{"id":33079,"date":"2016-07-17T13:16:38","date_gmt":"2016-07-17T11:16:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=33079"},"modified":"2016-07-04T12:20:02","modified_gmt":"2016-07-04T10:20:02","slug":"80-jahrestag-revolution-und-buergerkrieg-in-spanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/07\/80-jahrestag-revolution-und-buergerkrieg-in-spanien\/","title":{"rendered":"80. Jahrestag: Revolution und B\u00fcrgerkrieg in Spanien"},"content":{"rendered":"<p><em><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-large wp-image-32256\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-347x347.png\" alt=\"spanienbuchcover-shop\" width=\"347\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-347x347.png 347w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-173x173.png 173w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop.png 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-32x32.png 32w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-200x200.png 200w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/spanienbuchcover-shop-300x300.png 300w\" sizes=\"(max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a>von Ren\u00e9 Kiesel<\/em><\/p>\n<p>Der Beginn des Spanischen B\u00fcrgerkriegs j\u00e4hrt sich in diesem Sommer zum achtzigsten Mal. Er war gleichzeitig ein Kr\u00e4ftemessen der M\u00e4chte Europas auf spanischem Boden vor dem nahenden Weltkrieg. Die heute in der Linken noch weit verbreitete Auffassung, dass der Faschismus nur im Bunde mit den b\u00fcrgerlichen Kr\u00e4ften geschlagen werden kann, scheiterte dort in der Praxis. Ohne heute in einer vergleichbaren Situation zu sein, lassen sich aus dieser Zeit verschiedene Schlussfolgerungen ziehen. Wie wird der Faschismus geschlagen? Welches Programm und welche Organisationen braucht es f\u00fcr eine erfolgreiche Revolution?<\/p>\n<p>Eine Welle von Streiks nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 zwang den Diktator General Primo de Rivera 1930 zum R\u00fccktritt. Auch der K\u00f6nig dankte 1931 ab und bestimmte der \u00dcbergangsregierung, die ersten freien Parlamentswahlen seit vielen Jahren in Spanien abzuhalten. Erstmals durften alle M\u00e4nner und Frauen ab 23 Jahre w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die alten Kr\u00e4fte rechneten damit, dass die Kirche und Ehem\u00e4nner den Frauen sagen w\u00fcrden, was sie zu w\u00e4hlen haben und hofften auf eine St\u00e4rkung ihrer Vertreter im Parlament. Doch die Monarchie hatte ausgedient. Die Mehrheit der Stimmen entfiel auf sozialistische und republikanische KandidatInnen. Denn gerade Frauen mussten neben der Versorgung der Gro\u00dffamilien noch zu einem Bruchteil des M\u00e4nnerlohnes arbeiten und litten unter der G\u00e4ngelung durch die Kirche.<\/p>\n<p>Nach den Wahlen und einigem Hin und Her bei den Koalitionsparteien, wurde letztendlich eine Regierung unter dem liberalen Republikaner Manuel Aza\u00f1a gebildet. Sie umfasste verschiedene liberale, republikanische Parteien und die Sozialistischen Partei, schloss jedoch die konservativen Radikalen Republikaner und rechte Partien aus. Gleichzeitig waren Millionen von ArbeiterInnen in eigenen Verb\u00e4nden organisiert und k\u00e4mpften gegen Kapitalisten und Gro\u00dfgrundbesitzer. Eine der dringlichsten Aufgaben war die Zerschlagung des Gro\u00dfgrundbesitzes und eine Besserstellung der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung. Doch selbst zaghafte Bodenreformen scheiterten am Widerstand der feudalen Grundeigent\u00fcmer. Eine liberale Mittelschicht war, soweit vorhanden, vor allem im Baskenland und Katalonien ans\u00e4ssig und strebte entweder, von nationalistischen