{"id":33630,"date":"2016-10-14T11:01:03","date_gmt":"2016-10-14T09:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33630"},"modified":"2016-10-14T11:01:03","modified_gmt":"2016-10-14T09:01:03","slug":"polen-aufstand-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/10\/polen-aufstand-der-frauen\/","title":{"rendered":"Polen: Aufstand der Frauen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-33631\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681-280x121.jpg\" alt=\"polen\" width=\"280\" height=\"121\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681-280x121.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681-560x243.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681-600x261.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen-e1476435560681.jpg 602w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Massenbewegung stoppt Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts<\/strong><\/p>\n<p><em>Wir ver\u00f6ffentlichen hier zwei Artikel von Mitgliedern der polnischen Schwesterorganisation der SAV, Alternatywa Socjalistyczna \u00fcber die Massenproteste gegen den Versuch der polnischen Regierung, das ohnehin schon sehr restriktive Abtreibungsrecht weiter zu versch\u00e4rfen. Der erste Artikel von Pavel Nowak stammt vom 13. Oktober und gibt den aktuellen Stand nach den Massendemonstrationen und Frauenstreiks vom 3. Oktober wieder. Der zweite Artikel von Paul Newberry stammt vom 5. Oktober und stellt die Bewegung f\u00fcr das Recht auf Abtreibung ausf\u00fchrlich dar. <\/em><\/p>\n<h3>Massendemonstrationen und Frauenstreiks zwingen polnische Regierung zum R\u00fcckzug<\/h3>\n<p><em>von Pawel Nowak<\/em><\/p>\n<p>Nach einer atemberaubenden Machtdemonstration am \u201eSchwarzen Montag\u201c, an dem Frauen in den Streik getreten sind und es auf den Stra\u00dfen zu Massenprotesten gekommen ist, hat die regierende Partei in Polen, die den Namen \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c (PiS) tr\u00e4gt, eine 180-Grad-Wende hingelegt und den Gesetzentwurf, der urspr\u00fcnglich ein absolutes Verbot von Abtreibungen vorsah, zur\u00fcckgezogen.<\/p>\n<p>Ganz entgegen den sonst \u00fcblichen parlamentarischen Gepflogenheiten ist eine Sondersitzung des \u201eAusschusses zur Bearbeitung von Gesetzesentw\u00fcrfen\u201c einberufen worden, um eben diese Gesetzesvorlage quasi im Handumdrehen zur\u00fcckzuweisen. Am Folgetag wurden die Empfehlungen dieses Ausschusses dann dem Parlament vorgelegt, das den Entwurf ebenfalls umgehend verworfen hat.<\/p>\n<p>Einige AktivistInnen spielen die Bedeutung der Ereignisse der vergangenen Woche zwar herunter, weil sie die entstandene Bewegung aufrechterhalten wollen. Dennoch m\u00fcssen wir festhalten, dass die panikartige Kehrtwende der Regierungspartei zweifelsohne einen umfassenden Erfolg darstellt \u2013 auch, wenn der Kampf noch lange nicht beendet ist, da neue Versuche unternommen werden, das Anti-Abtreibungsgesetz zu versch\u00e4rfen. Ohne die massenhafte Mobilisierung hunderttausender von Frauen w\u00e4re dies nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Wenn man sich den Verlauf dieses \u201eSchwarzen Montags\u201c ansieht, so besteht der wesentliche Aspekt darin, dass sich eine so enorme Zahl an jungen Frauen an den Protesten beteiligt hat, die an diesem Tag stattgefunden haben. So haben sich Sch\u00fclerinnen in Streiks organisiert und sich auf diese Weise zum ersten Mal \u00fcberhaupt in ihrem Leben an einem politischen Kampf beteiligt. H\u00e4ufig geschah dies trotz k\u00f6rperlicher Drohungen und Einsch\u00fcchterungsversuchen im Vorfeld. \u00dcberall in Polen haben sich Frauen auch aus kleineren Ortschaften des Landes an den Protesten beteiligt. Viele Institutionen sprechen von einer Beteiligung von sechzig Prozent an den Streikaktionen.