{"id":35116,"date":"2017-08-08T12:27:09","date_gmt":"2017-08-08T10:27:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35116"},"modified":"2017-08-31T14:20:42","modified_gmt":"2017-08-31T12:20:42","slug":"venezuela-imperialistische-offensive-nach-wahlen-zur-verfassungsgebenden-versammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/08\/venezuela-imperialistische-offensive-nach-wahlen-zur-verfassungsgebenden-versammlung\/","title":{"rendered":"Venezuela: Imperialistische Offensive nach den Wahlen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_24497\" aria-describedby=\"caption-attachment-24497\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-24497\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/8641612042_16842f565a_b-e1366618645268.jpg 985w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24497\" class=\"wp-caption-text\">Foto: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/periodismodepaz\/ CC BY-NC 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><strong>Erkl\u00e4rung von Izquierda Revolucionaria und Socialismo Revolucionario vom 04. August 2017<\/strong><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\"><em>Nur die Arbeiterklasse kann die Reaktion besiegen, wenn sie den Kapitalisten und B\u00fcrokraten die Macht nimmt.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Am 30. Juli fanden die Wahlen statt, um die Mitglieder der \u201eVerfassungsgebenden Nationalversammlung\u201c (ANC) zu w\u00e4hlen. In den Tagen vor der Wahl unterst\u00fctzen der US-Imperialismus und die MUD (Koalition, die die Rechte und extreme Rechte in Venezuela vereint) eine Kampagne aus Drohungen und Gewalt um diese zu verhindern. Der US-amerikanische und europ\u00e4ische Imperialismus, sowie verschiedenen kapitalistische Regierungen haben angek\u00fcndigt, dass sie sich weigern w\u00fcrden, die Ergebnisse anzuerkennen. Das Wei\u00dfe Haus drohte sogar gegen Venezuelas \u00d6leinnahmen aus den USA (Venezuelas wichtigster \u00d6lkunde) vorzugehen, was ein gro\u00dfer wirtschaftlicher Schlag f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung w\u00e4re.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Am Tag der Wahlen rief die MUD nicht nur zum Boykott auf. In den Stadtteilen der Mittel- und Oberschicht, die sie kontrollieren, drohten sie denjenigen, die abstimmten, errichteten Barrikaden, um den Zugang zu Wahlzentren zu blockieren, und organisierten sogar einen Terroranschlag in Caracas, eine Bombe, die Milit\u00e4rangeh\u00f6rige verletzte, die mit dem Schutz von Wahllokalen betraut waren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die Tatsache, dass in diesem Zusammenhang dennoch Millionen von Menschen dem Imperialismus und der MUD trotzten und abstimmten, zeigt, dass es immer noch das Potenzial gibt, die Pl\u00e4ne der Konterrevolution zu besiegen, wenn sich die Arbeiterklasse an der Spitze des Widerstandes gegen sie organisieren kann. Das ist auch, was die Bourgeoisie und der Imperialismus f\u00fcrchten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Sie haben im Gefolge der Wahlen hysterisch reagiert und den Druck auf Maduro, die Regierung und besonders auf die Spitzen des Milit\u00e4rs verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Ihr offizielles Ziel ist, einzig die Ergebnisse der Wahlen zu annullieren. Jedoch wird jeder Schritt oder Konzession der Regierung in diese Richtung nur ein erster Schritt zu dem sein, was sie in den letzten Monaten durch eine gewaltt\u00e4tige Kampagne, die bereits 112 Leben gekostet hat, versucht haben. Ihr Ziel ist, die Regierung zu st\u00fcrzen und sie durch eine MUD-Regierung, die eine \u00e4hnliche Politik wie Temer in Brasilien oder Macri in Argentinien durchf\u00fchren w\u00fcrde, zu ersetzen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Kapitalistische Politik der Regierung<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Das Scheitern des 48-Stunden-Streiks, der am 26. und 27. Juli von der MUD ausgerufen wurde, und die Mobilisierung eines bedeutenden Teils der Massen bei den Wahlen trotz der Drohungen und Erpressung zeigt, \u2013 wie wir bereits gesagt haben \u2013 dass diese Pl\u00e4ne noch geschlagen werden k\u00f6nnen. Allerdings ist der einzige Weg, auf dem das passieren kann, wenn die ArbeiterInnen und Armen an der Spitze des Staates stehen statt der Bosse und B\u00fcrokraten (wie es derzeit der Fall ist) und wenn sozialistische Politik umgesetzt wird.