Ideen beeinflusst, nach Unabh\u00e4ngigkeit von der Madrider Zentralregierung oder sympathisierte mit revolution\u00e4ren Ideen. Durch den Beschluss der \u00dcbergangsregierung, die Kirche vom Staat zu trennen, wurde nahezu die H\u00e4lfte aller Schulen geschlossen, da der hochverschuldete Staat die kirchlichen Einrichtungen nicht durch eigene ersetzen konnte. Das brachte gleichzeitig den Klerus und die Bev\u00f6lkerung gegen die Regierung auf. Die Aristokratie klammerte sich an die royalistische Partei oder ging zur katholischen Rechten \u00fcber. Es gab keine gesellschaftliche Gruppe, auf die sich die neue Ordnung st\u00fctzen konnte. Jede Reformpolitik war zum Scheitern verurteilt. Nach weniger als zwei Jahren trug das rechte Parteienb\u00fcndnis CEDA und die Radikalen Republikaner 1933 einen \u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg bei den Wahlen davon. Ihr Ziel war die Beseitigung der kl\u00e4glichen Reformen ihrer Vorg\u00e4nger und die Wiederherstellung der Vormachtstellung der Kirche. Die Rechte und ihre F\u00fchrer wollten zudem die Abschaffung der Republik. Reformen wurden zur\u00fcck gezogen und lokale Aufst\u00e4nde der Bauernschaft und ArbeiterInnen brutal unterdr\u00fcckt. F\u00fcr die Masse der Bev\u00f6lkerung unterschied die Republik nichts mehr von der fr\u00fcheren Diktatur.<\/p>\n<p>1934 fand die Arbeiterbewegung ihren ersten H\u00f6hepunkt in Asturien. Die Mitgliedschaft des sozialistischen Gewerkschaftsverbandes UGT und der sozialistischen Jugend radikalisierte sich unter den Schl\u00e4gen der Reaktion und kehrte dem b\u00fcrgerlichen Parlamentarismus den R\u00fccken zu. Auf Initiative der regionalen Organisationen der anarchistisch gef\u00fchrten Gewerkschaften, die im Verband der CNT vereint waren, kam eine Arbeiterallianz mit dem Ziel der Errichtung einer sozialistischen Republik zustande. Zum ersten Mal gab es eine Einheitsfront, die alle Arbeiterparteien einschloss. In der rohstoffreichen Region im Norden des spanischen Staates wurde der Generalstreik ausgerufen und die ArbeiterInnen bewaffnet. Die Regierung brachte Regimenter der Fremdenlegion und marokkanische S\u00f6ldner \u00fcber das Mittelmeer, um den Aufstand im Blut der ArbeiterInnen zu ertr\u00e4nken. Tausende starben und noch mehr wurden verhaftet.<\/p>\n<p>Vor den Parlamentswahlen 1936 war das Land bereits nicht mehr zu regieren. Die rechts-republikanische Regierung setzte jetzt auf nackte Gewalt, denn die legalen Mittel der Republik hatten versagt. Die neu gegr\u00fcndete faschistische Organisation Falange entfaltete eine Terrorkampagne gegen die ArbeiterInnen und die Republik.<\/p>\n<h4>Der Aufstand der Gener\u00e4le<\/h4>\n<p>Als im Februar 1936 ein breites Volksfrontb\u00fcndnis von der linken republikanischen Partei bis zur kommunistischen PCE die Wahlen zu den Kammern der Cortes mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit gewann, war der Weg zu sozialen Revolution eingeschlagen. F\u00fcr die Rechten schien nur noch eine Macht\u00fcbernahme und diktatorische Herrschaft die Rettung der alten Ordnung zu sein, sie hatten die Mehrheit im Parlament verloren. Bis zum September 1936 gab es sechs Versuche unter verschiedenen Vorsitzenden ein stabiles Regime zu bilden. Doch die Sozialistische Partei weigerte sich, Koalitionspartnerin einer republikanischen Regierung zu sein. Zuletzt versuchten Teile der Regierung, einen Kompromiss mit dem Milit\u00e4r zu finden und boten an, Ministerposten mit ihm genehmen Personen zu besetzen. Doch jede Vermittlung wurde abgelehnt, die Zeit der legalen parlamentarischen Politik war vorbei &#8211; am 17. Juli 1936 erging das Signal zum Putsch, den der General Franco anf\u00fchren sollte.