{"id":32338,"date":"2016-03-13T10:53:45","date_gmt":"2016-03-13T09:53:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=32338"},"modified":"2016-03-11T15:46:23","modified_gmt":"2016-03-11T14:46:23","slug":"ig-metall-tarifrunde-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/03\/ig-metall-tarifrunde-2016\/","title":{"rendered":"IG Metall-Tarifrunde 2016"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"western\"><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Box_Tarifnews_neu.jpg\" rel=\"attachment wp-att-32339\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-32339\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Box_Tarifnews_neu.jpg\" alt=\"metall tarifrunde 2016\" width=\"227\" height=\"102\" \/><\/a>Kein Grund zur Bescheidenheit!<\/strong><\/h4>\n<p>W\u00e4hrend die IG Metall-F\u00fchrung eine relativ bescheidene Forderung empfiehlt, wird die Umsetzung eines neuen Arbeitskampfkonzepts in Aussicht gestellt.<\/p>\n<p><em>von Angelika Teweleit, Berlin<\/em><\/p>\n<p>Die Nettoumsatzrendite (Verh\u00e4ltnis von Gewinn zu Umsatz) ist in der Metall- und Elektroindustrie seit dem Krisenjahr 2009 stetig gewachsen. Die Gewinne sind (laut Sachverst\u00e4ndigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage) in Deutschland (mal wieder) st\u00e4rker gestiegen als die durchschnittlichen Arbeitseinkommen, und man geht von einer Fortsetzung dieser Entwicklung aus.<\/p>\n<h4>Forderungsdiskussion<\/h4>\n<p>Bei Porsche Zuffenhausen forderten die KollegInnen 7,5 Prozent Lohnsteigerung, bei Coperion Stuttgart 6,5 Prozent und einen Sockel von 195 Euro, bei Daimler Untert\u00fcrkheim kam bei einer Umfrage ein Wert von 6,7 Prozent heraus. In vielen Betrieben wurde betont, dass die Forderung nicht unter der von 2015 liegen darf. Diese lag nicht nur bei 5,5 Prozent sondern beinhaltete auch qualitative Forderungen f\u00fcr die Alters- und Bildungsteilzeit. Bei Redaktionsschluss standen die endg\u00fcltigen Forderungen f\u00fcr 2016 noch nicht fest. Der Vorstand hatte jedoch lediglich 4,5 bis 5 Prozent Lohnsteigerung empfohlen.<\/p>\n<h4>Kampf der Tarifflucht<\/h4>\n<p>Gleichzeitig hat die IG Metall-F\u00fchrung einen Kampf f\u00fcr eine Steigerung der Tarifbindung angek\u00fcndigt. Zur Zeit sind nur rund f\u00fcnfzig Prozent der KollegInnen in tarifgebundenen Betrieben besch\u00e4ftigt. In nicht tarifgebundenen Betrieben wird in hohem Ma\u00dfe Lohndumping betrieben. Es ist grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fc\u00dfen, wenn die Gewerkschaft einen Kampf gegen die seit Jahren wachsende Tarifflucht f\u00fchrt. Es kommt aber vor allem auf die Umsetzung an. Es ist gut, wenn die Tarifrunde genutzt wird, um auch in solchen Betrieben zu mobilisieren. Um entsprechend Fahrt aufzunehmen, braucht es jedoch eine k\u00e4mpferische Gesamtausrichtung und Politisierung der Tarifrunde. Eine moderate Forderung ist kein guter Ausgangspunkt. Da k\u00f6nnte es schwierig werden, \u00fcberhaupt zu einer gr\u00f6\u00dferen Mobilisierung zu kommen. Wenn die Frage der Umverteilung mit einer hohen Forderung aufgegriffen w\u00fcrde, k\u00f6nnte die Tarifrunde zu einer tarifpolitischen Bewegung gemacht werden, die mobilisierende Wirkung in die gesamte Gesellschaft hinein h\u00e4tte. Auch die Frage der zunehmenden Arbeitsbelastung und der Notwendigkeit von Arbeitszeitverk\u00fcrzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich m\u00fcsste wieder auf die Agenda gesetzt werden.<\/p>\n<h4>Neues Arbeitskampfkonzept?<\/h4>\n<p>Der letzte richtige Streik (mit Urabstimmung) in einer Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie liegt zw\u00f6lf Jahre zur\u00fcck. Seitdem hat es lediglich Warnstreiks gegeben. 2015 konnte die IG Metall trotzdem eine leichte Reallohnsteigerung durchsetzen. Andererseits hatte sie zum Beispiel 2010, wegen der \u201eschwierigen\u201c Lage f\u00fcr die Unternehmen, auf die Aufstellung einer Forderung g\u00e4nzlich verzichtet! Die Streikkassen sind voll.<\/p>\n<p>Auf dem IG Metall-Gewerkschaftstag wurde ein Antrag f\u00fcr die Ausarbeitung eines neuen Arbeitskampfkonzeptes verabschiedet. Hierf\u00fcr wurde eine neue Eskalationsstufe zwischen Warn- und Erzwingungsstreik eingef\u00fchrt., Im Antrag hei\u00dft es, denkbar seien \u201ebefristete betriebsbezogene (Warn-)Streiks, die mit der Legitimation einer betrieblichen Abstimmung nach Beschluss durch den Vorstand auch eine Streikunterst\u00fctzung zur Folge h\u00e4tten.\u201c<\/p>\n<p>Der Beschluss sollte von k\u00e4mpferischen Belegschaften genutzt werden. Es w\u00e4re ein wichtiger Schritt, wenn durch mehr Beteiligung und Druck von unten auch in den Metallbetrieben ein neuer Streikwind weht, so wie es in Teilen des \u00f6ffentlichen Dienstes und des Dienstleistungssektors im Jahr 2015 der Fall gewesen ist. Zudem sollten Vorschl\u00e4ge gemacht werden, um Besch\u00e4ftigte aus verschiedenen Betrieben und Branchen zusammen auf die Stra\u00dfe zu bringen, die sich zeitgleich in Tarifrunden und Arbeitsk\u00e4mpfen befinden. Die Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie endet am 29. April. Ab dann sind Warnstreiks m\u00f6glich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Grund zur Bescheidenheit!<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32339,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[17],"tags":[759],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32338"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32338"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32338\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32340,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32338\/revisions\/32340"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32339"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32338"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32338"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32338"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}