{"id":33488,"date":"2016-09-11T08:16:41","date_gmt":"2016-09-11T06:16:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33488"},"modified":"2016-09-11T08:16:41","modified_gmt":"2016-09-11T06:16:41","slug":"maos-china-eine-kritische-bilanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/09\/maos-china-eine-kritische-bilanz\/","title":{"rendered":"Maos China \u2013 eine kritische Bilanz"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_33489\" aria-describedby=\"caption-attachment-33489\" style=\"width: 174px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-33489\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-174x173.jpg\" alt=\"Foto: Von Zhang Zhenshi (1914\u20131992). Mao Zedong portrait attributed to Zhang Zhenshi and a committee of artists (see [1]). - Intermediate source: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/richardfisher\/3451116326\/, CC BY 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=7614080\" width=\"174\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-174x173.jpg 174w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-350x347.jpg 350w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-32x32.jpg 32w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-200x200.jpg 200w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499-300x300.jpg 300w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Mao_Zedong_portrait-e1473574542499.jpg 595w\" sizes=\"(max-width: 174px) 100vw, 174px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33489\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Von Zhang Zhenshi (1914\u20131992). Mao Zedong portrait attributed to Zhang Zhenshi and a committee of artists (see [1]). &#8211; Intermediate source: http:\/\/www.flickr.com\/photos\/richardfisher\/3451116326\/, CC BY 2.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=7614080<\/figcaption><\/figure><strong>Zum vierzigsten Todestag Mao Zedongs<\/strong><\/p>\n<p>Vor vierzig Jahren, am 9.9. 1976, starb Mao Zedong. In der b\u00fcrgerlichen Geschichtsschreibung gilt Mao heute als einer der schlimmsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts. Politische Gruppen, die sich auf seine Lehren berufen, sind rar geworden. So ist die deutsche MLPD noch eine der \u00fcbrig gebliebenen. In den 1960ern wurde Mao zu einem Idol der linken Jugendbewegung und erschien als radikale Alternative zu den verkn\u00f6cherten Regimen in Osteuropa. In den 1970er Jahren gab es in ganz Westeuropa maoistische Parteien, die in Westdeutschland \u201eK-Gruppen\u201c genannt wurden und zusammengenommen Zehntausende organisierten.<\/p>\n<p><em>von Marcus Hesse<\/em><\/p>\n<p>In anderen L\u00e4ndern spielen maoistische Bewegungen noch heute eine gr\u00f6\u00dfere Rolle: So in \u00a0Indien, wo die Naxaliten-Bewegung ganze Regionen kontrolliert oder in Nepal, wo eine maoistische Partei nach Jahren des Guerilla-Kampfes in die Regierung ging, in der sie jedoch nur eine beschr\u00e4nkte reformistische Politik umsetzte. Im heutigen kapitalistischen China spielen Maos Ideen keine wirkliche Rolle mehr, auch wenn der \u201eGro\u00dfe Vorsitzende\u201c bis heute eine unantastbare Ikone ist, deren Wirken weitgehend verkl\u00e4rt wird. So sind die begangenen Verbrechen und Verheerungen seiner Politik (die Opfer der Hungersnot Anfang der 1960er Jahre in China und die Repressalien unter seinem Regime) ein \u00f6ffentliches Tabu-Thema in China. Diese Unkenntnis \u00fcber den wirklichen Maoismus an der Macht erleichtert auch eine Verkl\u00e4rung. So gibt es unter linken Oppositionellen im heutigen China \u00a0eine gewisse Renaissance maoistischer Ideen, die als Alternative zur Kommunistischen Partei der Million\u00e4re und Kapitalisten betrachtet wird. Dass der Maoismus nie etwas mit echter Arbeitermacht und Internationalismus zu tun hatte, bleibt hinter der Verkl\u00e4rung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>In der Vergangenheit, vor allem in den 1960er und 1970er Jahren erschien der Maoismsus Millionen von Menschen weltweit als radikale, k\u00e4mpferische Alternative zum Stalinismus Moskauer Pr\u00e4gung, da er gegen\u00fcber der Politik der friedlichen Koexistenz mit dem Imperialismus offensiver die Revolution forderte und im Zuge der so genannten \u201eKulturrevolution\u201c sogar den Anschein erweckte, die Massen gegen die B\u00fcrokratie in Stellung zu bringen. Darauf fielen zeitweise auch manche \u201eTrotzkistInnen\u201c herein.