{"id":33850,"date":"2016-12-04T11:03:33","date_gmt":"2016-12-04T10:03:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33850"},"modified":"2016-12-02T15:14:59","modified_gmt":"2016-12-02T14:14:59","slug":"vw-zukunftspakt-stellenabbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/12\/vw-zukunftspakt-stellenabbau\/","title":{"rendered":"VW: Zukunftspakt Stellenabbau"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_33880\" aria-describedby=\"caption-attachment-33880\" style=\"width: 231px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33880\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk-231x173.jpg\" alt=\"Von Photo: Andreas Praefcke - Self-published work by AndreasPraefcke, CC BY 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=111097\" width=\"231\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk-231x173.jpg 231w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk-768x576.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk-463x347.jpg 463w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk-600x450.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Wolfsburg_VW-Werk.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 231px) 100vw, 231px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33880\" class=\"wp-caption-text\">Von Photo: Andreas Praefcke &#8211; Self-published work by AndreasPraefcke, CC BY 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=111097<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bosse wollen weltweit 30.000 Stellen abbauen<\/strong><\/p>\n<p>Mit kriminellen Methoden hatte der VW-Konzern \u2013 wie viele andere in der Branche \u2013 Umweltauflagen umgangen. Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt: Weltweit sterben j\u00e4hrlich etwa dreineinhalb Millionen Menschen an Luftverschmutzung, in Deutschland sind es 7000 Todesopfer pro Jahr.<\/p>\n<p><em>von Angelika Teweleit<\/em><\/p>\n<p>Die Schelte f\u00fcr VW-Vorstandsmitglieder und die Forderungen nach Verzicht auf Bonusauszahlungen von diversen Politikern d\u00fcrfte vor allem f\u00fcr das eigene Image gedacht sein. Die Verantwortlichen werden in diesem System selten zur Rechenschaft gezogen.<\/p>\n<p>Wie nicht anders zu erwarten war, werden stattdessen Sparprogramme zulasten der Besch\u00e4ftigten eingeleitet. Dabei nutzen die VW-Bosse die Krise, um Produktivit\u00e4t und Gewinne weiter in die H\u00f6he zu treiben.<\/p>\n<h4>Erfolg \u2013 f\u00fcr wen?<\/h4>\n<p>Nach wochenlangen Verhandlungen verk\u00fcndet der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh, es sei gelungen, Standortschlie\u00dfungen und betriebsbedingte K\u00fcndigungen abzuwenden. Viele KollegInnen, die seit Monaten um ihre Arbeitspl\u00e4tze bangten, sind sicher erleichtert. Allerdings konnte sich die Arbeitgeberseite mit einem Sparprogramm um 3,7 Milliarden Euro durchsetzen, was wiederum durch den Abbau von 30.000 Stellen (davon 23.000 in Deutschland) und durch weitere Flexibilisierung erreicht werden soll. Unter anderem wurde f\u00fcr einen Teil von Besch\u00e4ftigten die (befristete) Verl\u00e4ngerung der Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden pro Woche vereinbart.<\/p>\n<h4>Co-Management \u2013 ein Fass ohne Boden<\/h4>\n<p>\u201eBei Volkswagen galt und gilt, dass Wirtschaftlichkeit und Besch\u00e4ftigung gleichrangige Unternehmensziele sind. Das ist im Zukunftspakt so best\u00e4tigt worden\u201c hei\u00dft es im Infoblatt des Gesamtbetriebsrates bei VW 1. Die Bosse haben ihr Ziel erreicht: mit den vereinbarten Schritten soll die Produktivit\u00e4t bis 2020 um 25 Prozent (!) gesteigert und der Gewinn um mehrere Milliarden Euro verbessert werden. Ferdinand Dudenh\u00f6fer, Professor f\u00fcr Betriebswissenschaftslehre mit Schwerpunkt Autoindustrie, der als arbeitnehmerfeindlich gilt, h\u00e4lt weiteren Jobabbau f\u00fcr wahrscheinlich: \u201eWir haben es schon oft erlebt, dass Restrukturierungsprogramme nachgebessert werden. Und das hei\u00dft dann meist: dass noch mehr Jobs wegfallen. (\u2026) Das jetzt verk\u00fcndete Programm ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange.\u201c 2<\/p>\n<h4>Gegenwehr<\/h4>\n<p>Die Strategie der IG Metall und ihrer Betriebsr\u00e4te in der Automobilindustrie besteht aus Co-Management, um Standorte zu sichern und Konkurrenzf\u00e4higkeit des eigenen Unternehmens zu steigern. \u00dcber die Jahre haben sich viele KollegInnen an kontinuierliche Einschnitte bei den Arbeitsbedingungen und L\u00f6hnen gew\u00f6hnt. Resultat ist, dass viele KollegInnen sich kaputt arbeiten \u2013 und dass die Basis der IG Metall weitgehend passiv geworden ist.<\/p>\n<p>Die IG Metall k\u00f6nnte der ewigen Spirale nach unten ein Ende setzen. Sie k\u00f6nnte mit der Waffe des Streiks einen Kampf f\u00fcr den Erhalt aller Arbeitspl\u00e4tze f\u00fchren, und dabei Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn fordern, wenn es nicht genug Arbeit f\u00fcr alle gibt. Dabei k\u00f6nnte sie politischen Druck auf die nieders\u00e4chsische SPD-gef\u00fchrte Landesregierung aufbauen, solch einem Sparprogramm nicht zuzustimmen, da das Land als Anteilseigner \u00fcber ein Vetorecht in wichtigen Fragen verf\u00fcgt. Sie k\u00f6nnte die Offenlegung der Gesch\u00e4ftsb\u00fccher fordern. Sie k\u00f6nnte deutlich machen, dass der VW-Skandal eine Folge der Profitgier der Bosse wie Piech und Porsche ist. Sie k\u00f6nnte die vollst\u00e4ndige \u00dcberf\u00fchrung von VW in Gemeineigentum fordern \u2013 zum Wohle der Besch\u00e4ftigten und der Gesellschaft. F\u00fcr ein solches Programm ist es n\u00f6tig, sich mit k\u00e4mpferischen KollegInnen zu vernetzen und an den Aufbau einer innergewerkschaftlichen Opposition zu gehen, um die IG Metall zu einer k\u00e4mpfenden Gewerkschaft zu machen.<\/p>\n<h4>Zukunft der Autoindustrie<\/h4>\n<p>Zum Wohle der Umwelt, der Besch\u00e4ftigten und der Gesellschaft w\u00e4re die Verstaatlichung der Automobilindustrie unter demokratischer Kontrolle und Verwaltung von Besch\u00e4ftigten, Gewerkschaften, Umweltverb\u00e4nden und Staat ein notwendiger Schritt. Auf der Grundlage von Gemeineigentum und demokratischer Planung w\u00e4re es m\u00f6glich, die Produktion f\u00fcr eine Verkehrsplanung nach gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnissen, anstatt nach den Profitinteressen der Autobosse, umzustellen. Und: Mithilfe von deutlicher Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich sowie einem sinnvoll ausgearbeiteten Qualifizierungskonzept k\u00f6nnten alle Arbeitspl\u00e4tze gesichert und sogar neue geschaffen werden. Es ist wichtig, dass die LINKE mit solchen Vorschl\u00e4gen in die aktuellen Debatten eingreift, um Auswege aufzuzeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p>1 MITBESTIMMEN!, Zeitung des Volkswagen Betriebsrates, EXTRA, November 2016<\/p>\n<p>2 K\u00f6lner Stadtanzeiger, 18.11.2016<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bosse wollen weltweit 30.000 Stellen abbauen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33880,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10],"tags":[785],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33850"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33850"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33881,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33850\/revisions\/33881"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33880"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}