{"id":31021,"date":"2015-07-30T17:00:05","date_gmt":"2015-07-30T15:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sozialismus.info\/?p=31021"},"modified":"2015-07-30T14:57:17","modified_gmt":"2015-07-30T12:57:17","slug":"das-schreckliche-blutbad-im-tuerkischen-suru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/2015\/07\/das-schreckliche-blutbad-im-tuerkischen-suru\/","title":{"rendered":"Das schreckliche Blutbad im t\u00fcrkischen Suru\u00e7"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_31022\" aria-describedby=\"caption-attachment-31022\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-31022\" src=\"https:\/\/www.archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-280x173.jpg\" alt=\"Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zongo\/ CC BY-SA 2.0\" width=\"280\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-280x173.jpg 280w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-162x100.jpg 162w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-560x347.jpg 560w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-600x370.jpg 600w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784-534x330.jpg 534w, https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/19979389536_cb3cf8c466_k-e1438260973784.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-31022\" class=\"wp-caption-text\">Foto: https:\/\/www.flickr.com\/photos\/zongo\/ CC BY-SA 2.0<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Dieser Artikel erschien zuerst am 28. Juli auf der englischsprachigen Webseite socialistworld.net<\/em><\/p>\n<p><strong>Nur die Einheit der ArbeiterInnen kann den Terrorismus und die Spaltung beenden<\/strong><\/p>\n<p><em>von Paula Mitchell, \u201eSocialist Party\u201c (Schwesterorganisation der SAV und Sektion des CWI in England &amp; Wales)<\/em><\/p>\n<p>Am 20. Juli sind 32 junge Menschen, Mitglieder der \u201eSozialistischen F\u00f6deration der Jugendverb\u00e4nde\u201c, in der s\u00fcdostt\u00fcrkischen Stadt Suru\u00e7 auf schreckliche Art und Weise umgebracht worden \u2013 wahrscheinlich von einem Selbstmordattent\u00e4ter des \u201eIslamischen Staats\u201c. Es ist das erste Mal, dass der \u201eIslamische Staat\u201c eine sozialistische Organisation innerhalb der T\u00fcrkei angegriffen hat. Das Abschlachten junger Leute, deren Ziel es war, \u00fcber die syrische Grenze nach Kobane zu fahren, um die vom \u201eIslamischen Staat\u201c im vergangenen Jahr vollkommen zerst\u00f6rte kurdische Stadt wieder aufbauen zu helfen, hat weltweit zu Abscheu und Emp\u00f6rung gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Doch die DemonstrantInnen, die in Istanbul und anderen t\u00fcrkischen St\u00e4dten in Solidarit\u00e4t mit den ermordeten jungen Menschen auf die Stra\u00dfe gehen wollten, sind ihrerseits von der t\u00fcrkischen Polizei mit Tr\u00e4nengas und Wasserwerfern attackiert worden.<\/p>\n<p>Die t\u00fcrkische Regierung und Pr\u00e4sident Erdo\u011fan haben Blut an ihren H\u00e4nden. Ihre Au\u00dfenpolitik hat den \u201eIslamischen Staat\u201c ermutigt und zu Terroranschl\u00e4gen geradezu eingeladen. Der t\u00fcrkischen Regierung wird vorgeworfen, geheime Absprachen mit dem \u201eIslamischen Staat\u201c gegen die KurdInnen in Syrien getroffen zu haben. Die T\u00fcrkei hat sich mit Angriffen auf den \u201eIslamischen Staat\u201c zur\u00fcckgehalten und einer gro\u00dfen Zahl von Dschihadisten erlaubt, die Grenze zu passieren. Zu den Zielen der T\u00fcrkei in Syrien z\u00e4hlt auch, eine Pufferzone zu errichten und die kurdischen K\u00e4mpferInnen durch eigene Einheiten zu ersetzen.<\/p>\n<p>Die Wahrheit ist, dass der t\u00fcrkische Staat lieber einen Sieg des \u201eIslamischen Staats\u201c sehen w\u00fcrde als einen kurdischen, weil man Angst vor den Auswirkungen auf die kurdische Bev\u00f6lkerung in der T\u00fcrkei hat.<\/p>\n<p>Jetzt hat es aber die \u00dcbereinkunft gegeben, die zwischen den USA und dem Iran erreicht worden ist, weshalb die t\u00fcrkische Regierung Angst hat, ihre Rolle in der Region zu verlieren. Dabei will sie weiterhin mit den USA kooperieren. Ferner f\u00fchlt man sich gezwungen, in Reaktion auf die Gr\u00e4ueltat von Suru\u00e7 und die Instabilit\u00e4t, die durch solche Terroranschl\u00e4ge verursacht wird, ein gewisses Ma\u00df an Aktionen gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c durchzuf\u00fchren. Am 23. und 24. Juli hat man zum ersten Mal Basislager des \u201eIslamischen Staats\u201c in Syrien bombardiert. Mit diesem Vorgehen wird die Gefahr des Terrorismus und der zunehmenden Destabilisierung in der T\u00fcrkei nur weiter verst\u00e4rkt. Hinzu kommt, dass die T\u00fcrkei und die USA zu einer Vereinbarung \u00fcber die Durchf\u00fchrung gemeinsamer Operationen gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c gekommen sind, wodurch den USA Luftschl\u00e4ge erm\u00f6glicht werden, die von der NATO-Airbase im t\u00fcrkischen \u0130ncirlik aus starten.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei hat eine Sondersitzung der NATO-Botschafter gefordert, um \u00fcber die Sicherheitslage des Landes zu diskutieren. Au\u00dferdem wurden hunderte Personen unter dem Verdacht des Terrorismus festgenommen.