<\/p>\n<h4>Die Antwort der Massen: Revolution<\/h4>\n<p>Der UGT-F\u00fchrer Largo Caballero verlangte von der republikanischen Regierung, Waffen an die ArbeiterInnen zu verteilen, als das Milit\u00e4r sich gegen sie erhob, aber die lehnte ab. Als die rechten Truppen bereits Marokko und den S\u00fcd- und Nordwesten des Staates erobert hatten, lie\u00df die Regierung die Meldung verbreiten, dass die Situation unter Kontrolle sei. Doch die Massen lie\u00dfen sich nicht abhalten, denn f\u00fcr viele ging es nicht um die Verteidigung einer ungewissen Zukunft in einer Republik, sondern um die soziale Revolution.<\/p>\n<p>In den Orten, wo Arbeiterf\u00fchrerInnen sich von den Nachrichten beruhigen lie\u00dfen, gelang es dem Milit\u00e4r selbst linke Hochburgen wie Zaragoza und Sevilla zu besetzen. Doch in vielen St\u00e4dten wurden sie zur\u00fcckgeschlagen. Was an Kriegsmaterial fehlte, machten die ArbeiterInnen durch ihren revolution\u00e4ren Enthusiasmus wett. Der Generalstreik wurde ausgerufen.<\/p>\n<p>Einige tausend bewaffnete Einheiten in den Sturmgarden und der Polizei waren alles, was der Regierung noch blieb, alle anderen Kr\u00e4fte hatten sich entweder auf die Seite der revolution\u00e4ren Massen oder der Nationalisten geschlagen: die Staatsmacht l\u00f6ste sich auf.<\/p>\n<p>Im ganzen Land schossen lokale, meist parit\u00e4tisch besetzte Komitees aus dem Boden, die Transport, Versorgung, Krankenpflege, \u00f6ffentliche Ordnung, Grenzschutz und nicht zuletzt die Aufstellung der Milizen organisierten. Die Kirchen wurden geschlossen, einige sogar abgebrannt. Die Unternehmer, die nicht in die Franco-Zone geflohen waren, wurden enteignet und inhaftiert oder erschossen, wenn sie unter Verdacht standen, mit den Rechten zu kollaborieren. Die soziale Revolution hatte begonnen. Einzig auf Dr\u00e4ngen der PCE und des rechten Fl\u00fcgels der sozialistischen Partei erhielten pro-republikanische Kr\u00e4fte eine Vertretung in den Komitees, da alle republiktreuen jetzt gemeinsam gegen den Faschismus k\u00e4mpfen m\u00fcssten.<\/p>\n<h4>Die internationale Dimension<\/h4>\n<p>In Frankreich \u00fcbernahm eine Volksfrontkoalition in Folge von Massenprotesten und Generalstreiks die Regierung, die der Revolution im S\u00fcden vorausgingen. Ein Arbeiterstaat in Spanien auf der Grundlage demokratisch gew\u00e4hlter R\u00e4te w\u00e4re nicht nur f\u00fcr die faschistischen Regimes in Europa bedrohlich gewesen und h\u00e4tte den ArbeiterInnen gezeigt, dass der Kampf gegen den Faschismus m\u00f6glich ist, sondern w\u00e4re auch eine Bedrohung f\u00fcr die herrschende B\u00fcrokratie der Sowjetunion \u2013 denn sie h\u00e4tte ein Beispiel von sozialistischer Demokratie sein k\u00f6nnen -, weshalb diese auch keine Freundin der Revolution war.<\/p>\n<p>Mussolini sah in der Unterst\u00fctzung der nationalistischen Kr\u00e4fte eine M\u00f6glichkeit, seine Herrschaftsanspr\u00fcche \u00fcber das Mittelmeer geltend zu machen und schickte 70.000 Soldaten. Die Nazis hatten wirtschaftliche Interessen bez\u00fcglich der Rohstoffe im Norden Spaniens und wollte den antisowjetischen Block st\u00e4rken. Alle Seiten nutzten den Konflikt auch, um altes Kriegsmaterial zu verbrauchen und neue Waffen zu testen und um praktische Kriegserfahrungen zu sammeln.