{"id":35006,"date":"2017-07-10T14:34:40","date_gmt":"2017-07-10T12:34:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=35006"},"modified":"2017-07-10T14:34:40","modified_gmt":"2017-07-10T12:34:40","slug":"dresden-gegen-g20-und-polizeigewalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/07\/dresden-gegen-g20-und-polizeigewalt\/","title":{"rendered":"Dresden: Gegen G20 und Polizeigewalt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bericht aus Dresden<\/strong><\/p>\n<p>Gestern fand in Dresden ein Protest gegen Polizeigewalt beim G20-Gipfel in Dresden statt. Gleich zu Beginn der Aktion erkl\u00e4rte eine der OrganisatorInnen \u00fcber Lautsprecher, dass sich die Aktion gegen das Treffen der M\u00e4chtigen und gegen die von der Polizei in Hamburg ver\u00fcbte Gewalt richtete. Sie erinnerte daran, dass unter dem Vorwand Randalierer stoppen zu wollen, die Uniformierten brutal gegen angemeldete und friedliche Demonstrationen vorgegangen sind.<\/p>\n<p>Gut 30 Menschen hatten sich auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche eingefunden, um in der s\u00e4chsischen Landeshauptstadt dagegen zu protestieren.<\/p>\n<p>Um an die rechtswidrige Erst\u00fcrmung des Camps der GipfelgegnerInnen zu erinnern, wurden Zelte aufgebaut. Mit Flugbl\u00e4ttern und Redebeitr\u00e4gen wandte sich die Kundgebung an die BesucherInnen des historischen Neumarktes. Der Zuspruch war gro\u00df, die Debatten vielf\u00e4ltig, nicht wenige der PassantInnen zeigten Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Proteste gegen G20, beschwerten sich aber \u00fcber die Vorf\u00e4lle im Hamburger Schanzenviertel.<\/p>\n<p>Am Rande provozierten auch einige bekannte Dresdner Anti-Antifa-Kader, die auch nichts besseres zu tun hatten, als die Aktion \u00fcber Stunden von einer Gastst\u00e4tte aus anzusehen.<\/p>\n<p>Die Dresdner Ortsgruppe der SAV beteiligte sich mit einem Redebeitrag und einem \u201eFaktencheck G20\u201c in Form eines Quiz an der Aktion. Beides kam gut an.<\/p>\n<h4>Redebeitrag der SAV<\/h4>\n<p>\u201eG20 \u2013 das ist der Gipfel der Reichen inmitten weltweiter Armut. Alle 10 Sekunden stirbt auf diesem Planeten ein Kind an Hunger, obwohl Sch\u00e4tzungen der UNO zufolge die Welt mit den aktuellen Mitteln der Landwirtschaft 10-12 Milliarden Menschen ern\u00e4hren k\u00f6nnte und nur 7,5 Milliarden Menschen auf ihr leben.<\/p>\n<p>Weltweit sterben Menschen an vermeidbaren Krankheiten, w\u00e4hren Pharmakonzern Milliardengewinne machen.<\/p>\n<p>166.5 Billionen US-Dollar betr\u00e4gt das weltweite Verm\u00f6gen. Die \u00e4rmsten 3,5 Milliarden Menschen besitzen davon lediglich 0,2 Prozent. Dem reichsten Zehntel geh\u00f6ren hingegen 89 Prozent des globalen Reichtums. Lediglich 8 Menschen, das sind so viele wie in einen VW-Transporter passen, besitzen so viel wie die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Menschheit. W\u00e4re das weltweite Verm\u00f6gen gleich auf alle verteilt, w\u00fcrde jeder Mensch &#8211; ob Baby, Greis, Jugendlicher, Erwachsener, Frau oder Mann \u2013 gut 23.000 Dollar an Verm\u00f6gen besitzen. Die Aussage, dass eine Gleichverteilung des globalen Wohlstands alle Menschen in Armut st\u00fcrzen w\u00fcrde ist schon rein rechnerisch eine L\u00fcge. Nur die Allerwenigstens, die Superreichen, m\u00fcssten abgeben, allen anderen w\u00fcrde es besser gehen, wenn die Weltwirtschaft sich nicht mehr am Profit orientieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Niemand m\u00fcsste hungern oder arm sein und dennoch hungern weltweit 800 Millionen Menschen. Inzwischen hat die UNO erkl\u00e4rt, ihr Milleniumsziel, bis 2030 den Hunger besiegt zu haben, sei nicht mehr zu erreichen.