<\/p>\n<p>Dieser Kampf und der Erfolg, den er am \u201eSchwarzen Montag\u201c erzielt hat, hat dar\u00fcber hinaus auch die Frauen in anderen L\u00e4ndern dieser Welt begeistert. Sie haben dadurch an Selbstvertrauen gewonnen und konnten erleben, dass sich die Dinge anders entwickeln k\u00f6nnen, wenn man\/frau \u201enur\u201c dazu \u00fcbergeht, aktiven Widerstand zu leisten.<\/p>\n<h4>Der Kampf muss weitergehen!<\/h4>\n<p>Dieser Kampf ist noch lange nicht zu Ende. Schon jetzt ist von neuen Gesetzesentw\u00fcrfen die Rede, die eine weitere Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts zum Ziel haben. Ein eben solcher, dem Parlament bereits vorgelegter Gesetzesentwurf sieht zudem ein absolutes Verbot von Abtreibungen vor. Dar\u00fcber hinaus soll auch die \u201ePille danach\u201c verboten werden. Vorgesehen ist darin eine zweij\u00e4hrige Gef\u00e4ngnisstrafe f\u00fcr alle, die dieses hormonelle Verh\u00fctungspr\u00e4parat verkaufen, verschreiben oder es irgendwie zug\u00e4nglich machen. Unterdessen steht die PiS unter Druck von Seiten ihrer rechten Anh\u00e4ngerschaft. Ger\u00fcchten zufolge soll es zu einem sogenannten \u201eKompromiss\u201c kommen, das in Form einer Gesetzesvorlage daherkommt, nach der Abtreibungen in F\u00e4llen verboten sind, in denen der F\u00f6tus Missbildungen aufweist. Demgegen\u00fcber sind Abtreibungen weiterhin erlaubt, wenn Vergewaltigungen der Grund f\u00fcr die Schwangerschaft sind oder wenn das Leben der Schwangeren bedroht ist.<\/p>\n<p>Deshalb muss der Druck nun erh\u00f6ht werden. Die Aufgabe besteht jetzt darin, die Frauen dabei zu unterst\u00fctzen sich zu organisieren und f\u00fcr die n\u00e4chste gro\u00dfe Protestwelle zu mobilisieren: den \u201eFrauen-Streik Nummer 2\u201c am 24. Oktober 2016.<\/p>\n<p>Auf lokaler Ebene sollte es zur Einrichtung demokratischer Aussch\u00fcsse in den Schulen, Universit\u00e4ten und Betrieben kommen, die in der Lage w\u00e4ren, die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Anzahl an Frauen und M\u00e4nnern zu mobilisieren. Diese Aussch\u00fcsse sollten auf kommunaler Ebene miteinander verwoben sein und demokratisch legitimierte VertreterInnen auf die landesweite Ebene entsenden, um die Aktivit\u00e4ten und Aktionen zu koordinieren. Auf allen Ebenen sollten die jeweiligen Repr\u00e4sentantInnen der demokratischen Rechenschaftspflicht unterliegen.<\/p>\n<p>Die Bewegung muss auch unmissverst\u00e4ndlich und klar die Liberalisierung der Gesetze einfordern. Wir haben gesehen, dass wir die Menschen auf unsere Seite bringen k\u00f6nnen, wenn wir energisch das volle Recht auf Abtreibung einfordern und den Argumenten der politischen Rechten entgegentreten. Dank der unerm\u00fcdlichen Kampagnenarbeit , die von tausenden Frauen geleistet worden ist, hat sich die \u00f6ffentliche Meinung gedreht. Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine Liberalisierung des Gesetzes nimmt zu. Dies wird aber nicht m\u00f6glich sein, wenn die Bewegung es diskreditierten PolitikerInnen wie Stefan Niesio\u0142owski erlaubt, bei den Protestkundgebungen zu sprechen. Er und andere PolitikerInnen der neoliberalen Parteien \u201eNowoczesna\u201c und der \u201eB\u00fcrger-Plattform\u201c setzen sich lediglich daf\u00fcr ein, dass das Abtreibungsgesetz nicht weiter versch\u00e4rft wird.