<\/p>\n<p>Die britische Regierung wollte keinen offenen kriegerischen Konflikt mit den faschistischen Regimes und auf keinen Fall die soziale Revolution unterst\u00fctzen. Daher hielt sie an der Nichteinmischungspolitik fest. Aus Angst vor den Rechten im eigenen Land und davor, sich von ihrem englischen Verb\u00fcndeten zu isolieren, folgte ihr die franz\u00f6sische Regierung. Stalin hatte sich f\u00fcr Abkommen mit kapitalistischen Staaten entschieden, um sich vor einem faschistischen Angriff zu sch\u00fctzen. Ein Sieg der Faschisten in Spanien h\u00e4tte jedoch das feindliche Lager gest\u00e4rkt. Deshalb folgte der Kreml zwar offiziell der Politik der Nichteinmischung, lieferte aber dennoch bis 1937 Kriegsmaterial an die republikanische Seite unter der Doktrin, dass die Kommunistische Partei Spaniens von revolution\u00e4ren T\u00e4tigkeiten Abstand nimmt, um ihre internationale B\u00fcndnispolitik nicht zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<h4>Die Volksfrontregierung<\/h4>\n<p>Verschiedene Fragen bedurften einer umgehenden L\u00f6sung: die Ern\u00e4hrung der St\u00e4dte, Organisierung der Produktion und der Krieg gegen den Nationalistenf\u00fchrer General Franco.<\/p>\n<p>Den b\u00fcrgerlichen Staat gab es nicht mehr, doch auch keine andere zentralisierte Macht. Die Milizen und lokalen Komitees hatten vor allem spontanen Charakter. Die K\u00e4mpferInnen waren nach der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Organisation aufgeteilt worden, ein einheitliches Kommando gab es nicht.<\/p>\n<p>Die Parteien der RepublikanerInnen und KommunistInnen k\u00e4mpften gemeinsam mit dem rechten Fl\u00fcgel der sozialistischen Partei gegen jeden weitergehenden Eingriff in das Privateigentum und gegen eine Vergesellschaftung der Produktion. Solange sie in der Minderheit waren, gelang es den Komitees dennoch in begrenztem Ma\u00dfe die Wirtschaft wiederherzustellen. Die \u00dcberreste der b\u00fcrgerlichen Regierung weigerten sich, ein Au\u00dfenhandelsmonopol und Kapitalverkehrskontrollen zu errichten, was eine massive Kapitalflucht aus der republikanischen Zone zur Folge hatte. Sie weigerten sich ebenfalls, die Banken unter ihre Kontrolle zu nehmen und Kredite an kriegswichtige Betriebe zu vergeben oder den Goldvorrat zu nutzen, um Waffen und Rohstoffe im Ausland zu kaufen.<\/p>\n<p>Die eine oder die andere Seite musste die Macht \u00fcbernehmen und dem Krieg eine Richtung weisen: f\u00fcr die Republik der kapitalistischen Unternehmer, die die Revolution beseitigt hatte oder f\u00fcr eine Republik der ArbeiterInnen und Armen.<\/p>\n<p>Keine der beteiligten Arbeiterorganisationen verfolgte ein Programm f\u00fcr den Aufbau eines Arbeiterstaates auf der Grundlage gew\u00e4hlter R\u00e4te. Die lokalen und regionalen Komitees wurden auf Weisung der Partei- und Gewerkschaftsvorst\u00e4nde besetzt und auch sp\u00e4ter nicht durch Wahlen best\u00e4tigt oder ersetzt.<\/p>\n<p>Der linke Fl\u00fcgel der Sozialistischen Partei folgte zwar offiziell einer revolution\u00e4ren Politik. Letztendlich waren sie aber nicht bereit, ihren Einfluss an gew\u00e4hlte Gremien au\u00dferhalb ihrer Partei abzugeben. Sie behaupteten, dass R\u00e4te nach dem russischen Vorbild nicht n\u00f6tig w\u00e4ren, Die POUM (Arbeiterpartei der marxistischen Einheit) als linkester Volksfront-Fl\u00fcgel sagte, der Zusammenschluss politischer Organisationen in Komitees sei die revolution\u00e4re Form, die der Situation angemessen w\u00e4re. Die anarchistische CNT, die hinter ihrem Banner die gr\u00f6\u00dfte Zahl an revolution\u00e4ren K\u00e4mpferInnen vereinte, benannte den Staat an sich als die Ursache allen \u00dcbels, weshalb die Abschaffung desselben ausreichend f\u00fcr eine Revolution w\u00e4re.