<\/p>\n<p>Wenn die Staats- und Regierungschefs der G20 das ver\u00e4ndern wollten, wieso weigern sie sich dann standhaft Reichtum umzuverteilen?<\/p>\n<p>G20 \u2013 das ist das Treffen der Kriegstreiber und R\u00fcstungslobbyisten, in einer Zeit, in der weltweit Menschen vor Krieg fliehen m\u00fcssen. Niemand gibt mehr Geld f\u00fcr R\u00fcstung aus als die G20.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungsexporteure sind die EU, die USA und Russland. Und pro Kopf auf die Bev\u00f6lkerung gerechnet sind die deutschen R\u00fcstungskonzerne auf Platz 1 der Exportliste. Am deutschen G3-Sturmgewehr sterben t\u00e4glich \u00fcber 100 Menschen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnte mit dem Geld, welches in Milit\u00e4rausgaben flie\u00dft, alles an Gutem getan werden. W\u00fcrden allein die G20 f\u00fcr ein Jahr auf R\u00fcstung verzichten und das Geld f\u00fcr die Ern\u00e4hrung der Weltbev\u00f6lkerung zur Verf\u00fcgung stellen, w\u00fcrde 7 Jahre lang niemand mehr hungern m\u00fcssen!<\/p>\n<p>G20 \u2013 das ist das Treffen der Umweltzerst\u00f6rer. 80 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen kommen aus den G20-Staaten.<\/p>\n<p>Die G20 organisieren eine Globalisierung, die Krieg, Umweltzerst\u00f6rung und Armut bedeutet, die Fluchtursachen produziert.<\/p>\n<p>All das hat auch auf uns hier Auswirkungen. W\u00e4hrend der deutsche Pharmakonzern \u201eBayer\u201c 2015\/2016 4,5 Milliarden Profite einfuhr und nach dem Willen von CDU\/CSU und FDP die Bundeswehr in Zukunft j\u00e4hrlich 20-30 Milliarden Euro mehr zur Verf\u00fcgung haben soll, sind Schwestern und Pfleger in den Krankenh\u00e4usern hoffnungslos \u00fcberarbeitet. Bundesweit fehlen 70.000 Stellen im Krankenhaus und Schwestern und Pfleger haben 3.900.000 \u00dcberstunden angeh\u00e4uft. Auch das ist G20! Gerade organisiert die Gewerkschaft ver.di eine Kampagne gegen diese Zust\u00e4nde in der Pflege.<\/p>\n<p>In dem Stadtteil, in dem ich wohne, in Dresden-Gorbitz, sind 17 Prozent der Haushalte \u00fcberschuldet und 24 Prozent der Erwerbsf\u00e4higen leben dort ganz oder teilweise von Hartz IV. W\u00e4hrenddessen haben die reichsten 10 Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung 5,3 Billionen Euro zur Verf\u00fcgung. Auch das ist G20.<\/p>\n<p>Armut, Flucht, Krieg, Elend und Abschottung gegen Gefl\u00fcchtete \u2013 das ist G20. Es ist Zeit, dass wir uns nicht mehr auf die Herrschenden verlassen! G20 stoppen! Kapitalismus abschaffen! F\u00fcr eine Welt, in der der gesellschaftlich erwirtschaftete Reichtum von allen Menschen demokratisch verwaltet wird!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht aus Dresden<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[134],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35006"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=35006"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35006\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":35007,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/35006\/revisions\/35007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35006"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=35006"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=35006"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}