{"id":32840,"date":"2016-04-28T16:10:47","date_gmt":"2016-04-28T14:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=32840"},"modified":"2016-04-30T12:16:55","modified_gmt":"2016-04-30T10:16:55","slug":"vivantes-und-charit-streiken-gemeinsam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/04\/vivantes-und-charit-streiken-gemeinsam\/","title":{"rendered":"Vivantes und Charit\u00e9 streiken gemeinsam"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\"><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel.jpg\" rel=\"attachment wp-att-32841\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-32841\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-280x173.jpg\" alt=\"Charit\u00e9\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-768x473.jpg 768w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-560x345.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/artikel.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Streikende erheben auch Forderung nach mehr Personal\u00a0&#8211; Tarifvertrag dazu bei Charit\u00e9 in Urbabstimmung angenommen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Im Rahmen der bundesweiten TV\u00d6D-Tarifrunde streiken am 25. und 26. April Besch\u00e4ftigte der Krankenh\u00e4user des landeseigenen Vivantes-Konzerns und der Charit\u00e9 in Berlin. Neben den Lohnforderungen aus der Tarifrunde, war f\u00fcr viele Besch\u00e4ftigten die Forderung f\u00fcr mehr Personal und gegen Ausgliederung zentral.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Bericht und Interviews von Steffen Strandt und Tom Hoffmann, Berlin<\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ver.di fordert unter anderem 6 Prozent mehr Lohn und 100 Euro mehr f\u00fcr Auszubildende. Die Arbeitgeber haben ein \u201eAngebot\u201c von 0,6 Prozent 2016 und 1,2 Prozent 2017 vorgelegt, das von ver.di als v\u00f6llig unzureichend abgelehnt wird. In einer ganzen Reihe von Krankenh\u00e4usern bundesweit streiken bei dieser Tarifrunde Pflegekr\u00e4fte mit dem offensiveren Streikkonzept des \u201eSchlie\u00dfungsstreiks\u201c mit. Wie zuerst bei der Charit\u00e9 erprobt, gibt es dabei nicht nur eine symbolische Beteiligung von einigen Besch\u00e4ftigten im Rahmen eines Notbetriebes. Vor dem Streik wurden den Arbeitgebern gemeldet, wie viele KollegInnen streiken werden und welche Betten oder welche ganzen Stationen nicht mit PatientInnen belegt werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Bei der streikerprobten Charit\u00e9 waren f\u00fcnfhundert Besch\u00e4ftigte im Streik. Die Charit\u00e9 ist nicht direkt Teil des TV\u00d6D, der Haustarifvertrag ist aber an den TV\u00d6D angelehnt, wodurch eine TV\u00d6D-Lohnsteigerung auch zu Lohnerh\u00f6hungen bei der Charit\u00e9 f\u00fchrt. In diesem Rahmen nahmen Besch\u00e4ftigte der Charit\u00e9 im Rahmen eines Partizipationsstreiks an den Warnstreikma\u00dfnahmen teil. W\u00e4hrend des Streiks wurde auch die Urabstimmung zu dem <a href=\"http:\/\/www.mehr-krankenhauspersonal.de\/1795\">Tarifvertrag<\/a> Mindestbesetzung und Gesundheitsschutz, f\u00fcr den die KollegInnen eine vierj\u00e4hrige Auseinandersetzung gef\u00fchrt hatten und 2015 in einen zehn Tage w\u00e4hrenden\u00a0Erzwingungsstreik gegangen waren, beendet. Bei dieser stimmten 89,2 Prozent f\u00fcr die Annahme des Tarifvertrags, der bundesweit der erste seiner Art ist. Die zust\u00e4ndige ver.di-Sekret\u00e4rin Meike J\u00e4ger sagte dazu: \u201eWie immer stellt ein Tarifvertrag einen Kompromiss dar \u2013 nicht alle unserer Forderungen konnten wir durchsetzen. Dennoch sehen wir in dem Tarifvertrag einen Meilenstein f\u00fcr die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Endlich ist es gelungen, dem Abbau von Stellen, insbesondere in der Pflege, Einhalt zu bieten, in dem Personalmindeststandards und verbindliche Orientierungswerte ein Abweichen nach unten begrenzen. Die Umsetzung des Tarifvertrages wird insbesondere von den Besch\u00e4ftigten in diesen Arbeitsbereichen sehns\u00fcchtig erwartet.