australien sind unsere Schwesterorganisationen aktiv in Kampagnen und Aktivit\u00e4ten f\u00fcr Frauenrechte, teilweise unter schwersten Bedingungen f\u00fcr die Aktivistinnen.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">S<\/span><span lang=\"de-DE\">o hat die Socialist Party in Irland mit der Kampagne ROSA <\/span><span lang=\"de-DE\">Frauen organisiert und eine kraftvolle Bewegung f\u00fcr die R\u00fccknahme des restriktiven Abtreibungsparagraphen ins Leben gerufen. <\/span><span lang=\"de-DE\">T<\/span><span lang=\"de-DE\">ausende vornehmlich sehr junge Frauen gehen auf die Stra\u00dfe und die Regierung ger\u00e4t zunehmend unter Druck. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">I<\/span><span lang=\"de-DE\">n Schweden hat <\/span><span lang=\"de-DE\">R\u00e4tvissepartiet<\/span><span lang=\"de-DE\"> eine Kampagne unter dem Namen \u201eNenn mich nicht Hure\u201c gegen sexuelle Bel\u00e4stigung und Diskriminierung an Schulen organisiert. Hier, wie auch in anderen Sektionen, gab es auch Kampagnen f\u00fcr Frauenh\u00e4user.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">In Spanien hat \u201eLibres e Combativas\u201c, eine feministisch-sozialistische <\/span><span lang=\"de-DE\">Kampagne-Struktur<\/span><span lang=\"de-DE\">, die von der Schwesterorganisation der SAV \u201eIzquierda Revolucionaria\u201c (Revolution\u00e4re Linke) und der Sch\u00fcler- und Studierendengewerkschaft \u201eSindicato de Estudiantes\u201c ins Leben gerufen wurde, am 8. M\u00e4rz einen Streik an Schulen und Universit\u00e4ten gegen sexistische Gewalt und f\u00fcr die Rechte von Frauen organisiert, <\/span><span lang=\"de-DE\">ist weiterhin aktiv und es wird eine regelm\u00e4\u00dfige Zeitung herausgebracht.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Mitglieder der Socialist Party (der englischen Sektion des CWI) brachten bereits in den 90iger Jahren gemeinsam mit anderen die \u201cCampaign against domestic violence\u201d (CADV \u2013 Kampgagne gegen h\u00e4usliche Gewalt)  auf den Weg. Einige Gewerkschaften und Gewerkschaftsuntergliederungen traten der Kampagne bei, die sich zum Ziel setzte, das weit verbreitete Problem h\u00e4uslicher Gewalt auf die Tagesordnung zu setzen, in den Betrieben und Gewerkschaften dar\u00fcber zu diskutieren, es zu skandalisieren, und somit zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Rolle der Gewerkschaften<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Von gro\u00dfem Wert ist hier unter anderem, wie die Rolle der Gewerkschaften im Kampf gegen Sexismus erkl\u00e4rt wird. Im Material der CADV hei\u00dft es: \u201cGewerkschaften repr\u00e4sentieren einen gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung. Wenn sie dieses Thema [der h\u00e4uslichen Gewalt gegen Frauen] ernst nehmen, k\u00f6nnen sie eine gro\u00dfe Wirkung auf die \u00f6ffentliche Meinung haben, Einfluss auf die Politik aus\u00fcben, sowie auch auf das Verhalten ihrer eigenen Mitglieder.\u201d Es wurden Poster und Flugbl\u00e4tter produziert und Diskussionen in Gewerkschafts- und Betriebsversammlungen organisiert. Weiter hei\u00dft es \u201cDiskussionen k\u00f6nnen auch ausgeweitet werden, um zu erreichen, dass der Arbeitsplatz kein Ort ist, an dem Frauen eingesch\u00fcchtert werden. Zum Beispiel, indem man eine Diskussion \u00fcber \u201cPinups\u201d, sexistisches Verhalten und Gewalt initiiert, und es in Verbindung mit der allgemeinen Position der Frau in der Gesellschaft bringt. Vertrauensleute m\u00fcssen geschult werden. Sie m\u00fcssen wissen, warum Gewalt gegen Frauen ein Thema f\u00fcr Gewerkschaften ist und sie bef\u00e4higen, F\u00e4lle aufzugreifen (\u2026).\u201d<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Punkte geben eine Idee davon, welche Rolle die Gewerkschaften auch hier und heute spielen k\u00f6nnten, um die \u00f6ffentliche Debatte zu beeinflussen. Eine solche breite Kampagne k\u00f6nnte auch helfen, Gewalt gegen Frauen insgesamt zu bek\u00e4mpfen sowie das Bewusstsein \u00fcber sexistisches Verhalten zu st\u00e4rken.