{"id":34289,"date":"2017-03-08T09:02:08","date_gmt":"2017-03-08T08:02:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34289"},"modified":"2017-03-08T14:30:50","modified_gmt":"2017-03-08T13:30:50","slug":"internationaler-frauentag-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/03\/internationaler-frauentag-2017\/","title":{"rendered":"Internationaler Frauentag 2017"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34290\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag1-259x173.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag1-259x173.jpg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag1-520x347.jpg 520w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag1.jpg 550w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/>Weltweite Demonstrationen aus Wut gegen Trump und Sexismus<\/strong><\/p>\n<p><em>von Clare Doyle, Mitglied des Internationalen Sekretatiats des CWI<\/em><\/p>\n<p>Dieses Jahr wird der internationale Frauentag von Mitgliedern der an das Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale (CWI) angeschlossenen Parteien und Organisationen besonders enthusiastisch gefeiert. Vor hundert Jahren haben die Arbeiterinnen Petrograds ihre historische Kampfaktion begonnen, mit der sie am 8. M\u00e4rz die Russische Revolution einleiteten.\u00a0An genau diesem Tag werden weltweit Millionen Menschen auf die Stra\u00dfe gehen, um gegen die reaktion\u00e4ren Ansichten des neu gew\u00e4hlten US-amerikanischen Pr\u00e4sidenten, insbesondere gegen Frauen, zu protestieren.<\/p>\n<h4>Februarrevolution in Russland 1917<\/h4>\n<p>Vor genau hundert Jahren \u2013 am 23. Februar nach dem alten (julianischen) Kalender \u2013 begannen die Textilarbeiterinnen Petrograds ihren Streik mit der Forderung nach \u201eBrot und Frieden\u201c. Sie forderten andere ArbeiterInnen auf, sich ihnen anzuschlie\u00dfen. Nach f\u00fcnf Tagen Massendemonstrationen, Generalstreiks, Stra\u00dfenschlachten und Appellen an die Truppen begann der zaristische Staatsapparat zusammenzubrechen. Die Herrschaft der verhassten Romanow- Autokratie war vorbei.<\/p>\n<p>Die Macht lag auf der Stra\u00dfe. Es begann danach auszusehen, dass ihre Tr\u00e4ume wahr werden k\u00f6nnten: ein Ende des Krieges und des Hungers, ein neues Leben f\u00fcr arbeitende M\u00e4nner und Frauen und f\u00fcr die Millionen verarmter Bauern und B\u00e4uerinnen im riesigen, zerfallenden russischen Imperium. Die ArbeiterInnen in den Fabriken des Petrograder Stadtteils Vyborg hatten schon lange \u00fcber revolution\u00e4re Aktionen diskutiert. Die Frauen \u00f6ffneten einfach die Schleusentore. Sie k\u00e4mpften f\u00fcr ein Ende des Abschlachtens von Millionen an der Front und Lebensmittel f\u00fcr ihre Familien.<\/p>\n<p>Alle Hauptbedingungen f\u00fcr eine Revolution, so wie MarxistInnen sie verstehen, waren heran gereift \u2013 die Krise an der Spitze der Gesellschaft, Aufruhr und Unzufriedenheit unter der Mittelschicht, die ArbeiterInnen in Bewegung und zum Kampf bis zum Letzten bereit sowie die Bereitschaft bewaffneter staatlicher Kr\u00e4fte auf die Seite der ArbeiterInnen \u00fcber zu treten. Was fehlte, war das entscheidende Element der Massenunterst\u00fctzung f\u00fcr eine revolution\u00e4re Partei, die eine klare Richtung f\u00fcr die Machtergreifung der ArbeiterInnen und das Erreichen ihrer Ziele aufzeigen h\u00e4tte k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Die Revolution vollenden<\/h4>\n<p>Viele revolution\u00e4re F\u00fchrer einschlie\u00dflich Lenin und Trotzki waren immer noch im Exil und versuchten nach Russland zur\u00fcckzukehren. Sie jubelten \u00fcber die Energie und Dynamik, die sich auf den Stra\u00dfen Petrograds freisetzte und erkannten zugleich, dass diese in weitere K\u00e4mpfe zur Beendigung des Kapitalismus und des Gro\u00dfgrundbesitzes gelenkt und die Revolution auf andere wirtschaftlich st\u00e4rkere M\u00e4chte in Europa und den USA ausgeweitet werden musste.