<\/p>\n<h4>Die Entstehung des Maoismus im l\u00e4ndlichen Untergrund<\/h4>\n<p>China war bis zum Sieg der Revolution 1949 eine Halbkolonie unter der Dominanz westlicher Gro\u00dfm\u00e4chte (zu denen sp\u00e4ter Japan hinzustie\u00df). Die Frage der nationalen Befreiung Chinas war mit der sozialen Frage eng verkn\u00fcpft. In dem riesigen Agrarland bildete sich ein stark konzentriertes Proletariat, aus dem 1921 die Kommunistische Partei hervorging. Inspiriert von der Oktoberrevolution in Russland kam es zu Klassenk\u00e4mpfen, die 1927 in einer Revolution m\u00fcndeten. \u00a0Mao war eines der Gr\u00fcndungsmitglieder der KP, aber war in der Anfangsphase keine bedeutende Figur in der Partei. Die Revolution scheiterte jedoch blutig, nicht zuletzt deshalb weil die Kommunistische Internationale unter Stalin und Bucharin die KommunistInnen dazu zwang, Teil der b\u00fcrgerlich-nationalistischen Partei KMT (Kuomintang) zu bleiben und sich nicht unabh\u00e4ngig zu organisieren. Das erlaubte dem KMT-F\u00fchrer Chiang-Kai-Chek, die Bewegung zu verraten und die \u00a0KP durch Massaker und brutale Repression zu zerschlagen. Viele der \u00dcberlebenden flohen aufs Land, wo sie sich den rebellierenden Bauern anschlossen und den Guerillakrieg gegen die KMT aufnahmen. In den Folgejahren konnte sich Mao als F\u00fchrer der KP durchsetzen. In den 1930er Jahren entwickelte er seine eigene \u2013 von Moskau abweichende &#8211; Konzeption der Revolution in China. Unter der Losung \u201eDie Hauptkraft der Revolution kommt aus den Gewehrl\u00e4ufen\u201c wurde eine \u00fcberwiegend aus Bauern gebildete Rote Armee aufgebaut, die sich in dem agrarischen Hinterland festsetzte und die KMT (und sp\u00e4ter auch die japanischen Besatzer) in einem \u201everl\u00e4ngerten Volkskrieg\u201c bek\u00e4mpfte. Die St\u00e4dte sollten dabei allm\u00e4hlich vom Land aus eingekreist und erobert werden. Die KP verlor weitgehend ihre Basis in den St\u00e4dten, aber schuf ihren milit\u00e4rischen und politischen Apparat in den von ihr kontrollierten l\u00e4ndlichen St\u00fctzpunkten. Auf lange Sicht erwies sich diese Strategie als erfolgreich. Aber sie f\u00fchrte nicht zu einer Arbeiterdemokratie, sondern zu einer von Beginn an b\u00fcrokratischen Form der Herrschaft. Auch die Bauernschaft, die die Mehrzahl der K\u00e4mpferInnen der Roten Armee ausmachte, kehrte nach 1949 mehrheitlich wieder zur Feldarbeit zur\u00fcck. Was blieb waren die Kader in Partei und Armee \u2013 die eigentlichen Machthaber. R\u00e4te oder \u00e4hnliche Formen der demokratischen Arbeitermacht fehlten in China. Das sollte das neue Regime entscheidend pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Die kleine trotzkistische Bewegung in China setzte hingegen die Arbeit unter der Arbeiterklasse in den St\u00e4dten fort, aber litt dabei unter der dreifachen Repression durch KMT, japanischer Besatzung und den StalinistInnen.<\/p>\n<p>Mao indes entwickelte eine Etappenkonzeption, in der er streng zwischen der demokratisch-antifeudalen Revolution (Landreform, \u00dcberwindung des Gro\u00dfgrundbesitzes, Vertreibung der ausl\u00e4ndischen Imperialisten) einerseits und der sozialistischen Revolution andererseits unterschied. Zun\u00e4chst sollte die \u201eneudemokratische Revolution\u201c vollzogen werden, wobei sich ArbeiterInnen, B\u00e4uerInnen und die \u201enationale Bourgeoise\u201c chinesischer Herkunft verb\u00fcnden sollten. Noch 1949, im Jahr der Ausrufung der Volksrepublik China, ging Mao von mehreren Jahrzehnten kapitalistischer Entwicklung als Voraussetzung zur sozialistischen Revolution aus. Die Dynamik der weltpolitischen Ereignisse (Kalter Krieg, Korea-Krieg) zwang Mao, binnen weniger Jahre weiter zu gehen als er das eigentlich wollte.