{"id":31661,"date":"2016-01-09T15:22:47","date_gmt":"2016-01-09T14:22:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=31661"},"modified":"2016-01-06T12:56:44","modified_gmt":"2016-01-06T11:56:44","slug":"stuerzen-roboter-den-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2016\/01\/stuerzen-roboter-den-kapitalismus\/","title":{"rendered":"St\u00fcrzen Roboter den Kapitalismus?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-31906\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176-184x173.jpg\" alt=\"rifkin\" width=\"184\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176-184x173.jpg 184w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176-369x347.jpg 369w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176-600x564.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/rifkin-e1449844107176.jpg 1415w\" sizes=\"(max-width: 184px) 100vw, 184px\" \/><\/a>\u201eDritte industrielle Revolution\u201c und ihre Bedeutung f\u00fcr die Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Neue technologische Innovationen haben gro\u00dfe Auswirkungen auf das kapitalistische System \u2013 dieses Thema wird in einem aktuellen Buch untersucht: \u201eDie Null-Grenzkosten-Gesellschaft\u201c von Jeremy Rifkin.<\/p>\n<p><em>von Peter Taaffe<\/em><\/p>\n<p>\u201eAber selbst heute, in der Anfangsphase, wird bereits deutlich, dass das kapitalistische System [&#8230;] seinen H\u00f6hepunkt \u00fcberschritten hat und im Niedergang begriffen ist. [&#8230;] Es ist der immanente Widerspruch in jener treibenden Kraft im Herzen des Kapitalismus, die ihn erst in schwindelnde H\u00f6hen hat aufsteigen lassen und ihn jetzt zu Tode hetzt. [&#8230;] Denken wir uns mit anderen Worten ein Endspiel, bei dem intensivster Wettbewerb zur Einf\u00fchrung immer schlankerer Technologien f\u00fchrt und damit die Produktivit\u00e4t auf einen optimalen Punkt zwingt, an dem jede zus\u00e4tzlich zum Verkauf gebrachte Einheit Grenzkosten von \u2018nahezu null\u2019 entgegengeht. Anders gesagt, die Produktionskosten jeder weiteren Ausbringungseinheit liegen \u2013 wenn wir die Fixkosten mal au\u00dfen vor lassen &#8211; im Grunde bei null, was das Produkt nahezu kostenlos macht. Falls es tats\u00e4chlich dazu kommen sollte, blieben der Profit und damit der Lebenssaft des Kapitalismus aus.\u201c<\/p>\n<p>Der Hauptpunkt von Jeremy Rifkin in diesem wichtigen und faszinierenden Buch ist die Vorhersage des Untergangs des Kapitalismus durch, unter anderem, die weitverbreitete Technologienutzung, welche die Menge an menschlicher Arbeit in jeder Einheit immer kleiner und kleiner bis \u2018nahezu null\u2019 werden l\u00e4sst. Hier verteidigt Rifkin unbewusst Karl Marx\u2019 \u2013 den er h\u00e4ufig zustimmend zitiert \u2013 Idee des l\u00e4ngerfristigen tendenziellen Falls der Profitrate. Nichtsdestotrotz gibt es auch eine Reihe von \u201cgegenl\u00e4ufigen Tendenzen\u201d, die, wie Marx erkl\u00e4rt, den Fall der Profitrate verz\u00f6gern k\u00f6nnen und verz\u00f6gern, manchmal \u00fcber eine l\u00e4ngere historische Phase. Tats\u00e4chlich gibt es in der momentanen Krise eine Profit\u00fcbers\u00e4ttigung \u2013 ein Berg von Bargeld \u2013 das aus Sicht der Kapitalisten keine profitable Verwendung finden.<\/p>\n<p>Der Autor n\u00e4hert sich als Nicht-Marxist bestimmten Ph\u00e4nomen, in diesem Fall Technologie, nicht in einer allumfassenden Art und Weise. Ein Trend wird betont: Die kolossalen Effekte von technologischem Fortschritt. Aber Rifkin sieht diese Entwicklung linear. Der Kapitalismus hat jedoch den ihm innewohnenden \u00f6konomischen Entwicklungen nie einen vollendeten Ausdruck gegeben und diese zu einem Abschluss gebracht. Zum Beispiel kann sich aus dem Wettbewerb heraus ein Monopol im Binnenmarkt entwickeln, w\u00e4hrend gleichzeitig die Kapitalisten auf dem Weltmarkt verst\u00e4rktem Wettbewerb entgegensehen k\u00f6nnen. Rifkin tendiert in \u00e4hnlicher Weise dazu, die M\u00f6glichkeiten des Kapitalismus zu untersch\u00e4tzen, tempor\u00e4r einen Weg aus der Situation herauszufinden, auch aus einer vermeintlich hoffnungslosen \u00f6konomischen Situation.