\u00a0Doch in diesen fr\u00fchen Tagen des Jahres 1917 waren die Bolschewiki schwach und hatten nur eingeschr\u00e4nkte Unterst\u00fctzung in den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten (Sowjets). Die anderen Parteien \u2013 Sozialrevolution\u00e4re und Menschewiki \u2013 waren nicht darauf vorbereitet, ein Programm zur Beendigung des Krieges und zum Sturz der Kapitalisten und Gro\u00dfgrundbesitzer aufzustellen. Die ArbeiterInnen und B\u00e4uerInnen sehnten nichts mehr herbei als das Ende des Krieges. Die weiteren Erfahrungen zeigten, dass die Revolution vollendet werden muss. Erstmal zog sich der Krieg jedoch weiter hin und mehr und mehr Bauern und Arbeiter in Uniform wurden get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde weitere acht Monate dauern, bis sie mit mehrheitlicher Unterst\u00fctzung f\u00fcr die bolschewistische Partei in den Sowjets, den revolution\u00e4ren Prozess vollenden konnten \u2013 dieses Mal kaum ohne Blutstropfen zu vergie\u00dfen. Im Oktober (nach altem Kalender) wurde eine sozialistische Arbeiterregierung errichtet.<\/p>\n<h4>Errungenschaften<\/h4>\n<p>Deren erste Entscheidungen betrafen Ma\u00dfnahmen zu den wichtigsten Forderungen Frieden, Land, Acht-Stundentag und die Rechte von Frauen. Frauen erhielten das volle Wahlrecht, Lohn- und Arbeitszeitgleichheit, das Recht auf Zivilehe und Scheidung sowie kostenlose Familienplanung und Schwangerschaftsabbruch falls n\u00f6tig. Gro\u00dfe Pl\u00e4ne zur Bereitstellung von Kinderg\u00e4rten, Gemeinschaftsk\u00fcchen, W\u00e4schereien, B\u00fcchereien, Sport- und Unterhaltungsst\u00e4tten wurden gemacht. Ein ber\u00fchmtes revolution\u00e4res Poster zeigt eine junge bolschewistische Frau die gerade ein Fenster \u00f6ffnet, mit den Worten: \u201eNieder mit der K\u00fcchensklaverei, her mit dem neuen Leben!\u201c<\/p>\n<h4>Reformen verz\u00f6gern sich<\/h4>\n<p>Tragischerweise wurde die ohnehin schon schwache Wirtschaft durch B\u00fcrgerkrieg, imperialistische Interventionen und das Versagen revolution\u00e4rer Bewegungen in anderen L\u00e4ndern zur\u00fcck geworfen. Es wurden weiterhin gro\u00dfe Anstrengungen zur Verbesserung des Lebens der Frauen in Stadt und Land unternommen, doch die schreckliche Mangelschwirtschaft schr\u00e4nkten die Pl\u00e4ne f\u00fcr das \u201eneue Leben\u201c stark ein. Die Machtergreifung Stalins und seiner Clique bedeutete die R\u00fccknahme vieler Errungenschaften f\u00fcr Frauen. Durch den Zusammenbruch der Sowjetunion in den 1990er Jahren wurden die schlimmsten Formen kapitalistischer und sogar feudalistischer \u201eWerte\u201c wiederhergestellt.<\/p>\n<h4>Russland heute<\/h4>\n<p>In dem Jahr, in dem an die Russische Revolution erinnert wird, lautet die Propaganda Putins: Es war es wahrscheinlich wert, den Zar loszuwerden. Aber alles begann schief zu laufen, als die Kapitalisten und Landeigent\u00fcmer beiseite gefegt wurden!\u00a0Kann es ein schlimmeres Anzeichen f\u00fcr die reaktion\u00e4re Natur der Herrschaft von Wladimir Putin im heutigen Russland geben als die weitgehende Abschaffung der Strafbarkeit h\u00e4uslicher Gewalt? Wie brutal ist der Unterschied zum sensiblen Umgang der urspr\u00fcnglichen Bolschewiki mit den Problemen, die Frauen in einer Klassengesellschaft betreffen?