<\/p>\n<p>Die t\u00fcrkische Regierung hat auch die M\u00f6glichkeit genutzt, um Basislager der kurdischen PKK im Irak zu bombardieren. Allem Anschein nach ist man dabei h\u00e4rter vorgegangen als gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c. Das ist eine klare Abkehr vom zum Stillstand gekommenen \u201eFriedensprozess\u201c, den man urspr\u00fcnglich eingeleitet hatte. Erdo\u011fan versucht die PKK mit dem \u201eIslamischen Staat\u201c gleichzusetzen. Als Belege daf\u00fcr sollen die T\u00f6tung von drei Polizisten sowie ein Bombenattentat an einer Stra\u00dfe dienen, durch das zwei Soldaten get\u00f6tet worden sind. Angeblich habe es sich hierbei um PKK-Aktionen in Reaktion auf den Anschlag von Suru\u00e7 gehandelt. Auch wenn man die individuellen bewaffneten Aktionen der PKK-K\u00e4mpferInnen gegen Einheiten des t\u00fcrkischen Staats nicht mit dem massenhaften und grausamen Abschlachten von \u201eeinfachen\u201c Menschen aus der Arbeiterklasse und den verarmten Schichten gleichsetzen kann, das der \u201eIslamische Staat\u201c betreibt, so ist die \u201eSocialist Party\u201c dennoch nicht der Ansicht, dass derlei individuelle Aktionen den Kampf der KurdInnen voranbringen k\u00f6nnen. Ein solches Vorgehen ist kontraproduktiv und liefert nur den Vorwand f\u00fcr weitere Aggressionen durch den t\u00fcrkischen Staat. Au\u00dferdem l\u00e4uft man dadurch Gefahr, die Spaltung zwischen t\u00fcrkischen und kurdischen ArbeiterInnen zu vergr\u00f6\u00dfern.<\/p>\n<p>Erdo\u011fan hofft, dass der Westen ein Auge zudr\u00fccken oder die Angriffe auf die PKK sogar billigen wird \u2013 sozusagen als Gegenleistung f\u00fcr die t\u00fcrkische Kooperation gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c. In Wirklichkeit ist die Lage f\u00fcr die USA, die im Bodenkampf gegen den \u201eIslamischen Staat\u201c auf kurdische Kr\u00e4fte in Syrien angewiesen waren, wesentlich komplizierter. Die USA haben sich bisher von den Schl\u00e4gen gegen die PKK-Lager distanziert.<\/p>\n<p>Und dennoch sollte die kurdische Bev\u00f6lkerung keine Hilfe von Seiten der westlichen M\u00e4chte erwarten. Die Hauptverantwortung f\u00fcr den Alptraum im Nahen Osten liegt beim westlichen Imperialismus. Unterjochung und Konflikte, die von westlichen und regionalem M\u00e4chten angeheizt worden sind, um die Ressourcen der Region auspl\u00fcndern zu k\u00f6nnen und das eigene Ansehen aufzupolieren, gibt es schon lange. Dies und die jahrzehntelange Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenserInnen durch den israelischen Staat (der von den westlichen M\u00e4chten unterst\u00fctzt wird) ist durch den sogenannten \u201eKrieg gegen den Terror\u201c und die Kriege gegen Afghanistan, den Irak und Libyen weiter versch\u00e4rft worden.<\/p>\n<p>Die t\u00fcrkische Regierung ist durch den Wahlerfolg der pro-kurdischen HDP beim Urnengang vom Juni alarmiert worden, bei denen die regierende AKP ihre absolute Mehrheit verloren hat. Ihre gr\u00f6\u00dfte Angst besteht darin, dass sich kurdische und t\u00fcrkische ArbeiterInnen in einem Aufstand der Massen zusammentun k\u00f6nnten, der das gesamte t\u00fcrkische Regime herausfordern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die t\u00fcrkische Regierung versucht, anti-kurdische Ansichten unter t\u00fcrkischen ArbeiterInnen anzuheizen, um die eigene Herrschaft aufrechtzuerhalten und die Bestrebungen der KurdInnen zu bek\u00e4mpfen. Pr\u00e4sident Erdo\u011fan k\u00f6nnte dieses Jahr noch Neuwahlen ausrufen, um zu versuchen wieder eine parlamentarische Mehrheit f\u00fcr die AKP zu bekommen.<\/p>\n<p>Wenn Arbeiterorganisationen allerdings einen Appell an die Menschen der Arbeiterklasse in der T\u00fcrkei richten w\u00fcrden und ein Programm zur Verteidigung demokratischer Rechte und nationaler Bestrebungen aller V\u00f6lker, f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze und Wohnraum, f\u00fcr die \u00dcberf\u00fchrung der enormen Reicht\u00fcmer der Region in \u00f6ffentliches und durch die Gesellschaft kontrolliertes Eigentum, um es zum Nutzen aller einzusetzen, dann k\u00f6nnten diese H\u00fcrden \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Auf der Grundlage eines sozialistischen Programms w\u00e4re es m\u00f6glich, eine Bewegung aufzubauen, die die Menschen von Syrien \u00fcber den Irak und in der gesamten Region miteinander vereint und die den \u201eIslamischen Staat\u201c, die korrupten regionalen M\u00e4chte und den Imperialismus im Nahen Osten zur\u00fcckdr\u00e4ngen kann. Eine freiwillige sozialistische F\u00f6deration der Nahen Ostens w\u00fcrde alle V\u00f6lker in die Lage versetzen, frei und demokratisch \u00fcber ihr eigenes Schicksal entscheiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur die Einheit der ArbeiterInnen kann den Terrorismus und die Spaltung beenden<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":31022,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[45],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31021"}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=31021"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31021\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":31023,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/31021\/revisions\/31023"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media\/31022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=31021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=31021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.sozialismus.info\/maschinenraum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=31021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}