<\/p>\n<p>Schon in der Zeit des B\u00fcrgerkriegs entwickelte sich in der KP ein bizarrer F\u00fchrerkult um Mao und KritikerInnen seines Kurses wurden r\u00fccksichtslos hinaus ges\u00e4ubert.<\/p>\n<p>Maos Rote Armee gewann schlie\u00dflich 1949 den langj\u00e4hrigen B\u00fcrgerkrieg gegen Chiang-Kai-Chek und sein korruptes Regime. Chiang floh mit seinen Anh\u00e4ngerInnen nach Taiwan. Wichtig ist dabei zu betonen, dass Mao sich im B\u00fcrgerkrieg nur auf seine eigenen Kr\u00e4fte st\u00fctzte, denn Stalin hielt weiterhin am B\u00fcndnis mit der KMT fest.<\/p>\n<h4>Maos neues China: Fortschritt und B\u00fcrokratie<\/h4>\n<p>1949 zog die Rote Armee der KP siegreich in die St\u00e4dte ein. Mit ihr kam ein gewaltiger b\u00fcrokratischer Apparat. Der Sieg der Roten hatte auch die Arbeiterklasse in Bewegung gesetzt. Doch Streiks und Betriebsbesetzungen sahen die neuen Machthaber nicht vor. Wo sie vorkamen, wurden sie unterdr\u00fcckt. Denn Mao und seine Partei setzen auf ein B\u00fcndnis mit der \u201enationalen Bourgeoisie\u201c. Dennoch brachte der Sieg gewaltige und nachhaltige Fortschritte. Die gravierende Ver\u00e4nderung war zweifelsohne die Landreform, im Zuge derer auf einen Schlag Gro\u00dfgrundbesitzer enteignet wurden. 200 Millionen B\u00e4uerInnen bekamen neues Land. Die Bauern urteilten ihre Ausbeuter in gro\u00dfen Anklageversammlungen ab und \u00fcbernahmen ihre G\u00fcter. Dabei hatte sich zweifelsohne viel Hass angestaut und mancherorts kam es zu Exzessen. Dennoch war die Landreform ein gro\u00dfer Fortschritt: Chinas mehrtausendj\u00e4hrige Geschichte der Ausbeutung der Bauernschaft durch Gutsherren und Dorfreiche geh\u00f6rte ab nun der Vergangenheit an. Die KP ver\u00e4nderte das Gesicht Chinas auch in anderer Hinsicht radikal: Frauen wurden M\u00e4nnern gleichberechtigt, Brautpreise, Zwangsheiraten und die barbarische Sitte des F\u00fc\u00dfebindens wurden verboten. Die KP begann Alphabetisierungskampagnen und baute das Gesundheitssystem auf. Die Lebenserwartung stieg von durchschnittlich 35 Jahren 1949 auf 63 Jahre im Jahr 1975, die Kindersterblichkeit fiel von 200 (von 1000) im Jahr 1950 auf 50 im Jahr 1975.<\/p>\n<p>Zugleich bildete sich ein ausuferndes Privilegiensystem heraus. Hinter der Fassade eines zur Schau gestellten Egalitarismus (bis hin zur einheitlichen Kleidung) und der Propagierung einer asketischen Lebensweise hatten Funktion\u00e4re genau abgestufte Privilegien, die sorgsam vor den Augen der Massen verborgen wurden. Der Maoismus f\u00f6rderte gro\u00dfe Einkommensunterschiede und staffelte Privilegien streng hierarchisch nach Rangstufe. Ein umfassendes Netzwerk von Massenorganisationen fasste die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung organisatorisch zusammen. Was aussah wie eine Form von Partizipation von unten erwies sich unter den Bedingungen hierarchisch-b\u00fcrokratischer Herrschaft schnell als Mittel der Kontrolle und Disziplinierung. Die sp\u00e4ter periodisch wiederkehrenden Massenkampagnen der maoistischen F\u00fchrung st\u00fctzten sich darauf. Dar\u00fcber hinaus baute Maos Gefolgsmann Kang-Chen den gef\u00fcrchteten Staatssicherheitsdienst Te- Wu auf. Dieser ging nicht nur gegen Reaktion\u00e4re vor, sondern auch gegen ArbeiteraktivistInnen: 1952 verschwanden die f\u00fchrenden Kader der trotzkistischen Bewegung hinter Gef\u00e4ngnismauern. TrotzkistInnen wie Zheng Chaolin und Liu Jingzhen wurden von Regime f\u00fcr zweieinhalb Jahrzehnte inhaftiert und kamen erst Ende der 70er Jahre wieder frei.