<\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34291\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3-128x173.jpg\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3-128x173.jpg 128w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3-768x1042.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3-256x347.jpg 256w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3-600x814.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag3.jpg 1791w\" sizes=\"(max-width: 128px) 100vw, 128px\" \/>Internationaler Tag der Solidarit\u00e4t<\/h4>\n<p>Die Idee eines besonderen Tages zur Ehrung arbeitender Frauen und ihrer K\u00e4mpfe kam aus den USA. Im Jahr 1908 demonstrierten 15.000 Frauen in New York f\u00fcr k\u00fcrzere Arbeitszeiten, h\u00f6here L\u00f6hne und das Frauenwahlrecht. Im folgenden Jahr rief die Socialist Party der USA alle Frauen zu einem \u201enationalen Frauentag\u201c im ganzen Land auf. 1910 schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf einer internationalen Konferenz in Kopenhagen vor, ein weltweites Ereignis daraus zu machen.<\/p>\n<p>Weniger als eine Woche nach den Frauendemonstrationen im Jahr 1911 starben 140 Arbeiterinnen in einem Fabrikfeuer in New York. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der demonstrierenden Frauen weiter an. Sie forderten gute Arbeitsbedingungen und verbesserte Arbeitsgesetze. Am internationalen Frauentag 1914 gab es in ganz Europa zahlreiche Demonstrationen gegen den kommenden imperialistischen Krieg und f\u00fcr das Frauenwahlrecht.<\/p>\n<h4>Ein Jahrhundert des Wandels<\/h4>\n<p>Vieles hat sich im Jahrhundert seit der Russischen Revolution verbessert. Im t\u00e4glichen Leben von Frauen hat es riesige Fortschritte gegeben, die oft durch Streiks, K\u00e4mpfe und Kampagnen unter ihrer Beteiligung erreicht wurden. Doch selbst im Kontext stark verbesserter Technologien und Ressourcen arbeiten Frauen immer noch viele Stunden f\u00fcr ein geringeres Gehalt als ihre m\u00e4nnlichen Kollegen. Durch die Sparpolitik der letzten Jahre wurden einige Fortschritte r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht. Dienstleistungen, von denen Frauen und ihre Familien abh\u00e4ngig sind, werden brutal zusammen gestrichen. Au\u00dferdem wird durch Studien best\u00e4tigt, dass Frauen innerhalb und au\u00dferhalb des Hauses vielmehr unbezahlte Arbeit verrichten als M\u00e4nner \u2026 selbst in \u201efortschrittlichen Kulturen\u201c!<\/p>\n<p>Die kapitalistische Gesellschaft f\u00f6rdert immer noch Einstellungen und Praktiken, mit denen gleiche Entwicklungsm\u00f6glichkeiten und freie Wahlentscheidungen, ob und wann eine Frauen Kinder bekommen m\u00f6chte behindert werden.<\/p>\n<p>In vielen Teilen der Welt hat sich wenig, wenn \u00fcberhaupt etwas, verbessert. Frauen und M\u00e4dchen werden noch immer als Eigentum oder gar Sklavinnen von M\u00e4nnern gesehen. Millionen wird nicht einmal eine elementare Grundbildung zuteil und sie haben keine Zeit f\u00fcr sich selbst. Auch wenn es in manchen neokolonialen L\u00e4ndern gro\u00dfe Fortschritte auf Gebieten wie der Verh\u00fctung gegeben hat, ist es in Bereichen wie Genitalverst\u00fcmmelung, M\u00fcttersterblichkeit und vielen anderen Lebensaspekten wie selbst der Bereitstellung von Nahrung und sauberem Wasser schlimmer geworden.\u00a0Kriege und Hungersn\u00f6te bedeuten, dass Millionen von Frauen als obdachlose Gefl\u00fcchtete unterwegs sind. Sie sind \u00fcberall auf der Welt Opfer von sexueller Ausbeutung, Vergewaltigung, Gewalt und Mord \u2013 sowohl von Bekannten als auch von Fremden.