{"id":31719,"date":"2015-11-29T18:04:57","date_gmt":"2015-11-29T17:04:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=31719"},"modified":"2016-01-08T17:00:03","modified_gmt":"2016-01-08T16:00:03","slug":"unser-klima-muss-vor-dem-kapitalismus-geschuetzt-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/11\/unser-klima-muss-vor-dem-kapitalismus-geschuetzt-werden\/","title":{"rendered":"Unser Klima muss vor dem Kapitalismus gesch\u00fctzt werden!"},"content":{"rendered":"<p lang=\"en\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/COP21-CMP11-logo-e1447953258263.png\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-31720\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/COP21-CMP11-logo-e1447953258263.png\" alt=\"COP21-CMP11-logo\" width=\"261\" height=\"147\" \/><\/a><strong>Text des CWI-Flugblatts, das bei den Protesten gegen den Klimagipfel in Paris verteilt werden sollte<\/strong><\/p>\n<p lang=\"en\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\"><em>Vorbemerkung: Zum Anfang Dezember in Paris stattfindenden Klimagipfel waren internationale Massenproteste geplant. Die franz\u00f6sische Regierung nutzte den schrecklichen Terroranschlag vom 13. November, um einen Ausnahmezustand zu verh\u00e4ngen und die Proteste zu verbieten. Das ist ein Beispiel daf\u00fcr, dass der Terror des so genannten Islamischen Staates von den Herrschenden f\u00fcr ihre eigenen Interessen ausgenutzt werden kann. Das Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale, die internationale sozialistische Organisation der die SAV angeschlossen ist, hatte eine Beteiligung durch Mitglieder aus verschiedenen L\u00e4ndern an den Protesten geplant und dazu ein\u00a0Flugblatt erarbeitet, dessen Text wir hier ver\u00f6ffentichen:\u00a0<\/em><\/p>\n<p lang=\"en\" style=\"text-align: left;\" align=\"CENTER\">Der \u201eCOP21\u201c-Gipfel in Paris ist das 21. Treffen dieser Art seit 1972. Jedes Mal ist darum ein Riesen-Tamtam veranstaltet worden \u2013 doch wie mickrig fallen am Ende immer die Ergebnisse dieser Gipfeltreffen aus? Die Regierungen der reichen L\u00e4nder klopfen sich von mal zu mal mehr auf die eigenen Schultern und den Gro\u00dfkonzernen, die von ihnen vertreten werden, werden immer mehr Rechte zur Verschmutzung des Planeten einger\u00e4umt. In den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und -vertrieb ist es zu beispiellosen Ver\u00e4nderungen gekommen. An die Gesundheit der Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten und die die entsprechenden Produkte konsumieren, wird dabei \u00fcberhaupt nicht gedacht. All dies geschieht nur, um der Lebensmittelindustrie zu garantieren, dass sie maximale Profite erzielen kann!<\/p>\n<p lang=\"en\">Von den Regierungen wird alles Erdenkliche getan, um die Macht der Gro\u00dfkonzerne auf Kosten unserer Lebensbedingungen und auf Kosten unseres Planeten auszuweiten. Die \u201eeinfachen\u201c Leute haben keine Kontrolle mehr \u00fcber Anbaubedingungen, Lebensmittelqualit\u00e4t etc.! Sogar das Problem des Klimawandels wird vermarktet! Von dieser Art von Gipfeltreffen k\u00f6nnen wir nichts erwarten au\u00dfer einen Anlass zu haben, um unseren Widerstand dagegen zu organisieren! Die dr\u00e4ngendste Frage, die sich heute stellt, lautet: Wie k\u00f6nnen wir die Kontrolle \u00fcber unsere Zukunft erlangen?<\/p>\n<h4><span lang=\"en\"><br \/>\n<\/span><span lang=\"en\">\u00d6kologie und Kapitalismus \u2013 eine riesengro\u00dfe Farce!<\/span><\/h4>\n<p lang=\"en\">In Frankreich sind 87 Prozent der Treibhausgasemissionen auf nur 18 Prozent der Industriezweige zur\u00fcckzuf\u00fchren. 46 Prozent davon stammen aus lediglich 21 Fabriken. Bei den gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzern handelt es sich nur um eine Handvoll superreicher Industriemagnaten! Die Mehrheit der Opfer der \u00f6kologischen Krise sind \u201eeinfache\u201c arbeitende Menschen in den reichen L\u00e4ndern und die Bev\u00f6lkerungen der armen L\u00e4nder, die am st\u00e4rksten von D\u00fcrren, \u00dcberflutungen, Folgeerkrankungen etc. betroffen sind. Es sind die Kapitalisten, die in Wirklichkeit daf\u00fcr verantwortlich sind!