{"id":31067,"date":"2015-09-05T12:00:24","date_gmt":"2015-09-05T10:00:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=31067"},"modified":"2015-09-04T16:49:32","modified_gmt":"2015-09-04T14:49:32","slug":"international-gegen-krieg-und-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/09\/international-gegen-krieg-und-kapitalismus\/","title":{"rendered":"International gegen Krieg und Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-31197\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264-280x132.jpg\" alt=\"weltkrieg\" width=\"280\" height=\"132\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264-280x132.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264-560x264.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264-600x283.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/10\/weltkrieg-e1441378092264.jpg 671w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a>Vor 100 Jahren tagte die Zimmerwalder Konferenz<\/strong><\/p>\n<p>Die Zustimmung zu den Kriegskrediten durch die SPD und fast aller anderen Parteien der Sozialistischen Internationale 1914 war ein Verrat am Sozialismus und ein Schock f\u00fcr Millionen SozialistInnen und klassenbewusste ArbeiterInnen in aller Welt. Die Arbeiter wurden auf die Schlachtfelder geschickt, um ihre GenossInnen und Klassenbr\u00fcder zu ermorden. Dieser politische Bankrott und organisatorischen Zusammenbruch der Sozialistischen Internationale bedurfte einer Reaktion. Die Zimmerwalder Konferenz vom 5. bis 8. September 1915 er\u00f6ffnete die internationale Debatte \u00fcber den Aufbau einer dritten Internationale.<\/p>\n<p><em>Von Ursel Beck<\/em><\/p>\n<p>\u201eMehr als ein Jahr dauert der Krieg, Millionen von Leichen bedecken die Schlachtfelder, Millionen Menschen wurden f\u00fcr ihr ganzes Leben zu Kr\u00fcppeln gemacht. Europa gleicht einem gigantischen Menschenschlachthaus.\u201c Mit diesem Satz beginnt das von der Zimmerwalder Konferenz verabschiedete Manifest. Mitten in dieser Abschlachtorgie eine internationale sozialistische Konferenz abzuhalten war ein heroisches Unterfangen. In den kriegf\u00fchrenden L\u00e4ndern herrschten Milit\u00e4rdiktaturen, Zensur, geheimpolizeiliche Verfolgung. Der Krieg nach au\u00dfen wurde mit einem B\u00fcrgerkrieg nach innen gegen die sozialistischen KriegsgegnerInnen erg\u00e4nzt. Auch hierbei leistete die SPD dem Milit\u00e4rregime Sch\u00fctzenhilfe. Revolution\u00e4r eingestellte Kriegsgegner wurden an die Front geschickt, w\u00e4hrend die rechten Funktion\u00e4re und Abgeordneten der SPD an der Heimatfront Kriegspropaganda machen durften. Trotz politischer Immunit\u00e4t wurden Karl Liebknecht und revolution\u00e4r gesinnte Landtagsabgeordnete zum Kriegsdienst eingezogen und nur f\u00fcr die Parlamentssitzungen davon befreit. Der marxistische w\u00fcrttembergische Landtagsabgeordnete Friedrich Westmeyer starb als Soldat im Krieg. Aktivit\u00e4ten gegen den Krieg brachten viele Sozialisten wegen Hochverrat ins Gef\u00e4ngnis. Oft wurden sie erst durch die Novemberrevolution 1918 befreit. Briefe gingen in Deutschland durch die Milit\u00e4rzensur. Die Korrespondenz musste mit Decknamen gef\u00fchrt, brisante Briefe in Geheimschrift verfasst werden. Im M\u00e4rz 1915 gaben Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg die Zeitschrift \u201eInternationale\u201c heraus. Sie wurde sofort beschlagnahmt und verboten. Politische Treffen mussten als unpolitische kulturelle Zusammenk\u00fcnfte getarnt werden. So war die Beteiligung an der Zimmerwalder Konferenz dadurch beschr\u00e4nkt, dass Karl Liebknecht an der Front war und Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und andere Revolution\u00e4rInnen \u2013 nicht nur in Deutschland \u2013 im Gef\u00e4ngnis sa\u00dfen. Hinzu kam, dass zur Reise in die Schweiz ein Pass notwendig war, der vielen verweigert wurde.