{"id":35026,"date":"2017-07-15T14:00:30","date_gmt":"2017-07-15T12:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35026"},"modified":"2017-07-16T06:07:19","modified_gmt":"2017-07-16T04:07:19","slug":"g20-erfahrungsberichte-austausch-alterna-ven-wie-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/07\/g20-erfahrungsberichte-austausch-alterna-ven-wie-weiter\/","title":{"rendered":"G20 \u2013 Erfahrungsberichte, Austausch, Alternativen &#038; wie weiter"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-35028\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039-280x158.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039-280x158.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039-768x432.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039-560x315.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039-600x338.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0039.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Erfolgreiche Veranstaltung der SAV Hamburg mit rund 35 TeilnehmerInnen<\/strong><\/p>\n<p>Die G20 sind nicht mehr in unserer Stadt, aber die Folgen werden uns noch lange besch\u00e4ftigen. Nach einer erfolgreichen Woche voller Proteste, Massendemos, Veranstaltungen auf der einen Seite aber auch massiver Polizeirepression, Riots und Berichten \u00fcber ein \u201ebrennendes Hamburg\u201c auf der anderen, haben wir als SAV Hamburg eingeladen um sich \u00fcber das Erlebte auszutauschen und zu diskutieren was wir in den kommenden Wochen tun m\u00fcssen um nicht den Herrschenden, den Duddes, Grotes &amp; Co die alleinige Bewertung zu \u00fcberlassen. Aber auch um \u00fcber Alternativen zu einer Welt der G20 zu sprechen.<\/p>\n<p>Viele verschiedene Leute kamen zu unserer Veranstaltung und diskutierten rege mit. \u00dcber die H\u00e4lfte waren nicht bei der SAV organisierte AnwohnerInnen und Menschen die an verschiedenen Protesten teilgenommen haben. F\u00fcr alle war es wichtig, dass man die M\u00f6glichkeit hat sich kollektiv auszutauschen, gerade wegen der gr\u00f6\u00dftenteils einseitigen Berichterstattung und dem Versuch gegen alle Linken zu hetzen und demokratische Rechte einzuschr\u00e4nken. Die pers\u00f6nlichen Erlebnisse stehen im absoluten Gegensatz zu Olaf Scholz` Behauptung, dass es keine Polizeigewalt gegeben h\u00e4tte. Ein gro\u00dfes Bed\u00fcrfnis war die gemeinsame Aufarbeitung der Geschehnisse. Einige TeilnehmerInnen fragten sich ob kleine Anfragen gestellt werden k\u00f6nnen, ob ein Untersuchungsausschuss gebildet werden sollte und welche rechtlichen Mittel einem zur Verf\u00fcgung stehen. SAV-Mitglieder betonten, dass kollektives Handeln wichtig ist. Eine unabh\u00e4ngige Untersuchung der Geschehnisse durch Anwohner, Gewerkschaft und anderen Vertreter\u00a0der Hamburger Bev\u00f6lkerung ist notwendig. Sammelklagen k\u00f6nnen ggf. Sinn machen und sollten am besten mit Solidarit\u00e4tsorganisationen wie der Roten Hilfe abgesprochen werden. Es ist wichtig und gut, dass die LINKE in Hamburg bereits Anfragen stellt und ihre Rolle im Parlament nutzt um aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<h4>Zwei Erlebniswelten und Gegen\u00f6ffentlichkeit<\/h4>\n<p>Gro\u00dfe Zustimmung fand die Aussage, dass es gerade zwei Erlebniswelten gibt: Einerseits von denjenigen die auf den Protesten waren, von AktivistInnen, von AnwohnerInnen die Zeuge der Polizeigewalt, Proteste und Solidarit\u00e4t wurden und den Ausnahmezustand schon Wochen vor dem G20-Gipfel miterleben mussten, und anderseits von denjenigen die ihre Infos vor allem aus der \u00f6ffentlichen Berichterstattung erhalten und seit Tagen mit Horrorbildern einer brennenden Schanze und Hetze gegen Linke bombardiert werden. Allen war es ein Bed\u00fcrfnis: Wir m\u00fcssen Gegen\u00f6ffentlichkeit organisieren, wir m\u00fcssen dar\u00fcber berichten was tats\u00e4chlich passiert ist. Wir m\u00fcssen fragen was die Rolle der Polizei beim G20-Gipfel und in diesem Staat ist und wieso derartig eskaliert wird. Wir m\u00fcssen auch diskutieren was wir gegen die G20 und dieses System machen k\u00f6nnen!<\/p>\n<h4>Solidarit\u00e4t<\/h4>\n<p>Besonders beeindruckend waren die Berichte der Solidarit\u00e4t in vielen und insbesondere den \u201ebetroffenen\u201c Vierteln. Eine \u00e4ltere Anwohnerin die f\u00fcr Demonstranten einen riesigen Topf Suppe gekocht hat. Menschen, die Angereiste in ihrer Wohnung haben \u00fcbernachten lassen weil die Camps rechtswidrig ger\u00e4umt wurden. Beim Infotisch in Altona wurden uns 20 frisch zubereitete Lahmacun gebracht mit der Aussage: \u201eWie finden toll was ihr macht und wollen das unterst\u00fctzen!