<\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34293\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4-259x173.jpeg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4-259x173.jpeg 259w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4-768x513.jpeg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4-520x347.jpeg 520w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4-600x400.jpeg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/frauentag4.jpeg 1891w\" sizes=\"(max-width: 259px) 100vw, 259px\" \/>Es muss nicht bleiben, wie es ist<\/h4>\n<p>In dem von der Socialist Party England und Wales neu herausgegebenem Buch von Christine Thomas mit dem Titel \u201eEs muss nicht bleiben wie es ist\u201c sind die Probleme, denen Frauen in Klassengesellschaften unterworfen sind, detailliert beschrieben. Au\u00dferdem werden M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Widerstand aufgezeigt. So werden erfolgreiche K\u00e4mpfe um Wohnraum, Gesundheitseinrichtungen und gegen den Alptraum h\u00e4uslicher Gewalt beschrieben, die f\u00fcr Frauen einen echten Unterschied gemacht und Erfolge erzielt haben. Doch das Buch endet mit Worten von Friedrich Engels, dem Freund und Mitarbeiter von Karl Marx, die heute noch genauso zutreffen wie im 19. Jahrhundert als sie geschrieben wurden. Er sagt, die Basis zur L\u00f6sung der die Frauen betreffenden Probleme besteht in der \u201e\u00dcberf\u00fchrung der Produktionsmittel in Gemeineigentum\u201c.<\/p>\n<p>SozialistInnen betrachten den Kapitalismus als ein System, das unz\u00e4hliges Leid, Kriege und Hunger \u00fcber der Menschheit gebracht hat. Acht Menschen besitzen mehr als die H\u00e4lfte der Menschheit! Ein Prozent lebt von der Ausbeutung der anderen 99 Prozent.<\/p>\n<p>Es muss wirklich nicht so sein, wie es ist! Das Zusammenfallen des Jahrestages der Russischen Revolution mit der wachsenden Wut auf Trump und seiner Herrschaft der Milliard\u00e4re bedeutet eine ideale M\u00f6glichkeit, um \u00fcber einen sozialistischen Ansatz zu Frauenrechten und der Ver\u00e4nderung der Gesellschaft in der wir leben, zu diskutieren.<\/p>\n<p><strong>Revolution<\/strong><\/p>\n<p>Es ist keine \u00dcbertreibung zu sagen, dass es als Reaktion auf die Wahl von Donald Trump im vergangenen November eine Art \u201eRevolution\u201c auf der Welt gegeben hat. Das Wort ist in den USA neben dem Begriff \u201eSozialismus\u201c sogar popul\u00e4r geworden! Das liegt teilweise an Bernie Sanders&#8216; Wahlkampf f\u00fcr die demokratische Pr\u00e4sidentschaftsnominierung und seiner \u201epolitischen Revolution\u201c.<\/p>\n<p>Doch die Wahl des frauenverachtenden und sexistischen Donald Trump zum Pr\u00e4sidenten der USA sorgte f\u00fcr eine sofortige Explosion der Wut, vor allem unter Frauen \u2013 jungen wie alten. Am Tag nach Verk\u00fcndigung des Wahlergebnisses gingen in den USA mehr als 40.000 Menschen auf die Stra\u00dfe. Oft ging die Initiative daf\u00fcr von der Socialist Alternative, der amerikanischen CWI-Sektion aus. Dies war ohne Zweifel ein Ausl\u00f6ser der riesigen Proteste, die darauf folgten. Am 21. Januar, dem Tag nach der Amtseinf\u00fchrung, fanden in den gesamten USA fast 600 \u201eFrauenm\u00e4rsche\u201c mit mehr als vier Millionen TeilnehmerInnen statt. Am selben Tag gab es weltweit hundert \u00e4hnliche Proteste. Der Gedanke, dass internationales Handeln den Kurs der Geschichte ver\u00e4ndern kann, ist machtvoll, dessen Zeit nun anbricht!