<\/p>\n<p lang=\"en\">Das Beispiel Volkswagen ist bezeichnend. Dort wurden \u00f6kologische Ziele zum Verkaufsschlager erhoben, w\u00e4hrend man eine besondere Software entwickelt hatte, um seit 2009 die entsprechenden Abgaskontrollen systematisch zu unterlaufen. Auf diese Weise sind die tats\u00e4chlichen Emissionswerte verschleiert worden, die die EU-Grenzwerte in Wirklichkeit um das bis zu vierzigfache \u00fcberschritten haben! Regierungen und Gro\u00dfkonzerne tun alles M\u00f6gliche, um uns glauben zu machen, dass die \u00d6kologie im Kapitalismus in besten H\u00e4nden ist. Das wird jedoch niemals der Fall sein!<\/p>\n<h4><span lang=\"en\"><br \/>\n<\/span><span lang=\"en\">\u201eIndividuelle L\u00f6sungen\u201c<\/span><span lang=\"en\"> oder \u201egr\u00fcne Produkte\u201c: Alles wird zur Ware!<\/span><\/h4>\n<p lang=\"en\">Regierungen und b\u00fcrgerliche \u00d6kologInnen sprechen viel von \u201eindividuellen L\u00f6sungen\u201c. Damit wollen sie uns weis machen, dass wir alle gleicherma\u00dfen f\u00fcr die \u00f6kologische Krise verantwortlich w\u00e4ren. Zudem wollen sie uns damit einreden, dass der Kampf gegen den Klimawandel keine politische Grundlage hat. Ihr System darf nicht in Frage gestellt werden!<\/p>\n<p lang=\"en\">Diese Werbung f\u00fcr \u201eindividuelle L\u00f6sungen\u201c und \u201egr\u00fcnen Kapitalismus\u201c dient in erster Linie dazu zu verschleiern, wer die wahren Umweltfeinde sind: die Besitzer der Energiekonzerne und andere multinationale Konzerne. KlimaaktivistInnen wissen, dass von dieser Seite keine echten L\u00f6sungen zu erwarten sind. Wir alle m\u00fcssen mit all jenen zusammenarbeiten, die wirklich in der Position sind, die Kontrolle \u00fcber die gro\u00dfen Konzerne \u00fcbernehmen zu k\u00f6nnen und diese nach demokratischen Ma\u00dfst\u00e4ben zu verwalten. Es geht hierbei um die organisierte gesellschaftliche Klasse der arbeitenden Menschen, die Arbeiterklasse.<\/p>\n<p lang=\"en\">F\u00fcr Gro\u00dfkonzerne haben Umweltzertifikate oder \u201e\u00f6kologische\u201c Ma\u00dfnahmen weniger mit \u00d6kologie sondern vielmehr mit bestimmten \u201eKommunikationsstrategien\u201c zu tun. Mit alternativen Energietr\u00e4gern l\u00e4sst sich zur Zeit noch nicht so viel Profit machen wie mit fossilen Brennstoffen. Und weil der Profit \u00fcber allem anderen steht, setzen die gro\u00dfen Umweltverschmutzer, wie beispielsweise die \u00d6l-Giganten, ihre Zerst\u00f6rung des Planeten fort. Die Bereiche Verkehr, Produktion und Energieerzeugung werden allesamt vom Markt beherrscht. Wir haben kein Mitspracherecht und keine Kontrollm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<h4><span lang=\"en\"><br \/>\n<\/span><span lang=\"en\">Im Allgemeinen gilt: Was dir nicht geh\u00f6rt, kannst du auch nicht k<\/span><span lang=\"en\">ontrollieren!\u00a0<\/span>&#8211; Wir m\u00fcssen die Betriebe in Besitz nehmen!<\/h4>\n<p><span lang=\"en\"><br \/>\n<\/span><span lang=\"en\">Heute sieht es so aus, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung bei der Frage, wie und was produziert wird, kein Mitspracherecht hat. Die treibende Kraft eines jeden Unternehmens sind zwar die Menschen, die dort arbeiten. Doch das einzige, was f\u00fcr die Arbeitgeber z\u00e4hlt, ist, dass diese ArbeiterInnen so billig wie m\u00f6glich zu ihrer Verf\u00fcgung stehen. Die ArbeiterInnen selbst sind normalerweise nicht in der Lage, dar\u00fcber zu entscheiden, was und wie produziert wird. Was das angeht, hat sich nur sehr wenig ver\u00e4ndert: Kapitalisten und ihre Regierungen m\u00fcssen zu \u201everantwortungsvollem Handeln\u201c <\/span><span lang=\"en\">gezwungen<\/span><span lang=\"en\"> werden. Ihr marodes System dient nur den Profiten ihrer eigenen gesellschaftlichen Klasse, bei der es sich um eine winzige Minderheit <\/span><span lang=\"en\">in der Gesellschaft <\/span><span lang=\"en\">handelt. Was das f\u00fcr die Lebensbedingungen der Bev\u00f6lkerungsmehrheit bedeutet, ist ihnen egal. Wann immer Fortschritte erreicht worden sind, so geschah dies nur aufgrund des massiven Drucks von unten und durch K\u00e4mpfe, die gef\u00fchrt wurden!<\/span><\/p>\n<p lang=\"en\">Die Kapitalisten nutzen einfach die Schlupfl\u00f6cher in den Gesetzestexten, die sie selbst zuvor diktiert haben. Sie brechen sogar die grundlegenden Normen, die uns angeblich sch\u00fctzen sollen. Gleichzeitig sind sie durch Regularien abgesichert, mit denen ihre Eigentumsrechte gesch\u00fctzt werden. Auch in diesem Punkt liegt es an uns, der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung, die Dinge in die eigene Hand zu nehmen. Wir m\u00fcssen unsere gemeinsame und kollektive Kraft nutzen, die wir als ProduzentInnen allen Reichtums dieser Welt haben.