<\/p>\n<p>In Katalonien stellte der b\u00fcrgerliche Regionalpr\u00e4sident das Zentralkomitee der antifaschistischen Milizen vor die Wahl, dass er entweder zur\u00fccktreten oder sich in den Dienst der Revolution stellen k\u00f6nne. Ohne die Mitglieder ihrer Organisationen zu befragen, entschied das Komitee, dass er sein Amt behalten sollte und l\u00f6ste sich am 1. Oktober 1936 selbst auf. Eine Regierung, in dem die VertreterInnen aller Parteien au\u00dfer den Rechten sa\u00dfen, wurde gebildet. Selbst die CNT beteiligte sich und \u00e4nderte ihre Position ab: Der grundlegende Charakter der Regierung w\u00e4re ge\u00e4ndert und man k\u00f6nne sich daher daran beteiligen. Der bekannte Aktivist Andreu N\u00edn nahm f\u00fcr die POUM die Stellung des Justizministers an, da &#8211; so die Begr\u00fcndung &#8211; durch die Regierungsbeteiligung die wahre Politik der B\u00fcrgerlichen vor den Massen entlarvt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Neben der Volksfront in Katalonien bildete Anfang September 1936 die Volksfront f\u00fcr das gesamte republikanische Gebiet unter sozialistischer F\u00fchrung eine Regierung. Francisco Largo Caballero, f\u00fchrendes Mitglied der SozialistInnen und der UGT, hatte unter der sozialistischen Jugend und den revolution\u00e4ren Teilen der sozialistischen Gewerkschaftsbewegung Massenanhang und galt als \u201eLenin Spaniens\u201c. Trotz seines Bekenntnisses zu sozialistischen Revolution und einer Arbeiterregierung, lie\u00df er sich \u00fcberzeugen, die Bildung eines b\u00fcrgerlichen Kabinetts zu \u00fcbernehmen. Durch die Verteilung der Posten auf alle Teile der Volksfront erhielten die konterrevolution\u00e4ren Elemente erheblichen Einfluss. Die StalinistInnen gaben jetzt die Richtung vor: Alles f\u00fcr die Volksfront und alles durch die Volksfront, das hei\u00dft den wiederhergestellten b\u00fcrgerlichen Staat.<\/p>\n<h4>Kampf gegen den Faschismus mit oder ohne Revolution?<\/h4>\n<p>Im Oktober 1936 erlie\u00df die Volksfrontkoalition ein Dekret, das es Frauen verbot, mit der Waffe an der Front zu k\u00e4mpfen und befahl die Eingliederung der Milizkolonnen unter das republikanische Kommando, um im Sinne des b\u00fcrgerlichen Staates eine republikanische Armee aufzustellen.<\/p>\n<p>Doch ein Teil der Milizen der CNT und POUM stimmte dagegen und k\u00e4mpfte auf eigene Faust weiter. Ihnen sollte der Anschluss aufgezwungen werden. Zugesagte milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung und Material f\u00fcr die Front blieben aus, wodurch ganze Einheiten vernichtet wurden. Ihre Niederlagen wurden ihnen in der stalinistischen Propaganda als Zeichen ihrer Schw\u00e4che angelastet. Sie bekamen vom kommunistisch gef\u00fchrten Versorgungsministerium kein Essen, kein Material und keinen Sold. Die Regierung f\u00fchrte eine Zensur ein, die mit jedem Monat sch\u00e4rfer gegen kritische Ver\u00f6ffentlichungen der POUM und CNT vorging.<\/p>\n<p>Viele Schl\u00fcsselpositionen der neu geschaffenen milit\u00e4rischen Einheiten waren mit KommunistInnen oder ihren Verb\u00fcndeten besetzt. Vor allem die VertreterInnen der Stalinb\u00fcrokratie argumentierten, dass jetzt der Kampf gegen den Faschismus gewonnen werden m\u00fcsse, bevor eine Revolution denkbar w\u00e4re.<\/p>\n<p>Die Kommunistische Partei baute eine eigene Truppe auf. Ihre Einheit war das ber\u00fchmte 5. Regiment, das zum Zeitpunkt der Eingliederung in die regul\u00e4re Armee bereits 100.000 Mann umfasste. Dieses Regiment war in Madrid stationiert, doch es war der feindlichen \u00dcbermacht nicht gewachsen. Unter stalinistischer Kontrolle wurden f\u00fcr einen begrenzten Zeitraum Mittel des revolution\u00e4ren Krieges angewandt: Komitees s\u00e4uberten die Stadtteile von rechten Kollaborateuren, hinter die feindlichen Linien wurde Propaganda abgeworfen und Milizen der POUM und CNT standen gleichrangig neben dem 5. Regiment und den Internationalen Brigaden im Gefecht. Als die Offensive Francos zur\u00fcckgeschlagen war, wurden die Komitees aufgel\u00f6st und alle anwesenden Milizion\u00e4rInnen zwangsweise in die Armee eingegliedert.