<\/p>\n<p>Millionen Frauen und M\u00e4nner sind erstmals in ihrem Leben auf die Stra\u00dfen gegangen, um gegen Trumps rassistische, anti-muslimische und gegen Klimaschutz gerichtete Auffassungen zu protestieren. Die Idee, dass man den Lauf der Dinge \u00e4ndern kann, indem man \u201enach drau\u00dfen\u201c auf die Stra\u00dfe geht, ist machtvoll. Es ist ein revolution\u00e4rer Schritt, der von Menschen unternommen wurde, die vielleicht nie einen revolution\u00e4ren oder sozialistischen Gedanken in ihren Kopf gehabt haben!<\/p>\n<h4>8. M\u00e4rz 2017<\/h4>\n<p>Millionen werden am 8. M\u00e4rz weltweit an den vielleicht gr\u00f6\u00dften Frauentagsfeiern teilnehmen, die es je gegeben hat. Die wahre Geschichte, die diesen Tag mit den K\u00e4mpfen arbeitender Frauen gegen Kapitalisten und deren System verbindet, ist vielen nicht mehr pr\u00e4sent. Nur in manchen L\u00e4ndern wie Pakistan und der T\u00fcrkei hat es regelm\u00e4\u00dfig Demonstrationen am Internationalen Frauentag gegeben.<\/p>\n<p>Doch in diesem Jahr, teilweise dank Donald Trump, wird der 8. M\u00e4rz nun als Tag der internationalen Solidarit\u00e4t wiederbelebt. Er dient nicht mehr nur dazu, S\u00fc\u00dfigkeiten oder Blumen an Frauen zu verschenken. Es ist ein Tag, um alle Ungerechtigkeiten, Beleidigungen und Diskriminierungen gegen Frauen zu verurteilen, wie sie vom neuen Pr\u00e4sidenten im Wei\u00dfen Haus in Washington verk\u00f6rpert werden. Seine Drohungen gegen Gesundheitsversorgung und Abtreibungsrechte allein sind schon Grund genug, um Massen von M\u00e4nnern und Frauen auf die Stra\u00dfe zu treiben.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es sehr gro\u00dfe Unterschiede zwischen der Russischen Revolution und den Ereignissen dieses Jahr. In der heutigen instabilen Welt haben die KapitalistInnen keine Langzeitl\u00f6sungen mehr und es existiert ein riesiges politisches Vakuum. Rechte DemagogInnen versuchen, es zu f\u00fcllen. N\u00f6tig ist der Aufbau einer unabh\u00e4ngigen Bewegung die f\u00fcr echte L\u00f6sungen f\u00fcr die zahlreichen t\u00e4glichen Probleme, welche das Leben der 99 Prozent in der Gesellschaft und insbesondere Frauen betreffen, k\u00e4mpfen kann.<\/p>\n<p>Jene, die f\u00fcr eine Reform des Kapitalismus argumentieren, haben keine L\u00f6sung anzubieten. Das System der Bosse hat sich von der Krise 2008 nicht erholt und steuert auf ein neues Desaster zu. Die internationalen Massenmobilisierungen in den USA und weltweit bedeuten eine neue weltpolitische Phase. In der Hitze des Kampfes k\u00f6nnen Arbeiterparteien sehr schnell entstehen.<\/p>\n<h4>\u201eStreik!\u201c<\/h4>\n<p>Die Idee, eine Art \u201eStreik\u201c f\u00fcr den 8. M\u00e4rz zu organisieren, existiert bereits seit Herbst vergangenen Jahres. Am 19. Oktober folgte eine Million Frauen einem Aktionsaufruf der Bewegung \u201eNi una menos\u201c (\u201eNicht eine weniger\u201c). Sie verf\u00fcgt \u00fcber Strukturen in ganz Lateinamerika und k\u00e4mpft gegen die grauenvolle Gewalt an Frauen. In Polen zwang ein \u201eStreik\u201c von Frauen und anderen Arbeitern die Regierung zum R\u00fcckzug ihres reaktion\u00e4ren Gesetzentwurfes eines vollst\u00e4ndigen Abtreibungsverbotes. Am 8. M\u00e4rz wird es in nicht weniger als f\u00fcnfzig polnischen Ortschaften und St\u00e4dten Demonstrationen geben. Ende Oktober des vergangenen Jahres gab es au\u00dferdem eine Art \u201eFrauenstreik\u201c in Island \u2013 gegen Lohnungleichheit und zur Erinnerung an einen wichtigen dortigen Frauenstreik im Jahr 1975.