{"id":33852,"date":"2016-12-23T11:06:07","date_gmt":"2016-12-23T10:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33852"},"modified":"2016-12-22T16:53:06","modified_gmt":"2016-12-22T15:53:06","slug":"produktion-fuer-die-tonne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/12\/produktion-fuer-die-tonne\/","title":{"rendered":"Produktion f\u00fcr die Tonne"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/whes2013_banner_250x250-e1354531585887.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-23032\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/whes2013_banner_250x250-e1354531585887.jpg\" alt=\"whes2013_banner_250x250\" width=\"250\" height=\"146\" \/><\/a>Wir haben es satt: Kapitalistische Lebensmittelindustrie<\/strong><\/p>\n<p>Tierleid, ungesundes Essen, miese Jobs: Die Lebensmittelindustrie hat viele unsch\u00f6ne Gesichter. Ein besonders herausragendes Problem ist die massive \u00dcberproduktion. Riesige Essensberge werden vernichtet.<\/p>\n<p><em>von Christian Walter, Aachen<\/em><\/p>\n<p>Allein in Deutschland werden Sch\u00e4tzungen zufolge j\u00e4hrlich \u00fcber elf Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Privathaushalte tragen mit etwa vierzig Prozent dazu bei. Aber vom Feld \u00fcber Transport und Verarbeitung bis zum Supermarkt passiert sechzig Prozent der Vernichtung. Damit werden massenhaft Trinkwasser, Energie, Anbaufl\u00e4chen und andere Ressourcen vergeudet. Zwei Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Fleischproduktion: Fast drei Viertel der globalen Anbaufl\u00e4chen werden f\u00fcr die Tierf\u00fctterung ben\u00f6tigt. F\u00fcr ein Kilogramm Rindfleisch aus Stallhaltung werden 15.500 Liter Wasser (Trinkwasser, Anbau der Futtermittel, Reinigung der St\u00e4lle), 6,5 Kilogramm Getreide und 36 Kilogramm Heu ben\u00f6tigt. Die Fleischindustrie in Deutschland expandiert massiv, trotz bestehender \u00dcberproduktion. Ein Teil des Fleisches wird exportiert und \u00fcberschwemmt als Billigprodukt M\u00e4rkte vor allem in Westafrika. M\u00f6glich ist das nur, weil Deutschland und die EU die Fleischindustrie mit riesigen Subventionen unterst\u00fctzen. Ein weiterer Teil wird ganz anders genutzt \u2013 Fleisch und Innereien in Biogasanlagen, Knochenmehl als D\u00fcnger oder Mastnahrung, Fette in der chemischen Industrie oder als Sprit. Von dem, was tats\u00e4chlich als Fleisch verkauft wird, werden im Handel sowie bei Gro\u00df- und EndverbraucherInnen nochmal gro\u00dfe Mengen weggeworfen.<\/li>\n<li>Handel: Obst und Gem\u00fcse werden kistenweise aussortiert, wenn neue Lieferungen kommen. Brot wird t\u00e4glich weggeworfen. Produkte werden schon viele Tage vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums aus dem Sortiment entfernt. Durch den Trend, in K\u00fchltheken zubereitete Salate oder geschnittenes Obst anzubieten, wird das noch verst\u00e4rkt.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Ressourcenverschwendung<\/h4>\n<p>Eine Studie geht davon aus, dass bis zu 50 Prozent der Lebensmittel in den Industriestaaten nicht verzehrt, sondern vernichtet werden. In jedem Lebensmittel stecken dabei verschiedene Ressourcen, die dadurch verschwendet werden. Hier vier Beispiele:<\/p>\n<ul>\n<li>Wasser: Gerade in extrem armen Regionen der Welt, wo zu Hungerl\u00f6hnen teils bew\u00e4sserungsintensive Produkte wie Gem\u00fcse und Obst f\u00fcr den Export angebaut werden herrscht akuter Wassermangel.