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Umgang mit Sexismus in sozialistischen Organisationen<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">SozialistInnen sind gefordert, auch in ihrer eigenen Organisation sicherzustellen, dass sexistisches Verhalten konsequent bek\u00e4mpft wird. Frauen sollen sich ermutigt f\u00fchlen, sich zu beteiligen und eine f\u00fchrende Rolle zu spielen. Sexistische Vorurteile und Verhalten sind so tief verankert in der Gesellschaft und in der Psychologie der Menschen, dass auch Mitglieder einer sozialistischen Organisationen nicht frei davon sind. Daher ist ein bewusster Umgang mit dem Thema n\u00f6tig. Das CWI hat auf seinem weltweiten Kongress Anfang 2016 in einer Resolution zum Thema Frauen bekr\u00e4ftigt:<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\u201cEs ist wesentlich, besondere Anstrengungen f\u00fcr die politische Entwicklung und insbesondere das politische Selbstvertrauen unserer Genossinnen zu unternehmen. CWI-Sektionen sollten regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber m\u00f6gliche Ma\u00dfnahmen nachdenken und diskutieren, die geeignet erscheinen, mehr Frauen im Leben der Sektion und in F\u00fchrungsrollen zu beteiligen.\u201d<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Bewusstseinsbildung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Auch die SAV, die deutsche Mitgliedsorganisation des CWI, unternimmt besondere Anstrengungen. Erste Voraussetzung ist eine bewusste fortlaufende Diskussion und Bewusstseinsbidlung zu den wichtige frauenpolitischen Fragen auf allen Ebenen. Die SAV hat in den letzten Jahren viele Artikel zu unterschiedlichen Aspekten verfasst. Unter anderem hat sie eine Brosch\u00fcre zu Prostitution erstellt, die auch innerhalb der Linken eine gewisse Beachtung und positive R\u00fcckmeldungen bekommen hat, sowie das Buch \u201eEs muss nicht bleiben, wie es ist\u201c und eine Brosch\u00fcre mit Texten Leo Trotzkis zum Thema \u201eFrau, Familie, Revolution\u201c herausgegeben. Neben dem schriftlichen Material ist es n\u00f6tig, Diskussionen in den Ortsgruppen wie auf bundesweiten Treffen zu f\u00fchren. Solche organisierten Diskussionen helfen nicht nur, das Bewusstsein in der Organisation zu frauenpolitischen Fragen zu st\u00e4rken. Es dient auch als politische Vorbereitung und Hilfestellung, um in den Bewegungen und K\u00e4mpfen von Frauen eine aktivere Rolle spielen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">SAV &#8211; aktiver Bestandteil bei Frauenprotesten<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Die SAV hat sich auch an vielen Aktivit\u00e4ten und Protesten beteiligt, unter anderem an erfolgreichen Protesten gegen die reaktion\u00e4re und gewaltt\u00e4tige M\u00e4nnergruppe \u201cReturn of the kings\u201d , oder auch \u2013 nach den Vorf\u00e4llen der Silvesternacht 2016 in K\u00f6ln \u2013 mit anderen gemeinsam Proteste gegen Rassismus und Sexismus organisiert. Beim internationalen Frauentag 2017 war die SAV aktiv beteiligt, in einigen Orten hat sie geholfen, Proteste zu organisieren. Und nicht zuletzt hat die SAV einen wichtigen Beitrag zum Streik an der Berliner Charit\u00e9 f\u00fcr mehr Personal, einem Bereich, wo vor allem Frauen arbeiten, geleistet.