{"id":34626,"date":"2017-05-15T22:49:03","date_gmt":"2017-05-15T20:49:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34626"},"modified":"2017-05-15T22:49:03","modified_gmt":"2017-05-15T20:49:03","slug":"aktivitaet-lohnt-sich-die-linke-in-koeln-wurde-gestaerkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/05\/aktivitaet-lohnt-sich-die-linke-in-koeln-wurde-gestaerkt\/","title":{"rendered":"\u201eAktivit\u00e4t lohnt sich. DIE LINKE in K\u00f6ln wurde gest\u00e4rkt.\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/claus-ludwig_linke-e1391516621173.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-26519\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/claus-ludwig_linke-e1391516621173-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/claus-ludwig_linke-e1391516621173-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/claus-ludwig_linke-e1391516621173-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/claus-ludwig_linke-e1391516621173.jpg 294w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Interview mit Claus Ludwig, Sprecher der LINKEN im K\u00f6lner Stadtteil Kalk, eine der Hochburgen der Partei.<\/strong><\/p>\n<h4>Wie sch\u00e4tzt du das Wahlergebnis in NRW ein?<\/h4>\n<p>Knapp daneben ist auch vorbei. Es ist frustrierend, den Einzug um 8000 Stimmen zu verpassen, vor allem nach einem so aktiven und engagierten Wahlkampf. Die 5%-Sperrklausel ist allerdings undemokratisch und willk\u00fcrlich. \u00dcber 415.000 linke W\u00e4hlerInnen haben durch diese H\u00fcrde keine Vertretung im Landtag. G\u00e4be es sie nicht, w\u00fcrden wir jetzt einen Sieg feiern. Die Partei hat ihre Stimmen verdoppelt und das Ergebnis von 2010 wieder erreicht. Es gibt viele neue Mitglieder und Aktive, vor allem j\u00fcngere Menschen. Ich bin mir sicher, dass wir bei den Bundestagswahlen im Herbst deutlich \u00fcber f\u00fcnf Prozent in NRW holen.<\/p>\n<h4>Wie ist der Wahlkampf vor Ort gelaufen?<\/h4>\n<p>Sehr gut. Der Zuspruch auf der Stra\u00dfe war gro\u00df. Deswegen hatten wir ein besseres Ergebnis erwartet \u2013 und dies in K\u00f6ln ja auch erzielt. 8,4% in K\u00f6ln und fast 17% im Stadtteil Kalk sind eine deutliche Steigerung, wir konnten die Stimmen fast verdreifachen. Wir konnten unsere Hochburgen im Land z.T. massiv ausbauen, aber gleichzeitig waren die Fortschritte in anderen Regionen geringer. Die Ergebnisse der LINKEN sind weniger fl\u00e4chendeckend, differenzierter als bei vorigen Wahlen. In einigen Gro\u00dfst\u00e4dten haben wir acht bis neun Prozent erzielt, in innenst\u00e4dtischen Stadtteilen zw\u00f6lf Prozent oder mehr. Im K\u00f6lner Stadtbezirk Ehrenfeld haben wir mehr absolute Stimmen geholt als bei den Bundestagswahlen. Doch in den meisten l\u00e4ndlichen oder kleinst\u00e4dtischen Regionen haben wir eher drei bis vier Prozent erreicht, in einigen Ruhrgebietsst\u00e4dten wie in Duisburg keine sechs Prozent.<\/p>\n<p>Die Differenzierung sehen wir selbst in unserem Stadtbezirk: Im Stadtteil Kalk, dem Zentrum des gleichnamigen Stadtbezirks, haben wir gut zugelegt, sogar mehr absolute Stimmen geholt als bei der Bundestagswahl 2013, sind vor der CDU zur zweitst\u00e4rksten Kraft geworden. In den angrenzenden Stadtteilen Humboldt-Gremberg und H\u00f6henberg haben wir auch hohe Gewinne. Aber etwas stadtausw\u00e4rts \u2013 in Vingst, Ostheim und Neubr\u00fcck \u2013 war die Steigerung geringer, zudem von einem niedrigeren Grundsockel aus, gleichzeitig konnte dort die AfD \u00fcberall an uns vorbeiziehen.<\/p>\n<h4>Wie erkl\u00e4rst du dir diese deutlichen Unterschiede auf kurze Distanz?<\/h4>\n<p>Einerseits hat das mit der Sozialstruktur zu tun. In den Vierteln Richtung stadtausw\u00e4rts finden sich Hochhaussiedlungen direkt neben Eigenheim-Gebieten. Viele Menschen dort f\u00fchlen sich teilweise st\u00e4rker abgeh\u00e4ngt, gehen kaum w\u00e4hlen, w\u00e4hrend andere, die ihren tats\u00e4chlichen oder vermeintlichen Wohlstand bedroht sehen, st\u00e4rker empf\u00e4nglich sind f\u00fcr Law-and-Order-Parolen seitens der Konservativen oder Rechtspopulisten.<\/p>\n<p>Andererseits geht es auch um die Pr\u00e4senz der Linken. Wir haben deutlich mehr Wahlkampf-Aktivit\u00e4ten im Stadtteil Kalk gemacht als in den anderen Veedeln. Dort haben wir ein erfolgreiches Stadtteilfest organisiert und viel plakatiert. Zus\u00e4tzlich zum Material von Landesebene haben wir 4000 eigene Flyer zu \u00f6rtlichen Themen gedruckt und verteilt. Aber es geht nicht nur um die Wahlkampfzeit. Wir sind schon mehrere Jahre aktiv im Stadtteil, haben Kampagnen gegen hohe Mieten gef\u00fchrt, gegen rechte Aufm\u00e4rsche mobilisiert und immer wieder Kundgebungen zu verschiedenen Themen gemacht. Viele AnwohnerInnen kennen unsere AktivistInnen aus pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen.<\/p>\n<p>Das ist ermutigend. Das Wahlergebnis zeigt, dass Aktivit\u00e4t sich lohnt. DIE LINKE in K\u00f6ln insgesamt und in unserem Stadtteil wurde gest\u00e4rkt. Das zeigt aber auch, welche Arbeit noch vor uns liegt. Wir m\u00fcssen sozialistische Ideen langfristig verankern, wir m\u00fcssen den Gebrauchswert der LINKEN in konkreten sozialen K\u00e4mpfen nachweisen.<\/p>\n<h4>Was waren eure inhaltlichen Schwerpunkte im Wahlkampf?<\/h4>\n<p>Mit unserem Direktkandidaten, dem Mietenaktivisten Kalle Gerigk, haben wir nat\u00fcrlich den Kampf gegen hohe Mieten und f\u00fcr den Bau g\u00fcnstiger kommunaler Wohnungen in den Mittelpunkt gestellt. Die Mieten in K\u00f6ln steigen immer weiter, auch f\u00fcr DurchschnittsverdienerInnen wird jeder Umzug zum finanziellen Risiko. Bis zum AfD-Parteitag am 22. April in K\u00f6ln war jedoch die Mobilisierung f\u00fcr die Gegenproteste f\u00fcr uns zentral. Wir haben nicht nur gesagt\u201ew\u00e4hlt uns\u201c, sondern einen Beitrag zum konkreten Widerstand geleistet. Wir haben unsere Wahlplakate genutzt, um gegen den AfD-Parteitag zu mobilisieren und waren dem Tag teil der Blockaden und der Demo des B\u00fcndnisses \u201eK\u00f6ln gegen Rechts\u201c.<\/p>\n<p>Mit der Betonung des Kampfes gegen Rechtspopulismus waren wir nicht ganz auf der Linie der Landespartei. Diese hatte stark die sogenannte \u201esoziale Frage\u201c thematisiert und hielt es f\u00fcr nicht sinnvoll, die Gegnerschaft gegen Rassismus prominent zu behandeln. F\u00fcr uns sind jedoch Antirassismus und Kampf f\u00fcr soziale Verbesserungen untrennbar miteinander verbunden. Wir haben die Gefahren, die von der AfD ausgehen, direkt angesprochen und nicht drumherum geredet. In unserem Flyer haben wir nicht nur den Rassismus der AfD thematisiert, sondern auch beschrieben, dass die Rechtspopulisten eine Politik gegen die Lohnabh\u00e4ngigen und Armen machen. Unserem Stimmergebnis hat dies keineswegs geschadet.<\/p>\n<h4>Was sind die n\u00e4chsten Schritte im Stadtteil?<\/h4>\n<p>Wir haben seit dem Herbst 2016 eine ganze Reihe neuer Mitglieder gewonnen, vor allem junge Leute. Im Wahlkampf sind weitere hinzu gekommen. Jetzt geht es darum, diese Mitglieder zu integrieren und mit ihnen zusammen Ideen zu entwickeln, wie wir \u00fcber die Wahlk\u00e4mpfe hinaus eine allt\u00e4gliche st\u00e4rkere Pr\u00e4senz im ganzen Stadtbezirk erreichen, uns \u00fcber das Stadtteil-Zentrum hinaus ausdehnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aktuell haben wir als einzige Gruppe eine Kritik am Bau einer zus\u00e4tzlichen ICE-Trasse formuliert, die zu einer massiven Bau- und Verkehrsbelastung im Stadtteil bei geringem Nutzen f\u00fcr die AnwohnerInnen w\u00fcrde. Wir haben schon positive Resonanz bekommen und wollen helfen, eine B\u00fcrgerinitiative zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen selbstbewusst auftreten. Die SPD liegt im Stadtteil Kalk bei 31 Prozent, wir bei 17 Prozent. Die deutsche Sozialdemokratie steht noch am Anfang ihres Niedergangs und wird perspektivisch in Richtung ihrer Schwesterparteien in Frankreich, den Niederlanden, Irland und Griechenland gehen. Wir werden sie \u00fcberholen, wir wollen st\u00e4rkste Partei werden, zum Beispiel bei den n\u00e4chsten Kommunalwahlen 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Claus Ludwig, Sprecher der LINKEN im K\u00f6lner Stadtteil Kalk, eine der Hochburgen der Partei.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":26519,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[78,25],"tags":[693,888,856],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34626"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34626"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34626\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34627,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34626\/revisions\/34627"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26519"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34626"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34626"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34626"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}