<\/p>\n<p>Der \u201eno logo\u201c-Ansatz, den sich die Bewegung selbst auferlegt hat, hat nicht verhindert, dass sich solche Leute Geh\u00f6r verschaffen konnten. Dieser Ansatz hat es ihnen erm\u00f6glicht, durch die Hintert\u00fcr Teil dieser Bewegung zu werden. Unterdessen wird kleineren und radikaleren Organisationen, die f\u00fcr die Liberalisierung des Abtreibungsrechts k\u00e4mpfen, verwehrt, ihre Ideen und Vorschl\u00e4ge in die Bewegung mit einzubringen.<\/p>\n<p>Gerade jetzt, da eine Reihe neuer Angriffe auf das Abtreibungsrecht auf dem Tisch liegen, m\u00fcssen wir in die Offensive gehen und die Kampagne f\u00fcr das volle Recht auf Abtreibung voranbringen.<\/p>\n<p><strong>Wir fordern:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Aufbau einer demokratischen Bewegung! F\u00fcr die Bildung demokratischer Aussch\u00fcsse auf lokaler, stadt- und landesweiter Ebene.<\/li>\n<li>Keine Kompromisse! F\u00fcr die Liberalisierung des Gesetzes \u2013 f\u00fcr rechtlich abgesicherte, sichere und freie Abtreibungen, wenn die Frau dies w\u00fcnscht.<\/li>\n<li>Kostenlose und qualitativ hochwertige Gesundheitsvorsorge \u2013 \u00c4rztInnen, die sich hinter dem Deckmantel ihrer \u201eEthik\u201c verstecken, m\u00fcssen zur\u00fcckgewiesen werden!<\/li>\n<li>Freier Zugang f\u00fcr alle zu kostenlosen Verh\u00fctungsmethoden.<\/li>\n<li>Anstatt Religion muss in den Schulen der Sexualkundeunterricht verpflichtend sein!<\/li>\n<li>Kostenlose Behandlungen zur k\u00fcnstlichen Befruchtung f\u00fcr alle, die dies w\u00fcnschen.<\/li>\n<li>Eine garantierter Platz f\u00fcr jedes Kind in einer kostenlosen und staatlich gef\u00fchrten Kita bzw. Vorschule!<\/li>\n<\/ul>\n<h3>\n\u00dcber 140.000 Frauen demonstrieren gegen ein totales Verbot von Abtreibungen.<\/h3>\n<p><em>Von Paul Newberry<\/em><\/p>\n<p>Pl\u00e4ne, ein totales Abtreibungsverbot einzuf\u00fchren haben eine massive, unkontrollierte Explosion von Wut in Polen ausgel\u00f6st. Am Montag, 3. Oktober, wurde ein Streik polnischer Frauen ausgerufen, inspiriert vom Beispiel isl\u00e4ndischer Frauen, die 1975 einen landesweiten Streik abhielten. In Warschau demonstrierten \u00fcber 50.000 im str\u00f6menden Regen, in Wroclow 30.000 und in Krakau 25.000. Zehntausende mehr demonstrierten \u00fcber das ganze Land verteilt. In Poznan gab es Zusammenst\u00f6\u00dfe mit der Polizei, w\u00e4hrend in Kielce DemonstrantInnen eine kontroverse, homophobe Ausstellung zerst\u00f6rten. Sogar die konservativen Sch\u00e4tzungen der Polizei sprechen von 98.000 Menschen, die bei 143 einzelnen Protesten im ganzen Land teilnahmen. Die linke Partei Razem sch\u00e4tzt, dass \u00fcber 140.000 Menschen auf den Stra\u00dfen \u00fcberall im Land protestierten. Das sind locker die gr\u00f6\u00dften polnischen Proteste zur Verteidigung des Abtreibungsrechtes aller Zeiten, bei weitem gr\u00f6\u00dfer als die Proteste 1993, als das aktuell Abtreibungsverbot eingef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-33632\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196-280x155.jpg\" alt=\"polen2\" width=\"280\" height=\"155\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196-280x155.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196-768x426.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196-560x311.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196-600x333.