{"id":32073,"date":"2016-01-29T12:35:06","date_gmt":"2016-01-29T11:35:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=32073"},"modified":"2016-01-19T12:37:35","modified_gmt":"2016-01-19T11:37:35","slug":"die-repression-in-marokko-muss-ein-ende-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/01\/die-repression-in-marokko-muss-ein-ende-haben\/","title":{"rendered":"Die Repression in Marokko muss ein Ende haben!"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/marokko-lehrer.jpg\" rel=\"attachment wp-att-32074\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-32074\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/marokko-lehrer-280x117.jpg\" alt=\"marokko-lehrer\" width=\"280\" height=\"117\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/marokko-lehrer-280x117.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/marokko-lehrer-560x234.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/marokko-lehrer.jpg 570w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Die Lehrkr\u00e4fte und Lehramtsanw\u00e4rterInnen in Marokko bekommen die Repression zu sp\u00fcren. <\/strong><\/p>\n<p>Diese Repression sorgt im Land selbst aber auch in den marokkanischen Gemeinden im Ausland f\u00fcr eine Welle der Emp\u00f6rung.<\/p>\n<p><em>von Rachid und Alex, LSP\/PSL (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in Belgien)<\/em><\/p>\n<h4>Worum geht es?<\/h4>\n<p>Am 7. Januar hat die ultra-liberale und rechts-konservative Regierung von Marokko \u2013 eine Regierung, deren Politik durchaus mit der in Belgien (und in Deutschland; Erg. d. \u00dcbers.) zu vergleichen ist \u2013 beschlossen, den Status der Lehramtsanw\u00e4rterInnen einseitig zu ver\u00e4ndern. Bisher erhielten diese ein Gehalt von rund 200 Euro. Die Regierung will ihren Status nun \u201eanpassen\u201c und sie nicht mehr als ReferendarInnen bezahlen sondern wie Studierende in der Ausbildung behandeln, die dann nur noch ein Entgelt von gut 100 Euro im Monat beziehen. Das ist weniger als die Miete f\u00fcr eine Wohnung in einer gr\u00f6\u00dferen Stadt kostet.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sollen von den 9.500 Lehramtsanw\u00e4rterInnen, die in diesem Jahr fertig werden, nur 7.000 am Ende tats\u00e4chlich auch \u00fcbernommen werden. Die anderen sollen sich auf die \u00fcbrigen Bereiche des \u00f6ffentlichen Dienstes orientieren, in dem es \u00fcbrigens auch zu Stellenstreichungen kommt. In Marokko gibt es keine Erwerbslosenunterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Diese einseitige Vorlage stellt einen Vertragsbruch dar. Wer zuvor durch die Eingangsexamina gekommen war, dem wurde am Ende des Studiums eine Stelle im Bildungsbereich garantiert. Diese Angriffe auf das lehrende Personal h\u00e4ngen mit der unsozialen Politik dieser konservativen Regierung zusammen.<\/p>\n<p>Am 12. Januar demonstrierten zehntausende ArbeitnehmerInnen und RentnerInnen gegen eine andere Ma\u00dfnahme, die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 63 Jahre. Die Regierung ist repressiv vorgegangen, um diese Kundgebung zu stoppen. Am 7. Januar demonstrierten 20.000 Lehramtsanw\u00e4rterInnen und ihre Unterst\u00fctzerInnen in allen Landesteilen. Die Polizei antwortete darauf mit dem Einsatz von Gummikn\u00fcppeln. In Marrakesch gab es 30 Verletzte, in Casablanca 40 und in Inezgane bei Agadir noch einmal 60 Verletzte, darunter zwei Schwerverletzte.<\/p>\n<p>Das alles f\u00fchrte zu allgemeiner Entr\u00fcstung auf nationaler Ebene. Selbst in der Regierung gibt es Diskussionen. Letztere l\u00e4sst \u00fcbrigens vermelden, dass das Regime in Marokko ohne Ber\u00fccksichtigung von Parlament und Regierung Dinge beschlie\u00dft. Seit der Bewegung vom 20. Februar 2011 hat sich in Marokko nichts Grundlegendes ge\u00e4ndert \u2013 nichts, was die freie Meinungs\u00e4u\u00dferung angeht und ebensowenig hinsichtlich der individuellen und kulturellen Freiheiten oder gar bei den gewerkschaftlichen und sozialen Freiheiten. Es ist jedenfalls nicht im Sinne des Regimes, solche Freiheiten in der Praxis anzuerkennen. Seit 2011 z\u00e4hlt man mehr als 300 politische Gefangene, unter ihnen vor allem junge Leute und Studierende, die aufgrund von falschen Beschuldigungen festgenommen worden sind. Ihnen werden Verst\u00f6\u00dfe gegen geltendes Recht vorgeworfen. Soziale Bewegungen werden kriminalisiert.<\/p>\n<p>Die Kultur und Sprache der Amazigh (BerberInnen) werden genauso missachtet, trotz de verfassungsrechtlichen Anerkennung, die 2011 stattgefunden hat. Im Bildungswesen sind starke R\u00fcckschritte zu verzeichnen. Die Gesetze, mit denen die Sprache im realen Leben integriert werden k\u00f6nnte, sind immer noch nicht beschlossen.<\/p>\n<p>Wir fordern eine echte Untersuchung der Ereignisse unter Einbeziehung der Gewerkschaften, der landesweiten Koordination der Lehramtsanw\u00e4rterInnen und Menschenrechtsorganisationen, damit Klarheit geschaffen wird, was die repressive Gewalt angeht und damit die Schuldigen bestraft werden. Wir fordern die Freilassung der politischen Gefangenen, die Wiedereinf\u00fchrung von Subventionen auf Dinge des t\u00e4glichen Bedarfs (Gas, Brennstoff, Mehl, Zucker usw.), die R\u00fccknahme des Dekrets \u00fcber die Lehramtsanw\u00e4rterInnen und \u00fcber das Renteneintrittsalter, einen Mindestlohn, der die Realit\u00e4t widerspiegelt, sowie das Ende des ultraliberalen Systems. Wir rufen zur Gr\u00fcndung von Basis-Komitees auf, die auf Landesebene organisieren, um zu einer demokratischen verfassunggebenden Versammlung zu kommen, die die \u00d6konomie in die H\u00e4nde der Bev\u00f6lkerung legt und nicht einer Elite \u00fcberl\u00e4sst, die halb-kapitalistisch und halb-feudal ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lehrkr\u00e4fte und Lehramtsanw\u00e4rterInnen in Marokko bekommen die Repression zu sp\u00fcren.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":32074,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[36],"tags":[750],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32073"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=32073"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32073\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":32075,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/32073\/revisions\/32075"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/32074"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=32073"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=32073"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=32073"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}