<\/p>\n<p>Es ist auch wichtig zu wiederholen, dass es keine \u201efinale Krise\u201c des Kapitalismus gibt. Wenn die Arbeiterklasse g\u00fcnstige M\u00f6glichkeiten verpasst, die Gesellschaft zu ver\u00e4ndern, dann kann der Kapitalismus ein neues instabiles Gleichgewicht schaffen, und zwar auf dem R\u00fccken der Arbeiterklasse: Durch Schw\u00e4chung der Arbeiterbewegung, erh\u00f6hte Armut, Arbeitslosigkeit und so weiter. Das Vernichten von Werten durch eine \u00f6konomische Rezession oder Krise, was in gewisser Weise auch momentan passiert, erzeugt die Bedingungen f\u00fcr eine h\u00f6here Profitrate, f\u00fcr neue Investitionsm\u00f6glichkeiten und f\u00fcr einen neuen Wachstumszyklus. Aber das f\u00fchrt zu Widerstand der Arbeiterklasse gegen diesen Prozess, welcher noch weiter zu Arbeitslosigkeit und Elend beitragen wird.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem w\u00e4re es falsch, die M\u00f6glichkeiten des Systems zu untersch\u00e4tzen, Innovationen zu schaffen und neue M\u00e4rkte zu erschlie\u00dfen: Das Aufkommen von Mobiltelefonen und die dadurch entstanden M\u00e4rkte haben dies bewiesen. Ob dies jedoch genug ist, um den Zusammenbruch \u00e4lterer Industrien und die daraus resultierenden Arbeitsplatzverluste zu kompensieren, das ist eine andere Frage. Trotz dieser Einschr\u00e4nkungen und unserer Ablehnung mancher von Rifkin gezogenen Schl\u00fcsse ist dies ein wertvolles Buch, das die Aufmerksamkeit auf die gro\u00dfen Gefahren lenkt, die sich der Arbeiterklasse und ihrer historischen Errungenschaften stellt. Gleichzeitig k\u00f6nnen wir daraus positive Schl\u00fcsse f\u00fcr die Zukunft ziehen, wenn neue Technologien f\u00fcr den Wohlstand der Mehrheit genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Das Aufkommen der Roboter<\/h4>\n<p>Die Prozesse, die Rifkin beschreibt, sind bereits bekannt und haben gro\u00dfe Auswirkungen auf die Jobaussichten in denjenigen Industrien, zum Beispiel der Musikindustrie, in welchen das Produkt umsonst \u2013 im Internet \u2013 erstanden werden kann. Popbands und andere MusikerInnen, aber auch die Musikindustrie an sich, haben keine M\u00f6glichkeit, das zu verhindern und die \u201eKompensation\u201c ihrer Arbeit stammt mittlerweile aus Nebenprodukten wie Auftritten oder Merchandise. Unter den momentanen Bedingungen ist der technologische Fortschritt bereits jetzt ein \u201eJobkiller\u201c auf massiver Ebene. \u00d6konomInnen wie Robert Gordon aus den USA sagen voraus, dass 47 Prozent aller Arbeitspl\u00e4tze, viele davon Reservat der Mittelschicht, im Laufe der n\u00e4chsten Jahre durch die Anwendung neuer Technologien verschwinden werden.<\/p>\n<p>Die Arbeitspl\u00e4tze von LehrerInnen und DozentInnen, genau wie die von ArchitektInnen, sind bedroht durch die Masseneinf\u00fchrung von Onlinekursen, genau wie die Buchproduktion durch e-books, mit weiterf\u00fchrenden Effekten auf den Buchhandel, AutorInnengeh\u00e4lter usw. Das selbe gilt f\u00fcr die medizinischen Berufe, wo durch die Einf\u00fchrung von sehr ausgekl\u00fcgelten Robotern schon jetzt PflegerInnen, \u00c4rztInnen, TechnikerInnen usw. verdr\u00e4ngt werden.<\/p>\n<p>Die USA sind auf diesem Gebiet weiterhin f\u00fchrend, die Verk\u00e4ufe von Robotern sind in 2011 sowohl in den USA wie auch in der EU um 43 Prozent gestiegen. Das bringt, so Rifkin, den \u201cverarbeitenden Sektor noch n\u00e4her Richtung arbeitsfreie Produktion, oder, wie es die Industrie nennt, \u2018bedienerlose Produktion\u2019\u201d. China jedoch leistet, wie bei den meisten Dingen in der \u201cunterentwickelten\u201d Welt, Pionierarbeit bei der Massenanwendung von Industrierobotern. Bis jetzt hat ausl\u00e4ndisches Kapital wegen der bereitstehenden Versorgung von billiger Arbeit noch nicht stark in Roboter investiert. Aber die L\u00f6hne sind in den k\u00fcstennahen Provinzen gestiegen, und das hat das ausl\u00e4ndische