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/polen2-e1476435618196.jpg 804w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die erste Welle der Bewegung begann im Fr\u00fchjahr mit der Ank\u00fcndigung, dass eine rechte Initiative \u00fcber 100.000 Unterschriften (am Ende waren es 400.000) gesammelt hatte, die notwendig waren, um einen Gesetzesentwurf im polnische Parlament einzubringen, der ein v\u00f6lliges Abtreibungsverbot einf\u00fchren und Frauen mit bis zu drei Jahren Gef\u00e4ngnis bestrafen w\u00fcrde. Die Barbarei der Vorhaben wird veranschaulicht durch die Tatsache, dass alle Fehlgeburten als m\u00f6gliche Abtreibungen behandelt und Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung sein sollten.<\/p>\n<p>Polen hat bereits jetzt eines der restriktivsten Anti-Abtreibungsgesetze in Europa. Abtreibungen sind nur im Falle von Vergewaltigungen, der Bedrohung der Gesundheit oder des Lebens der Frau oder bei Missbildungen des F\u00f6tus erlaubt. In der Praxis werden selbst Abtreibungen, die diese Voraussetzungen erf\u00fcllen, von \u00c4rzten verhindert, die die sogenannte \u201eGewissens-Klausel\u201c ausnutzen und Patientinnen ihre eigenen religi\u00f6sen Ansichten aufzwingen, indem sie lebenswichtige Behandlungen verweigern.<\/p>\n<p>Dieses Gesetz wurde Anfang der 1990er durchgepeitscht, als in Polen die kapitalistische Restauration durchgef\u00fchrt wurde: Eine \u00f6konomische und soziale Konterrevolution, gemischt mit ein paar demokratischen Reformen. Aber die Heuchelei der demokratischen Reformen zeigt sich an der Tatsache, dass das Anti-Abtreibungsgesetz trotz der Opposition einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Gesellschaft (\u00fcber 70% der Bev\u00f6lkerung waren gegen das Abtreibungsverbot und unterst\u00fctzten das Recht auf Abtreibung aus \u201esozialen Gr\u00fcnden\u201c, also im Prinzip \u201e bei Bedarf\u201c) durchgepeitscht wurde. Gleichzeitig wurde Religion in den Schulen eingef\u00fchrt und das Konkordat wurde unterzeichnet. Dieser Vertrag zwischen Staat und Kirche gab der Kirche enorme materielle und politische Privilegien. PolitikerInnen aller Parteien nannten das einen Kompromiss. Es ist aber kein Kompromiss, sondern eine Schande  und es schuf eine H\u00f6lle f\u00fcr Frauen.<\/p>\n<h4>Gro\u00dfe spontane Bewegung im Fr\u00fchjahr<\/h4>\n<p>Als Reaktion auf das geplante Verbot wurde im Fr\u00fchjahr eine massive, spontane soziale Bewegung \u00fcber soziale Netzwerke geschaffen. Eine Facebook-Gruppe, Dziewuchy Dziewuchom, sammelte \u00fcber 100.000 Mitglieder in weniger als einer Woche. Informelle Gruppen und Initiativen entstanden landesweit. Das f\u00fchrte zu einer Serie von Demonstrationen im ganzen Land, jede davon involvierte mehrere Tausend TeilnehmerInnen.<\/p>\n<p>Eine der Initiativen konzentrierte sich darauf, \u00fcber 100.000 Unterschriften zu sammeln, um als \u201eB\u00fcrgerInneninitiative\u201c einen Gesetzesvorschlag einzubringen, der das Abtreibungsrecht liberalisieren w\u00fcrde und Abtreibungen bis zur zw\u00f6lften Schwangerschaftswoche \u2013 aus welchem Grund auch immer \u2013 zu erlauben. Trotz vieler Stimmen in der Bewegung, die zur Verteidigung des aktuellen, extrem restriktiven Gesetzes aufriefen, wurde die Idee der B\u00fcrgerInneninitiative letztlich von der breiteren Bewegung aufgenommen. Es gelang, \u00fcber 250.000 Unterschriften zu sammeln und den Gesetzesentwurf dem Parlament zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Nach einer zweimonatigen Unterbrechung \u00fcber den Sommer, flammten die Proteste Ende September wieder auf, als beide Gesetzesentw\u00fcrfe am selben Tag im Parlament pr\u00e4sentiert wurden. Diese zweite Welle begann mit sogenannten \u201eschwarzen Protesten\u201c (Czarny Protest), die landesweit organisiert wurden. Frauen und M\u00e4nner kleideten sich dabei schwarz, um den Tod der Frauenrechte zu betrauern. Demonstrationen wurden in vielen St\u00e4dten abgehalten und Menschen posteten Fotos, auf denen sie schwarz trugen, auf sozialen Netzwerken mit dem Hashtags #CzarnyProtest und #BlackProtests<\/p>\n<p>Wie vorherzusehen war, lehnte das Parlament den Gesetzesentwurf zur Liberalisierung der Abtreibungsrechte ab, w\u00e4hrend das Gesetz, dass ein Totalverbot von Abtreibungen einf\u00fchren w\u00fcrde, auf der Ausschusse-Ebene angenommen wurde.  