{"id":33678,"date":"2016-10-31T10:23:54","date_gmt":"2016-10-31T09:23:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33678"},"modified":"2016-11-04T11:39:36","modified_gmt":"2016-11-04T10:39:36","slug":"snowden-der-film","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/10\/snowden-der-film\/","title":{"rendered":"\u201eSnowden\u201c, der Film"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/MV5BMTg2MzYzNzgzOF5BMl5BanBnXkFtZTgwOTg4NzQ4OTE@._V1_SY1000_CR006411000_AL_-e1477481684407.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-33679\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/MV5BMTg2MzYzNzgzOF5BMl5BanBnXkFtZTgwOTg4NzQ4OTE@._V1_SY1000_CR006411000_AL_-e1477481684407-266x173.jpg\" alt=\"mv5bmtg2mzyznzgzof5bml5banbnxkftztgwotg4nzq4ote-_v1_sy1000_cr006411000_al_\" width=\"266\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/MV5BMTg2MzYzNzgzOF5BMl5BanBnXkFtZTgwOTg4NzQ4OTE@._V1_SY1000_CR006411000_AL_-e1477481684407-266x173.jpg 266w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/MV5BMTg2MzYzNzgzOF5BMl5BanBnXkFtZTgwOTg4NzQ4OTE@._V1_SY1000_CR006411000_AL_-e1477481684407-534x347.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/MV5BMTg2MzYzNzgzOF5BMl5BanBnXkFtZTgwOTg4NzQ4OTE@._V1_SY1000_CR006411000_AL_-e1477481684407.jpg 565w\" sizes=\"(max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><\/a>Dieser Artikel erschien zuerst am 19. Oktober auf der englischsprachigen Webseite socialistworld.net<\/em><\/p>\n<p><strong>Regisseur Oliver Stone nimmt den \u201etiefen Staat\u201c der USA unter die Lupe \u2013 eine Filmkritik<\/strong><\/p>\n<p><em>von Vincent Kolo, \u201eSocialist Action\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Hong Kong)<\/em><\/p>\n<p>\u201eEs geht nicht um Terrorismus\u201c, sagt Edward Snowden in Oliver Stones neuestem Werk &#8218;Snowden&#8216;, \u201eder Terrorismus ist nur vorgeschoben. In Wirklichkeit geht es um soziale und \u00f6konomische Kontrolle\u201c.<\/p>\n<p>Der Kinofilm \u201eSnowden\u201c hat die Vertreter des \u201etiefen Staats\u201c in Amerika schon deshalb emp\u00f6rt, weil er Salz in die Wunde streut, die vor nunmehr drei Jahren aufgerissen ist. Damals haben die Enth\u00fcllungen von Edward Snowden und die von ihm offengelegten, bis dato als streng geheim klassifizierten Dokumente gezeigt, in welch immensem Ausma\u00df der Staat die Menschen \u00fcberwacht. Zu diesen Enth\u00fcllungen z\u00e4hlte auch eine Sammlung von 200 Millionen Text-Nachrichten, die an einem einzigen Tag durchleuchtet worden sind. In dem Film \u00e4u\u00dfert Snowden, dass er nachvollziehen kann, weshalb US-amerikanische Dienste sich in Computersysteme einhacken und Telefonate in China und Russland abh\u00f6ren. Warum aber geschehe dies auch in L\u00e4ndern wie \u00d6sterreich \u2026?<\/p>\n<p>Chris Inglis, ehemaliger stellvertretender Direktor der \u201eNational Security Agency\u201c (NSA), hat Oliver Stones Streifen indes als \u201el\u00e4cherlich\u201c bezeichnet. Er mag das zwar behaupten, Edward Snowden aber muss derzeit in Russland ausharren (wo er weder Asyl beantragt noch erhalten hat, wie einige Berichte weiterhin suggerieren). Sollte er wieder US-amerikanischen Boden betreten, so droht Snowden eine 30-j\u00e4hrige Haftstrafe aufgrund von \u201eSpionage\u201c.<\/p>\n<h4>Beunruhigend<\/h4>\n<p>Eigentlich bringt der Film keine neuen Erkenntnisse. Die Art und Weise aber, wie er \u2013 in nicht allzu fachspezifische Sprache verpackt \u2013 das \u00fcberw\u00e4ltigende und weltumspannende Ausma\u00df der \u00dcberwachung und die Verbreitung moderner Kontrollmechanismen pr\u00e4sentiert, ist wirklich beunruhigend. Wenn der Film dazu beitragen kann, f\u00fcr mehr \u00f6ffentliche Sensibilit\u00e4t bei diesem Thema zu sorgen, dann hat er einen wichtigen Beitrag geleistet.<\/p>\n<p>Im Film wird gezeigt, wie Handys und Laptops an jedem Ort der Welt in Beschlag genommen und zu \u00dcberwachungsapparaten umfunktioniert werden k\u00f6nnen. Snowden umgeht diese M\u00f6glichkeit, indem er sein Mobiltelefon in der Mikrowelle aufbewahrt und ein Heftpflaster auf die Kameralinse seines Computers klebt. Es geht offenbar um das wahre Leben!