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Leider geht die allgemeine Politik der Regierung in die entgegengesetzte Richtung.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">In den letzten zwei Jahren hat die kapitalistische Weltkrise, vor allem die Krise der Rohstoffpreise, die Wirtschaft hart getroffen, ebenso wie das hohe Niveau der Korruption. Einige Untersuchungen haben berichtet, dass als Ergebnis der Beibehaltung eines kapitalistischen Staates und Wirtschaft, der Wirtschaft \u00fcber 300 Milliarden Dollar entzogen wurden, und die W\u00e4hrungsreserven auf einem extrem niedrigen Niveau sind, was den Importen in einer stark auf Netto-Importe angewiesenen Wirtschaft schadet.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die Regierung hat, unter dem Druck der Bourgeoisie und als Teil ihrer Politik, B\u00fcndnisse mit sogenannten \u201eproduktiven (oder patriotischen) Bossen&#8220; zu suchen, Ma\u00dfnahmen gegen die Interessen der Arbeiterklasse durchgef\u00fchrt. Zum Beispiel: die Sicherstellung einer sofortigen Bedienung der Auslandsschulden bei Banken und multinationalen Konzernen zu Lasten der Subventionen f\u00fcr Lebensmittel und f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung von Knappheit, das Akzeptieren von Preissteigerungen und K\u00fcrzungen von Arbeiterrechten, die von den Bossen verlangt werden, sowie die Durchf\u00fchrung von Massenentlassungen in staatlichen Unternehmen. Sie hat auch sogenannte \u201eSonderwirtschaftszonen&#8220; der Superausbeutung geschaffen und die Bergbaugebiete f\u00fcr die multinationale Pl\u00fcnderung ge\u00f6ffnet, Arbeitsbedingungen untergraben, als auch nat\u00fcrliche und mineralische Ressourcen f\u00fcr die Ausbeutung ge\u00f6ffnet, um Vereinbarungen mit dem nationalen und multinationalen Kapitalismus zu suchen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Zus\u00e4tzlich zu diesen Faktoren hat die Preis- und Devisenspekulation zu massiver Knappheit gef\u00fchrt, nicht nur bei Nahrungsmitteln, sondern auch bei Medikamenten, Baustoffen und Maschinenteilen. Zusammen mit der h\u00f6chsten Inflationsrate auf dem Kontinent, die im Jahr 2016 500 Prozent betrug und in diesem Jahr voraussichtlich vierstellig sein wird, hat dies in der Bev\u00f6lkerung die Unzufriedenheit erh\u00f6ht, die von den Rechten benutzt wurde, um Konflikte auf den Stra\u00dfen anzuheizen, was zu einer Gewaltwelle f\u00fchrte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Diese Gewalt einzud\u00e4mmen war eines der erkl\u00e4rten Ziele der Regierung bei der Einberufung der Konstituierenden Versammlung. Doch viele BasisaktivistInnen rund um die bolivarische Bewegung sahen die Einberufung der ANC als Chance, nicht nur der Mobilisierung der Rechten zu begegnen, sondern auch gegen die Korruption und die Politik der B\u00fcrokratie, die viele der unter der Regierung Ch\u00e1vez gewonnenen Errungenschaften der ArbeiterInnen und des Volkes zerst\u00f6rt hat, zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Allerdings hat die Ausschreibung der Wahlen den Kampf auf den Stra\u00dfen nicht gel\u00e4hmt, sondern sogar intensiviert. Dies hat zum Tode von 112 Menschen und zur Zerst\u00f6rung und Pl\u00fcnderung \u00f6ffentlicher und privater Unternehmen gef\u00fchrt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Vertreter von verschiedenen Regierungen der Welt sowie Senatoren aus Chile und Kolumbien gingen nach Den Haag, um Maduro der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu beschuldigen, und der spanische Ex-Ministerpr\u00e4sident Zapatero kam nach Venezuela, als letzter Versuch Verhandlungen zu f\u00fchren,um die ANC-Wahlen zu vermeiden. Aber es wurde keine Einigung erzielt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die Zeit der Wahlen kam also in einer Atmosph\u00e4re von gro\u00dfem Druck und Spannung. Viele Wahlzentren mussten wegen der lebensgef\u00e4hrlichen Gewalt zwischen VertreterInnen der MUD und der Polizei verlegt werden. In einigen Wahlzentren wurden Wahlmaterialien zerst\u00f6rt und es kam zu bewaffneten Zusammenst\u00f6\u00dfen, bei denen Menschen get\u00f6tet oder verletzt wurden.