\u201c Die Umsetzung h\u00e4ngt nicht zuletzt an der weiteren aktiven Beteiligung der Besch\u00e4ftigten, die \u00dcberlastungssituationen melden m\u00fcssen und damit einen im Tarifvertrag festgelegten Konsequenzenprozess einleiten k\u00f6nnen. Dies wird durch die ver.di-Betriebsgruppe dadurch unterst\u00fctzt werden, dass die vielen als TarifberaterInnen aktivierten KollegInnen weiter regelm\u00e4\u00dfig zusammen kommen sollen und offene Versammlungen f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten regelm\u00e4\u00dfig angeboten werden. Ob der Tarifvertrag ausreichende Ma\u00dfnahmen einleiten wird und ausreichend Neueinstellungen nach sich ziehen wird, k\u00f6nnen Betriebsgruppe und Besch\u00e4ftigte dann bilanzieren und ggf. nach Ablauf der Vertragsfrist in einem Jahr, f\u00fcr weitere Forderungen in den Kampf ziehen. Die Bedeutung dieses vierj\u00e4hrigen Kampfes der Charit\u00e9-Besch\u00e4ftigten und der Tatsache, dass erstmals ein Tarifvertrag erreicht wurde, der zu Neueinstellungen f\u00fchren soll und Gesundheitsschutz regelt, ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Das politische Signal ist laut und deutlich durch die ganze Republik gegangen und bei Krankenhausbesch\u00e4ftigten angekommen. In verschiedenen Kliniken im ganzen Land haben sich Gewerkschaftsgruppen und KollegInnen auf den Weg gemacht, diese Auseinandersetzung ebenfalls aufzunehmen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Zus\u00e4tzlich streikten einige GewerkschaftsaktivistInnen der CFM (Charit\u00e9 Facility Management) im Solidarit\u00e4tsstreik. Die ausgegliederte und teilprivatisierte Tochtergesellschaft der Charit\u00e9 k\u00e4mpft f\u00fcr einen Tarifvertrag und die GewerkschafterInnen nutzten die Streiktage um f\u00fcr die anstehende Tarifauseinandersetzung zu mobilisieren.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Besch\u00e4ftigten von Vivantes erprobten zum ersten Mal einen Schlie\u00dfungstreik, dabei weigerte sich der Arbeitgeber im Vorfeld eine Notdienstvereinbarung zu unterzeichnen. Trotz dieser Drohung beteiligen sich vierhundert KollegInnen der verschiedenen Vivantes-H\u00e4user am Warnstreik. Neben den Lohnforderungen der TV\u00d6D-Runde spielten die Forderungen nach der Eingliederung der Tochtergesellschaften, die weit unter TV\u00d6D bezahlen eine wichtige Rolle f\u00fcr die Streikenden. F\u00fcr diese Forderung, sowie f\u00fcr die Forderung nach einer Mindestpersonalbesetzung werden die Vivantes-KollegInnen in weiteren Tarifauseinandersetzungen zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir ver\u00f6ffentlichen hier Interviews mit Streikenden, sowie <a href=\"https:\/\/goo.gl\/photos\/VWczR4PLwpvDW2Zx7\">Fotos<\/a> und ein <a href=\"https:\/\/youtu.be\/BLs47Em8FT8\">Video<\/a> der Rede von Stefan Gummert auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/goo.gl\/photos\/VWczR4PLwpvDW2Zx7\">https:\/\/goo.gl\/photos\/VWczR4PLwpvDW2Zx7<\/a><\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\">Oikonomou Anastasios &#8211; Seit Januar 2015 als Krankenpfleger bei der Charit\u00e9 \u2013 Campus Virchow-Klinikum \u2013 Kardiologie<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Als was arbeitest du und wie sind die Arbeitsbedingungen f\u00fcr dich?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ich arbeite als Krankenpfleger auf einer kardiologischen Station. Wir sind nicht gen\u00fcgend Pflegekr\u00e4fte. An manchen Tagen geht es, aber andere Tage sind eine Katastrophe, da schaffen wir unsere Arbeit gar nicht.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Heute ist die Tarifrunde des \u00f6ffentlichen Dienstes \u2013 ihr streikt in der Charit\u00e9 im Partizipationsstreik.<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir streiken f\u00fcr mehr Geld, aber wir streiken auch f\u00fcr mehr Personal im Krankenhaus. Generell wird im Moment bei der Gesundheit gespart. Ich denke, mit Gesundheit darf man nicht spielen. Sie muss immer an erster Stelle stehen und man darf keine Profite mit der Gesundheit machen. Es geht uns nicht nur um mehr Geld, sondern auch um bessere Arbeitsbedingungen. Das ist auch die Meinung der meisten Kollegen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Du bist erst seit kurzer Zeit bei der Charit\u00e9, wie hast du von dem Streik erfahren und warum streikst du mit?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ich bin eine aktive Person. Wir sind jeden Tag zusammen auf der Arbeit. Da bin ich kollegial und nat\u00fcrlich dabei, wenn alle mitstreiken. F\u00fcr mich ist Solidarit\u00e4t ein wichtiger Punkt. Auch die Patienten verstehen, warum wir den Streik machen und wissen, wie die Situation hier im Krankenhaus ist. Die sind auch solidarisch.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Es gab jetzt ein \u201eAngebot\u201c von den Arbeitgebern, was denkst du dazu?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">1,6 Prozent Lohnerh\u00f6hung und 0,6 Prozent dieses Jahr ist einfach nur komisch. Was sollen 30 Euro mehr bringen? Die Lebenshaltungskosten steigen immer mehr. Ich bin erst seit drei Jahren hier in Berlin, aber kriege mit wie die Mieten steigen. Da sind 2 Prozent Lohnerh\u00f6hung gar nichts.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Was sollte passieren, wenn es kein besseres Angebot geben wird um den Streik zu gewinnen?