{"id":33971,"date":"2017-01-06T10:49:31","date_gmt":"2017-01-06T09:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33971"},"modified":"2017-01-06T11:02:36","modified_gmt":"2017-01-06T10:02:36","slug":"widerstand-gegen-us-truppenverlegung-ueber-bremerhaven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2017\/01\/widerstand-gegen-us-truppenverlegung-ueber-bremerhaven\/","title":{"rendered":"Widerstand gegen US-Truppenverlegung \u00fcber Bremerhaven"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-29796\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188-280x173.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/02_sebastian-e1422015482188.jpg 567w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>&#8222;Es geht ihnen nicht um Menschenrechte.&#8220; <\/strong><\/p>\n<p>Interview mit Sebastian Rave, Mitglied im Landesvorstand der LINKEN Bremen und des SAV Bundesvorstands<\/p>\n<div>\n<h4>Am 6. Januar ist die Truppenverlegung einer kompletten US-Panzerbrigade mit 4.000 Soldatinnen und Soldaten und mehr als 2.000 Fahrzeugen \u00fcber Bremerhaven zu NATO-Man\u00f6vern in Osteuropa geplant. Der \u00dcberseehafen, \u00fcber den die Verschiffung laufen soll, ist im Besitz des Landes Bremen. Wie verh\u00e4lt sich die Kommune zu dieser Truppenverlegung?<\/h4>\n<p>Der Bremer Senat, aber auch die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung und der B\u00fcrgermeister halten sich nobel zur\u00fcck oder verweisen auf NA\u2009TO-B\u00fcndnisverpflichtungen. Dabei ist klar, dass sie die Transporte stoppen k\u00f6nnten, wenn sie es wollten. Daf\u00fcr fehlt offenbar der politische Wille \u2013 obwohl der Bremerhavener B\u00fcrgermeister Melf Grantz wie auch sein Bremer Amtskollege Carsten Sieling den Aufruf \u00bbB\u00fcrgermeister f\u00fcr den Frieden\u00ab unterst\u00fctzt haben. Anscheinend ein reines Lippenbekenntnis. Im Bremerhavener Hafen werden auch in vermeintlichen Friedenszeiten jeden Tag 41 Tonnen Munition umgeschlagen \u2013 das muss aufh\u00f6ren.<\/p>\n<h4>Es gibt ein gro\u00dfes antimilitaristisches B\u00fcndnis, das sich gegen die Verschiffung stellt und am Folgetag zu einer Gro\u00dfdemo aufruft. Ist es dar\u00fcber hinaus realistisch, die Truppenverlegung zu verz\u00f6gern beziehungsweise zu stoppen?<\/h4>\n<p>Es gab beim ersten B\u00fcndnistreffen Vergleiche mit der gro\u00dfen Hafenblockade 1983, bei der Zehntausende die Anlieferung von Pershing-Raketen verhindern wollten. Das wurde damals ein Jahr lang vorbereitet, wir hatten dieses Mal nur ein paar Wochen. Es ist also eine etwas gr\u00f6\u00dfere Herausforderung. Wir wollen aber auch ein Zeichen setzen. Das US-Kommando will ja testen, ob sie im Zweifelsfall schnell und reibungslos ihre Kampfeinheiten verlegen k\u00f6nnen. Wir werden deutlich machen, dass Bremerhaven kein ruhiger Hafen f\u00fcr das Milit\u00e4r ist, dass es hier Menschen gibt, die sich gegen die Kriegslogik wehren. Und wir rufen ausdr\u00fccklich zur Nachahmung in ganz Deutschland auf.<\/p>\n<h4>Was ist Deine Einsch\u00e4tzung nach der Ausl\u00f6ser f\u00fcr das Vorgehen der US-Regierung?<\/h4>\n<p>Der Kapitalismus steckt weiterhin in einer tiefen Krise. Der Welthandel geht insgesamt zur\u00fcck, Staaten schotten sich ab, die \u00c4ra des Freihandels geht langsam zu Ende. Nicht erst seit Donald Trump designierter US-Pr\u00e4sident ist, gibt es in den Vereinigten Staaten eine R\u00fcckkehr zum Protektionismus, und auch in der EU wird \u00fcber Schutzz\u00f6lle gegen chinesischen Stahl diskutiert. Die Gro\u00dfm\u00e4chte kommen sich mit ihrer Au\u00dfenpolitik immer wieder in die Quere, sei es in der Ukraine, in Syrien, oder im Pazifik. Dabei geht es keinem der Beteiligten um Menschenrechte oder Demokratie, am Ende geht es um Einflusssph\u00e4ren und die Profite der jeweiligen Kapitalistenklassen, egal in welchem Land.<\/p>\n<h4>Habt Ihr nach der Truppenverlegung noch weitere Aktionen geplant?<\/h4>\n<p>Der Bedarf besteht jedenfalls immer. Ich glaube, das Problem der Friedensbewegung ist, dass sie vielen zu unkonkret ist. \u00bbF\u00fcr den Weltfrieden\u00ab ist zwar sch\u00f6n, aber im Moment nicht gerade zum Greifen realistisch. Deswegen muss es mehr konkreten Protest gegen die Kriege und deren Vorbereitungen in dieser Welt geben.<\/p>\n<h4>Hei\u00dft das, Du rechnest auch am Freitag und Sonnabend nicht mit sonderlich vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern?<\/h4>\n<p>Die Resonanz auf unseren Aufruf ist hervorragend. Wie gesagt, die Teilnehmerzahlen von damals werden wir wohl nicht erreichen, aber die Antwort auf die gr\u00f6\u00dfte Truppenverlegung seit Ende des Kalten Krieges wird auf jeden Fall eine der gr\u00f6\u00dften Antikriegsdemos der vergangenen Jahre in der Stadt werden. Das B\u00fcndnis bildet ein breites Spektrum an Gruppen ab, und es kommen fast jeden Tag neue Unterst\u00fctzer dazu. Einig sind wir uns in der Ablehnung von waghalsigen Milit\u00e4rman\u00f6vern in Osteuropa vor dem Hintergrund einer weltpolitisch gespannten Lage.<\/p>\n<h5><em>Das Interview f\u00fchrte Patrik Schulte. Es erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt.\u00a0<\/em><\/h5>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Es geht ihnen nicht um Menschenrechte.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":29796,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[61],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33971"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33971"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33971\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33984,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33971\/revisions\/33984"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29796"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33971"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33971"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33971"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}