<\/p>\n<h4>Die Schweiz und der erste Weltkrieg<\/h4>\n<p>Es w\u00e4re unm\u00f6glich gewesen 1915 in einem kriegf\u00fchrenden Land eine internationale sozialistische Konferenz abzuhalten. Die Schweiz blieb im Ersten Weltkrieg neutral und wurde von Angriffen verschont. Gleichzeitig machten die schweizerischen Munitionsfabriken riesige Profite indem sie alle kriegf\u00fchrenden L\u00e4nder \u201eneutral\u201c mit Waffen belieferten. Die Schweiz hatte jedoch zur Zeit des Ersten Weltkriegs eine radikal-sozialistische Arbeiterbewegung. Vor und w\u00e4hrend des Krieges waren viele Emigranten aus anderen L\u00e4ndern in die Schweiz gekommen. Dazu geh\u00f6rte eine Gruppe von Bolschewiki um Lenin, Sinovjev, eine menschewistische Gruppe um Axelrod und Martov, zwei polnische Emigrantengruppen eine davon um Karl Radek, italienische Emigranten, darunter Angelica Balabanova, Paul Levi aus Deutschland, Revolution\u00e4re aus Frankreich, linksradikale Schriftsteller aus verschiedenen L\u00e4ndern. Laut Willi M\u00fcnzenberg wirkten diese EmigrantInnen \u201ewie Hefe im Sauerteig\u201c in der schweizerischen Arbeiterbewegung und beeinflussten auch stark die von Willi M\u00fcnzenberg geleitete sozialistische Jugendbewegung. Und so war es kein Zufall, dass der Aufruf zu einer Internationalen Konferenz der sozialistischen KriegsgegnerInnen aus der Schweiz kam Insgesamt nahmen 38 TeilnehmerInnen aus verschiedenen linken Parteien, Str\u00f6mungen und Gewerkschaften aus elf L\u00e4ndern an der Konferenz im September 1915 in Zimmerwald in der N\u00e4he von Bern teil.<\/p>\n<h4>Heterogenit\u00e4t der Zimmerwalder Konferenz<\/h4>\n<p>Die besonderen Umst\u00e4nde des Kriegszustandes f\u00fchrten dazu, dass es eher Zufall war, wer an der Zimmerwalder Konferenz teilnehmen konnte. Eine Frage zu Beginn der Konferenz war, wer wen vertritt und wer \u00fcberhaupt abstimmungsberechtigt ist. Unter den Bedingungen der Verfolgung und Illegalit\u00e4t war es unm\u00f6glich in den einzelnen L\u00e4ndern Delegierte zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Aus Deutschland nahm zum Beispiel Julian Borchardt teil, der in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung keine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielte. Er war ein radikaler preu\u00dfischer Landtagsabgeordneter. Nach einem Konflikt mit der SPD-F\u00fchrung gr\u00fcndete er 1913 die \u201eLichtstrahlen. Zeitschrift f\u00fcr internationalen Kommunismus\u201c. Nach der Zustimmung der SPD zu den Kriegskrediten trat er aus der SPD aus und forderte den linken Fl\u00fcgel auf, die SPD zu verlassen. 1915 gr\u00fcndete er die Gruppe \u201eInternationale Sozialisten\u201c, die sofort verboten wurde. Er geh\u00f6rte in Zimmerwald zu den Linken um die Bolschewiki. Sp\u00e4ter resignierte er, trat nicht der KPD bei und spielte keine wichtige Rolle mehr. Auch Leo Trotzki nahm an der Zimmerwalder Konferenz teil. Er war zu der Zeit in Frankreich im Exil, wo er die Zeitung \u201eNasche Slowo\u201c (Unser Wort), ein Organ von verschiedenen internationalistischen russischen Str\u00f6mungen herausgab. Trotzki schloss sich in Zimmerwald nicht der Linken um die Bolschewiki an. Erst Ende Juli 1917 trat er der Bolschewistischen Partei bei und wurde auf dem Parteitag zu dieser Zeit ins Zentralkomitee der Partei gew\u00e4hlt. Trotzki war einer der f\u00fchrenden K\u00f6pfe der Russischen Revolution und hat durch seine theoretischen Schriften und seinen Kampf gegen den Stalinismus einen immensen Beitrag f\u00fcr den Marxismus geleistet.<\/p>\n<h4>Politische Herausforderung<\/h4>\n<p>Der Weltkrieg und der Verrat der F\u00fchrer der Sozialdemokratie warfen in aller Sch\u00e4rfe die Fragen auf, die bereits vor dem Krieg in der sozialistischen Arbeiterbewegung diskutiert wurden. Es war die Frage der Charakterisierung der Epoche. Es war die Frage des Verh\u00e4ltnisses von Parlamentsarbeit und Klassenkampf. Es war die Frage ob der Krieg nur durch Revolution beendet werden kann. Es war die Frage nach den Ursachen des \u00dcbergangs der Sozialistischen Internationale ins Lager der kapitalistischen Kriegstreiber. Hinzu kam die Frage, ob der Zeitpunkt gekommen ist, die organisatorische Spaltung der sozialistischen Parteien zu vollziehen und eine neue Internationale zu gr\u00fcnden. Diese Fragen wurden von den Teilnehmern der Zimmerwalder Konferenz unterschiedlich beantwortet.