{"id":34262,"date":"2017-03-11T08:52:53","date_gmt":"2017-03-11T07:52:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=34262"},"modified":"2017-03-03T09:02:16","modified_gmt":"2017-03-03T08:02:16","slug":"verschlechterungen-beim-arbeitszeitgesetz-geplant","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/03\/verschlechterungen-beim-arbeitszeitgesetz-geplant\/","title":{"rendered":"Verschlechterungen beim Arbeitszeitgesetz geplant"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_34263\" aria-describedby=\"caption-attachment-34263\" style=\"width: 265px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-34263\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835-265x173.jpeg\" alt=\"\" width=\"265\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835-265x173.jpeg 265w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835-768x502.jpeg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835-531x347.jpeg 531w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835-600x392.jpeg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/pexels-photo-277835.jpeg 1148w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-34263\" class=\"wp-caption-text\">CC0, Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Arbeiten bis der Arzt kommt?<\/strong><\/p>\n<p>Viele arbeitende Eltern, vor allem Alleinerziehende, k\u00f6nnen ein Lied davon singen: \u201e&#8217;Ne ganz normale 50-Stunden-Woche, heim kommen und erst mal f\u00fcr die Kleinen kochen&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Das was Max Giesinger in seinem Song \u201eWenn sie tanzt\u201c beschreibt, ist leider heute bittere Realit\u00e4t f\u00fcr viele Menschen. Auch diejenigen, die keine kleinen Kinder (mehr) haben, kommen oft v\u00f6llig fertig von der Arbeit nach Hause. Viel zu selten ist noch Zeit f\u00fcr Hobbys, Freunde oder einfach nur Zeit zum Entspannen.<\/p>\n<p><em>von Mar\u00e9n Wiese, Rostock<\/em><\/p>\n<p>Da kommt dann Frau Nahles mit den \u00c4nderungen zum Arbeitszeitgesetz und versucht uns einzureden, wie toll diese doch gerade f\u00fcr berufst\u00e4tige Eltern seien. Es wird uns weis gemacht, dass wir selbst entscheiden k\u00f6nnen, wann und wie viel wir arbeiten. Aber ein mulmiges Gef\u00fchl beschleicht einen, wenn sich dann herausstellt, dass sich an der realen Wochenarbeitszeit gar nichts \u00e4ndert. Nat\u00fcrlich ist es in Bereichen wie dem \u00f6ffentlichen Dienst schon m\u00f6glich die Arbeitszeit zu reduzieren, aber dann mit den entsprechenden Lohneinbu\u00dfen. Das k\u00f6nnen sich vor allem Alleinerziehende in der Regel nicht leisten.<\/p>\n<p>Oder aber es geht den Besch\u00e4ftigten \u2013 zum Beispiel in den Pflegeberufen \u2013 so, dass sie nicht nur weniger Lohn bekommen, sondern auch noch die gleiche Arbeit in weniger Zeit bew\u00e4ltigen sollen.<\/p>\n<p>Es ist also eine Illusion, dass wir selbst entscheiden k\u00f6nnen, wann wir mehr und wann weniger arbeiten. Im Gegenteil, es zeigt sich, dass die \u00c4nderungen im Arbeitszeitgesetz nur den Arbeitgebern nutzen, da sie letztlich bestimmen, wer wann und wie viel arbeiten muss. So k\u00f6nnen sie sich um die Einstellung von zus\u00e4tzlichem Personal dr\u00fccken, indem sie die bestehende Belegschaft \u00fcber die maximale H\u00f6chststundenzahl arbeiten lassen, wenn sie es f\u00fcr notwendig erachten.<\/p>\n<h4>Arbeit macht krank<\/h4>\n<p>Untersuchungen zeigen es immer wieder: egal ob in der privaten Wirtschaft oder im \u00f6ffentlichen Dienst stehen vor allem Frauen (aber zunehmend auch M\u00e4nner) unter einem enormen Druck. Wir sollen flexibler arbeiten, am besten jederzeit f\u00fcr den Chef verf\u00fcgbar sein. Das geht auf die Gesundheit. Vor allem die Arbeitszeit und der allgemeine Stress im Job machen immer mehr Besch\u00e4ftigte krank.<\/p>\n<p>Deshalb ist es wichtig, das zu \u00e4ndern. Die meisten Besch\u00e4ftigten m\u00f6chten weniger arbeiten. Sie m\u00f6chten mehr Zeit haben, um mit den Kindern oder der Familie etwas zu unternehmen. Viele haben heute keine Zeit mehr, regelm\u00e4\u00dfig einem Hobby nachzugehen. Einmal wieder ein Buch lesen, eine Sprache lernen oder zum Sport gehen. Auch wenn man dann mal Urlaub hat, versucht man die vielen aufgeschobenen Dinge irgendwie zu erledigen. So wird die Zeit, die der Erholung dienen soll, fast ebenso stressig, wie die Arbeitszeit.<\/p>\n<p>Es darf nicht nur ein ferner Wunsch bleiben, wir m\u00fcssen uns organisieren und gemeinsam f\u00fcr eine Reduzierung der Arbeitszeit k\u00e4mpfen. Denn w\u00e4hrend die Produktivit\u00e4t immer weiter steigt, also von weniger Menschen innerhalb der gleichen Zeitspanne immer mehr produziert werden kann, ist die Arbeitszeit in den letzten 25 Jahren fast \u00fcberall so geblieben oder wurde gar weiter angehoben.<\/p>\n<h4>Gemeinsamer Kampf notwendig<\/h4>\n<p>Wir m\u00fcssen also in und mit den Gewerkschaften und der LINKEN f\u00fcr eine Reduzierung der regelm\u00e4\u00dfigen Wochenarbeitszeit auf drei\u00dfig Stunden pro Woche k\u00e4mpfen. Das muss dann aber bei vollem Lohn- und Personalausgleich passieren.<\/p>\n<p>Wenn die Bosse oder PolitikerInnen der etablierten Parteien dann jammern, dass so etwas nicht bezahlbar ist, k\u00f6nnen wir ihnen die Namen der 36 reichsten deutschen Multi-Milliard\u00e4re geben. Dort ist der Reichtum! Der konnte nur angeh\u00e4uft werden, weil sie uns und unsere Arbeitskraft ausbeuten und zudem kaum Steuern bezahlen. Das hat auch die aktuelle Oxfam-Studie sehr gut dargelegt. Es ist also genug Geld da, um eine allgemeine Arbeitszeitreduzierung bei vollem Lohn- und Personalausgleich umzusetzen. Wir sollten deshalb endlich selbstbewusst auftreten und uns das holen, was uns zusteht. Lasst uns gemeinsam k\u00e4mpfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeiten bis der Arzt kommt?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":34263,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[9],"tags":[827],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34262"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=34262"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34262\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":34264,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/34262\/revisions\/34264"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34263"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34262"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=34262"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=34262"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}