Kapital dazu gebracht, g\u00fcnstigere, profitablere Einnahmequellen zu suchen: Kambodscha, Laos, Thailand und noch nicht angezapfter Nachschub von billiger Arbeitskraft in China selbst. Nichtsdestotrotz wird die Robotik auch eifrig angenommen. Foxconn, der gro\u00dfe chinesische iPhone-Fabrikant, plant in den n\u00e4chsten Jahren eine Million Roboter anzuschaffen, die einen Gro\u00dfteil der Belegschaft ersetzen werden. Der Foxconn Chef, Terry Gou, konnte seine Zufriedenheit damit nicht verheimlichen: \u201eWeil Menschen ja auch Tiere sind, verursacht die Verwaltung von einer Million Tiere Kopfschmerzen bei mir.\u201c Keine Streiks mit Robotern!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist es keine neue Sache, dass Arbeitspl\u00e4tze durch Automatisierung gef\u00e4hrdet sind. Selbst entschiedene kapitalistische \u00d6konomen \u2013 zum Beispiel John Maynard Keynes \u2013 erkannten, dass die Anwendung neuer Technologie in den 1930er Jahren die Perspektive einer Verk\u00fcrzung der Arbeitswoche auf 19 Stunden bot. Die Einf\u00fchrung neuer Technologie w\u00e4hrend der gro\u00dfen Weltwirtschaftskrise jedoch konnte nur weiter zu den Problemen des Kapitalismus beitragen, indem sie die Reservearmee an Erwerbslosen weiter vergr\u00f6\u00dferte, was eine konstante Gefahr f\u00fcr das kapitalistische System bedeutete. Dies war ein Grund daf\u00fcr, dass die existente Technologie zur\u00fcckgehalten wurde und erst w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs und vor allem danach voll angewendet wurde. Das f\u00fchrte zu einem massiven Aufschwung in neuen Industriesegmenten, wie Gummi, Plastik, usw. als eine in die H\u00f6he schie\u00dfende Steigerung der Produktion stattfand.<\/p>\n<p>Die momentane Situation hat mehr \u00c4hnlichkeiten mit den 1930er Jahren als mit dem gro\u00dfen Boom von 1950 bis 1975. In der Nachkriegszeit, vor allem in den 50ern und 60ern, war der Kapitalismus massiv in der Lage, die technologischen Fortschritte im gr\u00f6\u00dften, jemals gesehenen Boom nutzbar zu machen. Wir sind heutzutage nat\u00fcrlich in einer ganz anderen Situation, das ist Rifkin bewusst, und er liefert reichlich Details in einer beeindruckenden Art und Weise daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Mittlerweile sind die Kosten gepurzelt und das wird sich weiter beschleunigen. In den letzten paar Jahrzehnten war die Angst vor neuen technologischen Entwicklungen, zusammen mit dem Outsourcing von Arbeitspl\u00e4tzen in Orte wie China, ein Kennzeichen der Diskussion dar\u00fcber, ob es eine Zukunft f\u00fcr die Fertigung in den entwickelten Industriel\u00e4ndern gibt. Und obwohl viele Industrien und Arbeitspl\u00e4tze nach China verlagert wurden, was zu deutlicher Deindustrialisierung in der entwickelten kapitalistischen Welt gef\u00fchrt hat, ist die Anzahl der in der Fertigung besch\u00e4ftigen ArbeiterInnen auf weltweiter Ebene ziemlich konstant geblieben. Das hat sich nun durch die zus\u00e4tzliche Gefahr, die die massenhafte Robotisierung f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze darstellt, ge\u00e4ndert. Das gilt nicht nur f\u00fcr Gro\u00dfindustrien.<\/p>\n<p>Der Independent berichtete j\u00fcngst, dass r\u00fccksichtslose VermieterInnen vorgeschlagen haben, mit Kameradrohnen \u00fcber die D\u00e4cher ihres Eigentums zu fliegen, um n\u00f6tige Reparaturen festzustellen und so ohne Zweifel Arbeitspl\u00e4tze von DachdeckerInnen zu bedrohen. Sogar die Financial Times hat \u00fcber die gro\u00dfe Gefahr durch Roboter gegr\u00fcbelt, als sie Berichte mit dem Tenor \u201ewir m\u00fcssen die Roboter bekommen bevor sie uns bekommen\u201c ver\u00f6ffentlicht hat. Rifkin argumentiert, dass, wenn die momentane Rate der technologischen Verdr\u00e4ngung im verarbeitenden Sektor so weitergeht \u2013 und er erwartet eine weitere Beschleunigung \u2013 dann \u201earbeiten 2040 von den 163 Millionen Menschen im Jahre 2003 gerade mal einige wenige Millionen in der Fabrik, was das Ende der Massenfabrikarbeit auf dem Planeten markiert.