{"id":34279,"date":"2017-03-03T12:07:56","date_gmt":"2017-03-03T11:07:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34279"},"modified":"2017-03-03T12:07:56","modified_gmt":"2017-03-03T11:07:56","slug":"barcelona-hunderttausende-solidarisch-mit-gefluechteten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/03\/barcelona-hunderttausende-solidarisch-mit-gefluechteten\/","title":{"rendered":"Barcelona: Hunderttausende solidarisch mit Gefl\u00fcchteten"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-23351\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823-280x173.png\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823-280x173.png 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823-162x100.png 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823-560x344.png 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/Katalonien-e1356077137823.png 685w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>\u201eVolem acollir\u201c &#8211; \u201eWir wollen sie willkommen hei\u00dfen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Vergangenen Samstag, am 18. Februar, hat in Barcelona die gr\u00f6\u00dfte Demonstration zur Unterst\u00fctzung von Fl\u00fcchtlingen in Europa stattgefunden. Sie stand unter dem Motto: \u201eVolem acollir\u201c (dt.: Wir wollen euch willkommen hei\u00dfen\u201c). Die OrganisatorInnen von \u201eCasa Nostra, Casa Vostra\u201c (dt.: \u201eUnser Heim ist euer Heim\u201c) und andere Strukturen, die Unterst\u00fctzungsarbeit f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge leisten, sprechen von 300.000 bis 500.000 Menschen, die die Stra\u00dfen durchstr\u00f6mten, um ihre Solidarit\u00e4t mit den Menschen zu zeigen, die jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen, um den Gr\u00e4ueln des Imperialismus zu entkommen.<\/p>\n<p><em>Von Esquerra Revolucion\u00e0ria (Revolution\u00e4re Linke in Katalonien)<\/em><\/p>\n<p>Die Lokalpolizei geht von 160.000 TeilnehmerInnen aus. Neben der Solidarit\u00e4tsbekundung bestand ein weiteres Ziel der Gro\u00dfkundgebung darin, die Regierungen aufzufordern, Fl\u00fcchtlinge aufzunehmen und ihnen umgehend Asyl zu gew\u00e4hren. Eine Vorstellung davon, wie stark die Mobilisierung war, bekommt man, wenn man wei\u00df, dass der Platz, auf dem die Auftaktkundgebung stattgefunden hat, immer noch \u00fcberf\u00fcllt war, als ein gro\u00dfer Teil der DemonstrantInnen bereits am Ort der Abschlusskundgebung eingetroffen war.<\/p>\n<p>Diese historische Demonstration ist Ausdruck der enormen Wut, die in der Bev\u00f6lkerung herrscht und sich gegen die widerliche Politik richtet, mit der Stimmung gegen Fl\u00fcchtlinge gemacht wird. Es geht dabei vor allem gegen Menschen, die vor dem Krieg in Syrien fl\u00fcchten. Diese historische Demonstration zeigt aber auch, dass die faschistische Demagogie und Manipulation der b\u00fcrgerlichen Presse in Katalonien nicht in der Lage ist, die Tatsache zu \u00fcberdecken, dass wir, die Masse der Menschen, absolut nichts gemein haben mit unseren Regierungen, die immer nur dann an die Menschenrechte denken, wenn es darum geht, die Rechte von Banken und die Daten von Konzernen zu sch\u00fctzen, damit diese die Korruption verbergen und die kriminelle Herkunft eines gro\u00dfen Teils ihres Kapitals verschleiern k\u00f6nnen. Wir sind auf die Stra\u00dfe gegangen und haben klar und laut gesagt, dass wir es ablehnen, zu Komplizen eines kriminellen Systems gemacht zu werden, das den gr\u00f6\u00dften Teil der Menschheit im Elend h\u00e4lt und einen massenhaften Exodus in die entwickelten L\u00e4nder zu verantworten hat. An die Orte, wo die politische Rechte den Hass auf MigrantInnen sch\u00fcrt, um die abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten zu spalten, w\u00e4hrend das \u201ebig business\u201c und die von ihnen gekauften PolitikerInnen noch ihren Nutzen aus all diesem Elend ziehen.<\/p>\n<p>Sie profitieren von der Situation, in der EinwanderInnen stecken und speisen diese mit Hungerl\u00f6hnen ab. Und danach beschuldigen sie sie noch kriminell zu sein. Sie haben von den Waffenverk\u00e4ufen an alle Konfliktparteien im Syrien-Konflikt (auch an islamistische Kr\u00e4fte) profitiert, und jetzt wollen sie Profit daraus schlagen, die Fl\u00fcchtlinge pauschal des IS-Terrorismus zu verd\u00e4chtigen. Doch die Mobilisierung hunderttausender junger Leute und ArbeiterInnen, die vergangenen Samstag in Barcelona auf die Stra\u00dfe gegangen sind, hat gezeigt, dass ihre Pl\u00e4ne pl\u00f6tzlich mit dem Bewusstsein und den menschlichen Instinkten von Millionen Besch\u00e4ftigten zusammenprallen. Die abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigten haben \u00fcberhaupt gar nichts von ihrer kriminellen Politik. Das Gegenteil ist der Fall: Terrorismus, der Verlust sozialer und demokratischer Rechte f\u00fcr inl\u00e4ndische wie ausl\u00e4ndische ArbeiterInnen, Grenzen, die Menschen aber nicht illegale Finanztransaktionen aufhalten und so weiter und so