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Beteiligung und Geschlechterverteilung in der SAV- Beispiel f\u00fcr die Linke und die Arbeiterbewegung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Die SAV ist eine k\u00e4mpfende Organisation, die Interesse daran hat, dass sich alle Mitglieder einbringen k\u00f6nnen. Eine wichtiges Ziel ist, dass die Mitglieder ein wachsendes Verst\u00e4ndnis des Marxismus entwickeln, um die marxistische Theorie und Methode als Grundlage f\u00fcr das Handeln anwenden zu k\u00f6nnen. Damit die Mitglieder \u2013 unabh\u00e4ngig von ihrem Geschlecht, aber auch von ihrer sozialen Herkunft, ihrem Alter und anderen Faktoren \u2013 sich am Leben der Organisation beteiligen k\u00f6nnen, sind verschiedene Ma\u00dfnahmen von Bedeutung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die gew\u00e4hlte (und jederzeit abw\u00e4hlbare) Leitung der Organisation achtet beispielsweise auf eine ausgewogene Geschlechterverteilung bei Artikeln f\u00fcr die Zeitung und das Magazin, sowie f\u00fcr Reden bei Veranstaltungen und Treffen. Bei der letzten Bundeskonferenz betrug der Frauenanteil in der Organisation etwa 37 Prozent und der Anteil der aktiven weiblichen Mitglieder, die eine Rolle in den F\u00fchrungsorganen spielen, Artikel schreiben etc. lag etwas dar\u00fcber. Nicht nur in den eigenen Strukturen, sondern auch in der Bewegung haben gerade weibliche SAV-Mitglieder f\u00fchrende Positionen \u00fcbernommen, auch da, wo sonst eher M\u00e4nner dominieren. Das wurde positiv fest gehalten, und gleichzeitig strebt die SAV eine Steigerung des Frauenanteils in der Mitgliedschaft und in der Leitung an.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Praktische Ma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p><span lang=\"de-DE\">Da Frauen immer noch h\u00e4ufiger eine Hauptrolle in der Kindererziehung \u00fcbernehmen, <\/span><span lang=\"de-DE\">sollte <\/span><span lang=\"de-DE\">eine Kinderbetreuung <\/span><span lang=\"de-DE\">organisiert werden<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><span lang=\"de-DE\">(In kleineren Ortsgruppen kann dies schwierige<\/span><span lang=\"de-DE\">r<\/span><span lang=\"de-DE\"> sein, trotzdem sollten auch hier die M\u00f6glichkeiten gepr\u00fcft <\/span><span lang=\"de-DE\">und Ziele gesetzt werden<\/span><span lang=\"de-DE\">.) <\/span><span lang=\"de-DE\">Nat<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00fc<\/span><span lang=\"de-DE\">rlich sollte auch <\/span><span lang=\"de-DE\">V\u00e4tern<\/span><span lang=\"de-DE\"> dieses Angebot gemacht werden. Es <\/span><span lang=\"de-DE\">ist wichtig, dass die \u00f6rtlichen F\u00fchrungsgremien den Bedarf abfragen und nicht darauf warten, dass die Betroffenen sich bemerkbar machen. <\/span><span lang=\"de-DE\">Auch wenn ein Mitglied gern an einer Aktivit\u00e4t teilnehmen <\/span><span lang=\"de-DE\">w\u00fcrde<\/span><span lang=\"de-DE\">, aber aufgrund fehlender Kinderbetreuung nicht in der Lage ist, sollte der Ortsgruppenvorstand versuchen, <\/span><span lang=\"de-DE\">gemeinsam mit dem betroffenen Elternteil <\/span><span lang=\"de-DE\">eine L\u00f6sung zu finden. <\/span><span lang=\"de-DE\">Nicht immer kann ein Kind in eine Kinderbetreuung gegeben werden. Das hei\u00dft nicht, dass das betroffene Elternteil mangelndes Interesse an der Teilnahme hat. <\/span><span lang=\"de-DE\">Gerade gegen\u00fcber Frauen <\/span><span lang=\"de-DE\">(und M\u00e4nnern)<\/span><span lang=\"de-DE\">, die kleine Kinder haben, ist deshalb wichtig, dass die Organisation ihre Situation versteht und trotzdem alles tut, um <\/span><span lang=\"de-DE\">sie <\/span><span lang=\"de-DE\">einzubeziehen und mit <\/span><span lang=\"de-DE\">ihnen<\/span><span lang=\"de-DE\"> diskutiert, wie sie sich trotz Einschr\u00e4nkungen beteiligen und <\/span><span lang=\"de-DE\">ausbilden<\/span><span lang=\"de-DE\"> k<\/span><span lang=\"de-DE\">\u00f6<\/span><span lang=\"de-DE\">nn<\/span><span lang=\"de-DE\">en<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><span lang=\"de-DE\">Es sollten auch <\/span><span lang=\"de-DE\">politische und <\/span><span lang=\"de-DE\">soziale Aktivit\u00e4ten <\/span><span lang=\"de-DE\">angeboten werden, die tags\u00fcber stattfinden und bei denen Kinder willkommen sind.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Auch andere praktische Fragen m\u00fcssen diskutiert werden. Gerade f\u00fcr junge Frauen kann auch der sichere Heimweg nach den Treffen der Ortsgruppe ein Thema sein, welches der Ortsgruppenvorstand zu diskutieren und zu l\u00f6sen hat.