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Infolgedessen war die Wahlbeteiligung in einigen Bereichen sehr niedrig, w\u00e4hrend in anderen Bereichen gro\u00dfe Teile der Massen kamen, um mit gro\u00dfen Mobilisierungen zu den Wahlzentren der Konterrevolution zu trotzen. Wie wir bereits erkl\u00e4rt haben, w\u00e4re die Beteiligung viel h\u00f6her gewesen, wenn wir Wahlen zu einer Revolution\u00e4ren Verfassungsgebenden Versammlung gehabt h\u00e4tten, die eine Arbeiterregierung, die sich auf gew\u00e4hlte und abw\u00e4hlbare VertreterInnen von Betrieben und Nachbarschaften st\u00fctzen w\u00fcrde, gew\u00e4hlt h\u00e4tte, um gegen das rechte Parlament und die prokapitalistische B\u00fcrokratie zu k\u00e4mpfen, die die Errungenschaften der Revolution bedroht und das Volk missachtet.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Regierungsb\u00fcrokratie gegen kritische Basis<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">W\u00e4hrend dieser Wahlen gingen Teile der Basis der chavistischen Bewegung durch eine neue Erfahrung des Kampfes gegen die B\u00fcrokratie und vertieften ihre Kritik an ihr. Die Tatsache, dass 54.000 Menschen \u00fcber die Kontrolle der offiziellen Listen der B\u00fcrokratie hinaus als KandidatInnen f\u00fcr die ANC antraten, spiegelte eine Stimmung der Rebellion wider, die w\u00e4hrend der Kampagne wuchs.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die F\u00fchrung des Kampfes gegen die Reaktion kann nicht in den H\u00e4nden der gleichen F\u00fchrungspersonen bleiben, die kapitalistische Politik umgesetzt haben, sich vom Volk getrennt haben und denen die Massen zunehmend misstrauen. In vielen Bereichen wurde die ANC-Kampagne nicht auf Initiative von unten, sondern durch b\u00fcrokratische Methoden organisiert, unter Bruch der Wahlregeln und mit Nutzung der Wahlmaschine der herrschenden PSUV gegen die Basis, um KandidatInnen der B\u00fcrokratie zum Nachteil von kritischen Basis-KandidatInnen den Sieg zu garantieren. Diese waren oft Minister, Ex-Minister, B\u00fcrgermeister und Gewerkschaftsf\u00fchrer mit wenig Autorit\u00e4t oder Legitimit\u00e4t.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die B\u00fcrokratie griff sogar auf solche Methoden zur\u00fcck, wie Druck auf Staatsangestellte und Beg\u00fcnstigte von staatlicher Unterst\u00fctzung auszu\u00fcben W\u00e4hlen zu gehen und f\u00fcr die KandidatInnen der Regierung zu stimmen, statt Menschen mit einer Politik zu \u00fcberzeugen, die ihre Probleme l\u00f6sen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Viele kritische KandidatInnen, die gegen die F\u00fchrung k\u00e4mpften, denken nun \u00fcber die Situation nach, und viele haben gegen die Ergebnisse protestiert, die \u00fcber drei Tage nach dem Ende der Umfragen noch nicht vollst\u00e4ndig freigegeben wurden.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span lang=\"de-DE\">Diese Herangehensweise hilft nicht, gegen die Rechten zu k\u00e4mpfen. Im Gegenteil, sie verursacht Unzufriedenheit unter den m\u00fcderen und mehr zweifelnden Teilen der Massen, erleichtert die demagogischen D<\/span>enunziationen<span lang=\"de-DE\"> der Rechten und riskiert, dass diejenigen, die Opfer dieser b\u00fcrokratischen Methoden geworden sind, von den Rechten gewonnen werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Izquierda Revolucionaria und Socialismo Revolucionario traten f\u00fcr eine Stimmabgabe f\u00fcr solche BasiskandidatInnen ein, die Kritik an der Regierung \u00fcbten. Diese KandidatInnen haben ein revolution\u00e4res Programm zur Verteidigung der seit der Wahl von Ch\u00e1vez gewonnenen Errungenschaften aufgestellt. Wir stehen auch f\u00fcr den Kampf zur Ausweitung dieser Errungenschaften, um die Forderungen der ArbeiterInnen und Armen zu befriedigen und die Macht der Kapitalisten und B\u00fcrokraten zu beenden, um die schlimmsten Probleme der Bev\u00f6lkerung zu l\u00f6sen.