<\/p>\n<h4>Imperialismus<\/h4>\n<p>In der Schrift \u201eDer Imperialismus als h\u00f6chstes Stadium des Kapitalismus\u201c hatte Lenin den Kapitalismus ab 1900 analysiert und charakterisiert. Der Kapitalismus war demnach in ein Stadium eingetreten, in dem Gro\u00dfkonzerne und Kapitalexport bestimmende Gr\u00f6\u00dfen waren und die Aufteilung der Kolonien durch die Gro\u00dfm\u00e4chte abgeschlossen war. Der kapitalistische Konkurrenzkampf um Absatzm\u00e4rkte, Rohstoffquellen und billige Arbeitskr\u00e4fte f\u00fchrt jedoch dazu, dass dieser Konkurrenzkampf immer wieder zu Kriegen um die Neuaufteilung der Welt f\u00fchrt. Der Ausgang eines Krieges tr\u00e4gt bereits den Keim eines weiteren Krieges in sich. Lenin zog daraus die Schlussfolgerung, dass der Kapitalismus und seine Kriege keine fortschrittliche Rolle mehr spielen. Die Vernichtungsorgie des Ersten Weltkriegs war Ausdruck des Niedergang des Kapitalismus und die Er\u00f6ffnung der Periode der Weltrevolution. In seiner Imperialismustheorie erkl\u00e4rte Lenin auch, dass der Kapitalismus es sich durch die Superausbeutung der kolonialen Welt in den imperialistischen L\u00e4ndern leisten k\u00f6nne eine Schicht von Facharbeitern materiell besser zu stellen (er nannte sie Arbeiteraristokratie) auf die sich die ebenfalls mit Privilegien ausgestatteten Funktion\u00e4re von Arbeiterparteien und Gewerkschaften in ihrer Politik der Auss\u00f6hnung mit dem Kapitalismus st\u00fctzen k\u00f6nnten. Das war letztlich der Grund daf\u00fcr, dass die F\u00fchrer der Zweiten Internationale ihren sozialistischen Worten keine Taten folgen lie\u00dfen und am Ende ihre jeweilige Kapitalistenklasse im Krieg unterst\u00fctzten. In scharfer Abgrenzung zu dieser Politik argumentierte Lenin in Zimmerwald daf\u00fcr, den Ersten Weltkrieg mit einer sozialistischen Revolution zu beenden und die Massen darauf vorzubereiten.<\/p>\n<h4>Resolutionen folgten keine Taten<\/h4>\n<p>\u201eMan kann nicht Revolution machen wollen, ohne die revolution\u00e4re Taktik zu erl\u00e4utern. Es war gerade diese eine der schlechtesten Eigenschaften der Zweiten Internationale, die diesen Erl\u00e4uterungen immer aus dem Wege gegangen ist.\u201c So Lenin in einem Redebeitrag auf der Zimmerwalder Konferenz. In der Tat war es so, dass auf dem Kongress der Zweiten Internationale in Stuttgart 1907 eine Resolution und die Rede von August Bebel zum Militarismus und den internationalen Konflikten die Hauptdebatte war. In der Position von Bebel war ein Abr\u00fccken von der revolution\u00e4r-marxistischen Vergangenheit \u00fcberdeutlich. Die Rede wurde von vielen marxistischenTeilnehmern der Konferenz scharf kritisiert. Erst durch einen Zusatzantrag von Luxemburg, Lenin und Martov gelang es den revolution\u00e4ren Anspruch zu retten, der dann auf den Kongressen in Kopenhagen 1910 und Basel 1912 best\u00e4tigt wurde. Er lautete:<\/p>\n<p>\u201eDroht der Ausbruch eines Krieges, so sind die arbeitenden Klassen und deren parlamentarische Vertretungen in den beteiligten L\u00e4ndern verpflichtet, unterst\u00fctzt durch die zusammenfassende T\u00e4tigkeit des Internationalen B\u00fcros, alles aufzubieten, um durch die Anwendung der ihnen am wirksamsten erscheinenden Mittel den Ausbruch des Krieges zu verhindern, die sich je nach der Versch\u00e4rfung des Klassenkampfes und der Versch\u00e4rfung der allgemeinen politischen Situation naturgem\u00e4\u00df \u00e4ndern. Falls der Krieg dennoch ausbrechen sollte, sind sie verpflichtet, f\u00fcr dessen rasche Beendigung einzutreten und mit allen Kr\u00e4ften dahin zu streben, die durch den Krieg herbeigef\u00fchrte wirtschaftliche und politische Krise zur Aufr\u00fcttelung des Volkes auszun\u00fctzen und dadurch die Beseitigung der kapitalistischen Klassenherrschaft zu beschleunigen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Worte wurden jedoch nicht in entsprechende Taten umgesetzt. Der Grund daf\u00fcr war, dass sich die meisten SPD-Abgeordneten mit dem Kapitalismus ausges\u00f6hnt hatten und ihn gar nicht mehr beseitigen wollten. Noch schlimmer war, dass sie ihrer prokapitalistischen Politik den Schein des Sozialismus verliehen. Als es zur Abstimmung \u00fcber die Kriegskredite kam, erkl\u00e4rten die SPD-Abgeordneten:<\/p>\n<p>\u201eDa machten wir wahr, was wir immer betont haben: Wir lassen in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich. Wir f\u00fchlen uns im Einklang mit der Internationale, die das Recht jedes Volkes auf nationale Selbst\u00e4ndigkeit und Selbstverteidigung jederzeit anerkannt hat. (\u2026) Von diesen Grunds\u00e4tzen geleitet, bewilligen wir die geforderten Kriegskredite\u201c.