<\/p>\n<p>Kunst und Kultur wurden strikt reglementiert. Gegen\u00fcber innerparteilicher Kritik und kritischen Intellektuelle wurden Repressionskampagnen gefahren: Bekannt ist die \u201eAnti-Rechts-Kampagne\u201c gegen angebliche Rechtsabweichler in der Partei. Nach dem Aufstand in Ungarn und Chruschtsows Abrechnung mit Stalin auf dem XX. Parteitag der KPdSU ermunterte Mao die Intellektuellen und K\u00fcnstlerInnen zu offener Kritik am Regime, was er in seinem Aufruf \u201eLasst hundert Blumen Blumen und hundert Schulen miteinander wettstreiten!\u201c formulierte. Doch als dieser Aufruf befolgt wurde und sich tats\u00e4chlich harsche Kritik am Regime regte, beendete Mao die Kampagne und lies die profiliertesten KritikerInnen seiner Politik verfolgen, indem er sie oft jahrelang zur Umerziehung in Lager stecken lies.<\/p>\n<p>Die Politik der Zusammenarbeit zwischen Kapital (\u201enationale Bourgeoisie\u201c) und Staat lies sich aber nicht mehr lange aufrecht erhalten. Der Kalte Krieg, der Korea-Krieg und die Sabotage der Unternehmerschaft f\u00fchrten zu einer Politik der verst\u00e4rkten Enteignungen, die ab 1952 begann. Bis Mitte der 1950er Jahre entstand in China eine sich am Vorbild der UdSSR orientierende Planwirtschaft, in der die Industrie in Staatsh\u00e4nden war. Parallel dazu wurde die Kollektivierung der Landwirtschaft vorangetrieben. Bis Ende der 1950er Jahre unterschied sich China kaum von den stalinistischen Ostblockstaaten.<\/p>\n<h4>Der Gro\u00dfe Sprung ins Desaster<\/h4>\n<p>Mao und seine F\u00fchrung hatten den gro\u00dfen Ehrgeiz, China zu einer Supermacht zu machen. Ende der 1959oer forcierte Mao dieses Projekt mit dem ehrgeizigen Versuch, das \u00f6konomisch r\u00fcckst\u00e4ndige China binnen weniger Jahre zu einer vollendeten kommunistischen Gesellschaft zu machen. Die gewaltigste Umw\u00e4lzung sollte wieder auf dem Land erfolgen. Die Bauernschaft war nach der gro\u00dfen Landreform weitgehend auf sich selbst gestellt gewesen. Die von oben organisierten Kollektivierungsma\u00dfnahmen der 1950er stie\u00dfen auf wenig Gegenliebe. Das KP-Regime, welches durch den Bauernkrieg an die Macht gekommen war, erwies sich an der Macht kaum als bauernfreundlich: So wurden Inlandsp\u00e4sse eingef\u00fchrt. Wer auf dem Land lebte, durfte nicht in die St\u00e4dte ziehen und kam nicht in den Genuss des dortigen Lebensstandards und ausgebauten Sozialwesens. \u00a0Wer sich als arme B\u00e4uerin oder armer Bauer doch nach Shanghai oder Beijing durchschlug, musste dort als HilfsarbeiterIn sein\/ihr Leben fristen. Dies schuf sozialen Sprengstoff, den sich Mao sp\u00e4ter in der \u201eKulturrevolution\u201c zu Nutzen machen sollte.<\/p>\n<p>Ende der 1950er suchte Mao Chinas R\u00fcckst\u00e4ndigkeit durch die Massenkampagne des \u201eGro\u00dfen Sprungs nach vorne\u201c auszugleichen. China sollte nun nicht mehr nur den Sozialismus in einem Land aufbauen, sondern gar den Kommunismus und dabei die Sowjetunion und den Westen an Tempo der wirtschaftlichen Entwicklung \u00fcberholen. Die Kommunistische Partei Chinas lie\u00df auf dem Land so genannte \u201eVolkskommunen\u201c errichten, in denen die Bauernschaft von f\u00fcnfhundert Millionen Menschen zusammengefasst wurde. Diese Kollektive waren riesige Produktionseinheiten, die nicht selten ein paar Tausend Menschen umfassten. Es gab Gemeinschaftsk\u00fcchen, das Geld wurde abschafft und die Arbeit weitgehend militarisiert. Da technisches Ger\u00e4t oder Traktoren fehlten, wurde meist mit Muskelkraft und primitiver Technik gearbeitet. Chinas St\u00e4rke war seine Masse an Menschen, dachte Mao. Die wollte er mobilisieren, um eine dem Kapitalismus \u00fcberlegene Gesellschaft zu schaffen. Dahinter steckte ein extremer Voluntarismus, der \u00a0wenig gemein hat mit den materialistischen Ideen des Marxismus.