Gleichzeitig wurde angek\u00fcndigt, dass k\u00fcnstliche Befruchtung sowie der Zugang zu Notfallverh\u00fctung verboten werden k\u00f6nnten. Das entfesselte weitverbreitete Wut auf die Arroganz und Verachtung, mit der PolitikerInnen und Kirche Frauen begegnen und aktivierte weitere Schichten, die sich nun an den Protesten beteiligten.<\/p>\n<h4>Polnische Frauen im Streik<\/h4>\n<p>Etwa zu dieser Zeit und inspiriert vom Streik der isl\u00e4ndischen Frauen 1976, kam die Idee der Organisierung eines Frauenstreiks auf. Er wurde nicht von einer der Gewerkschaften ausgerufen, sondern die Idee kam aus der Bewegung, von Frauen, die zuvor keine Gewerkschafts- oder Streikerfahrung hatten. Wegen der Anti-Gewerkschafts-Gesetze und der Schwierigkeit, einen legalen Streik zu organisieren (selbst als Gewerkschaft), wurden Frauen nicht ermutigt, wirklich zu streiken, sondern sich lieber einen Tag frei zu nehmen f\u00fcr den so betitelten Czarny poniedzialek (schwarzer Montag). Leider konnten viele Frauen bei diesem Streik nicht teilnehmen, weil sie miese Vertr\u00e4ge haben und deshalb kein Recht auf einen freien Tag auf Wunsch. Zum Beispiel drohte die Lidl-Supermarktkette, ihre ArbeiterInnen, die sich am Montag freinehmen, rauszuwerfen.<\/p>\n<p>Am Streiktag erkl\u00e4rte OPPZ, einer der drei gro\u00dfen Gewerkschaftsverb\u00e4nde, endlich seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Streik und verprach, Mitglieder, die sich dazu entschlie\u00dfen, an den Protesten teilzunehmen, gegen Schikanen zu verteidigen. Dank dieser Erkl\u00e4rung konnten viele Arbeiterinnen aus der \u00f6ffentlichen Verwaltung, vor allem der lokalen Regierungen, streiken. Einige Theater und kleine Firmen k\u00fcndigten an, an diesem Tag zu schlie\u00dfen, um den ArbeiterInnen die Teilnahme zu erm\u00f6glichen. Viele weitere Frauen, die keine andere Wahl hatten, als zu arbeiten, kleideten sich schwarz, um ihre Solidarit\u00e4t mit dem Streik auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Die Unterst\u00fctzung des OPPZ ermutigte vielleicht auch viele Lehrerinnen, die Gruppenfotos gemeinsam mit Sch\u00fclerinnen machten \u2013 alle schwarz gekleidet. In vielen Gymnasien organisierten Sch\u00fclerinnen ihre eigenen Streiks und verlie\u00dfen die Schule w\u00e4hrend der ersten Unterrichtseinheit, oft mit der Unterst\u00fctzung ihrer LehrerInnen. Es gab Berichte \u00fcber junge Frauen, die von Gruppen von M\u00e4nnern bedroht und angespuckt wurden, weil sie sich am Streik beteiligten.<\/p>\n<p>In Warschau sammelten sich tausende am fr\u00fchen Morgen vor den B\u00fcros der herrschenden Partei \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c. Sp\u00e4ter, am Nachmittag, marschierten sie im Regen durch das Stadtzentrum zum Schlossplatz, wo sich grob 50.000 Menschen versammelten. Es waren vorwiegend junge Frauen, Studentinnen und Sch\u00fclerinnen. Vor den Protesten gab es eine Initiative, schwarze Tr\u00e4nen ins Gesicht der Protestierenden zu malen, das setzte sich aber nicht durch. Stattdessen malten sich tausende dieser jungen Frauen zwei schwarze Streifen auf jede Wange, wie Kriegsbemalung. Die Stimmung war w\u00fctend und sehr lebendig.