<\/p>\n<h4>Die Maik\u00e4mpfe in Barcelona<\/h4>\n<p>Das zentrale Telegraphen- und Telefonamt in Barcelona stand bis Mai 1937 unter der Kontrolle der CNT. F\u00fcr die Regierung war das problematisch, denn ihre Gespr\u00e4che konnten abgeh\u00f6rt werden und Verbindungen wurden unterbrochen, wenn dem Komitee das Gesprochene verd\u00e4chtig erschien. Am Morgen des 4. Mai befahl der kommunistische Polizeipr\u00e4sident Barcelonas den Assalto-Garden und seinen Einheiten, die Kontrolle \u00fcber das Geb\u00e4ude zu \u00fcbernehmen. Der Angriff r\u00fcttelte die Massen Barcelonas wach: Sie riefen den Generalstreik aus und bauten Barrikaden. Bereits nach einem Tag eroberten die K\u00e4mpferInnen der POUM und CNT den gr\u00f6\u00dften Teil der Stadt. Die Zentralregierung schickte mehrere Divisionen und Kriegsschiffe. Federica Monsteny und Juan Garc\u00eda Oliver, beides CNT-MinsterInnen, wurden zur Vermittlung geschickt. Auf das Gehei\u00df zweier anarchistischer F\u00fchrerInnen sollte nun \u00fcber Erfolg oder blutiges Ersticken des Arbeiteraufstandes entschieden werden. Sie scheiterten und 6.000 Mann der Sturmgarden \u00fcbernahmen die Kontrolle der Stadt, Todesschwadronen ermordeten gezielt die OrganisatorInnen der Stra\u00dfenk\u00e4mpfe und Katalonien verlor seine Autonomie. Viele Revolution\u00e4rInnen der POUM und CNT waren an den K\u00e4mpfen beteiligt und hunderte von ihnen lie\u00dfen ihr Leben in den K\u00e4mpfen, die bis zum 8. Mai anhielten. Die F\u00fchrung ihrer Organisationen f\u00fchlte sich nicht ihnen, sondern der Volksfront verpflichtet, rief zu einem Waffenstillstand auf und schickte die ArbeiterInnen wieder nach Hause und an die Arbeit. Die POUM wurde im Nachhinein aus der katalanischen Volksfront ausgeschlossen und wenig sp\u00e4ter verboten. Ihre Milizen wurden aufgel\u00f6st und entwaffnet und ihre Presse verboten. Ihre F\u00fchrerInnen wurden inhaftiert, verschleppt, gefoltert und &#8211; wie im Fall von Andreu N\u00edn und anderen &#8211; ermordet.<\/p>\n<p>Die rechten SozialistInnen und KommunistInnen nutzten die Gelegenheit, um eine Regierungskrise auszul\u00f6sen. Largo Caballero trat daraufhin von seinen \u00c4mtern als Kriegsminister und Regierungschef zur\u00fcck. Der republikanische Staatspr\u00e4sident Aza\u00f1a beauftragte nun den Rechtssozialisten Negr\u00edn mit der Bildung einer neuen Regierung.<\/p>\n<h4>\u201eDie Regierung des Sieges\u201c<\/h4>\n<p>Die neue Regierung sch\u00fctzte das Privateigentum und r\u00fcckte in ihrem sp\u00e4teren 13-Punkte-Programm sogar die Kirche wieder in eine prominente Stellung. Die Ungewissheit, ob Franco siegen k\u00f6nnte oder ob die Regierung ihnen ihre Kollektivwirtschaften wieder wegnehmen w\u00fcrde, entfremdete gro\u00dfe Teile der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung. Gleichzeitig nahm \u00fcberall die B\u00fcrokratie zu, was vor allem die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung traf, da es an den n\u00f6tigsten G\u00fctern fehlte und die Preise stiegen, w\u00e4hrend die L\u00f6hne gleich blieben. Die Regierung verk\u00fcndete, diesen chaotischen Zustand zu beenden, indem sie die Kontrolle der Komitees in den Betrieben beendete. Sie wurden aufgel\u00f6st und oder staatliche Funktion\u00e4re \u00fcbernahmen. Je weiter die ArbeiteraktivistInnen zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden, desto selbstbewusster wurden reaktion\u00e4re Teile der Bev\u00f6lkerung. Sie schielten nach Posten in der Verwaltung oder den bewaffneten Gruppen der Zivil- oder Assalto-Garde. Im Hinterland sorgten Agenten der stalinistischen Geheimpolizei und des neu geschaffenen politischen Sicherheitsdienstes daf\u00fcr, dass Revolution\u00e4rInnen verschwanden. Es wurden wieder Gesetze eingef\u00fchrt, die Verunglimpfung der Armee, verb\u00fcndeter Staaten oder Kritik an diesen Ma\u00dfnahmen unter harte Strafen bis hin zur Erschie\u00dfung stellten.