<\/p>\n<p>Doch Mao ging noch eine Stufe weiter: So sollte die Landbev\u00f6lkerung auch Chinas R\u00fcckschritt in der Industrieproduktion wettmachen. \u00dcberall im Land wurden in den Volkskommunen Hinterhof-Hoch\u00f6fen errichtet, in denen Alteisen zu Stahl gekocht werden sollte. Mao propagierte, dass China so Gro\u00dfbritannien wirtschaftlich \u00fcberholen k\u00f6nne. Tats\u00e4chlich war der so produzierte \u201eStahl\u201c in der Regel meist wertlos. Die ehrgeizigen Ziele blieben nat\u00fcrlich unerreicht und f\u00fchrten zu einer gewaltigen Vergeudung von menschlicher Arbeitskraft. Anfang der 1960er Jahre f\u00fchrte diese abenteuerliche Politik, kombiniert mit einer Serie von Missernten, zu einer der gr\u00f6\u00dften Hungerkatastrophen der Geschichte, der je nach Sch\u00e4tzung 15 bis 45 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Alarmzeichen f\u00fcr die drohende Katastrophe gab es genug \u2013 doch die F\u00fchrung ignorierte sie systematisch. Lokale Funktion\u00e4rInnen meldeten selbst in Hungergebieten nur Erfolge und Rekordernten, da sie um ihre Karriere f\u00fcrchteten. Die gleichgeschaltete Parteipresse brachte nur Erfolgsmeldungen. Dem chinesischen Regime gelang es weitgehend, diese Katastrophe zu verschweigen. Doch f\u00fcr Mao bedeutete der Misserfolg seiner voluntaristischen, ultralinken Politik, die faktische Ausschaltung seines Einflusses in der Parteif\u00fchrung, den er erst mit der \u201eKulturrevolution\u201c wieder erlangen sollte.<\/p>\n<h4>Vom Bruch mit der Sowjetunion bis zum au\u00dfenpolitischen Rechtsruck<\/h4>\n<p>Allm\u00e4hlich entwickelte sich ein Konflikt zwischen China und der Sowjetunion. Mao kritisierte Chruschtschows verbale Verurteilung Stalins und seine Doktrin der \u201efriedlichen Koexistenz\u201c mit dem Westen. Mao propagierte die F\u00f6rderung antikolonialer Revolutionen in der Dritten Welt und beanspruchte zunehmend Chinas F\u00fchrungsrolle in diesen Befreiungsk\u00e4mpfen. Au\u00dfenpolitisch trat Mao sehr radikal auf, indem er den US-Imperialismus als \u201ePapiertiger\u201c bezeichnete, der auch mit seinen Atomwaffen harmlos sei gegen\u00fcber den k\u00e4mpfenden Volksmassen. Die maoistische Kritik an der Sowjetunion und ihrer F\u00fchrung gipfelte im Vorwurf des \u201eRevisionismus\u201c , gegen\u00fcber dem China den \u201ewahren Marxismus-Leninismus\u201c verteidigen w\u00fcrde. Anfang der 1960er Jahre kam es zum totalen Bruch: Sowjetische Berater verlie\u00dfen das Land und der Ton zwischen Beijing und Moskau wurde nur noch feindlich. Seit China 1964 seine erste Atombombe z\u00fcndete, stand China als zweite \u201ekommunistische\u201c Supermacht der UdSSR und den USA gegen\u00fcber. Inzwischen begann die chinesische F\u00fchrung, international ihre eigene Bewegung aufzubauen. Weltweit entstanden maoistische Parteien und Guerillabewegungen. Trotz ihrer Rhetorik von der \u201eWeltrevolution\u201c unternahm die KP Chinas nichts, um eine Internationale aufzubauen: Vielmehr handelte es sich beim internationalen Maoismus um selbstst\u00e4ndige Gruppen, die sich mehr oder weniger stark an der Au\u00dfenpolitik des Regimes in Beijing orientierten. Die nach au\u00dfen aggressive und kampfeslustige Haltung Maos gab dem Maoismus ein radikales Gesicht, das anziehend war f\u00fcr Guerillaf\u00fchrer wie Ch\u00e9 Guevara, die Black Panthers (die Maos \u201eRotes Buch\u201c verkauften), aber auch f\u00fcr die sich radikalisierende Studierendenschaft und Arbeiterjugend der westlichen Metropolen.<\/p>\n<p>Der Konflikt mit der \u201erevisionistischen\u201c Sowjetunion spitzte sich \u00fcber die Jahre zu. 1969 kam es auf Grund von Grenzstreitigkeiten beinahe zu einem Krieg der beiden \u201eroten Superm\u00e4chte\u201c. Mao selbst traf sich mit US-Pr\u00e4sident Richard Nixon und n\u00e4herte sich in den 1970ern zunehmend dem US-Imperialismus an.