<\/p>\n<p>Demonstrantinnen malten selbst Plakate, auf denen stand: \u201eDie Regierung ist keine Schwangerschaft \u2013 sie kann beseitigt werden\u201c, \u201eDie Revolution ist eine Frau\u201c, \u201eLasst uns Polen den Fanatikern wegnehmen!\u201c, \u201eAbtreibung verteidigt Leben\u201c, \u201eMein K\u00f6rper, meine Festung\u201c, \u201eMein Bauch ist meine Angelegenheit\u201c, \u201eIch bin keine Brutkasten\u201c, \u201eIch bin nicht euer Eigentum\u201c, \u201eWir werden nicht geb\u00e4ren, wenn wir sterben\u201c, \u201eFrauenh\u00f6lle\u201c, \u201eEs ist nichts falsches an Selbstbestimmung\u201c.<\/p>\n<p>Leider wurden die Reden von Promis und politische Parteien wie der liberalen, Nowoczesna, und der pro-liberalen Demokratiebewegung KOD, dominiert. Beide sind politische Organisationen, die auf den fahrenden Wagen aufgesprungen sind und versuchen, die Bewegung f\u00fcr ihre eigenen Interessen zu instrumentalisieren. Sie sind gegen die Forderung nach dem recht auf \u201eAbtreibung bei Bedarf\u201c und argumentieren, dass sich die Bewegung auf die Verteidigung des aktuellen Anti-Abtreibungsgesetzes beschr\u00e4nken soll. Skandal\u00f6s ist, dass feministische Organisationen und Pro-Abtreibungs-Gruppen keine Plattform bekamen, trotz der wichtigen Rolle, die sie seit vielen Jahren im Kampf f\u00fcr das Abtreibungsrecht gespielt haben.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise hatten die OrganisatorInnen nur mit 5.000 DemonstratnInnen gerechnet, die meisten Leute h\u00f6rten die Reden also sowieso nicht. Nach einiger Zeit begannen Protestierende zu skandieren, dass man zum Parlament marschieren sollte, bald darauf bewegte sich das Meer von Regenschirmen weiter und lie\u00df die VeranstalterInnen zur\u00fcck. Der Marsch war jetzt illegal, aber die Polizei entschied sich schlauerweise daf\u00fcr, die Fortsetzung zu erlauben und beschr\u00e4nkte sich darauf, Kreuzungen zu regeln, w\u00e4hrend die DemonstrantInnen durch das Stadtzentrum marschierten, sich ihre eigene Route aussuchten und den gesamten Verkehr zur Sto\u00dfzeit stoppten.<\/p>\n<p>Etwa Zehntausend versammelten sich im Regen vor dem Parlament. Es gab keine RednerInnen, aber die Stimmung war laut und w\u00fctend. Es gab Ger\u00fcchte, dass mehrere Tausend Protestierende zum Teatr Polski marschieren w\u00fcrden, dem Theater, in dem Jaroslaw Kaczynski, F\u00fchrer der herrschenden Partei \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c, an einer Besprechung teilnahm.<\/p>\n<p>Die Kirche reagierte auf den Streik der polnischen Frauen und den schwarzen Protest, indem sie ihn als einen \u201eKarneval des Teufels\u201c bezeichnete und zeigte so, dass sie v\u00f6llig abseits der Realit\u00e4t steht. Bisch\u00f6fe waren am n\u00e4chsten Tag gro\u00df in den Medien und teilten ihre \u201eExpertenmeinung\u201c zu Vergewaltugungen und Unfruchtbarkeit mit. Ein Bischof behauptete, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass eine Frau durch Vergewaltigung schwanger wird, wegen der Belastung, die sie dabei durchlebt<\/p>\n<p>Wie auch immer, \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c wurde von der Bewegung v\u00f6llig auf dem falschen Fu\u00df erwischt. Sie hatte nicht vor, eine \u00c4nderung beim Abtreibungsgesetz vorzunehmen, zumindest nicht dieses Jahr, wurde aber von noch rechteren Elementen und der Kirche, die ihre eigene \u201eB\u00fcrgerInneninitiative\u201c organisierten, gezwungen, eine Position zu beziehen.<\/p>\n<h4>Was ist jetzt notwendig f\u00fcr die Bewegung?