\u201c Um durch was ersetzt zu werden? Die Kapitalisten haben darauf keine Antwort, so wie sie keine L\u00f6sung f\u00fcr die momentane Weltwirtschaftskrise haben.<\/p>\n<h4>Unendliche M\u00f6glichkeiten<\/h4>\n<p>Es war Karl Marx, der zusammen mit Friedrich Engels als Erster den enorm revolutionierenden Effekt des Kapitalismus durch Einf\u00fchrung von neuen Technologien aufgezeigt und verstanden hat, welche dann, erstmals in der Geschichte, die Grundlage f\u00fcr die Befriedigung der weltweiten Bed\u00fcrfnisse legen k\u00f6nnte. Unendliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Menschheit w\u00fcrden sich daraus ergeben. Das galt nat\u00fcrlich unter der Bedingung, dass eine sozialistische Revolution die Hindernisse weiteren Fortschritts beseitigen w\u00fcrde: Kapitalistisches Privateigentum an Industrie und Gesellschaft auf der einen Seite und der Nationalstaat auf der anderen Seite.<\/p>\n<p>Rifkin bezieht sich auf Marx, wenn er den Prozess des Kapitalismus nachzeichnet, der anf\u00e4nglich einen \u201eauf Wettbewerb beruhenden, freien Markt\u201c entwickelt hatte. Daraus entwickelt sich die Tendenz, Wettbewerb durch die Bildung von Oligo- oder Monopolen auszuschalten. Sobald sie eine dominante Position erreicht haben, wird der Drang der Kapitalisten zu arbeitssparenden Technologien, zu erh\u00f6hter Produktivit\u00e4t und zu g\u00fcnstigeren Preisen zur\u00fcckgehalten, weil die Monopolisten versuchen, die Preise k\u00fcnstlich hoch zu halten. All das wurde in der bisherigen Geschichte des Kapitalismus bis heute best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Trotzdem zeigt Rifkin auf, dass neue, zun\u00e4chste kleine, kapitalistische Gruppen eine Nische etablieren k\u00f6nnen, von der aus sie den Zugriff der Monopolisten lockern, \u00fcberwinden und dann oft eliminieren k\u00f6nnen. Die Prozess f\u00fchrt jedoch, Wiederholung um Wiederholung, zu der unausweichlichen Bildung von neuen Monopolen. Aber diese Prozesse werden nicht bis zum Ergebnis reiner Monopole durchgef\u00fchrt. Monopole k\u00f6nnen auf nationaler Ebene existieren, dann aber von einem \u00f6konomischen Rivalen mit einem \u201cgr\u00f6\u00dferen Anteil\u201d auf Weltebene untergraben werden. Das selbe gilt f\u00fcr das Zur\u00fcckhalten der Nutzung von Technologie wie in den 1930ern.<\/p>\n<p>Rifkin bringt einige gute Beispiele wie Monopole sogar von den Predigern des \u201cfreien Markts\u201d beworben werden. Der ehemalige US-Finanzminister Lawrence Summers zum Beispiel, hat sich zusammen mit dem \u00d6konom J. Bradford DeLong, als er sich auf die sich entwickelnden Datenverarbeitungs- und Kommunikationstechnologien bezogen hat, im Allgemeinen gegen Regierungsinterventionen ausgesprochen, wohl aber f\u00fcr kurzzeitige \u201cnat\u00fcrliche Monopole\u201d. Sie argumentierten, dass \u201evor\u00fcbergehende Macht und Profite von Monopolen die notwendige Belohnung sind, um private Betriebe in ihrem Bestreben nach solcherlei Innovation anzutreiben.\u201c Rifkin merkt an, dass die beiden \u201eerstaunlicherweise einr\u00e4umen\u201c, \u201e\u2018die richtige Betrachtungsweise dieses komplexen Problembereichs ist unklar, klar ist jedoch, dass das Wettbewerbsparadigma nicht ganz und gar angemessen sein kann \u2026 nur wissen wir noch nicht, wie das richtige Ersatzparadigma auszusehen hat.\u2019\u201c<\/p>\n<p>Rifkin sieht eine \u201edritte industrielle Revolution\u201c kommen, welche sich aus der zweiten industriellen Revolution am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhundert entwickelt hat, und schon im Gange ist. Die Entdeckung von Energiequellen, vor allem \u00d6l, die Erfindung des Verbrennungsmotors und die Einf\u00fchrung des Telefons haben einen neuen Kommunikations- und Energiekomplex hervorgerufen, welcher sich aufmachte, das 20. Jahrhundert zu dominieren. Seine \u201cdritte Revolution\u201d ist mit dem \u201cInternet der Dinge\u201d [IdD, im Englischen \u201cinternet of things\u201d, IoT; A.d.