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Die Wahlergebnisse und rechte Offensive<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">In der Wahlnacht wurde angek\u00fcndigt, dass 8.089.320 Menschen an den Wahlen teilgenommen h\u00e4tten, was 41,53% der W\u00e4hlerInnen ausmacht. Bei den Parlamentswahlen 2015 gewannen die PSUV und ihre Verb\u00fcndeten 5.622.844 Stimmen und Maduro gewann die Pr\u00e4sidentschaftswahlen mit 7.587.579 Stimmen. Wir k\u00f6nnen zwar den Zahlen, die die Regierung gibt, nicht einfach glauben (da es keine transparente Pr\u00fcfung der Stimmen durch unabh\u00e4ngige ArbeiterInnen- und Volksorganisationen gab), es ist aber klar, dass trotz der politischen, Medien- und physischen Offensive der Rechten die Beteiligung bedeutend war.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">International wurden diese Ergebnisse als Wahlbetrug angeprangert. Viele L\u00e4nder, sowie die Europ\u00e4ische Union haben sich geweigert, die Ergebnisse anzuerkennen (wobei sie dies mehrheitlich bereits gesagt haben, bevor die Wahlen stattgefunden haben). Viele haben Sanktionen gegen Venezuela gefordert. Das US-Au\u00dfenministerium beschloss, Maduros US-Verm\u00f6genswerte einzufrieren (obwohl er keine besitzt), nannte ihn einen Diktator und setzte ihn auf die offizielle schwarze Liste. Zus\u00e4tzlich zur Drohung der Streichung von \u00d6leinnahmen sagten sie, sie w\u00fcrden Kredite von Banken in der Region an Venezuela blockieren und sie drohten, ein kriminelles Wirtschaftsembargo zu verh\u00e4ngen, wie es Kuba in den sechziger Jahren auferlegt wurde.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Venezuela ist in einem kritischen Moment. Es gibt verschiedene m\u00f6gliche Perspektiven und ein lebendiger Kampf wird entscheiden, welche sich durchsetzt. Der US-Imperialismus, unterst\u00fctzt durch den EU-Imperialismus, ist in seiner Offensive weiter gegangen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Putsch von 2002. Ihr Ziel ist eine Spaltung in der milit\u00e4rischen F\u00fchrung herbeizuf\u00fchren und einen Putsch gegen Maduro zu provozieren und den Weg f\u00fcr die MUD zu \u00f6ffnen, die Macht zu \u00fcbernehmen. Sie haben diese Pl\u00e4ne nun beschleunigt.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Auf der anderen Seite k\u00f6nnen wir nicht ausschlie\u00dfen, dass der Imperialismus angesichts einer Konfrontation und eines Patts vor\u00fcbergehend einen Schritt zur\u00fcckmacht und versuchen k\u00f6nnte, zum Verhandlungstisch zur\u00fcckzukehren. Allerdings ist der Handlungsspielraum sowohl des Imperialismus als auch der Regierung erheblich verringert.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Nach den Wahlen trotzten die ersten Erkl\u00e4rungen Maduros dem Imperialismus: \u201eEin Sprecher von Donald Trump sagt, dass sie uns nicht anerkennen (&#8230;) was interessiert uns, was Donald Trump sagt! Wir interessieren uns nur daf\u00fcr, was das venezolanische Volk sagt! (&#8230;) Die Sabotage der [alten] Versammlung ist beendet, wir m\u00fcssen Ordnung schaffen (&#8230;)&#8220; &#8230; Das sind einige Beispiele.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Unter einigen Chavistas haben diese Erkl\u00e4rungen Hoffnungen auf die M\u00f6glichkeit einer Linksverschiebung ausgel\u00f6st. Doch zugleich fordert seine Regierung weiterhin den Dialog und eine Allianz mit einem Teil der Kapitalistenklasse. Auf der anderen Seite sind in der F\u00fchrung der ANC die gleichen F\u00fchrerInnen, die in den letzten Jahren die Initiative der Massen untergruben und die Entwicklung von Arbeiterkontrolle und Arbeitermacht verhindert und uns zur gegenw\u00e4rtigen Situation der Skepsis und Demoralisierung unter weiten Teilen der Massen gef\u00fchrt haben, die den Rechten den Zuwachs erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Dieser Weg kann nur zu einer Niederlage f\u00fchren. Entweder durch eine Macht\u00fcbernahme der MUD oder durch die Festigung eines Regimes, das sich zwar in chavistische oder sogar sozialistische Rhetorik kleidet, aber in der Praxis Hand in Hand mit dem russischen und chinesischen Imperialismus den Staatskapitalismus festigt. Das w\u00fcrde den Verlust aller gewonnenen Errungenschaften und die Fortsetzung von Armut und Ausbeutung bedeuten.