<\/h4>\n<p>Wegen des Ausma\u00dfes der Bewegung hat \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c mit der Ank\u00fcndigung, einen eigenen Gesetzesentwurf als Kompromiss vorzubereiten, reagiert. Dieser wird wahrscheinlich das Recht auf Abtreibung im Falle einer Vergewaltigung oder einer Bedrohung des Lebens der Frau erlauben, aber nicht im Falle einer Missbildung beim F\u00f6tus. Das ist nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt kein Kompromiss, sondern bedeutet eine Ausweitung des Verbots und ist v\u00f6llig inakzeptabel. Es zeigt aber, dass die Regierung unter Druck kommt.<\/p>\n<p>Das ist ein klares Zeichen daf\u00fcr, dass der Druck aufrechterhalten werden und der Kampf f\u00fcr Abtreibungsrechte fortgesetzt werden muss. Aber Nowoczesna und die Civic Plattform, unterst\u00fctzt durch KOD, versuchen, die politische Kontrolle \u00fcber die spontan ausgebrochene Bewegung zu \u00fcbernehmen und diese umzulenken. Das Resultat der Parlamentsabstimmung und die Deklarationen der Repr\u00e4sentantInnen von Nowoczesna und der neoliberalen Civic Plattform, der fr\u00fcheren herrschenden Parteim, zeigen, dass sie in der Bewegung keinen Platz haben und gestoppt werden m\u00fcssen. Die Strategie, nur das jetzige Anti-Abtreibungsgesetz zu verteidigen muss energisch bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite ist es ein Fehler, eine \u201ekeine Logos\u201c-Politik einzuf\u00fchren, die allen politischen Organisationen verbietet, mit Transparenten und gedruckten Materialien an den Protesten teilzunehmen, wie das in viele St\u00e4dten der Fall war. Das wird den kompromittierten PolitikerInnen Eintritt durch die Hintert\u00fcr verschaffen, w\u00e4hrend es kleineren, radikaleren Organisationen verunm\u00f6glicht, ihre Ideen und Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Bewegung einzubringen.<\/p>\n<p>Der Streik polnischer Frauen am schwarzen Montag war bisher der H\u00f6hepunkt, er hat aber neue Kr\u00e4fte entfesselt, die bisher noch nicht an der Bewegung teilgenommen haben: Tausende junge, w\u00fctende Frauen, die erst in den Kampf eintreten, jetzt ihre Stimme finden und Selbstvertrauen gewinnen. Eine sofortige Aufgabe der Bewegung ist es, ihnen zu helfen, sich zu organisieren.<\/p>\n<p>Im Moment haben wir viele gute aber oft konkurrierende Initiativen und Gruppen in sozialen Netzwerken. Jedoch sind die Leute, die die Gruppe urspr\u00fcnglich gegr\u00fcndet haben, die \u201eBesitzer\u201c der Gruppe, kontrollieren das Facebook-Event und entscheiden, ob es eine \u201eKeine Logos\u201c-Politik gibt oder nicht. Oft zensieren sie auch die Diskussionen in den Facebook-Gruppen.<\/p>\n<p>Was fehlt sind grundlegende demokratische Strukturen auf lokaler Ebene, die AktivistInnen von allen verschiedenen Initiativen, die entstanden sind, involvieren. Solche lokalen, demokratischen Komitees sollten sich landesweit vernetzen, um die Aktivit\u00e4ten zu koordinieren und die n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere Aktion zu planen. Es sollte volle demokratische Rechenschaftspflicht f\u00fcr alle Repr\u00e4sentantInnen solcher Komitees geben.<\/p>\n<h4>Ein Kampfprogramm ist notwendig<\/h4>\n<p>Vor allem kann ein Sieg nur mit einem klaren Programm erreicht werden. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass wir die \u00f6ffentliche Meinung \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, aber nicht, wenn wir wie Nowoczesna auftreten, indem wir sagen, dass wir Abtreibungen ablehnen. Das ist gleichbedeutend damit, zuzugeben, dass die Unterst\u00fctzer eines totalen Abtreibungsverbots gute Argumente haben und bedeutet, die Bewegung kampflos aufzugeben.