<\/p>\n<p>In den 1970ern f\u00fchrten die Sowjetunion und China Stellvertreterkriege gegeneinander in Indochina und Afrika. Mitte der 1970er entwickelte Maos Nachfolger Hua Guofeng, an Maos Polemiken gegen die UdSSR ankn\u00fcpfend, die \u201eTheorie der drei Welten\u201c, wonach die UdSSR \u201esozialimperialistisch\u201c und neben, wenn nicht noch vor den USA, die Hauptbedrohung f\u00fcr den Weltfrieden und zu bek\u00e4mpfen sei. Sp\u00e4testens hier hatte sich die ultralinke Au\u00dfenpolitik des Maoismus nach rechts gewendet. Man verb\u00fcndete sich mit Milit\u00e4rdiktaturen wie die Pakistans gegen die Sowjetunion oder mit rechten Gruppen wie der UNITA in Angola gegen die pro-sowjetische MPLA. Manche westeurop\u00e4ische MaoistInnen forderten sogar die kritische Unterst\u00fctzung ihrer eigenen Bourgeoisie gegen die \u201esozialimperialistische UdSSR\u201c. In der BRD trat die maoistische Sekte KPD\/AO f\u00fcr die St\u00e4rkung der Bundeswehr ein!<\/p>\n<h4>Machtk\u00e4mpfe in der KP<\/h4>\n<p>Das katastrophale Scheitern des \u201eGro\u00dfen Sprungs nach vorne\u201c f\u00fchrte zur faktischen Abl\u00f6sung Maos aus allen wichtigen Partei- und Staats\u00e4mtern. Dennoch blieb der \u201eGro\u00dfe Vorsitzende\u201c und die \u201eRote Sonne Mao\u201c omnipr\u00e4sent. Paradoxerweise wuchs der Personenkult um ihn gerade in der Phase, in der er politisch machtlos war. Dieser Kult nahm immer bizarrere Z\u00fcge an und wurde von der Parteipresse massiv forciert. Das \u201eRote Buch\u201c mit seinen Ausspr\u00fcchen (das zun\u00e4chst als Handbuch f\u00fcr SoldatInnen gedacht war) wurde ausgegeben und im Lande \u00fcberall rezitiert. Maos Worte konnten, so die Parteipresse \u201eBlinde heilen\u201c und \u201ein der Landwirtschaft angewendet, die Ernten steigern\u201c &#8211; was , kurz nach der gro\u00dfen Hungersnot recht zynisch klang.<\/p>\n<p>Politisch waren die fr\u00fchen 60er die Zeit von Maos Gegnern, die Fraktion der Technokraten. Leute wie der Staatspr\u00e4sident Li Shiaoqi und Deng Xiao-Ping bestimmten die Politik. Ihre Leitlinie war pragmatisch: Mehr Wirtschaftsleistung, mehr Realpolitik \u2013 weniger Ideologie und Voluntarismus. Die Volkskommunen wurden praktisch aufgel\u00f6st, in den Betrieben wurden wieder verst\u00e4rkt Leistungsanreize und Lohndifferenzierung (Akkordl\u00f6hne) angewandt. An Schulen und Unis wurde der Leistungsdruck wieder versch\u00e4rft. In gewisser Weise wurde in den fr\u00fchen 60ern etwas vorbereitet, was ein bis zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter in den Marktreformen der Nach-Mao-\u00c4ra m\u00fcndete.<\/p>\n<p>In den Betrieben profitierten die Stammbelegschaften materiell von den Ver\u00e4nderungen. F\u00fcr junge ArbeiterInnen und vom Land zugewanderte gering qualifizierte HilfsarbeiterInnen f\u00fchrten die neuen Zust\u00e4nde zu enormer Unzufriedenheit. Ein regelrechtes Subproletariat entstand, welches mit den Privilegien von Funktion\u00e4ren und Betriebsdirektoren konfrontiert war. Vielen Studierenden drohte die Arbeitslosigkeit. Nach fast zwei Jahrzehnten der Revolution gab es gro\u00dfe Einkommensunterschiede. Gleichheit erschien als leere Phrase. In der Industrie gab es unter ArbeiterInnen drei\u00dfig streng abgestufte Lohnstufen. F\u00fcr staatliche Angestellte gab es 26 Besoldungsstufen. Zwar hatte auch Mao nie etwas an dieser sozialen Ungleichheit ge\u00e4ndert und sollte das auch nachdem er wieder die M\u00f6glichkeiten dazu hatte, nicht \u00e4ndern. Aber die maoistische Fraktion konnte sich des Unmuts breiter Teile der Bev\u00f6lkerung in der Folge bedienen, indem sie Li Shiaoqi und Deng beschuldigte, den \u201ekapitalistischen Weg\u201c zu gehen und sich als K\u00e4mpferin gegen die \u201eRechtsabweichler\u201c verkaufte.