{"id":33787,"date":"2016-11-15T12:42:44","date_gmt":"2016-11-15T11:42:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33787"},"modified":"2016-11-15T12:47:05","modified_gmt":"2016-11-15T11:47:05","slug":"das-waren-die-sozialismustage-in-dortmund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/11\/das-waren-die-sozialismustage-in-dortmund\/","title":{"rendered":"Das waren die Sozialismustage in Dortmund"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-33788\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund-280x158.jpg\" alt=\"s12dortmund\" width=\"280\" height=\"158\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund-280x158.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund-768x432.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund-560x315.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund-600x338.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/s12Dortmund.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/p>\n<p align=\"left\"><strong>50 Aktive nahmen an spannenden Debatten teil<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">Auch dieses Jahr nahmen an den Sozialismustagen Dortmund wieder verschiedene politisch Interessierte, darunter AktivistInnen aus Bewegungen, Gewerkschaften, der LINKEN und von Linksjugend [&#8217;solid] teil. Angesichts paralleler Termine, wie etwa die Demonstration in K\u00f6ln, bei der 30000 Menschen gegen die Politik Erdogans protestierten, war die Veranstaltung mit 50 TeilnehmerInnen dennoch gut besucht.<\/p>\n<p><em>Von Ela Weber, Dortmund<\/em><\/p>\n<p>Beim Auftaktpodium ging es, nach einer kurzen Einleitung \u00fcber die Situation in Europa, vor allem um die zunehmende Nazigewalt in Dortmund. Svenja Jeschak gab einen historischen Einblick in die Naziszene der Stadt und wie es dazu kommen konnte, dass sich diese seit den achtziger Jahren etablieren und aufbauen konnte. In der anschlie\u00dfenden Diskussion tauschten sich die TeilnehmerInnen \u00fcber Strategien aus, wie man die Nazis am besten zur\u00fcckdr\u00e4ngen kann. Betont wurde auch, dass die Kampagne &#8222;Es reicht!&#8220; dabei ein gewaltiger Fortschritt sei, jedoch vor allem die Gewerkschaften ihr Potenzial noch nicht voll aussch\u00f6pfen.<\/p>\n<h4>Ist der Mensch zu schlecht f\u00fcr Sozialismus?<\/h4>\n<p>Anschlie\u00dfend teilten sich alle auf verschiedene Workshops auf. Im Workshop &#8222;Ist der Mensch zu schlecht f\u00fcr den Sozialismus&#8220; drehte es sich vor allem um die Frage, wie eine sozialistische Gesellschaft aussehen und aufgebaut werden kann. Bei der Frage, wie man verhindern kann, dass sich gew\u00e4hlte VertreterInnen von den Menschen abheben, die sie vertreten sollen, fanden viele die Praxis des CWIs (Committee for a Workers International) gut, dessen Abgeordnete von ihrem Gehalt nur einen durchschnittlichen Facharbeiterlohn behalten und den Rest des Geldes in die Unterst\u00fctzung von politischen Kampagnen stecken.<\/p>\n<p>Auf die Bedenken, ob eine geplante Wirtschaft nicht zu unflexibel sei, wurde entgegnet, dass Unternehmen ja bereits jetzt sehr effektiv planen, jedoch geschieht dies gegeneinander &#8211; es geht nicht darum, wie die Menschen am besten mit G\u00fctern versorgt werden k\u00f6nnen, sondern wer das gr\u00f6\u00dfte St\u00fcck von Kuchen bekommt.\u00a0Ein Teilnehmer bemerkte, dass f\u00fcr ihn zuvor der Begriff \u201ePlanwirtschaft\u201c eher negativ besetzt gewesen sei, durch die Diskussion und der Bezeichnung \u201edemokratisch geplante Wirtschaft\u201c habe er erst eine wirkliche Vorstellung bekommen, was eigentlich dahinter steckt. Am Ende waren sich alle einig, dass es schwachsinnig ist zu sagen, der Sozialismus funktioniere nicht &#8211; angesichts Ausbeutung, Armut und Kriegen sehe man, dass der Kapitalismus nicht funktioniert.