\u00dc.] verbunden, welches in seiner Vision \u201eeines Tages alles und jeden verbinden [wird], und das in einem integrierten, weltumspannenden Netz. Nat\u00fcrliche Ressourcen, Produktionsstra\u00dfen, Strom\u00fcbertragungs- und logistische Netze, Recyclingstr\u00f6me, Wohnr\u00e4ume, B\u00fcros, Gesch\u00e4fte, Fahrzeuge, ja selbst Menschen werden mit Sensoren versehen [&#8230;].\u201c Roboter und Technologie k\u00f6nnen Menschen nicht komplett ersetzen. Zur Zeit \u201efehlt es ihnen an Gef\u00fchlen\u201c, die Menschen besitzen: \u201eWenn dein Finger so gro\u00df wie die Erde w\u00e4re, k\u00f6nnte er den Unterschied zwischen einem Auto und einem Haus f\u00fchlen.\u201c (New York Times)<\/p>\n<p>Rifkins \u00f6konomische Annahme scheint jedoch gest\u00e4rkt worden zu sein durch die beeindruckende Entwicklung von 3D-Druckern, welche \u201eunendliche M\u00f6glichkeiten\u201c er\u00f6ffnen. Durch 3D-Druck erhalten Maschinen die M\u00f6glichkeit, sich selbst zu reproduzieren. Es klingt wie Science Fiction, ist aber Realit\u00e4t. Das ist ein zentraler Bestandteil von dem, was der Autor das \u201eProduktionsmodell der dritten industriellen Revolution\u201c nennt. Er behauptet, diese \u201ew\u00e4chst \u2013 exponentiell \u2013 zusammen mit den anderen Komponenten der IdD-Infrastruktur\u201c. 3D-Drucker produzieren schon jetzt Produkte von Schmuck \u00fcber Flugzeugbauteile bis hin zu menschlichen Prothesen. Sie k\u00f6nnen ihre eigenen Ersatzteile drucken, ohne dass in teure Neuaustattung und die damit einhergehende Zeitverz\u00f6gerung investiert werden muss.<\/p>\n<h4>Ein grunds\u00e4tzliches Versagen des Kapitalismus<\/h4>\n<p>Das wird tats\u00e4chlich eine Art Revolution sein, aber keine, die von der Arbeiterklasse und ihren Verb\u00fcndeten gef\u00fchrt wird, argumentiert Rifkin. Seine Alternative ist nicht der Sozialismus, sondern irgendwas dazwischen. An dem Punkt verr\u00e4t er seine Wurzeln als Sohn eines Kleinunternehmers, der immer eher versucht hat, Produktion und Technik zu erh\u00f6hen als \u00fcber \u201eProfit\u201c zu reden. Er sieht die Unzul\u00e4nglichkeiten der Gro\u00dfkonzerne, aber er sieht nicht die potentielle Macht der Arbeiterklasse und der Armen.<\/p>\n<p>Uns soll glaubhaft gemacht werden, dass durch einen langwierigen Prozess, einen schleppenden Wettbewerb zwischen einem absterbenden System, dem Kapitalismus, und dem, was er und andere \u201ekollaboratives Gemeingut\u201c nennen, es einen Sieg von Letzterem geben wird. Dies w\u00e4re ein Hybridsystem aus wachsender Kollaboration, welche auch heute schon gibt, zwischen Menschen, Kooperativen, kleinen gr\u00fcnen Unternehmen, usw., und welches anstreben w\u00fcrde, sich die \u201ebesten Eigenschaften\u201c des \u201eMarktes\u201c, des Kapitalismus, zu eigen zu machen. Dieses w\u00fcrde den Kapitalismus schrittweise verdr\u00e4ngen. Diese Perspektive, das gibt der Autor zu, sieht nicht vor, \u00fcber Mahatma Gandhis Swadeshi Konzept hinauszugehen, welche Gandhi beschrieb als \u201e\u2018Massenproduktion, sicher, aber nicht Massenproduktion basierend auf Gewalt, sondern Massenproduktion bei den Menschen zu Hause.\u2019\u201c<\/p>\n<p>Es ist ein unrealistisches Ziel, den \u201eGigantismus\u201c des Kapitalismus zu ersetzen, indem man das Rad der Geschichte zu einer gewissen lokalen und Kleinproduktion zur\u00fcckdreht. Sein Schema imitiert die Produktionsformen, die dem richtigen Kapitalismus vorangegangen sind, welche auf kleinteilig verstreuten ProduzentInnen, deren Waren von Aufsehern oder Kapitalisten eingetrieben werden, und die mit massiver \u00dcberarbeitung von ganzen Familien einhergehen, basieren. Das bezeugt die heutige Situation in Indien, wo kleinere ProduzentInnen wie Kleinbauern &#8211; und b\u00e4uerinnen nicht in der Lage sind mit einer zunehmend monopolisierten Wirtschaft mitzuhalten. Die Folge sind Massensuizide von LandwirtInnen aus Protest gegen ihre Vernichtung durch Schulden; weltweit gibt es j\u00e4hrlich 800.000 Suizide, was zweifellos die katastrophalen sozialen Folgen des Kapitalismus widerspiegelt.