<\/p>\n<h4>Von der Kulturrevolution bis zu Maos Ende<\/h4>\n<p>Mao sollte es schlie\u00dflich ab 1966 gelingen, seine Gegner zu beseitigen. Dazu bediente er sich der Massen. Vor allem der Jugend. Dies hat damals dazu gef\u00fchrt, dass Mao als Vertreter einer B\u00fcrokratiekritik gesehen und zu einem Idol der Studentenbewegung von 1968 wurde. Heute gilt die Kulturrevolution vor allem als gro\u00dfe und blutige Katastrophe, die China erneut ins Chaos st\u00fcrzte und zu einer Welle von Gewaltexzessen und massenhafter Repression gegen Maos GegnerInnen f\u00fchrte. Tats\u00e4chlich war die Kulturrevolution vor allem eine S\u00e4uberungsaktion im gro\u00dfen Stil, bei der sich Mao der Massen \u2013 vor allem der Armee, der Sch\u00fclerInnen, Studierenden und jungen ArbeiterInnen bediente. In der offiziellen chinesischen Bezeichnung hei\u00dft sie \u201eGro\u00dfe Proletarische Kulturrevolution\u201c &#8211; dabei war sie ihrem Klassencharakter nach nicht proletarisch und w\u00e4lzte keinesfalls die Machtverh\u00e4ltnisse um. Am Ende stand das Regime gest\u00e4rkt da. 1966 richtete Mao, unterst\u00fctzt von seiner Frau Jiang Ching und Armeechef Lin Biao, den Aufruf an die Jugend, gegen die Autorit\u00e4ten zu rebellieren, die in Staat und Partei den \u201ekapitalistischen Weg\u201c gingen. Es bildeten sich so genannte \u201eRote Garden\u201c aus Obersch\u00fclerInnen und Studierenden. Mao forderte die Jugend zur \u201eRebellion\u201c auf, lie\u00df Schulen und Universit\u00e4ten schlie\u00dfen und erm\u00f6glichte es der Jugend, kostenlos mit der Bahn durchs Land zu reisen. Zun\u00e4chst waren es Kinder von Funktion\u00e4rInnen, keinesfalls die breite Masse. Dass sollte sich erst im Folgejahr \u00e4ndern. Auf dem H\u00f6hepunkt der Bewegung waren es zwanzig Millionen. Diese RotgardistInnen und ab 1967 auch \u201eRevolution\u00e4ren Rebellen\u201c gingen mit nicht selten brachialer Gewalt gegen Schul- und Universit\u00e4tsdirektoren und Mao-kritische Funktion\u00e4rInnen vor. Sie \u201ekritisierten\u201c sie \u00f6ffentlich.Viele KP-Granden wurden sogar ermordet oder starben im Gef\u00e4ngnis. Darunter auch viele alte Revolution\u00e4rInnen. In diesem Sinne erinnerte die Kulturrevolution an die Stalinschen S\u00e4uberungen. Die RotgardistInnen und Revolution\u00e4ren RebellInnen richteten ihre Zerst\u00f6rungswut gegen alles Alte: So wurden Tempel, Pagoden, Schl\u00f6sser und alte Kunstsch\u00e4tze zerst\u00f6rt. Komponisten wie Beethoven wurden zu \u201eReaktion\u00e4ren\u201c erkl\u00e4rt. Ideologische Basis dieser \u201eRebellion\u201c war ein fanatischer Personenkult um Mao. Aber dahinter standen tiefere Ursachen. So wurde die Bewegung (nachdem sie \u00fcber den engen Kreis der Funktion\u00e4rskinder erweitert wurde) auch interessant f\u00fcr alle sozial Unzufriedenen innerhalb der Jugend: F\u00fcr Sch\u00fcler und Studierende, die mit ihren autorit\u00e4ren Lehrkr\u00e4ften abrechnen wollten, f\u00fcr junge ArbeiterInnen und f\u00fcr die benachteiligten subproletarischen Elemente in den St\u00e4dten. Sie durften sich nun legal an B\u00fcrokraten und Vorgesetzten r\u00e4chen und \u00f6ffentlich in Wandzeitungen die Autorit\u00e4ten kritisieren.<\/p>\n<p>Die eigentliche Arbeiterklasse in den Industriebetrieben war gespalten. Die Stammbelegeschaften waren \u00fcberwiegend gegen die Kulturrevolution und stellten sich nicht selten sch\u00fctzend vor die angegriffenen Partei- und Gewerkschaftsfunktion\u00e4rInnen, die sie zumindest formal gew\u00e4hlt hatten. In Shanghai kam es 1967 zu einem Generalstreik, bei dem Rote Garden als StreikbrecherInnen eingesetzt wurden. Junge ArbeiterInnen, Ungelernte und Lehrlinge organisierten sich jedoch zum Teil selbst in maoistischen Rebellengruppen.