<\/li>\n<li>Anbaufl\u00e4chen: F\u00fcr die maximale Ausbeute werden Monokulturen angelegt die die B\u00f6den ausbluten lassen. Mit D\u00fcngemitteln wird versucht dagegen zu halten, allerdings mit m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Eine Nebenwirkung dabei ist die Belastung des Grundwassers. Insbesondere seit dem verst\u00e4rkten Pflanzenanbau f\u00fcr Biodiesel und Biogasanlagen nehmen Monokulturen wieder zu. Dazu kommt der Energieverbrauch f\u00fcr den unn\u00f6tigen Transport von Lebensmitteln \u00fcber weiten Strecken.<\/li>\n<li>Energie: In der Verarbeitung von Lebensmitteln, aber auch f\u00fcr die Herstellung beispielsweise von chemischen D\u00fcngemitteln, wird enorm viel Energie verbraucht.<\/li>\n<li>Arbeitskraft: \u00dcberproduktion belastet nicht nur die Umwelt, sondern verschwendet auch Milliarden Stunden menschlicher Arbeitskraft.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Profite gegen Fortschritt<\/h4>\n<p>Ist eine \u00f6kologische Lebensmittelproduktion im Kapitalismus denkbar? Die SAV k\u00e4mpft f\u00fcr jede Verbesserung auch im aktuellen System. Doch f\u00fcr uns sind die Probleme nicht Ausrutscher, sondern logische Folge der profitorientierten Wirtschaftsweise. Deswegen stehen wir f\u00fcr eine grunds\u00e4tzlich andere Wirtschaftsweise, die sich an den Bed\u00fcrfnissen von Mensch und Umwelt orientiert.<\/p>\n<p>Kapitalismus hei\u00dft Konkurrenzkampf. Jeder Konzern muss maximale Profite erwirtschaften, um im Wettbewerb bestehen zu k\u00f6nnen. Folgerichtig versuchen alle Konzerne immer weiter zu expandieren. Massive \u00dcberproduktion ist eine logische Folge davon. Konkret bedeutet das beispielsweise, dass KundInnen mit Werbung und Lockangeboten dazu verleitet werden, viel mehr zu kaufen als sie je essen k\u00f6nnen. Gleichzeitig geschieht mehr als die H\u00e4lfte der Lebensmittelvernichtung bereits auf dem Feld, beim Transport, in der Industrie oder im Handel. Die Verantwortung daf\u00fcr wird gerne auf die VerbraucherInnen abgew\u00e4lzt.<\/p>\n<h4>Demokratisch geplante Wirtschaft<\/h4>\n<p>Was in der Lebensmittelindustrie passiert, passiert in praktisch allen Wirtschaftsbereichen: Eine massive, t\u00e4gliche \u00dcberproduktion bzw. \u00dcberkapazit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die SAV steht f\u00fcr Gemeineigentum an Produktionsmitteln und eine gesellschaftlich geplante und demokratisch kontrollierte Wirtschaft. Die tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnisse k\u00f6nnten ermittelt und die Produktion daran angepasst werden. Das darf nicht b\u00fcrokratisch und abgehoben passieren, wie es im sogenannten Ostblock der Fall war, sondern muss flexibel sein: So zentral wie n\u00f6tig, so dezentral wie m\u00f6glich. Auf allen Ebenen muss eine demokratische Debatte stattfinden: Was soll produziert werden und wie soll produziert werden? So k\u00f6nnen die guten Ideen, die jede und jeder hat, einbezogen werden. Die Bedingung: Den Kapitalismus \u00fcberwinden. Das hei\u00dft: Schluss mit der Diktatur der Konzerne \u2013 in der Lebensmittelindustrie und \u00fcberall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben es satt: Kapitalistische Lebensmittelindustrie<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":23032,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[116],"tags":[785],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33852"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33852"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33852\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33903,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33852\/revisions\/33903"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33852"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}