<\/p>\n<p>Unter Pr\u00e4sident Bush und in der Zeit des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c sind die rechtlichen Grenzen, in denen derartige Methoden der massenhaften \u00dcberwachung angewendet werden k\u00f6nnen, weitgehend gelockert worden. Stattdessen wurde ein System geschaffen, zu dem auch Geheimgerichte geh\u00f6ren. Snowden hat dieses System, das keiner demokratischen Kontrolle mehr unterliegt, mehr und mehr abgesto\u00dfen.<\/p>\n<p>Indem er auf Computer-animierte Bilder zur\u00fcckgreift, zeigt der Film sehr anschaulich, wie die NSA sich so allt\u00e4glicher Portale wie \u201efacebook\u201c und \u201egoogle\u201c zunutze macht, um dar\u00fcber jede x-beliebige Person aussp\u00e4hen zu k\u00f6nnen. Gezeigt wird dies in einer mutma\u00dflich fiktiven Szene, in der Snowden sich in ein \u201efacebook\u201c-Konto eines jungen M\u00e4dchens einhackt und auf entsprechende Daten zur\u00fcckgreift. Dies f\u00fchrt dazu, dass sie Selbstmordgedanken entwickelt. Snowden selbst agierte bei den Dreharbeiten als inoffizieller technischer Berater des Filmteams und hat seither eingestanden, dass er sich \u201eunwohl\u201c f\u00fchlt, weil der Film sich so nah an der Wirklichkeit bewegt.<\/p>\n<h4>Der Staat<\/h4>\n<p>In diesem Sinne sind es der Staat und Geheimdienste wie CIA und NSA, die in diesem Film die Stars abgeben. Im wahren Leben sind sie die gr\u00f6\u00dften Schurken. MarxistInnen wie Friedrich Engels haben den Staat als besondere K\u00f6rperschaft beschrieben, die zur Unterdr\u00fcckung aller anderen gesellschaftlichen Klassen durch die \u00f6konomisch herrschende Klasse dient und aus bewaffneten Einheiten besteht, Gef\u00e4ngnisse unterh\u00e4lt usw. In heutiger Zeit geh\u00f6ren auch noch riesige Bunker zu dieser \u201ebesonderen K\u00f6rperschaft\u201c, die vollgestopft sind mit Cyber-Technologie.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund hat das \u201eCommittee for a Workers\u00b4 International\u201c \/\/ \u201eKomitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale\u201c (CWI) und die ihm in den USA verbundene Organisation namens \u201eSocialist Alternative\u201c die Forderung aufgestellt, dass die NSA aufgel\u00f6st und anti-demokratische Gesetze wie der \u201ePatriot Act\u201c wieder aufgehoben werden. ArbeitnehmerInnen und junge Leute m\u00fcssen sich f\u00fcr die volle demokratische Kontrolle der Regierung und der staatlichen Einrichtungen einsetzen, damit das bestehende, undemokratische und von den Eliten beherrschte System beendet wird.<\/p>\n<p>Oliver Stone ist bekannt f\u00fcr seine Filme, die sich kritisch gegen\u00fcber dem US-Establishment \u00e4u\u00dfern. Im Besonderen gilt dies f\u00fcr die Au\u00dfen- und Verteidigungspolitik. Zu seinen Werken z\u00e4hlen Filme wie \u201eWall Street\u201c, \u201eGeboren am Vierten Juli\u201c und \u201eSalvador\u201c. \u201eSnowden\u201c erg\u00e4nzt diese Liste auf eindr\u00fcckliche Weise. In der US-amerikanischen Filmindustrie ist sein j\u00fcngstes Projekt auf viel Widerstand gesto\u00dfen. \u201eAlle gro\u00dfen Studios haben abgewunken\u201c, sagt Stone. \u201eIm Prinzip ging es darum, dass sie Angst hatten; Angst davor, diese Geschichte zu erz\u00e4hlen.\u201c Der Regisseur ging daraufhin nach Deutschland und Frankreich, um Gelder f\u00fcr seinen Film zu bekommen.<\/p>\n<p>In einer Hauptrolle brilliert Joseph Gordon-Levitt als leicht verr\u00fcckter Computer-K\u00fcnstler. Er handelt wie ein \u201eComputerfreak\u201c, der eher einem Mark Zuckerberg als einem Jason Bourne gleicht. Der Film behandelt die Jahre von 2004 bis 2013, von dem Zeitpunkt, an dem Snowden selbst zum Bestandteil des US-amerikanischen Sicherheitsapparats wurde (er war bei der CIA, der NSA und bei privaten Sicherheitsfirmen besch\u00e4ftigt) bis zu seiner schicksalhaften Entscheidung, mit tausenden von Geheimdokumenten in der Tasche nach Hong Kong zu fliehen.