<\/p>\n<p>Vielerorts setzten Komitees aus RotgardistInnen und Revolution\u00e4ren RebellInnen \u00f6rtliche Parteigliederungen ab und ersetzten sie durch Revolutionskomitees aus ihnen selbst und der Armee. \u00a0Nach gut zwei Jahren kam es im ganzen Land zu b\u00fcrgerkriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden, als rivalisierende Einheiten der Roten Garden und Rebellen sich gegenseitig bek\u00e4mpften. \u00a0Doch da wo RebellInnen und RotgardistInnen anfingen, die maoistische Propaganda vom \u201eHinterfragen der Autorit\u00e4ten\u201c und von der Schaffung einer \u201eneuen basisdemokratischen Pariser Kommune in China\u201c ernst zu nehmen und die Herrschaft der KP sowie der Personenkult selbst hinterfragt wurde, schritt die maoistische F\u00fchrung ein. Inmitten des Personenkultes um Mao entwickelte sich in Chinas St\u00e4dten im Zuge der Kulturrevolution eine Bewegung die sich \u201eNeue Str\u00f6mung des Denkens\u201c nannte und \u00f6ffentlich f\u00fcr eine Form von R\u00e4tedemokratie eintrat und libert\u00e4re Konzepte vertrat. Mao lie\u00df die Armee gegen sie vorgehen und lie\u00df einige ihrer prominentesten VertreterInnen hinrichten.<\/p>\n<p>Ab 1968 setze Mao selbst der Bewegung ein Ende bzw. lenkte sie in ihm und seiner Fraktion genehme Bahnen. Dabei bediente er sich des Milit\u00e4rs. Einheiten der Volksbefreiungsarmee ginge gegen bewaffnete Rotgardisten und Revolution\u00e4re RebellInnen vor. Diese Phase der Kulturrevolution war die gewaltsamste. Die st\u00e4dtische Jugend, der Mao Jahre lang gesagt hatte, dass \u201eRebellion gerechtfertigt\u201c sei wurde nun gema\u00dfregelt und f\u00fcr viele Jahre in entlegene l\u00e4ndliche Gebiete verschickt, wo sie \u201evon den Bauern lernen\u201c und sich umerziehen lassen sollte. Viele junge St\u00e4dterInnen lernten dort der Propaganda widersprechende R\u00fcckst\u00e4ndigkeit und Armut kennen und wurden schnell desillusioniert \u00fcber den Charakter des maoistischen Regimes. \u00a0Am Ende der Kulturrevolution wurde die F\u00fchrung der KP weitgehend ausgewechselt und bestand zu einem nicht unerheblichen Teil aus Milit\u00e4rs.<\/p>\n<h4>Verm\u00e4chtnis und Lehren<\/h4>\n<p>Politisch \u00fcberlebte der Maoismus in China den Namensgeber nicht lange. Sp\u00e4testens mit der Absetzung der maoistischen so genannten \u201eViererbande\u201c (darunter war auch Maos Witwe) kehrten die Technokraten und Pragmatiker um Deng Xiaoping zur\u00fcck, der ab 1979 die Marktreformen einleitete. Heute herrscht in China wieder der Kapitalismus. Die KP ist l\u00e4ngst zur Partei der Million\u00e4re und Unternehmer geworden. Aber weiterhin herrscht sie im Rahmen des Ein-Parteien-Regimes unangefochten. Doch China hat auch die gr\u00f6\u00dfte Arbeiterklasse der Welt. Diese ist \u2013 nach den Erfahrungen mit Maoismus und neuem Kapitalismus hungrig nach Ideen. Dass viele Benachteiligte heute in Mao-Nostalgie verfallen und in einer Form des \u201eNeo-Maoismus\u201c eine radikale Alternative zum Kapitalismus sehen, ist nicht verwunderlich. \u00a0In gewisser Weise ist es eine Chance f\u00fcr VertreterInnen des authentischen Marxismus, mit diesen Menschen die Debatte zu suchen. Der Maoismus zeigt doch, dass Sozialismus nicht denkbar ist ohne wirkliche Demokratie und nicht in einem Land allein und nicht auf der Basis von \u00f6konomischer R\u00fcckst\u00e4ndigkeit. Sozialismus ist nur denkbar, wenn er Demokratie f\u00fcr die Massen stetig ausweitet und auf materiellem \u00dcberfluss beruht. Nicht zuletzt bedarf es daf\u00fcr einer internationalen Bewegung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum vierzigsten Todestag Mao Zedongs<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":33489,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[88,90],"tags":[774],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33488"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33488"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33488\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33490,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33488\/revisions\/33490"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/33489"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33488"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33488"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33488"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}