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Teilnahme aller<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">In der SAV sind politische Diskussionen auf allen Ebenen zentraler Bestandteil f\u00fcr das gemeinsame Agieren. Eine wichtige Grundlage sind funktionierende Ortsgruppen mit funktionierenden OG-Vorst\u00e4nden. Wenn ein Treffen nicht gut organisiert und vorbereitet ist, besteht ein h\u00f6heres Risiko, dass es von TeilnehmerInnen mit h\u00f6herem Selbstbewusstsein dominiert wird. Frauen werden davon in der Tendenz am st\u00e4rksten getroffen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die St\u00e4rkung des Selbstvertrauens aller sollte als kollektive Aufgabe verstanden werden. Grunds\u00e4tzlich sind alle Beitr\u00e4ge \u2013 vom neusten Mitglied bis hin zum erfahrensten \u2013 wichtig und wertvoll. Langj\u00e4hrige Mitglieder verf\u00fcgen oftmals \u00fcber mehr Wissen und Erfahrung. Es ist wichtig, dass sie dies auch an andere Mitglieder weiter geben und dieser Erfahrungsschatz optimal f\u00fcr den politischen Kampf genutzt werden kann. Gleichzeitig kann es sein, dass neuere oder j\u00fcngere Mitglieder sich dadurch verunsichert f\u00fchlen oder in Frage stellen, ob sie mit ihrem Beitrag \u201cmithalten\u201d k\u00f6nnen. Deshalb ist wichtig, dass auf den Treffen eine Atmosph\u00e4re herrscht, in der sich alle Mitglieder ermutigt f\u00fchlen, Beitr\u00e4ge zu machen, auch wenn sie nur kurz sind oder wenn es \u201cnur\u201d Fragen sind. Es ist sicherzustellen, dass alle Anwesenden einen Gewinn von einer Diskussion haben und nicht aneinander vorbei geredet wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Bei Treffen gibt es in der Regel eine Diskussionsleitung, deren Aufgabe darin besteht, die Diskussion politisch zu leiten. Die Frage der Reihenfolge der RednerInnen sowie m\u00f6glicher Redezeitbegrenzungen wird entsprechend nach politischen Gesichtspunkten ausgerichtet. Die Diskussionsleitung soll darauf achten, dass Frauen oder auch neuere oder stillere Mitglieder sich ermutigt f\u00fchlen, sich an der Diskussion zu beteiligen, als auch dass langj\u00e4hrige Mitglieder ihre Punkte ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, bei Mitgliedern, die schon l\u00e4nger in der Organisation sind, das Bewusstsein zu st\u00e4rken, dass sie zun\u00e4chst andere zu Wort kommen lassen sollten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn ein Mitglied sich vom Auftreten oder Verhalten eines anderen Mitglieds eingesch\u00fcchtert f\u00fchlt, sollte sie oder er sich ermutigt f\u00fchlen, das mit einem Mitglied ihres\/seines Vertrauens anzusprechen. Dieses Mitglied sollte das dann mit dem Ortsgruppenvorstand oder einem anderen f\u00fchrenden Mitglied der Organisation (aus Stadt- oder Bundesvorstand) ansprechen, so dass das Problem angegangen werden kann. In der Regel wird ein Hinweis an die- oder denjenigen helfen, dass sein oder ihr Verhalten als einsch\u00fcchternd empfunden wurde. In einem gemeinsamen und solidarischen Diskussionsprozess \u2013 am besten unter den betreffenden Mitgliedern \u2013 sollte gemeinsam nach L\u00f6sungen gesucht werden.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Sexistisches Verhalten<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Manchmal kann es aber auch zu sexistischen Vorf\u00e4llen kommen. Die SAV duldet ein solches Verhalten nicht. Schon beim Eintrittsgespr\u00e4ch sollte deutlich gemacht werden, dass die SAV eine Organisation ist, die einen Kampf gegen Rassismus, Sexismus, Homophobie und andere Arten der Diskriminierung in der Gesellschaft f\u00fchrt, und solche Einstellungen in der Organisation keinen Platz haben. Es ist wichtig, dass f\u00fchrende Mitglieder darauf achten und ein solches Verhalten mit der betreffenden Person ansprechen. Wenn sich ein Mitglied \u00fcber sexistisches Verhalten beschwert, muss