<\/p>\n<p>Trotz des utopischen Charakters vieler seiner Alternativen kreiert Rifkin hier eine faszinierende Glanzleistung \u00fcber die Tragweite von Technologie und die Notwendigkeit, diese in einer friedvollen, fortschrittlichen Art und Weise zum Vorteil der gesamten Menschheit zu nutzen. Tats\u00e4chlich sind die Anzeichen f\u00fcr die Unf\u00e4higkeit des Kapitalismus, seine eigenen Erzeugungen zu nutzen, so offensichtlich, dass dieses Buch fairerweise \u201edie kommende sozialistische Revolution\u201c genannt werden sollte, abgesehen von der Tatsache, dass Rifkin Sozialismus als Alternative ablehnt. Diese Formulierung hat Engels benutzt, um den Prozess der Verstaatlichung \u2013 der Verstaatlichung einzelner Industrien \u2013 Ende des 19. Jahrhundert zu beschreiben, der auf das Versagen des Kapitalismus hinwies und die sozialistische Zukunft ank\u00fcndigte.<\/p>\n<h4>Die \u201eDemokratisierung von allem\u201c<\/h4>\n<p>Trotzdem erkennt Rifkin unbewusst die g\u00fcnstigen Bedingungen f\u00fcr Sozialismus und einige der Kr\u00e4fte, die ihn erreichen k\u00f6nnen, an. Obwohl er das nicht so sagt, wird er durch das gr\u00e4ssliche Erbe des Stalinismus davon abgehalten, diesen Schluss zu ziehen. Aber eine Wiederholung einer von oben organisierten, b\u00fcrokratisch dominierten Gesellschaft ist in der gebildeten, kulturell fortgeschrittenen heutigen Gesellschaft nicht m\u00f6glich, gerade in den USA.<\/p>\n<p>Er erl\u00e4utert korrekt: \u201eDie Kollaboratisten [in Wahrheit die KapitalismuskritikerInnen] befinden sich auf dem Vormarsch, die Kapitalisten sind gespalten.\u201c Ebenso betont er mit Wohlwollen die Anti-WTO-Bewegung in Seattle im Jahr 1999, die den Weg f\u00fcr die Occupy-Bewegung ebnete. Das wiederum f\u00fchrte zum Wahlsieg von Kshama Sawant, der ersten sozialistischen Stadtr\u00e4tin in Seattle seit 100 Jahren. Diese neue Generation, deren politische Perspektive sich bereits vor Beginn der momentanen verheerenden Krise ausgepr\u00e4gt hatte, ihr edelm\u00fctiger Geist und ihre Solidarit\u00e4t mit den Unterdr\u00fcckten hatte ganz offensichtlich eine starke Auswirkungen auf Rifkin und andere und zeigt sich in vielen der Beobachtungen, die er macht.<\/p>\n<p>Die Idee von dem, was er die \u201eGemeing\u00fcter\u201c oder die \u201eKollaboratisten\u201c nennt, ist teilweise aus der Geschichte entnommen, in der die Rechte, die die Massen in England im \u00dcbergang zwischen Feudalismus und Kapitalismus genossen, dann aber in diesem \u00dcbergang zerst\u00f6rt wurden. Er will daran ankn\u00fcpfen mit einer Philosophie des Teilens durch die dritte industrielle Revolution, die zu \u201eKonsumenten, die ihre eigenen Produzenten geworden sind\u201c f\u00fchrt. Diese neuen \u201eProsumenten\u201c w\u00fcrden vermehrt durch Verteilung von Waren und Dienstleistungen in weltweit verteilten, vernetzten Gemeing\u00fctern und unter nahezu null Grenzkosten zusammenarbeiten, womit sie die Arbeitsweise der kapitalistischen M\u00e4rkte durcheinande rbringen w\u00fcrden. In dem sich entwickelnden \u00f6konomische Konflikt zwischen diesen Kr\u00e4ften und den Kapitalisten \u201emanifestiert sich ein kultureller Konflikt, der vermutlich in den kommenden Jahren das Wesen der menschlichen Entwicklung neu definiert. Und wenn es ein Thema gibt, das dem sich abzeichnenden kulturellen Narrativ zugrunde liegt, dann ist es die \u201aDemokratisierung von allem\u2018.