{"id":31326,"date":"2015-10-31T17:00:36","date_gmt":"2015-10-31T16:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=31326"},"modified":"2015-10-28T11:30:30","modified_gmt":"2015-10-28T10:30:30","slug":"chaos-in-der-verwaltung-trifft-auf-soziales-engagement-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/10\/chaos-in-der-verwaltung-trifft-auf-soziales-engagement-2\/","title":{"rendered":"Chaos in der Verwaltung trifft auf soziales Engagement"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-31552\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-280x173.jpg\" alt=\"lageso\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-600x371.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/lageso-e1446027972163.jpg 628w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Bericht einer Verwaltungsangestellten* zur Fl\u00fcchtlingshilfe<\/strong><\/p>\n<p>Als Besch\u00e4ftigte in einer Kommunalverwaltung in Ostdeutschland kann ich den Frust der Ehrenamtlichen auf die wenige Hilfe von offiziellen Stellen gut verstehen.<\/p>\n<p>Aber dass es so wenig Unterst\u00fctzung gibt, hat vielf\u00e4ltige Ursachen. Vor allem der jahrelange Personalabbau in den Verwaltungen unter dem Deckmantel des \u201eB\u00fcrokratieabbaus\u201c hat dazu gef\u00fchrt, dass wichtige Bereiche mehr schlecht als recht mit Personal ausgestattet sind. Dazu kommt, dass die politischen Entscheidungstr\u00e4ger mit ihrer Politik von \u201eausgeglichenen Haushalten\u201c auch bei den Personalausgaben stetig den Rotstift angesetzt haben.<\/p>\n<p>Zu wenig Personal ist das eine. Die Politik hat aber insgesamt nur sehr schleppend auf die steigende Zahl Gefl\u00fcchteter reagiert und es war lange nicht klar, wer sich um sie k\u00fcmmern soll.<\/p>\n<p>Die \u201eFl\u00fcchtlingswelle\u201c hat auch uns schnell erreicht. Nur weil engagierte, vor allem j\u00fcngere MitarbeiterInnen bei den eigentlich zust\u00e4ndigen Stellen Druck aus\u00fcbten, ergriffen die mittleren und oberen Verwaltungsebenen \u00fcberhaupt \u201eNotma\u00dfnahmen\u201c.<\/p>\n<p>Inzwischen wird bei uns versucht das Chaos m\u00f6glichst gut in den Griff zu bekommen. Es gibt einen Aufruf an alle Besch\u00e4ftigten, sich auch nach der offiziellen Arbeitszeit f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge zu engagieren. Diese \u201eehrenamtlichen\u201c Eins\u00e4tze werden dann sogar als Arbeitszeit angerechnet. So hofft die Verwaltung mehr Freiwillige aus ihren eigenen Reihen zu bekommen. Die Vereine und karitativen Einrichtungen haben gemeinsam eine Internet-Plattform gebildet und sind \u00fcber facebook vernetzt. Dort werden Eins\u00e4tze f\u00fcr Ehrenamtliche koordiniert und Interessierte bekommen einen \u00dcberblick dar\u00fcber, was an Lebensmitteln, Kleidung usw. gebraucht wird.<\/p>\n<h4>Gro\u00dfe Bereitschaft<\/h4>\n<p>Insgesamt sehen die meisten Besch\u00e4ftigten, mit denen ich gesprochen habe, es als richtig und wichtig an, den Fl\u00fcchtlingen zu helfen. Das geht von Spendenbereitschaft \u00fcber praktische Unterst\u00fctzung in der Freizeit bis hin zur Bereitschaft, Patenschaften zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Diese positive Stimmung kann aber auch schnell kippen, wenn Informationen nicht richtig oder gar nicht weitergegeben werden. Wenn die HelferInnen auch an ihre Belastungsgrenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber das ist nicht das einzige Problem. Es wird aufgrund der immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Anzahl von Menschen, die in der Stadt bleiben wollen und keine \u201eTransit-Fl\u00fcchtlinge\u201c sind, schwer, kommunale Objekte zu finden, wo die Menschen bleiben k\u00f6nnen. Der Abriss von ganzen Wohnbl\u00f6cken in den 1990er und 2000er Jahren r\u00e4cht sich jetzt.<\/p>\n<h4>Wohnungsbau n\u00f6tig<\/h4>\n<p>N\u00f6tig ist deshalb der Bau neuer Sozialwohnungen durch die Kommune, die f\u00fcr alle Wohnungssuchenden zur Verf\u00fcgung stehen \u2013 egal, ob Fl\u00fcchtlinge oder nicht. \u00dcber die Vergabe und andere Hilfsaktivit\u00e4ten sollte demokratisch entschieden werden, zum Beispiel durch die Wahl von VertreterInnen aus Betrieben, Stadtteilen, Hochschule, Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften auf jeweiligen Vollversammlungen. Au\u00dferdem sollte ein SprecherInnenrat gew\u00e4hlt werden, der dann Kontakte in andere Kommunen im Land bzw. sogar auf Bundesebene herstellt und die Unterbringung und Versorgung der Menschen organisiert. Gleichzeitig k\u00f6nnten so gefasste Beschl\u00fcsse dann in den verschiedenen Bereichen effektiv und schnell umgesetzt werden.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re eine gute Alternative zu zig verschiedenen \u201eKrisenst\u00e4ben\u201c, die es derzeit gibt, wo den meisten Beteiligten gar nicht klar ist, f\u00fcr wen oder was sie zust\u00e4ndig sind. Es w\u00fcrde allen die M\u00f6glichkeit geben, sich einzubringen und auch die Fl\u00fcchtlinge einzubeziehen, indem sie Teil der Versammlungen werden. Somit wird dann auch den Rassisten der N\u00e4hrboden entzogen, die durch Desinformationen gezielt versuchen Stimmung gegen die Fl\u00fcchtlinge zu betreiben.<\/p>\n<p><em>* Name ist der Redaktion bekannt<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht einer Verwaltungsangestellten* zur Fl\u00fcchtlingshilfe<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31552,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[737],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31326"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31326"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31326\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31554,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31326\/revisions\/31554"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31326"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}