dies unbedingt ernst genommen und sollte in R\u00fccksprache mit der Betroffenen gekl\u00e4rt werden. Wenn der (m\u00f6glicherweise auch die) Beschuldigte noch nicht lange Mitglied in der Organisation ist, wird zun\u00e4chst wichtig sein, eine ausf\u00fchrliche kl\u00e4rende Diskussion mit ihm zu f\u00fchren und somit eine \u00c4nderung des Verhaltens herbeizuf\u00fchren. Von l\u00e4ngj\u00e4hrigen Mitgliedern mit Erfahrung wird erwartet, dass sie ein Bewusstsein in diesen Fragen entwickelt haben. Dennoch sind \u2013 aufgrund des allt\u00e4glichen Einprasselns sexistischer Stereotype \u2013 sowohl m\u00e4nnliche als auch weibliche Mitglieder nat\u00fcrlich nicht v\u00f6llig dagegen immun, und es kann zu unbeabsichtigter Reproduktion von Stereotypen kommen. Es kommt vor allem auf die Reaktion und Bereitschaft an, das Verhalten zu erkennen und zu \u00e4ndern.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Methode im Umgang mit sexistischen \u00dcbergriffen<\/h4>\n<p><span lang=\"de-DE\">D<\/span><span lang=\"de-DE\">ie SAV duldet keine sexistischen \u00dcbergriffe <\/span><span lang=\"de-DE\">und Gewalt, weder verbal noch physisch<\/span><span lang=\"de-DE\">, <\/span><span lang=\"de-DE\">sei es in den eigenen vier W\u00e4nden oder bei <\/span><span lang=\"de-DE\">politischen oder sozialen <\/span><span lang=\"de-DE\">Aktivit\u00e4ten der Organisation. <\/span><\/p>\n<p>Die Organisation kann keine Verantwortung f\u00fcr das Handeln von Individuen \u00fcbernehmen, aber sie hat eine Verantwortung zu handeln. Ein Mitglied, das eine andere Person bel\u00e4stigt oder einen sexistischen \u00dcbergriff begeht, sollte von der Organisation zur Verantwortung gezogen werden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wenn ein Mitglied der SAV der Anwendung von Gewalt, Drohungen oder sexuellen \u00dcbergriffen gegen eine andere Person (egal ob Mitglied der Organisation oder nicht) beschuldigt wird, wird die Organisation in der Regel eine eigenst\u00e4ndige Untersuchung durchf\u00fchren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Aus dem Leitfaden f\u00fcr Vertrauensleute aus dem Material der CADV (siehe oben) f\u00fcr den Umgang mit F\u00e4llen von Gewalt gegen Frauen sind viele wichtige Anhaltspunkte, die auch heute von Nutzen sind \u2013 sowohl f\u00fcr dem Umgang mit h\u00e4uslicher Gewalt als auch mit sonstigen sexistischen \u00dcbergriffen und Vergewaltigungen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Hier wird zum Beispiel fest gehalten, dass eine unterst\u00fctzende und sensible Haltung gegen\u00fcber der betroffenen Frau an erster Stelle stehen muss, sowie f\u00fcr ihre Sicherheit zu sorgen. Dies gilt nicht nur, wenn ein \u00dcbergriff stattgefunden hat, sondern auch, wenn damit gedroht wurde. Es darf keine die Frauen verurteilende oder abwertende Haltung eingenommen werden. Beispielsweise ist es wichtig zu wissen, dass es erfahrungsgem\u00e4\u00df ein langer Prozess sein kann, bis eine Frau sich aus einer Beziehung mit einem gewaltt\u00e4tigen Partner l\u00f6st und zun\u00e4chst oft versucht, die Beziehung zu retten, und darauf hofft, dass sich etwas \u00e4ndert. Ein wichtiger Bestandteil des Leitfadens ist zudem der vertrauliche Umgang mit Informationen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Vorgehen bei sexistischem \u00dcbergriff<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Alle Vorw\u00fcrfe m\u00fcssen ernst genommen werden. Zun\u00e4chst ist es die Aufgabe der gew\u00e4hlten F\u00fchrungsgremien in der SAV, im Fall eines sexistischen \u00dcbergriffs zu agieren, sofortige Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Betroffenen zu ergreifen und \u2013 in R\u00fccksprache mit der Betroffenen &#8211; eine Untersuchung des Falls in die Wege zu leiten.