{"id":34688,"date":"2017-05-29T14:46:21","date_gmt":"2017-05-29T12:46:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34688"},"modified":"2017-05-29T14:50:16","modified_gmt":"2017-05-29T12:50:16","slug":"zum-attentat-in-manchester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/05\/zum-attentat-in-manchester\/","title":{"rendered":"Zum Attentat in Manchester"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/unite-e1496061930625.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34689\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/unite-e1496061930625-135x173.jpg\" alt=\"\" width=\"135\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/unite-e1496061930625-135x173.jpg 135w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/unite-e1496061930625-271x347.jpg 271w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/unite-e1496061930625.jpg 574w\" sizes=\"(max-width: 135px) 100vw, 135px\" \/><\/a>Gemeinsam gegen Terror, Krieg und Rassismus<\/strong><\/p>\n<p>Junge Menschen, die sich einfach nur eine Nacht lang am\u00fcsieren wollten, mussten stattdessen eines der schlimmsten Horrorszenarien durchleben, als am 22. Mai im Foyer der Manchester Arena (21.000 Pl\u00e4tze) eine Bombe explodierte. 22 Menschen wurden get\u00f6tet und mindestens 59 wurden verletzt. Die Explosion ereignete sich am Ende eines Konzerts der US-S\u00e4ngerin Ariana Grande.<\/p>\n<p><em>von Judy Beishon, Mitglied des Exekutivkomitees der Socialist Party<\/em><\/p>\n<p>Diese Gr\u00e4ueltat, welche die Socialist Party zutiefst verurteilt, zeigt Parallelen zum Angriff auf das Bataclan-Konzerthaus in Paris vom November 2015 auf. In beiden F\u00e4llen wurden einfache Menschen mit den verschiedensten Lebenshintergr\u00fcnden willk\u00fcrlich umgebracht \u2013 insbesondere junge Menschen.<\/p>\n<p>Die ersten Berichte legten nahe, dass der Angreifer ein Selbstmordattent\u00e4ter war, der ebenfalls am Tatort starb. Es ist der schlimmste Terroranschlag in Gro\u00dfbritannien seit den Londoner Anschl\u00e4gen vom Juli 2005, bei denen 52 Menschen get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Die Menschen von Manchester reagierten schnell und halfen denen, die vom Tatort flohen. \u00dcber Twitter wurden Unterk\u00fcnfte und Transport angeboten, w\u00e4hrend Taxi-FahrerInnen freie Fahrten organisierten. Ihre Antwort der Solidarit\u00e4t und Hilfe \u2013 zusammen mit der Arbeit der Notfalleinsatzkr\u00e4fte und Krankenhausangestellten \u2013 hat nichts gemein mit der heuchlerischen Reaktion der Tory-Minister. Jene bekunden ihr Mitleid und ihre Trauer, w\u00e4hrend sie gleichzeitig eine Politik unterst\u00fctzen, welche den N\u00e4hrboden f\u00fcr solche Schandtaten bereitet.<\/p>\n<p>Terroranschl\u00e4ge werden in europ\u00e4ischen St\u00e4dten h\u00e4ufiger. In Gro\u00dfbritannien werden sich nun Menschen im ganzen Land weniger sicher f\u00fchlen \u2013 auch weil der Anschlag au\u00dferhalb von London stattgefunden hat. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Anschl\u00e4ge sind oft vielseitig und keine der Anschl\u00e4ge gleichen sich vollkommen. Doch ein roter Faden sind Verbindungen zu Gruppen wie dem sogenannten IS sowie Wut auf die Interventionen des westlichen Imperialismus im Nahen Osten.<\/p>\n<p>Von daher d\u00fcrfen wir uns nicht nur gegen die reaktion\u00e4ren Organisationen wie den sogenannten IS stellen, welcher barbarische Angriffe auf einfache Menschen unterst\u00fctzt oder durchf\u00fchrt. Es ist genauso wichtig, sich gegen die imperialistischen Kriege zu stellen und den sofortigen R\u00fcckzug der britischen Streitkr\u00e4fte aus dem Nahen Osten zu fordern. Gleichsam m\u00fcssen wir die Einheit der arbeitenden Menschen aufbauen \u2013 gegen S\u00fcndenbock-Politik, Rassismus und Spaltung. Wir halten mit sozialistischen Ideen dagegen \u2013 mit der einzigen Alternative zum jetzigen System, welches Armut, Krieg und Terrorismus nicht beenden kann und nicht beenden wird.