<\/p>\n<p>In Italien, wo im vergangenen November 200.000 gegen Gewalt an Frauen in Rom demonstriert hatten, rief die Bewegung \u201eNicht eine weniger\u201c (\u201eNon una di meno\u201c) die Gewerkschaften zur Organisation von Streiks auf. Der 8. M\u00e4rz wird \u201eFrauenstreik\u201c genannt, doch es werden sich nicht nur Frauen beteiligen (genau wie sich nicht nur Frauen an den weltweiten Demonstrationen gegen Trump beteiligt haben). Und es wird nicht nur Streiks geben. M\u00e4nnliche Arbeiter werden aufgefordert, ihre Arbeit niederzulegen und zu den Demonstrationen zu gehen \u2013 um Aktionen durchzuf\u00fchren, die die Aufmerksamkeit auf die riesigen Probleme arbeitender Frauen lenken. In Frankreich existiert ein Onlineaufruf f\u00fcr Arbeitsniederlegungen am 8. M\u00e4rz um 15.40 Uhr. Dadurch soll den Arbeitgebern die unbezahlte Arbeit entzogen werden, von der sie sonst aufgrund des gro\u00dfen Lohnunterschiedes zwischen M\u00e4nnern und Frauen profitieren w\u00fcrden!<\/p>\n<p>Socialist Alternative schreibt aus Trumps eigenem Land: \u201eIm Angesicht des rekordverd\u00e4chtigen Widerstands weicht Trump nicht zur\u00fcck. Er beschleunigt die Angriffe noch. Wir k\u00f6nnen nicht auf die n\u00e4chste Wahl warten. Wir m\u00fcssen die Proteste jetzt ausweiten!\u201c Sie rufen alle auf, die Idee von Aktionen einschlie\u00dflich Arbeitsniederlegungen zu unterst\u00fctzen, \u201ewo es m\u00f6glich ist, dies zu tun ohne Jobverlust oder andere Repressalien zu riskieren\u201c. Sie rufen au\u00dferdem Frauenorganisationen und Gewerkschaften auf, den Tag als Sprungbrett f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Aktionen am 1. Mai, den Tag internationaler Arbeitersolidarit\u00e4t, zu begreifen.<\/p>\n<h4>Spanien<\/h4>\n<p>Die spanische Sch\u00fclergewerkschaft \u201eSindicato de Estudiantes\u201c (haupts\u00e4chlich von jungen Frauen und Mitgliedern der Izquierda Revolucionaria gef\u00fchrt) hat Sch\u00fclerInnen f\u00fcr den 8. M\u00e4rz ab 13 Uhr zum Verlassen des Unterrichts aufgefordert. Sie schlagen Versammlungen auf Schulh\u00f6fen und Universit\u00e4tspl\u00e4tzen vor. Ihre Botschaft ist: \u201eWir haben genug von sexistischer Gewalt! Wir k\u00e4mpfen, um Frauenrechte zu verteidigen! Nieder mit Donald Trump und jeder Regierung, die Sexismus und Unterdr\u00fcckung unterst\u00fctzt!\u201c.<\/p>\n<h4>Brasilien<\/h4>\n<p>In Brasilien werden am Internationalen Frauentag Proteste mit zwei Hauptslogans organisiert: \u201eNein zur Rentenreform!\u201c Denn diese betrifft Frauen besonders hart. Und: \u201eNein zum Femizid!\u201c &#8211; ein Slogan der \u201eNicht eine weniger\u201c- Bewegung, die gegen die eskalierende Gewalt an Frauen k\u00e4mpft. In Sao Paolo werden Lehrerstreiks erwartet.<\/p>\n<h4>Irland<\/h4>\n<p>In Irland gibt es den Aufruf \u201eStrike 4 Repeal\u201c. Sch\u00fclerInnen, Studierende und einige ArbeiterInnen werden streiken, um ein sofortiges Referendum f\u00fcr die Abschaffung des Abtreibungsverbotes in Irland zu fordern. F\u00fcr den Abend ist ein Marsch auf das Parlament geplant. Mitglieder der Socialist Party, viele von ihnen in der sozialistischen feministischen ROSA-Kampagne aktiv, werden an diesen Ereignissen teilnehmen.<\/p>\n<p>In Schweden plant die Sozialistische Gerechtigkeitspartei (RS) einen Schulstreik in Stockholm und einige andere Proteste an Arbeitspl\u00e4tzen sowie Interventionen auf Demonstrationen.<\/p>\n<h4><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-34292\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-768x475.