{"id":34918,"date":"2017-07-17T13:08:45","date_gmt":"2017-07-17T11:08:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34918"},"modified":"2017-07-16T09:53:15","modified_gmt":"2017-07-16T07:53:15","slug":"sozialismus-statt-marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/07\/sozialismus-statt-marktwirtschaft\/","title":{"rendered":"\u201eSozialismus statt Marktwirtschaft\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34919\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu-108x173.jpg\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu-108x173.jpg 108w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu-768x1229.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu-217x347.jpg 217w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu-600x960.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/s4_wagenknecht_neu.jpg 1434w\" sizes=\"(max-width: 108px) 100vw, 108px\" \/><\/a><strong>Eine Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknecht<\/strong><\/p>\n<p>Sahra Wagenknecht, die Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Bundestag, gilt als Frontfrau des linken Parteifl\u00fcgels. 2011 erschien ihr Buch \u201eFreiheit statt Kapitalismus\u201c, in dem sie eine grundlegende Analyse des heutigen Kapitalismus und L\u00f6sungsans\u00e4tze darlegt.<\/p>\n<p>Mit der Neuauflage von Lucy Redlers Brosch\u00fcre \u201eSozialismus statt Marktwirtschaft\u201c hat der Manifest-Verlag nun eine ausf\u00fchrliche kritische Analyse Sahra Wagenknechts wirtschaftspolitischer Vorstellungen vorgelegt und durch weitere Artikel zu ihren Positionen erg\u00e4nzt.<\/p>\n<p><em>von Heino Berg, G\u00f6ttingen<\/em><\/p>\n<p>Lucy Redler schreibt treffend: \u201eDas neue Buch von Sahra Wagenknecht ist aber trotz vieler guter Ideen und richtiger Forderungen kein Pl\u00e4doyer f\u00fcr eine grundlegende, sozialistische Umgestaltung des globalen krisengesch\u00fcttelten Kapitalismus. (\u2026) Auf \u00fcber 350 Seiten pr\u00e4sentiert sie mit einer Konzeption des Dritten Weges und einigen\u00a0 wirtschaftsdemokratischen Vorstellungen vor allem alten Wein in neuen Schl\u00e4uchen \u2013 gemischt mit einigen radikalen Forderungen und garniert mit konservativen Ideologien. (\u2026) Um nicht falsch verstanden zu werden: Gegen guten alten Wein ist nichts einzuwenden. Aber leider verschwinden die Ideen und Theorien von Rosa Luxemburg, Karl Marx und Friedrich Engels komplett aus Wagenknechts neuem Buch. Und die Arbeiterklasse gleich mit ihnen. Statt marxistische Positionen vertritt Wagenknecht sozialdemokratische Illusionen aus den zwanziger Jahren und aus der deutschen Nachkriegsgeschichte.\u201c<\/p>\n<p>Sahra Wagenknecht folgt einer sozialdemokratischen Logik, welche die kapitalistische Marktwirtschaft nicht \u00fcberwinden, sondern nur von der Vorherrschaft der Monopole befreien soll.<\/p>\n<p>Lucy Redler erkl\u00e4rt, warum Monopole ein zwangsl\u00e4ufiges Ergebnis des kapitalistischen Konzentration sind und warum es gef\u00e4hrlich ist, zwischen \u201eechten Unternehmern\u201c und \u201eschlechten Kapitalisten\u201c zu unterscheiden.<\/p>\n<h4>Ja zur Marktwirtschaft<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend Sahra Wagenknecht der stalinistischen Planwirtschaft der SED die Idee eines \u201eKreativen Sozialismus\u201c entgegenstellt, in der Konkurrenz und Markt eine produktive Verwendung der gesellschaftlichen Ressourcen garantieren, verteidigt Lucy Redler das Prinzip der demokratisch kontrollierten Planung der Produktion durch die Gesellschaft. W\u00e4hrend f\u00fcr Lucy Redler die Unterdr\u00fcckung der Arbeiterdemokratie die zentrale Ursache f\u00fcr die Misswirtschaft in der DDR und der Sowjetunion war, sieht Sahra Wagenknecht die Abkehr vom Konkurrenz- und Marktprinzip als Hauptursache.<\/p>\n<p>Sahra Wagenknechts Hoffnung, den Kapitalismus durch umfangreiche Verstaatlichungen und Verm\u00f6gensumverteilungen zu b\u00e4ndigen und damit eine schrittweise Reformierung der Marktwirtschaft einleiten zu k\u00f6nnen, konfrontiert Lucy Redler nicht nur mit den theoretischen Argumenten von Luxemburg oder Lenin, sondern auch mit der praktischen Bilanz solcher Transformationsmodelle zum Beispiel unter Mitterand in Frankreich.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch eine kritische Auseinandersetzung mit Konzepten der \u201eWirtschaftsdemokratie\u201c, der Genossenschaften und der \u201eMitarbeiterbeteiligung\u201c, durch die das Privateigentum an den Produktionsmitteln nicht \u00fcberwunden, sondern erg\u00e4nzt werden sollen.<\/p>\n<p>Lucy Redler schreibt dazu in ihrem Fazit: \u201eSahra Wagenknechts Buch bleibt methodisch in der wirtschaftstheoretischen Modelldiskussion, ohne den Klassenkampf, politische Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse und ihre Dynamik zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Gerade die Vorstellung einer Gesellschaft ohne antagonistische Interessen f\u00fchrt zu Fehlern in ihren Schlussfolgerungen. (&#8230;) Um nur einzelne der richtigen Forderungen (&#8230;) durchzusetzen, ist ein harter Kampf und eine Konfrontation mit dem Kapital n\u00f6tig. Diese Dimension, die Machtfrage im Kapitalismus, blendet Wagenknecht aus. Deshalb muss die Macht der Banken und Konzerne gebrochen werden \u2013 dauerhaft und grundlegend, um die ureigenen Gesetze des Marktes, der Konkurrenz und des Profits zu beseitigen.\u201c<\/p>\n<p>Der Manifest-Verlag erg\u00e4nzt Redlers Text mit weiteren Artikeln und Stellungnahmen zu den migrationspolitischen Positionen von Sahra Wagenknecht. Sehr lesenwert ist hier der Beitrag von Sebastian Rave, der eine Verbindung zwischen Sahra Wagenknechts wirtschaftspolitischen Poitionen und ihrer Haltung zu Migration herstellt.<\/p>\n<p>Das Buch ist im Buchhandel oder <a href=\"https:\/\/manifest-buecher.de\/produkt\/sozialismus-statt-marktwirtschaft-2\/\">hier erh\u00e4ltlich<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Auseinandersetzung mit Sahra Wagenknecht<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34919,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25,94],"tags":[792,904,918,797],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34918"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34918"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34920,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34918\/revisions\/34920"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34919"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}