{"id":34530,"date":"2017-04-26T13:55:17","date_gmt":"2017-04-26T11:55:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34530"},"modified":"2017-05-03T10:51:35","modified_gmt":"2017-05-03T08:51:35","slug":"wir-streiten-fuer-einen-verbesserten-tarifvertrag-gesundheitsschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/04\/wir-streiten-fuer-einen-verbesserten-tarifvertrag-gesundheitsschutz\/","title":{"rendered":"&#8222;Wir streiten f\u00fcr einen verbesserten Tarifvertrag Gesundheitsschutz&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Interview mit Carsten Becker, Sprecher ver.di Charit\u00e9*<\/strong><\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34531\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Carsten2-e1492698138442.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>Ihr habt im letzten Jahr den bundesweit ersten Tarifvertrag f\u00fcr Personalmindeststandards und Gesundheitsschutz in einem Krankenhaus erk\u00e4mpft. Jetzt ist die ver.di-Betriebsgruppe an die \u00d6ffentlichkeit getreten und fordert weitere Verbesserungen. Warum?<\/h4>\n<p>Wir haben schon beim Abschluss gesagt, dass so ein Tarifvertrag zu erk\u00e4mpfen die eine, aber die Umsetzung die zweite und wahrscheinlich die gr\u00f6\u00dfere H\u00fcrde ist. Der Tarifvertrag, so wie er sich in dem vergangenen Jahr gestaltete, hat zum einen deutlich gemacht, dass wir mit den Mindeststandards, die wir gefordert und festgelegt haben, gar nicht so schlecht liegen. Er zeigt also deutlich mehr Personalbedarf auf, als die Charite derzeit vorr\u00e4tig hat. Was wir aber auch festgestellt haben, ist, dass es an diversen Stellen Verz\u00f6gerung gegeben hat, was die Umsetzung angeht, Nichteinhaltung von bestimmten tariflichen Regelungen und auch Umgehung von diesen Mindeststandards. Pauschal sagt die Charit\u00e9, man k\u00f6nne nicht so schnell so viele Fachleute bekommen. Aber der Tarifvertrag beinhaltet auch ein Konsequenzmanagement, das Leistungseinschr\u00e4nkung auf diversen Ebenen bedeutet. Wichtig ist die Erkenntnis, dass man in einem Tarifvertrag tats\u00e4chlich auch Regelungen festschreiben muss, die bedeuten, dass es f\u00fcr den Arbeitgeber letztendlich teurer wird, wenn er sich nicht an die Mindeststandards h\u00e4lt, als wenn er sie umsetzt. Das haben wir in dieser ersten Fassung nicht geschafft.<\/p>\n<h4>Was w\u00e4ren denn aus eurer Sicht n\u00f6tige Ma\u00dfnahmen, um eine Umsetzung des Tarifvertrags und damit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu gew\u00e4hrleisten?<\/h4>\n<p>Die n\u00f6tigen Ma\u00dfnahmen sind klar strukurierte &#8222;Wenn-Dann&#8220;-Regeln. Das ist die Erfahrung, die wir in dieser einj\u00e4hrigen Umsetzung des Tarifvertrages gemacht haben. Die Charit\u00e9 ist ein Gro\u00dfbetrieb und hat deswegen nicht nur ein Management, sondern vielschichtige Managementebenen und vielschichtige Rollen. Deswegen bedarf es aus unserer Sicht eines Tarifvertrages, der klare &#8222;Wenn-Dann&#8220;-Regeln enth\u00e4lt. Das hei\u00dft, wenn der Mindeststandard nicht eingehalten wird, dann passiert Folgendes. Und das muss in einem gewissen Automatismus passieren, so dass die Konsequenzen f\u00fcr den Arbeitgeber sp\u00fcrbar sind.<\/p>\n<h4>Der Arbeitgeber behauptet, ver.di sei verantwortlich, dass Pflegekr\u00e4fte eine Besch\u00e4ftigung bei der Charit\u00e9 meiden, weil ihr die Situation schlecht redet und den Betrieb als tarifpolitisches Experimentierfeld missbraucht. Was sagst du dazu?<\/h4>\n<p>Das ist ein gewichtiges Argument des Arbeitgebers und wir sehen uns damit konfrontiert. Aber wie sollen wir anders agieren? Wir sind zum einen davon \u00fcberzeugt, dass wir nicht f\u00fcr eine schlechte Stimmung sorgen, sondern dass wir die schlechte Stimmung, die konkret vor Ort ist, aufzeigen. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Zweitens ist es wichtig f\u00fcr den Arbeitgeber, endlich zu begreifen, dass wir felsenfest der Meinung sind, dass viele Besch\u00e4ftigte die Charit\u00e9 noch nicht verlassen haben, weil sie darauf hoffen, dass solche tariflichen Regelungen zu besseren Arbeitsbedingungen f\u00fchren. Au\u00dferdem f\u00fchrt ein Fortschreiben von schlechten Arbeitsbedingungen mit nur kleinen partiellen Verbesserungen sicher nicht zu einer erh\u00f6hten Attraktivit\u00e4t der Charite. Deswegen sind wir zutiefst davon \u00fcberzeugt, dass wenn dieser Tarifvertag verbessert wird, sich schlie\u00dflich auch die Bewerberlage verbessert. Wir streiten deshalb f\u00fcr einen verbesserten Tarifvertrag Gesundheitsschutz.<\/p>\n<h4>Kann es denn wieder zum Arbeitskampf um diese Frage kommen?<\/h4>\n<p>Das ist die nat\u00fcrliche Dynamik der Tarifverhandlungen. Nach Beschluss der ver.di-Tarifkommision in R\u00fcckkopplung mit den TarifberaterInnen endet der Tarifvertrag Anfang Juli. Wir wollen bis dahin die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen haben, so dass es einen nahtlosen Anschluss zu dem Folgevertrag gibt. Damit w\u00e4ren Arbeitsk\u00e4mpfe obsolet. Andere Varianten schlie\u00dfen wir nicht aus. Deswegen sind wir gerade in einer Befragung der Besch\u00e4ftigen dar\u00fcber, zu welchen Aktivit\u00e4ten sie bis zum Streik bereit sind. Resonanz ist bisher, dass die Kollegen durchaus bereits sind, mit einem Arbeitskampf daf\u00fcr zu sorgen, dass wir zu einer Weiterentwicklung des bestehenden Tarifvertrages kommen.<\/p>\n<h4>An der Charit\u00e9 findet derzeit auch eine Auseinandersetzung um die ausgegliederte und teilprivatisierte Tochtergesellschatf CFM (Charit\u00e9 Facility Management) statt. Seit Jahren fordert ver.di einen Tarifvertrag f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten und eine Wiedereingliederung in die Charit\u00e9. Nun hat der neue rot-rot-gr\u00fcne Senat beschlossen, die Teilprivatisierung r\u00fcckg\u00e4ngig und die CFM damit zu einer hundertprozentigen Tochter der Charit\u00e9 zumachen. Sind die Ziele der Kolleginnen und Kollegen damit erreicht?<\/h4>\n<p>Die Ziele der Kollegen und die Ziele von ver.di sind damit nat\u00fcrlich noch lange nicht erreicht. Es ist schon mal ein Teilerfolg, dass die CFM zu einer hundertprozentigen Tochter wird. Aber wir haben auch andere ausgegliederte Bereiche, wo die Eigent\u00fcmerschaft zu 100 Prozent bei der Charite liegt, es aber auch dort zu Tarifflucht kommt und zu Einstellung von Besch\u00e4ftigten, die f\u00fcr die gleiche Arbeit weniger Gehalt bekommen und l\u00e4ngere Arbeitszeiten haben. Diese Diskrepanz haben wir in allen T\u00f6chtern der Charit\u00e9 und diese Diskrepanz gilt es zu \u00fcberwinden. Da ist unsere klare Haltung, dass die tarifliche Regelung, die wir an der Charit\u00e9 haben, auch f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten der Tochtergesellschaften gelten muss. Das muss das Ziel sein \u2013 und so haben wir eigentlich auch die Koalitionsvereinbarungen verstanden. Aber da sehen wir noch nicht die starken Bem\u00fchungen der Landesregierung. Da muss deutlich der Druck erh\u00f6ht werden. Da die Ausgliederung der CFM unter einer rot-roten Regierung stattgefunden hat, ist DIE LINKE aus unserer Sicht in einer besonderen Verantwortung, hier zu zeigen, wie sie gegen prek\u00e4re Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse und Lohnungleichheit vorgehen m\u00f6chte.<br \/>\n<em>Mit Carsten Becker sprach Aleksandra Setsumei.<\/em><\/p>\n<p><em>*Angabe dient nur zur Kenntlichmachung der Person<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Carsten Becker, Sprecher ver.di Charit\u00e9*<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34531,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[8,13,14],"tags":[291,297],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34530"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34530"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34530\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34534,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34530\/revisions\/34534"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34531"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34530"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}