{"id":33611,"date":"2016-10-07T16:34:37","date_gmt":"2016-10-07T14:34:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33611"},"modified":"2016-11-04T11:40:29","modified_gmt":"2016-11-04T10:40:29","slug":"wie-weiter-nach-der-streikkonferenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/10\/wie-weiter-nach-der-streikkonferenz\/","title":{"rendered":"Wie weiter nach der Streikkonferenz?"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_33612\" aria-describedby=\"caption-attachment-33612\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33612\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834-280x131.jpg\" alt=\"Foto: Rosa-Luxemburg-Stiftung\" width=\"280\" height=\"131\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834-280x131.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834-768x360.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834-560x262.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834-600x281.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/streikkonferenz-e1475850841834.jpg 777w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33612\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Rosa-Luxemburg-Stiftung<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><strong>700 TeilnehmerInnen bei dritter Konferenz \u201eErneuerung durch Streik\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Etwa 700 TeilnehmerInnen trafen sich zum zur dritten Konferenz \u201eErneuerung durch Streik\u201c. Unter dem Motto \u201eGemeinsam gewinnen\u201c kamen Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Gewerkschaften, gr\u00f6\u00dftenteils von ver.di, zusammen.<\/p>\n<p><em>Von Torsten Sting, Rostock<\/em><\/p>\n<p>Ausgerichtet von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, wurden in Plenumsveranstaltungen und vielen Workshops wichtige betriebliche und gewerkschaftliche Fragen besprochen. Vom Kampf gegen die Auswirkungen prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigung bis hin zur Frage wie man gegen Rassismus und AFD k\u00e4mpfen kann. H\u00f6hepunkte waren das Auftreten der im Streik befindlichen Belegschaft des Lichttechnik-Herstellers Zumtobel, sowie Reden von spanischen und franz\u00f6sischen Kollegen.<\/p>\n<h4>Wichtiger Erfahrungsaustausch<\/h4>\n<p>Erneut wurde deutlich, wie wichtig diese Konferenz f\u00fcr den Austausch zwischen n GewerkschafterInnen ist. So konnte man den Berichten der um einen Tarifvertrag k\u00e4mpfenden Besch\u00e4ftigten von Amazon wichtige Anregungen f\u00fcr die eigene betriebliche Praxis entnehmen. In verschiedenen Workshops konnte man erfahren, wie es gelingen kann, einen Betrieb gewerkschaftlich zu organisieren und einen Tarifvertrag durchzusetzen. Die Kolleginnen und Kollegen der Charit\u00e9 machten Vielen Mut, dass man erfolgreich im Krankenhaus streiken kann.<\/p>\n<h4>DIE LINKE<\/h4>\n<p>Mit Bernd Riexinger war der Parteivorsitzende der LINKEN vor Ort und beteiligte sich an den Debatten. Der jahrelange Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des ver.di-Bezirks Stuttgart erkl\u00e4rte in der Auftaktveranstaltung plastisch die sozialen Ursachen von Rassismus. Er machte deutlich, dass der Kampf f\u00fcr Tarifvertr\u00e4ge und Deregulierung auch wichtig ist, um der AFD das Wasser abzugraben. Leider vertrat er im Hinblick auf eine Regierungsbeteiligung mit SPD und Gr\u00fcnen wieder die Auffassung, dass DIE LINKE ihre Bereitschaft zeigen solle, gekn\u00fcpft an Bedingungen. Zwei KollegInnen kritisierten diese Haltung und erkl\u00e4rten, dass DIE LINKE sich in einer Regierung mit SPD und Gr\u00fcnen unglaubw\u00fcrdig macht, weil sie Verschlechterungen gegen Teile der Arbeiterklasse mittragen m\u00fcsse, so wie es sich auch schon in Landesregierungen gezeigt hat.<\/p>\n<h4>Licht und Schatten<\/h4>\n<p>Positiv war, dass die Konferenz breiter getragen wurde. Noch mehr gewerkschaftliche Gliederungen, diesmal auch von der IG Metall, haben die Konferenz unterst\u00fctzt. Un\u00fcbersehbar war aber auch, dass die Anzahl der teilnehmenden hauptamtlichen Funktion\u00e4re gestiegen ist und Diskussionen dadurch stark aus ihrer Perspektive gef\u00fchrt wurden. Die Ausgestaltung und Sprache der Veranstaltung ist eher auf den schon bestehenden Stamm von linken GewerkschafterInnen, die h\u00e4ufig zudem politisch aktiv sind, ausgerichtet. Obwohl also die Anzahl der TeilnehmerInnen gewachsen ist, gelang es nicht, neue Schichten von Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben zu mobilisieren.