<\/p>\n<p>Wenn wir klar die Forderung nach Zugang zu Abtreibung bei Bedarf fordern und die Argumente der Rechten kontern, sind wir sicher, dass wir Menschen auf unsere Seite ziehen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen die Notwendigkeit von kostenlosen, sicheren Abtreibungen bei Bedarf erkl\u00e4ren, die die Leben einer Vielzahl von Frauen retten w\u00fcrden. Das sollte verbunden werden mit der Notwendigkeit des Kampfes f\u00fcr eine ordentliche, qualitativ hochwertige, kostenlose Gesundheitsversorgung, sichergestellt durch gut bezahlte ExpertInnen und nicht durch religi\u00f6se FanatikerInnen, die Behandlungen verhindern.<\/p>\n<p>Viele ungewollte Schwangerschaften k\u00f6nnen vermieden werden, wenn Verh\u00fctungsmittel besser zug\u00e4nglich sind. Momentan ist Verh\u00fctung zu teuer f\u00fcr viele junge Frauen. Inzwischen k\u00f6nnen Unter-18-j\u00e4hrige nur mit der Zustimmung ihrer Eltern eineN Gyn\u00e4kologIn aufsuchen, was bei vielen die M\u00f6glichkeit der Verschreibung f\u00fcr Verh\u00fctungsmittel verhindert. Deshalb fordert Alternatywa Socjalistyczna universellen Zugang zu kostenlosen Verh\u00fctungsmitteln. Wir fordern auch sexuellen Aufkl\u00e4rungsunterricht in Schulen statt Religionsunterricht, der von Priestern und Nonnen abgehalten wird.<\/p>\n<p>Vor allem wollen Frauen wirkliche Selbstbestimmung \u2013 nicht nur in der Frage, ob sie ein Kind haben wollen oder nicht, sondern auch, dass sie ein Kind haben k\u00f6nnen, wann sie eines wollen. Deswegen unterst\u00fctzen wir kostenlose IVF-Fruchtbarkeitsbehandlung und auch einen garantierten Platz in kostenlosen \u00f6ffentlichen Krabbelstuben und Kinderg\u00e4rten f\u00fcr jedes Kind. Aber auch breitere soziale und wirtschaftliche Themen betreffen die Selbstbestimmung von Frauen. Es ist notwendig, f\u00fcr billige, qualitativ hochwertige, staatliche Sozialwohnungen, einen ordentlichen Mindestlohn und sichere Arbeitspl\u00e4tze zu k\u00e4mpfen. Alle schlechten Arbeitsvertr\u00e4ge sollten beseitigt und mit unbefristeten Arbeitsvertr\u00e4gen ersetzt werden, damit schwanger werden nicht hei\u00dft, den Job zu verlieren.<\/p>\n<p>Um solche Ver\u00e4nderungen zu erk\u00e4mpfen, wird es n\u00f6tig sein, sich mit der organisierten ArbeiterInnenbewegung in den Gewerkschaften zu vernetzen. Ein guter Start w\u00e4re, engere Verbindungen zwischen Basismitgliedern der Gewerkschaften, vor allem der LehrerInnengewerkschaft ZNP und dem Gewerkschaftsdachverband OPZZ, zu kn\u00fcpfen. Die Bewegung sollte auch auf die ArbeiterInnen im \u00f6ffentlichen Dienst und im Gesundheitsbereich, die den Streik am schwarzen Montag unterst\u00fctzten, zugehen. Aber ein solcher Kampf wird auch eine Konfrontation mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem bedeuten, das unf\u00e4hig ist, ordentliche Wohnungen und Jobs f\u00fcr ArbeiterInnen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Massenbewegung stoppt Versch\u00e4rfung des Abtreibungsrechts<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33631,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[32,43],"tags":[677,297],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33630"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33630"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33630\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33633,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33630\/revisions\/33633"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33631"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33630"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}