<\/p>\n<p>Die sozialdemokratischen Funktion\u00e4re in den Gewerkschaften toppten diese Position noch, indem sie den Krieg als Sozialismus verkauften:<\/p>\n<p>\u201eEine neue Zeit ist angebrochen, andere Menschen hat der Krieg in kurzer Zeit aus uns allen gemacht. Das gilt unterschiedslos f\u00fcr hoch und niedrig, f\u00fcr arm und reich, f\u00fcr Privatperson und Staatsdiener. Solidarit\u00e4t und Hilfeleistung aus unverschuldeter bitterer Not, die wir den Arbeitern als unverg\u00e4ngliche Richtschnur des Handelns eingeimpft und von den Reichen so oft vergeblich gefordert haben, ist \u00fcber Nacht Gemeingut eines gro\u00dfen und leistungsf\u00e4higen Volkes geworden. Sozialismus, wohin wir blicken\u201c Metallarbeiterzeitung vom 7.11.2014<\/p>\n<p>Die Gewerkschaftsspitze hatte sich bereits am Tag zuvor gegen\u00fcber dem Kaiserreich zur Politik des Burgfriedens und zur Unterst\u00fctzung des Kriegs bereit erkl\u00e4rt. Streiks wurden abgebrochen und der Krieg zur streiklosen Zeit erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Kriegsunterst\u00fctzung der F\u00fchrung von SPD und Gewerkschaften war Ausdruck der schleichenden Entwicklung einer revolution\u00e4r-sozialistischen Partei zu einer reformistischen prokapitalistischen Partei, genauer gesagt zu einer Partei in der es drei Fl\u00fcgel gab.<\/p>\n<h4>Fl\u00fcgelbildung in der Sozialdemokratie<\/h4>\n<p>Vor dem Ersten Weltkrieg war die SPD und ebenso die meisten anderen Parteien der Zweiten Internationale politisch in drei Fl\u00fcgel gespalten. Revisionisten wie Eduard Bernstein vertraten die Position, dass der Kapitalismus aufgrund von st\u00e4ndigem Wachstum und aufgrund der durch die Parlamentsarbeit der SPD erreichten Reformen zum Sozialismus hin\u00fcberwachse. In dieser Auseinandersetzung mit Bernstein hatten Kautsky und Bebel als f\u00fchrende Vertreter der Parteizentrale den Marxismus verbal verteidigt. Gleichzeitig deckten sie die zunehmend prokapitalistische Praxis von Partei- und Gewerkschaftsfunktion\u00e4ren. F\u00fcr das \u201emarxistische Zentrum\u201c um Bebel und Kautsky stand im Vordergrund die Einheit der Partei nicht zu gef\u00e4hrden. Der dritte Fl\u00fcgel waren die revolution\u00e4ren MarxistInnen um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die Unterst\u00fctzung des Ersten Weltkriegs machte den Bankrott des Revisionismus und Zentrismus offen sichtlich. Seit den 70erJahren des 19. Jahrhunderts war der Satz \u201eDiesem System keinen Mann und keinen Groschen\u201c, die Kurzformel f\u00fcr das antimilitaristische Programm der SPD. Bereits 1907 r\u00fcckte August Bebel davon ab und nahm in Bezug auf einen Krieg mit Russland eine de facto proimperialistische Position ein, indem er erkl\u00e4rte: \u201eWenn es gegen Russland geht, werde ich selbst die Flinte nehmen\u201c. Dazu kam es nicht mehr. August Bebel starb im August 1913. Er lieferte aber mit dieser Position eine Steilvorlage f\u00fcr die Zustimmung zu den Kriegskrediten durch revisionistische und zentristische Reichstagsabgeordnete.<\/p>\n<h4>Zustimmung zu Kriegskrediten<\/h4>\n<p>Am 4. August 1914 \u2013 dem Tag des Einmarsches deutscher Truppen in Belgien \u2013 bewilligte die sozialdemokratische Reichstagsfraktion der kaiserlichen Milit\u00e4rdiktatur die Kriegskredite. 