<\/p>\n<h4>Unf\u00e4higkeit der Tories im Kampf gegen den Terror<\/h4>\n<p align=\"LEFT\">Nach der Schandtat von Manchester wird Theresa May ohne jeden Zweifel ihr Gepose einer \u201estarken und stabilen\u201c Haltung verdoppeln und verdreifachen, um als strenge \u201eAnti-Terror\u201c-Gesetzesh\u00fcterin dazustehen und ihre Wahlaussichten zu verbessern. Allerdings gab es eine ganze Menge von sogenannte Anti-Terror-Gesetzen in den letzten zwei Dekaden und keines davon konnte neue Anschl\u00e4ge, wie den vom M\u00e4rz in Westminster oder den letzten furchtbaren Anschlag von Manchester, verhindern. Davor hatte die Socialist Party wiederholt gewarnt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Gleichzeitig bedeutet die unerbittliche K\u00fcrzungspolitik der Tories f\u00fcr viele Menschen, dass sie bei Anschl\u00e4gen weitaus gef\u00e4hrdeter sind. Nach dem Anschlag bei Westminster haben wir darauf hingewiesen, dass die K\u00fcrzungen bei Notfalleinsatzkr\u00e4ften, Krankenh\u00e4usern und Verkehrsbesch\u00e4ftigten unweigerlich die Schnelle der Hilfe f\u00fcr diejenigen verringern werden, die sie dringend brauchen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Es wurde berichtet, dass acht Krankenh\u00e4user im Gro\u00dfraum Manchester Opfer des Anschlags behandelten, w\u00e4hrend gleichzeitig einige dieser H\u00e4user von K\u00fcrzungen bedroht sind, bei welchen sie ihre 24-Stunden-Notfallversorgung verlieren k\u00f6nnten. Der Anschlag auf die Manchester Arena, welcher am sp\u00e4ten Abend stattfand, offenbart die potenziell desastr\u00f6sen Konsequenzen solcher K\u00fcrzungen, welche die Tories weiter anstrengen wollen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">W\u00e4hrend des Wahlkampfs wurde die Entschlossenheit der Tories, mit den erbarmungslosen K\u00fcrzungsma\u00dfnahmen weiterzumachen, offensichtlich. Sie mussten heftige Gegenreaktionen einstecken, als ihre Pl\u00e4ne bekannt wurden, auf Sozialf\u00fcrsorge angewiesene Menschen weiter zu bestrafen. Jetzt nach dem Anschlag muss ihre Selbstdarstellung als Verteidiger der einfachen, arbeitenden Menschen noch mehr entbl\u00f6\u00dft und zur\u00fcckgewiesen werden.<\/p>\n<h4 align=\"LEFT\">Zustimmung zu Anti-Kriegs-Politik<\/h4>\n<p align=\"LEFT\">Die Zuganschl\u00e4ge im spanischen Madrid von 2004, bei welchen 191 Menschen starben, fanden w\u00e4hrend eines Wahlkampfs statt und die herrschende Volkspartei (Partido Popular; Anm. d. \u00dc.) versuchte, auf Kosten der Gr\u00e4ueltaten ihre Wahlaussichten auszubauen. Ihre Strategie ging komplett nach hinten los. Massive Wut entlud sich gegen sie, nach dem sie versucht hatten, baskischen Nationalisten die Schuld f\u00fcr die Angriffe zu geben. Tats\u00e4chlich wurde bekannt, dass die T\u00e4ter aus Sympathie zu Al-Qaida handelten. Eine Stimmung der Abscheu gegen\u00fcber der Regierung und ihrer Pro-Irakkriegs-Position f\u00fchrten zum Wahlsieg der spanischen Sozialistischen Partei (PSOE; Anm. d. \u00dc.).