{"id":32264,"date":"2016-02-12T17:13:43","date_gmt":"2016-02-12T16:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=32264"},"modified":"2016-02-12T17:23:39","modified_gmt":"2016-02-12T16:23:39","slug":"sav-in-goettingen-erfolgreiche-veranstaltungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/02\/sav-in-goettingen-erfolgreiche-veranstaltungen\/","title":{"rendered":"SAV in G\u00f6ttingen"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/SAV_logo.png\" rel=\"attachment wp-att-17827\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-17827\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/SAV_logo.png\" alt=\"SAV_logo\" width=\"162\" height=\"100\" \/><\/a>Viele G\u00e4ste bei Diskussionen zu antideutschen Ideologien und antifaschistischer Theorie und Praxis<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00f6ffentlichen Mitgliederversammlungen, zu denen die SAV G\u00f6ttingen an jedem zweiten und vierten Dienstag des Monats in das Weltladencafe einl\u00e4dt, sto\u00dfen auf immer gr\u00f6\u00dfere Resonanz.<\/p>\n<p><em>von Heino Berg <\/em><\/p>\n<p>Nachdem am 26.1. mehr als 40 G\u00e4ste mit den SAV-GenossInnen \u00fcber die Rolle der antideutschen Ideologie in der Linken diskutiert hatten, ging es am 9.2. um den Charakter der AfD und die Frage, wie und mit wem rechtsradikale Bewegungen bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen. Diesmal waren 15 G\u00e4ste anwesend, darunter ein Mitglied des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Landesvorstands der LINKEN sowie ein Mitglied der DKP, mit der die G\u00f6ttinger Linke bekanntlich zu den bevorstehenden Kommunalwahlen antreten wird.<\/p>\n<p>Das Einleitungsreferat hielt unser Genosse Yannic Dyck, der zun\u00e4chst den Faschismus als eine Form b\u00fcrgerlicher Klassenherrschaft beschrieb, mit dem die organisierte Arbeiterbewegung zerschlagen werden soll und zur der das Kapital nur im \u00e4u\u00dfersten Notfall greift, wenn seine Eigentumsordnung insgesamt bedroht ist.<\/p>\n<p>Die AfD habe sich seit der Abspaltung des neoliberalen Lucke-Fl\u00fcgels und im Zuge der sog. \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c deutlich nach rechts radikalisiert und dabei wesentliche Teile der Neonazi-Szene integriert. Trotzdem sei sie \u2013 \u00e4hnlich wie Pegida \u2013 noch nicht mit den faschistischen Terrororganisationen der Weimarer Republik vergleichbar, welche die Zerst\u00f6rung aller demokratischen Rechte offen auf ihre Fahnen geschrieben hatten.<\/p>\n<p>Die ausl\u00e4nderfeindlichen Ressentiments, auf die sich die AfD st\u00fctzt, w\u00fcrden auch von den anderen b\u00fcrgerlichen Regierungsparteien bis hin zur SPD gesch\u00fcrt und durch den rasanten Abbau des Asyl- und anderer Grundrechte in die Tat umgesetzt. Deshalb k\u00f6nne der notwendige Widerstand gegen rechtsradikale Parteien und Bewegungen nicht im B\u00fcndnis mit diesen Parteien organisiert werden, sondern nur gemeinsam mit einzelnen Mitgliedern oder Gliederungen derselben, wenn Linke in solchen B\u00fcndnissen das Recht haben, die sozialen Ursachen beim Namen zu nennen, welche die Rechtsradikalen ansonsten bei ihrer Demagogie gegen die \u201eetablierten Parteien\u201c ausschlachten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Diese Fragen standen auch im Mittelpunkt der anschlie\u00dfenden Diskussionsrunden, in denen die historischen Erfahrungen mit dem Widerstand gegen den Faschismus in den Mittelpunkt ger\u00fcckt wurden. Eine Einheitsfront von Gewerkschaften und den damaligen Arbeitermassenparteien SPD und KPD h\u00e4tte die Machteroberung Hitlers verhindern k\u00f6nnen, wenn der qualitative Unterschied zwischen der b\u00fcrgerlichen Demokratie der Weimarer Republik und der Zerschlagung aller Arbeiterorganisationen im Faschismus von SPD- und KPD-F\u00fchrungen nicht verschleiert worden w\u00e4re. Im Unterschied zu den 30er Jahren werde die Sozialdemokratie heute jedoch nicht mehr als Arbeiterorganisation wahrgenommen. Es sei kein Zufall, dass Massenaktionen wie die Anti-TTIP-Gro\u00dfdemo nicht mit, sondern gegen die SPD organisiert worden sind. Sie sei daher f\u00fcr Linke und AntifaschistInnen nicht einmal ein ernsthafter Aktions-, geschweige denn ein Regierungspartner. Der Rechtsruck in Deutschland und in Europa k\u00f6nne nicht durch Anpassung an prokapitalistische Parteien, sondern nur im Bruch mit ihnen wirksam bek\u00e4mpft werden.