14 SPD-Abgeordnete hatten in der Fraktion gegen die Kriegskredite gestimmt, sich im Reichstag aber der Fraktionsdisziplin gebeugt und daf\u00fcr gestimmt. Dieser Verrat der Sozialdemokratie war ein Schock f\u00fcr die fortgeschrittenen ArbeiterInnen, die die SPD immer noch entsprechend ihrer Parteitagsresolutionen als revolution\u00e4re Klassenkampfpartei betrachteten. Aus der Antikriegspartei die noch Ende Juli Antikriegsdemonstrationen mit hunderttausenden Menschen organisierte wurde \u00fcber Nacht eine Kriegspartei. War das die Verteidigung des Erbe von Marx und Engels, das die deutsche SPD immer hochgehalten hatte? War das die Verwirklichung der internationalen Phalanx des Sozialismus gegen Militarismus und Imperialismus? Die klassenbewussten ArbeiterInnen waren bislang stolz, Mitglied der SPD zu sein. Jetzt betrachteten sie es als eine Schande. Und weil die SPD die Vorzeigepartei der Zweiten Internationale war, hatte dies international die Auswirkung von tiefer Demoralisierung an der Basis und Anh\u00e4ngerschaft von sozialistischen Parteien und Gewerkschaften in anderen L\u00e4ndern. Gleichzeitig erleichterte es den F\u00fchrern der Sozialistischen Parteien der Zweiten Internationale in Frankreich, Belgien, Gro\u00dfbritannien und in Russland (zwischen der Februar- und der Oktoberrevolution 1917) Kriegskredite zu bewilligen und den Krieg offen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h4>Revolution\u00e4re sammeln sich<\/h4>\n<p>Weder wilhelminische Milit\u00e4rdiktatur noch die aktive Kriegsunterst\u00fctzung durch SPD und Gewerkschaften konnten verhindern, dass sich die Linke vom Schock des 4. August erholte und sich sammelte. Liebknecht und Luxemburg vereinten im August 1914 MarxistInnen in der SPD in der \u201eGruppe Internationale\u201c. Im Dezember 1914 brach Karl Liebknecht als erster die Fraktionsdisziplin und stimmte gegen weitere Kriegskredite. Er wurde damit einerseits weltweit zur Symbolfigur der Kriegsgegner und gleichzeitig zur Hassfigur der Kriegstreiber und der rechten SPD-Abgeordneten und \u2013Funktion\u00e4re. \u00dcberall im Reich organisierten sich die Revolution\u00e4re trotz Belagerungszustand in der Illegalit\u00e4t neu. Es wurden Verbindungen aufgebaut zu Soldaten an der Front und Informationen ausgetauscht \u00fcber die Lage an der Front und zu Hause. Dadurch wurde die Kriegspropaganda unterlaufen und Klarheit geschaffen \u00fcber die katastrophale Lage und den wachsenden Unmut \u00fcber den Krieg. Auch in anderen kriegf\u00fchrenden L\u00e4ndern und in neutralen Staaten sammelten sich die Revolution\u00e4rInnen sehr schnell.<\/p>\n<h4>Position des Zentrums<\/h4>\n<p>Die Zentristen waren auf der Zimmerwalder Konferenz die Mehrheit. Ihre f\u00fchrenden Vertreter waren Adolph Hoffmann und Georg Ledebour von der SPD sowie der Menschewist Pawel Axelrod. Sie hatten den Irrglauben, dass im Laufe der Zeit immer mehr Abgeordnete die Kriegsunterst\u00fctzung als Fehler erkennen und korrigieren w\u00fcrden. Sie wollten die Zimmerwalder Konferenz darauf beschr\u00e4nken Aktionen zur Beendigung des Krieges zu diskutieren. Wenn der Krieg vorbei sei, sollte die Sozialdemokratie dann dort weitermachen, wo sie vor dem Krieg aufgeh\u00f6rt hatte. In diesem Sinne betrachteten sich die Zimmerwalder Zentristen als Opposition in der Partei. Man d\u00fcrfe die alten Parteistrukturen nicht spalten, sondern m\u00fcsse sie zur\u00fcckerobern, erkl\u00e4rte Axelrod. Die Neugr\u00fcndung einer Dritten Internationale oder Schritte in diese Richtung lehnten sie folgerichtig kategorisch ab. Sie betrachteten die Zimmerwalder Konferenz als einen Beitrag zur politischen und organisatorischen Rettung der Zweiten Internationale.<\/p>\n<h4>Zimmerwalder Linke<\/h4>\n<p>Eine den Zentristen entgegengesetzte Position vertrat die sogenannte Zimmerwalder Linke. Sie umfasste acht Teilnehmer. Dazu geh\u00f6rte neben den Bolschewiki noch Julian Borchardt aus Deutschland, linke Sozialdemokraten aus Russisch-Polen und Litauen, Lettland, Schweden und Norwegen. Die Bolschewiki auf der Zimmerwalder Konferenz hatten den Revolution\u00e4rInnen in Deutschland und den meisten anderen L\u00e4ndern voraus, dass sie die organisatorische Spaltung der Sozialdemokratie bereits vor dem Krieg hinter sich gebracht hatten. Diese Erfahrung bestimmten ihre scharfen Beitr\u00e4ge und ihr Auftreten bei der Zimmerwalder Konferenz. So sagte Lenin in einem seiner Redebeitr\u00e4ge: \u201eDie Sache steht so: entweder wirklicher revolution\u00e4rer Kampf oder nur leeres Geschw\u00e4tz.