<\/p>\n<h4>Politisches Aha-Erlebnis<\/h4>\n<p>Der Film folgt Edward Snowden auf seiner Odyssee von Virginia in die Schweiz und nach Hawaii. Dar\u00fcber wird auch seine bemerkenswerte politische Wandlung greifbar. Am Anfang steht Snowden noch hinter dem Krieg f\u00fchrenden Pr\u00e4sidenten Bush. Am Ende ist er dann der \u201ewhistle-blower\u201c, der ob des Scheitern von Barack Obama, der doch alles anders machen wollte, keine Illusionen mehr hat. Der Film wartet mit peinlichen Originalaufnahmen von Obama auf, wie dieser behauptet, f\u00fcr \u201eTransparenz\u201c in der Regierung zu stehen. 2004 wird Snowden dann f\u00fcr ein Programm der Spezialkr\u00e4fte der Armee angeworben. Zu jenem Zeitpunkt glaubt er noch fest daran, dass er damit \u201eden freien Menschen helfen kann, sich gegen Unterdr\u00fcckung zur Wehr zu setzen\u201c. Einmal im Sicherheitsapparat angekommen entdeckt er hingegen, dass seine eigene Regierung exakt das Gegenteil mit der eigenen Bev\u00f6lkerung anstellt. Snowden hat die Aktivit\u00e4ten der NSA als \u201eexistentielle Bedrohung f\u00fcr die Demokratie\u201c beschrieben.<\/p>\n<p>Die politischen Ansichten Snowdens sind nur schwer festzumachen. Folgt man den Angaben des Autors Luke Harding in seinem Buch \u00fcber den \u201ewhistle-blower\u201c, dann sympathisiert er mit dem Rechtsausleger der \u201eLibertarians\u201c, Ron Paul. 2012 habe er sogar f\u00fcr den Wahlkampf von Ron Paul gespendet. Das geschah jedoch, noch bevor Snowden den entscheidenden Bruch mit dem US-amerikanischen Establishment vollzieht.<\/p>\n<h4>Was geschah im \u201eMira Hotel\u201c?<\/h4>\n<p>Etliche Szenen des Films wurden in einem Hotelzimmer des \u201eMira Hotels\u201c in Hong Kong gedreht, wo Snowden die digitalisierten Dokumente an Glenn Greenwald (gespielt von Zachary Quinto) und Ewan MacAskill (Tom Wilkinson) von der Zeitung \u201eThe Guardian\u201c \u00fcbergeben hat. Stones Streifen setzt an der preisgekr\u00f6nten Dokumentation \u201eCitizenfour\u201c von Laura Poitras (gespielt von Melissa Leo) an, die 2013 ausschlie\u00dflich im \u201eMira Hotel\u201c gedreht wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignright size-medium wp-image-33681\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n-280x136.jpg\" alt=\"14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n\" width=\"280\" height=\"136\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n-280x136.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n-768x374.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n-560x273.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n-600x292.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/14433161_1271911932820997_8635741582059129091_n.jpg 829w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>In Hong Kong hat der neue Film von Oliver Stone gerade erst seine Premiere hinter sich. Und \u201eSocialist Action\u201c hat aus diesem Anlass organisiert, dass eine Gruppe von F\u00fcchtlingen an dieser Urauff\u00fchrung teilnehmen konnte. Wir wollten damit auch die Rolle der acht Asylsuchenden hervorheben, die Snowden in ihren Unterk\u00fcnften in Sicherheit gebracht haben. Nachdem \u201eThe Guardian\u201c die ersten Ausz\u00fcge aus Snowdens Enth\u00fcllungen ver\u00f6ffentlicht hatte, war er gezwungen, sich als Kameramann verkleidet aus dem \u201eMira\u201c herauszuschleichen und Unterschlupf bei den \u00e4rmsten BewohnerInnen der Stadt zu suchen: den Fl\u00fcchtlingen. Auch diese Begebenheit wird in dem Film von Stone beleuchtet.<\/p>\n<p>So sa\u00dfen bei der Filmpremiere in Hong Kong dann auch Vanessa von den Philippinen, die Mitglied von \u201eSocialist Action\u201c ist, und Ajith aus Sri Lanka mit im Publikum. Sie waren zwei der Fl\u00fcchtlinge, die Snowden bei sich aufgenommen hatten. F\u00fcr Vanessa und Ajith oder andere Familien hat sich seit ihrem heldenhaften Akt der Zivilcourage im Jahre 2013 nichts ge\u00e4ndert. \u201eWie Edward Snowden sind sie weiterhin staatenlos\u201c, sagte Jonathan Man, der Anwalt von Snowden in Hong Kong. Auch er war bei der Premiere zugegen.