<\/p>\n<p>Nach und nach wurden POUM, CNT und der linke Fl\u00fcgel der Sozialistischen Partei und der UGT ausgeschaltet. Die so geschlagenen l\u00e4ndlichen und st\u00e4dtischen Werkt\u00e4tigen wurden zwischen dem Vorsto\u00df Francos, den Ma\u00dfnahmen der Regierung und der erstarkenden Reaktion im Hinterland zerrieben.<\/p>\n<p>Auf der Seite der rechten Gener\u00e4le standen auf dem H\u00f6hepunkt 600.000 gut bewaffnete Einheiten. Ihnen gegen\u00fcber standen 250.000 schlecht ausger\u00fcstete ArbeiterInnen und B\u00e4uerInnen. Der Untergang war vorprogrammiert und wichtige Teile Spaniens fielen in Feindeshand. Das Zentrum der Revolution, Barcelona, ergab sich kampflos. Dass Madrid in der unterlegenen Situation f\u00e4llt, war nur noch eine Frage der Zeit.<\/p>\n<h4>Gab es eine Alternative?<\/h4>\n<p>Die kommunistische Linke um Andreu N\u00edn und Juan Andrade, die die spanische Organisation der trotzkistischen Internationalen Linken Opposition bildete, hatte noch 1935 Einfluss unter den Massen im Norden. Sie standen mit Leo Trotzki in prinzipieller Opposition zu der Politik der stalinistischen B\u00fcrokratie in Russland und der Kommunistischen Internationale. Das Modell der Arbeiterallianzen w\u00e4hrend des Aufstands in Asturien 1934, die zwar alle Arbeiterorganisation ein-, aber die b\u00fcrgerlichen Organisationen ausschlossen, h\u00e4tte richtungsweisend f\u00fcr eine klassenbasierte Politik werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unter dem Eindruck der asturischen Ereignisse radikalisierte sich die sozialistische Jugend und beschloss auf ihrem Kongress 1934, dass der Aufbau einer vierten Internationale notwendig w\u00e4re. Trotzki und seine GenossInnen dr\u00e4ngten die Mitglieder der Kommunistischen Linken, in den Dialog mit diesen Kr\u00e4ften zu treten und mit ihnen eine neue revolution\u00e4re Massenpartei zu formen. Doch sie lehnten ab. Stattdessen vereinigte sich der Jugendverband der Sozialistischen Partei mit der Kommunistischen Jugend. Die vorher marginale kommunistische Partei, wurde damit zu einer Massenkraft. Schnell wuchs sie von wenigen Tausenden auf 200.000 Mitgliedern.<\/p>\n<p>Die Kommunistische Linke entschied sich daf\u00fcr, mit einer anderen kommunistischen Regionalpartei in Katalonien zur POUM zu fusionieren &#8211; dem Arbeiter- und Bauernblock. Trotzdem N\u00edn und seine GenossInnen dem Aufbau einer neuen revolution\u00e4ren Internationale den R\u00fccken gekehrt hatten, versuchten Trotzki und andere sie zur Arbeit in der CNT und sp\u00e4ter in den CNT-Milizen zu bewegen. Dort waren die fortgeschrittensten Teile der revolution\u00e4ren Massen versammelt, dort h\u00e4tten sie um ein revolution\u00e4res Programm k\u00e4mpfen k\u00f6nnen. Doch wieder entschied sich die POUM eigene Milizverb\u00e4nde aufzustellen und in lokalen UGT-Gliederungen zu arbeiten. Auf die organisatorische Abschottung folgte wiederum eine Politik der Anpassung und die POUM gliederte sich in die katalanische Volksfront ein. Im entscheidenden Mai 1937 versagte die F\u00fchrung der POUM erneut. In den Reihen der Milizen und der POUM k\u00e4mpften vereinzelte Gruppen, die die revolution\u00e4re Politik der Bolschewiki-Leninisten vertraten. Sie und auch die Gruppe der Freunde Durrutis, die innerhalb der CNT und die aus den Fehlern der Politik revolution\u00e4re Schlussfolgerungen zogen, waren dem Ansturm der Konterrevolution jedoch nicht gewachsen.