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Mehr Streik. In Griechenland machen wir das auch so.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Ihr streikt heute mit Vivantes zusammen und morgen streiken die BSR (Stadtreinigung) und die Berliner Wasserbetriebe. Was sagst du zu den getrennten Streiktagen?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir sollten zusammen streiken. Wenn der ganze \u00f6ffentliche Dienst streiken w\u00fcrde und eine gro\u00dfe Demonstration in Berlin Mitte machen w\u00fcrde, w\u00e4re das ein viel st\u00e4rkeres Zeichen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Stephan Gummert beim Streik von ver.di Charit\u00e9, CFM und Vivantes\" width=\"735\" height=\"413\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/BLs47Em8FT8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><\/h2>\n<h2 align=\"JUSTIFY\">Sybille \u2013 Therapeutin in einem Vivantes-Krankenhaus<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Wie sind die Arbeitsbedingungen in deinem Bereich?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir sind im Moment von 6 Therapeuten nur 2, weil die anderen krank sind, vielleicht auch aus \u00dcberlastung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Heute ist die TV\u00d6D-Tarifrunde, warum streikst du pers\u00f6nlich?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nat\u00fcrlich wegen dem Gehalt. Die nicht-akademischen sozialen Berufe sind ja unterbezahlt und da k\u00f6nnen wir mehr Geld gebrauchen. Weil die Lebenshaltungskosten steigen und weil wir f\u00fcr unsere Arbeit mit dem geringen Gehalt keine Anerkennung bekommen. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Tochtergesellschaften abgeschafft werden. Die verdienen dort noch weniger und sind nicht im TV\u00d6D, kriegen also keine Gehaltserh\u00f6hung. Das sind Kollegen die die gleiche Arbeit machen, die gleiche Qualifizierung haben und daf\u00fcr deutlich weniger verdienen. Das ist eine Katastrophe. Jetzt sollen 2017 eventuell alle Therapeuten ausgegliedert werden. Dagegen m\u00fcssen wir uns wehren und darum bin ich auch hier.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Was sagst du zu dem \u201eAngebot\u201c des Arbeitgebers?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Es ist zu niedrig, da muss es mehr Verhandlungen geben, sonst kann man nicht zustimmen. Wenn das nicht erfolgreich ist, m\u00fcssen wir wieder streiken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Wie ist die Beteiligung bei euch beim Streik?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nicht so gut. Viele haben auch Angst um ihren Arbeitsplatz und die Dienste m\u00fcssen ja trotzdem stattfinden. Wir konnten bei uns im Krankenhaus auch keine Betten sperren lassen.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><\/h2>\n<h2 align=\"JUSTIFY\">Robert Huke, seit 1980 in der Charit\u00e9 &#8211; Campus Virchow-Klinikum Kardiologie<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Wof\u00fcr streikt ihr heute?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wir streiken unter anderem f\u00fcr 6 Prozent mehr Lohn. F\u00fcr mich ist es aber auch wichtig f\u00fcr ein niedrigeres Renteneintrittsalter, oder f\u00fcr Altersteilzeit zu streiken.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Was sagst du zum Angebot der Arbeitgeber?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Das Angebot ist einfach lachhaft und geht gar nicht. Deshalb streiken wir auch gegen diese l\u00e4cherliche Abspeisung.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Wenn die Arbeitgeber nicht nachlegen, was w\u00e4re dann n\u00f6tig?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wenn die Verhandlungen nicht in die richtige Richtung gehen, muss aus dem Warnstreik eben ein Vollstreik werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Es l\u00e4uft im Moment die Urabstimmung f\u00fcr den Tarifvertrag zur Personalbemessung und Gesundheitsschutz, was sagst du zu dem Abschluss?<\/strong><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Verhandlungen laufen nach dem Erzwingungsstreik ja schon einige Monate, und wir werden nach dem Abschluss das erste Krankenhaus in Europa mit einem Tarifvertrag zu Personalbemessung sein. Ich denke, dass die meisten f\u00fcr den Tarifvertrag abstimmen. Wenn der Arbeitgeber auch unterschreibt, ist so ein Tarifvertrag erstmal Neuland. Es wird sich sp\u00e4testens nach ein paar Monaten zeigen, wie die vereinbarten Mindestbesetzungen in der Praxis umgesetzt werden.