<\/p>\n<p>Diese G\u00f6ttinger SAV-Veranstaltung hat einmal mehr aufgezeigt, wie aktuell antifaschistische Theorie und Praxis angesichts des Erstarkens der organisierten Rechten und der zunehmenden rassistischen Hetze durch b\u00fcrgerlicher PolitikerInnen und Medien derzeit ist. Etwa ein Dutzend Mitglieder und G\u00e4ste wollen deshalb \u00fcber Ostern an den Sozialismustagen der SAV teilnehmen, wo unter anderen Theodor Bergmann, der im letzten Jahre seinen 100. Geburtstag feiern konnte, von seinen Erfahrungen im Kampf gegen den Hitlerfaschismus berichten wird.<\/p>\n<p>Auch die Frage, warum Antideutsche nicht links sind, soll auf den Sozialismustagen vertieft werden. Hierzu hatten wir in G\u00f6ttingen bereits vor zwei Wochen eine Veranstaltung organisiert, die mit \u00fcber vierzig G\u00e4sten besser besucht wurde als alle anderen Veranstaltungen, die im letzten Jahr von der der SAV oder LINKEN in G\u00f6ttingen organisiert wurden. Im \u00fcberf\u00fcllten Weltladen machte unser Referent Yannic in seiner Einleitung deutlich, dass die Gefahr, die von dieser bellizistischen Str\u00f6mung ausgeht, vor allem darin bestehe, dass b\u00fcrgerliche Ideologien in die linke Bewegung hineingetragen werden. Durch Konstrukte wie die Theorie des \u201estrukturellen\u201c Antisemitismus versuchten \u201eAntideutsche\u201c, antikapitalistische Massenbewegungen zu diskreditieren und eine Kritik an den Profiteuren kapitalistischer Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse zu verhindern. Durch ihre Rechtfertigung f\u00fcr imperialistische Kriege oder ihren latenten bis offen antimuslimischen, antiarabischen Rassismus reproduzierten sie genau die herrschende Ideologie, die zur Klassenspaltung und Verschleierung von kapitalistischen Kriegen und neoliberaler Politik eingesetzt wird.<\/p>\n<p>In der Konsequenz schw\u00e4chten antideutsche Einfl\u00fcsse die linke Bewegung und nutzten in erster Linie dem Kapital und dar\u00fcber hinaus auch dem rechten Fl\u00fcgel innerhalb der Linken, der ein Interesse daran hat, linke Grunds\u00e4tze aufzuweichen, um die LINKE (wie aktuell in Th\u00fcringen) in Regierungskoalitionen mit neoliberalen K\u00fcrzungsparteien zu f\u00fchren. Au\u00dferdem wurde in der Einleitung der falsch verstandene, b\u00fcrgerliche \u201eAntifaschismus\u201c der \u201eAntideutschen\u201c thematisiert, der von der Kollektivschuldthese ausgehe und durch einen antisozialistischen Charakter gekennzeichnet sei. Hierzu ver\u00f6ffentlichte die SAV G\u00f6ttingen bereits vor einigen Monaten eine umfassende Analyse, die <a href=\"http:\/\/savgoettingen.blogsport.de\/2015\/05\/24\/antifa-heisst-klassenkampf\/\">hier<\/a> nachzulesen ist .<\/p>\n<p>In der anschlie\u00dfenden Diskussion konstruierten einige Antideutsche aus dem Publikum Antisemitismusvorw\u00fcrfe gegen die SAV, weil wir uns im Zuge der Bombardierung des Gaza-Streifens solidarisch mit den Opfern der israelischen Kriegs- und Besatzungspolitik gezeigt hatten. Diese haltlosen Vorw\u00fcrfe, die gr\u00f6\u00dftenteils die Kriegspropaganda der rechten Netanjahu-Regierung reproduzierten, konnten leicht durch sachliche Redebeitr\u00e4ge von Mitgliedern der SAV, der Linksjugend und \u201eAK Gerechter Frieden Nahost\u201c entkr\u00e4ftet werden.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste \u00f6ffentliche Mitgliederversammlung der SAV-G\u00f6ttingen findet am Dienstag, den 23.2. statt. Geplant ist eine Diskussion zur Drogenpolitik, au\u00dferdem ein Bericht vom Landesparteitag der LINKEN am 13.2. in Osnabr\u00fcck, wo Mitglieder der SAV und der Antikapitalistischer Linken wichtige Antr\u00e4ge f\u00fcr das Bleiberecht aller Gefl\u00fcchteten zur Diskussion stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfolgreiche Veranstaltungen<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":17827,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,104],"tags":[262],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32264"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32264"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32266,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32264\/revisions\/32266"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17827"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32264"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32264"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}