\u201c Die Bolschewiki betrachteten die rechten F\u00fchrer der Sozialdemokratie zurecht als Agenten der Bourgeoisie und die Zentristen als deren linke Feigenbl\u00e4tter. Bei dem Vortreffen zur Vorbereitung der Zimmerwalder Konferenz vertraten die Bolschewiki die Position, die Zentristen gar nicht einzuladen. Das lehnten wiederum die Gruppe Internationale aus Deutschland ab. Sie war zwar f\u00fcr einen Bruch mit den Rechten in der Partei und kritisierte die Zentristen, dasss sie das ablehnten. Sie schreckten aber ihrerseits zu dem Zeitpunkt zur\u00fcck mit dem Zentrum zu brechen. Das war der Grund, weshalb sie sich nicht der Zimmerwalder Linken anschlossen. In Bezug auf die Gr\u00fcndung einer Dritten Internationale gab es selbst innerhalb der Gruppe Internationale keine einheitliche Position. Die Vertreter der \u201eprogrammtreuen Sozialdemokraten W\u00fcrttembergs\u201c forderten \u201eunverz\u00fcglich Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, zur Schaffung einer neuen Internationale\u201c. Ernst Meyer von der Gruppe Internationale aus Berlin argumentierte: \u201eWir wollen die geistige Grundlage der neuen Internationale schaffen, aber nicht organisatorisch uns festlegen, wo noch alle Dinge im Fluss sind.\u201c \u00c4hnlich vorsichtig \u00e4u\u00dferte sich Karl Liebknecht in seinem Brief an die Zimmerwalder Konferenz. Die Konferenz solle den \u201eGrundstein f\u00fcr den Zukunftsbau\u201c einer neuen Internationale legen. Der Resolutionsentwurf der Zimmerwalder Linken formulierte die Gr\u00fcndung der Dritten Internationale allgemein, nicht als konkrete Aufgabe. Ihr ging es darum, erst politische Klarheit zu schaffen \u00fcber den imperialistischen Charakter des Krieges und deutlich zu machen, dass der Erste Weltkrieg und weitere Kriege Produkt der kapitalistischen Entwicklung sind. Sie wiesen die Erkl\u00e4rung des Kriegs als Kriege um nationale Unabh\u00e4ngigkeit, Vaterlandsverteidigung und Demokratie als Irref\u00fchrung des Proletariats zur\u00fcck. Um sich scharf von den Vaterlandsverteidigern abzusetzen, griff Lenin zum revolution\u00e4ren Def\u00e4tismus. Das bedeutete auf die Niederlage der jeweils nationalen herrschenden Klasse im Krieg zu setzen. Lenin oder die Bolschewiki benutzten diese Position aber nur in dieser Auseinandersetzung mit den Zentristen und nicht im Dialog oder als Programm gegen\u00fcber der Arbeiterklasse.<\/p>\n<p>Das Programm der Bolschewiki war die Umwandlung des Krieges in einen B\u00fcrgerkrieg mit dem Ziel die jeweils imperialistischen Regierungen zu st\u00fcrzen. Die Zimmerwalder Linke betonte den Bruch mit dem Sozialimperialismus der Sozialdemokratie als \u201eerste Vorbedingung zur revolution\u00e4ren Mobilisation des Proletariats und der Wiederaufrichtung der Internationale\u201c. Aufgabe der sozialistischen Opposition sei es \u201edie Arbeitermassen zum revolution\u00e4ren Kampf\u201c zu f\u00fchren. Die Zimmerwalder Linken \u00fcbernahm die Losung von Karl Liebknecht \u201eBurgkrieg, nicht Burgfrieden\u201c und stellte sich hinter die Aussage von Liebknecht: \u201eDer Hauptfeind steht im eigenen Land\u201c. Die Resolution der Zimmerwalder Linken wurde mit 19 : 12 Stimmen abgelehnt. Nach dieser Abstimmungsniederlage versuchte die Linke das Manifest der Mehrheit zu versch\u00e4rfen. Das gelang nur stellenweise. Leo Trotzki formulierte schlie\u00dflich eine Kompromissformulierung, in der der Kampf gegen die Zentristen fehlt und es vor allem darum geht den Krieg zu verurteilen und den Glauben an den Sozialismus zur\u00fcckzugewinnen. Das am Ende einstimmig verabschiedete Zimmerwalder Manifest erkl\u00e4rte den Krieg als \u201eFolge des Imperialismus, des Strebens der kapitalistischen Klassen jeder Nation, ihre Profitgier durch die Ausbeutung der menschlichen Arbeit und der Natursch\u00e4tze des ganzen Erdballs zu n\u00e4hren\u201c. Die Kriegspropaganda der herrschenden Klassen wurde als L\u00fcge entlarvt. Das Manifest erkl\u00e4rte, dass die F\u00fchrer der sozialistischen Arbeiterorganisationen mit ihrer Politik des Burgfriedens \u201edie Verantwortung f\u00fcr diesen Krieg, f\u00fcr seine Ziele und Methoden \u00fcbernommen haben. Allgemein bekannte sich die Zimmerwalder Konferenz f\u00fcr einen Frieden ohne Annexionen und f\u00fcr den Sozialismus. Es gehe darum den unvers\u00f6hnlichen Klassenkampf daf\u00fcr aufzunehmen. Die Zimmerwalder Linke stimmte am Ende der Resolution zu in der Hoffnung, dass sie sich nicht von Kr\u00e4ften isolieren wolle, die zu Hause den Kampf gegen den Sozialpatriotismus f\u00fchren und von denen man annehmen m\u00fcsse, dass sie durch die Erfahrung zur Schlussfolgerungen der Zimmerwalder Linken komme. Sie gaben aber eine Erkl\u00e4rung zu Protokoll, in der sie sich von den Schw\u00e4chen und Halbheiten der Konferenz und des Manifestes abgrenzten.