fort. Deshalb hat auch die konservative \u201ePartido Popular\u201c (PP) nicht an der Demonstration teilgenommen. Damit zeigt sie, wie sehr es ihr an Menschlichkeit fehlt und dass sie \u2013 obwohl in Madrid an der Regierung \u2013 nichts mit den Menschen gemein hat, die aufgrund ihrer Regierungspolitik leiden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Und dennoch beschr\u00e4nkte sich die Kritik, die am Samstag ge\u00e4u\u00dfert wurde, nicht allein auf den Imperialismus, die Xenophobie und die repressive Politik, die sich im spanischen Staat gegen MigrantInnen richtet \u2013 und f\u00fcr die die PP steht. Ein wesentlicher Aspekt der Demonstration bestand in dem Ausma\u00df, mit dem die PolitikerInnen angegangen worden sind, die unter anderem von der Solidarit\u00e4t mit Fl\u00fcchtlingen sprechen (wie momentan im spanischen Staat zu erleben), ohne entsprechende Schritte einzuleiten (was \u00fcbrigens auch f\u00fcr Katalonien selbst gilt). Im Jahr 2016 hat die spanische Regierung 609 Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, obwohl man die Zahl von 17.000 zugesagt hatte. In Katalonien hat das Parlament einstimmig beschlossen, 4.500 Personen aufzunehmen. Doch die Anzahl derer, die tats\u00e4chlich hier angekommen sind, liegt bei unter 200. Aus diesem Grund haben viele Gruppen, die zur Demonstration aufgerufen hatten, an das offizielle Motto \u201eWir wollen sie willkommen hei\u00dfen\u201c noch ein \u201eSchluss mit den Ausreden\u201c angeh\u00e4ngt. Um jeden Zweifel auszur\u00e4umen, brachte eines der gr\u00f6\u00dften Banner, das auf der Demo zu sehen war, diese Kritik noch einmal ganz deutlich zum Ausdruck: \u201eKatalanische Politiker, Schluss mit den Ausreden. Wir wollen sie willkommen hei\u00dfen\u201c. Entlang der Demoroute waren auf besonderen Lautsprecherwagen auch verschiedene Gruppen von MigrantInnen und Einzelpersonen zu h\u00f6ren, die als Privatleute auftraten, um die nicht hinnehmbaren Bedingungen in den Fl\u00fcchtlingslagern, die Existenz von Auffangzentren (CIEs), Polizeischikanen (wie im Fall der \u201emanteros\u201c, den Stra\u00dfenh\u00e4ndlern, die auch in Barcelona drangsaliert werden) und die Ausbeutung bei der Arbeit, unter der ausl\u00e4ndische Besch\u00e4ftigte zu leiden haben, anzuprangern.<\/p>\n<p>Neben dem Aspekt der Solidarit\u00e4t mit den Fl\u00fcchtlingen und der Ablehnung von Imperialismus, Rassismus und der Politik der PP wurde dar\u00fcber hinaus eindeutige Kritik an der rechtsgerichteten Politik laut, die von der katalanischen Regierung (Generalitat) in der Praxis umgesetzt wird. Ebenfalls angegriffen wurden Inaktivit\u00e4t und ausbleibende bzw. nicht angemessene Reaktionen auf der Ebene der Stadtr\u00e4te, die f\u00fcr den Wandel oder auf dem Ticket linker Organisationen mit \u00f6ffentlichen VertreterInnen angetreten sind. Diese Art von Kritik und tiefgreifender sozialer Unzufriedenheit, die auf der Demonstration vom 18. Februar sehr pr\u00e4sent war, steht im Zusammenhang mit anderen Massendemonstrationen, die in letzter Zeit in Katalonien stattgefunden haben (z.B. am \u201eTag der Unabh\u00e4ngigkeit\u201c u.a.). Auch diese Massenveranstaltungen haben die Forderung von Millionen von Menschen ausgedr\u00fcckt, die grundlegenden sozialen Wandel wollen. Linke Organisationen sollten diese nicht au\u00dfer Acht lassen.<\/p>\n<p>Konfrontiert mit dem Schlagwort \u201enein, das k\u00f6nnen wir nicht\u201c und einer Politik der Demobilisierung und Sozialpartnerschaft, haben die jungen Leute und die ArbeiterInnen Kataloniens wieder einmal gezeigt: \u201eDoch, das k\u00f6nnen wir\u201c. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die linken Organisationen, die an der Demonstration teilgenommen haben, das Recht Vertriebener auf ein angemessenes Leben in Katalonien, dem ganzen spanischen Staat und in Europa verteidigen. Doch diese Forderung muss verkn\u00fcpft werden mit einem Programm, das die Massen mit Bestimmtheit und dauerhaft mobilisieren kann. All ihre Probleme und spezifischen Forderungen m\u00fcssen mit der Notwendigkeit in Einklang gebracht werden, die Gesellschaft zu transformieren und den Grund f\u00fcr Kriege zu beseitigen. Denn beim Krieg geht es um nichts anderes, als um die erbarmungslose Suche nach kapitalistischem Profit. Und der Imperialismus ist erschaffen worden, um diese Suche zu rechtfertigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eVolem acollir\u201c &#8211; \u201eWir wollen sie willkommen hei\u00dfen\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23351,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4,44],"tags":[657,829],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34279"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34279"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34280,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34279\/revisions\/34280"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23351"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}