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Sicherheit und Betreuung der Betroffenen<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Unmittelbar muss sicher gestellt sein, dass die vom \u00dcbergriff betroffene Person betreut wird, und alle Ma\u00dfnahmen, die aus ihrer Sicht notwendig sind, ergriffen werden, damit sie sich sicher bewegen kann. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass der Beschuldigte nicht an Treffen teilnehmen darf, auch wenn der Fall noch nicht abschlie\u00dfend untersucht worden ist.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Au\u00dferdem sollte die Betroffene nicht allein gelassen werden. Wenn n\u00f6tig, ist eine professionelle psychologische Betreuung sinnvoll, wobei die Organisation Hilfestellung geben sollte, diese zu organisieren. In F\u00e4llen von h\u00e4uslicher Gewalt oder Gewalt in einer Beziehung sind besondere Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die auch die Hinzuziehung von sozialen Einrichtungen beinhalten kann. Au\u00dferdem sollte der Betroffenen angeboten werden, sie zu unterst\u00fctzen, wenn sie Anzeige erstatten m\u00f6chte.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Anzeige<\/h4>\n<p><span lang=\"de-DE\">Selten bekommen Frauen, die eine Vergewaltigung zur Anzeige bringen, Recht. Selbst nach der Gesetzes\u00e4nderung, nach der eine sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person strafbar ist, gab es weitere skandal\u00f6se F\u00e4lle von Gerichtsurteilen. Dennoch <\/span><span lang=\"de-DE\">unterst\u00fctzt die SAV Betroffene, wenn sie Anzeige erstatten m\u00f6chten. Die SAV wird Betroffene nicht dazu dr\u00e4ngen, Anzeige zu erstatten, <\/span>h\u00e4lt in der Regel im Falle von Vergewaltigungen und sexistischer Gewalt eine Anzeige jedoch f\u00fcr sinnvoll (wobei es davon sicher Ausnahmen geben kann). Dies weil in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft die Zahl der zur Anzeige gebrachten sexistischen Gewalttaten eine wichtige Auswirkung auf die gesellschaftliche Wahrnehmung des Problems hat und weil unter den Bedingungen des kapitalistischen Staates Gewaltt\u00e4ter, von denen eine Gefahr f\u00fcr Frauen ausgeht, nur durch diesen aus dem Verkehr gezogen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Eigenst\u00e4ndige Untersuchung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Auch, wenn in den allermeisten F\u00e4llen davon auszugehen ist, dass von sexistischen \u00dcbergriffen Betroffene die Wahrheit sagen, ist dies dennoch nicht immer der Fall. Der Kapitalismus verzerrt alle menschlichen Beziehungen und das betrifft beide Geschlechter. Zu der Schlussfolgerung zu kommen, dass wir in einer Gesellschaft leben, wo Frauen und Kinder unterdr\u00fcckt sind, hei\u00dft nicht, dass es nicht auch F\u00e4lle falscher Anschuldigungen geben kann. Dazu kommt, gerade f\u00fcr Linke und Menschen, die gegen die herrschenden Verh\u00e4ltnisse aufbegehren, dass den Gegnern \u2013 sei es der Arbeitgeber, der Staat oder politische Gegner &#8211; jedes Mittel recht ist, um den Kampf gegen die Auswirkungen ihrer Politik und ihres Systems zu schw\u00e4chen. Dabei kann es auch zu fabrizierten Anschuldigungen kommen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die SAV teilt daher nicht die von manchen Organisationen vertretene Position, dass die Definitionsmacht automatisch beim Opfer liegt. Deshalb leitet die SAV eine eigenst\u00e4ndige Untersuchung des Falles ein, um danach zu entscheiden, welche Schritte von der Organisation gegen\u00fcber dem Beschuldigten eingeleitet werden. Manchmal kann es vorkommen, dass die Betroffene keine disziplinarischen Ma\u00dfnahmen w\u00fcnscht. Die Organisation muss in diesem Fall jedoch entscheiden, was n\u00f6tig ist, auch um andere zu sch\u00fctzen, die m\u00f6glicherweise in der Zukunft betroffen sein k\u00f6nnten. Dennoch sollte jede Ma\u00dfnahme in R\u00fccksprache mit der Betroffenen geschehen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wichtig f\u00fcr die Untersuchung ist, dass sie von erfahrenen Mitgliedern aus der gew\u00e4hlten F\u00fchrung