\u201c<\/p>\n<p>Allerdings: Wie kann diese \u201eDemokratisierung von allem\u201d wirklich durchgef\u00fchrt werden, wenn der Kapitalismus mit seinen riesigen Monopolen mit ihren Gr\u00f6\u00dfenvorteilen unber\u00fchrt bleibt? Rifkin besch\u00e4ftigt sich beispielsweise ausf\u00fchrlich mit dem Internet und dem \u201eInternet der Dinge\u201c und betont gleichzeitig die Herangehensweise einer neuen Generation von WissenschaftlerInnen, die ihre neuesten Entdeckungen mit anderen WissenschaftlerInnen teilen und kostenlos verbreiten, ohne sich zuallererst um finanzielle Belohnung zu bem\u00fchen. Das steht in markantem Gegensatz zu den gro\u00dfen Pharmakonzernen die nur dann in Produkte investieren und sie bewerben, wenn sich damit Profit machen l\u00e4sst. Es g\u00e4be keine gro\u00dfen Gewinne durch die Entwicklung eines Gegenmittels gegen das Ebola-Virus, da das in erster Linie arme Menschen und Nationen betrifft. Das \u00e4ndert sich neuerdings, da die j\u00fcngste Epidemie die entwickelte Welt gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>Rifkin verurteilt Ungleichheit und stellt heraus, was sogar kapitalistische Zeitungen neuerdings erkannt haben: dass es dort wo sich Klassenspaltung entlang des Einkommens st\u00e4rker ausdr\u00fcckt als in anderen L\u00e4ndern auch mehr Missgunst und Klassenfeindschaft gibt. In London gibt es mehr sogenannte \u201eultrahigh net worth individuals\u201c [im Deutschen w\u00fcrden wir Superreiche sagen, die am n\u00e4chsten kommende \u00dcbersetzung w\u00e4re \u201csehr hochverm\u00f6gende Personen\u201d; A.d.\u00dc.] pro Kopf als irgendwo sonst auf diesem Planeten. Diese sind definiert als Personen mit Verm\u00f6genswerten von mehr als 21 Millionen Pfund [30 Millionen Dollar, ca. 28 Millionen Euro im November 2015; A.d.\u00dc.] abz\u00fcglich ihres Hauptwohnsitzes. London hat Hongkong als teuerste Stadt der Welt \u00fcberholt, und das vor dem Hintergrund von fallendem Einkommen f\u00fcr den gro\u00dfen Teil der britischen Bev\u00f6lkerung, explodierenden Mieten und Hypotheken sowie sinkenden L\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Rifkin stimmt mit SozialistInnen darin \u00fcberein, dass wir eine Gesellschaft schaffen k\u00f6nnen \u2013 ein \u201enachhaltiges F\u00fcllhorn\u201c, um seinen Ausdruck zu benutzen \u2013 nicht nur voll Wohlstand, sondern voll \u00dcberfluss, wenn alle gesellschaftlichen Ressourcen f\u00fcr das Wohle aller eingesetzt w\u00fcrden. Er sieht jedoch den Niedergang, der sogar innerhalb der Mittelschicht eingesetzt hat: \u201eDie Vereinigten Staaten [&#8230;] [konnten] sich in den 1960er-Jahren noch der robustesten Mittelschicht der Welt r\u00fchmen [&#8230;]. 2012 schlie\u00dflich bekamen die Vereinigten Staaten die zweifelhafte Auszeichnung, von 30 OECD-L\u00e4ndern auf Platz 28 zu landen, was die Einkommensdisparit\u00e4t \u2013 die L\u00fccke zwischen Arm und Reich \u2013 angeht. Nur Mexiko und die T\u00fcrkei schnitten noch schlechter ab.\u201c<\/p>\n<h4>Systemwechsel<\/h4>\n<p>Wie l\u00e4sst sich diese Situation zum Wohle des Gro\u00dfteils der arbeitenden Bev\u00f6lkerung und sogar der Mittelschicht \u00e4ndern? Rifkins L\u00f6sung ist, die Gesellschaft durch Diskussion und die Macht des Beispiels zu \u00e4ndern \u2013 effektiv also \u201ehinter dem R\u00fccken der Gesellschaft\u201c, wie Marx mal in Bezug auf die gro\u00dfen sozialistischen UtopistInnen wie Robert Owen meinte. Das zeigt sich, wenn er [Rifkin, A.d.\u00dc.] sich mit seinen letzten Bemerkungen an diejenigen wendet, die \u201efest im Sattel des kapitalistischen Systems sitzen und entsprechend Angst davor haben, die aufkommende Nahezu-null-Grenzkosten-Gesellschaft k\u00f6nnte der Ruin f\u00fcr sie sein.\u201c<\/p>\n<p>Er versucht sie zu beschwichtigen, indem er herausstellt, dass die durchschnittliche Lebensdauer eines Fortune 500-Unternehmens nur rund drei\u00dfig Jahre betr\u00e4gt. Das l\u00e4uft darauf hinaus, dass er die \u00e4ngstlichen Kapitalisten zu \u00fcberzeugen versucht, ihren eigenen Untergang stillschweigend zu akzeptieren. Das wird mit den Gro\u00dfkapitalisten nicht funktionieren. Ein ehemaliges F\u00fchrungsmitglied der Labour Party war da schon realistischer, als es sagte \u201eKeine privilegierte Gruppe verschwindet von der B\u00fchne der Geschichte ohne einen Kampf, \u00fcblicherweise einer ohne Kompromisse.