<\/p>\n<h4><span lang=\"en\"><br \/>\n<\/span><span lang=\"en\">Wi<\/span><span lang=\"en\">r<\/span><span lang=\"en\"> m\u00fcssen uns organisieren und f\u00fcr Sozialismus k\u00e4mpfen!<\/span><\/h4>\n<p lang=\"en\">Das kapitalistische System bringt uns nicht weiter \u2013 im Gegenteil. Deshalb m\u00fcssen wir diesem System ein Ende setzen! Wir k\u00f6nnen die Dinge nur durch revolution\u00e4r-sozialistische Ma\u00dfnahmen ver\u00e4ndern, wie 1968 in Frankreich. Das bedeutet, dass die Unternehmenseigent\u00fcmer enteignet und die Schl\u00fcsselindustrien der Kontrolle und Verwaltung der Besch\u00e4ftigten und der Gesellschaft insgesamt unterstellt werden m\u00fcssen. Auch die gro\u00dfen Energieunternehmen, die Pharma-Riesen und viele weitere gro\u00dfe Monopole m\u00fcssen verstaatlicht werden, die bisher unser Leben beherrschen. Dasselbe gilt auch f\u00fcr die Banken.<\/p>\n<p lang=\"en\">Der Sozialismus, den wir meinen, hat nichts mit dem Markt-Denken eines Staatspr\u00e4sidenten namens Hollande zu tun und auch nicht mit der b\u00fcrokratischen Diktatur, die wir aus stalinistischer Zeit her kennen. Der Sozialismus, den wir meinen, steht f\u00fcr demokratische Planung der Wirtschaft und daf\u00fcr, dass die Ressourcen eingesetzt werden, um die Bed\u00fcrfnisse aller zu befriedigen \u2013 nicht die Profitinteressen einer Handvoll Menschen oder den Privilegien einer parasit\u00e4ren Kaste.<\/p>\n<p lang=\"en\">Wenn die arbeitenden Menschen heute die Kontrolle \u00fcber die gesellschaftlichen Abl\u00e4ufe h\u00e4tten, dann w\u00fcrde so einiges anders laufen. Es g\u00e4be kein Gesetz, mit dem der private Profit von Konzerneignern oder Aktienbesitzern gesch\u00fctzt wird. Stattdessen w\u00fcrden wir qualitativ hochwertige Materialien einsetzen, um langlebige Produkte herzustellen. Damit g\u00e4be es keine Produktion von Schrott mehr, wie heute der Fall, und es g\u00e4be auch nicht mehr das Ph\u00e4nomen der \u201eplanm\u00e4\u00dfigen \u00dcberalterung\u201c, bei der die Produkte nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen. Die Produkte w\u00fcrden somit auch keine Gefahr mehr f\u00fcr die Menschen darstellen, die mit ihnen arbeiten oder die sie benutzen m\u00fcssen. Der einzige Weg, um die Energiewende wirklich in die Tat umzusetzen, besteht darin, in Fabriken, das Verkehrswesen und umweltfreundliche Kraftstoffe zu investieren!<\/p>\n<p lang=\"en\">Jede und jeder von uns h\u00e4tte einen sicheren Arbeitsplatz und m\u00fcsste insgesamt weniger arbeiten. Auf diese Weise h\u00e4tten wir alle mehr Zeit, um die Kontrolle \u00fcber die Produktion auszu\u00fcben, die Frage zu kl\u00e4ren, was und wie produziert werden soll, und wie die Infrastruktur umweltgerecht weiterentwickelt werden soll. Wir haben bereits die technischen Mittel, um die Produktion entsprechend unserer Bed\u00fcrfnisse \u2013 und nicht profitgeleitet \u2013 planen zu k\u00f6nnen. Es ist m\u00f6glich, die Ressourcen unseres Planeten vernunftgeleitet einzusetzen.<\/p>\n<p lang=\"en\">Es ist an der Zeit, dass wir uns organisieren, um die Arbeitgeber und politischen Vertreter daran zu hindern, nach eigenem Daf\u00fcrhalten s\u00e4mtliche wichtigen Entscheidungen allein zu f\u00e4llen. Es ist Zeit, dass wir f\u00fcr echte Ver\u00e4nderung k\u00e4mpfen. Wer bestimmt, wie und ob sich das Klima \u00e4ndert und wer ist in der Lage, die Zukunft f\u00fcr jeden Menschen auf diesem Planeten zu sichern?!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text des CWI-Flugblatts, das bei den Protesten gegen den Klimagipfel in Paris verteilt werden sollte<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31720,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[102,117],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31719"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31719"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31719\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31722,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31719\/revisions\/31722"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31720"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}