<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Es war ein sehr konkreter Fehler der Volkspartei, welcher dieses Ergebnis mitherbeif\u00fchrte. Doch im derzeitigen Wahlkampf in Britannien kann die Anti-Kriegs-Position von Jeremy Corbyn sogar noch mehr Resonanz finden und einen wichtige Rolle spielen. Corbyn ist seit langem ein entschiedener Gegner der Interventionen von Gro\u00dfbritannien und anderen westlich-kapitalistischen M\u00e4chten in den Kriegen in Afghanistan, Irak und Syrien. Diese haben massenhaft Verw\u00fcstung angerichtet und Leben gekostet. Sie haben die Bedingungen f\u00fcr das furchtbare Ausma\u00df an terroristischer Gewalt in diesen und anderen L\u00e4ndern geschaffen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Wir von der Socialist Party sind ebenfalls klar gegen diese Kriege eingetreten und haben gewarnt, dass einfache, arbeitende Menschen im Nahen Osten und weltweit den Preis f\u00fcr sie zahlen werden: sowohl in finanzieller Hinsicht als auch hinsichtlich der dadurch hervorgerufenen Instabilit\u00e4t.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Gleichzeitig verurteilen wir (wie auch Corbyn) die Ideologie und die abscheulichen Methoden von rechten, reaktion\u00e4ren Organisationen wie dem IS und Al-Qaida, welche danach trachten ein repressives, halb-feudales und kapitalistisches Kalifat zu errichten \u2013 ohne Arbeiterdemokratie und Grundrechte.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Es ist die Aufgabe der Arbeiterklasse im Irak und in Syrien den Kampf gegen den IS anzuf\u00fchren. Das muss mit dem Aufbau von Gewerkschaften, demokratischen und \u00fcberkonfessionellen Verteidigungseinheiten etc. einhergehen und von der Solidarit\u00e4t der weltweiten Arbeiterbewegung unterst\u00fctzt werden. Die imperialistischen M\u00e4chte ihrerseits intervenieren f\u00fcr ihr eigenes Prestige, ihren Einfluss und die Interessen ihrer Gro\u00dfunternehmen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das schlie\u00dft den britischen Imperialismus mit ein, ob er nun von den Tories oder von den Blairites (nach Tony Blair, rechter Fl\u00fcgel in der Labour Party; Anm. d. \u00dcbers.) vertreten wird. Es war ein sch\u00f6ner Zufall, dass im \u201emorgendlichen Briefing\u201c des Guardians direkt nach der Nachricht zum Anschlag in Manchester eine weitere gelistet wurde, nach der im Tory-Wahlmanifest eine \u201ebeispiellose Unterst\u00fctzung der fossilen Energieindustrie\u201c festgehalten wird. Die Chefs der \u00d6lindustrie haben f\u00fcr Mays Wahlkampf Unterst\u00fctzung von \u00fcber 390.000 Pfund zugesagt, so der Artikel.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die Wahlen am 8. Juni halten eine so dringend n\u00f6tige M\u00f6glichkeit bereit, die Tories aus der Regierung zu jagen und den Kampf gegen die Blairites in der Arbeiterbewegung voranzubringen, indem Jeremy Corbyn Premierminister wird. Das w\u00e4re ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg, die Austerit\u00e4t, die Armut und die dem Kapitalismus inh\u00e4renten Kriege zu beenden \u2013 jene Grundlagen f\u00fcr Spaltung, Rassismus und Terrorismus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam gegen Terror, Krieg und Rassismus<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34694,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[64,98,46],"tags":[894,297],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34688"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34688"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34688\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34693,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34688\/revisions\/34693"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34688"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34688"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34688"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}