<\/p>\n<h4>Aufschwung der Opposition gegen den Krieg<\/h4>\n<p>Das Zimmerwalder Manifest fand starke internationale Verbreitung. Nach seiner Ver\u00f6ffentlichung schlossen sich 16 sozialdemokratische und sozialistische Parteien sowie Jugendverb\u00e4nde aus europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den USA dem Zimmerwalder Manifest an und verbreiteten es. In der Gemeinde Monzo in Italien wurde das Zimmerwalder Manifest als offizielles Dokument der Gemeinde ver\u00f6ffentlicht. In der Schweiz war es dagegen so, dass der Einfluss der bolschewistischen Emigranten dazu f\u00fchrten, dass die kantonalen Parteitage der Z\u00fcricher Sozialdemokratie 1916 und 1917 die Position der Zimmerwalder Linken unterst\u00fctzten. Die Verbreitung des Zimmerwalder Manifests fiel zusammen mit zunehmenden Protesten und Streiks gegen Hunger, Inflation und andere Kriegsfolgen. Die Zimmerwalder Konferenz hatte auch beschlossen eine \u201eInternationale Sozialistische Kommission\u201c (ISK) als \u201est\u00e4ndiges Verbindungs- und Informationszentrum\u201c der kriegsgegnerischen sozialistischen Str\u00f6mungen zu bilden. Sitz dieser Kommission war Bern. Sie gab hin und wieder Bulletins heraus. Dar\u00fcber wurden unter anderem die von Lenin in den Jahren 1915\/16 geschriebenen Artikel und Schriften zur Frage des Krieges international verbreitet. Nach der Konferenz 1915 fand noch eine zweite Konferenz im April 1916 in Kiental (Schweiz) und eine dritte in Stockholm im Jahr 1917 statt. Trotz des steigenden Einflusses der Zimmerwalder Linken wurde der notwendige politische Bruch der revolution\u00e4ren MarxistInnen mit der Sozialdemokratie auf internationaler Ebene nicht vollzogen und keine neue Internationale durch Zimmerwald gegr\u00fcndet. Zweifellos halfen die Auseinandersetzungen in der Zimmerwalder Bewegung den Bolschewiki jedoch Einfluss zu nehmen auf die revolution\u00e4r eingestellten TeilnehmerInnen und ihre Anh\u00e4nger. Es gelang dadurch einen neuen internationalen Kern von revolution\u00e4rer SozialistInnen zu bilden.<\/p>\n<p>Trotz seiner politischen Unklarheit war das Zimmerwalder Manifest ein Lichtblick f\u00fcr die kriegsm\u00fcden und von der offiziellen Sozialdemokratie verratenen Massen. In Mailand wurden in einer Nacht 50.000 Exemplare des Manifests an die Mauern geklebt. In der Folge davon kam es zu Verhaftungen und Prozessen. In Deutschland wurden 100.000 Manifeste illegal verteilt. In Parlamentsdebatten bezogen sich linke Abgeordnete auf das Dokument. Die schrecklichen Folgen des Krieges, verlorene Schlachten, Millionen Kriegstote, Hunger und Mangelerkrankungen provozierten in der breiten Bev\u00f6lkerung eine Antikriegsstimmung, Proteste und Streiks. Damit verbunden war eine breite Absetzbewegung von der SPD. Der Vorstand um Friedrich Ebert stellte 1916 fest: \u201eDie Politik des 4. August halbierte die SPD.\u201c<\/p>\n<h4>Revolution beendet Weltkrieg<\/h4>\n<p>Nach ihrer R\u00fcckkehr aus der Emigration in der Schweiz setzten die Bolschewiki unter der F\u00fchrung von Lenin das um, was sie politisch vertraten und was die Zweite Internationale nur auf dem Papier stehen hatte. Sie griffen die Sehnsucht der Massen nach einem Ende des Krieges auf, verbanden es mit den demokratischen und materiellen Interessen der ArbeiterInnen und B\u00e4uerInnen. Ausgehend davon formulierten sie ein \u00dcbergangsprogramm als Anleitung zum Klassenkampf. Die Kurzfassung davon brachten sie mit folgenden Slogans an die breiten Massen der Arbeiter und Bauern: \u201eFriede, Land, Brot\u201c und \u201eAlle Macht den Sowjets\u201c. Sie nutzten die G\u00e4rung und die Klassenk\u00e4mpfe zum erfolgreichen und