<\/p>\n<p>Leider wurde auch zu wenig die Chance ergriffen eine nachhaltige Vernetzung von k\u00e4mpferischen KollegInnen voranzubringen oder gar den Anfang f\u00fcr eine organisierte Opposition in den Gewerkschaften zu legen um den F\u00fchrungen eine Alternative von Links entgegenzusetzen. Das \u201eNetzwerk f\u00fcr eine k\u00e4mpferische und demokratische ver.di\u201c nahm an der Konferenz teil und verteilte ein Faltblatt mit Vorschl\u00e4gen f\u00fcr den Aufbau einer solchen organisierten k\u00e4mpferischen Gewerkschaftslinken.<\/p>\n<h4>Sozial- und Erziehungsdienst<\/h4>\n<p>Im workshop \u201eStreikdelegierte und TarifberaterInnen \u2013 neue demokratische Strukturen im Streik\u201c berichtete Julian Koll, ehrenamtlicher Streikaktiver aus dem Sozial- und Erziehungsdienst in Dortmund , von dem Erfahrungen mit der Streikdelegiertenkonferenz. Es gab Einigkeit dar\u00fcber, dass dieses Element der Partizipation ein gro\u00dfer Fortschritt war und dass man daf\u00fcr k\u00e4mpfen sollte, dass es in weiteren Tarifauseinandersetzungen ebenso angewendet wird. Es gab jedoch Debatten dar\u00fcber, inwieweit der Abbruch des Streiks teilweise durch objektive Sachzw\u00e4nge wie zum Beispiel leere Streikkassen bedingt war oder einer falschen politischen Entscheidung der Gewerkschaftsf\u00fchrung entsprang. Es gab auch unterschiedliche Haltungen zu der Frage, ob eine Streikdelegiertenkonferenz \u2013 und durch sie die Streikenden selbst \u2013 volle Entscheidungsbefugnis haben sollte. Julian Koll betonte, dass die Streikdelegiertenkonferenz das Fenster ein St\u00fcck weit ge\u00f6ffnet hatten und die KollegInnen es weiter aufstie\u00dfen. Er betonte die Notwendigkeit einer vollen Streikdemokratie. Andere waren der Meinung, das n\u00e4chste Mal sollten die Kompetenzen der Streikdelegiertenkonferenz vorher besser \u201edefiniert\u201c sein und dass bestimmte Entscheidungen bei den offiziellen F\u00fchrungsgremien liegen m\u00fcssten.<\/p>\n<p>In der Diskussion um die Vorbereitung f\u00fcr die n\u00e4chste Runde 2020 ist wichtig, dass man jetzt bereits beginnen sollte, um mit KollegInnen \u00fcber Forderungen zu diskutieren. Dabei muss auch diskutiert werden, ob und wie das Thema Arbeitsbelastung und Personalmangel in tarifliche Forderungen \u00fcbersetzt werden kann. Dar\u00fcber g\u00e4be es auch die M\u00f6glichkeit, einen Arbeitskampf in eine gesellschaftspolitische Kampagne f\u00fcr bessere Personalausstattung im Bereich Sozial- und Erziehungsdienste \u2013 m\u00f6glicherweise auch im gesamten Bildungsbereich \u2013 einzubetten.<\/p>\n<h4>Krankenh\u00e4user<\/h4>\n<p>Carsten Becker von der Charit\u00e9 berichtete auf der Konferenz von der langen Auseinandersetzung um einen Tarifvertrag, der zu besserer personeller Ausstattung f\u00fchren soll. Im Workshop \u201eStrategiedebatte: Vor den Pflegestreiks \u2013 wo stehen wir im Kampf um mehr Personal im Krankenhaus?\u201c wurde eindrucksvoll deutlich, wie stark das Beispiel der Charit\u00e9 bundesweit gewirkt hat. Besonders im Saarland, in Hamburg und am Vivantes Klinikum in Berlin sind die KollegInnen schon ein gro\u00dfes St\u00fcck weiter gekommen und haben \u2013 angelehnt an das Beispiel der Charit\u00e9 \u2013 bereits TarifberaterInnenstrukturen aufgebaut. Hunderte KollegInnen haben sich dazu schon bereit erkl\u00e4rt. Auch in einigen anderen St\u00e4dten werden erste Schritte unternommen, um im n\u00e4chsten Jahr an einigen wichtigen Krankenh\u00e4usern streikf\u00e4hig zu werden.<\/p>\n<p>Es wurde betont, dass es sich um eine ganz neue Art von Tarifbewegung handelt und noch offen ist, wie diese sich genau entwickelt. Klar ist jedoch, dass seit dem heldenhaften Kampf der KollegInnen an der Charit\u00e9 alles anders geworden ist und der Druck in Richtung weitere K\u00e4mpfe f\u00fcr Entlastung und mehr Personal gewachsen ist.<br \/>\n<em>Torsten Sting ist aktives ver.di-Mitglied und Betriebsrat in einem Call-Center.<\/em><\/p>\n<p>Fotos finden sich<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/rosalux\/with\/29913984842\/\"> hier.<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>700 TeilnehmerInnen bei dritter Konferenz \u201eErneuerung durch Streik\u201c<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33612,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[11],"tags":[262,778],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33611"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33611"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33611\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33613,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33611\/revisions\/33613"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33611"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}