\u201c. Aber auch in den be\u00e4ngstigenden Situationen haben zum Teil AnwohnerInnen und DemonstrantInnen kleine L\u00e4den und ihre Wohnungen gemeinsam gesch\u00fctzt. Dabei war klar: die Polizei hilft in der Regel nicht, sondern eskaliert und war auch f\u00fcr AnwohnerInnen eine Bedrohung. Von SAV-Mitgliedern wurde die Idee von Nachbarschafts-Komitees eingebracht. Ans\u00e4tze gab es bereits. Eine demokratisch organisierte Nachbarschaft ist die beste M\u00f6glichkeit Situationen zu deeskalieren, geplant und gemeinsam gegenseitigen Schutz und Hilfe zu organisieren.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen der SAV-AktivistInnen war, dass es beim Infotisch wie den verschiedenen Protesten eine gro\u00dfe Offenheit gab \u00fcber Alternativen zu G20 und Kapitalismus zu diskutieren. Die Proteste waren k\u00e4mpferisch.<\/p>\n<p>Eine Frau berichtete, dass sie sehr beeindruckt von der Gro\u00dfdemo am Samstag war, eine der gr\u00f6\u00dften Demos an der sie je teilgenommen hat. Ein anderes Bild stellte sich ihr dann am Abend in der Schanze dar. Mehrere Anwesende erz\u00e4hlten, dass sie auf friedlichen Demos teilgenommen haben, teilweise mit Peacezeichen-Fingern und erhobenen Armen ruhig durch die Schanze gingen oder einfach nur rumsa\u00dfen. Die Polizei \u00fcbte hingegen ohne jegliche Vorwarnung massive Gewalt aus. Wer versuchte zu fliehen wurde mit Schlagst\u00f6cken, Wasserwerfer und Pfefferspray eingeh\u00fcllt.<\/p>\n<h4>Wieso hat die Polizei derartig eskaliert?<\/h4>\n<p>Ein SAV-Mitglied betonte, dass es weniger um die einzelnen Polizisten ginge, einige davon hatten sicherlich Spa\u00df an der Gewalt und m\u00fcssen f\u00fcr ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden (aktuell laufen 35 Ermittlungsverfahren gegen Polizeibeamte), andere standen aber auch kurz vorm Zusammenbruch. Wichtiger ist, dass von Dudde, Grote &amp; Co eine bewusste Eskalationsstrategie gefahren wurde um im Nachhinein das massive Vorgehen zu rechtfertigen. Wie Anwohner der Schanze auf dem Treffen berichteten, vergingen am Freitag Stunden mit kleineren Scharm\u00fctzeln bei denen die Polizei nicht eingriff, obwohl Kr\u00e4fte vor Ort waren. Sie wollten diese Bilder, damit die m\u00f6rderische Politik von Merkel, Trump, Erdogan, Putin und Co in den Hintergrund r\u00fcckt. Aufgabe der Polizei ist die Aufrechterhaltung des Status Quo und die Verteidigung der Herrschenden. All diejenigen, die sich dagegen auflehnen werden als Gefahr betrachtet.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns dagegen organisieren: gegen einen Staat der friedliche Demonstranten kn\u00fcppelt, demokratische Rechte massiv einschr\u00e4nkt, Pressefreiheit bedroht, w\u00e4hrend f\u00fcr Kriegstreiber, Klimakiller und Anti-Demokraten der rote Teppich ausgerollt wird. Wir m\u00fcssen uns aber auch organisieren um f\u00fcr eine Welt ohne Hunger Krieg, Armut und Polizeigewalt zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-35027\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038-122x173.jpg\" alt=\"\" width=\"122\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038-122x173.jpg 122w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038-768x1087.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038-245x347.jpg 245w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038-600x849.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/IMG_0038.jpg 793w\" sizes=\"(max-width: 122px) 100vw, 122px\" \/><\/a>Auf dem Treffen herrschte Einigkeit, dass ein erster Schritt in der aktuellen Situation ist auch die Leute zu erreichen und zu informieren, die bisher nur auf Medienberichte zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Die SAV Hamburg hat ein A3-Plakat und ein Flugblatt gemacht, welches in Hauseing\u00e4nge geh\u00e4ngt werden kann und verteilt werden soll um Gegen\u00f6ffentlichkeit zu schaffen und Diskussionen anzuregen. 180 Plakate wurden zum Verteilen direkt nach der Veranstaltung mitgenommen, 500 weitere werden in den n\u00e4chsten Tagen aufgeh\u00e4ngt. Kommt zu unseren Treffen jeden\u00a0Donnerstag um 19:00 Uhr im Centro Sociale (Sternstr. 2) und macht mit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfolgreiche Veranstaltung der SAV Hamburg mit rund 35 TeilnehmerInnen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":35028,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134],"tags":[262,811],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35026"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35026"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35026\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35031,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35026\/revisions\/35031"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35028"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35026"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35026"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35026"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}