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">In dieser Situation sollten Revolution\u00e4rInnen ein echt sozialistisches Programm verteidigen, um den Sieg der proimperialistischen Rechten zu stoppen, die nur die Macht wollen, um den \u00d6lreichtum zu besitzen und unsere Ressourcen dem Imperialismus zu \u00fcbergeben, wie sie es seit vierzig Jahren gemacht haben. Gleichzeitig m\u00fcssen wir darum k\u00e4mpfen, einen revolution\u00e4ren Alternativpol zur B\u00fcrokratie, die nicht mit dem Kapitalismus brechen will, aufzubauen.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Die Alternative ist die Organisierung und Mobilisierung der ArbeiterInnen und Armen selbst, um die Errungenschaften der Revolution zu verteidigen und auszudehnen, die Forderungen jedes Teils der Arbeiterklasse aufzunehmen und alle Unterdr\u00fcckten in einem Kampf zur Enteignung der Kapitalisten und zum Aufbau eines revolution\u00e4r-sozialistischen Staats zu vereinen, um den gegenw\u00e4rtigen Staat zu ersetzen, der kapitalistisch bleibt. K\u00e4mpft, um einen Staat auf der Grundlage von ArbeiterInnen- und Nachbarschaftsr\u00e4ten auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene zu entwickeln, die gew\u00e4hlt und jederzeit absetzbar sind; einen Staat, in dem die Macht wirklich in den H\u00e4nden der ArbeiterInnen und Armen liegt und wo jedeR VertreterIn nur einen Facharbeiterlohn verdient und st\u00e4ndig denen gegen\u00fcber rechenschaftspflichtig ist, die ihn\/sie gew\u00e4hlt haben.<\/p>\n<h4 lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Ist der \u201eSozialismus&#8220; in Venezuela gescheitert?<\/h4>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">Der Imperialismus, seine Regierungen und Medien auf der ganzen Welt begleiten ihre heuchlerische Rhetorik \u00fcber die aktuelle Krise in Venezuela mit demagogischen Versuchen, die Lage als Beweis f\u00fcr den Bankrott des \u201eSozialismus&#8220; zu pr\u00e4sentieren. Sie versuchen, Venezuela in einen Kn\u00fcppel zu verwandeln, um die aufsteigende neue Linke international zu schlagen, von Lateinamerika und den USA bis nach Spanien und Gro\u00dfbritannien. Sie versuchen die Idee, dass es eine Alternative zum Kapitalismus und zur K\u00fcrzungspolitik gibt, zu d\u00e4monisieren.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">MarxistInnen m\u00fcssen laut und deutlich erkl\u00e4ren: Die aktuelle Krise in Venezuela liegt nicht am Scheiterns des \u201eSozialismus&#8220;, sondern am Fehlen einer wirklichen sozialistischen Revolution! Wir haben im Laufe der Jahre viele Male erkl\u00e4rt, dass es viele M\u00f6glichkeiten gab, die Kapitalisten voll zu enteignen, einen neuen Staat auf der Grundlage von Arbeiterdemokratie zu errichten und den Sozialismus auf den ganzen Kontinent auszudehnen. Es ist die Weigerung der Regierungsf\u00fchrer, diese Chancen zu ergreifen, die stattdessen jetzt versuchen, ein kapitalistisches Regime auf der Grundlage der chinesischen und russischen Modelle aufzubauen, welches letztlich zusammen mit der kapitalistischen Weltkrise die Grundlage f\u00fcr das aktuelle Schlamassel gelegt hat.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" align=\"LEFT\">In dieser Lage ist es die zentrale Aufgabe von Revolution\u00e4rInnen, aus dieser Erfahrung die richtigen Lehren zu ziehen und sie unter den AktivistInnen und K\u00e4mpferInnen der ArbeiterInnen- und Jugendbewegung zu verbreiten, die die einzigen Kr\u00e4fte bleiben, die in der Lage sind, die Situation umzukehren und einen revolution\u00e4ren Ton zu setzen. Auf diese Weise kann eine neue und wirklich revolution\u00e4re F\u00fchrung aufgebaut werden: in den arbeitenden Massen verwurzelt, ihnen verantwortlich und mit ihrer Autorit\u00e4t versehen, bereit, eine revolution\u00e4re sozialistische Politik zu ihren endg\u00fcltigen Konsequenzen zu verfolgen. Das war in diesem Prozess bisher der wesentliche fehlende Faktor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkl\u00e4rung von Izquierda Revolucionaria und Socialismo Revolucionario vom 04. 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