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">\n<h2 align=\"justify\">Torsten Martin &#8211; seit 15 Jahren an der Charit\u00e9 \u2013 Campus Virchow Klinikum Thorakale Chirugie<\/h2>\n<p align=\"justify\"><strong>Du bist ja jetzt schon ziemlich lange mit dabei an der Charit\u00e9. Wie haben sich die Arbeitsbedingungen \u00fcber die letzten Jahre entwickelt?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Also ich glaube nicht, dass sich Leute diesen Beruf aufgrund der tollen Arbeitsbedingungen aussuchen. Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, weil es zu wenig Leute gibt. Ich denke auch, dass sie sich in den letzten Jahren verschlechtert haben. Wenn die Leute heute Abitur machen, dann studieren sie und tun sich das nicht an. Da gibt es Jobs, die besser bezahlt werden.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Da sprichst du schon den n\u00e4chsten Punkt an. Ihr seid ja im Partizipationsstreik, weil ihr an den TV\u00d6D nur angeschlossen seid. Warum streikst du heute?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Wir solidarisieren uns mit den Kollegen, sind \u2013 wie schon gesagt \u2013 an den TV\u00d6D angeschlossen. Und wir wollen nat\u00fcrlich mehr Geld haben, weil wir auch unsere pers\u00f6nlichen Kosten decken m\u00fcssen. Der Beruf wird sowieso schon nicht gut bezahlt. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass der Pflegeberuf als \u201eFrauenberuf\u201c einfach nicht so gut bezahlt wird.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Jetzt gibt es ja ein sogenanntes \u201eAngebot\u201c vom Arbeitgeber. Was h\u00e4ltst du davon?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Das erste Angebot war eine Frechheit. Da sehe ich mich nicht ernstgenommen, das war einfach dreist. Jetzt hat man uns 3 Prozent angeboten. Das h\u00e4tte ich mir mindestens als erstes Angebot gew\u00fcnscht. Das reicht nat\u00fcrlich immer noch nicht aus, aber als Grundlage ist das in Ordnung.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Angenommen der Arbeitgeber geht auf eure Forderungen nicht ein. Was w\u00e4re deiner Meinung nach notwendig, um eure Forderungen durchzusetzen?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Wenn den Forderungen nicht nachgekommen wird, wird man diese Ma\u00dfnahmen erweitern. Wenn man das Gef\u00fchl hat, dass das nicht ausreicht, muss man sich das einfordern. Es ist ja nicht so, dass wir das hier aus Jux und Dollerei machen. Wir bringen mit diesem Streik unsere Unzufriedenheit zum Ausdruck.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Letztes Jahr habt ihr ja haupts\u00e4chlich f\u00fcr mehr Personal gestreikt \u2013 als Erste \u00fcberhaupt in Deutschland. Parallel zum Warnstreik l\u00e4uft gerade die Urabstimmung zum betreffenden Tarifvertrag. Bist du mit dem zufrieden?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">Es hat lange gedauert, aber es ist sehr erfolgreich. Es ist mit dem Tarifvertrag m\u00f6glich, die Bemessungen realistischer zu gestalten. Wichtig ist auch, dass in dem Vertrag Ma\u00dfnahmen wie die Gesundheitskommission enthalten sind, die festlegen, was passiert, wenn es nicht zu der Aufstockung kommt. Auf dem Vertrag kann man sicherlich in den n\u00e4chsten 10 Jahren aufbauen. Ich bin sehr gl\u00fccklich, das wir das mit den Kollegen so geschafft haben.<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Heute streiken die Krankenhausbesch\u00e4ftigten und morgen die BSR und die Berliner Wasserbetriebe, was sagst du dazu?<\/strong><\/p>\n<p align=\"justify\">F\u00fcr uns ist das streiken ja eher ungewohnt, wenn man bedenkt, das Patienten zu uns kommen, die von uns abh\u00e4ngig sind und auch ein Recht darauf haben von uns versorgt zu werden. Sonst haben die Leute von der BSR und die Busfahrer immer f\u00fcr uns mit gestreikt. Jetzt finde ich es gut, dass nicht mehr nur andere Leute f\u00fcr uns streiken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Streikende fordern auch mehr Personal &#8211; Tarifvertrag dazu bei Charit\u00e9 in Urbabstimmung angenommen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32841,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32840"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32840"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32840\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32894,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32840\/revisions\/32894"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32841"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32840"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32840"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32840"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}