<\/p>\n<h4>Unabh\u00e4ngigkeit der Arbeiterklasse n\u00f6tig<\/h4>\n<p>Die Alternative h\u00e4tte darin bestanden, an verschiedenen Punkten ein Programm f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit der Arbeiterklasse und der B\u00e4uerInnen aufzustellen, welches die Fortf\u00fchrung der Revolution und ihre Festigung durch gew\u00e4hlte R\u00e4te auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene fordert, statt reine Parteienb\u00fcndnisse beizubehalten. Dies h\u00e4tte Teile der revolution\u00e4ren Massen anziehen k\u00f6nnen. Durch eine solche Zentralisierung der revolution\u00e4ren Gewalt w\u00e4re ein gemeinsames Kommando der Armee und der Wirtschaft m\u00f6glich gewesen. Ein solches Kommando h\u00e4tte sich nicht auf die Gnade der Politik Stalins oder anderer M\u00e4chte verlassen, sondern an die Solidarit\u00e4t der ArbeiterInnen anderer L\u00e4nder appelliert.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Hilfe der Revolution in Spanien w\u00e4re die internationale Ausbreitung der Bewegung gewesen. Ein Sowjetspanien h\u00e4tte die Fackel der internationalen proletarischen Revolution nach Jahren der Niederlage wieder entfacht und ihr Licht h\u00e4tte bis in alle Winkel der Erde geschienen.<\/p>\n<p><em>Ren\u00e9 Kiesel ist Mitglied des SAV Bundesvorstands. Er lebt in Berlin.<\/em><\/p>\n<h2>Leo Trotzki:\u00a0Schriften zu Revolution und B\u00fcrgerkrieg in Spanien<\/h2>\n<p>Der russische Marxist Leo Trotzki besch\u00e4ftigte sich intensiv mit den Ereignissen im Spanien der 1930er Jahre. Die SAV hat die bisher umfassendste Sammlung seiner Schriften \u00fcber Spanien herausgebracht. Seine Texte sind reichhaltige Darstellungen der spanischen Ereignisse, vor allem aber detaillierte Analysen derselben und der unterschiedlichen politischen Akteure. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Organisationen der Arbeiterklasse, nicht zuletzt der POUM, die oftmals als \u201etrotzkistisch\u201c bezeichnet wurde, die aber von Trotzki einer schonungslosen Kritik unterzogen wurde \u2013 gerade weil sie das Potenzial zur Schaffung einer wirklich revolution\u00e4r-marxistischen Partei hatte und nicht nutzte. Trotzkis Schriften enthalten viele wichtige Lehren f\u00fcr den Kampf gegen Faschismus und f\u00fcr eine sozialistische Ver\u00e4nderung der Gesellschaft heute.<\/p>\n<p>Albert Kropf stellt in einer ausf\u00fchrlichen Einleitung Spanische Revolution und B\u00fcrgerkrieg dar. In einem ausf\u00fchrlichen Glossar werden Personen und begriffe erkl\u00e4rt und eine Chronologie der Ereignisse dargestellt.<\/p>\n<p>482 Seiten, Paperback, 18 Euro<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/shop\/produktkategorie\/spanien-revolution-und-buergerkrieg\/\">Bestellung im Shop der SAV m\u00f6glich.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Zusammenfassung<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32256,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[106,97],"tags":[761,765],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33079"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=33079"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33079\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":33081,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/33079\/revisions\/33081"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=33079"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=33079"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=33079"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}