der Organisation durchgef\u00fchrt wird, und diese unabh\u00e4ngig von ihrer pers\u00f6nlichen Beziehung zum Oper oder dem T\u00e4ter agieren. Dabei kann es auch sinnvoll sein, dass bestimmte Mitglieder aufgrund ihrer pers\u00f6nlichen Betroffenheit nicht selbst an der Untersuchung beteiligt sind. In bestimmten F\u00e4llen kann es sinnvoll sein, dass die Leitung eine Untersuchungskommission einsetzt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">In der Untersuchung sollte sich mit Befragungen der Betroffenen und m\u00f6glichen Zeugen ein Bild verschafft werden. Entsprechend der Ergebnisse wird eine Empfehlung f\u00fcr den Umgang damit erarbeitet.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Ma\u00dfnahmen<\/h4>\n<p>Ein Mitglied, das sexualisierte Gewalt ausge\u00fcbt oder jemanden bel\u00e4stigt hat, kann auf verschiedene Weise reagieren. Wenn das Mitglied seine Taten eingesteht, besteht die M\u00f6glichkeit sich zu ver\u00e4ndern. Es kann entschieden werden, dass das Mitglied f\u00fcr eine Weile seine politische Aktivit\u00e4t darauf konzentriert, sein Bewusstsein zu diesen Themen zu verbessern und das Verhalten zu \u00e4ndern. Die Organisation hat die Verantwortung, die Ergebnisse zu \u00fcberpr\u00fcfen und zu entscheiden, ob und auf welcher Ebene die Person in der Organisation aktiv sein darf.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die Organisation kann nach Untersuchungen entscheiden, Mitglieder auszuschlie\u00dfen, deren Verhalten als inakzeptabel erkannt wurde.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Umgang mit Informationen<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Die demokratisch gew\u00e4hlten Gremien der SAV entscheiden in R\u00fccksprache mit der Betroffenen dar\u00fcber, wer in die Diskussion und Untersuchung einbezogen, wer informiert wird und in welcher Form und zu welchem Zeitpunkt eine Berichterstattung stattfindet. Diese Frage h\u00e4ngt von so vielen unterschiedlichen Faktoren ab, dass dazu keine festen Regeln aufgestellt werden k\u00f6nnen. Dazu z\u00e4hlt unter anderem die Schwere des Falles, der Wunsch der von einem \u00dcbergriff betroffenen Person, die zu erwartenden Folgen f\u00fcr die Betroffene und die Organisation.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Kontrolle durch die Mitgliedschaft<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Die demokratisch gew\u00e4hlten Leitungsgremien der SAV sind jederzeit abw\u00e4hlbar und gegen\u00fcber der Mitgliedschaft rechenschaftspflichtig. Um ein korrektes Vorgehen und die Kontrolle der gew\u00e4hlten Leitungsorgane sicherzustellen, wird auf der Bundeskonferenz, dem h\u00f6chsten beschlussfassenden Organ der SAV, eine Kontrollkommission gew\u00e4hlt. Diese muss mindestens zur H\u00e4lfte aus weiblichen Mitgliedern bestehen und die Mehrheit ihrer Mitglieder darf nicht gleichzeitig im Bundesvorstand sein.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Diese Kontrollkommission kann jederzeit angerufen werden, zum Beispiel wenn ein Mitglied in einem Fall von sexistischem Verhalten der Meinung sein sollte, dass die Leitungsorgane nicht ausreichend reagiert haben oder dass eine falsche Entscheidung getroffen wurde. (Genaueres ist dem Statut des SAV zu entnehmen.)<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Wichtig ist: Ein Mitglied, das einen sexistischen \u00dcbergriff melden m\u00f6chte, sollte sich entweder an ein Mitglied seines Vertrauens wenden oder nat\u00fcrlich direkt an die gew\u00e4hlten Gremien. Jedes Mitglied, das Informationen \u00fcber einen \u00dcbergriff erh\u00e4lt, sollte in R\u00fccksprache mit der Betroffenen das jeweilige gew\u00e4hlte F\u00fchrungsgremium vor Ort, die Bundesleitung oder auch die Kontrollkommission informieren.