<\/p>\n<p>Ein weiterer Workshop befasste sich mit der Situation in der T\u00fcrkei, in welcher Erdogan, nach dem gescheiterten Putschversuch die Entwicklung hin zu einer Diktatur noch mal beschleunigt hat und seine Macht weiter ausbaut, w\u00e4hrend er demokratische Rechte aushebelt.<\/p>\n<h4>K\u00e4mpferische Gewerkschaften aufbauen<\/h4>\n<p>Julian Koll (Streikaktivist und Mitglied der SAV) berichtete im Workshop &#8222;Welche Art von Gewerkschaften brauchen wir?&#8220; \u00fcber erfolgreiche K\u00e4mpfe von oppositionellen\u00a0Gewerkschaftsgruppen in der Vergangenheit und verglich diese mit heutigen K\u00e4mpfen, bei denen die Gewerkschaften meist eine Konfrontation scheuen und statt dessen auf Verhandlungen setzen.\u00a0Aus dem Sozial- und Erziehungsdienste-Streik zog er unter anderem die Schlussfolgerung, dass Streiks demokratisiert werden m\u00fcssen, damit diese nicht einfach von der Gewerkschaftsf\u00fchrung ausgebremst werden k\u00f6nnen.\u00a0Geert Cool von der Linkse Socialistische Partij (Schwesterorganisation der SAV in Belgien) bemerkte, dass wir \u00fcberall auf der Welt das gleiche Ph\u00e4nomen sehen, dass\u00a0Gewerkschaftsf\u00fchrungen vor allem auf die Aushandlung von Kompromissen, meist mit ihren &#8222;Parteifreunden der Sozialdemokratie&#8220; setzen. Sozialpartnerschaft und Co-Management pr\u00e4gen nicht nur das Bild in Deutschland, dabei br\u00e4uchten wir klassenk\u00e4mpferische Gewerkschaften.\u00a0Insbesondere seit der Krise setzen die Kapitalisten zunehmend auf Konfrontation und wenn die Gewerkschaften weiter vor allem auf Verhandlungen setzen, habe man eine sehr schwache Position. Betont wurde auch, wie wichtig internationale Solidarit\u00e4t sei und dass sich die Arbeiterklasse der verschiedenen L\u00e4nder nicht im Namen der Wettbewerbsf\u00e4higkeit gegeneinander ausspielen lassen.\u00a0K\u00e4mpferische Gewerkschaften spielten auch eine Rolle bei der Frage, wie man die Abkommen TTIP und CETA noch verhindern k\u00f6nne, mit welcher sich in einem anderen Workshop auseinandergesetzt wurde.<\/p>\n<h4><strong>#Trumpprotest<\/strong><\/h4>\n<p>In einem weiteren Workshop wurde dar\u00fcber diskutiert, wie es dazu kommen konnte, dass ein rassistischer und sexistischer Milliard\u00e4r der 45. Pr\u00e4sident der USA werden konnte, nachdem Bernie Sanders noch vor einem halben Jahr Millionen Menschen mit dem Slogan &#8222;F\u00fcr eine politische Revolution gegen die Milliard\u00e4rsklasse&#8220; begeistern konnte. Im Mittelpunkt standen jedoch die Situation nach der Wahl und die Frage, ob es nun eher zu einem Abflauen oder erneuten Aufkommen von Protesten kommen wird. Die meisten waren der Ansicht, dass die Wahl von Trump als Peitsche der Konterrevolution den Widerstand der ArbeiterInnen befeuern werde.<\/p>\n<h4><strong>Neue Mitglieder<\/strong><\/h4>\n<p>Nach dem Workshop \u00fcber Theorie und Praxis der SAV sind vier Teilnehmer der SAV beigetreten. Wir freuen uns, die neuen Genossen begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen und auf den gemeinsamen Kampf f\u00fcr eine Welt ohne Ausbeutung, Ausgrenzung und Krieg.\u00a0Beim Abendpodium tauschten sich Genossen aus Belgien, \u00d6sterreich und Deutschland \u00fcber ihre Erfahrungen im Kampf gegen rechtspopulistische Parteien aus und diskutierten zusammen mit den TeilnehmerInnen dar\u00fcber, wie der Rechtsruck in Europa gestoppt werden kann. Im Anschluss gingen die Diskussionen in gem\u00fctlicher Runde weiter und ein Teil der Anwesenden freut sich nach der erfolgreichen Veranstaltung in Dortmund bereits jetzt auf die Sozialismustage 2017 in Berlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>50 Aktive nahmen an spannenden Debatten teil<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33788,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33787"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33787"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33792,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33787\/revisions\/33792"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}