\u201c<\/p>\n<p>Die Kapitalisten werden ihr Schicksal nicht stillschweigend akzeptieren und Platz machen f\u00fcr Leute wie Rifkin, deren Vorstellung auf einen \u201eMittelweg\u201c zwischen Kapitalisten auf der einen und der mobilisierten Massenbasis der Arbeiterklasse auf der anderen Seite hinausl\u00e4uft. Es ist jedoch m\u00f6glich und sogar wahrscheinlich, dass es Spaltungen innerhalb der herrschenden Klasse geben wird, bei denen der intelligentere und weitsichtigere Teil die Aussichtslosigkeit ihres Systems erkennen und nach einem neuen System, das die Gesellschaft voran bringt, Ausschau halten wird. Das gilt besonders f\u00fcr die j\u00fcngeren Schichten, Studierende au\u00dferhalb elterlicher Kontrolle, die sich den Marxismus zu eigen machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Damit das allerdings nachhaltig bleibt, braucht es nicht nur eine Kritik am Kapitalismus \u2013 die Rifkin auf eine gewisse Art und Weise hat \u2013 sondern auch eine klare Vorstellung \u00fcber Sozialismus als Alternative und den Aufbau der Kraft, die ihn erreicht: eine Massenpartei mit einer weitsichtigen F\u00fchrung. Die Macht und der Reichtum der Kapitalisten, ihr Eigentum an den Produktionsmitteln und die Kontrolle \u00fcber die Gesellschaft, wird ihnen durch eine Massenbewegung weggenommen werden m\u00fcssen. Der Vorstellung, dass der Widerstand gegen die Kapitalisten das Internet unbegrenzt nutzen k\u00f6nnen wird, wird schon jetzt durch die Eingriffe widersprochen, die die Kapitalisten und Staaten in diese \u201efreie Ressource\u201c vorgenommen haben. Man sehe sich nur den Maulkorb an, der dem Internet in China, in der T\u00fcrkei usw. verpasst wurde.<\/p>\n<p>Vieles in diesem Buch ist n\u00fctzlich, ja sogar bewundernswert. Es zeigt die gro\u00dfe \u00f6konomische Gefahr von neuer Technologie f\u00fcr die Arbeiterklasse, aber auch f\u00fcr die Kapitalisten. Es droht der Ausbruch einer Massenbewegung, die Grundrisse davon k\u00f6nnen wir in Schottland, Gro\u00dfbritannien und in ganz S\u00fcdeuropa sehen, in dem was auf einen massenhaften Aufstand der Arbeiterklasse und die Folgen eines scheiternden, kranken Systems hinausl\u00e4uft.<\/p>\n<p>In dieser Situation ist der neue \u201eMaschinenst\u00fcrmer\u201c [Bewegung englischer TextilarbeiterInnen gegen die Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts, die auch Maschinen zerst\u00f6rten; A.d.\u00dc.] nicht die Arbeiterklasse, sondern der Kapitalismus \u2013 dessen HistorikerInnen die Ansichten der urspr\u00fcnglichen Maschinenst\u00fcrmer verzerrt dargestellt haben. Das kapitalistische System kann die gro\u00dfen potentiellen Vorteile, die den neuesten technischen Entwicklungen entspringen, nicht vollst\u00e4ndig nutzen.<\/p>\n<p>Nur eine geplante Wirtschaft, die auf nationaler und internationaler Ebene zu demokratischen Sozialismus f\u00fchrt, kann das tun und dabei das Verlangen nach echter Ver\u00e4nderung von Leuten wie Jeremy Rifkin und der neuen Generation zufriedenstellen.<\/p>\n<p><em>Peter Taaffe ist Generalsekret\u00e4r der Socialist Party in England und Wales und Mitglied des Internationalen Sekretariats des Komitees f\u00fcr eine Arbeiterinternationale (CWI). Der Artikel erschien zuerst in Englischer Sprache in der Novemberausgabe (Nr. 183) im Jahr 2014 des Theoriemagazins Socialism Today.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDritte industrielle Revolution\u201c und ihre Bedeutung f\u00fcr die Zukunft<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31906,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[70],"tags":[744],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31661"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31661"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31661\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31907,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31661\/revisions\/31907"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31906"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31661"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31661"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31661"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}