<\/p>\n<h4>Sensibler Umgang<\/h4>\n<p>In einer Situation, in der eine Betroffene oder auch ein Zeuge oder Zeugin nicht m\u00f6chte, dass andere informiert werden, wird allen Mitgliedern empfohlen \u2013 Mitglieder mit gew\u00e4hlten Funktionen in der Organisation sind dazu verpflichtet \u2013 sensibel zu erkl\u00e4ren, dass die Organisation Sexismus oder andere Formen von Unterdr\u00fcckung nicht akzeptieren kann und dass es wichtig ist, dieses Verhalten zu stoppen. Es ist wichtig f\u00fcr die Betroffene selbst, um weitere \u00dcbergriffe zu verhindern, aber auch, damit andere nicht gef\u00e4hrdet sind. <span lang=\"de-DE\">Es sollte auch erkl\u00e4rt werden<\/span><span lang=\"de-DE\">, dass es M\u00f6glichkeiten gibt, eine Untersuchung zu organisieren, an der nur wenige Andere teilnehmen und dass <\/span><span lang=\"de-DE\">damit diskret umgegangen werden kann<\/span><span lang=\"de-DE\">. <\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Insgesamt sollte vermittelt werden, dass es besser ist, sich so fr\u00fchzeitig wie m\u00f6glich mit einem aufkommenden Problem zu befassen, als Gefahr zu laufen, dass es irgendwann explodiert und zu einem riesigen Problem f\u00fcr Betroffene und f\u00fcr die Organisation wird beziehungsweise Schlimmeres passiert. Daher ist es auch besser, Verdachtsf\u00e4lle mit gew\u00e4hlten Leitungsgremien anzusprechen. Wenn ein Verdacht sich nicht best\u00e4tigt, werden die Leitungsgremien ebenso sensibel damit umgehen und es ist umso besser, auch f\u00fcr die verd\u00e4chtigte Person, wenn es gekl\u00e4rt wurde, als wenn der Verdacht unausgesprochen bestehen bleibt.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\">Demokratische Prinzipien der Arbeiterbewegung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\">Mit diesen Prinzipien, die sich aus den besten Traditionen der Arbeiterbewegung ergeben, will die SAV eine Organisation aufbauen, in der Frauen leicht ihren Platz finden, um diesem patriarchalen System des Kapitalismus ein nahes Ende zu bereiten. Mehr noch, mit diesen Prinzipien hofft die SAV auch ein Beispiel f\u00fcr andere Organisationen der Arbeiterbewegung zu sein. Mit wachsendem Einfluss wird es auch gelingen, eine noch gr\u00f6\u00dfere Rolle in K\u00e4mpfen f\u00fcr die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft zu spielen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">Die feministische Rapperin Ana Tijoux sagt: \u201cFeminismus und Anti-Patriachat ist ohne Antikapitalismus, ohne Antifaschismus und Antirassismus, ohne Klassenkampf nicht denkbar\u201d und \u201cFeminismus ist Befreiung und deshalb m\u00fcssen wir uns von der Unterdr\u00fcckung durch das Kapital befreien.\u201d Damit kn\u00fcpft sie an die Erkenntnis der ersten MarxistInnen an: Der Kampf gegen Sexismus muss mit dem Kampf f\u00fcr eine neue, sozialistische Gesellschaft verbunden werden. Die Zukunft hat etwas besseres f\u00fcr alle Menschen, egal welchen Geschlechts, zu bieten: eine freie und demokratische Gesellschaft, in der nicht mehr der Profit z\u00e4hlt, sondern die Bed\u00fcrfnisse der Mehrheit. Auf dieser Grundlage wird es endlich m\u00f6glich sein, dass Menschen sich frei entfalten, dass eingeschr\u00e4nkte Rollenbilder aufgebrochen werden, dass Unterdr\u00fcckung schlie\u00dflich nur noch ein Thema f\u00fcr den Geschichtsunterricht sein wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><em>Angelika Teweleit ist Mitglied der SAV-Bundesleitung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber den Umgang mit sexistischen Vorf\u00e4llen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23246,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[31],"tags":[679,913,712],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35396"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35396"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35396\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35397,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35396\/revisions\/35397"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23246"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}