<\/p>\n<p>Nicht nur Edward Snowden hat sich \u00f6ffentlich im Sinne der Fl\u00fcchtlinge ge\u00e4u\u00dfert, die in Hong Kong leben. Auch der Schauspieler Gordon-Levitt hat auf seiner \u201efacebook\u201c- und \u201eTwitter\u201c-Seite Unterst\u00fctzung f\u00fcr unsere Demonstration zum Ausdruck gebracht, die wir in Hong Kong f\u00fcr Snowden und die Rechte von Fl\u00fcchtlingen organisiert haben. Am Ende des Films findet sich dazu eine Videoaufnahme, wo die Fahne von \u201eSocialist Action\u201c zu sehen ist. Die Aufnahmen wurden bei der Demonstration im Juni 2013 gemacht, bei der wir gefordert haben, dass Snowden Asyl in Hong Kong gew\u00e4hrt wird. \u201eSocialist Action\u201c hatte diese Demo mit organisiert.<\/p>\n<h4>Begnadigung f\u00fcr Snowden<\/h4>\n<p>Die Premiere des Kinofilms findet in einer Zeit statt, in der gerade eine Kampagne f\u00fcr die Begnadigung Snowdens durch den Pr\u00e4sidenten Obama l\u00e4uft, der in K\u00fcrze das Wei\u00dfe Haus verlassen wird. Die Forderung danach hat auch das CWI schon mehrfach ins Spiel gebracht. So hat sich auch Paul Murphy in seiner Zeit als Abgeordneter des Europaparlaments und sp\u00e4ter als Mitglied des irischen Parlaments daf\u00fcr eingesetzt. Er ist Mitglied der \u201eSocialist Party\u201c, der Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Irland. Und auch der Film von Oliver Stone wird die Sensibilit\u00e4t der \u00d6ffentlichkeit bei diesem Thema steigern. Von den aktuellen Pr\u00e4sidentschaftskandidatInnen in den USA steht lediglich Jill Stein von der \u201eGreen Party\u201c f\u00fcr eine Begnadigung Snowdens.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber hat Donald Trump seine guten Beziehungen zu Russlands Pr\u00e4sident Putin hervorgehoben, die dabei helfen w\u00fcrden, um Snowden in die USA ausliefern und wegen Spionage vor Gericht bringen zu k\u00f6nnen. Aufgrund des Drucks, der durch die radikale Welle aufgebaut wurde, welche durch den Wahlkampf von Bernie Sanders ausgel\u00f6st worden ist, hat Hillary Clinton ihre Position etwas abgeschw\u00e4cht. Pl\u00f6tzlich sprach sie nur noch davon, dass Snowden \u201edie Suppe ausl\u00f6ffeln\u201c muss, die er sich eingebrockt habe. Drei Jahre zuvor hatte sie noch die Meinung vertreten, dass Snowden ein \u201eVerr\u00e4ter\u201c sei, der \u201eBlut an seinen H\u00e4nden\u201c habe.<\/p>\n<p>Diese unterschiedliche Herangehensweise zeigt auch, wie das kapitalistische Establishment in der Lage ist, doppelte Standards anzulegen. Schlie\u00dflich haben fr\u00fchere Pr\u00e4sidenten eine ganze Reihe tats\u00e4chlicher Schurken begnadigt. So zum Beispiel Richard Nixon, der Gerald Ford begnadigte oder Lewis \u201eScooter\u201c Libby, dem eine 7-j\u00e4hrige Haftstrafe wegen Meineids durch George W. Bush erlassen worden ist. Marc Rich, der Milliarden-schwere \u00d6lh\u00e4ndler, der in illegale Machenschaften verwickelt war und das Unternehmen \u201eGlencore\u201c gegr\u00fcndet hat, ist sp\u00e4ter von Bill Clinton begnadigt worden. Zuvor hatte Rich auf der Liste gesuchter Krimineller gestanden, weil er am gr\u00f6\u00dften Fall von Steuerbetrug in der Geschichte der USA beteiligt gewesen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regisseur Oliver Stone nimmt den \u201etiefen Staat\u201c der USA unter die Lupe \u2013 eine Filmkritik<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33679,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[68,84],"tags":[778],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33678"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33678"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33678\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33682,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33678\/revisions\/33682"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}