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Frauentag2.jpg 1761w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>CWI<\/h4>\n<p>Das CWI begr\u00fc\u00dft alle Aktionsaufrufe die es weltweit f\u00fcr den 8. M\u00e4rz gibt. Ein \u201eglobaler Streik\u201c oder selbst eine Aktion wird es nicht in jedem Land geben. Doch dort, wo Aktionsideen verbreitet werden, ermutigen wir zur gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Teilnahme von M\u00e4nnern und Frauen. Wir weisen die Idee zur\u00fcck, dass nur Frauen f\u00fcr \u201eFrauenthemen\u201c k\u00e4mpfen sollten. Wir m\u00fcssen herausstreichen, dass es wichtig ist, dass die gesamte Bewegung ein Frauenrechtsprogramm als Teil des breiteren Kampfes f\u00fcr sozialistische Ver\u00e4nderung aufstellt.<br \/>\nInternational hat das CWI an vorderster Front an vielen K\u00e4mpfen teilgenommen, die Frauen direkt betreffen und involvieren. Nicht zuletzt die Kampagne unserer MitstreiterInnen f\u00fcr einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde, die von Socialist Alternatives Stadtr\u00e4tin Kshama Sawant gef\u00fchrt wurde. Unser Ansatz in jeder Kampagne ist es, Forderungen aus dem hier und jetzt mit dem Kampf f\u00fcr gesellschaftliche sozialistische Ver\u00e4nderung zu verbinden, wobei wir jedoch niemals sagen, dass keine Rechte gewonnen werden k\u00f6nnen, bevor wir diese grundlegende Ver\u00e4nderung erreicht haben.<br \/>\nEs war nie unser Ansatz, dass Frauen abwarten sollen anstatt f\u00fcr die Ver\u00e4nderungen in der Welt, in der sie leben, zu k\u00e4mpfen. Au\u00dferdem muss jeder, der in einer Bewegung wie der unseren aktiv ist, ein Bewusstsein und Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse anderer entwickeln. Das CWI unterst\u00fctzt Initiativen f\u00fcr Kampagnen und Proteste, die Frauen besonders betreffen. Gleichzeitig argumentieren wir daf\u00fcr, diese mit der breiteren Arbeiterbewegung zu verbinden und f\u00fcr die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Einheit zwischen Arbeitern und Arbeiterinnen einzutreten. Damit sollen diese K\u00e4mpfe gest\u00e4rkt und die Notwendigkeit einer breiteren politischen Kraft f\u00fcr den Kampf f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft verdeutlicht werden. Wir begr\u00fc\u00dfen die gro\u00dfe Aufmerksamkeit, die sich gerade auf die besonderen Herausforderungen von Frauen in der kapitalistischen Gesellschaft richtet und auch die Proteste, die weltweit organisiert werden. Wir wollen gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Einheit und Solidarit\u00e4t am 8. M\u00e4rz unter all jenen, die international gegen Sexismus und Ungleichheit, Ausbeutung und schwere Lebensbedingungen k\u00e4mpfen, die im Kapitalismus Alltag sind. Mach mit \u2013 f\u00fcr eine sozialistische Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weltweite Demonstrationen aus Wut gegen Trump und Sexismus<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34290,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102,32,31,35,95],"tags":[833,297],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34289"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34289"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34289\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34294,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34289\/revisions\/34294"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34290"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34289"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34289"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34289"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}