von Leo Trotzki milit\u00e4risch geleiteten Aufstands zum Sturz des Kapitalismus und zur Beendigung des Weltkrieges im Osten. Die Machtergreifung der Bolschewiki hatte weltweit eine enorme Ausstrahlung und f\u00fchrte europaweit zu einer revolution\u00e4ren Welle mit einer Periode von Doppelherrschaft mit Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten in einigen L\u00e4ndern. Die Aussicht auf Sozialismus in Europa war greifbar nahe. Damit verbunden kam es endlich zum Bruch mit der Sozialdemokratie und zur Gr\u00fcndung der Dritten, der Kommunistischen Internationale im M\u00e4rz 1919. Die Gr\u00fcndung der Dritten Internationale f\u00fchrte schnell zur Entstehung von m\u00e4chtigen Kommunistischen Parteien in den wichtigsten L\u00e4ndern der Welt. Nicht zuletzt deshalb, weil die Revolution\u00e4rInnen wie Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht sich nicht wie die Bolschewiki rechtzeitig organisiert hatten, waren sie und ihre um die Jahreswende 1918\/19 gegr\u00fcndete Kommunistische Partei zu schwach um in der Novemberrevolution ihr Ziel \u201eAlle Macht den R\u00e4ten\u201c durchzusetzen und die Revolution zum Sieg zu f\u00fchren. Die Rechten in der SPD konnten sich an die Spitze der Revolution setzen, w\u00e4hrend sie sich gleichzeitig mit der herrschenden Kapitalistenklasse und ihren Politikern gegen die Revolution verschw\u00f6rten. Die SPD-F\u00fchrung um Ebert, Noske und Scheidemann sabotierte die Revolution politisch. Gleichzeitig organisierte sie mittels der pre-faschistsichen Freikorps die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und einen blutigen B\u00fcrgerkrieg zur Niederschlagung der R\u00e4te. Weil die sozialistische Revolution in Russland isoliert blieb, kam es unter Stalin zur politischen Konterrevolution und in der Folge davon zur Umwandlung der Kommunistischen Internationale aus einem Instrument f\u00fcr die Weltrevolution in ein b\u00fcrokratisches und konterrevolution\u00e4res Instrument f\u00fcr die Au\u00dfenpolitik des stalinistischen Sowjetsystems.<\/p>\n<h4>Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale aufbauen<\/h4>\n<p>Die Aufgabe, die sich die Revolution\u00e4rInnen von Zimmerwald gestellt haben, gilt auch heute noch. Die SAV ist Mitglied im Komitee f\u00fcr eine Arbeiterinternationale (Committee for a Workers\u2019 International &#8211; CWI). Das CWI ist ein Zusammenschluss von Parteien und Organisationen in \u00fcber 45 L\u00e4ndern. Wir sind fest davon \u00fcberzeugt, dass eine neue revolution\u00e4re Internationale unverzichtbar ist, um mit dem globalisierten Kapitalismus und seinen Krisen, Katastrophen und Kriegen Schluss zu machen. F\u00fcr den Aufbau einer solchen Internationale gilt es heute die ersten Kr\u00e4fte zu sammeln.<\/p>\n<p>Verwendete Literatur:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Zimmerwalder Bewegung, Protokolle und Korrespondenz, Hrsg. Horst Lademacher, 1967, Internationaal Instituut Voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam<\/li>\n<li>Willi M\u00fcnzenberg, Die Dritte Front, 1978 LitPol Verlagsgesellschaft<\/li>\n<li>Leo Trotzki \u2013 Das Zimmerwalder Manifest<\/li>\n<li>Theodor Bergmann, Wolfgang Haible: Die Geschwister Thalheimer. Skizzen Ihrer Leben und Politik, Decaton Verlag, Mainz,1993<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Ursel Beck ist Mitglied im SAV-Bundesvorstand und Sprecherin des Ortverbands DIE LINKE Stuttgart-Bad Cannstatt.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 100 Jahren tagte die Zimmerwalder Konferenz<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31197,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[86,90,92,96],"tags":[717,734],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31067"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31067"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31199,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31067\/revisions\/31199"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31197"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31067"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31067"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}